La Palma Aktuell - International
Whistlers Whistle - Hintergründiger Alltag in British Columbia



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09.09.2010, Donnerstagmorgen um kurz nach 7 - im Tal sind hochalpine 6 Grad

Die "High Efficiency Toilet"

Sachen gibt's! Zum 4.Oktober d.J. ist es in British Columbia Pflicht Toiletten oder Urinale mit einem Wassertank von weniger als 4,8 l (bei einem WC) und 1,9 l (bei einem "Teil für Männer") pro Spülung einzubauen. Allerdings nur in Neubauten oder bei "major renovations" - wenn man einfach nur eine undichte Toilette austauschen möchte, kann man sich noch ein älteres Modell zulegen. Da liegt also der Hase im Pfeffer und wir wissen nun endlich, warum es in den vergangenen Wochen so viele Sonderangebote in der Keramikabteilung gab. Unsere neuen Thrönchen mit ihrem 6-l-Wasserkasten entsprechen dann halt nicht mehr den Bauvorschriften - Designerzeug hin oder her. Uns kann es ja egal sein - unser Haus ist kein Neubau und wir renovieren auch nicht - wir tauschen schlichtweg alles aus ;-) - und können somit von den günstigen Preisen profitieren.

Für gewerblich genutzte Gebäude entfällt diese Vorschrift allerdings - hier muss man erst großangelegte Tests machen, ob diese 4,8 l das Stoffwechselendprodukt mitsamt Abwischmaterial denn auch korrekt durch die langen Abflussrohre befördern können oder nicht. Ich sage nein. Wer die hiesigen Röhrchen mitsamt ihren immer wiederkehrenden Verstopfungen kennt, wird mir sicherlich zustimmen. Nicht umsonst sind die "Plumber" jeden Tag im Einsatz, um die Rohre frei zu blasen. Aber vielleicht soll einfach nur dieses Handwerk ein wenig gefördert werden... ;-)

Die Rufe nach Rücktritt werden immer lauter

Nachdem in der vergangenen Woche bekannt wurde, dass unser aller Gordon sehr wohl vor der letzten Provinz-Wahl von der geplanten Einführung der überaus "beliebten" Harmonized Sales Tax per 1. Juli d.J. wusste, dieses seinerzeit aber vehement bestritt, legen ihm nun auch einstige Parteifreunde den Rücktritt vom Amt des Premierministers nahe. Neben Scott Nelson (seines Zeichens ehemaliger Bürgermeister von Williams Lake und Unterstützer der Liberalen) haben sich nun auch Blair Lekstrom und der Obermuckel der liberalen Partei "Ortsgruppe Langley" diesbezüglich zu Wort gemeldet. Blair Lekstrom ist erst im Mai d.J. von seinem Posten als Umweltminister British Columbias zurückgetreten, als sich sein Wahlbezirk (durch die provinzweite Unterschriftenaktion) mit überwältigender Mehrheit gegen die Einführung entschied. Er zog die Konsequenzen daraus, verzichtet auf einen ganz schönen Batzen "Ministereinkommen" und sitzt nun als einfacher parteiloser Abgeordneter im Parlament.

Unser aller (noch) Premier Gordon Campbell "himself" hätte vorgestern nach seinem Urlaub wieder am Schreibtisch sitzen müssen. Dies tat er aber nicht - er tauchte gar nicht erst auf. Stattdessen wurde verkündet, dass er "sometime this week" wieder in der Öffentlichkeit zu sehen sein werde. Nun, sein Versteck hat er gestern verlassen und sichtlich nervös ein Interview gegeben. Nein, er habe nichts, aber auch rein gar nichts von der Einführung der "Harmonized Sales Tax" gewusst, bevor die Menschen der Provinz zur letzten Wahl schritten. Und nein, er würde nicht zurücktreten. Welche Konsequenzen er aus dem öffentlichen Druck ziehen wird bzw. zu ziehen hat, bleibt also erst einmal abzuwarten. Ich tippe ja mal darauf, dass er die Sache "intelligent aussitzen wird" und sich gar nichts tut. Aber die nächste Wahl kommt bestimmt - und spätestens dann wird er vom (hohen) Thron gestoßen...

In Sachen Asphaltwerk

hat es kurz vor Ende des "Public Hearings" noch 64 schriftliche Einwände / Meinungsäußerungen gegeben, die nun erst einmal von den Stadträten zu lesen sind. Die Abstimmung über die Verlagerung der Anlage auf das taufrische Grundstück hinterm Hügel wurde somit auf die nächste reguläre Sitzung am 21. September vertagt und ich kann jetzt nicht mitteilen, ob es dieses Asphaltwerk noch 8 oder 25 Jahre lang geben wird. Fortsetzung folgt...

Deutschland gehört zur Spitze?

Das kann man heute jedenfalls beim ZDF nachlesen. Den Text will ich hier aber gar nicht kommentieren - mir ist vielmehr das Foto des Artikels ins Auge gestochen. Wer bitteschön möchte mir weismachen, dass dies ein deutscher Dachdecker sein soll? Freiwillige vor! Ich kenne keinen Dachdecker, der "Asphalt Shingles" auf ein Dach nagelt und statt schwarzer Zunfthose in Jeans und "Tool Belt" in luftiger Höhe herumturnt. Jedenfalls keinen in Deutschland. Dafür kenne ich aber umso mehr Menschen auf dem nordamerikanischen Kontinent, die im "Harness" auf den Dächern arbeiten. Also, liebes ZDF: Verkohlen kann ich mich selbst - wenn Ihr Deutschland schon in den Himmel hebt, dann nehmt bitte auch Bilder aus Deutschland dazu... ;-)



08.09.2010, Mittwochmorgen - da ist so'n komisches helles Teil am Himmel. Die Sonne? ;-)

Und noch'n Schiff

Allerdings keines, welches mit Fischen gleich welcher Art an Bord einen kanadischen Hafen ansteuert. Vielmehr soll ein weiteres Schiff mit tamilischen Flüchtlingen im Frachtraum auf dem Weg über den Pazifik in Richtung "Land vom Meer bis zum Meer" sein. - Erst im August ist ein Schiff mit tamilischen Flüchtlingen auf Vancouver Island angekommen, die noch auf ihre "Verfahren" in Sachen Immigration zu warten haben und derzeit ausbruchsicher in einem "Correctional Centre" untergebracht sind.

Der Aufschrei in der Bevölkerung ist entsprechend - Canada ist im Gegensatz zu Deutschland kein Sozialstaat. Die soziale Hängematte existiert nicht und von so etwas wie Hartz 4 würden hier viele Menschen träumen, wenn sie wüssten, dass es so etwas in einem anderen Land gibt. Auch im Gesundheitswesen müssen die Menschen hierzulande viel tiefer in die eigene Tasche greifen, als dass sie etwas von "der Kasse" erhalten. So müssen z.B. Diabetiker ihr Insulin, Spritzen, Blutzuckerteststreifen etc. selbst bezahlen, wenn sie nicht privat Zusatz versichert sind. Auch rezeptpflichtige Medikamente sind selbst zu bezahlen und wenn ein CT oder eine Röntgenaufnahme für die Diagnose benötigt wird, dann kann man diese auch gerne mal selbst bezahlen. Fahrtkosten, um Therapien oder etwaige Termine bei einem weiter entfernten Spezialisten wahrnehmen zu können, werden selbstverständlich genauso wenig übernommen wie eine neue Füllung für den Backenzahn.

Insofern kann ich die Kanadier schon irgendwie verstehen - sie kennen es nicht anders, als dass sie für sich selbst verantwortlich sind und vom Staat nicht viel bzw. gar nichts zu erwarten haben. Und dann kommen mit einem Schlag Hunderte Menschen mit einem Boot übers Meer geschippert, haben mehrere Zehntausend Dollar für die "Passage" bezahlt, stellen einen Antrag auf Asyl und bekommen dann hier alles erst einmal gratis. Medizinische Versorgung, Kost und Logis und irgendwelche Visa-Gebühren, bei denen der kanadische Staat alles andere als günstig ist, müssen sie auch nicht bezahlen. - So werden derzeit Stimmen laut, dieses neue Schiff gar nicht erst in kanadische Gewässer einlaufen zu lassen.

Also warten wir ab, was die nächsten Tage / Wochen bringen werden. Vielleicht eine weitere Ladung potentieller Kanadier...

"Unser" Asphaltwerk

Darüber habe ich schon lange nicht mehr geschrieben - es gab auch nicht wirklich Sensationelles darüber zu berichten. Die Resort Municipality of Whister (RMOW) und der Betreiber der Anlage haben sich ja bekanntlich in einem eher obskuren Deal darauf geeinigt die Anlage um 150 m zu verschieben, damit das Asphaltwerk aus dem Blickfeld der Anwohner des ehemaligen olympischen Dorfes und nun "Cheakamus Crossing" genannten Siedlung auf der ehemaligen Müllkippe neben der Kläranlage verschwindet. Es gab Proteste, eine "Riesendemonstration" am Straßenrand und gestern gab es ein weiteres "Public Hearing", wo besorgte zukünftige Anwohner ihre Bedenken äußern konnten. Im Vorfeld - kurz vor dieser Anhörung - kam heraus, dass der Betreiber der Anlage eine für weitere 8 Jahre gültige Betriebsgenehmigung auf der alten Fläche hat. Durch die Verlagerung des Asphaltwerkes um 150 m, befindet sich die Anlage auf einem neuen Grundstück, das eigens hierfür "re-zoned" werden soll. Tja, und das ist der wahre Jakob. Wenn das Asphaltwerk um diese 150 m auf frischen Grund und Boden steht, dann kann eine neue Betriebserlaubnis für weitere 25 Jahre erteilt werden...

Der Stadtrat (Council) muss heute in allerletzter Instanz darüber abstimmen, ob die Anlage verschoben wird oder nicht. Warten wir also auch hier ab, ob es nur noch 8 Jahre lang ein Asphaltwerk im Nicht-Weltbiosphärenreservat Whistler geben wird oder für 25 weitere Jahre...

Übrigens, der Betreiber des Asphaltwerkes hat einen neuen Auftrag der RMOW erhalten: der komplette Highway wird neu asphaltiert. Böse ist, wer Böses dabei denkt - ich denke bekanntlich gerne böse... ;-)



07.09.2010, Dienstagmorgen - die Arbeitswoche beginnt mit leichter Bewölkung

Massenexodus

Gestern sind wir wieder einmal auf Einkaufstour gefahren. Eigentlich waren wir ja erst am Samstag in Squamish und ein Besuch der dortigen Konsumtempel wäre eigentlich erst wieder am kommenden Wochenende dran gewesen. Eigentlich. Wären da nicht diese ganz speziellen Lampen gewesen, die der Schatz im "Home Depot" entdeckt hat - Ja ja, auch Männer können (um)dekorieren - nicht nur die Frauen dieser und anderer Welten. ;-)... Zwei Stück dieser recht schlichten Deckenlampen hatten wir jedenfalls schon am Samstag mitgenommen - beide zusammen für 15,99 $. Wenn das mal kein Schnäppchen ist! Und dann war da noch dieser neue Heizkörper fürs Bad, den wir auch gekauft hatten und der so viel besser als die anderen im Haus aussieht. Tja, da mussten wir doch glatt nochmals 180 km hin und zurück fahren, um vier weitere Glühbirnenträger und noch mehr Heizkörper zu erstehen. Und weil das ja nicht reicht und uns noch eine Designertoilette zum Super-Sonderpreis von 88 Dollar im Weg stand, musste diese auch noch in unserem Einkaufswagen verschwinden. Kostenpunkt für vier Lampen, diverse Heizkörper und den Thron: 222 Dollar. Das ist doch wirklich fast geschenkt, oder?

Natürlich konnten wir auch den "Extra Foods" nicht am Wegesrand liegen lassen und haben dort für etwas mehr als 100 Dollar eingekauft, um die 15% Sonderrabatt bzw. 15 Dollar Gutschrift zu erhalten. Jetzt haben unsere Waldbewohner einen weiteren 18-kg-Sack Vogelfutter "für Nüsse" und müssen sich noch weniger Gedanken darum machen, über den Herbst zu kommen...

Denn der Herbst hat nun Einzug gehalten. Pünktlich zum gestrigen Sommerferienende sanken die Temperaturen, es regnete, es war und ist grau in grau und dass die ersten Weihnachtssachen neben dem ganzen Halloween-Kram in den Geschäften zu finden sind, macht die Sache auch nicht besser.

Zum Glück waren wir aber wie immer recht früh unterwegs - denn was ist am Ferienende vorprogrammiert? Genau: eine Blechkarawane, die alle Urlauber wieder in heimische Gefilde bringt. Auf dem Hinweg gen Süden war (für uns) auch noch alles wunderbar. Die Touristen saßen sicherlich alle bei der Henkersmahlzeit - gerne auch Frühstück genannt - und / oder packten die letzten Sachen, um pünktlich um 10 auszuchecken. Wir waren um diese Zeit aber schon längst am Pazifik und hatten dann auf der Rückfahrt ein großes Vergnügen daran die entgegenkommenden Automassen von unserer einsamen Fahrbahn gen Norden aus zu betrachten. Es war schier unglaublich wie viele auf dem Highway unterwegs waren. In Brittania Beach kam es dann sogar zu einem Stau, weil sich dort der Highway von zwei auf eine Spur verjüngt. Ein Stau! So etwas gibt es hier doch überhaupt nicht. Wirklich nicht - das Wort kann man hier getrost aus seinem Wortschatz streichen. Es wird einfach nicht gebraucht.

Im Ort wird man in den kommenden Wochen noch ein paar Zwischensaisontouristen, die auf der Suche nach günstigen Übernachtungen ganz bestimmt das eine oder andere Schnäppchen machen können, finden. Die Wohnmobile mit Eltern von nicht-schulpflichtigen Kindern an Bord oder aber solchen, die schlicht und ergreifend keine haben, als Insassen nehmen noch einmal für ein paar wenige Wochen Fahrt auf und dann beginnt auch schon der große Saisonwechsel. Die Sommerleute gehen und die Wintermenschen kommen. Das geschieht immer zum 1 Oktober und noch einmal ganz besonders ausgeprägt zum 1. November. Dann ist der Ort auf einmal wieder komplett anders. Die Menschen sind andere und Stimmung/Atmosphäre/Flair im Ort ist mit dem Sommer nicht vergleichbar. Warten wir ab, was uns die kommende Wintersaison bescheren wird - wenn sie an den Sommer anknüpfen kann, dann ist von einem guten Jahr für Gastronomie und Hotelgewerbe auszugehen. Aber das liegt nicht in unserer Hand. Erst einmal muss Frau Holle ganz viele Kissen schütteln, damit die Schneeenthusiasten wieder in unsere Gefilde strömen und erneut für eine neue Blechlawine - dieses Mal in Richtung Norden - sorgen werden...

Die Damen und Herren der "Royal Canadian Mounted Police" ließen übrigens in den Medien verkünden, dass ab heute Verkehrskontrollen stattfinden werden. Morgens und nachmittags werden sie in den Schulbereichen stehen, um zu kontrollieren, dass das Tempolimit (bei uns im Ort sind es 30 km/h) eingehalten wird, die Kinder angeschnallt sind und ggf. in den korrekten Kindersitzen "buckled in" sind, etc. pp. Das Bußgeld für etwaige Ordnungswidrigkeiten wurde auch prompt genannt - irgendetwas um die 170 Dollar, an die genaue Summe kann ich mich leider nicht erinnern. Hirnfraß - oder aber halt doch einfach nur graue Zellen der Generation 1.0... ;-)

Ebenfalls wurden bereits gestern zu erwartende Staus im Großraum Vancouver angekündigt. Highway No. 1 wird derzeit für 2,3 Milliarden Dollar auf einem 37-km-langen Abschnitt zwischen Vancouver und Langley ausgebaut und die Bauarbeiten verzögern nun einmal - wie überall auf der Welt - das zügige Vorankommen. Praktischerweise wurden in den Abendnachrichten Alternativrouten für die Pendler genannt. Da fragt frau sich nun, welche Strecken wohl überlasteter sein werden. Highway 1 oder die anderen Strassen...



06.09.2010, Fangfrisch am Montagmorgen

Ich habe gestern Gemecker bekommen

Nur, weil ich gestern ein Foto in die Welt hinaus geschickt habe, auf dem zwei verschiedene Einmachgläser zu sehen waren. Das Gemecker habe ich bekommen, weil ich das Rezept zum "Olivenglas" nicht Preis gegeben hätte. OK, dann will ich mal nicht so sein und reiche es als "Top Story" - im wahrsten Sinne des Wortes - nach. - Mea culpa - ich verspreche, es wird wieder passieren... ;-)

Eingelegte Oliven & Käse

Mann/Frau/Kind nehme:

Oliven, ganz egal welche Sorte - ich bevorzuge Kalamata-Oliven
Mozzarella oder Feta, in Würfel geschnitten
Getrockneter Oregano (so wie auf dem Bild) oder frischer Rosmarin
Olivenöl

Oliven und Käse mitsamt dem Kraut nach Wahl in ein Schraubglas füllen, mit dem Olivenöl begießen (alles muss bedeckt sein) und in den Kühlschrank stellen. Mindestens 3-4 Tage durchziehen lassen. Fertig!

Zurück zum Tagesgeschehen...

Obwohl? So wirklich "aktuell" ist diese Geschichte nicht - sie ist eigentlich eine aus dem vergangenen Jahrhundert - genauer gesagt aus den 30er Jahren.

In Los Angeles wurde in einem Apartmentgebäude ein alter Schrankkoffer gefunden. In ihm fanden zwei Frauen, die den Keller entrümpelten eine ganz wirre Mischung an Dingen. Eine Perlenkette, ein Korsett, Nippesfigürchen, ein Bügeleisen, Fotos, Dokumente und zwei Arzttaschen. In diesen Arzttaschen befanden sich zerknüllte Zeitungen der 30er Jahre und zwei mumifizierte Babyleichen. Ein Kind war "fertig", das andere noch im Entwicklungsstadium. Die Sachen gehörten einer 1897 in Schottland geborenen Frau, die zuerst in Los Angeles als Krankenschwester arbeitete und in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts nach Vancouver zog, wo sie 1995 verstarb. Die Gerichtsmediziner gehen nun hin und nehmen Gentests bei einigen in Vancouver lebenden Verwandten dieser Frau vor, um heraus zu bekommen, ob es ihre Kinder waren oder ob sie schlicht und ergreifend jemand anderem "geholfen" hat.

Ich stelle mir immer wieder vor, wie ich wohl reagiert hätte, wenn ich diese Taschen aufgemacht und darin kleine Mumien gefunden hätte. Die anderen Sachen sind ja einfach nur spannend und es ist sicherlich höchst interessant die alten Papiere und Zeitungen zu lesen und Fotos anzuschauen. Aber wenn dazwischen zwei Tote liegen? Ich weiß ja nicht...

Interessierte finden hier die komplette Story...

Letzte Chance - vorbei

Heute ist der letzte Tag, an dem die Fischer ihre Netze in die Gewässer des Fraser Rivers halten dürfen, um Sockeye Salmons zu fangen. Die Behörden haben ein letztes 24-Stunden-Fang-Fenster geöffnet, so dass davon auszugehen ist, dass just in diesem Moment die Boote den Hafen verlassen und in Richtung Reichtum aufbrechen. Denn eines muss man sagen: diese Saison war eine gute Sockeye Saison für die von Fischen lebenden Menschen. Erste Schätzungen gehen von 12 Millionen gefangenen Exemplaren aus - bei einem Preis von 1 $ per pound und locker 10-20 pound pro Fisch, kann man sich den Ertrag leicht ausrechnen...

Direkt nach den Sockeyes schwimmen nun auch die Coho Salmons in den Fraser hinein, um ihre Fischeier abzulegen. Diese dürfen allerdings nicht gefangen werden, da man mit lediglich 30.000 Rückkehrern rechnet und diesen die Chance geben will sich zu vermehren...

Tja, und dann wären da noch die "Steelhead Salmons" - die kommen aber erst ab Ende Oktober und wie viele von denen zu erwarten sind, bleibt abzuwarten...



05.09.2010, Sonntagmorgen - wir machen heute einen ganz Ruhigen

Wochenende und Sonnenschein - mit kleinen Unterbrechungen

Gestern Morgen, Vormittag und Mittag war alles wunderbar. Sonne, soweit das Auge reicht. Dann kam heftiger Wind auf und mit ihm ein ebensolches Gewitter, welches am Nachmittag über uns hinweg zog. Ob die Blitze irgendwelche Schäden angerichtet haben, weiß ich nicht - es ist bislang nichts darüber zu hören oder zu lesen gewesen.

Vielleicht sind ja nur ein paar Menschen so richtig schön nass geworden, als sie ihre Wochenend-Outdoor-Wohnung im Wald und auf der Heide errichteten. Gestern zog die Karawane schließlich wieder in alle Himmelsrichtungen, um das lange Wochenende nochmals richtig auszukosten. Auf dem Highway war die bekannte Hölle los und auch die Cops, Sheriffs und Mounties ließen es sich nicht nehmen am Verkehr teilzunehmen. Gerne auch in ihren zivilen Streifenwagen, die die Einheimischen zwar erkennen (kleiner Tipp: schwarze Kuhfänger mittig am Kühler und schwarze Felgen), die Touristen aber eher für andere Urlauber halten würden. So wurden auch wieder einmal viele Verkehrssünder in Hollywood-Manier am Straßenrand zu stehen gebracht und durften das Scheckheft zücken.

Und weil ich heute keine großartige Muße verspüre auf Tagespolitik, Waldbrände, Lachse oder sonst etwas einzugehen, begebe ich mich schon einmal in die kulinarische Ecke und stelle das Ekeligste, was ich an "Süßspeisen" kennen gelernt habe, vor. Der "Deep-fried Mars-Bar" - zu gut deutsch: ein frittierter Mars-Riegel.

In Vancouver findet seit nunmehr zwei Wochen die PNE statt und an jedem Abend werden die Nachrichten incl. Wetterbericht von dort aus gesendet. Die Reporter berichten natürlich auch viel von diesem Jahrmarkt der Heiterkeiten, der in diesem Jahr zum 100. Mal stattfindet. Tja, und gestern wurde dann eine der "Lieblings-schlechtes-Gewissen-machende-Leckereien" vorgestellt. Halt dieser Marsriegel im Ausbackteig - ganz frisch aus der Friteuse. Wie ekelig muss das wohl schmecken? Pappsüß, klebrig und fetttriefend. Zwei Bissen und ich brauche einen Schnaps - den gibt es aber nicht. Schließlich heißt es doch immer wieder" No drinking in public"...

Nee, das muss ich gar nicht probieren. Mich schüttelt es alleine beim Gedanken an diese Kalorienbombe, die man - das wurde auch erwähnt - auch mit Snickers oder Milky Way herstellen könne. No way! Da begebe ich mich lieber in meine eigene Küche, stelle mich an Herd und Backofen und begebe mich an die Sonntagsrezepte...

Es ist Einkochzeit

Wer kennt das nicht? Im Garten wird alles auf einmal reif (oder man hat zuviel eingekauft - das passiert mir auch schon mal gerne), man kann gar nicht alles auf einmal essen, zum Wegwerfen ist es viel zu schade und alles verschenken muss man ja auch nicht unbedingt - ich bin da vorbelastet. Wenn bei uns Erntezeit war, stand die buckelige Verwandtschaft Schlange - wenn es um die Gartenarbeit und das Heranziehen ging, blieben alle mehr als gerne fern. Drum gibt es heute mal ein paar meiner Einmachrezepte. Fangen wir also an:

Mariniertes Grillgemüse

Paprika - egal welche Farbe
Zucchini
Auberginen
Knoblauch
Olivenöl

Die Paprikaschoten halbieren, die Kerne entfernen und mit der Schnittfläche nach unten auf ein Backblech legen. Solange unterm Backofengrill brutzeln lassen, bis die Haut schwarze Blasen wirft. Aus dem Rohr nehmen und mit einem nassen Küchenhandtuch abdecken. Abkühlen lassen und die Haut abziehen (so wie bei einer Pellkartoffel)

Zucchini und Auberginen waschen und in ca.1 cm dicke Scheiben schneiden. In einer sehr heißen Grillpfanne (mit etwas Öl darin) von beiden Seiten anbraten, bis das typische "Grillmuster" zu sehen ist. Aus der Pfanne nehmen und den in kleine Würfel geschnittenen Knoblauch darin anschwitzen.

Die Gemüsesorten (incl. Knoblauch) lagenweise in ein Einmachglas schichten und mit Olivenöl bedecken. Bis zum Rand sollten noch ca. 2 cm Platz sein.

Bei 160º C (Umluft) ca. 30 Minuten im Backofen sterilisieren und langsam im Backofen abkühlen lassen. Das Gemüse hält in den verschlossenen Gläsern mehrere Monate und ist eine schnelle Vorspeise, ein kleiner Happen zum Aperitif, schmeckt supergut in einem schönen, langsam geschmorten Rindergulasch und das Öl, mit seinem intensiven Gemüse-Knoblauch-Aroma, ist perfekt, um Lammkoteletts & Co. zu braten...

Eingelegte Champignons

Champignons (oder andere essbare Pilze), geputzt und ggf. halbiert
glatte Petersilie, grob gehackt
Balsamico-Essig (ruhig der Dunkle)
Salz, Pfeffer, Zucker
ein klein wenig Öl zum Anbraten

Öl erhitzen und die Pilze darin anbraten. Sie sollen nach Möglichkeit von allen Seiten schön braun sein. Die Petersilie hinzufügen und mit Balsamico begießen. Mit Salz, Pfeffer und einer gehörigen Portion Zucker abschmecken. In Einmachgläser füllen und ebenfalls für ca. 30 Minuten im 160º C (Umluft) heißen Backofen verweilen lassen. Langsam im Backofen abkühlen lassen und ins Vorratsregal stellen...

Die Pilze sind eine wunderschöne Ergänzung zu (fast) jeder mediterranen Vorspeisenplatte, sind in Parma- oder Serranoschinken gewickelt einfach nur lecker oder schmecken "einfach so" zum Butterbrot...

Möhren & Zucchini im Currysud

Möhren in ca. 4-5 cm lange, fingerdicke Stifte geschnitten
Zucchini mitsamt Schale, ebenfalls in fingerdicke und gleich lange Stifte geschnitten
Currypulver
Senfkörner
Weißer Essig (ein ganz normaler 08/15-Essig - es muss nicht der Teuerste sein) und Wasser im Verhältnis 2:1
Zucker

Möhren und Zucchini kurz blanchieren und kalt abschrecken. In der Zwischenzeit einen Sud aus der Wasser-Essig-Mischung, Currypulver, den Senfkörnern und dem Zucker kochen. Dabei bleibt es einem jeden überlassen, wie viel Curry und/oder Zucker genommen wird - wenn einem der Sud schmeckt, schmeckt einem das Gemüse hinterher auch... Das Gemüse in Einmachgläser füllen und mit dem heißen Sud begießen. Bei 160º C (Umluft) ebenfalls ca. 30 Minuten sterilisieren und langsam im Backofen abkühlen lassen. Es schmeckt gut statt der Gewürzgurke zum Abendessen oder aber kleingehackt als saure Zutat in einem Eier-, Reis-, Hühner- oder Nudelsalat...

Kräuterpesto

Alle Kräuter, die reif sind und "weg" müssen. Schnittlauch, Rucola, Petersilie, Basilikum, Oregano, Majoran, Dill, Liebstöckel, etc. pp - halt einfach alles, was da ist.

Knoblauch
geriebener Parmesan
in einer trockenen Pfanne geröstete Pinienkerne (oder alternativ geröstete Mandelstifte /-splitter - die sind etwas günstiger)
Salz, Pfeffer
Olivenöl

Kräuter, Knoblauch, Pinienkerne oder Mandeln und Öl in einer Moulinette super fein häckseln - es soll recht dickflüssig sein. Parmesan hinzufügen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. In ein Schraubglas umfüllen, mit einer Schicht Öl begießen und in den Kühlschrank stellen. Das Pesto hält so ca. 10 - 14 Tage, ist eine leckere und ganz fixe Nudelsauce, ein schneller Aufstrich fürs geröstete Brot - man könnte auch Bruschetta dazu sagen - und ist mit etwas saurer Sahne oder Frischkäse vermengt eine leckerer Dip für die Rohkostplatte...

Salzzitronen

Zitronen, ungespritzt
Je 1 gehäufter Teelöffel Salz & ½ Teelöffel Zucker pro Zitrone

Zitronen vierteln, mit Salz und Zucker einreiben und in ein Einmachglas schichten. Für 4 Wochen an einen kühlen und dunklen Platz stellen, dabei aber nicht vergessen, das Glas an jedem Tag umzudrehen. Montag steht es auf dem Kopf, Dienstag wieder normal herum, Mittwoch ist Kopfstand, etc. pp.

Innerhalb dieser Zeit verlieren die Zitronen ein wenig ihre Farbe und es bildet sich eine leicht sirupartige Flüssigkeit.

Diese Zitronen schmecken superlecker als Aromageber in einem Grillhähnchen (einfach eine oder zwei Zitronen in den Bauch stopfen und die Haut mit dem Saft bepinseln) oder eignen sich hervorragend, um im Bauch eines Fisches für Geschmack zu sorgen.

Auf dem Inselchen gibt es bestimmt den einen oder anderen Zitronenbaum, der unter der Last der Früchte zusammenbricht - wir kaufen eher einen Beutel zu 3 kg und legen diese ein...

Gutes Gelingen und "Enjoy!"





04.09.2010, Samstagmorgen - ein paar Minütchen nach 7 - der Himmel ist blau

Der Mann in den Bergen

Erinnert sich noch jemand an James Adams, Ben den Bären, Esel Nr. 7, Mad Jack und Nakoma, den man damals noch Indianer nennen durfte? Nein? Nun, vielleicht hilft ja das Filmchen oder "Maybe" ein wenig weiter - Oh boy! Wie gerne habe ich die Serie damals geschaut - vielleicht mag ich die Bären ja deswegen so sehr. Ich fand "Ben"jamin Franklin einfach nur klasse und hätte damals am liebsten auch einen gehabt...

Derzeit muss ich immer wieder an James Adams & Ben denken, wenn die Geschichte mit den "Marihuana-Wachbären" in den Nachrichten auftaucht. Zuerst hieß es, dass alle Tiere getötet werden müssen / sollen, weil sie zu sehr domestiziert seien. Da gab es einen großen Aufschrei und Proteste in der Bevölkerung und man nahm Abstand von dieser "Lösung". Jetzt tauchte ein Video des Mannes auf, der "seine" Bären füttert und von den aktuellen Entwicklungen in Sachen Bärenzukunft berichtet. Dass dabei ein Waschbär auf seiner Schulter saß und sich von dem Mann kuscheln ließ, ist nur ein (für mich) amüsanter Nebeneffekt - die Wildhüter finden das alles andere als "toll".

Ich kann es jedenfalls nur begrüßen, dass die Tiere nicht eingeschläfert werden und zudem bis zum bevorstehenden Winterschlaf einfach so weiterleben dürfen wie bisher - was danach geschieht, wird man sehen. Warum lässt man die Tiere nicht einfach dort und macht eine Art Bärenpark oder sonst was aus der ganzen Sache? Die Tiere sind an Menschen gewöhnt und es wird wohl ziemlich schwer sein sie wieder in wilde Tiere zu verwandeln. Der Kleinzoo und ich spenden auch ein paar Erdnüsse und Vogelfutter...

Wann gehen wir einkaufen?

Ich weiß, in Deutschland oder ganz vielen anderen Ländern würde sich diese Frage überhaupt nicht stellen. Samstag, Sonntag und ein Feiertag am Montag - da ist es doch vorprogrammiert, dass sich am Samstag lange Schlangen an Metzgertheke und/oder Kasse bilden. Hier ist dies aber nicht so. Im Gegenteil. Mit Sonderangebots-Specials versucht man die Kunden in die Läden anstelle der Pampa zu locken. Einer unserer Stammsupermärkte (der "Extra Foods" in Squamish) bietet den Käufern beispielsweise am Samstag und Sonntag einen steuerfreien Einkauf an. Also nix da mit 12% "HST" für alle "non-food"-Artikel, wie z.B. Seife, Waschmittel, Duschgel, Rasierklingen, Toilettenpapier, Taschentücher, Küchenrollen, Reinigungsmittel, Tierfutter, Nivea-Creme (ja, die gibt's hier auch), Kopfschmerztabletten und alles andere, was man zwar im täglichen Leben benötigt, aber halt nicht unbedingt durch den (menschlichen) Verdauungstrakt wandert. Am Montag, dem hiesigen "Tag der Arbeit", bieten sie 15% Rabatt auf die ersten 100 Dollar Kaufsumme an. Wer für 50 $ einkauft, bekommt 12 % und bei 25 % Mindesteinkauf springen immer noch 10% heraus.

Nun, wir haben uns für den steuerfreien Einkauf entschieden, werden heute alles mögliche auf Vorrat kaufen und es uns in den Keller legen. Der nächste Winter kommt bestimmt und (nicht nur dann) kann man unsere Vorratsregale mit einem Tante Emma-Laden verwechseln - wir könnten ja mal eingeschneit sein, eine Lawine blockiert den Highway, die Fluten umspülen das Haus, es ist "Blackice" oder oder oder. Ich nenne unseren Keller übrigens auch so - "Tante Emma" - "Schatz, ich geh mal eben zu Tante Emma..." Wenn ich dann so mit meinem leeren Leergutkorb in der Hand vor den Regalen stehe und überlege, was ich denn mal Schönes kochen könnte, die Zutaten aus der "Obst- und Gemüseabteilung "incl. Kartoffelkiste, der Gefriertruhe und den Regalen mit Einmachgläsern, Dosen, Nudelpackungen & Co. in meinem Korb verstaue, dann fehlt eigentlich nur noch die Kasse am Ausgang bzw. der Tür zur Diele... ;-)



03.09.2010, Freitagmorgen - die Sonne scheint - ein langes Wochenende

"Biodiversity"

Dass ich einmal darüber schreiben würde, hätte ich nicht gedacht. Ich bin bekanntlich kein "Öko", das letzte Paar noch verbliebener Birkenstocks landete auch vor kurzem im Müll und ob es nun 600 oder 1000 verschiedene Ameisenarten gibt, ist mir persönlich herzlich egal. - Jetzt finden mich bestimmt ganz viele Leute blöd, aber man kann ja nicht jedem gefallen... ;-) - Grillen finde ich nicht unbedingt attraktiv, das Zirpen im Garten finde ich aber ganz nett und würde es wahrscheinlich vermissen, wenn es nicht zu hören wäre. Irgendwie gehört dieses Geräusch doch zu einem Sommerabend auf der Terrasse, oder? Fledermäuse gehörten für uns "früher" auch dazu und wir haben hier immer wieder Ausschau nach ihnen gehalten, allerdings keine einzige "bat" entdecken können. Und was stand gestern in unserer Zeitung? In Whistler gab es nun zum ersten Mal seit 1944 eine Fledermaus-Zählung. Es sollte bei dem Projekt herausgefunden werden, wie sich der teilweise Kahlschlag der Wälder und die Urbanisierung auf die Bestände und Artenvielfalt auswirkt bzw. hier ausgewirkt hat. Was kam dabei heraus? Es sind noch alle da. Fünf verschiedene der fliegenden Mäuse hat man gefunden - dabei ist unter anderem die Keen's Myotis, nach der sie vor allem Ausschau gehalten haben. Was an der so toll ist, vermag ich nicht zu beurteilen - die Forscher waren jedenfalls entzückt welche davon gefunden zu haben.

Wer mehr über das, was hier kreucht und fleucht erfahren möchte, findet hier alles mögliche rund ums Thema "Whistler - Biodiversity"...

Oh oh, die Provinzregierung steht ganz schön unter Druck

Und das hat mit der Einführung der HST, der "Harmonized Sales Tax" zu tun, die wir hier seit dem 1. Juli berappen dürfen. Anstelle der 5%igen GST sind nun 12% auf die meisten Artikel und Dienstleistungen zu entrichten, wogegen es "earlier this year" eine große Unterschriftenaktion gegeben hat. Der "Chef-Revoluzzer" Bill Vander Zalm, seines Zeichens ehemaliger Premierminister der Provinz, hatte mit dieser Aktion bislang Erfolg. Es wurden genügend Unterschriften gesammelt - eigentlich sogar mehr als erforderlich - eine Gericht hat diese Petition auch für gültig erklärt, "BC Elections" hat die Listen kontrolliert und festgestellt, dass alles in schönster Ordnung sei und nun ist es am Parlament bzw. dem jetzigen Premier Gordon Campbell, die Einführung der Märchensteuer rückgängig zu machen, indem erneute Lesungen im Parlament einberufen werden, etc. pp. Nun, Gordon will das aber nicht. Er möchte die HST beibehalten - um jeden Preis.

Jetzt sind einige Menschen hingegangen und haben auch die Ausübung des "Right of Freedom and Information"-Gesetzes gepocht, welches einen jeden Bürger dazu berechtigt alle Dokumente (Gerichte, Parlament, Ministerien, Stadtverwaltung oder weiß der Kuckuck was es sonst noch alles gibt) einzusehen und auch Kopien davon zu erhalten. Dabei kam heraus, dass der liebe Gordon die Wähler kurz vor der Provinzwahl im vergangenen Jahr mal so richtig schön angelogen hat. Er hat beteuert, hoch und heilig versprochen und geschworen, dass es keinerlei Planungen über die Einführung einer solchen Steuer gäbe, diese nicht kommen werde, usw. usf.

Ein jeder wird jetzt sicherlich schon wissen, worauf ich hinaus will. Richtig, genau das hat aber stattgefunden. Der interne Schriftverkehr des Premiers mit dem damaligen und immer noch Finanzministers BC`s zeigt schwarz auf weiß, dass die Einführung beschlossene Sache war, die aufgrund der damaligen und immer noch aktuellen Mehrheitsverhältnisse, nur durchgewunken werden musste. Die Opposition geht natürlich hin und fordert den sofortigen Rücktritt der Regierung incl. Neuwahlen. Was sollte sie auch sonst machen? Deren Umfragewerte steigen - die anderen sinken so richtig schön in den Keller. Ach ja, ich sollte vielleicht noch sagen, wie die hiesige Regierungspartei genannt wird: "The Liberals" - na Mathias, wie würde das "Deine" FDP finden? - Die ist doch auch gerade eher zu Tode betrübt anstatt himmelhochjauchzend und krebsen an der 5% Marke herum... ;-)



02.09.2010, Donnerstagmorgen um 7 - wir haben tropische 9 Grad

Die Sonne ist wieder da!

Das wäre ja auch noch schöner, wenn wir Anfang September bereits im grauen und nasskalten Herbst versänken. Nee, sowohl Petrus, als auch Frau Holle und die anderen Wettergötter dieser und anderer Welten ließen den Frosch wieder die Leiter hinauf klettern und wir können nochmals unsere Nasen gen Sonne strecken - vielleicht werde ich ja doch noch braun... ;-)

Tja, und als mein Hund und ich gestern Nachmittag bei schönstem Sonnenschein und angenehmen 24 Grad zur Runde aufbrachen, kamen wir an einem Schild am Straßenrand vorbei. "Local honey & Veggies - no spray" vorbei, das noch dazu hübsch mit ein paar Blumen dekoriert war. OK Hund, auf dem Rückweg biegen wir mal in die Strasse ein und schauen, ob unser Lieblings"supermarkt" in den Pemberton Meadows Konkurrenz bekommen hat. Gesagt, getan. Wir haben einen kleinen Tisch am Straßenrand entdeckt, der die unterschiedlichsten Kartoffelsorten und ohne Ende Zucchini anzubieten hatte. Ein Schild mit der Aufschrift, dass der Honig im Haus sei, war ebenso vorhanden wie eine kleine Dose, in die man bitte das Geld hineinwerfen solle. Für die Kartoffeln war der Preis vorgegeben - für die Zucchini solle man soviel geben, wie sie einem wert seien. OK, da haben wir schon mal einen Unterschied zum "Honour Stand". Dort kostet eine Zucchini grundsätzlich einen Dollar - allerdings sind dort die Kartoffeln etwas günstiger - man hat aber auch 40 km Hin- und Rückfahrt, die man ja auch rechnen muss, wenn man es nicht gerade als Ausflug deklariert und unter "Freizeitvergnügen" verbucht. Den Honig musste ich auch nicht lange "im Haus" suchen - während ich die Auslage betrachtete kam eine halbwegs junge Frau (OK, das ist alles relativ), sagen wir also "eine Frau ungefähr meines Alters" ;-) zu mir und ich habe sie einfach danach gefragt - wer geht denn schon gerne einfach so in ein fremdes Haus, um Honig zu suchen? Ich nicht... - Ja, sie hätte Honig, eher flüssig oder eher cremig in Gläsern zu 500 ml (für 10 Dollar) oder einem Liter (für 20 Dollar). Nun, tasten wir uns mal langsam heran und nehmen erst einmal ein Glas der flüssigeren Variante für 10 Dollar und wenn der gut schmeckt, dann kann man immer noch nachkaufen. Die Frau strahlte, als ob ich ihre kompletten Vorräte aufgekauft hätte, drückte mir noch 6 (nestwarme) Eier in die Hand und von all den Sachen haben wir gestern Abend köstlichst gespeist. Aus den Zucchini haben wir "Puffer auf türkische Art mit einem Knoblauchjoghurt" gemacht, die Kartoffeln mutierten in so schrumpelige, völlig versalzende Dinger, die man auf dem kleinen Inselchen auch ab und zu einmal zu sich nimmt - das habe ich mir jedenfalls sagen lassen ;-) - und um das Ganze dann noch abzurunden, gab es Ziegenkäse im Speckmantel auf einem Honigspiegel und ein paar eingelegte Oliven & mariniertes Grillgemüse. Mmmmmmh! Yummy yummy! Einfach nur lecker...

Wie war das mit dem Hungerstreik, den auf dem Inselchen niemand machen möchte, weil alle gerne essen? Nun, solche Menschen gibt es auch hier - bei mir muss schon viel passieren, dass ich die Nahrungsaufnahme verweigere... ;-)

Ingredienzien für einen leckeren Mohnkuchen fand man übrigens im Großraum Vancouver - genauer gesagt in North Delta. Die Polizei beschlagnahmte 3.600 Mohnkapseln, 15 kg Mohnsamen, sechs Kilogramm Dodapulver, diverse Maschinen und Bargeld, das wahrscheinlich vom Kuchenverkauf stammt.

Wer aufmerksam mitgelesen hat, wird sich denken, dass Dodapulver nicht das kanadische Wort für ein Backtriebmittel, sondern eher in der Drogenszene zu finden ist. Tja, und weil diese ganzen Mohnkapseln, der Samen, die Maschinchen etc. pp. nicht in einer Bäckerei sondern in einem Blumenladen gefunden wurden, löse ich mal auf, dass es sich wieder einmal um Schlafmohn handelte. In der letzten Zeit taucht aber ganz schön viel davon auf - ich fange dann mal an zu gähnen und denke darüber nach einen Mohnkuchen zu backen - einen "Richtigen" mit schönen leckeren Streuseln obendrauf. Mmmmh... Nee, so'n Hungerstreik würde ich nicht machen... ;-)




Die musste ich einfach kaufen




01.09.2010, Mittwochmorgen - man kann schon wieder kleine Fitzelchen blauen Himmels sehen

Die Sommerferien sind hier noch nicht ganz zu Ende...

... und dennoch hat der Vorverkauf der Skipässe am Montag begonnen...

Pünktlich zum Verkaufsbeginn hatten auch die Berggipfel den ersten Puderzuckerschneeüberzug von Frau Holle verpasst bekommen und die ersten "Season Passes" sollen auch schon verkauft worden sein. In diesem Winter ist man im Vorverkauf bis zum 12. Oktober mit 1.349 $ (plus 12% HST) für unbegrenztes Schneevergnügen dabei - danach darf man 1.699$ (plus 12 % Umsatzsteuer) berappen.

Wir werden auch in dieser Saison wieder "Edge Cards" kaufen, die allerdings nur Menschen mit Wohnsitz in Canada oder Washington State erwerben können. Diese Karten sind für 1, 3, 5 oder 10 Tage erhältlich und sind deutlich günstiger, als wenn man ein Tagesticket für 93 $ plus Steuern am Seilbahnschalter löst. Eine Saisonkarte lohnt sich für uns einfach nicht - wir gehen nicht jeden Tag auf den Berg - und schon einmal gar nicht rund um Weihnachten / Neujahr, wenn der Ort wieder aus allen Nähten platzen wird.

Wer mag findet hier alle Informationen rund um die Skipässe...

Der "Winter Bus Service" wird ebenfalls zum Saisonstart am 25. November beginnen. Dann fahren die Busse wieder im wenige-Minutentakt kreuz und quer durch den Ort, sammeln Snowboarder und Skifahrer ein und bedienen auch Routen, die im Sommer eher stiefkindlich behandelt werden. Die Busse kann man mit einem gültigen Skipass / Tagesticket übrigens kostenlos nutzen - aber das sei nur am Rande bemerkt.

Ansonsten bereiten wir uns langsam aber sicher auf das kommende lange Wochenende vor. Am Montag ist "Labour Day", offizielles Ende des Sommers und es werden noch einmal die Massen in die Pampa strömen, um sich den Outdoor-Vergnügen hinzugeben. Das Wetter soll auch wieder besser werden, so dass die Hardcore-Camping-Freaks wohl mit trockenen Socken und Sonnenschein rechnen können.

Wer sich aber lieber nicht von den (zum Glück immer weniger werdenden) Mücken zerstechen lassen möchte, der kann ganz viel Musik unterschiedlicher Künstler beim Live at Squamish lauschen (Achtung, es geht Musik an, wenn man den Link anklickt), oder einen oder mehrere Events in Whistler besuchen, die von Theater & Comedy zu allem Möglichen in Sachen Fahrradfahren, einem Triathlon der besonderen Art und weiß der Kuckuck was sonst noch reichen. Ich bin schlicht und ergreifend zu faul alles aufzuzählen. Eines steht jedenfalls fest: es wird etwas für jeden Geschmack geboten und das Ort wird alles andere als leer sein...

In Pemberton kann man am sich am kommenden Wochenende ganz viele Oldtimer anschauen. Beim alljährlichen "Show and Shine" werden wieder mehrere Hundert Autos am Community Centre zu bestaunen sein und natürlich gibt es auch ein Programm für den lieben Kleinen, wenn der Herr Papa mal wieder zu lange die auf Hochglanz polierte Chromstoßstange betrachtet.

Aber nach diesem Wochenende mit all seinen Aktivitäten ist noch lange nicht Schluss mit lustig. Auch danach wird es noch das eine oder andere Spektakel geben - mehr dazu zu gegebener Zeit...



31.08.2010, Dienstagmorgen - die Wolken hängen bis ins Tal

Gestern trugen hier die Gondeln Trauer…

... aber nur bis zur Wiederauferstehung...

Ich spreche wieder einmal in Rätseln - also fange ich mal lieber an Anfang an. Nachdem der "Tagesbericht" zum Inselchen geschickt wurde, bin ich gestern wie an jedem Tag mit dem Wauzi auf die Morgenrunde gegangen. Bei unserer Rückkehr lag dann unerfreulicherweise ein totes Eichhörnchen auf der Strasse vor unserer Einfahrt. Oh nein! Bitte nicht! Freddy!!!

Mein Hund hat auch sofort den Ernst der Lager erkannt und hat entgegen sonstiger Gewohnheiten nicht sofort sein frisch gekochtes Frühstück haben wollen. Nein, ganz im Gegenteil. Er ging sofort in sein Körbchen, kringelte sich zusammen und schaute traurig über den Rand zu mir. Ja, ich gebe zu, dass ich auch nicht gerade fröhlich drein geschaut habe - eher das Gegenteil - so dass sowohl Hund als auch beide Katzen meinten mich trösten zu müssen...

Aber das arme Tier da draußen auf der Strasse konnte ja nicht dort liegen bleiben, also habe ich erst einmal in Schatzemann's Werkstatt nach einer geeigneten Holzbox gesucht - und auch gefunden. Die darin befindlichen Nägel wurden kurzerhand in einem Eimer gelagert - er kann sich ja eine neue Kiste bauen. Ich brauchte nun einmal einen Sarg... Der nicht mehr unter den Lebenden weilende Squirrel wurde in die Box gebettet, es kamen ein paar Erdnüsse mit hinein (ja, manchmal bin ich komisch, ich gebe es zu) und ab ging es mit Holzkiste und Spaten bewaffnet in den Wald hinterm Haus, wo das Tier seine ewige Ruhe gefunden hat.

Nun, als ich dann todtraurig meiner Arbeit nachging und vom Schreibtisch aus in den Vorgarten schaute, flitzte dort auf einmal ein Eichhörnchen, das in klassischer Freddy-Manier einen Tannenzapfen trug, vorbei. Freddy??? Ich bin natürlich sofort mit ein paar Erdnüssen bewaffnet nach draußen gestürmt, der fleißige Sammler war aber weg. An Arbeit war nicht mehr wirklich zu denken, stattdessen war ich vielmehr damit beschäftigt nach dem potentiellen Freddy Ausschau zu halten. Ein paar Stunden musste ich mich aber noch gedulden, bis das typische "Freddy-Gemecker" zu hören war, als Nachbars Katze ihn mal wieder jagen wollte. Oh Mann, war ich erleichtert und habe mir nur gedacht, für wie bekloppt mich nun viele Menschen halten werden. Es ist ja "nur" ein Eichhörnchen, allerdings eines, dass handzahm ist, auf seinen Namen hört und - jedenfalls für mich - zur Familie gehört. Das "anonyme Eichhörnchen" hat immerhin ein ordentliches Begräbnis bekommen und ich habe Freddy noch mehr Nüsse und Sonnenblumenkerne als sowieso schon zum Abendessen gegeben...

Wir haben aber auch noch komplette neue Mitbewohner, bzw. Mitesser bekommen. Zwei Streifenhörnchen ("Chipmunks") haben uns bzw. das Vogelfutter für sich entdeckt und rasen nun den Hang hinauf und hinab, machen es sich in und auf Freddys Haus am Baum gemütlich und laufen auch nicht mehr weg, wenn der Vogelfutterregen auf sie herab prasselt. Unsere beiden Katzen finden "die Neuen" jedenfalls höchst interessant und verlassen derzeit nur selten die Fenster Richtung Wald. Die beiden bekommen wir auch durch den Winter...

Und was es hier sonst noch alles zu berichten gibt folgt morgen...




Das ist eher ein Suchbild, sie sind aber auch winzig





30.08.2010, Montagmorgen - wir können mit aktuellen sonnigen 5 Grad aufwarten...

Pünktlich zum Schulanfang in NRW...

... schreibe ich doch mal etwas über die Whistler University.

Es gibt einen Menschen, dem gehören ca. 31 Hektar Land entlang des Highways zwischen Function Junction und der Alpha Lake Road. Dieses Grundstück ist derzeit bewaldet und aufgrund der Bäche, die hindurch fließen, ist dort zum Teil auch "Wetland" zu finden. Das Grundstück hatte von Anbeginn an ein "Residential Zoning" für 4 Einfamilienhäuser. Nun, große Einfamilienhäuser. Solche, in denen man sich verlaufen kann.

Dieser Mensch kam nun auf die Idee, dass es doch eine gute Sache wäre auf diesem Gelände eine kleine Universität für 1200 oder ein paar mehr Studenten zu bauen. Der Schwerpunkt soll - wie sollte es in einem Urlaubsgebiet auch anders sein - im Tourismusbereich liegen.

In der Zukunftsvision "Whistler 2020" ist auch der Bau eines solchen Bildungsetablissements vorgesehen. Es wäre also eigentlich ganz toll, wenn jemand hinginge und dies auch wirklich in die Tat umsetzte. - Wäre da nicht mal wieder der Bürgermeister. Der will diese Universität nicht - jedenfalls nicht dort. Aber dieser kleine Napoleon will ja auch auf gar keinen Fall eine Privatschule für Kinder reicher Leute in Pemberton. Anscheinend hat der gute Ken etwas gegen intelligente Mitmenschen... ;-)

Anyway, der investitionsfreudige Grundstücksbesitzer ist nun hingegangen und hat verkündet, dass er diese Fläche so oder so zu bebauen gedenkt. Wenn sein Antrag auf "Re-Zoning" nicht zu seinen Gunsten entschieden wird, dann bebaut er diese 31 Hektar Land halt mit den vier Häusern. Er sei es satt immer wieder Vorschläge zu unterbreiten, die Stadtrat und Bürgermeister aber allesamt nicht in den Kram passen.

Das gefällt dem Buergermeister aber auch nicht. Er geht nun hin und droht dem Menschen mit dem dicken Bankkonto, dass er ein Grundstück auch "down zoning" könnte. Sprich: es wird die Widmung als Bauland entzogen und dann könnte er sehen, wo er mit seinem Bauvorhaben bleibt.

Wir warten ab, was die Zukunft bringen wird. Die "Story" ist ganz bestimmt noch nicht zu Ende. Auf der Fläche wird derzeit jedenfalls eine grobe Infrastruktur geschaffen. Bagger und Bulldozer sind im Einsatz und Karl der Käfer wurde nicht gefragt...

Noch ein Wal

Gestern tauchte an der English Bay nahe Vancouver wieder ein Grauwal auf. Ob dieses stolze Tier auch so lange bleiben wird oder gar ebenfalls in den Howe Sound schwimmen wird, müssen wir abwarten. Heringe wären ja genügend vorhanden... ;-) Hier kann man sich den CTV-Bericht ansehen.

Und ganz zum Schluss noch einer meiner Lieblings-Werbespots in Sachen Schulanfang. Sämtliche schulpflichtigen Zeitgenossen werden mich nun hassen. - In diesem Sinne: Leonie und Jakob, habt einen guten Start ins neue Schuljahr!!! Ich kenne auch schon Eure Stundenpläne... ;-)



29.08.2010, Sonntagmorgen - kurz nach 7 - Sieben (!) Grad...

Es wird definitiv Herbst

Ach ja, der Sommer scheint vorbei zu sein. Die Temperaturen kommen nicht mehr über 25 Grad hinaus, die ersten Blätter verfärben sich und morgens ist auch der eine oder andere Frühnebel zu erleben. In diesem Jahr sind wir verdammt noch mal früh dran. Angeblich soll es hier alle 5 Jahre so sein - ok, vor fünf Jahren waren wir noch nicht hier und können folglich nicht mitreden. Och nöh, ich will noch keinen Herbst! Dann ist es auch so schnell Winter, es ist kalt und rutschig und...

Für die Bären, die sich noch um ihren Winterspeck kümmern müssen, ist die aktuelle Wetterentwicklung auch alles andere als erfreulich. Die Beeren in den höheren Lagen werden nur zu ca. 60% heranreifen und es ist davon auszugehen, dass sie sich ihr Futter im Tal suchen werden. Im Forstweg am Green River, wo Leo und ich nachmittags meist spazieren gehen, hat aber ein Mensch Erbarmen mit den Tieren. Jeden Tag findet man dort frisches Obst und Gemüse, welches am darauffolgenden Tag immer ratzeputz weg gefuttert ist - einzig eine Wassermelonenschale lässt noch auf einen vergangenen Festschmaus schließen. Der Forstweg liegt zwischen zwei Golfplätzen, die beide ausgezeichnete Restaurants ihr eigen nennen, und so, wie die Lebensmittel aussehen, sind es Reste aus den Küchen. Wer schneidet schon Tomaten oder Erdbeeren in Scheiben, um sie an die Tiere im Wald zu verfüttern? Ich nicht...

Wir haben gestern aber auch die ersten 18 kg Vogelfutter gekauft und zum Teil im Wald hinterm Haus verstreut. Es ist schier unglaublich, wie schnell die Piepmätze dahinter gekommen sind und es sich - sehr zur Freude unserer beiden Katzen am Fenster - an den Sonnenblumenkernen, Weizenkörnern, Maisstückchen & Co. haben schmecken lassen.

Für unsere Vögel ist also gesorgt und sie müssen sich keinerlei Gedanken darüber machen, wie sie über den Winter kommen werden. Für die Zugvögel mit Flügeln oder auf zwei Beinen ist aber die Zeit gekommen sich Gedanken über wärmere Gefilde zu machen. Nun, wir kommen aufgrund unseres Kleinzoos nicht dazu in die Sonne zu düsen, was wir aber auch nicht bedauern. Wir haben uns für unsere Tiere entschieden und haben kein Problem mit gewissen Einschränkungen in Sachen Mobilität. Schließlich leben wir dort, wo andere Menschen Urlaub machen. Warum sollten wir uns also beschweren? Wir haben doch alles vor unserer Tür - und wenn es kalt und ungemütlich ist, dann machen wir einfach Heizung und Kamin an... ;-)

Aber es gibt ja noch die ungebundenen Zugvögel auf zwei Beinen, die sich derzeit bestimmt schon Gedanken um ihre (zeitweise) Überwinterung machen. Ich kann da so'n kleines Inselchen im Atlantik empfehlen, das zwar manchmal ganz schön ruppig daher kommt, nicht unbedingt einfach zu erreichen ist (ich sage nur "Wind"), wo man sich aber mal für eine Woche oder zwei die Sonne auf die Nase scheinen lassen kann (wenn sie denn scheint). Wir haben auf diesem Inselchen immer gut gespeist, haben leckeren Wein getrunken und (fast) jeden Abend der Sonne beim Untergehen zugesehen. Ganz so wie auf einer anderen Insel, die ich sehr mag. Diese liegt allerdings im Pazifik und ist von Europa aus nicht mal eben erreichbar. Beide Inseln sind wunderschön grün. Beide Inseln können Vulkane aufweisen. Auf beiden Inseln laufen Geckos durch die Gegend. Beide Inseln sind ähnlich groß. Beide Inseln haben nicht wirklich gigantische Strände. Beide Inseln sind fruchtbar und blühen was die Pflanzen hergeben und beide Inseln haben mich für sich eingenommen.

Welche die andere Insel ist wollen jetzt alle wissen? OK, ich verrate es. Die andere Insel ist Tahiti. Dieses Inselchen der Gesellschaftsinseln mag ich auch. Sehr sogar. Und drum gibt es heute als Sonntagsrezept:

Eine polynesisch-palmerisch-kanadische Begegnung

Eigentlich wird für dieses Rezept Mahi-Mahi verwendet, der auf Tahiti jeden Tag fangfrisch zu kaufen ist. Ich weiß aber aus eigener Erfahrung, dass es äußerst schwierig ist, diesen Fisch in Europa zu bekommen - ich habe mir "damals" die Hacken danach abgelaufen. Als Alternative eignen sich aber frischer Thunfisch, Schwertfisch oder Lachs, auch wenn es dann nicht so richtig authentisch ist. Tja, und weil wir hier derzeit nun einmal eine kleine Lachsschwemme haben, bereiten wir ihn kurzerhand mit Sockeye Salmon zu - der ist wenigstens durch denselben Ozean geschwommen.

Mann/Frau/Kind nehme:

400 g frisches Lachsfilet ohne Haut und Gräten (!), in Würfel oder Streifen geschnitten
Saft von 5 Limonen
2 kleine Zwiebeln, in feine Ringe geschnitten
1 kleine Salatgurke, geschält, entkernt und in feine Scheiben geschnitten
2 Tomaten, fein gewürfelt
2 Möhren, geraspelt
300 ml Kokosmilch
Salz, Pfeffer

Fisch mit Limonensaft und etwas Salz vermengen und im Kühlschrank für ca. 15 Minuten "garen" lassen. Den "Fisch-Limonen-Saft" wegkippen. Mit den Gemüsewürfeln und der Kokosmilch vermengen und mit etwas Salz und Pfeffer würzen. Nochmals ein paar Minuten durchziehen lassen. Fertig!

Ich weiß, es klingt ganz sonderbar - wenn nicht gleich ekelig - da "roher" Fisch - noch dazu in Kokosmilch. Auf Tahiti habe ich mich aber des Besseren belehren und mir die Zubereitung beibringen lassen. Der Fisch "gart" im Limonensaft und durch die Kokosmilch bekommt das Gericht halt sein typisches Südseeflair - hier kann man sich diese höchst "komplizierte" Zubereitung auch anschauen (auch wenn die Möhren bei diesem Chefkoch fehlen). Tja, und wer das nicht nach-"kochen" kann, der lässt auch Wasser anbrennen... ;-)

Gutes Gelingen und "Enjoy!"

Ach ja, hier ist als Dessert noch ein "schönes", allseits bekanntes, tahitianisches Lied zu finden. Genau diese CD haben wir übrigens auch und wenn mich wieder einmal das Fernweh packt, dann läuft sie manchmal auch im kanadischen Wald. Ich gebe es zu... ;-)



28.08.2010, Samstagmorgen - bei uns wird es nicht heiß

Noch mehr Fischchen als erwartet

Gestern wurden die hochoffiziellen - aber immer noch geschätzten Zahlen - der Sockeye Salmons im Fraser River korrigiert. Wie man der Überschrift entnehmen kann, nach oben korrigiert. Mittlerweile rechnet man mit 30.000 Millionen Rückkehrern der vor vier Jahren geschlüpften schwimmenden Zeitgenossen. Mannomann bzw. Fischofisch - das ist aber eine ganz schöne Menge! Drum sind wir kurzerhand hingegangen und haben gestern Abend Lachs in die Pfanne gehauen - allerdings einen, den ich in der vergangenen Woche gekauft und eingefroren hatte. Platz in der Truhe für viele, ganz viele und noch mehr viele Lachse habe ich auch geschaffen, der "Bradley Smoker" hat noch genug Räuchermaterial und heute fahren wir nach "da unten", wo wir diese Köstlichkeiten - selbstverständlich mit Kühlboxen bewaffnet - kaufen werden.

An der Fisherman's Wharf auf Granville Island strömen jedenfalls schon die Massen auf zwei Beinen zu den Fischerbooten und schleppen den Fang von dannen. Lt. gestrigem Fernsehbericht bekommt man einen Lachs für 15 - 20 Dollar und es ist davon auszugehen, dass die Preise noch ein wenig fallen werden. Aber, hey! Die Fische sind angeblich ca. 4 lb. schwer, und würden auf den Großmarkt nicht mehr als 4 oder 5 Dollar einbringen - da muss man als Kunde kein schlechtes Gewissen haben, wenn ein Exemplar für 10 oder 15 Dollar über die Reling geht, oder?

Ich denke aber schon mal ein wenig weiter - auch wenn bisher keiner der Sockeyes bei uns zuhause angekommen ist: Zuerst gibt es Graved Lachs, schön mit Honig-Dill-Sauce, etwas Sahne-Meerrettich und knusprigem Baguette. Gibt es etwas Schöneres als Vorspeise oder mit einem knackigen Salat zum Lunch? Räuchern müssen wir sie selbstverständlich auch, als Lachstatar mit Sauerrahm werden sie zum Reibekuchen/Rievkoche/Kartoffelpuffer/Reiberdatschi serviert, dann schwimmen Lachsstücke in einer cremigen Sahnesauce, um mit Pasta serviert zu werden, es werden Lachskoteletts gegrillt oder "en papillote gegart, die Katzen werden um unsere Beine herum schwänzeln, um etwas ab zu bekommen, und und und. Mmmmmmmh! Mir läuft das Wasser im Munde zusammen - Euch auch? Dann muss ich wohl morgen mal ein Lachsrezept in die Welt hinaus schicken... ;-)

Aber auch bei anderen Lebensmitteln können wir uns derzeit über gesunkene Preise freuen. Die Sommerferien neigen sich (nahezu weltweit) ihrem Ende zu, die Touristenströme ebben ein wenig ab und schon sinken auch wieder die Preise der Dinge des täglichen Bedarfs. Gestern bekam man beispielsweise 10 aus dem Roast Beef geschnittene "Sirloin Steaks" für sage und schreibe 19,99 $, Obst und Gemüse ist - vor allem auf den Farmer's Markets - recht günstig und selbst Bier ist im Angebot. Derzeit bekommt man 36 Dosen "Kokanee" zu je 355 ml für 53,38$ - der Normalpreis für 30 Dosen gleichen Inhalts liegt bei 51,99$. Na, wenn das mal kein Unterschied ist... ;-)

Zum guten Schluss gibt's ein weiteres Superlativ aus dem Reich der Tiere. "Eine ganz große Ferkelei". Diese Story hat es bis in unsere Abendnachrichten geschafft und ist eine schöne Anregung für Kinder, die die heimische Küche mal so richtig schön einsauen möchten. Ich sage nur "Mentos, Cola, 2400". Seht es selbst... ;-)



27.08.2010, Freitagmorgen - "a mix of sun and clouds"

"Guck mal die schönen Mohnblumen!"

Wenn "Hubby" - neues Wort ;-) - und ich an einem schönen großen, nein riesengroßen, blühenden Mohnfeld entlang laufen würden, dann würde ich bestimmt etwas in dieser Art sagen. Ich mag "Poppys" und wir haben auch immer welche im Garten. In weiß, rot, pink und zwischendrin findet man auch die eine oder andere Kornblume. Im Fraser Valley, unserem "Paralleltal", das hauptsächlich landwirtschaftlich geprägt ist, hat man nun eine 3 Hektar große Fläche voller Mohnblumen - genauer gesagt ca. 60.000 Pflanzen - gefunden, die kurz vor der optimalen Reife, sprich Samenbildung waren. Diese Exemplare sollen aber nicht (nur) das Auge erfreuen. Es ist vielmehr Schlafmohn, aus dem nach Angaben der Polizei höchstwahrscheinlich Doda hergestellt werden sollte. Tja, und da wäre ich ein zweites Mal völlig naiv und unwissend durch die Gegend gestapft. Doda sagte mir nämlich gar nix - aber mein Freund Google hat mir wieder einmal weitergeholfen und auch der Bericht in den Abendnachrichten hat mir zu neuen Erkenntnissen verholfen... ;-)

Das große Angeln hat begonnen

Ok, es wird nicht wirklich geangelt - vielmehr haben die Fischer nun ein 32-stündiges "Fenster" so viele Lachse zu fangen, wie die Netze erwischen können. Darüber beklagen sich die Fischer aber. Diese Stunden seien viel zu wenig. Zum einen, weil sie in der Zeit nicht ausreichend fangen würden, um betriebswirtschaftlich gesehen rentabel zu arbeiten und zum anderen würde es in Zukunft - sollten wirklich 25 Millionen Fische in den Fraser River hinein schwimmen - viel zu viele Jungfische geben, für diese sei nicht genug Nahrung vorhanden, so dass Millionen und Abermillionen Jungfische sterben würden, bevor sie zur kompletten Größe herangereift seien.

Die Berufsfischer beschweren sich ebenfalls über den zu erzielenden Preis pro Pfund. Nun, wenn man den Gesetzen der Marktwirtschaft folgt, dann bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis eine Produktes. Ein großes Angebot - ein geringer Preis und umgekehrt. Derzeit ist davon auszugehen, dass sie 1$ / lb (1 lb = 454 g) bekommen werden. In den vergangenen Jahren, als weniger Lachse zu fangen waren, seien es aber 1,25 - 1,50 Dollar gewesen.

Aber Fischer sind ja nicht blöd, wissen, wie sie dennoch ihr Geld verdienen können, und bedienen sich einer kleinen List - so sehe ich es jedenfalls. Angeblich steht nicht genügend Eis zur Kühlung der Lachsschwemme zur Verfügung, so dass die Endkunden gebeten werden, doch bitte einfach zum Hafen zu kommen, um direkt "ab Bord" den einstigen Sonntags- und nun eher Alltagsfisch zum Räuchern, Braten, Dünsten, Marinieren & Co. zu kaufen. Im Einzelhandel würde ein ausgewachsener Lachs um die 40 Dollar kosten - im Hafen sei es günstiger (das stimmt, wenn es sich um zwei filetierte Hälften handelt, kostet ein Lachs um die 40 Dollar - im Ganzen kaufen wir ihn aber so zwischen 10 und 15 Dollar...). Leider nannten sie keinen Verkaufspreis pro Fischkopf ab Reling, aber eines steht so oder so fest: beide Parteien kommen auf diese Art und Weise zu einem besseren Preis: der eine bekommt mehr und der andere zahlt weniger...

Ach so, ich sollte vielleicht noch erwähnen wie viele Fische ein einziger Fluss-Seemann innerhalb der ersten 5 (in Worten: fünf) Minuten in seinen Netzen hatte: 20.000 Stück. Nochmals in Worten: zwanzigtausend. Jetzt rechnen wir mal ganz einfach mit 2 lb pro Fisch = 2 Dollar pro Fisch = 40.000 Dollar innerhalb von 5 Minuten = 480.000 Dollar pro Stunde = 15.360.000 Dollar innerhalb von 32 Stunden - wenn die Rechnung doch nur so einfach wäre... ;-)

Dass die noch existierenden fischverarbeitenden Betriebe derzeit rund um die Uhr arbeiten, muss ich wohl nicht erwähnen - aber ich denke, dass es völlig ok ist - man haut einfach mal ordentlich rein und dann hat man wieder einen langen Dornröschenschlaf vor sich...

Die gute Nachricht zum Schluss

Nee, ich würde ja gerne Entwarnung in Sachen Nero geben, aber bisher ist er noch nicht wieder aufgetaucht. Aber danke an alle, die mir ggf. beim "Hausbesuch" zur Hand gehen wollen - ich weiß auch schon, wo er wohnt... ;-)

Entwarnung gibt es im Bezug auf den Mount Meager. Nicht, dass es nicht noch weitere Erdrutsche gäbe, nein nein - diese werden nach wie vor gen Tal rauschen. Die Experten sind sich derzeit aber einig, dass er in absehbarer Zeit nicht ausbrechen wird, obwohl am Vulkankrater immer wieder "Rauchwolken" zu sehen sind. Na, das ist doch mal was! Diese "Rauchwolken" sind lt. Einschätzung dieser Damen und Herren "ich-kenne-mich-da-aus" nichts anderes als Staubwolken der immer wieder auftretenden Erdrutsche. Dann wollen wir ihnen mal Glauben schenken und arbeiten nicht hochgradig hektisch an einem Evakuierungsplan im Falle strömender Lava... ;-)



26.08.2010, Donnerstagmorgen - der Himmel ist eine blau-grau-weiße Mischung

Wie grausam!

In Pemberton wurde mitten in einer Wohnsiedlung ein stark blutendender und schreiender männlicher Baer entdeckt, der kurz darauf in einem Garten verstarb. Die Blutspur führte zu einem Haus am Waldesrand, wo die Polizei einen grausamen Menschen mitsamt seiner Armbrust und zahlreichen Pfeilen vorfand. Diese Bestie auf zwei Beinen hat sofort zugegeben, auf den Bären geschossen zu haben. Nun beginnt eine Untersuchung, ob der Mann gegen das "Wildlife-Gesetz" verstoßen hat - wenn ja, hat er mit saftigen Strafen zu rechnen. In welcher Welt leben wir eigentlich, wo man - noch dazu in der Schonzeit - mit Armbrüsten "jagt" und die Tiere einen qualvollen Tod sterben? Ich hoffe inständig, dass es nicht Nero war - ansonsten muss ich mir diesen Menschen mal vorknöpfen...

Bald beginnt wieder der Ernst des Lebens

Diesen Satz kann mein "Hubby" (zu gut deutsch: Göttergatte) nach wie vor nicht ausstehen -er findet ihn selbst 30 Jahre nach Ende seiner schulischen Laufbahn einfach nur grausam, fürchterlich und unmöglich. Dennoch ist beim Nachwuchs ein Ende der Ferien in Sicht. Sie haben hierzulande aber noch zwei Wochen Gnadenfrist, bis Ernst wieder zum Diktat in die Schule bittet - tja, und diese beiden Wochen wollen gut genutzt sein. Im Einzelhandel sind die Verkaufsflächen für "School supplies" nochmals aufgestockt worden, man bekommt weiß Gott wo "Back to school rebates" und auch im Fernsehen sind die Werbeblöcke doch sehr schulanfangslastig. Den Vogel hat für uns aber eine Bekannte mit zwei Söhnen im Alter von 14 und 11 Jahren abgeschossen. Man kann seinen Schulbedarf nicht hier kaufen - oh nein! Die Männleins fahren heute mitsamt der Frau Mama für ein paar Tage nach Vancouver, wohnen in einem Hotel und machen dort ihre Einkäufe. Hm, es gibt Menschen, die pendeln jeden Tag hin und her, um dort zur Arbeit zu gehen. Kann Männlein nicht auch einfach einmal früh aufstehen, um neue Klamotten, Bücher, Hefte & Co. kaufen zu fahren, wenn das lokale Angebot nicht gut genug ist? Das ist doch auch gleich mal eine gute Übung für das demnächst wieder frühe(re) Aufstehen. - Tja, und genau diesen Satz habe ich damals gehasst wie die Pest: "Damit Du Dich schon mal wieder ans frühe Aufstehen gewöhnst." Drum musste bei mir der Wecker in der letzten Woche der großen Ferien wieder jeden Morgen um kurz vor 6 Uhr klingeln. Guten Morgen Ernst!...

Es wird zum Himmel stinken

Im wahrsten Sinne des Wortes. Nachdem in vergangenen Jahr die Kläranlage am südlichen Ortsrand von Whistler für sage und schreibe 40 Millionen Dollar aufgerüstet wurde, um die nicht zu vermeidenden Ausdünstungen unkenntlich zu machen, musste man in den vergangenen Wochen feststellen, dass die geruchschluckenden Apparate halt doch nicht zu 100% funktionieren. Es müffelte ganz schön. Drum wird diese Filteranlage nun für mindestens 2 Tage komplett ausgestellt und wie auch immer repariert bzw. ausgetauscht. Die Bevölkerung wird gerade per Radio und Zeitungen darauf hingewiesen, dass es ordentlich stinken wird. OK, ich weiß wo ich in den nächsten beiden Tagen nicht zu finden sein werde. Zum Glück kommt an diesem Wochenende auch keine eingeladene Tourismusinspektionsgesellschaft in den Ort (die waren schon im Mai hier) -müssten sie bei Anreise von Vancouver aus doch mitten durch dem Mief fahren. Denn wie heißt es doch so schön? Der erste Eindruck zählt - gekämmt oder nicht... ;-)



25.08.2010, Mittwochmorgen - die Sonne scheint - anderswo wird gerade jemand mit Honig-Zwiebelsaft gequält

Erst die Heringe - nun die Lachse

Letztens habe ich doch mal über die Rückkehrer-Heringe im Howe Sound geschrieben, die sowohl einen Wal als auch Delphine in die Gewässer bei Squamish lockten.

Der Fraser River kann demnächst mit 25 Millionen Rückkehrer-Sockeye-Salmons aufwarten - jedenfalls, wenn die schlauen Menschen der "Pacific Salmon Commission", einer gemeinsamen Regulierungsbehörde der USA und Kanadas, recht behalten. Die Meeresbewohner sind nun nach vier Jahren auf hoher See wieder auf dem Weg in die Flüsse und erste Probefänge lassen angeblich auf die größte Lachswanderung seit 1913 schließen. Gut, im vergangenen Jahr hat diese Kommission 10 Millionen Fische prophezeit - angekommen sind jedoch nur 1,5 Millionen. Was sagt uns das? Genau, diese Experten liegen gerne mal daneben...

Nichtsdestotrotz verdienen nun schon alle das große Geld (im Geiste), Fischereibetriebe entlang des Flusses werden entweder wieder eröffnet oder aber mal eben aus dem Boden gestampft und die Netze werden nach Schlupflöchern untersucht, damit auch bloß kein einziger durch die Lappen geht. Hoffentlich lassen sie wenigstens ein paar durch, damit die zukünftige Population gesichert ist...

Wir warten ab, wie viele "Kinder" der Eierablegung vor vier Jahren, als 4,7 Millionen Fischmütter im Fraser River waren, tatsächlich zurückkehren und können schon jetzt davon ausgehen, dass es in den kommenden Wochen viele Lachse im Supermarkt zu kaufen geben wird...

Welcher Skalp soll denn da liegen?

Der Tenquille Lake nahe Pemberton ist seit vielen Jahrzehnten ein beliebtes Ausflugsziel. Bereits in den 20 Jahren des vorigen Jahrhunderts kamen Menschen an den See, um die Sommerfrische zu genießen. Eine in den 40er Jahren errichtete "Cabin" steht immer noch - der Zahn der Zeit hatte aber arg an ihr genagt, so dass durch Spendengelder und freiwillige Arbeit eine neue Hütte errichtet werden soll(te). Die Arbeiten haben vor ein paar Wochen begonnen und alles war gut - bis ein Einwand der "First Nations" kam. Es könnten dort archäologisch wertvolle Artefakte zu finden sein und bis nicht auszuschließen sei, dass dort alles "historienfrei" ist, müsse man den Bau unterbrechen. Und genau das ist nun geschehen. Die Baustelle ruht. Wie lange, das weiß kein Mensch - erst einmal bis zum kommenden Sommer. In der Zwischenzeit soll dort eine Expertengruppe nach potentiellen Erbstücken der First Nations Ausschau halten. Kostenpunkt: 8.200 Dollar. Diese sind die First Nations aber nicht gewillt zu bezahlen. Tja, und wenn das "Ministry of Tourism, Culture and the Arts" nicht in die Bresche springt, dann gibt es kein Gutachten, ohne Gutachten keine neue "Cabin" und alle, die bisher an freiwillig an dem Projekt gearbeitet, Spenden in Höhe von mehreren Zehntausend Dollar sammelten, Genehmigungen einholten, etc. pp. stehen mit langen Gesichtern am See - ohne Hütte...

Wenn Du mich nicht an den Computer lässt, dann rufe ich die Polizei!

Darüber musste selbst ich gestern schmunzeln. Ein 5-jähriger Junge wollte an den Computer, den seine 6-jährige Schwester in Beschlag genommen hatte. Nun, offensichtlich konnte er sich nicht durchsetzen und drohte ihr mit der Polizei. Gesagt, getan. Der kleine Zwockel rief die "911" an, erzählte von einem Notfall mit seiner Schwester, die Mounties rückten aus und fanden das Kind wohlbehalten am PC vor. Der kleine Anrufer wurde belehrt, dass er in solchen Fällen nicht RCMP anrufen solle - ein Bußgeld wegen "Fehlalarms" wurde aber nicht verhängt. Ob er danach an den Computer kam, stand leider nicht in dem Bericht - ich glaube eher nicht... ;-)



24.08.2010, Dienstagmorgen - der Sommer ist wieder da

3x Prost!

Fangen wir nicht-alkoholisch an - das ist am frühen Morgen und noch dazu auf nüchternen Magen sicherlich auch besser... ;-)

Whistler Water - "Whistler Water" zu nennen und mit dem "Whistlerzuschlag" zu verkaufen, ist eigentlich eine Frechheit. Dieses stille Wässerchen steht in den Supermärkten gerne in Nähe der Kassen oder der Souvenirecke und ist um einiges teuer als alle anderen Produkte gleichen Kalibers. Der Preis alleine ist aber nicht das einzig Freche an der Sache - es ist vielmehr die Herkunft des Wassers - befindet sich der "Mineralbrunnen" doch in D'Arcy - rund 90 km nördlich von Whistler und sollte somit eher auf den Namen "Wasser des Anderson Lakes" oder ähnlich heißen...

Aber steigern wir uns jetzt mal langsam was den Alkoholgehalt angeht, und gehen zum Bier über. Wir stellen uns einfach mal vor, dass wir beim Mittagsessen sitzen und wir uns eine Gerstenkaltschale erlaubt haben. Das Whistler Beer, mit seiner Brauerei im Gewerbegebiet Function Junction ist aus dem hiesigen Bierangebot nicht mehr weg zu denken und erfreut sich großer Beliebtheit - nicht nur bei den Touristen. Die Brauerei bietet auch Führungen zu 12 $ pro erwachsener Nase an, die mit einer Bierprobe, bei der man vier verschiedene Sorten verkosten kann, endet.

So, und jetzt ist es Abend, das Essen macht sich im Magen breit und der volle Bauch schreit nach einem Verteilerle. Kann er haben. Schramm Vodka hat im vergangenen Jahr seine Destillerie in Industrial Park von Pemberton in Betrieb genommen und brennt dort aus Kartoffeln der lokalen Farmer das hochprozentige Lebenswässerchen. Natürlich bieten auch sie Besichtigungstouren an. Für 6 $ wird dem interessierten Publikum die Wodkaherstellung gezeigt, es gibt eine Verkostung und das Schnapsglas darf man auch noch mitnehmen.

Und wo ist nun der Zusammenhang zum Inselchen? Heiliges Wasser gibt es dort und Bier wird "drüben" auch gebraut. Wie wäre es in dem Zusammenhang also mit einem klar gebrannten Bananen-Obstler-Wodka? Genug Rohstoff, die entsprechende "Maschine" und eine leer stehende Fabrik sollten sich doch finden lassen - Hicks!... ;-)

Und noch eine olympische Hinterlassenschaft

Hier heißt es immer wieder: "This is an olympic legacy." Die menschlichen Hinterlassenschaften hat die Kläranlage sicherlich längst verarbeitet - es ist die Rede von "kulturellen Erbe" der olympischen Spiele. Gestern wurde dann groß und breit von einer neuen, ganz tollen "Legacy" berichtet. Eine Ausstellung im "Roundhouse" auf Whistler Mountain, wo u.a. den lokalen Olympioniken und Teilnehmern der Paralympics gehuldigt wird, die "Gold-Ski" von Didier Defago ausgestellt sind, eine Replik der Siegertreppchen anzuschauen sei, etc. pp. Also ganz viel, ganz groß, ganz toll. Tja, da habe ich mich mal auf die Website von WhistlerBlackcomb begeben und die entsprechende Presseerklärung incl. Foto der "Legacy" gefunden. Ich nenne es "aus einer Mücke einen Elefanten machen" -aber seht selbst...



23.08.2010, Montagmorgen - der Himmel ist ein lichtes Grau

Eine Fahrt ins Blaue

Nachdem sich das Wetter kurz nach Absenden der morgendlichen Mail nach La Palma gedacht hatte doch das Sonntagskleid anzuziehen, dachten wir uns, dass es doch viel besser sei in die Pampa hinaus zu fahren als den Stubenhockern in uns zu frönen - das können wir noch oft genug im Winter tun, wenn Eis und Schnee uns einen Strich durch die Rechnung machen...

Wohin sollen wir denn mal fahren? Runter zum Pazifik? Nicht wieder - dort kennen wir fast jeden Stock und jeden Stein. Rein in die Pemberton Meadows? Nein, dort waren wir in der letzten Zeit auch oft und Gemüse und Kartoffeln der dortigen Farmer habe ich erst am Mittwoch beim hiesigen Farmers` Market gekauft. Bleiben noch Birkenhead/Anderson Lake oder die Lillooet-Lake/Joffre Lake Richtungen als "Nahziele". OK, in Richtung Anderson Lake sind wir schon länger nicht mehr gefahren, lass und dort nach dem Rechten sehen. Der Chevy ist vollgetankt, der Kleinzoo ist abgefüttert und übersteht ein paar Stunden ohne uns, der Himmel ist gerade halbwegs blau - und ab mit uns!

Beim ersten Abzweig auf der "Old Portage Road" kam der Schatz auf die Idee, man könnte doch mal auf der "Birkenhead Lake Forest Service Road" nach dem zweiten Zugang zum gleichnamigen See suchen - irgendwie kommt man auch an die andere Seite des Sees heran. OK, warum nicht? Also ab mit uns auf die Schotterpiste, die direkt auf den ersten Metern zeigte, was sie denn so drauf hat - sie war ganz schön steil, eng, huckelig, voller Schlaglöcher und bot alle möglichen anderen Attribute einer Strasse, die man - bzw. besser gesagt frau - nicht wirklich zum Glücklichsein benötigt. Es ging ca. 1.000 Höhenmeter hinauf, es ging zwischendurch hinunter - wieder hinauf und nach einer gefühlten Marathondistanz, hatten wir das Ende der "Birkenhead Lake Forest Service Road" und im weiteren Verlauf der "Trenquille Lake Road" erreicht. Ein Schotterplatz mitten im Nirgendwo - Luftlinie gerade mal 25 km von unserer Haustür entfernt. OK, ein paar Fotos schießen, das Wasser im Bach testen und ab mit uns auf der abenteuerlichen Strasse zurück nach Hause, wo Hund und Katzen bestimmt schon auf uns warten.

Das Fazit der "Tour" habe ich schon ein paar Leuten per email zukommen lassen:

Und hier sind noch ein paar Fotos des gestrigen Ausflugs in die nähere Umgebung:




Wir haben das Wasser getrunken, es ist eiskalt und lecker




Leckeres Wasser nochmal in Nahaufnahme




Das Auto sagt uns, dass es 9 Grad sind, wir waren auf 1.300 Metern Höhe




Die beiden wollten nicht so richtig von der Straße runter




Irgendwann haben sie sich erbarmt




Es könnte der Chipmunk-Mountain sein, aber so ganz bin ich mir da nicht sicher




Ich habe beschlossen, das ist ein Rebhuhn




Die perfekte Heidi-Alm. Wildziegen gibt es hier in der Gegend jedenfalls




Wenn ich gewusst hätte, wie die "Straße" gleich weitergeht, dann hätte ich das Bild nicht gemacht




Die ich-weiß-nicht-wie-sie-heißt-Blume




Das ist wieder kurz vor der Zivilisation





22.08.2010, Sonntagmorgen - es ist eher "Regentagmorgen"

Ich glaube der Herbst ist da

Nein, nicht wirklich. Es ist eher ein kurzes herbstliches Intermezzo, welches wir gerade geboten bekommen. Die Wolken hängen bis ins Tal hinab und es regnet seit gestern Abend. Hierzu fällt mir wieder einmal nur dieses ein - Halleluja! ;-)

Halleluja rufen aber vor allem diejenigen, die mit den Waldbränden zu kämpfen haben. Lt. BC-Wildfire sind 2.908 km² davon betroffen - auf die Kanaren umgerechnet wären dies Teneriffa, La Palma und noch ein wenig von El Hierro. Dass dabei ziemlich große Rauch- und Aschewolken entstehen, wird einem jeden klar sein. Tja, und diese Wolken ziehen nun mit dem Jetstream oder welchem Wind auch immer bis nach Ontario hinein. Besonders betroffen ist aber - als direkter Nachbar - Alberta. Dort war/ist die Luft ganz schön grau in grau...

Nun, mit dem Regen und dem Wind, der nun aus einer anderen Richtung weht, sollten die Präriebewohner jenseits der Rockies wieder frische Luft einatmen können - das haben die Wetterpropheten jedenfalls gestern in den Abendnachrichten kund getan...

Ansonsten gibt es von hier nicht viel Spektakuläres zu berichten. Wir haben den gestrigen Tag wie immer mit Shopping in Squamish verbracht und ansonsten die Sonne genossen. So kommen wir nun direkt zum Sonntagsrezept, weil es in der Küche ja auch ab und zu einmal raucht... ;-)

"Grillhähnchen" aus dem Ofen

Wir leben nun einmal in einer Gegend, in der es gewisse Sachen einfach nicht gibt. Beispielsweise ein "richtiger" Döner, sich mal eben eine Pizza mit entsprechendem Taxi liefern zu lassen oder halt ein schnöder Grillhähnchenstand, wie er auf vielen Märkten in Deutschland zu finden ist. Natürlich gibt es hier Grillhähnchen, keine Frage. Diese liegen dann für 9,99 $ in den Wärmetheken der Supermärkte und sehen so aus, als sollte man sie besser nicht kaufen. Drum machen wir unsere "Grillhähnchen" einfach selbst. Und zwar so - Mann/Frau/Kind nehme:

1 schönes, einst glückliches Hähnchen/Hühnchen, gewaschen und abgetupft

1 Teel. Salz
1 Teel. Pfeffer (gemahlen)
1 Teel. Paprikapulver
5 Essl. Öl

Gewürze mit dem Öl vermengen und aufs/ins Hähnchen streichen. Bei 160° C (Ober- und Unterhitze) ca. 2 Stunden garen (zwischendurch einmal wenden) - die Temperatur auf 220° Grad erhöhen und weitere ca. 30 Minuten brutzeln lassen, damit sich eine krosse Haut bildet. Fertig!

Arbeitsaufwand = Null, es ist kinder-/männerleicht und schmeckt nicht nur den zweibeinigen Mitgliedern unseres Haushalts. Wir Menschen essen am liebsten einen schönen bunten Salat und knuspriges Baguette dazu - der Kleinzoo steht allerdings eher auf "Fleisch pur"... ;-)

Gutes Gelingen und "Enjoy!"







Ihre Familie Ingrid & Mathias Siebold
Calle el Torreón 5/7
E-38750 El Paso
La Palma, Islas Canarias, Spanien
Tel. von Deutschland: + 34 922 497216
email: m.siebold@la-palma-urlaub.de
Kanarische Ferienhäuser auf La Palma


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