La Palma Aktuell
Frische Nachrichten von einer kleinen grünen Insel im Atlantik


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Dienstag 06.12.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag: 0 mm - Luftfeuchte 75 % - Luftdruck 1020 hPa

Gastbeitrag von Rainer Fischer
Nikolaus und Santa Claus




Die Endemie, die endet nie




Und endlich, der erste Hohoho-Man





Montag 05.12.2016 16:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 68 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 23,8 Grad - niedrigste Temperatur 15,2 Grad

Garage auf, Matratzen rein, fertig ist die Unterkunft…
Auf der Suche nach Betten und Mietwagen


Es gibt Firmen, die bieten über den Jahreswechsel immer noch Mietwagen an und verkaufen immer noch Unterkünfte. - Ich weiß nicht, wie die das machen, aber mein Kompliment, wir, und die meisten unserer Branchenkollegen, sind allerdings längst an die Grenze des Machbaren gestoßen. - Weit muss ich zurückdenken, so weit, dass ich mich schon wieder der Nostalgie verdächtig mache, aber es könnte wohl um die Jahrtausendwende gewesen sein, als ich am Heiligen Abend ganz früh verzweifelt am Flughafen rumgerannt bin und Mietwagen für unsere Kunden gesucht habe. - Daraus lernt man, wenn man denn überhaupt was begreift und im Geschäft angekommen ist mal wohl erst, wenn man kapiert hat, dass man nicht jedes Geschäft machen muss. - Das hat nichts mit Überheblichkeit zu tun, sondern mit Selbsteinschätzung und dem Wissen, wer nach Allem greift, der greift auch oft in die, sagen wir mal Brennnesseln.

So etwa wussten wir ja alle, was diesen Winter auf uns zukommt, und Autos muss man im Sommer kaufen, damit man die im Winter hat, und Unterkünfte besser noch eher "klar" machen, sonst tritt der Supergau der fröhlichen Vermieterei ein, nämlich Doppelbuchungen. - Was im Hotel- und Flugsektor Tagesgeschäft ist, dort nennt man das "Overbooking" und das hört sich fast so harmlos an wie "Überbacken", ist im Alltag eines Ferienhausvermieters nicht wirklich lustig. - Für die Gäste auch nicht, und wer länger im Geschäft bleiben will, der lässt so etwas schnell, oder besser grundsätzlich sein, zumal heute die virtuellen Jüngsten Gerichte im Internet sogar anonym über uns richten dürfen. - Aber das ist eine andere Baustelle, gegen "Überbacken" hilft ein stringentes bis robustes Nein, wir haben nichts mehr frei, auch wenn das zunächst an den Grundregeln der Marktwirtschaft rüttelt.

Ein bisschen so geht es eigentlich der gesamten Branche in Sachen Tourismus auf La Palma, so erfreulich das ist, mit den vielen Gästen, wir kommen ständig an die Grenzen des Machbaren und viele unserer Stammgäste, welche eben La Palma auch als die Insel der zwanghaften Entschleunigung zum Anfassen kennen, die fragen sich, ob sie auf den Tick mit Palma, La Palma und Las Palmas reingefallen sind. - Aber keine Angst, die Sangría am Strand mit den langen Strohhalmen wird einfach vom Atlantik weggewischt, außerdem sieht man das "AI-Publikum" maximal im Gettotransporter vom Flughafen zum Hotel und dann wieder zurück in den Ausnüchterungsflieger, aber manch einem Gast und uns auch klappt wirklich manchmal die Kinnlade runter, wie bunt, wie schnell und quirlig doch La Palma momentan geworden ist.

Die Frage ist offen, gewöhnen wir uns jetzt daran, oder sind wir klug genug nicht auf geborgtes Wachstum zu setzen? - Es ist ja kein wirkliches Geheimnis, dass gerade viele der neuen Destinationen, aus denen Urlauber auf die Insel anreisen, eher Lotteriemäßig nach La Palma gebracht werden. Einfach weil die anderen Kanaren voll sind, und zwar "komplett überbacken", sich die Reiseunternehmer aber nicht die Urlauber vom Brot nehmen lassen wollen und so Sonne, Strand und AI-Publikum nach La Palma schicken, obwohl wir dafür eigentlich überhaupt nicht ausgestattet sind. - Schnell, schnell weitere Hotels bauen, damit man die riesige Nachfrage bedienen kann, wir könnten leicht doppelt so viele Urlauber vermitteln, als wir Betten haben. - Stimmt, ich denke das kommt hin, aber was machen wir dann mit unseren Stammgästen? - Was machen wir dann, wenn die Reiseveranstalter wieder nach Marokko, Tunesien, Ägypten und die Türkei fliegen und die großen Kanareninseln "ihre" Gäste zurück fordern? - Und überhaupt, was machen wir, wenn La Palma die ganzen Erwartungen und Normen der Tourismusindustrie nicht erfüllen kann, unter welchen die Marke "Islas Canarias" sonst verkauft wird?

Ich bin zu alt für die Brennnesseln. - Darf man den Ritt auf dem Goldenen Kalb auslassen, nur weil man aus Erfahrung das Kalb bereits auf dem Weg zum Schlachthof sieht? - Wenn es uns nur gelingen würde, langsam genug zu wachsen, damit das alles festen Boden unter dem Geld hat und dass man die Leute, auf welche es ankommt, nämlich die Bevölkerung und die Stammgäste dabei auch mitnehmen kann, in das was man vielleicht digitalmäßig als La Palma 3.0 bezeichnen würde. - Manchmal denke, meist allerdings hoffe ich es mehr, dass unser großer Vorsitzender, Genosse Anselmo, uns besser kennt als ich. - Man muss fünf Golfplätze fordern, um dann einen zu bekommen und 33 Hotels, um 3 dann wirklich in Betrieb nehmen zu können. - Gut, eigentlich kenne ich die Selbstentschleunigungskräfte dieser Insel ganz gut, wir haben bislang noch jeden Investor zunächst zum Weinen, und dann zum Bluten gebracht, und Sie erinnern sich an den Typen, der jetzt in Nepal an den Gebetsmühlen dreht? - Der wollte auch das Glück auf die Insel bringen und hat seinen Meister gefunden und nehmen Sie es nicht persönlich, wenn es im Moment heißt, tut uns Leid, aber wir haben keine Unterkunft mehr frei und auch keinen Mietwagen mehr.

Als dazu wohl passenden Abspann, die allmonatlichen Arbeitslosenzahlen. - Ja, das passt zu dem vorhergehenden Thema, wollen wir uns gar nicht erst vorstellen, wie das aussehen würde, ohne die kräftige Mithilfe einiger Despoten auf dieser Welt, welche uns fleißig Gäste zufächern. - Je nachdem, welche Blätter man aufschlägt, mal sinkt die Zahl der Arbeitslosen, mal steigt sie, und dabei nutzt man sogar die gleichen Zahlen und den gleichen Monat als das konträr schreibende Konkurrenzblatt. - Und alle haben Recht, manche sogar Link, es kommt eben nur darauf an, ob man die Zahl der Arbeitslosen zum Vormonat vergleicht, oder am gleichen Monat des Vorjahres. - Zweiteres scheint mir ehrlicher, und dann also sinkt die Zahl der Arbeitslosen seit Oktober 2013 nun kontinuierlich, immerhin haben wir 359.475 Arbeitslose im November 2016 weniger, als noch im gleichen Monat des Vorjahres. - Allerdings sind es 24.841 mehr als im Oktober 2016 und daraus macht dann natürlich die Oppositionspresse eine Zunahme der Zahl der Arbeitslosen. - Bleibt aber anzumerken, dass sonst die Zahl der Arbeitslosen von Oktober bis November in den vergangenen Jahren leicht gesunken ist, nun aber leicht gestiegen. - Also haben alle Recht, was für ein schöner Zufall. - Auf La Palma sinken sogar beide mögliche Vergleichszahlen, die "OBECAN" meldet 8.770 Arbeitslose für den November 2016, das sind 1.197 weniger als November 2015 und immerhin noch 126 weniger, als im Oktober 2016.




Wichtig ist immer, wo der Knick ist in der Grafik




Hier die Zunahme gegenüber dem Vormonat und auch die Abnahme gegenüber dem Vergleichsmonat im vergangenen Jahr





Montag 05.12.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 84 % - Luftdruck 1015 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Casados a los setenta, no llegan a los ochenta

Mit siebzig geheiratet, kommt man nicht bis achtzig. - Hier bleibt die Frage offen, ob das eine Warnung ist, oder ein Versprechen. - Auch weiß ich nicht, meinen die, solche im Alter geschlossenen Ehen halten nicht, oder halten die Leute nicht…





Bild von Wolfgang Hempel





Sonntag 04.12.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 69 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 22,2 Grad - niedrigste Temperatur 16,4 Grad

Eine Brücke bis 9. Januar, mindestens
Machen wir das nach den Fiestas


Kollektive Entschleunigung, Basiskurs. - Kommende Woche sind zwei Feiertage, der 6. Und der 8. Dezember. Zunächst der Nikolaustag, allerdings dient uns dieser klerikale Bürdenträger nicht als Grund, die Kelle in der Ecke stehen zu lassen. - Es kommt auf die Verfassung an, und die ist gut, heißt es zumindest seit dem Jahr 1978, als Spanien seine bis heute geltende Verfassung bekam. - Es ist übrigens genau das Jahr, seit meinem ersten La Palma Kontakt, hat also ein paar Jahre gehalten. - Man feiert den "Día de la Constitución" nicht wirklich mit großen Volksfesten, zwar ist jeder Feiertag dem Arbeitnehmer willkommen, aber pure Begeisterung sieht anders aus. - Aber der Feiertag gibt eben oft den Namen zur Ferienbrücke, "Puente de la Constitución" ist dann angesagt, und weil am 8. Dezember gleich der nächste Feiertag ist, nennt man diese Brücke je nach Lage der Tage dann auch mal "Puente de la Imaculada". - Am 8. Dezember feiern wir den am häufigsten missverstandenen katholischen Feiertag überhaupt, den "Día de Inmaculada Concepción. - Mariä Empfängnis, oder wie es etwas erklärender inzwischen auf Katholisch heißt: "Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria." - Damit will man erklären, dass man an dem Tag nicht dieses medizinische Wunder der Jungfrauengeburt feiert, sondern dass man die Maria, als Mutter Gottes, ohne diese lustige wie listige Erfindung der Erbsünde auf die Welt geschickt hat. - Aber das mit der Erbsünde, das zieht auch immer weniger als klerikales Druckmittel, dennoch reicht es bei uns immer noch für einen Feiertag.

Nun sind also Dienstag und Donnerstag bereits Feiertage, also geht klassisch arbeiten in der kommenden Woche überhaupt nicht, es sei denn, Sie arbeiten im Einzelhandel oder in sonst gering bezahlten Gewerben, denn die müssen immer ran. - Man könnte die also sogar "Brückenarbeiter" nennen, aber das dürfte zu Verwechslungen führen. - Kommende Woche geht also behördlich eher gar nichts, aber auch übernächste Woche wird schwierig, denn das ist ja bereits die Vorweihnachtswoche und da wird man doch keine Planungen, Projekte oder andere Dinge angehen, welche mehr Aufwand bedeuten, als die Bezahlung eines Strafzettels. - Selbst Termine machen wird im Geltungsbereich des Weihnachtsfestes schon schwierig, und auch der Hinweis, ich hätte gern einen Termin Ende Januar, also weit nach den Fiestas fällt nicht immer auf fruchtbaren Boden, denn wer weiß denn schon, wie das alles nach den Fiestas überhaupt aussieht. - Übernächste Woche geht natürlich nichts, das ist die Weihnachtswoche, da wird man doch nicht im Ernst ernste Dinge regeln wollen und es wäre besser, man käme Anfang Januar, den Termin für Ende Januar zu machen, weil man dann wüsste, was Ende Januar denn so los sei.

Weihnachten selbst ist bei uns erstaunlich schnell abgeabendesst, wir frühstücken eher karg, einen zweiten Weihnachtsfeiertag kennen wir nur aus der Erzählung der vielen hellhäutigen Menschen hier, die immer noch wegen eines Termins Anfang Januar nachfragen. - Die Leute aus dem Einzelhandel sind wieder angebissen, der einzige freie Tag wirklich, der 25. Dezember fällt auf einen Sonntag und dann fängt ja der Run auf das Silvesterfest statt, so dass die Woche auch komplett ausglastet ist. - Endlich Neujahr, es stehen wieder Menschen in Funktionskleidung vor dem Rathaus und wollen Rat, aber jetzt mitten in den Fiestas gibt es auch keine Termine für Anfang Januar um dann einen Termin für Ende Januar zu beantragen, man ist mit anderen Dingen momentan beschäftigt. - Ich halte ja die Bezeichnung Funktionsjacke für reichlich übertrieben, denn wirkliche Funktion würde doch bedeuten, dass jetzt ein Baseball-Schläger automatisch aus der Jacke springt und dem Nutzer zur Funktion steht. - Drum sage ich lieber Anorak, der funktioniert auch ohne Funktionsgadget, aber einen Termin gibt es auch für Anorakträger nicht.

Dann kommt die Tabu-Woche, die mit dem eigentlichen Festtag, dem 6. Januar, wenn die Heiligen Drei Könige den Kindern die Geschenke bringen und man wird doch verstehen, dass niemand in den Tagen vor diesem christlich-abendländisch-Hochfest, wenn Migranten aus dem Morgenland Deputate abliefern, noch in der Lage ist, Termine zu machen, die sich auf einen unbestimmten Zeitraum nach den Fiestas beziehen. - Frühestens ab 9. Januar finden wir zurück zu öffentlicher Ordnung, die seit Anfang Dezember ist nicht öffentlich, sondern weihnachtlich. - Am Montag aufs Rathaus gehen wegen eines Termins ist immer schlecht, der Sachbearbeiter ist noch Batterien kaufen für das Spielzeug aus dem Morgenland hinter dem Morgenland, welches Sinologen auch als China bezeichnen, und überhaupt hätte der schlechte Laune, weil es Ärger gab an "Reyes", also dem Dreikönigstag, weil der Obergeschenkekönig nicht daran gedacht hat, Batterien zu kaufen vor dem Fest. - Wahrscheinlich war der Gute so durcheinander, weil immer wieder Leute von ihm Termine wollten, also besser, man wartet noch ein paar Tage ab.

Aber nicht zu lange, sonst ist man bereits in den Vorbereitungen für Karneval, und da verstehen wir überhaupt keinen Spaß, wenn uns einer dabei stört, auch noch lustig zu sein. - Irgendwann zwischen dem Batteriekauf und Karneval, das wäre ein gelungener Zeitraum, allerdings gibt es jetzt keine Sprechstunde, sondern es ist nur Zeit für Terminvergabe Ende Januar, falls Karneval spät ist. - Irgendwann im Spätfrühling, also nach Ostern und noch vor den Sommerfeiertagen fragt mich dann der Mitarbeiter vom Rathaus, wo denn eigentlich der nervöse Mann mit dem Anorak geblieben sei, der Weihnachten so dringend einen Termin haben wollte. - Ich sagte ihm, der hätte inzwischen seinen Meister gefunden, lebt jetzt in einem Kloster in Nepal, ganz hoch in den Bergen, und dreht den ganzen Tag an Gebetsmühlen und verteilt dabei Termine. - Was der denn eigentlich von ihm gewollt hätte, fragt er mich dann noch und ich erzähle ihm, der Mann in der flotten Funktionsjacke wollte dem Gemeinderat vorschlagen, Kurse zur Entschleunigung für gestresste Gemeindemitarbeiter einzuführen. - Da kommt Regung in das jetzt wache Gesicht des guten Rats der Räte, ja, das wäre sicher eine gute Idee gewesen, bei dem ganzen Feiertagsstress. - Wie er denn nun aber seinen Meister gefunden hätte, wollte er dann von mir noch wissen, aber die Aufklärung darüber musste ich verschieben, ich hatte gerade keinen Termin mehr frei. Vielleicht im Herbst, wenn die Schule wieder angefangen hat und alles wieder in normalen Bahnen läuft, aber bitte noch rechtzeitig vor Weihnachten.




Paul wartet auf einen Termin





Samstag 04.12.2016 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 3 mm - Luftfeuchte 89 % - Luftdruck 1014 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Casa sin mujer y barco sin timón, lo mismo son

Ein Haus ohne Frau und ein Schiff ohne Ruder sind das gleiche. - Für mich ist das ja immer der Unterschied zwischen einem Haus und einem Heim, aber da gehören dann auch noch Kinder und Katzen rein…





Bild von Wolfgang Hempel





Samstag 03.12.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 85 % - Luftdruck 1011 hPa
Höchsttemperatur heute 20,3 Grad - niedrigste Temperatur 17,6 Grad

Jetzt geht's los!
I declare the Weihnachtsgeschäft open


Na ja, das mit dem Wetter ist eine andere Geschichte, das haben wir immer noch nicht im Griff. - Da hatte sich Los Llanos mit der, zum Teil nagelneuen Weihnachtsbeleuchtung so richtig schick gemacht, die Krippe ist auch schon offen, und da verregnet es den erwartungsvollen Tandlern die "Weiße Nacht". - Was man nicht alles erfindet, um noch einfacher in die Börse der Leute zu gelangen. - Da ist der Schwarze Freitag, dann die Weiße Nacht und in Santa Cruz nennt man einen solchen Verkaufstag bis in die Nacht und fast die Grauen des Morgens hinein "Nacht der Sterne". - Aber mir fehlt immer noch der erste freilaufende Weihnachtsmann als .jpg. - Die ersten Mandelblüten sind durch, Weihnachtsbaum habe ich selber, aber Weihnachtsmann oder Frau, das Foto fehlt noch, und nicht aus Deutschland oder gar der Heimat des Santa Claus, sondern hier von den Straßen La Palmas.

Das mit dem Wetter, das sollte sich heute noch im Laufe des Tages erledigen, nachdem die Nacht über nicht nur wirklich Zählbares in Form von Wasser vom Himmel gekommen ist, sondern auch der befürchtete Westwind wehte. - Heute Nacht war auch bei uns der Wind sehr kräftig, im Laufe des Vormittags hat er allerdings stark nachgelassen, aber es reicht immer noch aus, am Flughafen für Probleme zu sorgen, da auch schwacher Westwind leider am Flughafen Fallwinde erzeugen kann, welcher auf der Leeseite eben viel stärker ist als bei uns im Westen. - Wir kennen das umgekehrt sonst vom Passat und nennen das im Tal "Brisa", was verniedlichend für starke Fallwinde ist. - Die meisten Inselhopper wurden storniert, die internationalen Charter landeten, zum Teil nachdem sie Ehrenrunden geflogen sind und nch später am Abend soll der Wind dann ganz abflauen. - Horizontaler Regen, davon sprechen wir immer wieder mal, wenn eben kräftig der Westwind den Regen eines Tiefausläufers in Aridanetal schmeißt, dann ist das so. - Und draußen auf dem Meer vor Puerto de Tazacorte nun der winterliche braune Schleier, die gute Erde, welche der Regen aus der Caldera wäscht und dann durch den Barranco de las Angustias vor die Küste trägt. - Das haben wir, trotz Regen bereits Anfang November in diesem Jahr noch nicht gesehen, mag daran liegen, dass es nie wirklich viel am Stück geregnet hat, und auch daran, dass der Barranco furz trocken war und man auch bei "Dos Aguas" so viel Wasser aus der Caldera gepumpt hat, dass unten kaum noch was ankam.

Auch offen ist nun der erste neue Kiosk in El Remo, die "Zigarre" brät wieder Fisch und die wird auch ihren ganz persönlichen Charme einsetzen müssen, denn aus Strandidylle im Piratenlook ist inzwischen Containerbarock geworden. - Man musste ja von der Küstenlinie weg und weitere Auflage war, die Konstruktionen müssen wieder abbaubar sein und so hat man sich in diese Richtung orientiert. - So schön das ist, dort am Wasser wieder sitzen und entspannen zu können, echte "El Remo-Nostalgiker" werden die alten Schuppen vermissen und es ist schade, und das mehr als nur ein kleines Stückchen, dass Neues nicht automatisch eine Verbesserung mit sich bringt. - Damit widersprechen wir Barney Stinson ganz deutlich, Neues ist nicht immer besser, aber oft. - Aber allein der Weg nach El Remo bei Regenwetter kann ja bereits zum Abenteuer werden, sollte es mehr als 5 Millimeter regnen, sage ich jetzt mal ganz frech, dann muss die Gemeinde einen Radlader schicken ,welcher das Geröll von der Straße räumt. - Der Preis den wir bezahlen, eine der steilsten Regionen der Welt zu sein, aber dennoch jegliche Infrastruktur überall vorhalten wollen. - Das auch als Warnung an die Techniker, welche mal eine Straße von El Remo nach La Zamora in den Süden bauen wollen. - An der Cumbre Vieja rutscht und rieselt alles, entweder baut man diese Straße auf Stelzen ins Meer und macht dadurch die Marine-Schutzzone zum Straßenkind, oder man buddelt auf der gesamten Entfernung einen Tunnel und fängt das erste Licht erst wieder im Süden der Insel ein.

In El Paso wird weiter mit aller Kraft am Umbau des San Martín gewerkelt und jeden Tag meint man ein bisschen besser zu erkennen, was denn mal aus dem Supermarkt werden soll. - Erstes Haus auf der Insel würde ich sagen, die haben da sicher mehr als 2 Millionen alleine in den Umbau gesteckt und wenn man dann noch den Kaufpreis mit einrechnet, dann hätten die locker einen komplett neuen Markt auf der "Grünen Wiese" dafür aufstellen können. - Zum Beispiel am Callejón de la Gata, dem Industriegebiet Los Llanos´, dem man ja die Industrie so ein bisschen gestutzt hat, weil die Nachbarn sich erfolgreich gegen schmutzige Industrieanlagen gewehrt haben. - Jetzt entsteht also mitten in El Paso der modernste und knackigste Supermarkt der Insel. - Das war vor 15, oder noch mehr Jahren auch schon so, als damals der San Martín aufgemacht hat, der dann allerdings den schnarchenden Traum des Schlendrians gestorben ist. - Jetzt bringt uns der lachende Dino wieder an die Einkaufspitze im Aridanetal und man kann den verbleibenden Angestellten nur wünschen, dass man denen eine Prämie zahlt, den monatelangen Umbau irgendwie überstanden zu haben. - Träum weiter Siebold! - Sicher wird man das eine oder andere Produkt vermissen, mit fehlt beim Brot die "Barra Gallega" ganz besonders, aber die haben einen anderen Lieferanten an "Pan basura" und da schmeckt das halt einfach ganz anders. - Dennoch, der Dino lächelt freundlicher als der Hase mit den roten Augen des San Martín und El Paso und seine Gewerbetreibenden müssen täglich im Abendgebet den Dino mit einschließen, denn wenn die nicht auf El Paso gesetzt hätten, sondern auf die "Grüne Wiese", dann wäre es bald so ruhig in El Paso, so ruhig wie auf dem Friedhof.

Ganz erfreulich auch, dass es wieder einen Weihnachtsmarkt in El Paso geben wird und zwar in den historischen Hallen des Hotel Monterrey, so wie bereits im vergangenen Jahr. - Die Familie hat sich als wieder bequatschen lassen, die ungenützte Immobilie wenigstens für ein paar Tage wieder "anzuwerfen" und sicher kehrt man auch wieder im Theater, damit die interessierten Leute dort einen Blick auf vergangene Epochen werfen können. - Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da war das Hotel Monterrey und seine Festivitäten legendär. - Barney muss heute öfter herhalten, allerdings würde der sicher dafür plädieren, das ganze Gebäude platt zu machen und was Neues hinzustellen. - Vielleicht hat der in Sachen "Neubau", denn so etwas gibt es auch bei alten Häusern, schon Recht, allerdings ist da immer noch das Theater, welches eine echte Rarität ist und auf jeden Fall gerettet werden soll und muss. - Wurde früher im Ort geheiratet, dann hielte man die Essen im Monterrey ab, jedes Wochenende Tanz bis in die Grauen des Morgens und Karneval, Día Típico, Niederkünfte und sonstige klerikale Volksfeste von lokalen Jungfrauen und Heiligen, ohne das Monterrey war gesellschaftliches Leben in El Paso praktisch undenkbar. - Das ist ein bisschen so wie "Dynastie", heute sind andere Familie oder Gruppierungen präsenter, aber das Monterrey lebt halt noch in der Erinnerung und die kann seit letztem Jahr bei vielen mit dem Weihnachtsmarkt wieder ein bisschen aufgefrischt werden.






Samstag 031.12.2016 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 16 mm - Luftfeuchte 95 % - Luftdruck 1011 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Carro que canta, a su dueño avanza

Ein Wagen der singt bringt seinen Besitzer weiter. - Das Singen kann auch das Quietschen der Räder oder Bremsen sein, auf jeden Fall steckt Bewegung drin und das bringt einen weiter. - Man muss das Ei nicht nur legen, sondern auch gackern dazu, sonst guckt wieder kein Schwein…





Bild von Wolfgang Hempel





Freitag 02.12.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 12 mm - Luftfeuchte 78 % - Luftdruck 1013 hPa
Höchsttemperatur heute 23,3 Grad - niedrigste Temperatur 18,6 Grad

Der Landwirt hört gar nicht mehr auf sich zu freuen…
Aber das Wetter wird immer besser


Endlich mal wieder so ein Tief, wie wir es eigentlich gewöhnt sind. - Ein Ausläufer eines schnell nach Osten ziehenden Tiefs auf dem Nordatlantik bringt uns dabei Wärme, Wasser und Wind. - Je nach Lage des Tiefs aus Südwest bis Nordwest und wenn ich mich jetzt richtig erinnere, dann ist diese Niederschlagsepisode die erste des Jahres dieses Typs. - Davor hatten wir den Besuch eines kompletten Tiefs bei uns zu verzeichnen, dann Regen trotz Hochdrucks und Passat, welchen ich immer gerne als Unfall des Azorenhochs bezeichne, aber so einen richtigen Tiefausläufer wie heute und morgen, das ist der erste dieses Winters. - Und man ist für gewisse Zeit, manchmal auch zu lange, nicht im Nebel, wie man vielleicht zunächst meinen könnte, sondern in der Wolke. - Auf der Webcam kommt das dann wie ein Komplettausfall rüber, oder wie auf den berühmten Postkarten von der Nordsee mit dem Titel "Sylt bei Nebel". - Bislang bringt der Tiefausläufer gute Niederschläge und der Wind hält sich im Rahmen. denn bei aller Liebe zu Wasser und seinem Segen, gepaart mit scharfem Wind bis Sturm können diese Tiefausläufer auch ziemlichen Schaden in der Landwirtschaft anrichten. - Also alles wunderbar mit dem Regen? - Leider nicht, denn wir haben ja immer noch die vom Feuer verwundete Landschaft an der Cumbre Vieja und trotz des, eigentlich geringen Niederschlags ist es dort auch heute schon wieder zu Erdrutschen gekommen und die LP2 auf der Westseite Höhe Santa Cecilia teilweise unterbrochen. - Da bewahrheitet sich halt auch wieder die Befürchtung, die Maßnahmen gegen die Erosion im Raum Cumbre Vieja auf der Westseite nach dem Feuer im August, die kommen viel zu spät um noch diesen Winter hilfreich zu sein. - Leider werden wir, bei aller Freude um endlich ausreichend Regen, in diesem Winter wohl immer wieder auf diesen wunden Punkt zurückkommen müssen.

Alle 10 Tage der Durchzug eines Tiefausläufers, der genügend Wasser dalässt, dass wir uns die Bananen auch noch in ein paar Jahren leisten können, und dann wieder eine längere trockene Periode, um den Inselgästen auch den kanarischen Gefallen zu tun. - So sollte ein Winter hier laufen. - Warme und feuchte Luft begleitet uns jetzt den ganzen Tag und wenn das mal länger als nur zwei Tage anhält, dann kriecht diese Feuchtigkeit auch in die Häuser und die Schränke und ich erinnere mich an "Szenen eines Ausläufers" wo verzweifelte HausmannInnen Wäsche über dem Kamin zum Trocknen aufgehängt haben, da tagelang einfach nichts mehr trocken wurde. - Wir hatten sogar mal Moos auf der Terrasse wachsen und Pilze im Garten, und das auf der Westseite im Tal, dem trockensten Fleck der ganzen Insel. - So wird das dieses Mal nicht werden, das Tief dort im Norden drängt weiter in den Osten und den "Rest Europas" zu beglücken und lässt uns dann für ein paar Tage in einem erneuten Wetternichts, aber mit sehr angenehmen Temperaturen und rundum zufriedenen Landwirten. - Und wer im Tourismus arbeitet, der lernt das doch bereits im ersten Jahr: - Das Wetter wird immer besser, andere Aussagen über das Wetter gibt es in der Branche nicht, zu üben ist nur dabei, dass einem am dritten Tag des Regens dabei das Gesicht nicht verrutscht. - Aber keine Angst, das Wetter wird besser, das Gesicht hält.

Die Alexander von Humboldt 2 ist weitergezogen und wieder komplett ohne Echo der lokalen Presse. - Aber das nächste große Segelschiff wird laut und deutlich angekündigt, und man muss auch zugeben, die Juan Sebastián de Elcano ist mit ihren 113 Meter Lägen und den vier Masten schon noch stattlicher als die Alex2, welche 65 Meter lang ist. - Darüber hinaus ist die Juan Sebastián de Elcano auch noch das Segelschulschiff der Armada, also der spanischen Marine und vielleicht liegt es auch daran, dass das Schiff in Santa Cruz de La Palma anlegen wird und nicht in Tazacorte, warum die Presse mit der Ankündigung so schwungvoll umgeht. - Also, die Juan Sebastián de Elcano kommt am Montag den 5. Dezember und wird erst am 9. Dezember weitersegeln und sicher wird man das Schiff auch besuchen können, allerdings finde ich noch keinen Hinweis, wann und zu welcher Uhrzeit. - Es ist das erste Mal seit 18 Jahren, dass die Juan Sebastián de Elcano La Palma besucht, und das Schiff ist seit August auf Schulfahrt unterwegs. - Noch ein Grund mehr, kommende Woche die Hauptstadt zu besuchen.

Einhundert Jahre Nationalparks im Land und auch bei uns hat man das gefeiert. - Unser Park, genannt Caldera de Taburiente, ist ja auch die größte touristische Attraktion und somit nicht nur vom Schutzstatus her wertvoll, sondern eben auch aus wirtschaftlicher Sicht. - Ein bisschen wird da auch daran gezerrt und in den kommenden Wochen ist es ja so weit, dann übergibt man die Verwaltung des Nationalparks an die Inselregierung, nachdem vor vielen Jahren das vor Gericht erstritten wurde. - Man darf ruhig nachfragen, ob es sinnvoll ist Nationalparks zu Regionalparks zu machen, zumindest aus verwaltungstechnischer Sicht. - So wunderbar es zunächst klingt, dieses unvergleichbare und wunderbare Stück Natur selbst verwalten zu können, so gefährlich ist das auch. - Wir wissen ja nur zu gut, dass oft kurzfristige wirtschaftliche Entscheidungen über nachhaltige Verhaltensweisen gesetzt werden und so etwas könnte man dann hier auch fürchten oder vermuten. - Aber, lassen wir uns positiv überraschen, und vielleicht entsteht ja so auch die eine oder andere Möglichkeit das außerordentliche Schutzgebiet noch besser zu nutzen, ohne den Protektionscharakter zu gefährden.

Im Lobeslied auf den Nationalpark Caldera de Taburiente nannte man auch zwei Gefahren, welche man immer noch nicht in den Griff bekommen hätte. - Zunächst das Mähnenschaf, hier "Arrui", oft fälschlicherweise als Mufflon bezeichnet, welches in den 70er Jahren aus Gründen der Freude an Großwildjagd hier ausgewildert wurde. - Meine Gedanken zu "Freude an der Jagd" lasse ich mal außen vor, das wird sonst ganz schnell beleidigend, aber diese Mähnenschafe sind nun mal da und wollen auch nicht einfach den Flieger nehmen. - Mein Spruch dazu ist immer, wartet noch 20 Jahre ab, dann kringelt sich das Horn des hier ausgesetzten Schafes ein bisschen anders als das seiner Kollegen aus dem Atlas-Gebirge, und schon haben wir ein schützenswertes endemisches Wild im Nationalpark. - Wenn das dann die Setzlinge ebenso endemischer Pflanzen frisst, dann ist die autochthone Seele dennoch zufrieden. - Anders wird es wohl mit dem Lampenputzergras ausgehen, dem "Pennisetum setaceum", welches nicht nur die Flora der Caldera bedroht, sondern bereits in einem Großteil der Insel vorzufinden ist. - Nächstes Jahr will man dem, als Zierpflanze auf die Insel gekommenen Neophyten zu Leibe rücken und das Kraut wirklich von der Insel verbannen. - Und natürlich mit der Hacke und ausreißen, Chemie soll nicht zum Einsatz kommen und bei aller Begeisterung über diese umweltschonenden Verfahren, das wird leider so nicht gelingen. - An vielen Stellen kommt man gar nicht hin, das Zeug mit den Wurzeln auszugraben und so viele Hilfskräfte wie nötig wären, den "Rabo de Gato", also hier Katzenschwingel genannte Unkraut zu eliminieren, kann keine Institution bereitstellen. - Aber warten wir mal ab, wann und wie die große Unkrautaktion im kommenden Jahr beginnt. - Und immer dran denken, das Wetter wird besser!




Heute im Regen, ein Reiher macht Rast bei uns





Freitag 02.12.2016 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag: 3 mm - Luftfeuchte 95 % - Luftdruck 1014 hPa

Gastbeitrag von Antje Gieser und SOS La Palma
Flohmarkt in Santa Cruz
Am Sonntag, 4. Dezember auf dem Parkplatz vor der Marina






Es weihnachtet wieder - für uns Mitteleuropäer, die wir hier leben, immer wieder fast unglaublich. Für die meisten von uns ist die Vorweihnachtszeit und dieses Fest gefühlsmäßig immer noch verbunden mit Kälte, im Glücksfall Schnee und kurzen, dunklen Tagen, dafür langen, auch dunklen Nächten. Das gehört für uns einfach dazu...Und da können wir seit noch so vielen Jahren auf dieser Insel leben, das sitzt offenbar fest. Natürlich wird Weihnachten auch hier gefeiert, nur anders. Als ich das erste Mal - vor einer Ewigkeit - dieses Fest auf den Canaren miterlebte, kam ich aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Die Canarios tanzten nach dem Weihnachtsgottesdienst vor der Kirche und die Fröhlichkeit war überschäumend. Klar, eine Geburt ist ja auch ein Anlass zur Freude, und unsere deutsche, besinnliche, manchmal fast schwermütige Art, dieses Fest zu begehen würde hier wahrscheinlich auch Erstaunen hervorrufen.

Am Sonntag, 4. Dezember, ist wieder Flohmarkt

und wir von "SOS - ayuda para los Palmeros" sind auch dabei. Auf dem Parkplatz vor der Marina in Santa Cruz bieten wir wieder Preiswertes und Rares, liebenswürdigen Kitsch und Kruscht. Sachen, die man immer schon mal haben wollte, Spiele, Spielzeug und vieles mehr. Wir freuen uns auf Euren Besuch und auf Eure Mithilfe. Wir möchten, dass auch die Bedürftigen dieser Insel das kommende Weihnachtsfest als Fest der Freude, als etwas besonderes erleben können.






Donnerstag 01.2.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 52 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 21,2 Grad - niedrigste Temperatur 13,9 Grad

Ein Kessel Einfarbiges aus dem Tourismus
Alltag und andere Insel-Aufgaben


Vorher müssen wir allerdings ein bisschen über das Wetter sprechen. - Da kommt Wuchtiges auf uns zu, aus dem Südwesten. - Die Azoren gönnen sich mal ein Tief, das sei Ihnen gestattet. - Allerdings hat das Folgen für uns, und nach der Lage des Tiefs eben aus dem Südwesten. - Und kräftig, ein Ausläufer mindestens erwischt uns, mit Niederschlägen und Wind und es kann morgen und auch übermorgen dann zu Schwierigkeiten am Flughafen kommen. - Wind aus westlichen Richtungen, auch aus Südwest, kann zu Scherwinden und unberechenbaren Böen am Flughafen führen und dann müssen die Flieger genau den richtigen Zeitpunkt abwarten, oder eben eine andere Insel bemühen, deren Flughafen weniger beeinträchtigt von Wind ist. - In der Regel sind das Tenerife Süd oder Gran Canaria. - Ab Sonntag aber wieder gutes Wetter und dann erwarten wir eine Woche lang sogar fast sommerliche Temperaturen, aber irgendwie müssen wir über den Freitag und Samstag kommen.

Herbergsvater werden, das war immer mal wieder ein Traum von mir. - Ehrlich, aber vielleicht haben mich ja kluge wie weise Hände immer davon abgehalten und bei meinen Leisten bleiben lassen. - Auch wenn ich mir die Leisten kaum leisten kann. - Jetzt erfahren wir auch außerhalb der Gerüchteküche, dass die Firma, welche die bislang drei Herbergen auf der Insel betreut hat, diese nicht mehr weiterführen kann, will oder darf, je nachdem, aus welcher Sicht man das betrachtet. - Es hat wohl nicht funktioniert, die Zahlen stimmen nicht, und wenn das so ist, dann muss man sich besondere Mühe gehen, Rücklagen anfassen, oder die Herberge ins Korn werfen. - Man hat seitens der Inselregierung viel Geld in die Renovierung dieser, meist alten Häuser gesteckt, um sie eben eines Tages ihrer neuen Bestimmung zu überführen. - Die Abteilung Umwelt verwaltet diese Immobilien, da auch das Geld für den Ausbau dieser Gebäude kam, und das alleine muss man wohl bereits als Fehler ansehen, denn was hat die Umweltbehörde mit touristischen Betrieben zu tun. - Also, man suchte Pächter, Herbergseltern ist wohl in unserer Zeit kein gemäßes Wort mehr und fand diese auch, junge Leute gründeten dafür extra eine Firma.

So richtig in den Markt eingedrungen sind die allerdings nicht, die Vermarktung dieser Herbergen in schönsten Lagen fand mindestens dezent, wenn nicht fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, denn in der Branche der Ferienvermietung nimmt man wohl wahr, was um sich geschieht und mancher, uns eingeschlossen, hätte sich sogar zu einer Zusammenarbeit hinreißen lassen. - Es sollte nicht sein und vor einem halben Jahr bereits drang das Gerücht sogar bis in die La Palma Times, eltime.es, der Firma, welche die Herbergen betreibt ginge es schlecht, und käme ihren Verpflichtungen gegenüber dem Umweltamt nicht nach, was immer diese auch gewesen seien. - Nun ist es also raus, Ende dieses Jahres ist Schluss und der Geschäftsführer der Firma macht sich nun Luft und gibt eine Teilschuld am Scheitern ans Inselumweltamt weiter, die hätten Versprechungen nicht eingehalten und man hätte sie mit Zahlen geködert, welche sich als nicht reell herausgestellt hätten. - Seitens der Firma heißt es, man hätte mit Mitteln und Infrastrukturen arbeiten müssen, welche nicht adäquat wären und auch könne man die Preise nicht frei kalkulieren, sondern diese wären festgesetzt. - Wahrheiten sind immer irgendwo da draußen, allerdings muss man auch wissen, dass es einen Wechsel an der Spitze des Umweltamtes im Cabildo Insular gab und wir uns ganz plötzlich wieder ganz tief unten in der Parteipolitik befinden. - Der Geschäftsführer der Firma soll verwandt mit der Ex-Rätin für Umwelt sein, welche der Partido Popular angehörte und der neue Rat ist Mitglied der Coalición Canaria und jeder, der ein bisschen was über unseres lokales Politikverständnis weiß, der schlägt hier bereits die Hände über dem Kopf zusammen und beginnt wegzulaufen. - Klientelpolitik bei der Vergabe, und dann Knüppel zwischen die Beine, wenn die Anderen dran sind. - So kann das nichts werden und wenn man darüber hinaus jegliche persönliche Initiative im Paragraphenschleim erstickt, dann braucht man solche Herbergen gar nicht erst aufmachen.

Ein Flugzeug namens La Palma. - Ich erinnere mich noch daran, dass die Iberia mal einen Airbus auf den Namen Los Llanos taufte, und die Maschine sogar eine Schleife über die Stadt flog. - Das ist schon lange her, damals gab es die Iberia noch als Staatsdivalinie, heute fliegt die Iberia Express den Staub aus den Talaren und hat nun einen Airbus auf den Namen La Palma getauft. - Ob unsere Inselregierung dafür Zählbares auf den Tisch legen musste, ich weiß es nicht, man tuschelt so etwas, allerdings glaube ich das nicht, weil es nämlich gar keinen Sinn machen würde und spätestens seit Raúl Camacho als Tourismusrat der vergangenen Legislaturperiode die Messlatte sin Sachen Arbeitsqualität politischer Ämter endlich wieder über Limbo-Höhe gelegt hat, geht man mit den Steuergeldern im Ressort Tourismus vorsichtiger um. - Ob immer richtig, das ist eine andere Frage und kommt wohl auch bei jedem auf den Blickwinkel an. - Auf jeden Fall passt es zu der augenblicklichen Situation, täglich verbindet inzwischen die Iberia-Express Madrid mit La Palma und das sogar mit einer erfreulichen, sagen wir mal vorsichtig, nicht wirklich Iberia-typischen Verlässlichkeit. - Ein großer Teil unserer Urlauber wählt heute die Verbindung mit der Iberia-Express über Madrid um aus Deutschland zu uns zu kommen, anstatt sich den üblichen Chartern anzuvertrauen. - Und denken wir ein paar Jahre zurück, da dachte man darüber nach, die Linie La Palma Madrid und umgekehrt als Pflichtaufgabe für die Airline zu gestalten, da man nur zwei oder dreimal die Wochen diese Linie bediente. - Alles im Grünen Bereich zwischen Iberia-Express und La Palma und nun fällt die Überleitung zum nächsten Thema leicht.

LPA, PMI, SPC. - Las Palmas de Gran Canaria, Palma de Mallorca und Santa Cruz de La Palma. - Die Auflösung für die Flughafenkürzel in der richtigen Reihenfolge. - Das kann alles ein bisschen verwirrend sein für Außenstehende, aber glauben Sie mir, es gibt viele Leute hier, die glauben an Bayern Leverkusen und Bayer München. - Man muss immer genau hingucken, was man will, sonst bekommt man es auch. (Trump zum Beispiel) - Und wer Palma will, der soll Palma haben, und dann darf die zweite, oder gar dritte Frage lauten: Wie hätten Sie es denn gerne? - Die Unterschiede sind wohl da, Las Palmas, die Hauptstadt der Insel Gran Canaria, Palma de Mallorca, die Hauptstadt Mallorcas und auch der Balearen, und La Palma, die kleine grüne Insel im Atlantik, die den Passat und manche Gäste ärgert, weil sie einfach nicht für alle Gelegenheiten kompatibel erscheint. - Wer gut hinhört, der kann die Unterschiede also wohl mitbekommen, es ist irgendwie auch ein anderer Ozean, aber nun macht die Hauptstadt der Balearen die ganze Sache wieder spannender, denn die Stadt will sich nun Palma nennen, ohne das Mallorca davor, daran, danach oder sonst wo.

So hieß die Stadt eigentlich immer schon, aber man zwängte halt dieses de Mallorca dazu, und das will man nun wieder loswerden, warum, das weiß ich nicht, aber Insulaner haben meist einen ganz eigenen Kopf. - Nun wird es also noch schwieriger, La Palma von Palma zu unterscheiden und man fürchtet hier, das könnte zu noch mehr Durcheinander bei der Auswahl der touristischen Destinationen führen. - In der Tat erleben wir es immer wieder, dass Leute einen sehr billigen Flug gebucht haben, dann eine Unterkunft wollen und es sich erst im weiteren Verlauf herausstellt, dass Palma nicht gleich La Palma ist und man sich irgendwie neu orientieren muss. - Hier reagiert man auch nicht wirklich amused über die Namensänderung, allerdings darf man doch auch die Frage stellen, ob die Verwechslung mit Palma de Mallorca, sorry, Palma, nicht eher uns dient, und der großen Stadt mit der schönen Kathedrale im Mittelmeer eher nicht. - Ich habe dazu mehrere Leute befragt, unter anderen auch meine letzte Instanz, und wir sind uns nicht einig, ob man denn ganz einfach hingehen kann und sagen, der weniger Bekannte profitiert immer vom Bekannteren bei Verwechslungen. - Wieder mehr Fragen als Antworten, dabei gebe ich mir reichlich Mühe!




Die Alexander von Humboldt 2 hat heute Morgen den Hafen von Puerto de Tazacorte verlassen und Kurs auf Santa Cruz de Tenerife genommen.







Hier noch in Sachen Bauernregeln. - Wenn El Hierro ganz nah ist, man muss einfach nur hingucken heute, dann regnet es bald. - Sagen die Leute, und ganz selten nur kann man die Nachbarinsel derart klar erkennen und nachts die Lichter der fahrenden Autos. - Drei oder vier soll es auf El Hierro ja geben...





Donnerstag 01.12.2016 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 50 % - Luftdruck 1018 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Cargos son cargas; las menos, dulces, las más, amargas

Ämter sind Lasten, die geringeren süße, die höheren bitter. - Das beginnt mit einem Wortspiel und soll ausdrücken, dass Ämter oder Posten nicht nur Würde bedeuten, sondern auch Arbeit. - Je höher das Amt ist, um schwerer die Last es zu tragen. - Meine Frau drängelt, will an den Computer, sonst würde ich hier noch die ganzen Ausnahmen zu dem Spruch aufführen…





Bild von Wolfgang Hempel





Mittwoch 30.11.2016 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 34 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 23,8 Grad - niedrigste Temperatur 14,2 Grad

Schlauch halten, und abwarten bis das Wetter besser wird
Aufarbeitung des großen Waldbrandes im August dieses Jahres


Man gibt sich allergrößte Mühe, die Geschehnisse um das große Feuer dieses Sommers aufzuarbeiten und dazu finden in El Paso gerade Konferenzen und Vorträge statt, welche sich mit Waldbränden allgemein, aber auch speziell mit unserem Problemfeuer des vergangenen Augusts beschäftigt. - Ich war auf den Vorträgen, welche sich auf La Palma bezogen und in der Tat, das Feuer dieses Jahres war einer der größten Waldbrände in der Geschichte der Insel, so weit man eben diese Feuer katalogisiert. - Interessant war die Chronologie, aufgezeichnet seitens eines Mitarbeiters des Umweltamtes, (Medio Ambiente) welche meist die Ersten am Feuer sind und zu denen auch der verstorbene Francisco Santana gehört. - Eine Frage allerdings bleibt auch nach diesen Konferenzen stehen, warum war es nicht möglich, das Feuer gleich nach dem Ausbruch erfolgreich zu bekämpfen, bevor überhaupt ein solch großer Brand entstehen kann. - Darüber gibt es auch immer noch unterschiedliche Aussagen von Nachbarn und ich darf auch daran erinnern, dass der Verursacher des Brandherdes, der Deutsche Scott, immer noch in Untersuchungshaft sitzt, obwohl er voll geständig ist und bereit, sich seiner Verantwortung nicht zu entziehen. - Warum das so ist, und Diebe frei rumlaufen, ich weiß es nicht, in Sachen Juristerei kenne ich mich nun überhaupt nicht aus. Bleibt die Hoffnung, dass anwaltlich alles getan wird, um eine Fahrlässigkeit, einen dummen Fehler, nicht eine ganze Zukunft zerstören zu lassen.

So sprach man von dem, was war, und nicht von dem, was hätte sein können und Fragen stellen war auch nicht vorgesehen, das muss man so akzeptieren im Rahmen dieser Konferenz. - Irgendwann kommt man dann zu dem Schluss, der meiner Überschrift sehr nahe kommt, welche natürlich frech überzeichnet ist. - Aber ohne Hilfe des Wetters gibt es keine großen Waldbrände und auch keine Kontrolle darüber, also ist das Zutun des Menschen in beider Hinsicht fast beschämend gering. - Und auch hinzugefügt, wir können uns nicht vorstellen, was wohl aus dem Feuer geworden wäre, wenn nicht bis zu 12 Hubschrauber und Flugzeuge und mehrere hundert Mann gegen das Feuer gekämpft hätten. - Das ist das Stück weitere Ungewissheit, und ich hatte ja während der Berichterstattung im August bereits mehrfach darauf hingewiesen, dass die Mehrzahl der Kräfte der Brandbekämpfung, sei es nun vom Boden, oder auch aus der Luft, damit beschäftigt waren Siedlungen und menschliches Eigentum zu schützen, und weniger dafür frei waren, strategisch die Ausbreitung des Feuers zu verhindern.

Auch gab es zwei verschiedene Phasen des Brandes, die erste, vom 3. August bis 4. August 05:00 Uhr, als man das Feuer bereits fast kontrolliert hatte, als es noch südlich Jedeys nur eine Front gab. - Bis eben dann in den frühen Morgenstunden der Wind auf Süd-Südost drehte und damit plötzlich die leichte Neigung des Feuers in den Süden zu ziehen komplett umwarf - Binnen weniger Stunden stand dann eine mehr als 3 Kilometer lange Front bis El Paso in Flammen und das waren auch die Stunden des Unglücks und des Todes des Francisco Santana, der sich am ganz frühen Morgen des 4. Augusts zugetragen hat, nachdem der von den Flammen plötzlich eingeschlossen war. - Ab diesem Moment wurde aus einem, scheinbar beherrschbaren Flächenbrand eine Brandkatastrophe, außer jeglicher Kontrolle, und das nicht, weil die Einsatzkräfte geschlafen hätten oder Fehler gemacht, sondern weil das Wetter plötzlich und ohne Vorhersage komplett anderen Wind schickte. - Wohl mit Ansage veränderte sich das Wetter am 4. August zu heiß und trocken, was eben die weiteren Löscharbeiten noch viel schwieriger machte, aber den plötzliche Wechsel der Windrichtung hatte niemand vorhergesehen, oder ahnen können.

Man hatte die Kräfte auch so zusammengezogen, dass man das Feuer nördlich am Campanarios, südlich bei Santa Cecilia und östlich an dem Forstweg zwischen El Pilar und Fuencaliente einschließen konnte und das gelang auch so weit, bis eben der Wind drehte und robust auffrischte. - Ich erinnere mich auch noch genau an die Nacht, es sah gegen Mitternacht bereits so aus, als könne man Entwarnung geben und wir sind alle ins Bett, um dann gegen 07:00 Uhr morgens die Katastrophe zu sehen, dass das Feuer plötzlich und lichterloh bis El Paso reichte. - Am 4. August selbst lief dann eine der größten Maschinerien der Brandbekämpfung an, welche die Kanaren jemals gesehen hatten, eben bis zu 12 Einsatzmittel aus der Luft und mehrere hundert Einsatzkräfte am Boden konnten das Feuer schließlich am 8. August an einer weiteren Ausbreitung hindern. - Natürlich auch wieder mit Hilfe des Wetters, die Temperaturen sanken, die Luftfeuchte nahm wieder zu und am 12. August erklärte man dann auch offiziell das Feuer unter Kontrolle.

Was nicht gelang, das war ein Übergreifen der Flammen auf die Ostseite zu verhindern, und dazu hatte man interessante Karten bereit, welche Brände in der gleichen Zone aus vorhergegangenen Jahren zeigten. - Immer bei Wind aus Südost gelang es nicht, das Feuer auf der Westseite zu halten und erneut waren es die Zonen zwischen Llano de Moscas und Cabrito, welche den Übergang des Feuers vom Westen in den Osten ermöglichten. - Spät am 4. August hatte man dann drei Fronten zu bekämpfen, denn das Feuer breitete sich plötzlich auch nach Süden aus, nachdem Funkenflug, oder wie auch immer, plötzlich anderthalb Kilometer südlich des eigentlichen Brandes ein neues Feuer entstanden war, welches dann auch bis hinab nach Fuencaliente zog. - Wie dieser neue Brandherd entstand, Funkenflug gegen die Windrichtung kennt man eigentlich nicht, das weiß man auch noch nicht wirklich.

In den Vergleichen mit früheren Feuern, da waren manche dabei, an die erinnerte ich mich kaum noch, konnte man aber gut ablesen, dass immer die gleichen Flächen und Regionen vertreten sind und dass eigentlich die gesamte Cumbre Vieja schon mal gebrannt hat, oder zumindest in der betroffenen Zone liegt. - Auch ganz klar kann man da erkennen, dass ausschließlich die Kiefernwaldzone betroffen ist, und außerhalb des Waldes das Feuer überhaupt keine Ausbreitungsmöglichkeit findet. - Einmal durch geringere Vegetation und auch durch die Tatsache, dass außerhalb des Waldes fast überall kultiviertes Land ist, wo weniger Nahrung für das Feuer besteht und auch sofort Nachbarn mit dem Schlauch zur Hand sind. - Die Schnittstellen zwischen Wald und den Siedlungen stellen die Probleme dar und man bestätigt auch meine Sicht, dass nicht nur die Häuser dem Wald immer näher kommen, weil man urbanistisch-planerisch das nicht ausreichend berücksichtigt, sondern auch der Kiefernwald sich deutlich weiter in die unteren Zonen ausgebreitet hat, nachdem man die Kanarische Kiefer unter deutlichen Schutz gestellt hat.

Es liegt nicht in meiner Aufgabe und auch nicht in meiner Kompetenz, da ein Fazit zu ziehen und die Konferenz geht auch morgen noch weiter, und das sind alles Profis, auch internationaler Natur, welche sich da in El Paso versammelt haben. - Sicher wird es auch kein wundersamens Rezept geben, wie man zukünftig Waldbrände verhindern kann, außer eben noch mehr Vorsicht und genauester Beobachtung des Wetters. - Denn eines ist auch klar, jedes größere Feuer auf der Insel ging mit heißem Wetter einher, ohne solche Bedingungen hat es bislang kein Ereignis von bleibendem Eindruck gegeben. - Auch die Zonen, wo es brennt, die sind klar umrissen, und ohne das Wetter gibt es weder Feuer noch Entwarnung, das muss immer mitmachen. - Langfristig wird man sicherlich den Kiefernwald vom Menschen trennen müssen, das Feuer ist ja Mittel der Kanarischen Kiefer zur weiteren Ausbreitung, und so wird man sicherlich eher den Wald zurückdrängen, als die Häuser vom Waldrand nehmen. - Mal sehen, was die Profis uns noch alles nach dieser Konferenz zu erzählen haben, denn eines ist klar, es stellt sich nicht die Frage, ob es denn wieder brennt, sondern nur wann. - Allerdings wissen wir, bei welchem Wetter und wo, nur wird es jeden Sommer mal heiß und überall auf der Insel gibt es ab einer bestimmten Höhe den Kiefernwald.




Diese Grafik zeigt die maximale Ausdehnung des betroffenen Gebietes. - Dunkel erscheinen dort die Flächen, in denen Bäume selbst Feuer gefangen haben, in den helleren Zonen hat meist nur das Unterholz gebrannt.




Diese Grafik zeigt den Stand des Brandes gegen Mitternacht 3. August. - Die grünen Markierungen zeigen die Verteidigungslinien der Einsatzkräfte. - So wollte man das Feuer in dem Perimeter halten, bis eben der Wind auf Süd-Südost drehte und das Feuer sich unkontrollierbar Richtung Norden ausbreitete.





Mittwoch 30.11.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 4 mm - Luftfeuchte 66 % - Luftdruck 1014 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Camino comenzado, medio andado

Der Weg angefangen, ist halb gegangen. - Den Spruch unterschreibe ich voll und ganz. - Meist ist der schwerste Teil eines Weges der Anfang, man muss sich überwinden zu starten, aber wenn der Punkt oder Schweinehund überwunden ist, dann ist der halbe Weg bereits gemacht.





Bild von Wolfgang Hempel





Dienstag 29.11.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 50 % - Luftdruck 1013 hPa
Höchsttemperatur heute 20,5 Grad - niedrigste Temperatur 13,6 Grad

Ob die am Hafen mal einen Bahnhof hinbekommen?
Alexander von Humboldt 2, morgen, Mittwoch den 30.11. im Hafen von Puerto de Tazacorte


Ein Schiff wird kommen. - Das hofft man schon lange in Puerto de Tazacorte, nachdem man in den letzten 15 Jahren den Hafen gleich zweimal für richtig Geld ausgebaut hat. - Bei aller Freude über viel Geld, welches auf die Insel kommt, bleibt halt immer zu hinterfragen, ob das Geld denn nachhaltige Wirkung zeigt. Oder ob man das einfach in den Atlantik gekippt hat, im Tausch für ein paar temporäre Arbeitsplätze und den Anstieg der Aktienwerte einiger Großunternehmer. - Aber seien wir nicht zu selbstkritisch, die EU hat das abgesegnet, beide Male, immer hieß es, das dient dem wirtschaftlichen Erfolg der Gemeinde Tazacorte wenn dort Fracht- und Fährverkehr die Dinge so richtig ins Laufen bringen. - Und die haben immer Recht, Argumente wie Himmelsrichtungen, Abstände zu anderen Häfen und wie lange eigentlich Molen sein müssen, damit Schiffe anlegen können, das sind alles Nebensachen und irgendwie hat noch nie einer aus Brüssel nachgeguckt, was man uns da so alles geschenkt hat.

Der Jachthafen von Puerto de Tazacorte ist ein Traum geworden, inzwischen kann man dort ruhig liegen, die Infrastrukturen sind alle vorhanden und immer mehr Boote legen in Puerto de Tazacorte an, auf ihrem Weg in die, früher mal Neue Welt. - Das macht sich gut, nette Spaziergänge an mondänen Jachten und auch die Gastronomie hat positiven Einzug gehalten. Puerto de Tazcorte ist jederzeit für einen Schlendrian zu haben. - Das kommt von Schlendern übrigens… - Diese Einrichtungen haben alle profitiert von den großzügigem Zuwendungen aus Brüssel und irgendwie ist ein bisschen pikant, dass eine private Firma den Jachthafen betreibt. - Wir müssen vorsichtig sein mit Vermutungen, denn das Geld aus Brüssel ging ja nicht direkt in den Jachthafen, sondern der profitiert als Kollateralwinner, als Paddler im Speckgürtel, als Effekt in der Synergie, und wir sollten bauernschlau genug sein, das ganz einfach zu unserem Nutzen zu drehen. - In der Tat, der Jachthafen dort unten in Tazacorte hat nichts mehr mit dem zu tun, was wir da vor 10 Jahren mal angeboten haben und in der Welt der Atlantiksegler hat sich das längst herumgesprochen, auch La Palma bietet inzwischen einen ruhigen Platz für deren Boote.

Das Geld allerdings sollte ja die lokale Wirtschaft vorantreiben und da hatte man vor allem Fracht- und Fährschiffe im Auge. - Das allerdings ist bislang komplett ins solche gegangen, außer der "Volcán de Tauce" der Reederei Armas, welche im Sommer 2005 und 2006 wöchentlich einmal von El Hierro nach Santa Cruz de La Palma einen Abstecher nach Puerto de Tazacorte machte, fuhr niemals mehr ein Fracht- oder Fährschiff den Hafen von Puerto de Tazacorte an. - Und wie gesagt, damals war der erste Umbau des Hafens fertig, die "Volcán de Tauce" legte im heutigen "Innenhafen" an, die äußere, die neue Mole, für weiter 50 Millionen Euro hat noch überhaupt kein Fracht- oder Fährschiff angefahren und es ist schwerlich zu vermuten, dass dort jemals ein solches Schiff landen wird. - Nicht nur, weil die Mole mit an die 140 Meter viel zu kurz ist, Tazacorte liegt auf der Westseite der Insel, und die einzigen beiden Häfen, welcher sich als Ziel anbieten sind auf Tenerife, also im Osten von uns. - Gut eine Stunde länger würde also die einfache Fahrt dauern, wenn man nach Tazacorte anstatt nach Santa Cruz fahren würde und dort hält man doch bereits alle Infrastrukturen bereit und ist keinesfalls ausgelastet. - Man müsste die Insel also drehen, dann würde das Sinn machen und die Linie aus El Hierro, die wurde sang und klanglos eingestellt, da immer nur ein paar Passagiere diesen Dienst nutzen.

So ist und bleibt das einzige Schiff, welches jemals dort angelegt hat, die Alexander von Humboldt 2, und zwar am 12. März 2015. - Als dieses Schiff mit all seinen stolzen Segeln und seiner stattlichen Erscheinung eingelaufen ist, waren nur Zuschauer dort das Schiff zu begrüßen, eine Abordnung der Stadt, der Region, oder der Insel waren überhaupt nicht dort. - Kein Bahnhof am Hafen, ein bisschen ärgerte man sich schon darüber, dass nur ein paar schrumpelige Deutsche davon wussten, dass dieses Schiff kommt, die Autoritäten aber mit anderen Dingen beschäftigt waren. - Schwamm darüber, oder Schwall, wie Federico, der Hafenbeauftragte treffender formulieren kann, denn die Alex2, wie das unter Seglerfreunden heißt, die kam wieder nach Tazacorte, legte aber dann an der Innenmole an, also der alten Mole, weil an der neuen Mole zu viel Schwall herrscht. - Auch morgen, man erwartet das Schiff gegen nullachthundert, also 08:00 für uns Eier vom Land, wird das ausgesprochen schmucke Schiff wieder an der Innenmole anlegen, weil man dort einfach besser liegt.

Nach der Alex2 kamen auch noch andere Segler, ähnlicher Größe, die englischen Lord Nelson und Bessie Ellen zum Beispiel oder die schwedische Alva, und alle machten an der Innenmole fest. - Die Außenmole bleibt also nach dem tapferen Be- und Versuch der Alexander von Humboldt 2 unberührt, vielleicht lässt sich ja so etwas auch als Alleinstellungsmerkmal gut verkaufen. - Ich rede ja auch immer wieder von den touristischen Nischen, die wir begehen sollten, um keine Kopie einer anderen Kanareninsel zu werden, allerdings liegt diese Nische viel zu nah an Schilda und könnte unsere Außendarstellung in eine Richtung locken, die wir eigentlich nicht suchen sollten. - Die Stadtverwaltung ist nun vor ein paar Wochen auf eine Messe in Sachen Kreuzfahrtourismus gegangen, um diesem Markt mal auf die Finger zu gucken und die Aussage war, man müsste konkret kleine Kreuzfahrtschiffe ansprechen, da die normalen Pötte ja gar nicht im Hafen anlegen könnten. - Eine durchaus stringente Erkenntnis, aber die Richtung in Sachen Kreuzfahrer geht momentan noch in die der Gigantomanie, und wir werden wohl noch eine Weil warten müssen, bis Aida und Carnival die Schiffe endlich nach unserer Façon bauen.

Aber Sarkasmus beiseite, die Alex2 und ähnliche Schiffe sind dann doch genau unser Stockmaß, und wer ist denn wirklich so blind und würde 3.000 Kreuzfahrtgäste durch Puerto de Tazacorte jagen, auf der Suche nach milden Heißgetränken, Toiletten und einem, nicht vorhandenen Geldautomaten. - Darum, lasst uns die Alexander von Humboldt 2 deutlich willkommen heißen, beim ersten Besuch hatten aufmerksame Leute sogar Gemüse und Obst aus dem eigenen Garten gebracht, nach alter Sitte, wenn Seefahrer nach langer Fahrt endlich wieder Land unter den Füßen haben. - Gut, das wäre dann eher symbolisch, denn wirklich lange ist die Fahrt von Las Palmas de Gran Canaria nach Puerto de Tazacorte nicht, aber einen Großen Bahnhof im Hafen hat dieses Schiff allemal verdient. - Hoffentlich spielt das Wetter mit, denn wir sind befinden uns mitten in einem wenig motivierten Tiefdruckgebiet, welches immer mal wieder Regenbänke bereit hält, aber so gar keinen guten Wind für Segler. - Ahoi Alex 2!




Image courtesy of marinetraffic.com - Auf dem Weg.




Die Alexander von Humboldt 2 im März 2015 bei der Einfahrt in den Hafen von Puerto de Tazacorte




Hier liegt das Schiff an der neuen Mole





Dienstag 29.11.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 65 % - Luftdruck 1014 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Camina como viejo y llegarás como joven

Geh als wärst du alt, komm an als wärst du jung. - Gleich vorausgeschickt, das klappt nicht, ich habe es mein Leben lang versucht. - Was uns der Spruch grundsätzlich sagen will ist, lauf nicht los wie ein Depp, sondern teile deine Kraft ein. Die Wahrheit aber ist, man kommt trotzdem immer als Alter an, was immer man auch als Weg vor sich hat. - Und nicht zu lange nachdenken drüber, das gibt nur Falten...





Bild von Wolfgang Hempel





Montag 28.11.2016 16:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 70 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 18,4 Grad - niedrigste Temperatur 13,7 Grad

Die Uniformierten kommen
Stramm taxen in Los Llanos und andere Gereimtheiten


Der Schwarze Freitag steckt den meisten Beschäftigten der Einzelhandelsbranche noch in den Knochen, den Händlern in der Börse. - Ob viel mehr Umsatz auch gleichbedeutend mit mehr Erträgen, oder gar Gewinnen ist, das stellt sich natürlich als andere Frage heraus. - Das muss jeder für sich selber wissen, ob er da mitmachen will, allerdings scheint es auch so etwas wie einen Gruppenzwang zu geben. - Eine Angestellte eines Sportwarenladens steckte mir, dass sie zwar keine progressive Werbung mit derben Rabatten machen, sie aber im Verkaufsgespräch eine Spanne breit vom Geschäftsführer erhalten haben, sollte denn der Käufer noch einen Anreiz brauchen. - Auf jeden Fall eröffnet solch ein Schwarzer Freitag das Weihnachtsgeschäft früher als eigentlich geplant. - Auch erschreckte die robuste, eigentlich brutale Rabattaktion des Hiperdino mit den 30 + 10% Rabatt die Mitbewerber schon, wenn das Vorgaben für das kommende Weihnachtsgeschäft sind, dann haben da nicht alle Freude dran.

Verkaufsoffene Sonntage werden folgen, schon bald, schließlich war ja gestern bereits der Erste Advent und der Einzelhandel darf hier erst ruhen, wenn am 5. Januar keiner mehr Geld in der Börse hat. - Da wir ja alle multikulti sind, außer denen, die im Fach Leidkultur noch nachsitzen müssen, wissen wir doch, dass in Spanien die Geschenke nicht das Christkind bringt, sondern die Heiligen Drei Könige, also am 6. Januar erst Bescherung ist. - Ich hatte das früher mal, nicht nur als alles anders, sondern auch meine Kinder noch kleiner waren, als logisch bezeichnet, dass die drei Herren aus dem Morgenland die Geschenke bringen und nicht bereits am 24. Dezember die Gaben verteilt werden. - Allerdings kam ich da nicht wirklich weiter, meine Kinder konnten bereits früh lesen und mehr am Rechner als ich, und haben dann schnell die gesamte Weihnachtsgeschichte auseinandergenommen. - Ergebnis, bei uns gab es immer mehrere Bescherungen, am 24. Dezember, am 5. Januar abends und am folgenden Wochentag drauf dann auf meiner Bank, wenn die wieder angerufen haben. - Die Kinder werden älter, die Geschenke nehmen in der Quantität ab, aber in der Qualität, oder sagen wir beim Preis, nehmen die zu und Eltern werden nicht älter, sondern elter.

Über den, fast nicht vorhandenen online-Einkauf hier auf den Insel haben wir ja bereits gesprochen, eine Mischung aus Frechheit seitens der Lobbyisten im Gobierno de Canarias, und eine gewisse Unfähigkeit seitens der Post, machen es den Leuten um Howard Amazon, Chantal Zalando und Harry Ebay schwer. - Den Vorwurf der Protektion kann ich immer noch nicht erhärten, will ich auch gar nicht, denn ich bin immer noch Anhänger des lokalen Handels, wenn mal was schief geht, der Turm von Pisa in der Schneekugelt also gerade sein sollte, dann gehe ich um lokalen Tandler und der kann das dann "einschicken". - Auch kaufe ich keine Dinge mehr auf Bestellung, "das liegt im Lager in Tenerife" bedeutet im Klarsprech, kommt irgendwann beschädigt nach Weihnachten, und dann spiele ich mit dem Verkäufer mein Lieblingsspiel, ich tausche Dinge um, die ich noch gar nicht gekauft habe…

Ich gebe es zu, das spiele nur ich gerne, und man kann das auch nicht zu oft machen, am Augenrollen der Verkäufer beim Eintreten sollt ihr sie erkennen. - Stimmt auch nicht, ich bin kein Traumakunde, sondern eher ein Traumkunde, bezahle bar, also wie die von der PP, und halte mich eigentlich niemals länger als anderthalb Minuten in einem Geschäft auf. - Wenn ich bei meinen Töchtern in Gran Canaria bin, dann minimiert sich diese Aufenthaltsdauer noch weiter, ich parke, oder werde in einem nahen Café geparkt, und lasse dann einkaufen. - Richtig, mit meiner Geldbörse und ich schwöre, so ziemlich alles was ich inzwischen auf dem Leib trage, das habe ich nicht selbst gekauft. - Bezahlt schon, aber das ist eine andere Sache.

Überhaupt kommt es ja im Geschäftsleben auf Vertrauen und Marke an, Corporat Identity nennt sich das und kann vieles bedeuten: - Sind bei uns auf der Speisekarte im Restaurant alle Übersetzungen ohne Fehler, selbst die Ottografi stimmt, dann läuten bereits sämtliche Alarmglocken. - Wird dann noch für deutsches Bier geworben wird, von einer Mamsell im Dirndl, dann sollte einem das in Spanien österreichisch vorkommen, oder wie sagt man hier dazu, wenn einem etwas spanisch vorkommen sollte? - Chinesisch wird da wohl richtig sein, chinesisch steht nämlich immer für falsch, russisch für anders herum und ernsthaft für türkisch, wenn da jemand ernst ist, dann kommt er in Haft. - Und Sie müssen das alles wieder ausbaden, nur weil ich irgendwie heute keine Identity kooperiert bekomme. - Ich sage Ihnen auch warum. - Eine meiner Töchter hat mir gesagt, Papa, du brauchst mir diesen Monat kein Geld überweisen, ich verdiene ja jetzt selber genug. - Darüber bin ich noch nicht hinweg, das kommt mir spanisch, chinesisch und sogar isländisch vor, um bloß nichts auszulassen, was habe ich nur falsch gemacht?...

Ich habe keine Lust, heute wirklich ernst oder in Haft zu sein, aber da war noch was, der Informationsauftrag. - In Los Llanos tragen die Taxifahrer bald Uniform. - Böse Zungen behaupten, das ist so, weil man das in El Paso auch schon versucht hat, aber da es hier keine Bösen Zungen gibt, sondern nur Katzenzungen ohne Vollmilch, heißt die offizielle Version, man will damit Professionalität nach außen tragen. - Das mit Uniformen, das kam mir immer schon ägyptisch vor, fast schon sudanesisch, und was soll ich von einer Stadt halten, in der die Taxifahrer Uniform tragen? - Bezahlt hat das übrigens die Gemeinde, die Klamotten, genau so wie in El Paso, und ich bin nur froh, dass keiner auf die Idee kommt, Ferienhausvermittlern auch Uniformen zu verpassen. - Lackschuhe, Gamaschen aber Bermudas darüber, freie Knie und einen Blazer über dem Polo-Short mit einem Clubabzeichen der Weltbiosphäre, und auf dem Kopf einen Schutzhelm aus Verbundoverbooking-Material. - Und bei Regen, schnell Mappe unter den Arm klemmen und ab die Post, noch vor Diktat verreist. - Na ja, vielleicht mache ich einfach eine Blindüberweisung, tippe Zahlen auf den Bankautomaten so lange ein, bis ich irgendein Konto treffe und schicke dann da den monatlichen Obolus hin. - Was, ich soll Ihre Kontonummer angeben? - Gut, so lange ich meinen Tisch über Ihre Füße stellen kann!




OK, heute machen wir Rosé...





Montag 28.11.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 60 % - Luftdruck 1017 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Cállate y callemos, que sendas no tenemos

Sei still und wir sind still, denn wir haben keinen (Aus)Weg. - Reicht vom zarten Hinweis, red´ keinen Mist, bis hin zum handfesten: Wenn du deinen Mund nicht aufmachst, dann halten wir uns auch zurück, das wäre besser für uns beide, wenn keiner was ausplaudert, dann bekommt keiner was mit...





Bild von Wolfgang Hempel





Sonntag 27.11.2016 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 45 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 22,2 Grad - niedrigste Temperatur 13,2 Grad

Die neue energietische Bescheidenheit
Von hundert auf zwanzig und dabei Gas geben


Wir reden von Prozent, nicht von Geschwindigkeit. - Fällt schwer an einem Tag, an dem schon wieder ein Deutscher Weltmeister im Kreiseln geworden ist, aber nachdem sich die Rennstrecke auf La Palma dann doch als Aprilscherz erwiesen hatte, müssen wir uns mit anderen Themen beschäftigen. - Wir alle haben das noch sehr gut in Erinnerung, "La Palma cien porciento renovable" und damit meinte man, eine wunderbare Energieversorgung in Sachen elektrischer Strom hinzubekommen, welche vollkommen und ganz von fossilen Brennstoffen unabhängig ist. - Pläne dafür gibt es tatsächlich und theoretisch möglich ist so etwas sowieso, darüber braucht man eigentlich nicht zu streiten. - Allerdings verschwanden diese Pläne zunächst nach der Herabsetzung der Einspeisevergütungen in Spanien aus dem Ordner "Dringend" auf den äußeren Rand des Schreibtisches, um dann, mitten in der Krise, auch von dort alternativlos in die Ablage zu wandern.

Jetzt beginnt das Zeitalter der Bescheidenheit, vielleicht könnte man auch Ehrlichkeit sagen, dann inzwischen peilt man 20% im Jahr 2020 an und muss dabei noch Gas geben, das überhaupt zu erreichen. - Und wir erfahren das nicht als Schlagzeile, sondern als Abfallprodukt eines "Runden Tisches" in Sachen Energieversorgung der Insel, auf dem es vorwiegend darum ging, von der staatlichen "Red Electrica", also dem Betreiber des Stromnetzes des Landes, bessere Verbindungen auf der Insel zu fordern. - Die bieten neue Leitung vom Kraftwerk auf der Ostseite in den Westen über den jetzigen Korridor an, seitens der Insel würde man das lieber über den Süden der Insel gestalten, aber das ist halt deutlich weiter und man könnte auch keine bereits vorhandene Trasse nutzen. - Die Inselregierung hätte halt gerne die Südtrasse, um für dortige Interessenten in Sachen eolischer Energieerzeugung Überlandleitungen bereit zu halten, genau so wie für ein eventuelles geothermisches Kraftwerk, welches in ziemlich genau fünf-Jahresabständen immer mal wieder dem Volk unter dem Hinter Strom machen soll.

Grundsätzlich ist das ja schon mal mit Weitsicht gepudert, seitens der Inselregierung, die am liebsten auch noch eine Starkstromverbindung in den Norden hätte, dort könnte am "Mulattensprung" - "Salto de Mulatos", ein Wasserkraftwerk genutzt werden, welches bereits vor Jahrzehnten mal in Betrieb war, aber inzwischen auf neue Technik wartet. - Darüber hinaus sind ja in der Gemeinde Garafía weitere Windkraftanlagen geplant, auch den Strom müsste man also irgendwie "abholen" und ins Netz speisen und dafür braucht man zunächst also mal Stromtrassen, und die dazugehörigen Leitungen. - Der staatliche Netzbetreiber will das aber nicht mitmachen, sollen die Produzenten selbst die Leitungen bezahlen, so etwa die Kurzform, allerdings rechnet sich das dann wohl noch weniger, nachdem die Einspeisevergütungen für alternativ produzierte elektrische Energie bereits zurückgeschraubt wurden. - Bald ist Weihnachten und bald auch 2020, und bis dahin wird man wohl schwerlich von den jetzt 7% auf 20% alternativer Energie kommen, wenn man nicht sehr bald robuste Anlagen hinstellt.

Seitens der Inselregierung heißt es nun auch, vernünftig wäre ein System, in dem man zu dem verlässlichen Dieselkraftwerk so viel wie möglich an alternativer Energie dazugewinnen könnte, von 100% spricht dabei niemand mehr und das muss jetzt nicht als Fehler aufgefasst werden, sondern als beginnender Pfand der Vernunft. - "Man muss das Ei nicht nur legen, sondern auch dabei auch Gackern" ist ein bemerkenswerter Satz im breiten Bericht des "Diario de Avisos" über das Treffen des "Energietisches" - nicht energetisch, sondern Energietisch, "Mesa de Energía" (und so wird aus dem scheinbaren Schreibfehler in der Überschrift wieder eine meiner geliebten Wortklaubereien). - Mit dem Ei und dem Gackern meinen die Tischler, also die dort am Tisch saßen, die schlechte Lobbyarbeit, welche die Inselregierung in den vergangenen Jahrzehnten in Richtung Netzbetreiber gemacht hätte. - Trommeln gehört halt zum Geschäft, aber das mit dem Gackern und dem Ei ist doch viel gefälliger.

Ganz interessant dabei ist, dass erstmalig seitens eines Kreises mit Regierungsbeteiligung kaum versteckte Kritik am Modell der kleinen Nachbarinsel El Hierro gemacht wird, an der Anlage "Gorona del Viento". - Das war, ist zum Teil auch noch Vorzeigemodell in Sachen nachhaltiger und alternativer Energieversorgung einer ganzen Insel, hat aber bereits alle Lorbeeren und Preise im alten Dieselkraftwerk verbrannt, denn nur ganz wenige Stunden war es möglich, mit diesem System genügen elektrische Energie zu erzeugen, welche die gesamte Insel versorgt hätte. - Bislang galt man als Nestbeschmutzer, wenn man das kritisiert hat, und auch seitens des "Energietisches" sagt man nicht: Das ist Betrug, sondern viel diplomatischer, auf La Palma könnte man dem Vorbild El Hierros nicht nur folgen, sondern dieses übertreffen. - Das heißt also, dort ist nichts mit 100%, sonst könnte man es ja nicht besser machen. - Man kann übrigens online jederzeit beim Netzbetreiber den prozentualen Anteil sehen, wie viel der Diesel auf El Hierro noch leisten muss, und wie viel die 80 Millionen Euro teure stromerzeugende Windwassersau - "Gorona del Viento" aus Wind- und Wasserkraft zur Energieversorgung El Hierros beiträgt. - Und wer noch ein bisschen mehr schlechte Laune haben will, der tut sich den äußerst robusten Beitrag "Autark am Arsch. Ein Energiewendemärchen" von Wolfgang Röhl noch an und freut sich dann mit mir über die neue Ehrlichkeit unserer Inselregierung. - Wie gut, dass bei uns der Strom aus der Steckdose kommt, und dabei hat noch überhaupt niemand darüber gesprochen, dass man ja zukünftig auch noch irgendwie die nötige Energie für die ganzen Elektroautos produzieren muss…




Energieversorgung braucht Bodenhaftung





Sonntag 27.11.2016 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 60 % - Luftdruck 1016 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Calumniad, calumniad, que algo quedará

Verleumdet, verleumdet, irgendwas bleibt schon. - Das ist natürlich nicht der Aufruf jemand zu verleumden, wohl aber eben der Hinweis, dass man anhand selbst unbewiesener Anschuldigungen jemanden treffen kann.





Bild von Wolfgang Hempel





Samstag 26.11.2016 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 38 % - Luftdruck 1014 hPa
Höchsttemperatur heute 23,2 Grad - niedrigste Temperatur 15,2 Grad

Wirr und zusammenhanglos
Die Nase in die Sonne und anderswohin stecken


An Fidel Castro hatte ich irgendwie länger nicht mehr gedacht. - Das Kerl hat mich immer so ein bisschen an eine Fernsehserie erinnert die heißt: Der Letzte seiner Art. - Hier auf La Palma nimmt man starken Anteil daran, gibt es doch außerordentlich viele Bindungen zwischen La Palma und Kuba, und bei uns wird nicht auf den Tischen getanzt wie in Florida, nachdem die Nachricht über Fidels Tod eingetroffen ist, sondern eher mit dem Fragezeichen, ob das nun wieder den nächsten Schritt in Sachen Veränderungen für Kuba tut. - Wobei ja die nordamerikanischen Wahlen die Zukunft dieses Inselstaates mehr beeinflussen werden als der Abgang eines der Letzten seiner Art. - Viel Applaus schickt man Fidel allerdings auch von hier nicht, Respekt und Aufmerksamkeit wohl und auch ein, wohl wissendes, aber kaum wahrnehmbares Kopfnicken welches bedeutet, dass nun wieder eine Epoche endet.

Der Norden der Insel hat weiter die meisten Niederschläge abbekommen, obwohl wir hier im Tal auch nicht meckern können. - Regen aus Nordwest bedeutet für das Aridanetal immer ein bisschen Lotterie, nur ein, zwei Grad weiter auf Nord drehend der Wind, schon ziehen die Wolken ungenutzt Richtung Süden, und ein, zwei Grad weiter auf West, dann regnet es bei uns. - Dabei kann es bei Nordwest auch durchaus vorkommen, dass Tazacorte und Los Llanos mehr Regen abbekommen als El Paso, und dann gibt es auch noch eine Situation, da regnet es ausschließlich in der Caldera de Taburiente und rund herum ist frei und ich habe noch niemanden gefunden, der mir dieses Phänomen erklären kann. - Überhaupt, Wetter auf einem solch kleinen Felsenpickel mitten im Atlantik, welcher ganz abrupt aus dem Atlantik steigt und die Wolken und den Wind ärgert. - Das kann unheimlich interessant bis spannend sein und warum es "um die Ecke" regnet, oder horizontal, oder unter den Bäumen, und nicht daneben, und warum es auch auf einer kleinen Insel mitten im Atlantik Regionen mit kontinentalem Klima gibt, das kann man sich hier alles erfühlen. - Eine ganze Welt auf ein "paar" Quadratkilometer und wir dürfen zugucken, und unsere Nase dabei meist in die Sonne recken. - So auch heute wieder, allerdings wird es wohl am Dienstag und Mittwoch erneut zu Niederschlägen kommen, dann aber aus dem Süden! - Wetter auch demnächst weiterhin in diesem Theater!

Verstörendes hört man aus Los Llanos in Sachen sozialem Engagement. - In einigen Gemeinden der Insel hat man bereits "Sozialgärten" angelegt, heißt öffentliches Land bedürftigen Menschen überlassen, damit die dort zum Eigenverbrauch, aber auch zum Verkauf landwirtschaftliche Produkte ziehen. - Die Idee ist nicht neu, wird immer mal wieder als kartoffellegende Zwiebelkrautsau verkauft, meist von uns Roten Socken, als könne man damit soziale Ungleichheiten mit der Hacke in der Hand verschwinden lassen. - Nun heißt es empört aus Los Llanos, es hätten sich lediglich zwei Interessenten gemeldet, die Harke zu schwingen, wobei man doch 30 Parzellen anzubieten hat. - Allerdings ist man seitens des Gemeinderates weiterhin zuversichtlich, wenn das erst mal laufen würde, dann kämen sicherlich noch mehr Leute und wollten auch diese Gärten für den Eigenbedarf nutzen. - Aus anderen Gemeinden weiß man, dass diese "Sozialgärten" überhaupt nicht der Renner sind, manche solcher Initiativen sind ganz schweigsam wieder eingestellt, nachdem man zunächst mit große Presseerklärungen viel Wind gemacht hatte. - Liegt sicherlich auch daran, dass wir eh sehr ländlich strukturiert sind und unsere bedürftigen Menschen Nachbarn haben, Freund und Familie, welche sie mit Feldfrüchten versorgen. - Daran mangelt es nicht, auch nicht an privatem Land, welches man Dritten auch ohne Pachtzins zur Verfügung stellen will. - Die Probleme der Armut und sozialen Ungerechtigkeiten sind im ländlichen Bereich nicht damit zu lindern, indem man den Leuten eine Hacke in die Hand drückt und sie loslegen lässt. - Gut gemeint, aber wohl im Elfenbeinturm ausgedacht, anders wäre es, man würde Arbeitsplätze auf dem Acker anbieten, damit die Geld in die Hand bekommen. - So, jetzt haben wir also auch noch das Thema soziale Ungerechtigkeit abgearbeitet, man müsste sich mal vorstellen welche Schlagzeilen das geben würde, wenn man in Klosterdietrichsfelden den Hartzvierlern plötzlich eine Hacke in die Hand drücken würde und sagen: Schau dir deine Radieschen mal von oben an.

Weiter verstörend der Kaufrausch in Sachen Schwarzer Freitag, der in den meisten Geschäften auch noch bis heute, den Samstag ausgedehnt wird. - Also doch noch Black Sabbath, das ich das noch erleben darf… - Ich ducke mich bei solchen Anlässen eigentlich immer ganz tief, aber meine Frau war mitten im Geschehen und konnte eben berichten, dass es im San Martín in El Paso (OK, Hiperdino jetzt für Hipster) fast zum Gau gekommen wäre. - Alle stürmen sich auf die Kartons mit den rabattierten Spielzeugen, -30% sofort und weitere -10% für einen kommenden Einkauf, aber die Software an den Kassen weiß vom Rabatt gar nichts. - Stau an den Kassen, die Namen und kauffertigen Artikel werden aufgeschrieben, damit der Rabatt nicht verfällt. - Stau auf dem Parkplatz, Stau in ganz El Paso, und keine Ahnung, wer das verbaselt hat, auf jeden Fall schläft da jemand schlecht dieses Wochenende. - Das war gestern, heute alles ohne Probleme und Ärger, die Kassen auf Rabatt gedrillt, geht doch. - Und wenn dann alle Billigspielzeug aus China haben, dann fällt dort ein Sack Reis um. - Und wer noch nicht genug "geschoped" hat, der kann heute bis spät nachts in Santa Cruz einkaufen gehen, mit Musik und allerlei Unterhaltung bis 23:00 Uhr. - Das nennt sich dann nicht mehr Black Friday oder Black Sabbath, sondern "Noche de las Estrellas", also Sternennacht, eine endemisierte Version von "Leute gebt Geld aus", unter dem Motto kann man also mit lokal vollkommen reinem Gewissen den Chinakram kaufen. - Da fällt dann kein Sack Reis um, sondern ein Sack Gofio, allerdings aus chinesischem Getreide.




Des Dinos neue Kleider





Samstag 26.11.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 13 mm - Luftfeuchte 95 % - Luftdruck 1014 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Caldo de gallina hasta los muertos resucita

Hühnerbrühe weckt selbst Tote auf. - Na ja, bis Kuba ist das Zeugs wahrscheinlich kalt. - Aber die unglaublich kräftigende Wirkung von Hühnerbrühe kennt man weit über Ideologien und Ländergrenzen hinaus. - Vegetarier und Veganer müssen leider draußen niesen.





Bild von Wolfgang Hempel





Freitag 25.11.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 5 mm - Luftfeuchte 88 % - Luftdruck 1013 hPa
Höchsttemperatur heute 17,1 Grad - niedrigste Temperatur 14,1 Grad

Immer wieder freitags
Wetter und andere Nebensächlichkeiten


Bei Trixi und Reimund weiß ich immer nicht, ob die neben dem Mandelbaum schlafen das Jahr über, nur um die Ersten zu sein, mit ihrem Foto... - Die haben so ziemlich jedes Jahr das Rennen gemacht, den kleinen Konkurs, oder für moderne Menschen "Battle", dieses Mal auch, aber ich stelle nun kokett die Frage, ist das schon die erste Mandelblüte dieses Winters, oder noch die letzte des vergangenen? - Das war natürlich nicht ernst gemeint, nur neidisch, aber dafür blühen bei uns gerade die Rosen so schön… Aber wir können wohl damit rechnen, dass die Mandelbäume diesen Winter/Frühling sehr früh zur Blüte kommen, da es eben im letzten Winter wegen des Wassermangels nur zu geringer Blüte kam und Pflanzen sehr wohl versuchen, solche Mängel auszugleichen. - Also Chapeau an Trixi und Reimund, vielleicht sollte man denen mal eine neue Aufgabe stellen, wer den ersten Weihnachtsmann vor die Linse bekommt…

Damit sind wir auch schon beim Wetter, über welches ich in den vergangenen Wochen häufiger schreibe, als über Politik. - Das Wetter wirft mehr ab, sage ich mal dazu, in der Politik macht sich Pragmatik breit gegen Populismus, die Linken wählen Merkel, unsere Sozis hier vertragen sich am liebsten mit der Coalición Canaria, da bleibt dem Schreiberling nicht viel Platz für Anekdoten. - Beim Wetter eher, denn nach zwei sehr trockenen Wintern hoffen wir dieses Jahr, oder besser dieses Saison auf mehr Glück, auch wenn das meine touristischen Gene eigentlich nicht so befriedigt. - Aber langfristig braucht auch der Tourismus Wasser, die Grüne Insel will die Farbe behalten, das Weltbiosphärenreservat die Biosphäre und die Bananen sollen uns weiter ein bisschen das Gefühl geben, nicht komplett vom Tourismus abhängig zu sein. - Und das Wetter spricht für den Landwirt, und auch die Gäste stimmen ein, es soll regnen, auch viel, aber mit der Einschränkung, nicht wenn wir gerade auf der Insel sind. - Ich kann Ihnen aus den Reihen der Schutzgemeinschaft für die Zucht nachhaltiger Freilandlaubfrösche zur biotonen Wetterbestimmung sagen, dass wir uns allergrößte Mühe geben, die Regenschauer genau zwischen Abflug und Ankunft der Gäste zu legen.

Es wird aber viel an- und abgereist in den kommenden Wochen, also heute ziehen dunkle Wolken über die Insel, aus dem Nordwesten und dann bleibt es kritisch die kommenden Tage. - Ich sprach ja bereits von einem Tief, welches seinem Namen nach den Breitengraden tanzt, und das wird uns auch kommende Wochen wohl noch beschäftigen. - Wir kennen die Situation noch vom Monatsanfang in Sachen "Tief Elisabeth", sollte ein kräftiges Hoch über dem Nordatlantik und/oder Europa wenig Spaß am Fortkommen haben, und zufällig ein Tief bis auf unsere Breiten wirken, dann haben wir länger was davon. - Vorteil einer solchen Konstellation gegenüber aus dem Westen heranbrausenden Tiefs allerdings ist, dass die Niederschläge langsam und wenig stürmisch daherkommen. - Vom Gesichtspunkt des Wasserhaushaltes der Insel aus sind uns also solche verklemmten, kleinen Tiefs lieber, als die aufbrausenden Tiefausläufer, auf ihrem schnellen Weg vom Golf von Mexiko nach Nordeuropa. - Und auch für den Gast ist es angenehmer, da immer wieder zwischendrin die Sonne rauskommt und die Knochen kanarisch wärmt. - Nur wer halt Wanderungen plant, welche den ganzen Tag in Anspruch nehmen, der muss pragmatisch den Rucksack packen mit Anorak und T-Shirt, mit Glühwein und Sonnencreme.

Auch auf La Palma kommen alle möglichen Modeerscheinungen an, und natürlich immer dann, wenn das was mit der Verbesserung der Kauflaune zu tun hat. - Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da kaufte man für Reyes ein paar Tage vorher die Geschenke, nachdem man die aber Mitte November bereits bestellt hatte. - Dann kamen die langen Samstage, dann die verkaufsoffenen Sonntage und dann die "Weißen Nächte", die Sternennächte und nun auch noch der Viernes Negro, also der Schwarze Freitag. - Ich kenne die Black Panther, den Schwarzen September und Black Sabbath, und auch den Schwarzen Mann, aber vor dem hatte man im Bayrischen Wald weniger Respekt. - Und jetzt eben der Schwarze Freitag, kein Geld ist keine Ausrede mehr, so billig ist heute alles, und das ist wohl auch der Grund, warum ich mich nicht raus traue. - Man vermischt nun auch in den beiden Metropolen, also Santa Cruz und Los Llanos die Weiße Nacht, also die Geschäfte schließen nicht, denn die Nacht dauert ewig, mit dem Schwarzen Freitag, also billig, und vorhin habe ich ja bereits über Pragmatismus sprechen können und falls Sie immer noch nicht wissen, was das eigentlich ist, dann sollte es nun geschnackelt haben. - Shades of grey für Kreditkartenjunkies, und es weiß ja keiner, ob Sie gerade in der Weißen Nacht, oder am Schwarzen Freitag heute unterwegs sind. - Also auf, Konsum ist erste Bürgerpflicht, oft die einzige Chance zur wehrhaften Bürgerbeteiligung im System, und das will man sich doch nicht nehmen lassen, wegen solcher Nebensächlichkeiten wie Armut oder schlechter Laune. - In den Hiperdinos der Insel soll es heute auch zu tumultähnlichen Szenen gekommen sein, denn die bieten original China-Plastik-Spielzeug 40% billiger an. - Billiger als was, fragt dann kein Mensch, sondern es wird gekauft, eingeladen, ausgepackt was das Zeugs hält, hoffentlich wenigstens bis zur Kasse, damit sich das Ganze überhaupt lohnt. - Mir tut dabei immer das Personal Leid, die haben irgendwie außer Arbeit und Stress nichts davon.

In Santa Cruz hat man sogar seitens der Lokalpolizei und freundlicher Mithilfe des Gemeinderates dafür gesorgt, dass die Leute mehr Geld zum Ausgeben haben. - Zumindest in 170 Fällen, denn so oft sind irgendwie Strafzettel vom Ausstellen durch den Sheriff bis hin zur Eintreibung durch den Stadtkämmerer verloren gegangen. - Wobei das Wort verlieren eben noch mehr shades haben kann, als der so oft zitierte Herr Grey, aber Lokalpolizei (zumindest die Straßengang davon) und die Opposition im Gemeinderat wollen nun wissen, wohin denn diese Strafzettel verschwunden sind und wer hier die große Begnadigungen ausspricht. - Dazu muss man wissen, die Policía Municipal besteht aus Angestellten der Gemeinde, die unterstehen dem Bürgermeister und nicht dem Innenministerium, und auf dem Weg vom Block des fleißigen Sheriffs bis hin zum Postversand des Strafzettels geht dieser durch viele Hände und jeder kennt wiederum viele Leute und da ist die Versuchung besonders groß, da schnell mal ein Schwarzes Loch aufzumachen, und sei es auch nur ganz klein und ganz temporär. - Seife ist gerade der große Renner in der Hauptstadt genau so wie Unschuld im Zehnerpäckchen, denn die gesamte Strafzettelverteilungskette bis hinauf zum Bürgermeister, die machen alle Schultergelenkgymnastik, wissen gar nicht von was man da überhaupt spricht, und die Hände ordentlich in Seife und Unschuld getaucht, kann Weihnachten dennoch kommen. - In Santa Cruz habe ich den bislang einzigen Strafzettel meiner autofahrerischen Karriere bekommen, und die ist schon ziemlich lang. - Wirklich, sonst nichts. - Ich hatte falsch geparkt, vor der Post, weil ich ein Paket zu verzollen hatte und das länger dauerte. - 15.000 Pesetas waren das damals, und im Paket Weihnachtsbaumschmuck aus Alemania, was tut man nicht alles um abendländischer Leitkultur auch im Ausland zu folgen…




Am Camino Campitos schreibt Trixi





Freitag 25.11.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag: 0 mm - Luftfeuchte 58 % - Luftdruck 1018 hPa

Gastbeitrag von Hotel Hacienda de Abajo
Musikalische Soirée mit Carlos Oramas in Tazacorte, 19:00 Uhr,
mit Willkommens-Aperitif, gefolgt vom Konzert und Abendessen

Er studierte an den Musik-Konservatorien von Las Palmas de Gran Canaria, Madrid, Luxemburg, sowie am "Mozarteum" in Salzburg u.a. mit den Professoren Olímpiades García, Joaquín Prats, Demetrio Ballesteros, Eliot Fisk und José Miguel Moreno.

Er wurde an folgenden Wettbewerben ausgezeichnet: Andrés Segovia (Santiago de Compostela,1992) Musikjugend (Gerona, 1992), Villa de Ladero (Santander, 1992), Außerordentlicher Preis zum Studiumsende (Madrid, 1991), Internationaler Wettbewerb Martín Codax (Málaga, 1990), Internationaler Wettbewerb Alhambra (Alcoy, 1990) und Internationaler Guitarren Wettbewerb von Comillas (Santander, 1989).

Als Solist trat er mit dem Symphonieorchester des Luxemburgischen Konservatoriums und der Philharmonie von Gran Canaria auf, sowie an verschiedenen Veranstaltungen, wie das kanarische Musikfestival, Festival Río Loco (Toulouse), Guitarren Festival von Volos (Griechenland), Womex (Copenhagen) und den altertümlichen Musikfestivals in Sajazarra (La Rioja), Aranjuez, Bolzano, Daroca oder dem Musikfestival Musica-Musika (Bilbao) und viele weiteren.

Er trat auch an Konzerten in Ländern wie Uruguay, Chile, Paraguay, Brasilien, Bolivien, Costa Rica, Griechenland, Frankreich, Deutschland, Portugal, Luxemburg, Italien, Österreich, Schweiz, Dänemark und Spanien auf. Er spielte auch in verschiedenen Musiksälen wie der Philharmonie (Köln), Tonhalle (Zurich), Liederhalle (Stuttgart), Victoria Hall (Genf), Grosses Festspielhaus (Salzburg), Gulbenkian (Lissabon), Tonhalle (Düsseldorf), Theater "El Galpón" (Montevideo) und Konzerthalle Alfredo Kraus (Las Palmas in Gran Canaria).

Er hat Tonaufnahmen für die Lables wie Warner Music, Opera 3 (Madrid), ASV (London), Oasis (Madrid) und Multitrack (Tenerife) getätigt und spielte in Gruppen wie Camerata Ibérica, Bozen Baroque Orchestra, Músicos do Tejo, Ensemble Galdós, El Afecto Ilustrado, Tenerife Antigua und mit Musikern wie Paolo Pandolfo, Claudio Astronio, Carlos Mena, Mariví Blasco, Iván Martín, Isabel Álvarez, Agustín Prunell-Friend, Luis Delgado, Eduardo Paniagua, Juan Carlos de Mulder und Adrián Linares unter anderen.

Spezialisiert auf altertümliche Musik, ist er auch Mitbegründer der Formationen Alegransa, Ensemble Magios und der Capilla del Real de Las Palmas. Kürzlich nahm er die CD "Música para Tiorba" auf, als Widmung an den italienischen Musiker G. Kapsberger.






Donnerstag 24.11.2016 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 24 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 21,6 Grad - niedrigste Temperatur 13,8 Grad

Tazacortes Jahrtausendprojekt
Plaza im Puerto für Ringelpiez mit Anfassen aber ohne Parkplatz


Zum Wetter nur so viel: Es wird wieder wärmer und so steigt auch die Regenwahrscheinlichkeit an. - Weiter Wind aus Nord, aber auch nach West drehend, also durchaus auch die Möglichkeit für Regen im Tal. - Morgen wahrscheinlich, und dann stehen wir weiter zwischen " unserem" Hoch und einem Tief, welches auch schon wieder Elisabethanische Tendenzen aufweist und sich vielleicht vom Hoch einkesseln lässt. - Könnte also wieder was Hartnäckiges werden, aber auch nichts, was nach Unwetter riecht. Also für die Jahreszeit zu normal.

Mir geht es andauernd so, bei jedem Umbau oder jeder Reparatur an unserem Haus begegnet mir der eigene Pfusch von vor mehr als 30 Jahren. - Sind Handwerker mit dabei, denn inzwischen weiß ich, dass es immer Leute gibt, die was besser können als man selbst, dann hebe ich die Schultern bis Ohrenhöhe hinauf wenn die Frage kommt, wer denn den Mist vor 30 Jahren so gemacht hätte. - OK, ich war jung, und ich brauchte das Geld anderswo, aber wie oft soll ich es noch sagen, man verlegt keine galvanisierten Rohre in Zement und ebenso keine Kabel ohne Leerrohr. Silikon drüber, es ist immer vergnüglicher über den Pfusch Anderer zu sprechen… - Ob es Ángel Pablo auch so geht mit dem Pfusch, das weiß ich nicht, aber das Projekt dort unten in Puerto de Tazacorte mit dem Meerwasserschwimmbecken, welches immer nur unfreiwillig feucht war, das stammt auch aus seiner jugendlichen Wirkungszeit. - Ich habe mich besser gehalten, also zumindest "oben rum" was die Haare angeht, ansonsten tut Pablo auch so, als wäre nun alles Neue seine Idee und Kind seines Wirkens, also alles ganz normal

Dabei ist die Idee mit dem Meerwasserschwimmbecken am Meer gar nicht so blöd, allerdings muss man bedenken, dass seinerzeit die alte Hafenmole noch nicht wieder in der Höhe aufgebaut war, der runde, innere Strand also noch nicht so geschützt, wie man das heute vorfindet. - Heute wäre nämlich ein Meerwasserschwimmbecken gar nicht mehr notwendig, Puerto de Tazacorte ist nicht nur der meistbesuchte Strand der Insel, sondern auch der, mit den meisten Tagen Badespaß, nach Bajamar an der Hauptstadt. - Hält man sich an die Fahnen und gesunden Menschenverstand, und beobachtet die Situation anderer Badender bevor man ins Wasser geht, dann ist man meist auf der sicheren Seite und wenn so gar kein anderer Mensch ins Wasser geht, dann hat man selbst dort auch nichts zu suchen. - Aber wir wollen heute nicht über das Badengehen sprechen, sondern über das neue Vorhaben der Gemeinde Tazacorte, doch endlich dieser riesigen Fläche dort an allerbester Stelle eine Zukunft verleihen, welche nun über 30 Jahre meist hoffnungsvoll, aber doch sinnlos da herumgestanden ist.

Vor drei Jahren viel schließlich auch noch das UFO, der lustige Turm, mitten im vorgesehenen Becken des Meerwasserbades, der eigentlich einen Tintenfisch darstellen und Mittelpunkt des Badespaßes sein sollte. - Gedanklich hatte man sich schon lange von der Idee Meerwasserschwimmbecken direkt neben dem Strand verabschiedet, aber immer wenn man Geld und Macht hatte, dann fehlten die Ideen, aber eigentlich fehlte immer das Geld, aus dem, fast 10.000 Quadratmeter großen Grundstück etwas zu machen. - Auch ein Hotel sollte dort mal hin, und warum man sich gerade da besann, dass so etwas dort eigentlich gar nicht genehmigungsfähig ist, und ein paar hundert Meter weiter nicht, das kann ich nicht sagen, so manche Entscheidungen in Tazcacorte sind umhüllt von einer Wand aus Fragezeichen. - Vorletzte Idee nun wäre eine Tiefgarage, und darüber eine weiträumige Plaza für Kunst und Kultur, aber auch Kommerz und Kinder und meist redet man in Tazacorte nicht über Geld, weil man auch gar nicht so recht weiß, wie das aussieht.

Jetzt geht man erneut an die Öffentlichkeit und von dem Projekt bleibt so ziemlich alles bestehen, nur die Tiefgarage nicht und wir denken mal nicht, die hätten das in ihrer Presseerklärung einfach vergessen, sondern wohl von Architekten erfahren, dass eine solche Infrastruktur ganz nah am Atlantik eine teure Angelegenheit wird. - Also Plaza ja, natürlich für Kunst, Kultur, Kommerz und Kinder, denn es soll auch ein Planschbecken hin, für die ganz Kleinen, dort am südlichen Rand des großen Platzes, wo heute auch bereits ein Spielplatz einlädt. - Ansonsten ist halt aber grundsätzlich eine Plaza eine ebene Fläche, und so sieht das auch auf den groben Zeichnungen aus, eigentlich nur das verfüllte Badebecken, welches man nicht mit dem Kinde ausgeschüttet hat. - Also wenig vorbestimmte "Straßenmöbel", was auf den ersten Horch auch bezahlbar klingt, und darüber hinaus kann man ja solche Dinge wie Bühnen und Tribünen, und was man sonst noch so braucht, dem Ringelpiez auch einen Griff zum Anfassen zu geben auch sporadisch aufstellen. - Und es ist ja Küstenschutzzone, also darf eh nur Mobiles dort verbaut werden, und grausam erinnern wir uns im Moment, wie man das in El Remo mit den Containern macht, um dem Gesetz zu genügen.

Sicher lässt sich da viel unternehmen, eine solch große Bühne gleich am Meer, Konzerte mit Sonnenuntergang im Hintergrund, Schauspiel mit Naturbühne, Gofio-Wettessen vor breitem Publikum. - Aber war da nichts was, wenn der Atlantik im Winter manchmal grob wird, und dort in Puerto de Tazacorte das Wasser so weit den Strand hinauf schickt, dass es über die Ufer tritt? - Dafür, oder besser dagegen will man auch sorgen und gibt dem Strand neun Meter mehr Platz, damit die Brecher sich austoben können. - Nur am nördlichen Teil des Strandes könnte es dann noch zu winterlichen Überflutungen kommen, denn dort kann man dem Strand und dem Meer nicht mehr Platz lassen, denn dort stehen die Häuser und Kioske bereits direkt am Strand. - Als Frage bleibt stehen, wie löst man dann zukünftige die Parkplatzsituation, denn im Sommer an den Wochenenden stehen die Autos fast bis Los Llanos hoch, so viel Volk drängt sich an den Strand. - Und wenn dann noch irgendein bekannter Barde dort seine Aufwartung macht und wirklich solch ein Konzert am Wasser gibt, dann müsste man den Barranco de las Angustias als Parkplatz nehmen. - Ach, und noch was, denn über Geld redet man auch weiterhin nicht, nur dass die Küstenbehörde und auch das Cabildo Insular wohl mit an Bord sind und beim Ringelpiez wohl auch mit anfassen wollen.




Es geht um die rotgepunktete Fläche






Donnerstag 24.11.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag: 0 mm - Luftfeuchte 48 % - Luftdruck 1019 hPa

Gastbeitrag von La Palma WeinClub
Blindverkostung palmerischer Tropfen am 10. Dezember in Tazacorte







Mittwoch 23.11.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 29 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 19,8 Grad - niedrigste Temperatur 13,2 Grad

Aus gegebenem Anlass
Auch im Paradies wird geklaut, und zwar ganz geschickt


In letzter Zeit ist der Anlass leider öfter mal gegeben. - Es gibt einen gewissen Rückstau bei der Justiz. - Opfer, Diebe, Polizei, alles arbeitete Hand in Hand, aber dann entsteht ein, für uns Laien unverständliches Warteband, warum die allermeisten Kleinkriminellen schneller wieder auf der Straße sind, als Polizeiberichte geschrieben werden. - Gut, das soll woanders genau so sein, tröstet aber kein Opfer und bringt auch kein geklautes Geld zurück. - In einer anderen Welt als der meinen, könnte man das einen nachhaltigen Kreislauf nennen, Opfer, Diebe und Polizei stellen ein ausgeglichenes Gleichgewicht dar, nur der "Putter" hat ein zu großes Handicap, bis die Justiz mal jemanden "einlocht" hat ein und dieselbe Person bereits mehr Gäste besucht, als der Reiseleiter selbst. - Warum so zynisch? - Ganz einfach, da der Vertreter der Regierungsgewalt aus Madrid hier auf der Insel die Verantwortung an die Gäste und Hausbesitzer weiter delegiert, beginnt damit der Zynismus, denn das ist etwa genau so klug, wie das mit der Armlänge Abstand. - Faktisch kommt das einer Aufgabe des Gewaltmonopols gleich, und sorgt so weiterhin für wenig vertrauensvolle Grundeinstellung gegenüber unserer Justiz.

Vergleichen wir die Kriminalstatistiken La Palmas mit Mitteleuropa, dann könnte man meinen, wir seien dennoch und weiter ein Hort der Glückseligkeit. - Sind wir auch, aber trotzdem wird auch hier geklaut und eingebrochen und was beruhigt mich die Statistik, wenn gerade ich Teil dieser werde, wenn auch auf der Seite der Ausnahmen. - Ich habe bereits öfter mal darauf hingewiesen, wie man sich am besten schützen kann und das ist grundsätzlich ganz einfach. - In aller Regel haben es die Diebe fast ausschließlich auf Bargeld und Bankkarten abgesehen, auch weil in den allermeisten Fällen wir von Beschaffungskriminalität sprechen, es geht um schnelles Geld. - Diebesgut hier auf dem lokalen Markt abzusetzen ist schwer, und das Risiko geschnappt zu werden viel höher, als nur mit Bargeld in der Hand angetroffen zu werden. - Allerdings sind uns auch Fälle bekannt, in denen Bankkarten gestohlen wurden und ganz schnell danach Geld abgeholt wurde, wobei uns immer noch nicht klar ist, wie man Geld vom Automaten ohne PIN bekommt.

Meist bedienen sich die Diebe unserer Unachtsamkeit und nutzen oft nicht ganz verschlossene Fenster, oder hebeln geschickt und mit wenigen Griffen so eine Luke auf. - Die meisten Häuser sind kein Hochsicherheitstrakt und irgendwann greift das Spiel von Hoch- und Nachrüstung nicht mehr, auch weil eben die Delinquenten meist schneller lernen, als Hauseigentümer nachrüsten können. - Dabei ist es einfach, nicht Diebstahlsopfer zu werden, man hat sein Geld einfach bei sich. - Klingt zunächst zu simpel, funktioniert aber immer. - Nicht nur, wenn man auf eine Wanderung geht, ist es einem ohne Probleme zuzumuten, die, vielleicht auch mal über 1.000 Euro bei sich zu tragen, das wiegt nicht viel und kein Versteck in der Ferienwohnung ist so gut, dass ein "Chorizo" (so nennt man hier die Gauner) das nicht schon kennen würde. - Dabei habe ich immer persönlich einen besonderen Trick, gerade wenn ich mal verreise, dann habe ich den Großteil meines Geldes als "Röllchen" in der Hosentasche, so wie man das auch aus amerikanischen Filmen kennt. - (Make my trousers full again - heißt eine gerade dazu in den USA anlaufende Soap…) Da hat auch ein Taschendieb keine Chance, in die vorderen Hosentaschen kann keiner greifen, ohne dass man es merken würde und in der Gesäßtasche (Guter Deutscher, hinten, Rechtsträger) -- (Ich meine die Geldbörse!!!) sind die Ausweise und ein bisschen Taschengeld.

Aber auch wenn Sie am Haus sind, also glauben, alles unter Kontrolle zu haben, dann sollten Sie Ihr Geld dennoch bei sich tragen. - Es gibt hier ein paar Diebe, die sind Spezialisten im Beobachten und kennen halt die Umgebung ganz genau auf jeden Fall besser als Sie. - Die stehen hinter irgendwelchen Bäumen und warten geduldig den Moment ab, wenn die Gäste nach vollbrachter Wanderung wieder zu Hause sind und sich mit der Flasche Vega Norte auf die Terrasse setzen, oder den Grill anfachen, um den Tag gebührend abzuschütteln. - Dann hat man ja das Haus meist nicht verschlossen, sondern wägt sich in Sicherheit, aber genau diese Momente werden dann ausgenutzt und der, oder die Diebe, schleichen sich ins Haus und haben oft ganz schnellen Zugriff in die Handtasche, oder den noch geschnürten Rucksack. - Also, Geld bei sich tragen, es kommt keiner und haut Ihnen was über die Rübe, das geht bei uns ohne Gewalt ab, die Heimlichkeit ist der beste Freund des Diebes.

Solch simple Dinge wie Geldgürtel oder Brustbeutel mögen wie Relikte aus der Interrail-Zeit erscheinen, taugen aber auch heute noch, das Motto, Geld am Mann, nicht in der Butterdose, kann urlaubsrettend sein. - Es gibt ja auch immer noch die Möglichkeit Tresore zu nutzen, allerdings empfehle ich das aus Erfahrung auch nicht mehr, da die Diebe inzwischen ebenso in der Lage sind, diese Blechdosen ohne großen Aufwand zu knacken. - Es mag da bei den Tresoren Ausnahmen geben, ein paar kenne ich, die würden sogar in Fort Knox Eindruck schinden, aber im Regelfall sind die Tresore eine leichte Aufgabe für schwere Jungs. - Auch ich nutze im Urlaub nicht die Hoteltresore, ich verlasse mich auf das System "Röllchen" und so wurde mir noch nie etwas geklaut. - Geld und Karten immer bei sich tragen, das ist auf jeden Fall machbar und nicht zu viel verlangt. - Wer so viel hat, dass da ein physisches Problem entsteht, der kann bei der Caritas Erleichterung finden, oder Frans Familie weiterhelfen und wenn dann immer noch ein Problem besteht, die Dinge bei sich zu behalten, dann bin ich auch noch da. - Schließlich habe ich Kinder, bin Selbstständiger und glaube immer noch, dass ich irgendwann Rente bekomme…

Allerdings, wenn ich zu Hause die Geldbörse gleich neben der Küchentüre nach Feierabend hinknalle, dann muss ich mich nicht wundern und so war meine Börse auch schon zweimal verschwunden. - Natürlich glauben wir, bei uns zu Hause sicher zu sein und auch wir müssen uns immer wieder vergegenwärtigen, dass Diebe das Paradies anders definieren als wir. - Glücklicherweise werfen die "Amigos de lo ajeno" (die Freunde des Fremden) die ausgenommenen Geldbörsen meist noch ganz nah am Haus wieder weg, so dass einem oft der enorme Aufwand erspart bleibt, alle Papiere neu beantragen zu müssen. - Also die Regel ist, selbst wenn man am Haus ist, Türen und Fenster zu, oder noch besser, das Geld immer bei sich tragen. - Und wenn man weggeht, auf keinen Fall Geld im Haus lassen, nach meiner Auffassung auch nicht im Tresor, der bietet oft nur trügerische Sicherheit. - Wenn die Diebe dann oftmals erfolglos sind, weil sie einfach kein Geld vorfinden, dann greift das Floriansprinzip, Heiliger Sankt Florian, verschon´ mein Haus, zündt´ andere an. - Geld und Karten immer bei sich tragen, Ihre Urlaubstage kann man auf La Palma deutlich angenehmer gestalten, als die Stunden auf dem Polizeirevier, und so ganz unter uns, ich habe auch was anderes zu tun…




Brezeldiebe sind etwas ganz anderes und auch ein bisschen aus der Mode...





Mittwoch 23.11.2016 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1016 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Cada uno va a su avío, y yo, al mío

Jeder kümmert sich um seins, nur ich, um meins. - Avío ist das Rüstzeug, das Werkzeug, ich habe das etwas freier übersetzt. - Die in sich schlüssige wie gängige Egoismusdeklaration, da sich sonst niemand um mich kümmert, muss ich das ja machen.





Bild von Wolfgang Hempel





Caesar ist immer noch nicht zu Hause. Zuletzt gesehen Tajuya, ausgebüchst auf dem Feldweg von Todoque nach Las Manchas.
Telefon: 922 480106 oder 677 649674



Dienstag 22.11.2016 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 38 % - Luftdruck 1014 hPa
Höchsttemperatur heute 21,2 Grad - niedrigste Temperatur 16,1 Grad

Making El Paso great again
Piepmätze, Pino, Cuesta, Petroglyphen


Voraus zur Beruhigung, die vielen Sirenen und Fahrzeuge mit Warnleuchten, welche durch das Aridanetal dröhnten, die gehörten zu einer Übung des Katastrophenschutzes. - Eine Schule in Los Llanos wurde übungsweise evakuiert. - Feuerwehr, Zivilschutz und andere, auch freiwillige Organisationen übten die Zusammenarbeit um eine Katastrophe zu schützen… Oder was sonst bedeutet Katastrophenschutz? - Dazu noch eine Sprachverwirrung. - Wenn Spanier krank sind, dann nehmen Sie Medikamente für die Krankheit. - Deutsche nehmen Medikamente gegen Krankheiten, das hört sich in der Apotheke so an: "Dame algo para gripe", gib mir etwas für Grippe. - Jeder weiß natürlich, was gemeint ist, so auch Katastrophenschutz, Jugendschutz, Brandschutz, Tierschutz, Personenschutz, Verbraucherschutz. - Ich war immer schon der Meinung, dass man Verkäufer dringend vor den Verbrauchern schützen muss, sehen Sie sich nur an, was die bösen Kunden mit dem armen VW-Chef gemacht haben. - Der braucht jetzt bald Personenschutz. - Und Personenschutz ist hier auch ein dreifach virtuell eingesprungenes Teekesselchen, denn Personen schützen Personen vor Personen - oder umgekehrt.

Jetzt aber bitte ernsthaft weiter, es geht um El Paso. - Piepmatzausstellung wie jedes Jahr. - Bis zum 27.11. von 10:00 - 13:00 Uhr und von 16:00 und 20:00 Uhr kann man Hunderte von Ziervögeln bewundern. - Kanarienvögel vor allem, aber auch alles was bunt ist und singen kann aus der ornithologischen Welt gibt es da zu sehen und diese Ausstellung erfreut sich seit vielen Jahren in El Paso äußerster Beliebtheit. - Als Ausstellungsraum dient der "Recinto Ferial", der große Saal unter der Plaza Francisca de Gazmira, neben der Guardia Civil und gegenüber des Eingangs der Markthalle. - Dort im Recinto Ferial finden viele solcher Veranstaltungen statt, weil einfach Platz für so etwas ist und fast schon legendär dabei sind die Bälle und Diners zu caritativen Zwecken. - Es ist in der Tat der Saal der Gemeinde, welcher am allermeisten Menschen fassen kann, noch deutlich größer als das "Auditorium" in der Casa de la Cultura. - Das Recinto Ferial, eigentlich immer nur "Recinto" genannt, hatte vor ein paar Jahren auch noch den Beinamen "Piscina Municipal", also städtisches Bad. - Das hatte mit den frustrierten Bauarbeiten am jetzt in Betrieb Kiosk auf der Plaza zu tun. - Kaum begonnen mit den Arbeiten im Jahr 2009, als man die Bodenschicht dort abgetragen hatte, wo der Kiosk hin sollte, regnete es gnadenlos durch und überschwemmte den darunterliegenden Festsaal. - Wir nennen das semipermeable Bauweise und sind darin äußerst erfolgreich.

Am Recinto vorbei geht die "Cuesta" hinab nach Los Llanos, die alte Straße, welche früher, als alles anders, und nur manches besser war, die beiden Städte miteinander verband. - Damals waren es Fuhrwerke und später ein paar motorgetriebene Fahrzeuge, welche die steile und auch enge Verbindung befuhren, und als der motorisierte Verkehr dichter wurde, nutzte man die Straße über Tajuya, und aus dem Süden nach Los Llanos führend, um zwischen beiden Orten zu pendeln. - Inzwischen wird fast der gesamte Verkehr von Los Llanos nach El Paso über die Hauptstraße LP3 geführt, LKW sind auf der Cuesta generell verboten. - Bürgermeister Jesús Rodríguez fasste dann einen folgenschweren Entschluss, er ließ die steile Straße neu asphaltieren, welche wegen der vielen und tiefen Schlaglöcher kaum noch befahren wurde. - Damit begann der Leidensfaden für viele Anwohner, denn seit dem nutzt man diese "Cuesta" als falsch verstandene Abkürzung zwischen den Orten. - Als Jesús seinen Fehler eingesehen hatte, installierte man eine Ampel im Bereich "Hermosilla", um an den engen Stellen Unfälle zu vermeiden. - Damit hoffte man auch die Frequenz zu verringern, mit der Verkehrsteilnehmer diese Straße nutzen, aber das half nicht wirklich. - Jetzt will der neue Bürgermeister, wie schon alle vor ihm, die Anwohner entlasten und fordert alle Autofahrer auf, doch die Hauptstraße zu nutzen und nicht die steile Straße, welche nur für die Anwohner da sein sollte. - Ein Radar soll her, um die Geschwindigkeit zu überwachen, und die Ampelphasen in Hermosilla sollen verlängert werden, damit keiner sich mehr einbilden könnte, er würde über diese "Abkürzung" Zeit sparen. - Rechtlich wird es schwierig werden, nur noch Anlieger diese Straße nutzen zu lassen, zumal es auch Gewerbetriebe gibt, touristische Anlagen und die Zahl der Anwohner sehr groß ist. - Man denkt öfter mal daran, die Straße nur als Einbahnstraße auszulegen, was aber bedeuten könnte, dass man einen Umweg von mehreren Kilometern nehmen muss, um zu seinem Haus zu kommen, von dem einen vielleicht nur hundert Meter trennen. - Sergio versucht es mit gutem Zureden und Drohungen, und ich fürchte einfach mal, das wird gar nicht einfach werden, denn unser Drang, einfach jede Straße zu benutzen, die man irgendwann mal dafür geschaffen hat, der ist übergroß und die Empfehlung, hier oder dort sollen wir nicht reinfahren, die zieht uns geradezu magisch an.

Es begab sich etwa zur gleichen Zeit, als Jesús die "Cuesta" so unheilvoll reparieren ließ. - Europäische Strukturfonds sind süß wie Honig, und öfter mal eine Sünde wert. - So begann man seinerzeit, also vor etwa 15 Jahren, genau an dieser Straße eine Immobilie zu erstellen, welche irgendwann das Interpretationszentrum für die prähistorischen Siedlungen der Umgebung werden sollte. - Dafür gab es Geld aus Brüssel, allerdings nicht genug, um die ganze Sache auch fertig zu stellen, also lässt man das alles dort einfach liegen und wartet auf neue Fonds. - Jetzt hat man wieder Geld erhalten und will das tatsächlich durchziehen, und droht sogar mit der Fertigstellung. - Der Rohbau war zwar schon vor 15 Jahren fertig, aber der Zahn der Zeit nagt halt gerne mal an liegen gelassenen Bauten. - Wie viel jetzt wieder in den Bau geflossen ist, das wissen wir nicht, aber der ist inzwischen frisch angestrichen, also lässt man sich dort gerne vor properer Fassade fotografieren. - Es gibt allerdings ein Problem dort, denn wo dieses Gebäude steht, da findet niemals ein Tourist hin, oder noch schlechter, der soll doch gar nicht dorthin fahren, weil die Straße nur Anwohner nutzen sollen. - Per Bus geht auch nicht, Busse dürfen dort nicht fahren, und zu Fuß aus El Paso? - Dann könnte man daraus ein Interpretationszentrum für Verkehrsunfälle machen und Parkplätze gibt es darüber hinaus dort auch nicht. - Man muss "hinten herum" vom Friedhof El Paso kommen, über die Grabungen von La Fayana und dann weiter durch Wohngebiete, um dann zu dieser Immobilie zu gelangen, in der zu bestimmten Öffnungszeiten dann Bilder von dem gezeigt werden, was man eben gesehen hat. - Solch ein Interpretationszentrum gehört, Vorsicht, erneut ein "Sinnkesselschen", ins Zentrum El Pasos, dorthin wo es auch Besucher gibt. - Am jetzigen Standort, selbst mit frischer Farbe und frischen Steuergeldern, dient es lediglich als Interpretationszentrum für falsch interpretierte Strukturfonds.

Und schließlich, die Kiefer bekommt eine Wurzelbehandlung. - Da liebt aber jemand Wortspiele… Die "Kiefer" ist natürlich die "Pino de la Virgen", dieser, über 800 Jahre alter Baum, der an der gleichnamigen Wallfahrtskirche am westlichen Fuß des Reventón-Passes steht. - Dor haben nun Arbeiten begonnen, die Fehler zu beheben, welche man vor an die 20 Jahren begangen hat. - Um den Vorplatz der Kirche größer und besser zu machen, hat man den Stamm der Kiefer auf wohl 4 Meter Höhe eingegraben und das soll nun der Grund dafür sein, dass seit Jahren dieser mächtige Baum kränkelt und bereits einen großen Ast verloren hat. - Es gab bereits mehrere Untersuchungen verschiedener Spezialisten, und so ganz einig ist man sich nicht, was denn zu tun sei. - Zunächst hatte man vor Jahren mal Schnittstellen gegen Feuchtigkeit versuch abzudichten, aber das war kein Erfolg. - Nun will man den Stamm zunächst freilegen und dann erkunden, ob das eine Erleichterung für den Baum darstellt. - Allerdings kann das auch genau das Gegenteil bedeuten, sollte nämlich inzwischen die Kiefer auf den vier eingegrabenen Metern gewurzelt haben, dann ist das auch wieder nicht richtig. - Vielleicht ist der Baum auch einfach nur alt und müde und sieht deswegen nicht mehr so frisch aus, wie ein knackiger, junger Kollege. - Wahrscheinlich ist es richtig, einfach etwas zu tun, zumindest liegt es in unserer Art, wie wir Menschen mit den Dingen umgehen. - Bäume verfahren grundsätzlich eigentlich anders, aber die Erhaltung dieses emblematisches Baums erfordert wohl menschliches Handeln. - Hoffentlich geht das gut!




Arbeiter der Gemeinde El Paso legen den oberen Teil den Stamms frei




Der Baum und die Wallfahrtskirche sind das Zentrum der Marienverehrung auf der Westseite der Insel





Dienstag 22.11.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 2 mm - Luftfeuchte 80 % - Luftdruck 1015 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Cada uno halla la horma de su zapato

Jeder findet die Leisten seines Schuhs. - Solch unscheinbare Sprüche gerben oft viele Bedeutungen. - Die häufigsten Erklärungen lauten: Jeder solle sich um seinen Kram kümmern, man möchte sich doch bitte mit Leuten des gleichen Standes anlegen, aber auch: Jedes Töpfchen findet sein Deckelchen, also jeder seinen Partner.





Bild von Wolfgang Hempel





Montag 21.11.2016 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 44 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 23,0 Grad - niedrigste Temperatur 16,4 Grad

Aufbruch in Santa Cruz
Und her mit den langen Unterhosen


Am Freitag und Samstag noch 28 Grad und morgen dann wahrscheinlich 18 Grad als Höchsttemperatur und damit Schiesser-Alarm. - Der Strömungsfilm vom Nordatlantik der "MeteoGroup" zeigt das ganz wunderbar, wie unser Hoch plötzlich auch kalte Luft aus dem hohen Norden auffängt und mit in unseren Wetterkreisel einspeist. - Damit verabschiedet sich der laue November zunächst und macht Platz für angemessene Werte, und im Laufe der Woche kann es auch wieder auf der Westseite regnen. - Wohl nicht viel und wieder ist es der Norden und der Nordwesten, welche am meisten davon betroffen sind. - Freitag ist wahrscheinlich, aber nicht sicher, unser Hoch liefert sich wilde Spiele mit zwei Tiefs, eines nördlich und eines östlich und die Kanaren liegen dabei meist gerade an den Grenzen. - Es kann aber auch früher bereits zu leichten Niederschlägen kommen, also immer noch Kleiderreserve im Rucksack bei den Wanderungen. - Nicht ihm und nicht ihr, würde der deutsche Hauptstädter wohl dazu sagen und deswegen wird es schwierig sein, mit Sicherheit Regen oder keinen anzukündigen. - Aber den Pullover und auch die langen Unterhosen nicht vergessen, zumindest die kommenden Tage werden frisch bis kalt, das mit dem Pullover und einer Jacke nehmen Sie bitte ernst, das mit den langen Unterhosen ist eine ebenso lange Geschichte und beginnt irgendwo vor fast 15 Jahren…

Aber wir wollten einen Ausflug in die Hauptstadt machen, ein Ausflug, der sich immer lohnt. Und eigentlich beginnt jeder Ausflug nach Santa Cruz, auch die virtuellen, wie jetzt, mit dem Hinweis, dass es wohl Parkplätze gibt. - Wer vom Süden kommt, und das machen fast alle, der kann sein Auto bereits an der langen Uferstraße abstellen, von wo aus man die Hafenmole bereits sieht, oder man fährt weiter mitten in die Stadt, die Avenida del Puente hoch, und begibt sich dort ins Parkhaus, welches zwar tropfsteinhöhlenartig daherkommt, wohl aber so gut wie immer Platz bietet. - Das wäre geklärt, das Auto ist untergebracht und die allermeisten Besucher belassen es dabei, die unteren Regionen der Stadt zu erkunden. - Fußgängerzone, Plaza de España, ein Stückchen die Avenida del Puente hoch, aber nur so weit, bis die Schenkel zwicken, oder eben die Neubauten einen krassen Kontrast auf die eigentliche Suche nach historischem Charme bilden. - Selten gelangen die Gäste in den oberen Teil der Hauptstadt, und damit in den Ortsteil San Telmo. - Dabei entgeht diesen Besuchern nicht nur ein wunderbarer, und meist weniger gestellter Eindruck in Sachen historische Bauweise, als es in der Hauptbesuchermeile, der Fußgängerzone ist, welche vom Hafen und der Post eben bis über das Rathaus hinaus reicht.

Warum da kaum ein Besucher hinkommt, obwohl man die Oberstadt gut vom Süden aus her sehen kann, und von den Kreuzfahrtschiffen allemal, das liegt an den wenigen Aufstiegsmöglichkeiten und sicher auch ein bisschen daran, dass man eben nach oben mehr anstrengenden Weg auf sich nehmen müsste, als gerade aus oder wenn es runter geht. - Allerdings entgeht dem Besucher einiges, neben dem Ausblick auch historische Gebäude, nette Plätze, kleine Cafés und eben eine Altstadt, deren Gesicht sich noch nicht für Kundenaugen bereitet hat. - Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, die vielen Geschäfte dort in Santa Cruz, welche auch den flüchtigen Besucher gerne bedienen, und dafür entsprechende Waren bereit halten, die sind wichtig und sorgen dafür, dass die Besucher von der Stadt nicht nur nehmen, sondern auch was dalassen, und als probates Tauschmittel dafür hat sich nun mal Geld herausgestellt. - Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass viele Stammgäste, oder auch Brezeldiebe, und sogar die als Residenten benannten, sich dauernd aufhaltenden Mitteleuropäer, einen anderen, neuen Blick der Stadt Santa Cruz erhaschen können, wenn sie denn mal in San Telmo die Dinge von oben betrachten.

Und das wird einfach werden in den kommenden Jahren, denn ein, schon länger diskutiertes Projekt geht nun an die Erfüllung. Es wird zwischen Post und dem "Gewerkschaftshochhaus" einen städtischen Fahrstuhl geben, welcher die geneigten Besucher von, ein bisschen mehr als Meereshöhe, eben nach San Telmo bringt. - Die Kreuzfahrer stolpern eigentlich sogar drauf und vielleicht bekommt so auch das Museum für Zeitgenössische Kunst ja mal einen Besucher oder zwei, denn auch diese, meist unangetastete Perle, wartet dort oben auf Bewunderer. - Die kommenden Tage soll der Bau bereits losgehen, also könnte der Fahrstuhl zusammen mit dem Stadtstrand im kommenden Jahr für noch mehr touristisches Blühen in der Hauptstadt sorgen, als es bislang bereits gibt. - Was diskutiert wird, ist der genannte Preis für den Fahrstuhl über 35 Höhenmeter, denn die Stadt Santa Cruz gibt an, der Fahrstuhl wird 400.000 Euro kosten. - Ich habe keine Ahnung, ob ein Außenfahrstuhl solcher Höhe so viel Geld kosten kann, aber die Frage, ob eben diese Steuergelder nicht besser in sozialen Diensten aufgehoben wären, die wird uns auch weiterhin ständig begleiten und das nicht nur, wenn es um den Fahrstuhl geht.

Wo wir gerade beim Geld sind, die Fahrt mit dem Aufzug wird wohl nicht kostenlos sein und wenn man da mit Augenmaß vorgeht, also nicht gleich unverschämt wird, dann ist das sicher kein Hindernis für die Besucher der Stadt. - Anders steht es da mit den Bewohnern der oberen Viertel, denn immer wieder kontert man aus der Stadtverwaltung auf den Vorwurf, man würde Geld für Touristenaufzüge ausgeben, aber wir hätten zu wenige Krankenwagen auf der Insel, dass dieser Fahrstuhl auch, oder sogar vorwiegend dafür erdacht wurde, der überalterten Bevölkerung San Telmos den Aufstieg nach Hause zu erleichtern. - Auf jeden Fall kann ich den Cafés dort oben in San Telmo dringend anraten, sich schon mal um Personal zu bemühen. - Es gab darüber hinaus auch noch Pläne, das Rathaus der Stadt Santa Cruz in das Postgebäude zu verlegen und dabei auch ein Terrassenrestaurant auf dem klobigen Bau zu installieren. - Dazu sollte der Fahrstuhl etwa auf halber Höhe eine Haltestelle bekommen, aber von diesen Plänen haben wir nichts mehr gehört, seitdem die Stadtverwaltung nach Mai 2015 wieder mal eine neue politische Mischung erhalten hat. - Es wird also eher einen Express geben, von der Unterstadt, ohne weiteren Aufenthalt, in die Oberstadt, und mag es auch nur ein kleines Ausrufezeichen sein, es ist ein weiteres Stück touristische Infrastruktur, und daran arbeiten wir doch seit vielen Jahren.





Linke Seite, das Gewerkschaftshochhaus, rechts davon der Klops der Post, und dazwischen die Lücke, welche bald ein Fahrstuhl nach oben füllen wird, dahin wo die buten Fahnen wehen





Montag 21.11.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 54 % - Luftdruck 1017 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Cada uno habla como quien es

Jeder spricht wie er ist. - Spielt auf Unterschiede in Sachen Bildung und gesellschaftlichen Stand an. - Man sollte es halt dem Oettinger nachsehen, bei seiner Herkunft, dass Fremdsprachen, wie Englisch und Deutsch, nicht seine Sache sind.





Bild von Wolfgang Hempel





Sonntag 20.11.2016 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 58 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 21,0 Grad - niedrigste Temperatur 17,2 Grad

Antonio gibt mir recht
Und was habe ich jetzt davon?


Wer immer recht hat, ist fruchtbar einsam, darum bin ich links. - Man könnte den Blödsinn noch weiter treiben und schreiben, wer rechts ist, ist meistens link, aber das sind nur die üblichen Fingerübungen vor dem eigentlichen Text. - Antonio ist hier Antonio Castro Cordobez, dessen politischer Palmarès jetzt aufzuzählen selbst meinen Rahmen sprengen würde, lassen wir es dabei bewenden und bezeichnen ihn als "Das Urgestein" der Coalición Canaria. - Von ihm auch behauptet wird, er zöge als Graue Eminenz im Hintergrund sämtliche Fäden des illustren Lobbyistenvereins im politischen Mäntelchen, nicht nur auf La Palma, sondern Kanarenweit. - Als Palmero aus dem Norden und anhand seiner landwirtschaftlichen Ausbildung ist er zusätzlich mit einem hervorragenden Instrument ausgerüstet, welches man landläufig Bauernschläue nennt und ihn damit geradezu prädestiniert, um Alpha-Funktionen in Sachen Populismus zu übernehmen. - Eigentlich ist Antonio längst darüber hinaus, politische Straßenschlachten zu schlagen, oder Tagespolitik zu machen, Antonio rückt immer dann in den Vordergrund, wenn es um epochale Dinge geht.

Wobei alleine schon das Wort "epochal" ganz nah mit dem verknüpft ist, um was es eigentlich geht, nämlich wie verkaufe ich dem Volk am besten die eigene Meinung. - Das macht man mit Populismus, behauptet also, man würde für das Volk oder "die Leute" sprechen und verlässt sich darauf, dass diese "Leute" niemals widersprechen werden, da diese kompakte Masse ja überhaupt nicht sprechen oder antworten kann und schon gar nicht widersprechen. - Die sind mit Fußball, Facebook oder Fernsehen abgelenkt, und manche laufen dann an Wochentagen auf Straßen umher und behaupten, sogar schriftlich, sie hätten multiple Persönlichkeiten, sie seien das Volk. - Das dann als völkisch bezeichnen zu wollen macht durchaus Sinn, denn es drückt wohl recht, oder gar rechts passend die Kurzbeschreibung der pathologischen Studien dazu aus. - Aber bitte nicht irren, nicht die Petry Heil, oder die Le Pennerein haben den Populistmus erfunden, auch nicht der toupierte Kuschelbär im trumpen Fell, und schon gar nicht unser smarter Pablo Iglesias, der immer noch versucht, dem Populismus durch den Einbau von Ideologie einen intellektuellen Farbklecks hinzu zu fügen, sondern die Coalición Canaria. - Niemandem sonst könnte es gelingen, absolute Mehrheiten derart minimalistisch zu gewinnen, ohne auf Nordkoreanisch zu machen, man sagte einfach "Lo Nuestro", also "Unseres" und schon fliegt einem die Mehrheit zu. - Vielleicht war Franz Josef Strauss ähnlich begabt, der hatte zumindest eine gelinde Ahnung von Populismus, Sie wissen schon, der mit den lustigen Panzern und den Transferrubeln, ansonsten sind das alles peinlich erfolglose Epigonen eines kanarisch/palmerischen Exportschlagers der Coalición Canaria.

Und genau dieser Antonio nun gibt mir recht! - Zumindest in der einen Hinsicht, ich läge richtig mit meiner Vermutung, dass seit vielen Jahren auf La Palma nicht 83.000 Menschen leben, wie in den Registern geschrieben steht, sondern nur etwa deren 60.000. - Diese Behauptung war bis vor kurzem noch als ketzerisch oder nestbeschmutzend abgestempelt, denn ein schrumpfendes Inselchen mit immer älter werdenden Menschen (ersatzweise Volk) kann man schlecht an wohlfeile Investoren vermitteln, und Pläne machen mit Bevölkerungsschwund, das macht noch weniger Spaß und wer schon kann an so etwas verdienen? - So auch unsere Einwände an all den Plänen, die man in den beiden letzten Jahrzehnten so gebastelt hat: Das ist alles viel zu große, Ihr geht von einem Wachstum aus, welches nicht vorhanden ist und auch einer Basis, die es nicht gibt. - Wir erinnern uns noch an die unsäglichen Diskussionen rund um den PTE; den touristischen Sondernutzungsplan für die Insel, laut dem wir jetzt etwa an die 95.000 Einwohner hätten und 2020 an die 100.000 Völkler wären, oder besser sein müssten. - Wenn jetzt der gleiche Mann sagt, wir sind aber gar nicht 95.000, sondern nur 60.000 Menschen, wie schafft er es dann im gleichen Text noch größere, noch wachstumsorientiertere Pläne zu verkaufen?

Wir landen wieder beim Populismus, jetzt sind die 100.000 Einwohner nicht mehr die Basis, sondern das Ziel. - Pläne, die man früher gemacht hat, damit 100.000 Einwohner auch Arbeit und Wohlstand haben, die dienen jetzt dazu, überhaupt die 100.000 Einwohner als Ziel zu titulieren. - Verehrung gegenüber Antonio Castro wäre nicht das richtige Wort, denn heute bin ich selbst wortklauberisch, denn das hat was mit Ehre zu tun. - Bewunderung ist der richtige Ausdruck und in der Tat, ich bewundere solche Leute, die so gut verkaufen können, und dabei sogar noch mehr als Vorwerk-Vertreter verdienen, plus sichere Rente. - Das geht weit über mein Vermögen hinaus, einfach Ursache und Wirkung austauschen, dann verkauft man einen ähnlichen Plan nach 10 Jahren erneut und muss eigentlich nur ein paar Worte und Zahlen austauschen. - Allerdings finde ich das recht human, anderswo tauscht man das Volk einfach aus, statt Zahlen und Worten, das macht uns alle dann doch gleich wieder ein bisschen dankbar und gefügiger.

Warum wir auf der Insel 83.000 eingetragene Bürger haben, aber nur an die 60.000 Menschen hier leben, also rumvolken, das erklären Antonio und ich mindestens ähnlich. - Viele junge Leute studieren oder arbeiten nicht auf La Palma, sind aber weiter hier gemeldet, da man ja eigentlich nur temporär weg ist. - Das gleiche gilt für Pendler der größeren Entfernungsart, und dann kommen auch noch viele Ausländer hinzu, die einfach wegziehen irgendwann, ohne sich abzumelden, und da jeder eingetragene Bürger bares Geld für die Gemeinde darstellt, ist der Wunsch auf aktuelle Einwohnermelderegister nicht sonderlich robust ausgeprägt. Früher war also das starke Wachstum der Bevölkerung die Erklärung für die wundersamen Pläne, heute sollen die Pläne das Bevölkerungswachstum erzeugen. - Richtig smart wäre ja, man ginge mal von tatsächlichen Zahlen aus und entwickelt dann Pläne, welche Fortschritt und nicht Wachstum als Ziel haben. - Aber das ist knifflig, viel zu komplex und müsste erklärt werden und immer wenn man viel erklären muss, dann werden die Leute ungeduldig und hören nicht mehr zu. - Und das ist wohl der Punkt, warum Populismus so erfolgreich ist, man kennt halt einfach sein Völkchen und artikuliert sich entsprechend. - Ich ziehe meinen Hut, Populismus funktioniert, ist doch eigentlich klar, denn wir haben ihn erfunden!




Wie gelungen Populismus auch sein kann, dieses Beispiel. - Europäischer Fernwanderweg E7, von den Kanaren bis in die Ukraine. - Man muss zunächst in der Lage sein, die Luft lange anzuhalten, sehr lange, also bis nach Lissabon. - Am Schluss der Reise empfehlen wir dann einen Stahlhelm aufsetzen...





Sonntag 20.11.2016 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 49 % - Luftdruck 1019 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Cada gorrión tiene su corazón

Jeder Spatz hat sein Herz. - Auch in den kleinsten Wesen stecken die größten Geheimisse, Wunder und Wirkungen, und natürlich auch Rechte. - Soll Mut machen, wenn man sich neben gewaltigen Übergrößen mal wieder klein und unbedeutend fühlt.





Bild von Wolfgang Hempel





Samstag 19.11.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 32 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 26,4 Grad - niedrigste Temperatur 17,6 Grad

La Palma ist einfach anders
Heute Sterne gucken, oder ab in die Pilze?


Es läuft gut auf der Insel in Sachen Tourismus, und eigentlich sollten wir doch rundum zufrieden sein. - Oder sollten wir besser nicht, denn wer ehrlich die Dinge betrachtet, der weiß, dass dieser Aufschwung zum allergrößten Teil kein Eigengewächs ist, sondern aufgrund der politischen Unsicherheiten in vielen Konkurrenzdestinationen zu den Kanarischen Inseln erwachsen ist. - Also nichts mit zurücklehnen und Geld einsammeln, sondern weiter versuchen, diese Insel für Besucher interessanter zu machen, und da lautet eben der berühmte Satz: Wir brauchen mehr begleitende touristische Infrastruktur. - Dem stimme ich auch zu, allerdings kann ich so gar keinen Gefallen an den vielen Kopien finden, welche man uns für das dauernde touristische Glück vorschlägt, Golfplätze, Freizeitparks und Shopping bis die Kreditkarte glüht, das ist irgendwie ja doch nicht unser Ding und wohl auch nicht ganz passend. - Allerdings juckt es vielen Verantwortlichen im Abzugsfinger der glitzernden Glückseligkeit und einiges deutet darauf hin, dass man kurzzeitigen wirtschaftlichen Erfolg lieber nachläuft, als nachhaltigen Projekten, die auch einen wirklichen Bezug zu den natürlichen Ressourcen haben. - Copy & Paste statt nachdenken, teilen statt selber schreiben, das mag alles viel lockerer von der Hand gehen und auch erprobt sein, allerdings legen sich kopierte Dinge eben oft wie ein fremder Film über eigene Fähigkeiten und machen einen darüber hinaus auch noch austauschbar. - So darf die Frage offen bleiben, ob zum Beispiel Golfplätze in einem Biosphärenreservat Sinn machen, weil andere Destinationen auch solche Plätze habe. - Dabei geht es auch anders, und mitten im Zauberschrei des boomenden Tourismus und dem gleichzeitigen Werkeln an zwei Gesetzen, um uns wohlfeiler anbieten zu können, setzt nun das Gobierno de Canarias ein deutliches Zeichen in Richtung Nischentourismus.

Es gibt ab dem kommenden Jahr 500.000 Euro für den Ausbau einer phantastischen Idee, welche für die Kanaren einzigartig, für Spanien kaum und überhaupt auch für den "Rest" der Welt eher selten ist. - La Palma, und hier Mazo, bekommt ein Forschungszentrum für Mykologie, für Pauschalgäste: Pilzkunde, und erneut bin ich erstaunt über die Breite der Entscheidungen, welche von unserer höchsten Regionalkorporation getroffen werden. - Auf der einen Seite dient man uns den Global-Playern an, auf der anderen Seite greift man richtig in die Kronjuwelen und gibt einem, gar nicht massentauglichem Sektor, richtig Geld. Damit deutet man dann doch wieder an, dass man wohl eine Idee davon hätte, wie man einem ganz herausragendes Reiseziel anhand seiner natürlichen Ressourcen deutliche Alleinstellungsmerkmale verleiht. - Dahinter steht natürlich eine kluge Gemeinde, Mazo nämlich, mit einem Bürgermeister, der auch klug genug ist zu wissen, was andere können und nicht ruhenden Geistern und Fachleuten, welche seit Jahrzehnten auf der Insel die Mykologie betreiben. - Da fällt natürlich sofort der Name Rose Marie Dähncke, welche in unserer Seite eher durch die Geschichten umfassender bis stechender Menschlichkeiten bekannt ist, in der Welt der Pilzkunde mindestens und sowieso einfach "Die Dähncke" ist.

Das macht eben den Unterschied zu anderen Nischen aus, man braucht auch immer Leute dafür, die Ahnung davon haben und Dinge vorantreiben können und man hat halt nicht für jede Laune und Nische auf der Insel eine Dähncke irgendwo rumsitzen. - Die Pläne sind gewaltig, Forschungszentrum, Konferenzräume, Museum, Labor, Küche, und Herberge zur Unterbringung der angereisten Pilzfreunde. - Das Ganze in herausragender Landschaftn nahe des Fußballplatzes und nun wird klar, dass man da im Gobierno da Canarias nicht das Komma in der Zuwendungssumme falsch gefasst hat, sondern eben auf eine Nische setzt, mit der wir eben zukünftig im Tourismus richtig was hermachen können. - Und das wunderbare an der Geschichte, Pilze gehören zu dieser Insel wie die Kiefern und die Caldera, die Pilze muss man nicht erst mit Raupenschleppern in den Boden krallen, wie man das mit Golfplätzen machen müsste, sondern die Pilze gehören bereits zum Schatz und zu den touristischen Attraktionen La Palmas. - Natürlich nicht für Massen von Besuchern, aber ich dachte, darüber wären wir doch eigentlich hinweg, sondern für einen ausgesuchten Kreis an Interessenten, der unsere Insel besuchen will, mit all seinen Ecken, Kanten, Schönheiten und Nischen. - Und der eben dieses Juwel so vorfinden will, wie es der Hotspot unter unseren Füßen mal geschaffen hat und nicht, wie globale Tourismusplaner sich austauschbare Wirkungsfelder vorstellen.

Von solchen Attraktionen hat die Insel viele, die meisten lauern versteckt und völlig unspektakulär hinter jedem Hügel, und wollen eben von Menschen mit Blick und Weite entdeckt werden, andere wollen ein bisschen unterstützt werden, damit man herangeführt wird. - Die Höhlenforschung, die Astronomie, die Heilige Quelle, (sobald sich alle Häuptlinge mal über die Verteilung des Manna einig sind) künstlerische Aktivitäten und viele Betätigungsfelder unter freiem Himmel und eben auch die Mykologie. - Und sicher hätte man sich nicht herangetraut, ohne das Wissen und das Können "der Dähncke" und was für ein Glück für diese Insel, eine solche Person zu haben. - Dabei weiß ich gar nicht, ob Frau Dähncke wirklich darüber glücklich sein sollte, denn nun kommt noch mehr Arbeit in Form von Verantwortung auf sie zu, denn viel Geld und viel zu erwartende Aufmerksamkeit wecken auch viele Begehrlichkeiten. - Aber Frau Dähncke wird ja nicht alleine gelassen, die Gemeinde Mazo will das genau so professionell vorantreiben und im klugen Ausnutzen solcher natürlich Ressourcen liegt die Nachhaltigkeit touristischer Destinationen. - Da guckt ein bisschen Hoffnung durch die sonst ziemlich progressive Gangart in Sachen touristischer Zukunftsplanung auf der Insel und vielleicht ist das auch nur ein Plan B, sollten die Pauken und Trompeten rund um das Goldene Kalb des Pauschaltourismus mal verstimmt sein.




Das ist nur der Anfang, das Centro de Micología in der Casa Roja in Mazo.





Samstag 19.11.2016 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 32 % - Luftdruck 1020 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Cada día un grano pon, y harás un montón

Gib jeden Tag ein Körnchen, dann hast du eine große Menge. - So etwa hat sich meine Großmutter noch die Finanzwelt vorgestellt, sparen, zusammentragen, sammeln und irgendwann hat man eine angenehme Menge. - Stück für Stück, langsam weil´s pressiert und wenn jeder Stern am Himmel sein Sandkorn vor Santa Cruz ablegt, dann gibt es einen Stadtstrand. - Oder aber man ruft ein holländisches Baggerschiff…





Bild von Wolfgang Hempel





Freitag 18.11.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 28 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 20 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 28,2 Grad - niedrigste Temperatur 17,6 Grad

Wie kommt der Hirsch nach Puntallana?
Irgendwie sind wir doch Afrikaner


Irgendwie sogar alle, auch Donald und seine weißen Bauern aus "The Middle", aber meist reicht historisches Gedächtnis eben immer nur so weit zurück, wie es gerade nicht peinlich ist. - Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da dachte man ja, eigentlich hoffte man es sogar, dass die Ureinwohner der Kanaren irgendwas mit Atlantis zu tu hätten, oder mit nordischen Seefahrern, welche blonde Hünen und heldenhafte Menschen auf den Kanaren abgesetzt hätten. - Gedanklich war man da ziemlich frei, denn es stand den Eroberern unter der Spanischen Krone, aber auch bei den anderen gekrönten Feldzügen nicht unbedingt im Vordergrund, sich um das Schicksal der Besiegten zu kümmern. - Und schon gar nicht, darüber zu berichten und ein bisschen muss man das aber relativieren, damals berichtete man so gut wie überhaupt nichts, denn Wissen war immer schon Macht und Macht macht meistens dann Ärger, wenn Andere auch was wussten.

So gesehen leben wir in wunderbaren Zeiten. Heute wissen wir Dinge, noch bevor sie überhaupt geschehen sind, und sind dabei, wenn Wahrheiten geboren werden, erfunden, verworfen und wieder auferstehen, und müssen dabei maximal fremde Gedanken teilen, also nicht mal selber denken. - So viel will ich ehrlich gesagt auch gar nicht wissen, zumal heute das Denken, wie auch Wahrheiten gerne mal ausgelagert werden, "in die cloud und so" und wirklich anstrengend wird das Ganze ja vor allem für Populisten, welchen gar nichts anderes übrig bleibt, als alles unter Lügenpresse und Lügennetz zu katalogisieren, da ja jeder jeden Moment an jede Wahrheit kommt. - Ich würde allerdings gerne wissen, wann die Schokolade endlich wieder billiger wird und woher denn nun der versprochene Hirsch aus der Überschrift kommt.

Wir waren schon mal näher dran am Hirsch, bevor mich dann die Wahrheitscloud wieder bewölkt hat, und aufgetaucht ist auch kein kompletter Hirsch, sondern die DNS eines Stirnwaffenträgers der Familie "Cervidae" an der Kleidung einer mumifizierten Leiche eines Ureinwohners der Insel. - Die Archäologie auf La Palma ist reichlich jung, in der Franco-Ära war es überhaupt nicht gerne gesehen, dass man sich hier auf den Inseln mit anderen Dingen, außer dem iberischem Erbe beschäftigt hat, und selbst nach dem Übergang dauerte es noch Jahrzehnte, bis man das Interesse an der vorspanischen Zeit, der "Era prehispanica" alltagstauglich machte. Dabei ist das auf den Kanaren gerade mal gute 500 Jahre her, nach mitteleuropäischem Zeitgefühl also fast noch Neuzeit, aber was die Ureinwohner der Insel/Inseln wirklich waren, und was die bewegte, darüber weiß man weniger, als über die Ägypter und Karthager. - Und auch weniger als über die Phönizier und die Römer, und gerade bei den beiden Volksgemeinschaften liegt, oder liegen wohl auch die Ursprünge der ersten menschlichen Besiedlung der Kanaren.

Und ab jetzt wird es spannend bis löchrig, denn bis heute weiß man nicht genau, wann denn die erste Besiedlung der Kanaren überhaupt stattfand. - Uns es waren eben keine blonden Hünen der Wikingerklasse, welche die Insel übernahmen, sondern wie man jetzt weiß, Berber aus dem heute südlichen Libyen. - Allerdings nicht, weil diese Berber das so wollten, sondern weil eben, entweder die Phönizier, oder die Römern, oder eben beide, mit entsprechendem Abstand, diese Berber auf den Inseln aussetzten. - Auch warum ist noch nicht ganz klar, mal tendiert man zu der These, es sei Verbannung, weil die Berber nicht so wollten wie deren Herren, mal heißt es, man habe die Inseln besiedeln wollen um eben für zukünftige Expeditionen dort in Richtung unbekannte Welt einen Brückenkopf in Sachen Versorgung zu haben. - Sicher ist, es kamen diese Berber, mitsamt Ziegen und wohl auch Hunden, eben als "Fracht" der Römer oder Phönizier und genau so wenig ist klar, wann denn die einzelnen Inseln besiedelt wurden und ob es zwischen Besiedlung und der Hispanisierung Austausch der Bevölkerung der einzelnen Inseln untereinander gab.

Ein Glück für La Palma ist, dass man inzwischen hervorragende Archäologen vorweisen kann, wie zum Beispiel das Eigengewächs Jorge Pais Pais, der unermüdlich auf der Suche nach neuen Fundstätten ist, und noch mehr, diese vor dem neugierigen Zugriff unprofessioneller Hände zu schützen. - Auch Glück für die Archäologie der Insel ist, dass La Palma schwach besiedelt ist im ländlichen Raum und es eben viele Regionen gibt, welche vom menschlichen Zugriff breit verschont wurden und somit viele Fundstätten tiefe Einblicke erlauben. - Und nun die Ergebnisse der DNS-Proben einer Grabstätte bei Puntallana und siehe da, eine der mumifizierten Leichen war in eine Decke gehüllt aus Hirschfell, zumindest geben das die Analysen so her. - Aber es gab nie Hirsche auf der Insel, also vierbeinige Tiere der Familie Cervidae, also geht man davon aus, dass man hier einen Erstbesiedler gefunden hat, oder nahe dran an einem solchen ist.

Allerdings stellt man sofort die Gegenfrage, gab es denn Hirsche dort, wo heute das südliche Libyen ist und es heißt ja, dort hätte es solche Tiere früher gegeben. - Andere These lautet, dieses Hirschfell sei eine Gabe der Römer oder Phönizier gewesen, oder aber man hätte bei der Probenahme, oder im Labor, oder auf dem Weg dorthin geschlampt, und die Hirsch-DNS ist da irgendwie zufällig hingekommen. - Aber das glaubt man nicht, man hofft natürlich nun auch, einen der ersten Siedler der Insel gefunden zu haben, welcher noch seine mitgebrachte Decke bei sich hatte in den letzten Stunden. - So also könnte der Hirsch nach Puntallana gekommen sein, denn als Großwild auf der Insel gibt es ausschließlich die Mähnenschafe, und auch die sind von Menschen auf die Insel gebracht worden, allerdings ein paar tausend Jahre später, als das Hirschfell. - Wer sich also auf Hirschgulasch zu Weihnachten gefreut hat, der muss trotzdem nicht enttäuscht werden, die teutonafine Versorgungseinheit Lidl hat so etwas sicher bereit, und man muss auch nicht selbst jagen gehen und dem Tod ins Auge sehen, sondern kann das würzige Fleisch ziemlich abstrakt vielleicht sogar noch ohne anzufassen aus dem Kochbeutel drücken. - In zweitausendfünfhundert Jahren finden Archäologen im Magen einer Mumie auf La Palma Hirschfleisch, und schon wissen wir, wie das denn passieren konnte.




Im Archäologischen Museum in Los Llanos de Aridane

Bild von Wolfgang Hempel





Freitag 18.11.2016 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag: 0 mm - Luftfeuchte 14 % - Luftdruck 1016 hPa

Gastbeitrag von MariAnne Jaeger
El Paso, das Fenster zum Aridanetal

Oft ist der Weg ins Ferienhaus etwas länger, besonders wenn es auf der Westseite im Aridanetal liegt. Ist der Tunnel erst mal durchquert gibt man spätestens in El Paso etwas mehr Gas.

Seit die Firma Lidl sich in Brena Alta angesiedelt hat, kaufen die meisten Gäste dort Ihren ersten Vorrat ein.
Der Supermercado San Martín (so hieß er früher) hat heute das Nachsehen und die Urlauber fahren weiter in ihr Domizil.

El Paso ist aber mehr als nur ein Ort für schnelle Durchfahrt. In einer mehrteiligen Serie öffnen wir das Fenster zum Aridanetal und beginnen mit dem wunderschönen Weideland "Llano de Las Cuevas" einem zauberhaften Micro-Kosmos voller Leben.

Die Hochebene Llano de Las Cuevas in El Paso Ausgangspunkt ist das Centro de Visitantes, oberhalb von El Paso, bevor es in Richtung Cumbrecita geht.
Die Strasse kreuzt sich nach etwa 1km. Auf der rechten Seite führt sie zur Ermita de La Virgen mit ihrer uralten, hohen Pinie.

Wir folgen dem steinigeren Weg in die Las Cuevas, kurz vor der Kreuzung.
Im Februar beginnt hier der Frühling und verwandelt das Hochland in ein Blütenmeer.

Die Ebene der Höhlen

Die mit Natursteinen übersäte Landschaft, lässt erahnen, wie viel Kraft und Ausdauer die Bauern ab dem sechzehnten Jahrhundert aufbringen mussten, um das Land für ihren reichen Nutztierbestand urbar zu machen.

Stein für Stein wurde aufgeschichtet, um die Mauern zu erschaffen in denen sie ihre Viehweiden anlegen konnten.
Pyramidenförmige Steinhaufen dienten teils dem Zweck der Trocknung von Kaktusfeigen, Weintrauben und ähnlichem.

In einigen Höhlen und Basaltbauten lebten Teile der Landbevölkerung. Aus diesem Grund nannte man das Plateau die "Ebene der Höhlen".

Das Paradies ist geöffnet

Unsere kleine Wanderung, etwa 1,5 Kilometer, führt uns durch die schmalen, unebenen Wege der blühenden Landschaft.
Vorbei an Maulbeerbäumen, welche vereinzelt schon Knospen und Blätter öffnen, duftende Gräser und Blumenteppiche in blau, weiß und gelb, strahlen mit der Sonne um die Wette.

Den einzigartigen Duft nehmen nicht nur wir in uns auf.
Stattliche Rinder mit ihren Kälbchen, stolze Pferde und kuschelige Schafe genießen sichtbar "Ihr Paradies"
Umgeben vom Bergmassiv des Bejenado, der Cumbre Nueva und der Cumbre Vieja, ist die Hochebene Llano de Las Cuevas ein Garten Eden im schönen Aridanetal.

Schauen Sie die Fotoshows über die Hochebene Llano de Las Cuevas auf meiner Webseite:
www.lapalma-ahora.de















Donnerstag 17.11.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 29 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 26,5 Grad - niedrigste Temperatur 17,4 Grad

Dass mir Weihnachten auch ja alles bunt ist
Los Llanos bereitet sich auf den Geldsegen vor


Eigentlich habe ich den Weihnachtseinkauf ganz schnell erledigt dieses Jahr. - Bei Amabonz habe ich eine 16 Meter Yacht geordert, ein mit Swarovski-Kristallen besetztes 5er Cabrio, also Kinkerlitzchen für die Töchter, und für meine Frau das Dr. Oetker Schulkochbuch. - Ihre Empörung hört man bis hier her! - Allerdings die Premium-Ausgabe, bei der auf Seite fünf mehrere knackige Sizilianer herausspringen und sofort mit dem Gemüse-Schnippeln beginnen. - Sollte ich widererwarten diesen Tag überleben, könnte ich ja Anfang nächster Woche nochmal versuchen, auch was für mich zu besorgen. - Für mich kaufe ich ja nichts aus den Katalogen, auch weil Post, Zoll und das Gobierno de Canarias irgendwie beschlossen haben, das Wort Versandhandel hätte was mit versanden zu tun. - Ob das wirklich so ist, also lobbybestückter Protektionismus den lokalen Einzelhandel stärken soll, ich weiß es nicht. Aber der Satz: "Im Moment bearbeiten wir keine Postsendungen aus dem nicht EU-Ausland" vom Postzollamt auf Tenerife, den mir ein Kollege gezeigt hat, nachdem der versuchte, sich einen Wackelkopf-Donald für die Hutablage seines Dodge-Charger zu bestellen, der Satz könnte solche Vermutungen unterstützen.

Ab hier verspreche ich nun vier Kapitel angemessene Ernsthaftigkeit und ich war gestern wirklich unterwegs, Weihnachtseinkäufe zu machen. - Dazu fahren Leute vom Land, also die aus El Paso, natürlich in die Metropole und seit dem dort das wunderbare System der "Blauen Zone" sogar für mich und meinen Toyota das vorwärts Einparken möglich gemacht hat, drohe ich dieser Metropole sogar mit zukünftig häufigeren Besuchen. - Und in Sachen "Blaue Zone" gibt es sogar Neuigkeiten, zukünftig kann man knapp über 2 Stunden in der Kurzparkzone bleiben, für 1,50 Euro und damit können sicherlich dann auch Frauen genügend Zeit finden für den Einkauf und einen Abstecher zur Chauvikasse… - In der Tat, meine Töchter hatten das bemängelt, bislang war die Höchstparkdauer eine Stunde und das würde einem nicht genügend Zeit geben, die erworbenen Kostbarkeiten auch noch angemessen beim Kaffee Jagdbegleiterinnen zu präsentieren.

Allerdings fürchte ich, diese neue Reglung in Sachen Kurzparkzone könnte dem Parkhaus in Los Llanos weitere Schläge versetzen, denn ich gebe zu, seitdem die Blaue Zone mir das Abstellen meines Autos für eben Einkauf und Erledigung immer ermöglicht, was niemals eine Stunde dauert, habe ich das Parkhaus nicht mehr aufgesucht. - Der Parkhausbetreiber hat ja ohnehin noch Ärger mit dem Rathaus, da er weiterhin noch die Lizenzgebühren schuldig ist, seit der Eröffnung im Jahr 2009 sogar. - Allerdings kontert der Betreiber immer mit dem Hinweis, man würde ihm zu viele Stellplätze berechnen, denn im Projekt tauchten mehr Plätze auf, als in der Realität vorhanden sind, da strukturelle Maßnahmen eine Änderung des Projektes notwendig gemacht hatten. - Also zunächst will der Betreiber korrigierte Rechnungen sehen, dann erst bezahlen und ich finde es immer noch bemerkenswert, wie man jemandem einen Stellplatz unterstellen kann. - Keine Ahnung, wie das mal endet, aber der Betreiber gehört nicht der Dummbeutelfraktion an und wird sich schon überlegt haben, wie man mit der Gemeinde so lange schussert, bis die Rechnungen endlich passen.

Aber Los Llanos bereitet sich vor, überall verfallen die Händler in hektischen Vor-Vorweihnachtszeitstress, noch blöken zwar die als Santa Graus verkleideten Helferlein nicht ihre fatale Kakophonie von Hohoho, aber die Händler sind bereits im Tunnel. - Die Ware muss ja herangeschafft werden, die Dekoration ebenso, das Personal ist noch nicht geschliffen und die Konkurrenz scheint wieder einmal bereits viel weiter zu sein als man selbst. - Und dann hatte man sich ja selbst noch in den Stress versetzt, dieses Weihnachtsgeschäft muss das beste seit der Krise werden. - Wobei mir da immer wieder auffällt, man spricht immer von Vorkrisen-, aber nicht der Nachkrisenzeit, sondern sagt, seit der Krise. - Das bedeutet, offiziell im Sprachgebrauch der Bürger wie der Presse, ist die Krise noch nicht offiziell beendet, wir befinden uns also noch nicht in der Nachkrisenzeit, sondern in einem Zeitraum seit der Krise. - Vielleich sind die Reichsbürger ja ähnlich drauf mit Begriffsvergewaltigungen, und vielleicht gibt es ja hier auch irgendwann einen Staatsdeppenverein der Krisenbürger, die keine Steuern mehr bezahlen wollen, weil es keinen offiziellen Krisenbeilegungsvertrag gibt. - Wobei, keine Steuern bezahlen, vielleicht sind die doch gar nicht so blöd, wie sich das zunächst anhört…

Gehen wir zurück in das vorweihnachtliche Los Llanos. - Die Weihnachtsdeko wird nun gerade aufgebaut, ist aber noch nicht erleuchtet. - Das fehlte gerade noch, jetzt, Mitte November bereits die Figuren auf dem Schlitten beleuchten, und das bei 26 Grad, das würde die viele Opposition im Rathaus noch mehr zum Kochen bringen, wo es doch eh schon Ärger damit gab, dass man so viel Geld für Weihnachtsdekoration ausgeben will. Ganz schräg beäugelt wird von den angestammten Läden natürlich das neue, und auf La Palma bislang einzige Einkaufszentrum "Centro Comercial Trocadero". - In der Tat sind auf der Insel bislang alle Versuche, ein Einkaufszentrum a la "Passage", auch den geneigten palmerischen Kunden anzutun gescheitert. - Waren wir noch nicht weit genug, oder die Planer der Tempel der Einkaufslust nicht ausreichend professionell, auch uns Landeiern endlich den Konsum in Hochdruckweise zu präsentieren. - Macht sich gut, das Einkaufszentrum, auch mit Namen aus der internationalen Franchise-Szene und eben Parkplätzen. - Zwar ist das Ding immer noch nicht über die, sagen und schätzen wir mal 65% Auslastung der Ladengeschäfte hinaus, aber schon könnte man das als erfolgreichen Versuch geltend machen. - Was einem allerdings passieren kann im Moment in Los Llanos, das wäre der vorzeitige Kundenerguss. - Die Händler sind noch so mit sich und all den Vorbereitungen beschäftigt, damit das Weihnachtsgeschäft reibungslos verläuft, dass man jetzt plötzlich auftauchende Kunden eher als Störung betrachtet. - Nein, dieses oder jenes kommt erst noch, ich solle doch in zwei Wochen noch mal nachfragen. - Wie gut, dass sich diese Leute auf die Post, den Zoll und unsere Dickfelligkeit verlassen können.




Und Jimmy fuhr zum Regenbogen







Ihre Familie Ingrid & Mathias Siebold
Calle el Torreón 5/7
E-38750 El Paso
La Palma, Islas Canarias, Spanien
Tel. von Deutschland: + 34 922 497216
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Kanarische Ferienhäuser auf La Palma