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Sonntag 26.04.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 45 % - Luftdruck 1018 hPa

Gastbeitrag von Axel Hoffmann

Wir möchte Sie alle herzlich einladen an unserer 1.Tanz in den Mai Veranstaltung am 30.4.2015 in Los Cancajos teilzunehmen.

Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr 30 im Lokal " Mirador de Tiuna " auf der Innen,- und Außenterrasse .
(gegenüber vom Touristikcenter am Strand)
Hier etwas zum Inhalt und Thema: Tanz in den Mai

Es gibt an dem Abend:

Live Musik mit deutschen Schlager, Oldies von DJ Chris sowie Karaoke.

Maibaumsägen um den Maikönig bzw. Maikönigin zu ermitteln.

Für den kleinen Hunger gibt es deutsche Tapas und die Küche vom Lokal ist auch geöffnet.

Wir freuen uns auf Euren Besuch mit viel guter Laune bei freiem Eintritt.

Axel und Chris







Samstag 25.04.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 18 % - Luftdruck 1014 hPa
Höchsttemperatur heute 23,8 Grad - niedrigste Temperatur 15,1 Grad

Die Siebenerbande
Ich weiß nicht, ob Katzen trauern

In den ersten Tagen nachdem Acht gestorben war, haben wir uns zu Hypochondern entwickelt und jede unserer anderen sieben Katzen mehrfach täglich nach irgendwelchen Symptomen untersucht. - Hauptsächlich halt danach, wie sie fressen und trinken, denn dabei kann man wohl am besten feststellen, ob sie unter dem Virus leiden, welcher diese Katzenseuche veranstaltet. - Die sind alle fit, physisch zumindest, denn Mops, der große, graue Kater, der bleibt seit dem Tag immer zuhause und will gar nicht mehr von uns weg. - Es war ja auch das Tier, welches uns gezeigt hat, wohin das zitternde Häufchen Elend sich zurückgezogen hatte, um auf seinen Tod zu warten. - Es heißt ja, die riechen, ob andere Katzen krank sind und so ganz bekommen wir das Gefühl nicht los, als wäre Mops irgendwie verängstigt seit dem Tod des anderen Katers. - Sicher sind wir uns da nicht, kann auch sein, dass er wieder mal Ärger hatte mit einem der vielen Nachbarshunde und wir daraus nur eine rührende Geschichte spinnen, so wie das Tierliebhaber immer mal mit den Ihren machen. - Sie sehen, ich gebe mich da wirklich selbstkritisch, mir hat das wohl am heftigsten zugesetzt, und die anderen sechs Katzen sind trotz des Fehlens von Acht so wie immer. - Nur halt unter stärkerer Beobachtung, bis nicht alle beim Fressen waren herrscht keine Ruhe, beim Humanpersonal meine ich, so ein bisschen gehen wir denen wohl schon auf den Wecker mit unserer Übersorgfalt. - Das legt sich aber langsam schon wieder, und unsere wirkliche Brut, also die eigenen Kinder, die machen sich schon lustig über uns und werfen uns frotzelnd vor, so besorgt hätten wir uns nicht mal um sie gekümmert. - Es heißt ja oft, Katzen oder andere Haustiere würden als Kinderersatz fungieren, ich drehe das dann immer gerne um und behaupte gegenüber meinen Töchtern, sie seien damals ja nur als Katzenersatz zu uns geholt worden und nun nicht mehr vonnöten.

Das ist natürlich reine Ironie, aber unter den Katzendamen gibt es weiterhin öfter mal Ärger, wobei meist Luffy das Mobbingopfer ist. - Aber eben nicht immer, und manchmal scheint es auch an der Tageszeit zu liegen, wer denn nun gerade wen anfaucht oder über die Terrasse jagt. - Dabei extrem auffällig, die Kater, oder sagen wir lieber die männlichen Eunuchen, die sind viel friedlicher und fangen von sich aus überhaupt keinen Streit an, machen durch ihre Mimik beim Fressen vielleicht gerade mal klar, dass das ihr Napf sei, aber ansonsten sind weder Paul, noch Mops oder Leo jemals damit beschäftig, eine unsere anderen Hauskatzen zur Minna zu machen. - Gerade zu bipolar scheint da unsere schwarze Schönheit Mia zu sein, die in kurzer Zeit von der sabbernden Schmusekatze zur kämpfenden Furie mutiert, und man schon aufpassen sollte beim Austausch von Zärtlichkeiten, da ihre Vorwarnzeit zwar vorhanden ist, aber sehr knapp bemessen. - Mia war aber auch die Katze, welche am meisten unter dem Auftauchen von Luffy, Leo und Penny gelitten hat, denn von einem Tag auf den anderen war sie nicht mehr das gehätschelte Nesthäkchen, sondern die "Bitch aus Los Llanos", welche von dem Moment an ihren Platz verteidigen musste und nicht mehr als "Letztgefundene" einen Sonderstatus inne hatte. - Also könnte man da auch wieder sagen, unsere Schuld, alle stürzen sich und ihre Aufmerksamkeit immer auf die süßen, kleinen und vor allem schutzbedürftigen Neuankömmlinge und gestern noch Prinzessin, heute aber nicht mehr, das gefällt auch felinen Familienmitgliedern nicht wirklich. - Es heißt ja auch oft, wenn ich das vorher gewusst hätte, dann wäre ich nie Vater geworden und hätte wohl auch keine Katzen aufgenommen. - Völliger Quatsch, nie habe ich auch nur einen Tag bereut, Vater geworden zu sein, und nimmt man mal den Scheißtag aus, an den ich Acht festhalten musste, damit ihm die endgültige Spritze verabreicht werden konnte, auch nicht, dass wir uns inzwischen mit diesen Tieren umgeben.

Dabei kommt man natürlich auch immer wieder dazu, sich Katzenbücher zuzulegen, meist als Bilderbuch mit extrem schönen Bildern, die schon so in Richtung "Omatrost" gehen, falls Sie wissen, was ich meine, oder eben diese Art wie Simons Cat und immer meint man genau seine eigenen Tiere dabei wieder zu entdecken. - Gut, unsere sind meist nicht so fotogen wie die Stars der Szene, welche auf großem Hochglanzpapier gedruckt sind, aber da wissen wir ja auch, dass manchmal für solch ein gelungenes Bild Stunden vergehen können, bis das Modell sind endlich richtig zum Licht gesetzt hat. - Nun haben wir aber ein anderes Katzenbuch entdeckt, welches hier auf der Insel entstanden ist, und eine wunderbare Mischung von wunderschönen Bildern, Charakterbeschreibungen, aber eben auch klaren Hinweisen ist, warum denn die Tiere diese und jene Eigenschaft mit sich bringen und wie es denn überhaupt möglich ist, dass Mensch und Katzen miteinander und voneinander profitieren. - Aus dem Buch kann man sehr viel über Kommunikation mit diesen Tieren lernen und selbst, wenn es für Leute wie uns, die nun schon über 10 Jahre Katzen ganz nahe haben, gibt es sehr viel zu lernen, oder sich an diesem oder jenen Punkt einfach nur Bestätigung abzuholen. - Eine wunderbare Mischung aus bemerkenswerten Bildern und hervorragend verpackter Verhaltenshinweise, niemals kitschig, aber auch nicht lehrerhaft, einfach gelungen. - Andera Kurschus hat dieses Buch mit dem Titel "Meine Katze versteht mich" (Ulmer Verlag ISBN 978-3-8001-6758-6) geschrieben, und sie lebt in Puntagorda und genau dort kann man dieses Buch auch bei ihr kaufen. - Von Montag bis Donnerstag in der Regel zwischen 10 und 17 Uhr im Büro auf der kleinen Finca im Camino de Pinto 4 in Puntagorda (Tel. 922 - 493206). - Oder eben über die bekannten Kanäle von Amazon oder Buch24 den Versand, welchen wir aus Erfahrungsgründen empfehlen.







Hier noch drei Bilder, auf denen unsere "Halbstarke" Mia versucht den Kratzbaum zu zerlegen









Samstag 25.04.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 35 % - Luftdruck 1019 hPa


Fulanito de tal dice hoy: Zafado como el solo
Geschmückt wie nur er selbst. - Ihn interessieren nur seine eigenen Dinge, der Egoist schlechthin, kennt nur seinen Weg, ist nicht teamfähig.




Bild von Kai Stockrahm





Freitag 24.04.2015 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 39 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 22,2 Grad - niedrigste Temperatur 14,5 Grad

Eine Pepa macht noch keinen Sommer?
Gottes Werk und ein Heidenspaß

Die Frage, wann denn der Sommer beginnt, die wird oftmals vom Wetter diktiert. - In El Paso, oder lehnen wir uns mal weiter aus dem Fenster, gleich im gesamten Aridanetal gibt es aber noch einen anderen Indikator für Sommer, und das ist ein interessantes wie geheimnisvolles Fest in El Paso. - Dieses Jahr hat man das Fest allerdings extrem früh gelegt, ich erinnere mich eigentlich gar nicht daran, dass "La Machanga" bereits früher mal im April bereits gefeiert wurde, aber das hängt mit anderen, unverrückbaren Terminen zusammen, wie der Transvulcania und dann Ende Mai den Kommunalwahlen. - Aber zurück zur ersten großen Fiesta des Sommers, welche morgen, also am Samstag den 25. April am frühen Abend beginnt. Feiern ist immer schön, befreit vom Alltagsmühsal, und gibt eine hervorragende Basis her für soziale Kontakte außerhalb der manchmal strengen Regeln des Zusammenlebens. - Musik, ein paar kräftige Happen zu Essen und natürlich Wein in Massen, meist nicht in Maßen, oder andere Stimmungsaufheller der Marke legale Droge, und schon ist die Fiesta im Gange. - Man sagt uns nach, wir würden viel feiern, sehr viel und das auch noch sehr laut, sehr heftig und vor allem sehr lange, meist bis einen die Grauen des Morgens erwischen. - Praktisch, wenn man Samstag feiert, und es da noch einen Sonntag gibt, der einem Zeit lässt bis Montag wieder halbwegs auf die Beine zu kommen, aber wer viel feiert, der ist gewohnt im Umgang mit schneller Rekonvaleszenz. - Um zu feiern braucht man eigentlich auch einen Anlass, zumindest nach außen macht sich so etwas gut, allerdings sind wir da wirklich nicht zurückhaltend und feiern auch Feste und Gelegenheiten, von denen wir gar nicht (mehr) wissen, was und warum wir da eigentlich feiern. - Ein Paradebeispiel dafür ist die "Machanga" in El Paso, die morgen in Form einer großen Puppe vom "Cruz de Las Canales" in den Ort getragen wird, um dann so richtig zu feiern. - Die "Machanga", aber auch "Pepa" genannt, ist ein heidnischer Spaß im Rahmen eines kirchlichen Festes, einer der vielen Beweise, wie man sich hier, meist Dank der Immigranten aus Südamerika, die katholische Kirche erträglich gefeiert hat. - Als Startschuss für das einwöchige Kreuzfest El Pasos ein heidnischer Umzug mit einem Schuss Voodoo, man könnte glatt behaupten, das wäre des Teufels Beitrag zu Gottes Werk.

Allerdings scheint der Teufel besser zu wissen, wie man feiert und so zieht die "Machanga" auch jedes Jahr mehr Menschen an, als die christlichen Prozessionen, natürlich mit Ausnahme der alle drei Jahre stattfindenden "Romería" zu Ehren der Schutzpatronin des Ortes, der "Virgen de El Pino". - In diesem Jahr ist es dann wieder so weit, im da findet auch wieder diese große Romería statt und aus diesem Anlass zieht man der großen Puppe, der Pepa, oder Machanga in diesem Jahr ein Trachtenkostüm an. - Die "Machanga" könnte man zuerst als "Mannweib" bezeichnen, grobschlächtig, rasend und dennoch wollüstig und gefährlich für Männer. - Eigentlich ein hässliches Weib, aber eben wegen ihrer so fragwürdigen Eigenschaften auch wiederum anziehend und wen die "Machanga" erwischt, der wird das Spiel mit dem Feuer einen Moment lang genießen, um es dann für immer zu bereuen. - Den Schuss Voodoo schickt das Gerücht mit, dass alleine der Blick der "Machanga" die Männer bereits fesseln kann, um ihr zu dienen, denn um nichts anderes geht es eigentlich, dass dieses Schauspiel eine Umkehr der alten Geschlechterrollen vorgaukelt in dem die Frau in eine, natürlich deutlich überzogene Männerrolle schlüpft. - Meist kommt die Pepa im Ort El Paso an, wenn es bereits dunkelt, dann empfängt sie dort im Ort ihr Gegenpart, der "Pepe", und die beiden rocken dann ganz gewaltig auf dem Dorfplatz ab und alle anderen tanzen mit. Man geht aber nicht mit diesem soziologischen Hintergrundgedanken auf dieses Fest, sondern mit Freunden und jeder Menge Alkohol und lässt es "so richtig krachen". - Gerade bei den jüngeren Leuten ist dieses Fest sehr beliebt, leider auch mit den negativen Folgen, dass man jedes Jahr reichlich junge Schnapsleichen nachts dann zu besorgten und meist auch peinlich beschämten Eltern bringen muss. - Wer seine Brut also unter Kontrolle haben will, der muss dann auch schon körperlich präsent sein, auf solch ausgelassenen Fiestas funktioniert die sonst so strenge soziale Kontrolle nicht wirklich. - Es ist uns nie so richtig gelungen, da eine breite soziale Kompetenz wirken zu lassen, auf solchen Festen funktioniert die sonst oftmals greifende gesellschaftliche Kontrolle unter Nachbarn nicht. Wenn die "Machanga" sich ihren Weg in den Ort bahnt, dann wird so manche, so weit überhaupt vorhandene Vernunft an den Straßenrand gedrängt, manch trauriges Bild ergibt sich da einem mitten in der fröhlichen Meute, und ich war immer heilfroh, dass da meine Mädels nicht das Problem waren, um welches man sich kümmern musste. Das ist halt so, wer mit der Teufelin tanzen will, der bringt sich in Gefahr und genau das muss wohl der berühmte "Kick" sein, den die jungen Menschen so begehren, weil der Rest des lästigen Alltags so schrecklich langweilig scheint.




Aus dem Archiv




Das Plakat für die Fiesta "Cruz de las Canales 2015" von dem ein Teil eben dieser fröhliche Umzug ist





Freitag 24.04.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 35 % - Luftdruck 1019 hPa

Gastbeitrag von Antje Dieckmann

Seit 1992 lebe ich mit meinen Kindern in dem fast ausschliesslich von Landwirtschaft geprägtenen Ort Santo Domingo de Garafia.

Ich mache Schmuck mit Samen des kanaren-endemischen Drachenbaums und anderen Sachen, die ich hier in der üppig vorhandenen Natur finde.

Ich war bei der Gründung des Mercadillos in Puntagorda dabei und habe seither dort einen gut gehenden festen Markt-Stand.

Wer sich für den Drachenbaum und die Schmuckherstellung interessiert, kann sich das auf meiner Website anschauen: www.artesania-drago.de

Um uns vor Konkurrenz von importiertem Billig-Plastik-Kram zu schützen, haben wir damals alle beim Cabildo von La Palma - der Inselregierung - eine Prüfung ablegen müssen und sind somit staatlich geprüfte und eingetragene Kunsthandwerker.

Da der Drachenbaum zu den geschützten Arten gehört, brauche ich seit ein paar Jahren für die Fertigung und den Verkauf meines Schmucks auch noch eine Genehmigung vom Umweltministerium, die ich jedes Jahr neu beantragen muss. Darin wird genau beschrieben, wo ich wie viele Drachenbaumsamen sammeln und verarbeiten darf.

Ich sehe das ein und finde es richtig, dass das tatsächlich von der Polizei kontrolliert wird und Natur- und Artenschutz ernst genommen werden, und ausserdem gefällt es mir natürlich, dass diese offizielle Genehmigung meinen Schmuck nun noch einzigartiger macht.

Mit der Kunsthandwerkerzulassung ist das eine andere Sache. Die Verantwortlichen, die die Prüfung abnehmen, tun sich schwer mit der Definition von Kunsthandwerk und was dazugehört - und was nicht - sie haben eine Liste von Berufsbezeichnungen, in die man hineinpassen muss, da gibt es Korbflechter, Papiermacher, Keramiker usw.

Ich wurde damals mit meinem Schmuck "Productora de Objectos Vegetales tratados", übersetzt heisst das wohl "Produzentin von Objekten aus behandeltem Gemüse", na gut.

Generell muss die Zulassung alle vier Jahre verlängert werden, was insofern verständlich ist, dass eine gültige "Residencia" dafür erforderlich ist, und es ja sein kann, dass der eine oder andere vielleicht schon garnicht mehr hier lebt oder vielleicht inzwischen was ganz Anderes macht, und wahrscheinlich gibt es für jeden eingetragenen Kunsthandwerker Subventionen, mit denen Märkte und Events finanziert werden, da muss das alles seine Ordnung haben, jawohl.

Dummerweise wurde vor etwa vier Jahren von ganz oben, also vom Gobierno de Canarias, mein Beruf von der Liste gestrichen, mein Carnet wurde noch einmal verlängert, aber ab dem 28.4.2015 ist nun Schluss für mich, behandeltes Gemüse ist kein Kunsthandwerk mehr, selbst wenn sich das Cabildo de La Palma für mich und andere ebenfalls davon Betroffene angeblich eingesetzt hat.

Der Mercadillo in Puntagorda hat strenge Regeln und wird jedes Wochenende von der Marktleiterin kontrolliert, da gibt es keine Ausnahmen.

Mein Stand, den ich mir in all den Jahren so schön eingerichtet habe, wurde bereits an den nächsten Interessenten verlost.

Mir bleiben noch 2 Wochenenden, um mich zu verabschieden, dann muss ich endgültig und wahrscheinlich für immer dort verschwinden.

Der Abschied vom Mercadillo fällt mir schwer, immerhin war ich doch von Anfang an dabei und habe mir über all die Jahre einen festen Kundenstamm erarbeitet, Freunde gefunden und stets gut gelebt von den Verkäufen.

Ich habe das alles auf mich zukommen sehen und trotz Beschwichtigungen von allen Seiten ernst genommen, und nachdem ich gemerkt habe, dass ich auf jeden Fall trotzdem mit den Drachenbaumsamen weiterarbeiten möchte, habe ich mich gerade noch rechtzeitig selbstständig gemacht.

Eine Epoche meines Lebens geht zuende, eine neue beginnt.

Ich habe jetzt einen eigenen Laden in einem historischen Gebäude direkt an der Plaza von Santo Domingo de Garafia, keine 2 Minuten zu Fuss von unserer Finca entfernt, wo ich verkaufen kann, was ich will.

Mein Schwerpunkt liegt natürlich nach wie vor beim Drachenbaum und meinem Schmuck, aber ich habe selber gestaunt, wie viele Leute hier auch ohne Kunsthandwerkerausweis schöne Dinge fertigen und mir für den Laden bringen, und auch meine Verbindungen zu Perlenmachern in Westafrika kann ich nun - hoffentlich gewinnbringend - wieder aufleben lassen. Nach Monaten der Renovierung habe ich vor 2 Wochen angefangen und bin voller Zuversicht, dass Ihr und alle irgendwann den weiten Weg bis nach Garafia schafft, um mich hier zu besuchen. Hier ist mein Paradies und mein Platz, und ab Mai werde ich in Zusammenarbeit mit dem Ayuntamiento von Garafia versuchen, einen Samstagsmarkt auf der Plaza aufzuziehen, das meiste Gemüse, der beste Käse und auch Wein, Kekse, Kunsthandwerk...usw. kommen sowieso aus Garafia.

Viele Grüsse von ebenda! Antje







Mittwoch 22.04.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 32 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 21,3 Grad - niedrigste Temperatur 13,0 Grad

Gemischte Früchte
"Hitzewelle" und andere Freundlichkeiten

Ich arbeite im Tourismus, falls Sie das noch nicht wissen sollten, und im Tourismus wird das Wetter immer besser, jeden Tag sogar. - Das ist so, Sie können ja mal die Kollegen fragen… Die angekündigte Hitzewelle wird zur Dauerwelle, allerdings auf lauwarm gesetzt, jeden Tag ein Grad mehr, hohe Wolken verhindern noch eine Dauerbestrahlung mit der Sonne, aber der April verabschiedet sich warm und trocken, und die jetzt anreisenden Gäste können sich besonders freuen. - Nachts sind die Wolken weg, da wird es dann wieder sehr frisch, aber die Aussichten sind wunderbar, nur eben wer Landwirtschaft betreibt, der wird die Angelegenheit deutlich anders kommentieren, gutes Wetter ist halt dann doch eine ziemlich subjektive Angelegenheit und vergessen wird nicht, wir hatten hier im Tal mit deutlich unter 200 Millimetern Niederschlag einen sehr trockenen Winter und es wäre äußert verwunderlich, wenn der Mai da noch robust etwas ändern könnte.

Bleiben wir beim Tourismus und in der Branche ist ja auch Werbung sehr wichtig. - Wie man uns am Besten bewirbt, und wen wir ansprechen sollen, und wie man eine gesunde Mischung zwischen Notwendigkeiten der Reiseveranstalter zu Bewahrung der Authentizität der Insel hinbekommt, da gibt es wohl öfter mal diverse Standpunkte. - Aber eines ist so weit allen klar, man muss gemeinsame Anstrengungen unternehmen, vielleicht nicht so abgedroschen wie der Satz, wie sitzen alle in einem Boot, aber dann eben doch so stringent wie: Wir sitzen alle auf der gleichen Insel. - Gut, da wären jetzt die allermeisten auch selbst darauf gekommen, aber ich freue mich verkünden zu können, dass der rührigste Verband der Gewerbetreibenden im Tourismus, der CIT-Tedote, sich erneut auf die positive Zusammenarbeit mit der Consejería de Turismo ein weiteres Jahr stützen kann. - Da wollen also die Vertreter vieler privater Firmen weiter mit der politischen Riege zusammen Anstrengungen unternehmen, und das war nicht immer so, unter dem politischen Vorgänger gab es durchaus heftige Missverständnisse zwischen Privatwirtschaft und Politik, aber wir haben ja im Moment einen sehr vernünftigen Vertreter dort in Sachen Tourismus im Cabildo Insular, der weiß sehr wohl, dass eine Zusammenarbeit zwischen dem CIT-Tedote und dem Cabildo Insular nur fruchtbar in Sachen Tourismusförderung auf der Insel sein kann.

Ob der Rubel wieder rollt, das weiß ich nicht, aber wir haben ja auch hier auf der Insel bereits gemerkt, dass manchem hier der Euro in der Hand wieder ein bisschen flüchtiger wird. - Passend dazu hat man heute in Los Llanos die "Exposaldo" eröffnet, welche mit über vierzig Ständen in einem großen Zelt als Verkaufsmesse die Leute anlocken will. - Es gibt immer wieder solche Messen, oft auch lokal organisiert, dieses aber ist die "Große", welche einmal jährlich von der Inselregierung veranstaltet wird und in diesem Jahr befindet sich diese Messe in Los Llanos. - An berühmten Platz übrigens, die "Plaza Juan Pablo II" erinnert an den verstorbenen Papst Johannes Paul II, aber die allerwenigsten wissen, wo sich die Plaza befindet und da darf ich gerne helfen, das ist der Platz, welcher auf dem Parkhaus in Los Llanos angelegt wurde und erst in letzter Zeit immer häufiger Verwendung findet für die eine oder andere Veranstaltung. - Damit ist aber auch gleich die Frage nach der Parkmöglichkeit erklärt, ab ins Parkhaus, dann zum Bummeln hinauf auf die Plaza und danach in eines der vielen Cafés der Stadt, so kann man sich auch einen angenehmen Tag in Los Llanos machen.- Bis Sonntagabend hat diese Messe offen, und die allermeisten Händler, welche dort Waren ausstellen, die wollen so ihre Lager räumen, um Platz für neue Produkte zu schaffen. - So zumindest erklärt man uns das, man will natürlich vor allem Umsatz machen, denn das ist halt der Zweck des Handles überhaupt und da ist auch gar nichts verwerfliches dran. - Die Leute hier lieben solche "Saldo-Verkäufe", da meint man immer, man macht Schnäppchen und wenn sich viele Leute dort drängeln, dann denken die Besucher noch eher, man bekäme dort etwas für ganz kleines Geld und müsste das noch unbedingt mitnehmen. - Darüber hinaus gibt es täglich auch noch Musikveranstaltungen, man lässt sich da nicht lumpen, also für Bürger mit dem klaren Auftrag, die lokale Wirtschaft zu unterstützen, ist es dringliche Pflicht, diese Exposaldo in Los Llanos zu besuchen.






Donnerstag 23.04.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 41 % - Luftdruck 1018 hPa

Gastbeitrag von Martin Sittig

La Palma…….2010/2011


Eine kurze Geschichte über die schönste Insel der Welt…...oder, La Palma sehen… erleben… und…

Hallo, da sind wir wieder, diesmal gut gelandet auf unserer Trauminsel. Diesmal ohne Irrflug über andere schöne kanarische Inseln. Diesmal wieder Direktflug Nürnberg-La Palma, ohne Umstände. Gebucht direkt, der Vermieter erhält den Hauptanteil. Richtig so. Diesmal sind wir in La Punta abgestiegen, auf ca. 450 Höhenmeter. Das Haus ist sehr schön gelegen, schräg unterhalb des Aussichtpunktes El Time. Der Vermieter ist ein sehr netter, rüstiger Palmero, er versucht uns in Spanisch den Sachverhalt des Hauses zu erklären. Mit zusätzlicher ´Hand-+ Fußrhetorik´ gelingt uns auch das zu verstehen, wir verstehen worauf es ankommt. Das Haus hat eigene Orangenbäume, der Saft zum Frühstück ist uns sicher. Vom Haus aus hat man einen schönen Blick über viel Grün und den Atlantik. Das Klima in diesen drei Wochen ist sehr gut, absolut mild, trotz der Höhe.
Man erlebt auf La Palma immer wieder unglaubliches, die klimatischen Bedingungen im Winter sind absolut kontrovers. La Palma eben, immer anders als man denkt.
Diesmal haben wir sehr viel erlebt, vom Überfall mit absolut gefährlichem Hund, sehr schönen Wanderungen, durch ´Kleine Lorbeerwälder´ auf der Ostseite, bis hin zu typischen Wanderungen auf der Westseite. Man weiß eigentlich nicht so recht, welcher Wanderung man den Vorzug geben soll. Zudem haben wir unseren Wohnort nach drei Wochen im Westen, für die letzte Woche in den Osten verlegt. Der Osten der Insel ist allerdings sehr gewöhnungsbedürftig. Man muss mit vielen Wolken zurechtkommen, einzig in der Früh ist ein Frühstück mit viel Sonne garantiert. Zudem ist im Osten sehr viel Trubel, durch Verkehr und Nachbarschaft, Leben eben, wem´ s gefällt. Der Westen hingegen ist viel ruhiger, vor allem der Nordwesten ist eigentlich die Krönung diesbezüglich. Gut, ich schweife ab, früher als alles…, gut, lassen wir das. Jedenfalls bin ich durch das vorherige Geschreibsel zu dem Entschluss gekommen, euch die Wanderung mit dem Ziegennachwuchs zu erzählen. Das Ganze findet auf der Westseite statt, wir beschließen von Santo Domingo Richtung Hafen zu gehen. Kurz vor dem sogenannten Hafen kann man in ca. 100 Höhenmetern den Weg kreuzen und nicht zum Hafen gehen, sondern den Pfad Richtung El Calvario, der also Richtung LP 114 führt. Man sieht vor der Abzweigung wunderbar auf den Roque de Santo Domingo, wendet sich dann nach links und steigt steil nach unten.
Nach kurzer Zeit geht es wieder steil nach oben, La Palma eben, wir schnaufen nach oben. Nach ungefähr fünf Minuten Gehzeit hören wir Ziegen, das typische Gemecker. Da wir Ziegen absolut sympathisch finden, schon allein wegen des Endproduktes, also Ziegenkäse, Spechten wir nach allen Seiten. Und siehe da… es stehen 8 Jungtiere vor uns. Sie erstarren selbst etwas über die prompte Begegnung, setzen sich dann aber in Windeseile ab. Sie laufen über die fast senkrechte Küstenlinie Richtung Wasser, Ziegen eben. Lediglich die Kleinste von ihnen weiß nicht so recht… Sie bleibt erst mal stehen und peilt die Lage und entschließt sich dann, den Kontakt herzustellen. Sie kommt näher, meckert leise vor sich hin. Wir begehen den großen Fehler und nehmen auch Kontakt auf, streicheln die Kleine, sie genießt es und scheint uns als Elternersatz zu begrüßen. Wir gehen weiter, die kleine Ziege geht mit. Nach etwa 200 Metern Laufstrecke sehen wir uns etwas ratlos an. Wie geht man mit kleinen Ziegen um? Vor allem, wie bringt man einem solchen Jungtier bei, dass wir eigentlich keine Artgenossen sind und es sich lieber wieder den anderen Jungziegen anschließen sollte? Tja.. gar nicht so einfach. Irgendwann schließlich kommt uns die Steilheit der Insel zu gute. Es stehen immer wieder steile Felsbänder bzw. Abbrüche von Felsgestein entlang des Weges, die eine senkrechte Höhe haben, beginnend bei 50 Zentimetern, sich aber bis auf zwei bis drei Metern steigern, teilweise noch mehr.
Ich überlasse meiner Schönen unsere beiden Rucksäcke und führe die kleine Ziege an so einem Felsband entlang nach unten. Sie folgt mir arglos…. Jungtier eben. Leise meckernd steht sie neben mir als ich anhalte und die Lage peile. Das Felsband weißt bei unserem Standort eine Höhe von ca. zwei Metern auf, allerdings mit großen Furchen, die einem zum Klettern einladen. Die Kleine hat mittlerweile Hunger bekommen und genießt das spärliche Grün im Umfeld. Meine Chance. Ein letzter Blick….ein Satz mit riesiger Anstrengung, es geht fast senkrecht 2 Meter in die Höhe, oben angekommen ein Spurt über den Wanderpfad, leise höre ich die Kleine meckern, mir bricht es fast das Herz. Ich rase den Wanderweg entlang wie ein angestochener Eber, erreiche nach fünf Minuten meine Schöne, wir setzen unseren Weg unter Höchstgeschwindigkeit fort.

Unser Gewissen…oje, ist mehr als ramponiert. Immer wieder hören wir die kleine Ziege meckern, sie scheint uns zu folgen. Sichtkontakt bleibt uns und ihr erspart. Wir erreichen schließlich nach geraumer Zeit die LP 114.
Dort angekommen gehen wir an der Straße entlang Richtung Santo Domingo. Die kleine Ziege hat sich hoffentlich wieder ihren Gefährten angeschlossen, so hoffen wir wenigstens. Aus dieser Situation haben wir folgendes gelernt: Bitte fast niemals ein Jungtier an, es denkt ab diesem Zeitpunkt scheinbar, ihr seid Elternersatz. Unser seelischer Zustand hat sich erst nach zwei weiteren Tagen wieder normalisiert, trotzdem wird uns die Kleine immer in guter Erinnerung bleiben, sie war wirklich nett, Jungtier eben.

Übrigen, das war unser dritter Winter auf dieser schönen Insel. Tja, wir beginnen jetzt und arbeiten an unserem vierten Winteraufenthalt, man sieht…hört…(be)schreibt sich.

Hasta luego

Martin Sittig













Mittwoch 22.04.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 28 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 21,1 Grad - niedrigste Temperatur 11,7 Grad

Urkundenfälschung für Politiker erlaubt
Für Angestellte aber nicht

Es heißt ja immer wieder, vor Gott und den Gerichten seien alle gleich. - Die Audiencia Provincial aus Santa Cruz de Tenerife sieht das allerdings ein bisschen anders, denn die sprechen den ehemaligen Bürgermeister aus Los Llanos frei, verurteilen aber gleichzeitig und für den gleichen Vorgang die sachbearbeitende Architektin der Stadt, und die Baufirma, welche einen Kiosk in Puerto Naos aufgestellt haben. - Es geht dabei, wie schon berichtet, um den Kiosk, in dem heute die Tourismusinformation in Puerto Naos untergebracht ist. - Gehen wir zurück ins Jahr 2010 und zwar in den Juni. - Damals hatte man eine Subvention bei der Umweltbehörde in Madrid beantragt, es ging um 20.000 Euro, die man bekommen sollte für diesen Kiosk. - Insgesamt kostete dieses hässliche Ding wohl mit der Aufstellung sogar 43.000 Euro, da sehe ich ehrlich gesagt den Skandal dabei, aber das ist überhaupt nicht das Thema hier. - Die Subvention kommt nur, wenn man natürlich die Termine einhält und da steht der Juni 2010 fest geschrieben, allerdings verzögerte sich zunächst das Verschicken des Kiosks, dann fing man zu spät an, den hier aufzustellen und musste im August das Ding erneut versetzen, weil sich die Anwohner und Geschäftsleute in Puerto Naos entsetzt über dieses Dinge geäußert hatten, und es nicht auf der Promenade wollten. - Im August schließlich stand es fertig auf dem Platz, wo es heute auch noch steht, am Parkplatz, da wo auch die Busse halten. - Allerdings hatte man in der Gemeinde nach Madrid geschrieben, der Kiosk wäre bereits im Juni aufgestellt worden, und nicht erst im August, um die Subvention nicht zu gefährden und auch keine Verlängerung beantragen zu müssen. - Unterschrieben haben dieses Dokument, neben dem Bürgermeister, Juan Ramón Rodríguez Marín, die Architektin der Gemeinde, und ein Vertreter der ausführenden Baufirma, welche den Kiosk aufgestellt hatten. - Genau betrachtet ist das Urkundenfälschung, und zwar von allen dreien, welche unterschieben haben, denn auch der Bürgermeister wusste ganz genau, wann der Kiosk fertig geworden war.

Das Gericht allerdings sieht das anders und verurteilt nun die Architektin der Gemeinde zu anderthalb Jahren Knast, die allerdings zur Bewährung ausgesetzt sind, auch hier bleibt man bei Strafen unter zwei Jahren in der Regel draußen. - Darüber hinaus allerdings erhält die Architektin anderthalb Jahre Berufsverbot, trägt die Kosten des Verfahrens und muss noch eine Geldstrafe von knappen 1.000 Euro bezahlen. - Der Vertreter der Baufirma wird zu 9 Monaten verknackt, gleichen Zeitraum Berufsverbot, und 450,- Euro Strafe, und anteilig die Prozesskosten. - Beide haben sich nach Ansicht des Landgerichts Tenerife der Urkundenfälschung schuldig gemacht, der Bürgermeister aber nicht, denn das Gericht konnte ihm nicht nachweisen, dass der Bürgermeister zu dem Zeitpunkt wusste, dass der Kiosk nicht im Juni fertig geworden war. - Das wussten zwar alle hier, stand auch so in den Zeitungen, auch ich hatte darüber berichtet, aber das Gericht sieht das nicht so. - Die Architektin der Stadt muss das wissen sagt das Gericht, das gehört zu ihren Aufgaben, die von der Baufirma natürlich auch, macht auch Sinn, aber der Bürgermeister, der muss das nicht wissen, darf aber trotzdem unterschreiben, dass der Bau bereits fertig war. - Das hört sich nicht wirklich gut an diese Geschichte, allerdings ist das nicht das erste Mal, dass ein Bürgermeister Unwissenheit oder gar Vergesslichkeit angibt, und damit vor Gericht auch durchkommt, aber das technische Personal in den Gemeinden verantwortlich gemacht wird. - Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, ich könnte mir auch vorstellen, dass die beiden Verurteilten Rekurs einlegen, ein solches Urteil kann nämlich nicht wirklich Befriedigung schaffen, auch gerade in dieser Zeit, wo wir hier in Spanien größte Korruptionsfälle aufarbeiten müssen, bei denen fast allesamt auch Politiker mit verstrickt sind. - Dagegen ist das, was man da in der Gemeinde Los Llanos gemacht hat, eigentlich lächerlich, ich gehe sogar so weit zu sagen, das ist Tagesgeschäft in eigentlich jeder Gemeinde, dass man solche Fertigstellungstermine rückdatiert, und es ist ja auch überhaupt kein Schaden entstanden. - Es ist höchst unbefriedigend dieses Urteil, das sieht selbst der ehemalige Bürgermeister so, und kann sich in einem Radiointerview auch gar nicht über seinen Freispruch freuen, sondern beklagt auch das harte Urteil gegenüber der Angestellten des Rathauses und der Baufirma. - Natürlich kann ein Gericht eine Urkundenfälschung nicht unter den Tisch fallen lassen, auch das leuchtet ein, aber zwei springen über die Klinge, und einer musste es nicht wissen, das schmeckt schal. - Da ist der Freispruch für den ehemaligen Politiker fast schlimmer als ein Schuldspruch, zumindest wird das so in der Öffentlichkeit nun diskutiert und es wäre wünschenswert, wenn ein anderes Gericht die Strafen deutlich verringert. - Der "Caso Quiosco" begann im August 2010 und ist immer noch nicht beendet, wir werden sicherlich noch mehr davon hören.




Um diesen Kiosk geht es, hässliche Schachtel für 43.000 Euro und reichlich Polemik bis zum Sonnenuntergang und weiter





Mittwoch 22.04.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 12 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 45 % - Luftdruck 1018 hPa

Gastbeitrag von Herbert Westphal

SAL OCÉANO lanciert "Flower Power"

"Flower Power" heißt das natürliche Flor de Sal von der kanarischen Insel La Palma, verfeinert mit vier Blütenblättern. Es ist d ie neuste Kreation von Uschi Westphal, die seit fünf Jahren mit Sal Océano himmlische Frucht- und Gewürzsalze anbietet, 100 Prozent biologisch.

Das dunkle Blau der Kornblume, das leuchtende Gelb der Ringelblume, das tiefe Violett der Malve und die roten Rosenblätter machen aus jedem Gericht etwas ganz Spezielles - nicht nur fürs Auge, sondern auch für Nase und Gaumen. Der feine Duft und der dezent erlesene Geschmack des Flor de Sal Flower Power geben jeder Speise eine besondere Note.





Sal Océano

Ein Höchstmaß an Geruch und Geschmack: Das verspricht das Flor de Sal von der kanarischen Insel La Palma. "Der Anteil an biologischen Früchten und Gewürzen von bis zu 45% ist so hoch wie in keinem vergleichbaren Produkt", betont Uschi Westphal, die das Salz auf La Palma in reiner Handarbeit produziert.

700g frische Orangen für eine Dose Flor de Sal von 75g - das ist doch gar nicht möglich. Doch, ist es: "Wir mischen unser Salz mit Orangenzesten, Fruchtfleisch und - das finden Sie in keinem andern Fruchtsalz - frisch gepresstem Orangensaft. Damit erreichen wir einen konkurrenzlos hohen Anteil an Orangen von 33%. Und das riecht und schmeckt man ."

Dreifach zertifiziert

Alle Zutaten stammen aus kontrolliert biologischem Anbau. Es werden keine Konservierungs- oder Zusatzstoffe zugefügt. Und keine Farbstoffe: Die leuchtenden Farben der Salze rühren ausschließlich von den natürlichen Zutaten. Diese sind zu über 80 Prozent von der Insel: Sie werden frisch eingekauft und sofort weiterverarbeitet (Bio-Orangen, Bio-Zitronen, etc.).

Und diese Qualität wird offiziell sichergestellt. Das Flor de Sal de La Palma ist zweifach zertifiziert: nach der EU-Bio-Norm und durch das UNESCO-Weltbiosphärenreservat La Palma.

Das Flor de Sal stammt aus den Salinen von Fuencaliente auf La Palma, der nordwestlichsten der sieben kanarischen Inseln - auch bekannt als La Isla Verde (die grüne Insel) oder La Isla Bonita (die schöne Insel). Die Salzgewinnung erfolgt in reiner Handarbeit. Resultat ist ein hundertprozentiges Naturprodukt - nichts wird entzogen, nichts hinzugefügt.

Info-Kasten:

Die Königin der Salze

rmetsalz Fleur de Sel, wird auch "Königin der Salze" genannt. An heißen Tagen mit hohen Temperaturen und bei Windstille entsteht auf der Wasseroberfläche der Salzwasserbecken bereits nach kurzer Zeit eine zarte, hauchdünne Schicht aus Salzplättchen von nur wenige n Millimetern Stärke. Am Nachmittag schöpfen die Salzbauern die Salzblüte mit "borboletas" (Bambusstangen mit flachen Sieben) ab und legen sie vorsichtig zum Trocknen aus.

Das Flor de Sal besitzt - anders als das grauere Fleur de Sel - eine rein weiße Farbe mit feinster Kristallstruktur. Durch seinen hohen Anteil an Rest feuchte, der sogenannten Salzmutter, eignet sich Flor de Sal nicht für Salzstreuer oder Salzmühlen, sondern macht es zu einem Geschmackserlebnis als "Finishing Salz", das erst nach dem Kochen - als Krönung - beigefügt wird.

Fragen richten Sie bitte an Uschi Westphal: uw@saloceano.com







Dienstag 21.04.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 59 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 19,3 Grad - niedrigste Temperatur 14,7 Grad

Kurzgeschichten
Emelie kommt!

Die erfreulichste Geschichte vorab, Emelie Forsberg hat sich nun entschieden, doch ihren Sportsommer mit der Transvulcania zu beginnen. - Das sagt sie in einem Video auf ihrer Facebook-Seite, und auch, dass sie unsicher ist, ob sie denn so schnell von Skifahren auf Laufen umstellen kann. - Sie hat nur noch zwei Wochen Zeit, sich darauf vorzubereiten, aber für uns alle ist das eine hervorragende Nachricht, denn Emelie Forsberg, die gehört einfach dazu in den Kreis dieser Spitzenläufer, welcher sich dieser Mammutaufgabe Transvulcania stellen . - Vielleicht haben doch die vielen Bitten der Leute ein bisschen nachgeholfen, dass Emelie sich für La Palma entschieden hat. - Bravo! - Jetzt fehlt noch Kilian Jornet, und vielleicht sorgt die Entscheidung Emelies auch dafür, dass der kommt, denn wie man vermutet, kennen sich die Beiden doch ganz gut…

Es sollte doch warm werden heute. - Und dabei hat es im Tal sogar genieselt. - Was ist da denn passiert und kann man sich nicht einmal mehr auf das Global Forecast System verlassen? - Wird schon noch, der Wind ist komplett eingeschlafen, die Wolken sind wieder da und bei dem Wetterwechsel ist den Wolken ein bisschen was entwischt. - Die Vorhersagen bleiben aber dabei, ein ganz klein bisschen später soll es nun warm werden, wir freuen uns darauf, wird auch Zeit.

Maikel Chacón von der "Times" ist wieder mal allen ein Stückchen voraus. - Eltime.es heißt sein Online-Auftritt und sogar das Design der Seite ist der berühmten Zeitung aus England nachempfunden. - Maikel ist meist der Erste, welche an die Meldungen herankommt, das ist sein Job, immer gut informiert und er bringt uns nun auch die Nachricht, dass Juan Ramón Marín, Ex-Bürgermeister von Los Llanos, in einem Verfahren gegen ihn bei der "Audiencia Provincial", also etwa dem Landgericht, freigesprochen worden ist. - Wir berichteten vor einer Weile darüber, dass der Staatsanwalt Juan Ramón Marín sogar einfahren lassen wollte, weil er sich im Amt der Fälschung von Dokumenten und Amtsmissbrauch schuldig gemacht haben soll. - Was war geschehen? - Es geht um den Kiosk der Tourismusinformation in Puerto Naos. - Dort unterschrieb der damalige Bürgermeister ein Dokument, dass die Arbeiten am Kiosk bereits beendet seien, um termingerecht eine Subvention kassieren zu können, aber in Wirklichkeit hatten die Arbeiten am Kiosk gerade erst begonnen. - Angezeigt hatte ihn ein politischer Gegner seinerzeit, und Juan Ramón Marín hatte sogar zugegeben, dass er das gemacht habe, eben um die Subvention zu retten und auch ausgesagt, dass solche Dinge eben andauernd passieren, und es sich dabei lediglich um reine Formsache gehandelt habe. - Alle fanden die Forderung nach Gefängnis natürlich übertrieben, das Landgericht sieht das ja auch so, allerdings wird man die Urteilsbegründung noch abwarten müssen, wie denn diese Richter damit umgehen, dass ein Bürgermeister Dokumente unterzeichnet, die nicht der Realität entsprechen.

Im Jahr 2008 haben wir immer geschrieben, die Krise hat viele Gesichter. - Jetzt wagen wir uns an den Umkehrschluss und verkünden, der Aufschwung hat viele Gesichter. - Vor ein paar Tagen hatte ich ja schon bemerkt, dass ein bisschen Schwung in die Sache kommt und man zumindest gefühlt einen kleinen Aufschwung mitbekommen will. - Lassen wir dieses "will" mal weiter vorsichtig mit von der Partie sein. - Jetzt meldet der Stromversorger die Zahlen für die Kanarischen Inseln für die ersten drei Monate des Jahres, und siehe da, nach vielen Jahren des sinkenden Verbrauchs, steigt nun der Konsum von elektrischer Energie wieder an. - Und wie, sogar um 5,1% mehr Strom hätte man in den ersten drei Monate gebraucht als noch im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres, und damit läge man an der Spitze aller Inseln. - Ich dachte eigentlich immer, es ist nobel und modern, zu versuchen Strom zu sparen und überall wird man doch dazu sogar angehalten, aber wenn wir dann wirklich weniger Strom verbrauchen, dann schreien alle Rezession. - Also, nun ist der Aufschwung da, wir haben wieder mehr Strom verbraucht, was in Regionen mit Industrie sicherlich ein Maßstab sein kann, ich glaube aber eher, uns war allen so kalt diesen Winter, dass wir so oft die Heizungen angemacht haben. - Oder sollten es die neuen digitalen Stromzähler sein, die einfach mehr "arbeiten" als die alten…




Emelie Forsberg, welche sich leider im letzten Jahr beim Aufstieg vom Leuchtturm hinauf nach Fuencaliente verletzt hatte. - Das wird hoffentlich in diesem Jahr anders





Dienstag 21.04.2015 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 48 % - Luftdruck 1017 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Yo me lavo las manos
Ich wasche mir die Hände. - Ich habe von nichts gewusst, ich war nicht dabei, ich habe keine Ahnung, also auch keine Schuld.




Bild von Kai Stockrahm





Montag 20.04.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 29 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 21,5 Grad - niedrigste Temperatur 13,4 Grad

Durch die Presse gedrückt
Was alles noch von Belang scheint

Irgendwie habe ich das Gefühl, man müsste etwas schreiben, über die grausamen Vorgänge dort im Mittelmeer. - Aber ich habe keine Lösungen anzubieten, nicht mal Ideen und darum auch keine Worte dafür, nur Kratzen und Würgen im Hals. Und überhaupt, müsste man was tun, und nicht darüber schreiben.

Rauf und runter in der Hauptstadt. - Immer vorausgeschickt, es gibt ein ganz schlecht ausgelastetes Parkhaus in Santa Cruz, aber um mehr Parkraum zu schaffen, für eine Einkaufsstadt, die man schon gar nicht mehr ist, jagt der Stadtrat eine Einbahnstraße nach der anderen durch den Blätterwald, manchmal nur, um Handeln zu beweisen. - Die Straße an der Post hinauf nach San Telmo, Timibúcar und Calsinas machte man vor eine Weile zur Einbahnstraße, damit man einen Streifen als Parkraum nutzen kann. - Man wählte die Disziplin, nur hinauf geht es, runter muss man sich durch die Gassen von San Telmo quälen, kleinste Gassen mit großen Autos und das erweist sich nun als wenig praktikable Lösung. - Also drehen wir alles um, zukünftig soll man die Straße nur noch hinab fahren, und gleichzeitig will man noch die kleine Gasse "La Portada" öffnen, damit zumindest PKW diesen Weg dann hinauf nach San Telmo nehmen können. - Santa Cruz, eine Stadt wird regiert von Parkplatzsorgen, dabei geht das Parkhaus in der Innenstadt in die Pleite. - Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da war ein schnelles Auto Fortschritt, heute ist ein guter Parkplatz ein Schritt nach vorne, da sind wir aber mächtig weiter gekommen mit unserem Fortschritt.

Dem Internet zum Trotze, auch hier geht die Tendenz zum Zweitbuch um. - Alle Jahre wieder organisiert ein bemühtes Cabildo Insular eine inselweite Buchmesse, man möchte die Leute zu mehr Lesen drängen und neben vielen Aktivitäten findet auch dieses Jahr wieder eine "Buchfreilassung" statt. - "Suelta de Libros", so heißt das im Original und dabei legen fleißige Mitarbeiter und Freiwillige Helferlein Mittwoch Nacht an die 3.000 Bücher aus, überall auf der Insel, damit dann am Donnerstag in der Frühe die Leute diese Bücher finden, mit nach Hause nehmen, lesen, und dann erneut freilassen klnnen. - Oft klappt das nur mit dem Einsammeln, ob die gelesen werden, das ist dann schon eine weitere Frage, aber ganz selten habe ich mitbekommen, dass diese Bücher dann auch erneut freigelassen werden. - Aber es ist eine schöne Geschichte, "Freilassing" liegt also diese Woche nicht nur in Bayern, sondern hier sind es die Bücher, welche sich über kurze Freiheiten freuen. - Wir hatten letztes Jahr sieben Bücher gefunden, davon sechs ein paar Tage später wieder freigelassen, das siebte Buch ist immer noch bei uns, daraus nehme ich die Sprüche für den "Fulanito de tal" und es wird noch eine ganze Weile dauern, bis ich auch dieses Buch wieder freilasse, denn wir sind gerade mal am Ende der Sprüche, und haben mit den Redewendungen noch nicht einmal begonnen.

Spontanität beim dritten Mal ist auch noch erlaubt und es muss ja keiner fragen, wer hat es erfunden. - Ob es die Schweizer waren, das weiß ich nicht, glaube ich in dem Fall auch nicht so wirklich, denn die Tapa ist dann doch eine Angelegenheit, die einem Spanisch vorkommt. - Auf La Palma fand die erste "Tapa-Tour" hier im Aridanetal statt, die "Ruta del Gallo", und auch wenn es inzwischen jedes Jahr weniger Etablissements sind, welche teilnehmen, diese Veranstaltungen sind irgendwie nicht nur unsterblich, sondern vermehren sich auch noch auf gastronomische Art und Weise. - Inzwischen hat so ziemlich jede Gemeinde oder Region ihre "Tapa-Tour" und man muss der Geschichte ja auch immer irgendein Thema geben, sonst würde die Phantasielosigkeit ja offen einschlagen. - In den "Breñas", zu denen irgendwie auch Mazo gehört, (aber sagen Sie das keinem aus Mazo) nennt man deswegen deren Tapa-Tour "Ruta de Cruces y Tapas", weil diese Gemeinden auch ganz berühmt sind für ihre, im Mai wunderschön geschmückten Kreuzstationen. - Am 24. April geht es also los, 29 Restaurationsbetriebe machen da mit, eine Tapa und ein Getränk für zwofuffzich, das Ganze geht bis zum 10. Mai und man kann auch Preise gewinnen und weil wir auch irgendwann schon was von Tapa 2.0 gehört haben, gibt es inzwischen auch eine "Tapa-App" mit GPS Daten, wo die einzelnen Restaurants liegen fürs "Esmarfon". - Was, Sie wissen nicht, was ein "Esmarfon" ist? - So sagt und schreibt man hier für "Smartphone" und das ist erneut der endgültige Beweis, ich bin nicht smart genug für mein Phone. - Ich brauch das alles nicht, was das kann, oder schlimmer noch, ich weiß gar nicht, was das alles kann und noch schlimmer, ich wüsste gar nicht, was ich damit machen sollte, selbst wenn ich wüsste, was es alles kann. - Aber ich kann damit Bierflaschen aufmachen, auch wenn die Ecken inzwischen gar nicht mehr smart aussehen.




Das war unsere Ausbeute im vergangenen Jahr an freigelassenen Büchern





Montag 20.04.2015 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 45 % - Luftdruck 1016 hPa

Gastbeitrag von Gisela van Dijk

TANGO ARGENTINO LA PALMA


Endlich können wir den Tangolehrer Gonzalo Santana wieder auf La Palma begrüßen, und zwar am

Samstag, 25. und Sonntag, 26. April.


Er gibt UNTERRICHT für Anfänger und Fortgeschrittene zum Preis von 10 € pro Person (Dauer 90 Min.). Die Gruppen sind klein, so dass er sich mit jedem Einzelnen beschäftigen kann.
Nach vorheriger Anmeldung erteilt Gonzalo auch Privatunterricht, der 30 € pro Person oder Paar kostet und eine volle Stunde dauert.
Nachstehend das entsprechende Plakat. Der Unterrichtsort ist das Hotel Valle Aridane.

Die MILONGA dagegen findet im Casino, Los Llanos, Plaza España statt, und zwar am

Samstag, 25. April, 20.30 - 23.00 Uhr.


Urlauber sind neben Residenten herzlich willkommen, gemeinsam mit uns einen wunderschönen Tangoabend zu erleben, unabhängig von Nationalität und Tanzniveau.

Etwaige Fragen beantworte ich gerne und leite auf Wunsch auch Anmeldungen zum Unterricht weiter. Tel. 629 024 169, e-mail: giselalapalma@yahoo.es







Sonntag 19.04.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 28 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 20,9 Grad - niedrigste Temperatur 13,3 Grad

Wirres und zusammenhangloses Zeugs
Faule Sonntage

Das Wetter gibt sich heute wieder angenehmen, kaum kommt ein bisschen Wind auf, da scheint die Sonne auch schon wieder und damit knacken wir locker sofort die 20 Grad Marke. - Es wird warm werden, so ab Dienstag, dann schneidet ein nördlich der Kanaren liegendes Tief uns von der Zufuhr von kühler Frischluft aus dem Norden ab, und uns erreichen Luftmassen, welche über dem afrikanischen Kontinent "vorgebacken" wurden. - Das muss nicht gleich heißen, dass wir Calima bekommen, aber eben keine feuchte und kühle Luft aus dem Nordatlantik. - Wären wir mitten im Sommer, dann müsste man für die kommende Woche gleich die höchste Waldbrandwarnstufe ausrufen, denn hohe Temperaturen, trockene Luft und Wind, da erinnern wir uns doch auch an ganz unangenehme Situationen. - Die beiden letzten Jahre ist ja alles gut gegangen, es war auch nie wirklich bedrohlich von den Temperaturen im vergangenen Sommer, aber nun will der April schon mal vorlegen, und wir sind gespannt. - Zwei neue, hochmoderne Feuerwehrautos mit Hochleistungspumpen haben wir erhalten, um gegen eventuelle Flächenbrände besser gewappnet zu sein, aber die beiden Hubschrauber, welche das Innenministerium jedes Jahr schickt, die kommen wohl erst Ende Mai, und nicht schon im April, denn offiziell beginnt die Waldbrandsaison erst viel später.

Nicht nur hinter vorgehaltener Hand kommt einiges an Kritik gegenüber der Politik in Sachen Personal für den Eventualfall Waldbrand, man hätte zwar quantitativ genügen Einsatzkräfte vorhanden, aber es seien in den letzten Jahren so viele Experten in Rente gegangen, oder einfach aus dem aktiven Dienst verschwunden, dass man jetzt fürchtet, bei einem oder mehreren größeren Feuer, wie das noch im Jahr 2012 war, dass man da fast nur noch Hilfskräfte in den Einsatz schicken könnte, aber nur noch ganz wenige Spezialisten aus dem Fach. - Man muss da immer ein bisschen vorsichtig sein mit der Bewertung, da gehört auch Klappern mit zum Geschäft, es kommt halt immer darauf an, wie viel Geld man dem Cabildo Insular für die Brandvorsorge aus dem Haushalt leiern kann, und wenn zwei Jahre hintereinander alles gut gegangen ist, dann wird man ein bisschen unaufmerksam bei dem Thema. - Wir hatten einen sehr trockenen Winter, besonders hier auf der Westseite, und es knistert beim Spazierengehen schon sehr sommerlich unter den Füßen, wir sollten also bereits in der kommenden Woche äußerst aufmerksam sein, auch wenn die Jahreszeit noch nicht wirklich solche Vorsicht hergibt.

Am 9. Mai findet auf La Palma wieder die Transvulcania statt, dieses Wahnsinnsrennen über 73 Kilometer, die Vulkane rauf und runter, um dann in Los Llanos zu enden. - Mehrere Tage Volksfest ist das für die Insel und jedes Jahr will man besser, größer und internationaler sein als die vergangenen Saison. - Das ist gefährlich, sich solchem Druck zu unterstellen und da muss man dem rührigen Mariano Hernández, zuständigem Inselrat für dieses Rennen auch ein bisschen kritisieren. - Nun kündigt er sogar noch das "Gobalste und kompletteste Teilnehmerfeld der Geschichte" an, (Transvulcania presenta el plantel más global y completo de su historia) und bei diesen Jagden nach weiteren Superlativen wird mir immer ein bisschen schwindelig. - Und so ganz richtig ist das auch nicht, denn es fehlen ein paar ganz große Namen, unter ihnen auch Kilian Jornet, und Emelie Forsberg, die Weltbesten der Szene. - Man hat ja mit Salomon einen internationalen Sponsor verloren und ich weiß nicht so recht, ob es richtig war, den regionalen Sponsor "Plátanos de Canarias" ganz nach vorne zu stellen und auch weiß ich nicht genau, wie weit Salomon da als Sponsor von Kilian Jornet und Emelie Forsberg einschreitet, welches Rennen denn gelaufen werden muss oder soll. - Nun finden wir aber im Facebook von Emelie Forsberg den Hinweis, dass sie eventuell doch noch die Transvulcania laufen will, und vielleicht hilft es ja, wenn man ihr dafür noch Zuspruch gibt. - Uns würde diese absolute Ausnahmeathletin, und einzige ernst zu nehmende Konkurrenz für Anna Frost sehr fehlen, also vielleicht schaffen es die vielen Zuschriften an Emelie noch, sie davon zu überzeugen, denn ohne Emelie ist dieses Rennen nicht "global" genug.




Hier die erwartete Temperaturentwicklung für die kommenden beiden Wochen, errechnet vom Global Forecast System.




Sonntag 19.04.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 48 % - Luftdruck 1017 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Ya me lo dijiste todo
Und schon hast du mir alles gesagt. - Du brauchst nicht weiterreden, ich weiß Bescheid, bitte keine weiteren Details. - Auch in dem Sinn, dass man eigentlich von der ganzen, meist unangenehmen Angelegenheit, nichts wissen wollte.




Bild von Kai Stockrahm





Samstag 18.04.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 51 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 17,7 Grad - niedrigste Temperatur 13,2 Grad

Die Betonmischmaschine am Ende des Tunnels
Zarte Hoffnung, oder naive Rosarote Brille

Die touristische Saison geht zu Ende, bis Ende des Monats sieht es noch ganz gut aus, dann kommt die sommerliche Leere, aber das kennen wir ja schon. - Die Wintersaison war gut, und irgendwie kommt es mir so vor, als hätte nicht nur der touristische Bereich ein bisschen die Hoffnung wieder gefunden, dass wir aus dem tiefen Tal der Krise nun schon wieder die ersten Schritte hinaus machen, und ein ganz klein bisschen Höhe gewinnen. - Lange haben wir auf dieses Gefühl gewartet, da sinkt in ganz Spanien die Zahl der Arbeitslosen ständig, aber bislang ist das nicht angekommen, hat nicht wirklich Spuren hier hinterlassen. - Nun aber glaube ich schon so einige Anzeichen entdeckt zu haben, die auch hier in der dritten Reihe, (Festland - Große Inseln - dann erst die kleinen, die "periferen Inseln") die Dinge wieder in einem anderen Licht erscheinen lassen. - Hier und da steht auch schon wieder eine Betonmischmaschine nicht nur herum, sondern dreht sich sogar, das ein oder andere Gerüst an Häusern fällt einem auf, und der Typ vor der Ferretería, also dem Eisenwarenhandel, den sieht man nur noch ganz selten vor der Tür rauchen, weil er jetzt meist im Laden wieder hinter dem Tresen steht. - Auch in den Kneipen meint man wieder mehr Einheimische zu sehen, nicht, dass das ein Skandal wäre, aber es gibt viele Messlatten, welche Aufschluss dazu geben könnten, ob denn wieder ein bisschen mehr Geld unterwegs ist und man kann ja auch am Passagieraufkommen des Flughafens sehen, dass nicht nur wieder mehr internationale Gäste gekommen sind, sondern auch der interinsulare Flugverkehr wieder zugenommen hat und wir fliegen hier nicht hin und her, weil es uns Spaß macht. - Neue Restaurants haben aufgemacht, keine weiteren Läden geschlossen und sollte der vermehrte Abverkauf von Medikamenten auch ein Indiz für steigende Verbraucherlaune sein, dann liegt die Apotheke in El Paso gegenüber dem Supermarkt voll im Trend, denn die haben, meines Erachtens, ihre Verkaufsfläche mehr als verdoppelt.

Ich will aber auch eine andere Stimmung wahrgenommen haben die letzten Wochen, und vielleicht sogar schon Monate, und da bleibt die Frage erlaubt, geht es nicht mehr weiter nach unten, weil man bereits den Boden erreicht hat, oder ist man bereits wieder auf dem Weg nach oben. - Vielleicht ist das Ganze auch nur eine Trotzreaktion, wir haben einfach die Nase voll vom Sparen und Jammern, und tun mal einfach ein paar Stunden wieder auf dicke Hose. - Aber selbst wenn das so wäre, auch das tut schon gut, denn wenn erst wieder mehr Geld auf der Straße unterwegs ist, dann wagen es die Geschäftsleute auch wieder ein paar mehr Waren zu ordern und, jetzt sind wir mal bereits ein Stück größenwahnsinnig, stellen vielleicht sogar den einen oder anderen Angestellten wieder ein, den man 2008 auf die Straße hat schicken müssen, weil eine Spirale nach unten viel, viel mehr Dynamik aufnimmt, als die Geschichte anders herum. - Wir dürfen ja auch nicht vergessen, es gibt auf La Palma auch durchaus viele Leute, die Geld haben, seien es nun die Beamten oder Angestellten im Öffentlichen Dienst, oder eben die freischaffenden Bananenbieger, welche, bei allem gebührenden Respekt, zwar immer wieder jammern, aber wenn man an die 60 Cent Verkaufserlös für das Kilo bekommt und dann auch noch knapp 50 Cent Subvention, dann ist das Meckern genau so ein Handwerkszeug wie bei niederbayrischen Viehhändlern, oder dünnschalige Residenten, welche einen Aufstand machen, dass die Temperaturen heute wieder nicht die 20 Grad Marke erreicht haben. - Alle auswandern, oder vielleicht sogar ausweisen, irgendwo hin, wo Meckern wirklich die Realität spiegelt, vielleicht Syrien oder Lampukistan. - Obwohl ein Heer an Politikern dagegen arbeitet, der Finanzsektor sowieso, und die Sparpolitik manchmal sogar Massenarbeitsplatzvernichtungsmaschinerie war, wir sind wieder da, tun zumindest so, und es ist nicht mehr der Tinnitus, sondern ich höre das zarte Gras des Aufschwungs wieder wachsen. - Nein, ich habe nichts eingeworfen, außer Zuversicht, die Zeiten sind immer noch schwer, aber das steilste Stück haben wir hinter uns, und der Rest sollte auch zu schaffen sein und wenn wir dieses Mal schlauer sind, als noch vor 10 Jahren, dann überholen wir uns nicht mehr selbst, sondern machen alles ganz langsam, mit der uns eigentlich angeborenen Demut, und lassen uns kein Goldenes Kalb mehr verkaufen, sondern trauen nur noch dem, was wir erarbeitet haben, und verwechseln auch bitte nicht mehr Wachstum und Fortschritt.




Nicht dem Pleitegeier nach, sondern der Fortschrittsgraja hinterher, die blickt immer in Richtung Zukunft...





Samstag 18.04.2015 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 47 % - Luftdruck 1016 hPa

Gastbeitrag von Jürgen A. Michalzik






Freitag 17.04.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 44 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 19,6 Grad - niedrigste Temperatur 12,5 Grad

Guagua, Wa Wa, Autobús, Ómnibus, Autocar?
Früher, als alles anders war, und nur manches besser…

Hier widerspreche ich mir jetzt, wenn es um Busfahren auf La Palma geht, dann war früher auf keinen Fall besser, und ganz anders, aber meist sogar mit Gefahr verbunden. - Alte Busse der Marke Commer , Dodge, Austin und Mercedes, oft mit dem damals typischen Holzaufbau, die kenne ich noch und ein paar fuhren Ende der siebziger Jahre sogar noch auf der Insel. - Das war zum Teil witzig bis abenteuerlich, bei einem "Commer" konnte man neben den Füßen des Fahrers auf den Boden gucken und man machte immer die Witze, dass man da bremsen könnte, falls es zu schnell würde. - Es wurde nie zu schnell, diese alten Dinger kamen furchtbar schlecht die Berge hinauf und dann kam ein "Micro" hinzu, ich glaube es war ein Mercedes O319, nicht im damals üblichen Rot/Eierschale, sondern in einem schmutzigen Alltagsgrau, aber der wurde immer auf der Strecke Santa Cruz Los Llanos eingesetzt und der war halt viel schneller, als diese alten Kisten aus England oder den Vereinigten Staaten, die nun wirklich noch "Vorkriegsware" darstellten. - Busfahren war damals eh ein bisschen Abenteuer, aber es gab einen Fahrplan, auch Haltestellen, aber wer so aussteigen oder einsteigen wollte, der machte das von außen mit Handzeichen klar, und von innen mit Zurufen, oder es hing eine Schnur durch den Bus, der vorne beim Fahrer dann an einer Klingel zog. - Die alten Bussen von Santa Cruz nach Los Llanos, die fuhren meist über Fuencaliente, denn dort wurden eben auch die Gemeinden Breña Alta/Baja, Mazo und Fuencaliente bedient, erst mit dem Auftauchen dieses "Micros" gab es dann eine direkte Verbindung mit dem Bus von Santa Cruz nach Los Llanos durch den Tunnel.

Meist fuhr ein Schaffner mit, in den großen Bussen, aber der hatte eher die Aufgabe, die Fracht zu sortieren und unter Kontrolle zu halten, denn seinerzeit war das Busunternehmen auch gleichzeitig der meistgenutzte Transporteur auf der Insel. - Ich habe das System nie so ganz verstanden, wenn plötzlich mitten auf der Strecke der Bus anhielt und irgendwelchen Leuten am Straßenrand Pakete der Kartons übergeben wurden, und woher die wussten, dass die nun da genau stehen sollten und ihre Fracht abholen. - Das ist eben auch so eine Geschichte, die man sich heute gar nicht mehr vorstellen kann, wie die Leute damals ohne Handy, Internet oder sogar ganz ohne Telefon dennoch "mit der Welt" verbunden waren und wussten, wo etwas abgeholt werden sollte. - Die Postsäcke wurden auch von den Bussen transportiert und an strategisch wichtigen Stellen, also natürlich Santa Cruz, Los Llanos, aber auch Fuencaliente, Barlovento und Tijarafe gab es regelrechte Lagerhäuser, wo man bestimmte Sendungen liegen hatte. - Aber auch an den anderen Haltestellen konnte man seine Fracht loswerden, man musste nur die Hand raushalten, der Schaffner nahm dann das Paket, verstaute es, auch mal wenn kein Platz mehr war auf dem Dach, und dann kam diese Fracht auch irgendwann dort an, wo man sie hin haben wollte. - Das Wort "tranquilo" war in den Zeiten auch noch viel präsenter als heute, wo es in vielen Gebieten auch schon keine Siesta mehr gibt, denn die Busse machten oft Pause, mindestens aber in Fuencaliente, natürlich in der "Bar Parada", in der es heute noch diese phantastischen Mandelplätzchen gibt, oder auch legendär, die Cafetería des Restaurants "Las Piedras", oberhalb El Pasos, wo immer angehalten wurde um mindestens einen "Cortado" zu trinken und weiter ging es erst, wenn der Fahrer alle seine Notwendigkeiten erledigt hatte, also dem Stoffwechsel nicht nur zugereicht hatte, sondern auch entledigt. - Die Busse der "Holzklasse", die verschwanden Ende der siebziger Jahre, zuletzt fuhren die nur noch die Nordstrecke, ein paar hielten sich noch aufrecht und waren oberhalb von Tijarafe jahrelang geparkt, und einen oder gar mehrere hat der Busbetrieb selbst noch in seiner Garage, und holt den oder die auch manchmal aus Nostalgiegründen hervor.

Mercedes, Pegaso, Vanhool, diese Marken ersetzten dann die alten Wagen und heute fahren auch die allermodernsten Busse hier herum und von langsam und Pause mittendrin kann keine Rede mehr sein. - Man neigt ja immer dazu, die Vergangenheit irgendwie zu glorifizieren, aber ich kann mich schon noch an diese unendliche Schaukelei erinnern, an Fenster die nicht schlossen, aber klapperten und grauseme Hitze im Sommer und fürchterlichen Zug bei Regen im Winter, wenn man in diesen Bussen mehrere Stunden zubringen musste, oder der Fahrer so gar keinen "Zug" hatte und einfach nicht wieder aus der Kneipe kam, und hoffentlich nur Kaffee getrunken hatte. - Es ist sicher immer noch schön, diese alten Bilder zu betrachten, aber schnelle Busse mit Klima und Fahrplan, Leute, das ist schon viel besser als früher, und Nostalgie kommt hierbei nur bis zum Nost. - Da war aber die Geschichte noch mit dem Namen der Busse, und warum man auf den Kanaren, und nicht nur auf La Palma, Guagua zu den Bussen sagt. - Darüber gibt es viele Geschichten, manche sogar ganz abenteuerlich, das sei ein Wort aus der Sprache der vorspanischen Zeit, allerdings weiß ich aus guter Erfahrung, dass die Sippe um Tanausú nun so gar nicht mit dem Bus auf die Jagd ging. - Einfachste Erklärung, die wirklich plausibel ist, Guagua kommt von Wa & Wa Co. Inc. (Washington & Walton Company Inc.) und diese Fahrzeugfirma lieferte Busse, eben mit der Aufschrift Wa & Wa nach Kuba. - Einig sind sich ja alle, dass das Wort Guagua für Bus aus Kuba kommt und von: "Da kommt der Wawa" bis zu "Da kommt der Guagua" ist es ja ganz nah. - Hier wurde also ein Firmenname zum Allgemeinausdruck für Autobus, ein bisschen anders geschrieben, und schon wird aus einer geheimnisvollen Geschichte eine einfache Erklärung. - Die beiden nachfolgenden Fotos stammen von Rainer Bock aus Potsdam, aus dem Jahr 1980 und zeigen einen "Austin BMC Diesel" noch im Regeldienst in Santa Cruz de La Palma. - Wenn auch Sie noch alte Fotos aus La Palma haben, dann bitte her damit, Sie schicken mir die Bilder, ich schreibe die Geschichte dazu, dann haben wir alle was davon.









Freitag 17.04.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1017 hPa

Gastbeitrag von Silvia Leuschner

Bauernmarkt in San Pedro


Wir auf der Ostseite werden vom Wetter zur Zeit ja wieder mal sehr stiefmütterlich behandelt, jeden Morgen blickt man in die graue Decke und sucht vergeblich die Sonne… Und im Moment kann ich nicht mal auf den Markt nach San Pedro fahren, derweil kein Auto…

Aber ein bisschen berichten kann ich mal von dieser uns sehr ans Herz gewachsenen Institution, falls es ja jemanden geben sollte, der noch nicht dort gewesen ist.

Wir haben es auch erst vor einem halben Jahr für uns entdeckt.

Vor 20 Jahren wohnte ich mal in dieser Gegend, aber zum Wochenmarkt fuhr man nach Mazo, was ja auch heute noch der Treffpunkt vieler "deutscher Einheimischer" ist und schon hat man eine liebe Gewohnheit, die man gar nicht mehr in Frage stellt.

Auch heute wird Mazo noch angesteuert, weil es mit ein paar sonst nirgends erhältlicher Leckereien aufwartet, wie z.B. den Mohnkuchen vom deutschen Stand -und auch die Früchte gibt es dort in einer etwas größeren Auswahl.

Wenn man allerdings Wert auf ökologische Anbauweise seines Gemüses legt, ist man in San Pedro auf dem Wochenmarkt auf dem Platz des Museo del Puro genau richtig. Die knackigen Salate aus Blattsalat, Gurke, Paprika, Zwiebel, Knoblauch und Avocado möchten wir nicht mehr missen!

Außerdem kann man in der Bar daneben in der Morgensonne (falls sie denn mal scheinen sollte!) auch frühstücken.

Es ist ein netter Platz und man wird überall sehr freundlich bedient.

Wer dann immer noch Wünsche offen hat: Die Eisdiele ist auch nicht mehr weit…












Herzliche Grüße und ein schönes sonniges Wochenende!!
Ihre Silvia Leuschner



Donnerstag 16.04.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 49 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 18,9 Grad - niedrigste Temperatur 13,0 Grad

Positiver Trend im internationalen Tourismus hält an
Wir sind wieder da, wo wir vor zehn Jahren waren

Wer in der Branche arbeitet, der fühlt ja auch so ein bisschen, wie sich die Dinge entwickeln und ob es viel zu tun gibt, oder weniger. - Und dieser Winter war gut in Sachen Tourismus, will man es verhalten ausdrücken, dann können wir sagen, wir haben endlich wieder das Niveau aus dem Jahr 2004 erreicht, will man es wunderbar verkaufen, dann haben wir in den ersten drei Monaten dieses Jahres knappe 16% mehr internationale Gäste, als noch im den gleichen drei Monaten des Vorjahres. - Jeder so wie er will, auf jeden Fall haben wir den depressiven Trend der letzten Jahre stoppen können und wir wissen auch woher diese Trendumkehrung kommt, nämlich aus Deutschland. - Hauptsächlich zumindest, aber es war eben auch der deutsche Markt, welcher uns in den letzten 10 Jahren immer weiter verlieren ließ. - Zu tun hat das zu allererst mit der Erreichbarkeit der Insel und hier mussten wir eben über die letzten Jahre erleben, dass die Fluggesellschaften immer weniger Flugzeuge zu uns geschickt haben, damit viele Städte überhaupt nicht mehr bedient wurden, oder eben die Preise dermaßen angestiegen sind, dass manch einer schwach geworden ist. - Das hat sich nun umgekehrt, diese Wintersaison kamen wieder mehr Flugzeuge aus Deutschland und schon können wir auch wieder mehr Gäste aus dem Zentrum Europas begrüßen als noch letzten Winter. - Es sind ja nicht alles Deutsche, die da von deutschen Flughäfen zu uns kommen, da die Schweiz und Österreich direkt keine Flieger mehr schicken, müssen die Gäste irgendwo in Deutschland umsteigen und wenn die hier ankommen, dann eben aus einer Maschine aus Deutschland und werden so automatisch nationalisiert. - Das nenne ich mal einen friedlichen Anschluss ans "Reich", und lassen Sie uns lieber darüber nicht ernsthaft werden, ich war nur flapsig.

Gerade der März dieses Jahres war extrem gut, die Zuwächse hervorragend, mag auch damit zu tun gehabt haben, dass die Anfänge der Osterferien noch in den März gefallen sind, obwohl wir auch klar zugeben müssen, dass diese Feriengeschichten für unsere Insel bei weitem nicht mehr so deutliche Änderungen hergeben, wie das noch vor Jahren so war. - Dröseln wir die Zahlen aber noch weiter auf und beziehen das auf die Aufenthaltsdauer und die Bettenanzahl auf der Insel. - Im März 2015 kamen 14.744 internationale Gäste zu uns, bei einer mittleren Aufenthaltsdauer von 10 Tage ergibt das einfach gerechnet 4.915 internationale Gäste, welche momentan bei uns in dem Zeitraum auf der Insel sind. - Bei einer angenommenen Bettenzahl von 13.000 - 15.000 klafft da noch eine erstaunlich große Lücke, die man eigentlich mit nationalen Gästen zu stopfen hofft. - Das gelingt aber außerhalb der Ferienzeiten so gut wie überhaupt nicht, der nationale Tourismus wacht gerade erst wieder aus dem Krisenkoma auf, findet aber zunächst erst die anderen Inseln und La Palma bleibt dabei noch außen vor. - Da hinein fragt man sich natürlich wie es kommen kann, dass durchaus kluge Köpfe davon sprechen, wir bräuchten unbedingt mehr Hotelbetten. - Das mag zunächst nach ausgemachter Dummheit riechen, aber wir sollten das vielleicht ein bisschen genauer ausdrücken, was wir unbedingt brauchen wären mehr Hotelbetten, welche im internationalen Preis- und Qualitätskampf die Einkäufer der Reiseveranstalter locken können. - Man muss nicht alles neu bauen, oder viel, viel mehr Betten, man könnte die vorhandenen natürlich auch auf einen neuen Stand heben, allerdings reagieren die Hotelkonzerne da meist anders, und bauen lieber komplett neu, als vorhandene Ressourcen aufzuwerten. - Da bleiben der Politik nur kleine Spielräume, bislang zumindest, da sollte man vielleicht auch mal hingehen und forschen, ob es nicht Anregungen geben könnte, veraltete Hotelanlagen robust zu renovieren, anstatt einfach Neubauten hinzustellen. - Meine Tochter studiert das Fach ja sogar, und es gibt wohl Gedanken dazu, solche Strategien zu fördern, aber internationale Konzerne haben ihre ganz eigenen Regeln und Vorstellungen und lassen sich meist nicht gerne etwas diktieren.

Und warum aber sollen wir uns denn den Reiseveranstaltern beugen, warum machen wir aus der Insel nicht einen Flecken der vergessenen Seligkeit, mit unserem ganz eigenen Publikum, welches uns vor 25 Jahren entdeckt hat, und nicht umgekehrt, und machen einfach so weiter wie bisher? - Frage ich mich manchmal auch, allerdings wäre das sehr egoistisch. - Weil die Politik der Fluggesellschaften sich geändert hat, der drastische Preiskampf am Urlaubshimmel zwingt die Airlines dazu, deutlich höhere Auslastungen zu fordern, und dann wagen die es halt nicht, solch wackelige Ziele wie La Palma mit Routen zu versehen, die fragwürdig sind. - Dazu wollen eben die Fluggesellschaften schon reichlich Kontingente an Reiseveranstalter verkauft wissen, einen gewissen Prozentsatz tragen die Individualreisenden natürlich auch dazu, aber wenn die "nur" 25% zum Beispiel sicher verkauft haben, dann streichen die diese Verbindung gleich wieder. - Wir brauchen also die Reiseveranstalter, um die Fluggesellschaften bei Laune zu halten, so sieht das, und ein bisschen auch leider, aus. - Darüber hinaus muss diese Insel natürlich auch an die Zukunft denken, der Tourismus wird mittel- und langfristig deutlich mehr Gewicht einnehmen müssen bei der Deklarierung des Inseleinkommens, und da reicht, bei allem gebührenden Respekt vor dem Individualtourismus, es nicht, wenn wir uns auf unsere Stammkunden verlassen. - Nehmen Sie mir das bitte nicht übel, unsere kleine Firma lebt hervorragend von unsere Stammgästen, aber es gibt ja mehr und andere Anforderungen, welche die Zukunft dieser Insel betreffen. - Die Kunst dabei wird eben sein, mehr Gäste auf der Insel zu begrüßen, ohne diese uns allen so wichtigen Werte wie Authentizität und Ursprünglichkeit einfach aufzugeben, und ich bin da ganz guter Dinge, dass uns das sogar gelingen kann. - Zumal wir ja nun seit anderthalb Jahren auch Leute in der Inselpolitik haben, welche durchaus sehend sind und sogar Ahnung haben davon, was sie tun, und das alleine macht nach Jahrzehnten des Schmuruchelns einfach schon guten Mut. - Wenn das in dieser Geschwindigkeit weiter wachsen kann, dann passiert da überhaupt nichts, vielleicht liegen die Auslastungszahlen dann in 10 Jahren mal in einem Bereich, der uns wirklich zufrieden macht und die touristischen Branchen auf der Insel auch mal von Effizienz sprechen können. - Ansonsten sorgt die Insel schon ganz alleine durch ihre begrenzten Ressourcen dafür, dass wir nur ganz schwer zu einer Kopie anderer, bereits überlaufener und abgenutzter Destinationen werden. - Nachfolgend die Zahlen der letzten Monate und die Vergleiche zu früheren Jahren. - Die Zahlen stammen wie immer vom Flughafenbetreiber AENA.


Passagiere Januar Februar März 1.Trimester
2015 gesamt 34.448 37.163 41.280 112.927
2015 national 21.557 24.222 26.536 72.315
2015 international 12.927 12.941 14.744 40.612
2014 gesamt 32.231 31.821 36.983 101.035
2014 national 20.078 20.635 25.109 65.822
2014 international 12.153 11.186 11.874 35.213
2004 gesamt 33.663 38.730 39.651 112.044
2004 national 21.682 25.259 24.836 71.777
2004 international 11.981 13.471 14.815 40.267





Donnerstag 16.04.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 52 % - Luftdruck 1018 hPa

Gastbeitrag von Ulrika Tammenheimo

Ich möchte Sie alle herzlich einladen, an der nächsten Präsentation und Lesung meines Buches "In einer Ruine kann man nicht wohnen" teilzunehmen. Diesmal findet sie in
Los Llanos statt, Tasca la Luna, am Samstag, dem 18.4. 2015 um 19:30 Uhr.
Hier etwas zum Inhalt und Thema:

Frida Turunen, eine frisch pensionierte Deutsch-Finnin, hat sich auf der Kanareninsel La Palma eine Ruine gekauft. Sie findet diesen Ort genau passend, um einem deutschen Straßenkind, der 15-jährigen Kati, wieder auf die Beine zu helfen und sie für ein geordnetes Leben fit zu machen. Das geht natürlich nicht ohne Schwierigkeiten. Doch in Kati steckt eine gute Seele. Sie lernt überraschend schnell ihre schlechten Seiten auszumerzen und dafür ihre Talente ihrer Umwelt und auch den anderen Jugendlichen, die ein ähnliches Schicksal teilen, zugutekommen zu lassen.

Der Kontakt sowohl zur Nachbarsfamilie García als auch zur Großmutter "Abu Carmen" spielt eine nicht unwesentliche Rolle in Katis Umpolung. Sie erfährt, dass es mehr zu lernen gibt als das, was die Schule lehrt. Geheimes Wissen über Heilpflanzen, Handauflegen, die Kraft der Meditation und Telepathie, das innere Gesicht, Intuition und Engelerfahrungen machen sie stark und authentisch.

Am Ende ist sie glücklich, dass sie nicht wieder nach Deutschland zurückkehren muss, sondern eine Ausbildung zur Sozialarbeiterin auf La Palma machen darf, denn so kann sie auf der Finca Las Nieves und bei all ihren geliebten Menschen bleiben.

Doch es kommt nicht dazu. Noch auf dem Weg von der Schulanmeldung nach Hause passiert auf La Palma eine entsetzliche Katastrophe, die sogar weltweite Auswirkungen hat. Kati begreift, warum die Abu Carmen ihr einmal sagte, sie werde gebraucht auf La Palma. Denn es ist Kati, die mit ihren Ideen, ihrer Frische, ihrer Unvoreingenommenheit und ihrem Weitblick die Bevölkerung animiert, neue Wege zu gehen und aus "den Scherben ein römisches Mosaik" zu kreieren, wie es Frida sie gelehrt hat. "Denk nicht an das, was dir fehlt. Denk an das, was du hast und überlege, wie du es neu nutzen kannst."






Mittwoch 15.04.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 29 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 21,0 Grad - niedrigste Temperatur 12,5 Grad

Tagesthemen
Schauinsland für Günter Grass, Stühlerücken der Sozis und der Pfaffe und der Baum

Der Tod des Nobelpreisträgers Günter Grass ist auch hier auf der Insel ein Thema, denn dieser bedeutende Literat war mehrmals auf der Insel und Familie von ihm hat Eigentum in der Gemeinde Putallana, und ist oft hier auf der Insel. - Günter Grass hat auch bereits Lesungen hier abgehalten, damals noch in der Bibliothek "Bila", welche deutschsprachige Bücher dort bereit hält. - Liegt ein bisschen ab vom Schuss, der kleine Flecken Puntallana, vielleicht wäre ein solcher Hort des Wissens in deutscher Sprache besser hier im Aridanetal aufgehoben, aber die Dinge fallen nun mal so, wie sie den Boden berühren. - Unser Inselpräsident meldet sich nun zu Wort und er bedauert es sehr, dass der vorgesehene kleine Weg mit literarischem Aussichtspunkt dort in der Gemeinde noch nicht verwirklicht wurde. Jetzt will man sich noch mehr Mühe geben, dieses "Schauinsland" für Günter Grass bald zu verwirklichen. - Nur eine Geste, sicherlich, aber auch ein Dankeschön, an den Schriftsteller und seine Familie, wir haben nicht so viele Nobelpreisträger, die auf unserer Insel gewandert sind, und so wird es irgendwann, auch wenn es jetzt eigentlich nicht mehr eilt, einen "Mirador literario Günter Grass" dort in der Gemeinde geben.

Alles ist Wahlkampf seit Wochen und es bleibt dabei, wer Sozialist auf der Insel ist, oder sagen wir konkreter, der glaubt, die PSC/PSOE wäre hier auf der Insel der "rechtmäßige" Vertreter dieser Ideologie, der muss weiter leiden. - Sozis brauchen keine Feinde, die haben ihre Kollegen und in der Tat, was hier an Personalien über die Bühnen und durch die Gassen gescheucht wird in den letzten Wochen, das ist mindestens spektakulär, zum Teil auch für Manche erniedrigend, sicherlich aber nicht nützlich für die Partei. - Wenigstens hat man nun die Mannschaften im Cabildo Insular zusammen und dort bleiben die erprobten Köpfe beisammen, mit dem kleinen Unterschied, dass man wohl Jovita Monterrey aus El Paso nun zu höheren Aufgaben heranziehen will. - Sie ist die neue "Nummer Zwei" hinter Anselmo Pestana, was auch bedeutet, dass sie stellvertretend handeln wird, wenn irgendwelche unvorhersehbaren Aktionen oder Geschehnisse die Nummer Eins zum Handeln zwingen. - Eine gute Wahl, Jovita Monterrey hat sowohl in El Paso, wie auch in den vergangenen Jahren hervorragende Arbeit im Cabildo in den Sozialdiensten geleistet, eine nicht zu unterschätzende Aufgabe in diesen Zeiten. - Auch bleibt der bewähre Jorge Gonzales dabei, als Nummer Drei, für Infrastruktur, da hat er sich bereits Lorbeeren verdient. - Neu ist Alicia Vanoostende, als Nummer Vier, und wenn Ihnen das nun so vorkommt, als hätten Sie diesen Namen doch noch vor Kurzem in einem anderen Zusammenhang vernommen, dann ist das richtig. - Alicia sollte Bürgermeisterkandidatin für Los Llanos werden, so wollte das die Inselpartei, nachdem der streitbare "Contra" José María de Vargas nicht mehr antreten wollte, weil man seinen Vorschlag, wie man die Liste für das Parlament besetzen sollte, übergangen hat. - Basilio Pérez bleibt auch erhalten, also nur eine Stelle neu besetzt, es fehlt Victoria Hernández, welche ins kanarische Parlament gewählt werden soll. - Für Los Llanos wird nun Ámparo Martín als Nummer Eins antreten, so hat das die Ortsgruppe dort bestätigt, man war nicht einverstanden damit, dass man ihnen Alicia Vanoostende vor die Nase setzt, wobei Ámparo Martín deutlich erklärt, dass es da keine Rivalität gäbe, sondern man eng befreundet sei. - Ein kräftiges Hin und Her und viele Namen sind genannt worden und bei der ganzen Schacherei um Posten und Pöstchen ist Loly Padilla aus El Paso nun komplett übergangen worden. - Die hat zu viel Rückgrat gehabt und gesagt, mit denen, in dem Fall mit Manolo Marcos, will sie nicht in einer Liste sein und was passiert mit Politikern die Rückgrat haben? - Die will keiner um sich dulden, denn die sind unbequem.

Unbequem wird es auch für den Pfarrer aus Santa Cruz, welcher die Wallfahrtskirche in Las Nieves betreut, denn der will den riesigen Baum vor der Kirche fällen lassen. - Es ist eine sehr hohe Araukarie und der Pfarrer meint, die Wurzeln würden die Bausubstanz der Kirche angreifen. - Ob das so ist, das weiß ich natürlich nicht, aber die Araukarien sind keine geschützten Gewächse hier auf der Insel, sondern eigeschleppte Pflanzen, aber mächtige Vertreter ihrer Zunft. - Nun wenden sich aber Bürger gegen die Schnittlust des Pfarrers und wollen unbedingt verhindern, dass dieser, inzwischen emblematische Baum dort auf dem Kirchenvorplatz gefällt wird. - In der Tat gehört dieser Baum schon dazu, keiner kennt diese Kirche mehr ohne diesen mächtig hohen Baum und viele meinen auch, das stimme gar nicht, dass die Wurzeln des Baumes die Kirche angreifen, oder dieser Baum eine Gefahr für die Kirche darstellen würde, sondern es fallen halt viele Nadelbüschel ab und es ist eine "Heidenarbeit" für den Pfaffen und seine Leute, so den Vorplatz sauber zu halten. - Die Stadtregierung schiebt den Baum weiter zum Cabildo und zur Kirche, die Stadt hätte damit nichts zu tun und seitens des Cabildo heißt es im Moment, da es sich nicht um eine geschützte Pflanze handelt, darf dieser Baum grundsätzlich gefällt werden. - Allerdings sorgen die sozialen Netzwerke schon für reichlich Rauschen im Araukarienwald, und wie gesagt, wir haben Wahlkampf, und da ist Volkes Gunst eigentlich wichtiger, als die Vorlieben des Pfarrers.



Mittwoch 15.04.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 49 % - Luftdruck 1018 hPa

Gastbeitrag von Rose Marie Dähncke

Hühnerkeulen-Unfall
1980

Seit heute weiß ich, wie der Kaufmann zusammengefrorene Hühnerkeulen voneinander trennt, weil ich beinahe eine überfahren hätte. Damit der unaufhaltsame Fortschritt an niemandem vorübergehe, möchte ich hier aus meiner heutigen Erfahrung heraus die praktische Anweisung dafür geben. Man werfe mir bitte nicht Übertreibung vor. Wenn man es recht bedenkt, ist es ja ein ganz logischer Vorgang, der einer erfinderischen Intelligenz entspringt.

Voraussetzung ist, dass das Geschäft direkt an der Straße liegt, was hier allerdings bei fast jedem Geschäft der Fall ist. Hier war es ein kleiner, weißer Bau etwas außerhalb der Ortschaft, nach Landesart ohne Fenster. Tageslicht und Kunden müssen zur selben Tür herein. Nur etwas Leergut vor dem Haus, wie Plastikbierkästen, Obsthorden usw. kennzeichnen es als Lebensmittelgeschäft. Einen gepflegten Bürgersteig gibt es nicht, nur einen schmalen Sandstreifen zwischen Haus und geteerter Straße, was die Sache sehr vereinfacht, wie sich gleich zeigen wird.

Und so sollte der Ablauf etwa stattfinden: zunächst den Kopf aus der Tür stecken und nachsehen, ob nächstens ein Auto kommt. Etwas entferntere spielen keine Rolle, die sehen ja, dass sich hier etwas abspielt und werden halten. Dann vom Ladentisch den recht unhandlichen, fast einen Meter langen, flachen, braunen Pappkarton greifen, in dem sich 10 Kilo zusammengefrorene Hühnerkeulen befinden. Diesen mit beiden Händen fest packen, auf die Schulter balancieren und zügig, wenn auch wegen des Gewichts in recht gebückter Haltung, hinaustragen. Während der zwei letzten Schritte bis zur Straßenkante schon einen gewissen Anlauf nehmen, und mit Schwung den Karton hoch über den Kopf hinaus auf die Landstraße schmettern. Zunächst wird nichts Sichtbares geschehen, das ist normal. Beim zweiten Wurf sieht man auch noch nichts, vielleicht, dass sich die Hühnerkeulen einer leichten Lockerung unterwerfen. Das bedeutet, der Karton wird erneut aufgenommen und wieder mit Wucht auf die Straße geworfen. Wenn man Glück hat, verrutscht jetzt etwas die Verschnürung, und die Ecken der Verpackung sehen nicht mehr ganz neu aus. Ein Eisblock aus 10 Kilo Hühnerkeulen hält gut zusammen! Es lehrt die tägliche Erfahrung: nun muss der Karton noch einige mal geschmettert werden, aber irgendwann zwischen dem sechsten und achten Mal liegen die Keulchen plötzlich einzeln auf der Straße, dann ist es für heute wieder geschafft.

Ich fuhr sehr langsam an die besagte Stelle heran, und so kam es, dass ich nur beinahe ein Keulchen überfahren hätte. Wen wundert´s, dass der weiße Mittelstreifen hier recht ramponiert aussieht.




Die überlebt haben, werden anderweitig abgemurkst.





Dienstag 14.04.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 33 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 20,4 Grad - niedrigste Temperatur 13,2 Grad

Zum Legospielen nach Arkansas
Schickt die Schüler nach Amerika

Schüler des Oberstufenzentrums Luis Cobiella Cuevas in Santa Cruz de La Palma haben bei einem Wettbewerb der "FLL" First Lego League mitgemacht, zunächst auf regionaler, und später auch auf nationaler Ebene, und diesen auch gewonnen. - Diese 13 Schüler und drei Begleiter nennen ihre Gruppe selbst "Fnatics" und haben mit dem Sieg auch die Einladung erhalten, ihren Roboter "Skiebot" beim internationalen Wettbewerb "FLL Razorback" auf die Bühne zu schicken. - Die Aufgabe ist, diese Roboter müssen 24 Missionen erfüllen und wer sein Gerät dabei am besten vorbereitet hat, der gewinnt das auch. - Jetzt heißt das nächste Anliegen, ein kanarischer, oder konkreter gesagt ein palmerischer Roboter soll nach Arkansas, und das wird nicht so ganz einfach, denn die Lego League lädt wohl ein, allerdings muss man die Kosten dafür selber wuppen. - Knappe 25.000 Euro wird die ganze Geschichte kosten und dieses Geld muss in den kommenden Wochen aufgetrieben werden, sonst bleibt den Schülern diese außerordentliche Möglichkeit leider versagt. - Nach Fayetteville in Arkansas soll es gehen, dort sollen die auf dem Campus der dortigen Universität nächtigen, aber auch das muss bezahlt werden, aber der dicke Brocken sind natürlich die Flüge, welche alleine schon mit 17.600 Euro in die magere Kasse schlagen. - Das ist doch ein Stück für die Politik, und gerade jetzt im Wahlkampf möchte man meinen, aber wir sind immer noch und seit Jahren ja bereits im Sparmodus, und so traut man sich nicht, die großen Versprechungen aus der berühmten Öffentlichen Hand zu machen, weil es sonst gleich wieder heißt: Für dies oder das soziale Projekt habt ihr kein Geld, aber dafür, Schüler zum Legospielen in die USA zu schicken... - So darf man das sicher aber nicht sehen, sondern für diese Jugendlichen ist es eine außergewöhnliche Chance, an einem solchen Wettbewerb teilzunehmen, und wer von denen in seinem Leben noch mal nach Arkansas kommt, das weiß ich auch nicht. - Man will sich nun des "Crowdfunding" bedienen, also möglichst viele Leute sollen mit kleinen Summen diese Reise möglich machen und das kann man über die Webseite http://crowdants.com/project/un-robot-palmero-en-arkansas-nos-ayudas/index machen. - Dort wird dann auch noch mal die ganze Geschichte erzählt, auch mit Hilfe eines Videos, wie man es denn geschafft hat, so weit zu kommen und auch welche Hilfen man sich von der "Crowd" erhofft.

Es geht los mit 3 Euro, dafür bekommt man ein Los für einen Abendessen für 2 Personen, dann weiter für 4 Euro gibt es einen Aufkleber, für 6 Euro bekommt man einen Pin, und für 10 Euro werden 12 Eintrittskarten für das Observatorium Grantecan verlost. - Für 20 Euro gibt es Hemden mit dem Logo von "Fnatics" und für 50 Euro nimmt man an einer Verlosung einer Beobachtungsnacht auf dem Roque de Los Muchachos teil. 100 Euro kostet dann ein Foto der Mannschaft auf dem eine persönliche Dankschrift für den oder die Spender gezeigt wird und für 300 Euro wird man bei allen Presseberichten der Gruppe persönlich als Spender genannt werden. - Für 700 Euro kommt das Logo des Spenders, wohl also ein Firmenlogo mit auf das Wettbewerbshemd der Mannschaft und für 1.200 Euro organisiert die Mannschaft "Fnatics" eine Pressekonferenz, auf der man dann selbst, oder seine Vertreter mitmachen können. - Clou der Gesichte ist auch, jedes Mal wenn man solch einen Einsatz macht, erhält man auch die Artikel, welche bereits in einer kleineren Kategorie geboten werden. - Wenn jemand also für 10 Euro ein Los für den Besuch des Grantecan erwirbt, dann erhält er auch den Pin, der für 6 Euro zu haben war, den Aufkleber aus der Kategorie 4 Euro und das Los für ein Abendessen für 2 Personen. - Nun gilt es das Ganze natürlich noch bekannter zu machen, ich tue das hier auf meiner Webseite und hoffe, Sie machen das auch bei sich unter Kollegen, oder teilen das bei Facebook oder Twitter, damit diese Schüler diesen Traum noch weiterleben können. - Wenn viele Spenden kommen und man merkt, dass das Interesse gut vorhanden sind, dann lassen sich auch lokale Firmen und Gruppen sofort locken und stocken die Beträge dann auch noch mal auf. Da bin ich mir ganz sicher, und wenn viel Geld auch aus Deutschland kommt, dann wird man sich hier erst Recht jede Mühe geben, diese Schüler nach Arkansas zu schicken. - Allerdings muss ich hinzufügen, dass ich nicht wirklich weiß, wie das dann gehen soll, wenn die dann die Aufkleber oder Pins oder Hemden nach Deutschland schicken sollen. - Ist halt alles neu für uns!






Dienstag 14.04.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 1 mm - Luftfeuchte 80 % - Luftdruck 1016 hPa

Gastbeitrag von Rainer Olzem und Timm Reisinger

La Palmas Flankensturz und der Tsunami
Die Szenarien von Ward & Day und von McGuire und die Vorgeschichte, Teil 2 von 2

Soweit das Schreckensszenario von Ward & Day. Ein Jahr später setzt Bill McGuire, ebenso wie Simon Day Mitarbeiter des Benfield Hazard Research Centre und dessen Direktor, in seinem Horrorszenario: "A Guide to the End of the World - Everything you never wanted to know" noch einen drauf: Die instabile Westflanke von La Palma könnte durch eine Eruption abgesprengt werden, und die ins Meer stürzende Landmasse könnte einen so gewaltigen Tsunami verursachen, wie seit menschlichen Aufzeichnungen noch nie erlebt. Es könnte noch fünf, zehn oder zwanzig Eruptionen benötigen, um die Flanke zum Absturz zu bringen, es könnte aber auch schon der nächste Ausbruch sein, es könnte jeden Moment passieren. Sein Ausspruch "es ist nicht die Frage, ob, sondern wann" bezeugt, dass McGuire, auch "Desaster Man" genannt, fest von seiner These überzeugt ist. Und wie es der Zeitgeist so erfordert, erwähnt er auch noch den Klimawandel, der durch steigende Meeresspiegel und vermehrte Regenfälle den Flankeneinsturz geradezu provoziere.

Dieses Szenario hat echte Science-Fiktion- und weniger wissenschaftliche Qualität. Es passt aber gut in den weltweiten medialen Katastrophen-Hype. Keiner kann zurzeit sagen, wie stabil die Westflanke von La Palma ist. Bereits im Jahre 1994 installierte geodätische Messgeräte zeigten jedenfalls keine außergewöhnlichen Bewegungen.

Mega-Tsunami vernichtet New York - Eine realistische Betrachtung

Die Medien in aller Welt griffen die Schreckensmeldungen von Ward & Day und von McGuire vom Londoner Benfield Hazard Research Centre über den Flankensturz auf La Palma und den größten von Menschen jemals erlebten Tsunami an den amerikanischen Ostküsten dankbar auf, denn mit der Angst der Menschen lässt sich wunderbar Geld machen: Mega-Tsunamis bedrohen Amerika (Die Welt), Mega-Tsunami - Welle der Zerstörung (ORF), Gefahr von den Kanaren (FAZ), Warum ein Felsriss in Spanien New York bedroht (Pravda).




Quelle: netambulo.com



Erfreulicherweise haben einzelne Wissenschaftler und Wissenschaftliche Institute zum Wahrheitsgehalt des medial inszenierten Horrorszenarios Stellung genommen. Trefflich die Arbeit der Delfter Wissenschaftler:

Die Fakultät für Hoch-Tief-Bau und Geowissenschaften der Technischen Universität Delft in Holland hat 2006 die Berichte von Ward & Day und von McGuire einer wissenschaftlichen Plausibilitätsprüfung unterzogen. Die holländischen Wissenschaftler bescheinigen Ward & Day und McGuire einen völligen Mangel an bodenmechanischen Kenntnissen: Die Insel habe eine sehr stabile innere Struktur. Das Risssystem, das sich 1949 beim Ausbruch des San Juan entlang der Südwestflanke der Cumbre Vieja gebildet hatte, sei nur ein "harmloses Oberflächen-Phänomen" und sei einfach eine Absackung des Vulkans, wie es sie schon früher gegeben habe. Insbesondere die alten Absackungen, die in keinem Fall zu einem Kollaps geführt haben, bewiesen im Grunde, wie stabil La Palma sei. Die Holländer modellierten die Insel höher und steiler, konnten aber keinen Flankensturz erkennen.

Sie modellierten auch den "Dampfkessel-Effekt" als Folge einer phreatomagmatischen Eruption, aber der Druck verpuffte ausschließlich nach oben und verursachte keinen seitlichen Druck, der die Flanke instabil werden ließ. Bei einer phreatomagmatischen Eruption kommt das glutflüssige Magma mit Meer- oder Grundwasser in Kontakt, wobei das Wasser schlagartig verdampft und sein Volumen auf das 1.000-fache vergrößert, was zu einer hochexplosiven Dampferuption führt.

Die Insel könnte möglicherweise in dem Fall instabil werden, wenn sie etwa um 1.000 m in der Höhe wachsen würde. Legt man die Wachstumsrate der Vergangenheit zugrunde, würde das mindestens 10.000 Jahre dauern. Der Vulkan hat seine kritische Höhe und Steilheit noch lange nicht erreicht. Und wenn in ferner Zukunft die Westflanke der Cumbre tatsächlich abrutschen würde, würde die Bewegung der ersten Meter mehrere Tage lang dauern, möglich wäre es außerdem, dass die Flanke ein Stück weit rutscht und dann in stabiler Stellung verharrt.

Und was den größten Tsunami in der Geschichte der Menschheit angeht: Welche Daten die Delfter Forscher auch in das Modell eingaben, sie konnten in keinem Fall einen signifikanten Tsunami erzeugen. Selbst unter den extremsten Bedingungen ermittelten sie nur eine Welle von 15 bis 100 cm Höhe an den amerikanischen Küsten. Ward & Day und McGuire würden offenbar einen falschen Algorithmus verwenden, um die Größe des Tsunamis zu berechnen.

Übrigens arbeitet das Londoner Benfield Hazard Research Centre im Auftrag großer Versicherungsgesellschaften, für die Schreckensszenarien stets ein wichtiger Motor ihrer Gewinne sind. "War es eventuell ein cleverer Schachzug von McGuire, durch die Auftragsforschung mit Ward & Day die mediale Aufmerksamkeit zu erregen und indirekt Werbung für große Versicherungsgesellschaften zu machen oder war es Zufall, dass schon kurz nach der Veröffentlichung alle namhaften Zeitungen und Zeitschriften über den bevorstehenden Mega-Tsunami berichteten?" fragt eine Studentin am Lehrstuhl für Geomorphologie der Uni Bayreuth und fügt hinzu: "Das ist eine Frage, die sich ohne Aussagen von Betroffenen wohl nicht beantworten lässt und auch die gegen McGuire gerichteten Unterstellungen basieren nur auf Spekulationen."


Dieser Text ist ein Ausschnitt aus dem Buch "Geologischer Wanderführer La Palma" von Rainer Olzem und Timm Reisinger und gehört nach meiner Auffassung längst auch zum Handgepäck einer Vorbereitung für eine Reise nach La Palma. - Auch für geologische Laien verständlich erklärt, bereiten die Wandertouren auf der Insel noch viel mehr Spaß, man kann die vielen Dinge, denen man mit Staunen auf den Touren begegnet, dann nicht nur beim Namen nennen, sondern weiß auch noch warum das so ist. - Nicht als Ersatz für den Rother Wanderführer, immer noch das Meisterwerk für La Palma auf Schusters Rappen, aber als ideale Ergänzung für Menschen, welche zwischen Ausgangspunkt und Belohnungsbier der Wanderung die Augen auf der Vulkaninsel La Palma offen halten. - Auf La Palma gibt es dieses Buch bei Sorpresa in El Paso zu kaufen, manchmal auch nur als Vorbestellung, oder man geht auf das Bestellformular in der Webseite Rainer Olzem und Timm Reisinger zum Buch.







Montag 13.04.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 4 mm - Luftfeuchte 88 % - Luftdruck 1014 hPa
Höchsttemperatur heute 16,1 Grad - niedrigste Temperatur 11,7 Grad

Plaudereien
Steilvorlagen und Überraschungen

Heute Vormittag hat man kleine Linsen über dem Birigoyo sehen können, und diese Linsenwolken sind ein deutlicher Hinweis auf kommenden Regen aus Westen. - Und genau so klein wie diese Wolken ist bisher auch die Ausbeute, 4 Millimeter sind noch kein Tropfen im leeren Becken, heiße Steine haben wir im Moment nicht, aber bis morgen in der Früh können noch weiterer Niederschlag folgen. - Ein Minitief besucht uns gerade, vielleicht nur so als Erinnerung, dass wir eigentlich in der Jahreszeit der Niederschläge stecken, die anderswo Winter genannt wird. - Der Wind sollte noch heftig auffrischen, das ist bislang noch nicht geschehen, so sind auch die Charterflüge aus Mitteleuropa heute alle ohne Probleme bei uns gelandet, denn wenn auch nur dunkel, weil lange her, erinnern wir uns doch daran, dass Winde aus Westen am Flughafen für Scherwinde sorgen können und das kann Probleme beim Landen geben. - Morgen im Laufe des Tages normalisiert sich dann das Wetter bereits wieder, das Tief versucht dann Teile Marokkos nass zu machen und dabei wünsche ich mehr Erfolg als das, was man hier erledigt hat.

Gestern berichtete ich Ihnen ja, dass hoher Besuch auf der Insel war, Fernando Clavijo von der Coalición Canaria war da, aber eben nicht nur um in El Paso das Rennen "Reventón Trail" zu besuchen, sondern um in Los Llanos den Wahlkampf zu eröffnen und die Spitzenkandidaten vorzustellen. - Das nannte man früher immer "Garbanzada", weil es üblich war auf solchen Veranstaltungen gegrilltes Schweinefleisch und Kichererbseneintopf zu servieren, galt und gilt doch die Coalición Canaria immer noch als die Truppe mit Gutsherrenart, ich gebe dir zu Essen, dafür wählst du mich. - Ich glaube zwar nicht, dass das immer noch funktioniert, auf der anderen Seite überraschen mich meine Mitmenschen auf diesem Planeten immer noch täglich, was man mir auch als Naivität unterstellen könnte. - Also, Fernando Clavijo ist Spitzenkandidat der Coalición Canaria für das Gobierno de Canarias, und da man dort im höchsten kanarischen Haus eigentlich immer einen Pakt schnürt, welcher der CC die Präsidentschaft sichert, kann man auch davon ausgehen, dass Fernando Clavijo den jetzigen Präsidenten Paulino Rivero beerben wird. - Markiges Auftreten ist auch Sache der selbst ernannten Nationalisten der Coalición Canaria, aber erschrecken Sie jetzt nicht, das sind keine Nationalisten nach deutschen Verständnis, sondern eigentlich relativ harmlose Regionalisten, welche halt gern von der Nation der Kanarischen Insel reden, weil man damit glaubt, besser Bauern fangen zu können. - Manchmal schreibe ich extra so, dass ein automatischer Übersetzer nur noch kompletten Müll ausspucken kann, allerdings gelingt es mir nicht wirklich immer, mich in Google hinein zu versetzen… - Fernando Clavijo beschäftigt sich nicht so wirklich intensiv mit La Palma bislang, oder hat den Fehler begangen, den viele Politiker machen, nur den eigenen Leuten beim Honig um den Mund schmieren, zuzuhören. - Bei seiner Rede in Los Llanos hat er nämlich La Palma als Beispiel dafür genommen was passiert, wenn die Coalición Canaria nicht am Ruder ist, und meint damit natürlich, das alles schlechter geworden sei. - Aber das sieht man hier deutlich anders und man fühlt das auch, seit dem im Cabildo Insular der Pakt der Rebellen von Partido Popular und den Sozialisten am Ruder ist, tut sich einiges, und nicht nur Parteigänger dieser beiden Gruppen sind sogar der Auffassung, das jetzige Cabildo Insular de La Palma hat in den anderthalb Jahren mehr geschafft, als die Coalición Canaria in den letzten fast 20 Jahren, als diese am Drücker waren. - Fernando Clavijo hat diesen Satz wohl nicht wirklich mit den heimischen Vertretern seiner Partei abgesprochen, die sicher nicht sehr glücklich waren über diese Formulierung, denn dieser Satz ist natürlich allerbeste Vorlage für jede Menge Häme und Polemik, welche auch in der Presse und in den sozialen Netzwerken kaum auf sich hat warten lassen. - Das ging also nach hinten los und vielleicht sollte man sich das einfach mal merken, für ganz lokale Politik keine Regionalfürsten einladen, wer in Gedanken an die Nation der Kanarischen Inseln segelt, der weiß halt nicht wirklich, wie der Alltag hier auf dem kleinen Inselchen aussieht.

Und eine weitere politische Personalie ist an die Öffentlichkeit gelangt, wir wissen jetzt, wer den "Contra-Rebellen" Chema de Vargas von den selbst ernannten Sozialisten in Los Llanos als Spitzenkandidat ersetzen soll. - Alicia Vanoostende heißt die äußerst sympathische Frau, welche als komplette Überraschung kalt serviert wird, und die man auf der politischen Bühne überhaupt noch nicht gesehen hat. - Sie arbeitet als Leiterin der inseleigenen Verwertungsstelle für landwirtschaftliche Produkte, der "Central Hortofrutícula" nahe des Inselkrankenhauses und ist Tochter eines ausländischen Gastronomenpärchens, welches vor bereits fast 40 Jahren feinste Restauration in Los Llanos eingeführt hat. - Da hat die PSC/PSOE aber mal ein ganz frisches Gesicht aus dem Hut gezaubert, es gibt noch überhaupt kein Interview mit der Frau, und man wird abwarten müssen, wie sich diese neue und wirklich überraschende Personalie in die lokale Ortsgruppe in Los Llanos eingliedern kann. - Wir wollen neue Köpfe in der Politik heißt es doch, also bitte, in Los Llanos bieten die Sozialisten Alicia Vanoostende und in El Paso Conchita Ramírez, und nur eine Sache ist sicher, in Los Llanos wird eine Frau die kommende Bürgermeisterin sein, da alle drei Parteien von dem Gewicht, diesen Posten belegen zu können, eine Frau ins Rennen schicken. - Zu hoffen wäre es allerdings auch wieder, dass alle drei Gemeinde im Aridanetal erneut von Frauen regiert werden, so wie das im Moment auch wieder ist.

Ganz frisch kommt noch rein, den ersten Preis des Architekturwettbewerbs um das Projekt für ein Thermalbad an der Fuente Santa hat das Architekturbüro Federico Soriano aus Madrid gewonnen. - "Piedra de Fuego" also Stein aus Feuer heißt deren Projekt und das sieht ein im Fels fast komlpett verstecktes Thermalbad vor, welches einen minimalen Einfluss auf die umgebende Landschaft erwirkt. - Sicher sehen wir in den kommenden Tagen Pläne und Zeichnungen dieses, und hoffentlich auch der anderen Projekten, welche man eingereicht hat.




Das wissen jetzt aber auch wieder nur "Insider", wo das ist...





Montag 13.04.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 12 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 45 % - Luftdruck 1017 hPa

Gastbeitrag von Rainer Olzem und Timm Reisinger

La Palmas Flankensturz und der Tsunami
Die Szenarien von Ward & Day und von McGuire und die Vorgeschichte, Teil 1 von 2


Der amerikanische Geophysiker Steven N. Ward von der University Santa Cruz in Kalifornien und der englische Geologe Simon Day vom Benfield Hazard Research Centre in London haben 2001 einen viel beachteten Artikel über einen bevorstehenden Zusammenbruch der Westflanke der Cumbre Vieja verfasst: Cumbre Vieja Volcano - Potential collapse and tsunami at La Palma, Canary Islands. Hier eine Übersetzung ihrer Zusammenfassung:

"Geologische Befunde weisen darauf hin, dass eine zukünftige Eruption des Cumbre Vieja-Vulkans auf La Palma eine Erdrutsch-Katastrophe an der Westflanke der Insel auslösen könnte, wobei 150 bis 500 km³ Gestein ins Meer stürzen würden. Mit einer geologisch plausiblen Einschätzung des Erdrutsches haben wir eine Modellierung vorgenommen, mit dem Ergebnis, dass durch diesen Kollaps der Inselflanke Tsunamis entstehen werden. Legt man diese Erdrutschmassen von 150 bzw. 500 km³ zugrunde, die mit einer Geschwindigkeit von 100 m/s ins Meer stürzen, so können Wellen entstehen, die das gesamte atlantische Ozeanbecken überqueren und an den amerikanischen Ostküsten Höhen von 10 bis 25 m erreichen."



Das Spaltensystem auf der Cumbre Vieja während der San-Juan Eruption 1949: nach Carracedo 2008 (links), historisches Foto von Bonelli Rubio während der Eruption (rechts)

Die Vorgeschichte: Am 24. Juni 1949 brach auf der Cumbre Vieja nach vielen vorangegangenen Erdbeben, die bereits seit Februar des Jahres auftraten, der Vulkan Duraznero aus, dem am 08. Juli die Spalteneruption des Llano del Banco-Vulkans und am 12. Juli die Explosion des Hoyo Negro folgten. Diese zeitlich versetzte vulkanische Aktivität an drei unterschiedlichen Ausbruchstellen auf der Cumbre Vieja zwischen dem 24. Juni und 30. Juli 1949 ist als San Juan-Eruption in die geologische Geschichte der Insel eingegangen. Gleichzeitig riss auf der Cumbre ein 3 km langes Spaltensystem auf, das vom Duraznero über das Hoyo Negro bis zum Llano del Banco reichte und Spaltenbreiten zwischen 1 und 4 m aufwies.

52 Jahre später inspirierte dieses Spaltensystem die beiden Geowissenschaftler Ward & Day zu ihrer spektakulären Einsturzhypothese. Sie gingen als worst-case-Szenario von einem Gesteinsblock von 25 km Länge aus - das ist der gesamte Südwestteil von La Palma von der Cumbrecita bis nach Fuencaliente -, von 15 km Breite - das ist die gemittelte Breite der gesamten Südhälfte La Palmas - und von 1.400 m Höhe. Das Gesteinsmaterial - immerhin mehr als 500 km³ - aus der durch den Flankensturz entstehenden 375 km² großen Abbruchfläche stürzt die steilen Gleithänge hinab und wird 60 km weit in den Atlantik verfrachtet, bis es den Meeresboden in 4.000 m Tiefe erreicht.

Der Felssturz verursacht innerhalb von 2 Minuten eine 900 m hohe Wassersäule, in 50 km Entfernung von der Küste beträgt die Wellenhöhe noch 500 m. Nach 10 Minuten kommt die Rutschung zum Stillstand, während die Breite des Tsunamis auf 250 km angewachsen ist und mehrere 100 m hohe Wellen die Küsten der westlichen Kanarischen Inseln Tenerife, La Gomera und El Hierro zerstören. In den folgenden 15 bis 60 Minuten bewegen sich die Wellen ostwärts auf die übrigen Inseln zu, während 50 bis 100 m hohe Wellen auf die Westküste des afrikanischen Festlands treffen.



Ankunftszeiten und Wellenhöhen des La Palma-Tsunamis nach Ward & Day (csegrecorder.com)

In Richtung Westen wandern die Wellen in einer 500 km breiten Front über den Atlantik und zerstören mit bis zu 25 m Höhe nord-, mittel- und südamerikanische Küsten und weite Inlandsbereiche, was einen Schaden von mehreren Milliarden Dollar verursacht. Auch die spanischen und englischen Küsten werden von 5 bis 7 m hohen Wellen überrollt.

Teil 2 folgt morgen

Dieser Text ist ein Ausschnitt aus dem Buch "Geologischer Wanderführer La Palma" von Rainer Olzem und Timm Reisinger und gehört nach meiner Auffassung längst auch zum Handgepäck einer Vorbereitung für eine Reise nach La Palma. - Auch für geologische Laien verständlich erklärt, bereiten die Wandertouren auf der Insel noch viel mehr Spaß, man kann die vielen Dinge, denen man mit Staunen auf den Touren begegnet, dann nicht nur beim Namen nennen, sondern weiß auch noch warum das so ist. - Nicht als Ersatz für den Rother Wanderführer, immer noch das Meisterwerk für La Palma auf Schusters Rappen, aber als ideale Ergänzung für Menschen, welche zwischen Ausgangspunkt und Belohnungsbier der Wanderung die Augen auf der Vulkaninsel La Palma offen halten. - Auf La Palma gibt es dieses Buch bei Sorpresa in El Paso zu kaufen, manchmal auch nur als Vorbestellung, oder man geht auf das Bestellformular in der Webseite Rainer Olzem und Timm Reisinger zum Buch.





Sonntag 12.04.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 44 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 18,2 Grad - niedrigste Temperatur 13,9 Grad

Dakota Jones und der Tempel des lauten Klangs
Wunderbarer Zirkus in El Paso mit Abstrichen in der B-Note

Für´s Wetter kann El Paso nichts, da gibt es keine Abzüge. - So wie die Tage vorher auch, bis in den frühen Nachmittag noch Sonnenschein, dann zog es zu, aber das war für die Läufer des Reventón Trail natürlich kein Nachteil, nur so für die gesamte Stimmung. - Aber die war dennoch prächtig, ein Sonntag als Volksfest im Ort, das kennt man ja nun schon aus den letzten Jahren, beim Reventón Trail feiert man sich selbst auch mit, und natürlich die vielen Läufer, welche sich dieses schwere Rennen den steilen Pass hinauf antun. - Es sind eigentlich sogar 2 Tage Volksfest, allerdings ist der Samstag eher noch den Läufern selbst vorbehalten, die bekommen dann die Startnummern, man bespricht das Prozedere, aber der Sonntag, der gehört dann auch dem Volk, das macht doch ein Volksfest erst aus. - Dier ersten Läufer kommen bereits kurz nach 10:00 Uhr in Ziel, man läuft ja in drei Kategorien, das Sprint-Rennen, den Klassiker, und dann einen echten Marathon, und diese Läufer kommen dann als letzte ins Ziel. - Ich weiß auch nicht so genau, ob ich alt werde, oder die Musik immer lauter, aber das scheint bei allen "Sportevents" inzwischen Pflicht zu sein, gab es früher in den Diskotheken Redeverbot, weil es einfach sinnlos war zu versuchen ein Gespräch zu führen, so ist das heute auch bei solchen Veranstaltungen so, und dann auch immer Musik, welche selbst mich alte Wade dann noch zum Laufen bringt, aber eben einfach nur weg. - Vielleicht ist das auch einfach schon so, dass der Typ da am Regler durch seine Jahre an der akustischen Kakofoniefront einfach bereits einen Hörschaden davongetragen hat, dass er die Musik einfach so laut aufdrehen muss, damit er noch was hört. - Oder er will damit das Publikum auch aus anderen Gemeinden, oder gar von den anderen Inseln locken, meine Töchter auf Gran Canaria haben zumindest berichtet, sie hätten irgendein Brummen in der Ferne ausgemacht… Unterbrochen wird die Musik dann immer von den Ansagen der "Speaker", die dann Stimmung machen mit so stringent ganzheitlichen Aussagen wie: Hier geht es ab, oder das ist ja toll, was ich übrigens für Sie zur einfacheren Handhabung bereits übersetzt habe.

Diese Sprecher sorgten dann auch für den Abzug in der B-Note, nicht, weil die genau so laut sind, wie der Krach, den manche Musik nennen, sondern weil denen der absolute internationale Star und klare Favorit, nicht nur für den Reventón Trail, sondern auch für die Transvulcania durchgerutscht ist, und Dakota Jones im Ziel erst einmal unerkannt einen Schluck nehmen konnte. - Man musste dann diese "Speaker" darauf hinweisen, dass "er" bereits im Ziel ist, da hat in der Informationskette irgendwas nicht funktioniert, vielleicht hat da einer schlecht gehört, oder nicht so gebrüllt, dass er auch verstanden wurde… - Dakota Jones nimmt das locker, der ist Profi und absoluter Champion, und der kennt unsere Insel ja auch schon, hat der doch den Ultramarathon Transvulcania bereits schon einmal gewonnen. - Natürlich siegte er in der Kategorie Marathon, in 4 Stunden 34 Minuten, über zehn Minuten später kam der nächste Teilnehmer des Marathon ins Ziel, und wir dürfen klar davon ausgehen, dass Dakota Jones auch wieder der Favorit für die Transvulcania im Mai dieses Jahres ist. - Die Mehrzahl der anderen Läufer sind keine Profis, sondern Helden, wobei auch immer mehr Clubathleten kommen, die organisiert von semiprofessionellen Vereinen antreten. - Die Helden kommen aus dem Ort, von der Insel, da ist der Briefträger genau so wie der Polizist, die Nachbarin und was deutlich aufgefallen ist, die Politprominenz. - Kein Wunder, Ende Mai sind Kommunalwahlen in ganz Spanien, und die knackigen Leute wie Raúl Camacho, unser Tourismusrat, oder Noelia García, Bürgermeisterkandidatin für Los Llanos, die sind mitgelaufen und haben El Paso wohl wegen des Krachs auch gefunden, und viele andere Politiker, die haben sich sehen lassen, seien sie nun inseleigener Triebhaftigkeit, oder gar Kandidaten für das Gobierno de Canarias. - Fernando Clavijo war nämlich auch da, Spitzenkandidat der Coalición Canaria, um der kommende Oberkanare zu werden, und wir zweifeln da auch gar nicht daran, weil die CC immer mit jedem koaliert, um bloß an der Macht zu bleiben. - Bunt, laut, schrill, und einer ist ihnen durchgerutscht, ansonsten war das großes Theater auf einer kleinen, aber wunderschönen Bühne, und ich freue mich schon auf die Ausgabe 2016, die Ohrenstöpsel habe ich bereits geordert. - Die Resultate der einzelnen Rennen können Sie HIER nachschlagen.




Die ersten Läufer kamen bereits kurz nach 10:00 Uhr ins Ziel. - Drei Uhren, weil ja in drei Kategorien gestartet wurde




Bis die Socken qualmen, andere bekommen für "Produktplazierungen" Geld...




Der "Rote Teppich" ist hier Grün, denn Grün ist auch die Wappenfarbe der Stadt El Paso. - Ich erinnere mich noch an die erste Ausgabe des Reventón Trail, da war so viel Wind, dass der Teppich immer weggeflogen ist. - Man bat dann die Zuschauer, sich auf die Ränder des Teppichs zu stellen, das hat dann funktioniert




Nicht nur die Sieger erhalten eine Medaille, jeder der ins Ziel kommt, der bekommt eine solche Erinnerung umgehängt




Der smarte Lockenkopf mit dem blauen Hemd, das ist Dakota Jones aus den Vereinigten Staaten von Amerika, der absolute Champion in diesem Rennen und Mitfavorit für die kommende Transvulcania




Politprominenz, zweiter von links Fernando Clavijo, wohl zukünftiger Presidente del Gobierno de Canarias, ohne Steigbügel, aber mit Halter...




Und unser "Roter Baron" Anselmo Pestana, im karierten Hemd, Inselpräsident, blickt ein bisschen missgelaunt in die Zukunft, ich kann mir auch vorstellen, warum





Sonntag 12.04.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 39 % - Luftdruck 1017 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Ya la gata cagó en el gofio
Die Katze hat doch schon ins Gofio geschissen. - Lass uns Schluss machen, hat doch keinen Sinn mehr, ist doch eh schon alles im Eimer. - Sehr bildhaftes Beispiel um zu sagen, jeder Schritt weiter macht keinen Sinn mehr.




Bild von Kai Stockrahm





Samstag 11.04.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 41 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 19,8 Grad - niedrigste Temperatur 13,5 Grad

Durcheinander
Was eben so anliegt

Heute Morgen wunderbares Wetter, der Wind hat den Himmel leergefegt, jetzt hat sich wieder eine Wolkenschicht über das Tal gelegt, welche einen ein bisschen frösteln lässt. - Für Montag und Dienstag kann es dann sogar zu Niederschlägen bei uns kommen, ein kleines, nicht eindrucksvolles, aber dennoch vorhandenes Tiefdruckgebiet schafft es wohl bis zu uns hinab und möchte gerne an der Wasserschuld arbeiten, welche das fast völlige Ausbleiben von Tiefs in diesem Jahr bislang hinterlassen hat. - Da ist nicht viel Wasser drin, der Wind soll dann wieder aus Nordwesten zu uns kommen, also Regen dort oben im Nordwesten und vielleicht auch bei uns im Aridanetal. - Wir nehmen inzwischen alles an Regen was wir nur kriegen können, es war in der Tat viel zu trocken diesen Winter. - Im weiteren Verlauf der Woche dann wieder Rückkehr zur Normalsituation mit Wind aus Nordosten und Hochdruck.

In Los Llanos haben die Sozialisten immer noch keinen Kandidaten für die Spitzenposition ihrer Liste gefunden, man sucht noch verzweifelt. - Nachdem José María de Vargas aus Ärger über die Nichtberücksichtigung seiner Wunschkandidatin für das Parlament nicht erneut kandidiert, muss man dringend eine neue Nummer Eins in der größten Stadt der Insel finden. - Das wird allerdings nicht ganz leicht, denn die Gruppierung in Los Llanos war mit den meisten anderen Ortsverbänden deutlich zerstritten, und auch mit den Räten aus dem Cabildo Insular. - Es wird aber wichtig sein, zwar war die Präsenz der Sozialisten war in Los Llanos nie besonders hoch, aber man hat dort eben die Möglichkeit, das Zünglein an der Waage zu sein. - Die Coalición Canaria kann sich inzwischen schon um die Nummer Zwei kümmern, nachdem klar war, dass Susa Armas, eigentlich nur Übergangsfigur nach dem Rücktritt von Juan Ramón Martín, doch wieder die Rolle der Nummer Eins einnehmen wird. - Und man hat ihn gefunden, Pio Lorenzo, Freund und Nachbar, der wird dort die wichtige Stelle hinter Susa Armas ausfüllen und damit hat die CC in Los Llanos einen ganz enorm wichtigen Posten gut belegt. - Pio Lorenzo war bereits Direktor für neue Technologien und die letzten Jahre als Direktor für das kanarische Gesundheitssystem hier auf der Insel tätig gewesen. - Diese Position ist allerdings, dem Spardiktat geschuldet, ein Schleudersitz, so dass es wohl keine allzu große Überzeugungsarbeit brauchte, Pio für einen Posten in der Stadt Los Llanos zu bewegen. - Das würde dann aber auch bedeuten, dass die beiden ersten Ämter der Stadt, sollte die CC wieder ans Ruder kommen, in Los Llanos von Menschen aus El Paso geleitet werden, ein nicht wirklich entscheidender, aber doch prickelnder Punkt bei der Rivalität beider Orte.

Für Fuencaliente kommt es hammerhart, man wird dem großen Hotel Princess zwischen 300.000 und 400.000 Euro zurückbezahlen müssen, das sind Gelder, welche der Gerichtbarkeit nach zu viel als Grundsteuer an die Gemeinde bezahlt wurden. - Man hat sich darüber schon länger gestritten und hoffte seitens der Gemeinde immer noch auf eine gütliche Einigung, aber die Hotelgruppe vertraute da auf ihre Rechtsabteilung und hat damit genau auf den richtigen Amtsschimmel gesetzt. - Das Urteil ist nicht anfechtbar, und man hofft nun seitens der Gemeinde, diese Gelder nicht auf einmal zahlen zu müssen, sondern über die Jahre hin von der zu zahlenden Grundsteuer abziehen zu können. - Für eine Gemeinde mit gerade mal 1.750 Einwohner eine beachtliche Hypothek und man wird noch eine ganze Weile darüber diskutieren können darüber, was denn da schiefgegangen ist.

Die Zwerge tanzen am 9. Juli dieses Jahr und ganz viele Leute warten bereits darauf, auch die Eintrittskarten dafür erwerben zu können. - Nun kommt die Nachricht, dass man sich noch etwa einen Monat gedulden werden wird, vor Anfang Mai sind keine Karten im Vorverkauf erhältlich. - Was man allerdings schon weiß, die Eintrittspreise werden wohl etwa so wie im Jahr 2010 sein, also zwischen 15 und 30 Euro. - Auch wird man die Karten über das Internet kaufen können, was natürlich auch eine wunderbare Erleichterung für alle darstellt, welche sich nicht dauernd auf der Insel befinden. - Wir werden auf jeden Fall in dem Moment, wenn die Karten zu buchen sind, auch darauf hinweisen, dass die Freunde der tanzenden Zwerge zu ihren Eintrittskarten kommen können. - Die Bajada de la Virgen besteht allerdings nicht nur aus dem Zwergentanz, auch wenn man das manchmal nach den Berichterstattungen so verstehen will. - Es gibt eine ganze Menge an hochklassigen Darbietungen, für welche Künstler und Laiendarsteller jahrelang üben, um an dem oder den entscheidenden Tagen hervorragende Leistungen abrufen zu können. - Eine Übersicht über die meistgesuchten Veranstaltungen der Bajada können Sie HIER für Ihre bessere Planung finden.




Die Köstlichkeit der Jahreszeit. - Nisperos. - Japanische Wollmispeln, Eriobotrya japonica, Loquats. - Erst direkt vom Baum essen, wenn sie sich orange verfärben. - Die Früchte halten sich höchstens ein paar Tage lang





Samstag 11.04.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 41 % - Luftdruck 1020 hPa


Fulanito de tal dice hoy: Ya empiezan las misas de la luz
Und schon fangen die Lichtmessen an - Und schon geht es loooos. - Wenn man etwas schwieriges oder ätzendes erwartet, und genau so kommt es, oder schlimmer, dann meint man hier, und schon wird die Messe gelesen. - Ich hab´s doch gleich gesagt…




Bild von Kai Stockrahm





Freitag 10.04.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 39 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 19,1 Grad - niedrigste Temperatur 13,2 Grad

Düster
Es sind nur noch sieben

Jetzt kommt gerade mal die Sonne raus, der Rest des Tages war ziemlich düster und wenn man die Wettermeldungen aus Deutschland wahrnimmt, dann ist es in manchen Gebieten Mitteleuropas heute wärmer gewesen, als bei uns. - Das ist im Frühjahr nichts außergewöhnliches, denn wenn die Sonne von den Wolken am "Arbeiten" gehindert wird, dann bleibt es bei uns frisch. - Die Luftmassen, welche uns das Azorenhoch zufächeln, die stammen ja aus dem Nordatlantik und sind frisch und feucht, wenn wir es also bei Passat warm haben wollen, dann brauchen wir die Strahlungswärme der Sonne. - Und das bedeutet auch, dass wir Wind haben müssen, sonst kann die feuchte und kalte Luft nicht nach oben abziehen und wir bleiben unter unseren selbst produzierten Wolken. - Wir hatten das auch schon mal im Mai, da war es in Deutschland über 30 Grad warm und wir erreichten nicht mal die 20 Grad, da haben sich so manche Gäste gefragt, warum die denn über 3.000 Kilometer weit geflogen sind.

Uns ist aber auch aus einem anderen Grund dunkel und kühl, wir haben heute Acht einschläfern lassen müssen und sind heftig geknickt, dass wir dem kleinen Kater nicht mehr helfen konnten. - Katzenseuche sagt man wohl zu dem Virus und wir machen uns auch deutliche Vorwürfe, dass wir dieses drohende Unheil nicht rechtzeitig erkannt haben. - Wir haben wohl mitbekommen, dass Acht schlecht frisst und wieder dünner geworden ist, und wollten ihn auch schon wieder zu Ángel bringen, aber meine Versuch, das Tier in den Transportkäfig zu bekommen waren blutig bis fruchtlos. - Dann verschwand Acht, kam ganz selten, ganz kurz vorbei, aß nichts mehr und versteckte sich dann wieder. - Wir haben ihn dann lange gesucht, nicht gefunden und auch schon befürchtet, dass der Kater das nicht überlebt hat. - Heute Morgen dann findet Mops ihn, er war ganz nah, in einer Fensternische außen, wo man sich auf die Knie begeben muss, um da hinein zu sehen. - Mops saß davor und miaute laut, bis meine Frau der Spur nachging. - Da saß Acht, zitterte bereits am ganzen Körper und wehrte sich auch schon nicht mehr, als ich ihn aus der Fensternische zog um ihm zunächst eine Ladung Antibiotika zu spritzen, welche mir Ángel bereits mitgegeben hatte, damit ich Acht das verabreichen kann, falls er wieder auftaucht. - Er war aber bereits so geschwächt, dass wir ihn auch in die Kiste packen konnten und zum Tierarzt zu fahren und als Ángel dann die Box von oben aufmachte, denn wir bekamen ihn schon nicht mehr durch die Tür heraus, da wusste ich bereits durch den Augenaufschlag des Arztes, dass hier wohl nichts mehr zu machen ist. - Er versuchte mir das verständlich zu erklären, ich hörte Krankheitsnamen und Bilder, die ich nicht mehr hören will und selbst mit Tropf und vollpumpen mit Antibiotika wäre es wohl doch schon zu spät, denn er war bereits dehydriert. - Also erlösen, sprich Gift in den zitternden Körper und ich komme eigentlich aus der Landwirtschaft und ich weiß nicht, wann ich zum Weichei konvertiert bin, aber das war kein schöner Dienst, den wir erledigen mussten. - Acht wehrte sich nicht mehr, eine Beruhigungsspritze reichte, dann das Gift, und kurz darauf hörte er auf zu atmen. - Er liegt jetzt begraben unter der Aprikose, unter der er oft lag, die blüht gerade auch kräftig, ein wirrer Widerspruch, und warum gerade diese Katze, die eigentlich immer eher eine wilde Katze blieb, anders als die sieben Handaufzuchten, uns so ans Herz gewachsen war, das kann ich gar nicht wirklich erklären. - Er ließ sich niemals hochheben, oder gar auf den Schoß, streicheln war nach seinen Regeln in Ordnung, über den Kopf und den dann aufgestellten Schweif, und das auch gerne länger, aber eine Schoßkatze, wie die anderen das sind, das war er nie. - Und halt leider immer krank, ganz dünn, nur eine Zeit lang sah es mal so aus, als würde er zunehmen, aber das ging auch nicht lange gut. - Wir müssen jetzt die anderen Katzen aufmerksam beobachten, ob sie angesteckt wurden, und da gucken wir ganz genau hin, ob eine der Katzen plötzlich schlecht frisst, oder spürbar abnimmt. - Warum schreibe ich das? - Ich haben viele lustige Katzengeschichten geschrieben, auch über den scheuen Acht, und wie der sich versucht hat, "seine Familie" zurecht zu legen und vielleicht war das ein gutes Jahr für ihn. - Aber auch die düstere Seite gehört dazu, einer ist gegangen, sieben bleiben, und wir trauern, auch weil wir uns Vorwürfe machen, ob wir denn den richtigen Zeitpunkt versäumt haben. - Es ist die erste Katze, die wir verlieren, seit dem wir von Paul vor nunmehr über 10 Jahren dazu gedungen wurden, uns mit diesen wunderbaren Kreaturen nah zu beschäftigen.









Freitag 10.04.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 51 % - Luftdruck 1020 hPa

Gastbeitrag von SOS La Palma





Gesucht wird: Ein Mann! (Ha! sieht nach Männerquote aus! Ist auch so!) Wofür? Wir, (Annette, Christina, Sybille und Antje) die Junta Directiva von "SOS - Hilfe für die Palmeros" - meinen, Soziales muss nicht nur Frauensache sein. Männlicher Durchblick kann durchaus erfrischend sein.

Bisher war Jesper unser Vizepräsident. Er wird uns zwar weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen, nur sein Amt hat er leider niederlegen müssen. Der Verdienst der Familien- Brötchen hat für ihn verständlicherweise nun mal Vorrang.

"SOS La Palma" besteht seit April 2013. Wir haben inzwischen 32 Mitglieder. Seit September 2014 sind wir ein eingetragener Verein. Seit unserem Bestehen konnten wir mit etwa 25.000 € so manchen Suppentopf mit Hilfe unserer Mitglieder und auch vieler Nichtmitglieder füllen.

Also, wir suchen einen Mann, der das Amt des Vizepräsidenten übernimmt. Es sollte jemand sein, der zu dieser Insel und seinen Bewohnern eine gute Beziehung hat, jemand, der leidlich spanisch spricht, jemand, der ein bisschen Zeit seines Rentnerdaseins für einen guten Zweck übrig hat.

Wir treffen uns einmal im Monat. Unsere Sitzungen werden in Spanisch geführt, da unsere Präsidentin Annette Dänin ist und deutsch nur bruchstückhaft versteht. Einmal im Jahr müssen wir eine Asamblea General abhalten.

Vielleicht bringt unser neuer Vizepräsident samt frischem Wind auch neue Ideen und vielleicht ist die Bearbeitung unserer Website sein größtes Glück.......

Antje Gieser, secretaria SOS,
antje@soslapalma





Donnerstag 09.04.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 45 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 18,1 Grad - niedrigste Temperatur 12,7 Grad

Die Wanderinsel La Palma
Neue Wege und neue Herbergen

Wandern bis die Baumwollsocken qualmen. - Kein Problem auf unserer Insel, über 1.000 Kilometer Wanderwege gibt es hier, meist ziemlich anspruchsvoll, zumindest was die Höhenmeter anbelangt, denn Sie wissen ja, La Palma ist nicht nur eine der geilsten Inseln der Welt, sondern auch eine der stei… - Manchmal müssen auch ein paar Plattitüden her, und dann bekomme ich auch wieder einen Anruf meiner Töchter die dann sagen: Papa, so was schreibt man nicht. - Nicht in deinem Alter meinen sie damit, aber das würden die niemals sagen. - Die Pflege der Wanderwege ist Sache des Cabildo Insular, mit Ausnahme einiger lokaler Wanderwege und denen, welche die Reserva de la Biósfera hat anlegen lassen, die meist mit der Beschilderung: "Itinerario turístico" gekennzeichnet sind. - Nun lässt die Inselregierung weitere drei Wanderwege herrichten, welche zum Teil in früheren Jahren Wege und Pfade für die einheimische Bevölkerung waren, als man eben noch zu Fuß oder mit dem Maultier von Siedlung zu Siedlung musste und der Toyota Pickup oder der Santana Landrover noch ein ferner Traum waren. - Da wäre sogar noch sehr viel mehr möglich, denn ganz viele alte Wege könnte man noch wachküssen, allerdings sind viele dieser Pfade inzwischen auch von Privatgrundstücken belegt und Häusern, denn später nahm man meist keine Rücksicht mehr darauf, dass irgendwelche Wege da mal langeführt haben. - Da muss man auch ein bisschen abwägen, und nicht jeder "Königsweg" der mal begehbar war, ist auch touristisch wirklich interessant. - Zwei der "neuen, alten" Wege liegen in der Gemeinde von Los Llanos, der eine geht von Jedey nach Charco Verde und der andere von Las Manchas nach Puerto Naos. - Erster Weg ist auch heute in Teilstücken noch von Nachbarn genutzt, und diese Stücke will man eben jetzt wieder zusammenfügen, um daraus dann einen interessanten Weg zu machen. - Von Las Manchas nach Puerto Naos führt der andere Weg, und hier muss man ein paar Zugeständnisse an die Neuzeit machen, denn zunächst führt der Weg von der Tankstelle in San Nicolás auf Asphalt hinab über die Plaza La Glorieta und dann weiter über die nachbarschaftliche Wege bis hinab nach Puerto Naos. - Der dritte Weg nennt sich "Melchora" und liegt in der Gemeinde Breña Alta, wo es eine gleichnamige Quelle gibt. - Allerdings kann ich das nicht näher beschreiben, meine Ortskenntnis dort ist nicht so wirklich gegeben. - Für das Herrichten der drei Wege werden 87.000 Euro zur Verfügung gestellt, und auch hier dürfen wir uns erneut bei den Bürgern der Europäischen Union bedanken, denn über 80% dieser Gelder kommen aus den Regionalfonds und wir müssen so ehrlich sein zu sagen, ohne diese Gelder könnten wir das Herrichten dieser Wege wohl gar nicht finanzieren.

Auch neu sind drei Herbergen auf der Insel, die nach vielen Jahren endlich in Betrieb gegangen sind, nachdem man sich in der Inselregierung dazu entschlossen hatte, das in private Hände zu geben. - Ich denke mal, das ist auch richtig so, man tut sich seitens der Inselregierung schwer, solche Dinge zu betreiben, das beweist auch der, nun als rechtlich haltlose erwiesene Betrieb der "Refugios", also der Berghütten, welche die inseleigene Firma Sodepal verwaltet hat. - Bei den "Albergues" handelt es sich um ein anderes System, insgesamt hat man sechs davon, allerdings sind zunächst nur drei in Betrieb zu nehmen, bei drei weiteren fehlen noch notwendige Unterlagen. - Also eine Firma mit Sitz in Madrid hat das Rennen um den Betrieb der drei (Jugend)Herbergen gemacht, "Grupo Volcano Servicios Educativos S.L." und die haben nun auch eine Webseite, in der man diese drei Unterkünfte beschrieben findet, und eine Telefonnummer zur Reservierung. - Die Preise sind so, wie das wohl in den europäischen Jugendherbergen der Fall ist, um die 14 Euro in der Saison, wobei ich nicht gefunden habe, was denn bei denen Saison bedeutet. - Auch scheint eine Buchung über das Netz noch nicht möglich zu sein, aber man findet eine E-Mail-Adresse. - Es werden auch Frühstück und sogar bis Vollpension angeboten, also eine runde Geschichte. - Die Herbergen liegen in der Gemeinde Puntallana, Tijarafe (El Jesús) und Garafía, genauer gesagt in El Tablado. - Die Herbergen haben zwischen 26 und 50 Betten, in Mehrbettzimmern, und man muss sich auch dort nicht verpflegen lassen, sondern man findet dort auch Kochmöglichkeiten vor. - Eine, wie ich meine, sinnvolle Ergänzung der Übernachtungsmöglichkeiten, das mit den Mehrbettzimmern wäre nicht wirklich meine Angelegenheit, aber das kann ja jeder selbst nach seinen Wünschen planen und buchen.






Donnerstag 09.04.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 44 % - Luftdruck 1019 hPa

Gastbeiträge vom Kulturbeauftragten und Antje Gieser

Klein aber fein

Die touristische Entwicklung hat sie praktisch überrollt, die alte Saline von Cancajos. Umgeben von Hotelbauten und in Vergessenheit geraten, dämmerte sie seit Anfang des 20. Jahrhundert als Ruine vor sich hin.
Auf Canarias gibt es vier Typen von Salinen: Die primitive aus Felsen, eine alte aus Lehm, die aus Kalkmörtel und die neue aus Lehm mit Steinen verkleidet. Aus Kalkmörtel sind die älteste Saline der Kanaren von El Hierro, gebaut 1680 und unsere von Los Cancajos, 1725 errichtet auf Land der Familie Fierro. Beide liegen an einer Felsküste. Windmühlen aus Holz sorgten dafür, dass das Meerwasser in eine Reihe von Becken gelangte. Und wenn der Wind einmal nicht wehte, übernahm ein Schöpfrad das von einem aus Lanzarote oder Fuerteventura importierten Kamel angetrieben wurde, die Wasserzufuhr. Jährlich wurden 60 Tonnen Salz produziert.
Nun hat das Ayuntamiento von Brena Baja die halbzerfallene Casa de Salinero wieder zum Leben erweckt. Ein Schmuckstückchen ist daraus geworden - klein aber fein! Wunderbar geeignet als Kulturzentrum der besonderen Art. Auf Initiative und unter der Organisation des Künstlers Seca Herrera fand am Mittwoch das zweite Konzert des "Ciclo de cámara Salinas" statt. Am Freitag, 10. April. 20.30 Uhr wird es nocheinmal wiederholt.
Ein Trio von Professoren der Musikschule La Palma - Margarita Galván Díaz, Klavier; Raúl Bermudéz Cárdenas, Violine und César Carlos Cabrera Vargas, Klarinette sorgt mit "Confluencias" für einen unterhaltsamen Abend. Antje Gieser







Nauswärts

Ich weiß nicht, ob dieser Begriff auch nördlich des Weißwurstäquators, also etwa der Mainlinie, gebräuchlich ist. In süddeutschen Gefilden bedeutet "nauswärts" so viel wie: abnehmend, aufhörend, dem Ende entgegen strebend. Aus der Sicht eines im Individualtourismus Tätigen geht es nun im April in eben diese Richtung. Das ist schön so, fühlt sich gar nicht schlecht an und überdeckt gnädig die Tatsache, dass dann eben jetzt Zeit ist für Renovierungen, Um- und Anbauten, Gartenpflege etc. pp. Und in nicht allzu ferner Zukunft drohen dann schon wieder ungezählte Fiestas samt hinabwärts zu tragenden Jungfrauen. Von Ruhe also doch keine Spur. Der Kammermusikzyklus von ACAPO biegt nun auch in die Zielgerade, und wie beim Autorennen geht der Fuß dabei eher aufs als vom Gaspedal.

Isabel Rey, eine der ganz großen europäischen Sopranistinnen, gibt sich erstmals auf La Palma die Ehre. Vor über zwanzig Jahren erlebte sie in Amsterdam ihren Durchbruch, mehr als zwei Jahrzehnte war sie Primadonna am Opernhaus von Zürich. Regelmäßige Auftritte bei den Salzburger Festspielen, auf allen großen Bühnen der Welt, ein enormes Repertoire an Liedern machen sie zu einer der erfolgreichsten Sängerinnen unserer Zeit. Mehr Details können Interessierte ihrer Homepage entnehmen.

Ihr Klavierbegleiter, der Canario Nauzet Mederos, ist ebenfalls kein unbeschriebenes Blatt, mit Isabel Rey arbeitet er schon seit vielen Jahren zusammen.

Ich hänge das Programmheft unten an.

Spielort ist das Teatro Circo de Marte in Santa Cruz de La Palma, am Freitag, 10. April um 20.30 Uhr wird der Liederabend der Extraklasse beginnen. Karten gibt es an der Abendkasse. Zum nächsten Konzert der Reihe erwarten wir am 02. Mai das Quantum Ensemble.

Mit musikalischen Grüßen

Ödi Jonitz, MdS
(Kulturbeauftragter)










Mittwoch 08.04.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 41 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 20,4 Grad - niedrigste Temperatur 13,6 Grad

Ja wo laufen sie denn?
Revent ón und Transvulcania

Samstag und Sonntag ist in El Paso Volksfest. - Nicht, weil wieder irgend ein Heiliger um die Fahnenstange herumgetragen wird, oder ein Politiker eine Telefonzelle einweiht, sondern am Sonntag wird wieder gerannt. - Manchmal hat es den Anschein, wir wären alle auf der Flucht hier, denn Laufen ist fast zur Konkurrenz zur Katholischen Kirche geworden, denn auf den vielen Querfeldeinläufen, welche hier auf der Insel zelebriert werden, sind mitunter sogar mehr Teilnehmer, als auf mancher Prozession. - Nein, das war nicht immer so, früher, als alles anders war, und nur manches besser, da war die sportliche Betätigung durch schnelles und kontrolliertes voreinander werfen der Beine, nicht wirklich eine breite Angelegenheit. - Es gab immer Läufer hier, die durch den Wald und die Berge hochgepest sind, aber das war ein kleiner, elitärer Haufen, welcher von dem absoluten Großteil der Bevölkerung eher belächelt wurde, weil es doch eigentlich Quatsch ist, sich extra anzustrengen, das macht man doch auf der Arbeit schon. - Dieses Bild hat sich völlig gewandelt, Sport ist "in", besonders der Laufsport hier auf La Palma und als man dann Querfeldeinläufe auch noch "Trails" nannte, da war es um die Leute hier geschehen. - Dann kam auch noch dieser Wahnsinnslauf "Transvulcania", über alle Vulkane der Insel 73 Kilometer von Fuencaliente über den höchsten Berg der Insel nach Los Llanos, und seit dem ist diese Insel verrückt nach Laufen. - Und eben nicht auf der Aschenbahn, sondern durch den Wald, die Berge rauf und runter und wer nicht mit diesem Fieber infiziert ist, der braucht solche Ausreden wie Klumpfuß oder Herzfehler. - Mehrere tausend Läufer gehen jedes Jahr dieses Rennen an, viele übernehmen sich komplett, andere basteln sich daraus ihren "Jakobsweg" und natürlich ist auch das Training dazu "der Weg" und die paar Sportklamottenläden auf der Insel, welche vor ein paar Jahren fast ausschließlich an mitteleuropäische Wandervögel die übliche Wolfshaut-Uniform verkauft haben, die boomen inzwischen und staffieren Endemiten aus, mit feinstem Zwirn der Läufer-Branche.

Rund um dieses internationale Spektakel Transvulcania, welches dieses Jahr am 9. Mai stattfindet, haben sich auf der Insel viele lokale Rennen etabliert, man könnte ketzerischerweise von Epigonentrails sprechen. - Da werden "Full-Moon-Trails" organisiert, ein anderer heißt "Cabra-Trail", oder Mazucator oder Teneguía-Trail, und immer finden diese Läufe, die meist die Halbmarathon- und Marathonstrecken bedienen, großen Anklang. - Berühmt geworden dabei ist auch der "Reventón Trail" der wie der Name schon sagt, auch diesen wahnsinnigen Anstieg von El Paso den Reventón-Pass hoch geht, und dann über das Refugio El Pilar und Nambroque zurück nach El Paso führt. - Auch die zeitliche Nähe dieses Laufes zur Transvulcania hat dazu geführt, dass der "Reventón Trail" inzwischen auch international wahrgenommen wird und für viele auch der letzte große Test vor dem Ultramarathon der Transvulcania ist. - El Paso hat sich dabei auch nicht lumpen lassen und man organisiert rund um diese Läufe eben inzwischen so etwas wie Volksfeste, auch weil eben nicht nur Mutti und der Onkel zugucken kommen, sondern sich viele Leute für diese Art von sportlich unterlegtem Rummel interessieren. - So hat man auch dem "Reventón Trail" in El Paso noch den Samstag dazu geschenkt, an dem Tag finden Rahmenveranstaltungen, Seminare und die Läufer-Messe statt, ohne eine solche "Messe" wagt sich heute auch kein "halbstarker" Veranstalter mehr auf die Bühne. - Am Sonntag dann drei Rennen für die Elite, den "Sprint" über 15 Kilometer, und das Sprint zu nennen den Reventón hoch, das finde ich schon ein bisschen makaber, aber ich habe Ihnen doch bereits berichtet von der Lauflust der Leute hier auf La Palma inzwischen. - Dann gibt es noch den "Klassiker", über 28 Kilometer und dann, was neu ist aber gefordert wurde, auch eine echten Marathon. - Darüber hinaus gibt es auch noch Läufe für die Kleinen, das "Kids-Race". - Das geht auch schon früh los, zwischen 07:00 und 09:00 werden die ganzen Läufe gestartet und ab 11:00 Uhr erwartet man auch bereits die ersten Läufer im Ziel, und das liegt natürlich mitten im Ort El Paso. - Ich kann allerbeste Stimmung versprechen, die Läufer, die Begleiter, aber auch das ganze Drumherum prickelt, und auch wenn man nicht läuft, ist man irgendwie mitten drin und dabei. - Also am Sonntag, oder auch schon am Samstag ist El Paso angesagt, mal ohne Folklore, Heiligenfiguren und Kichererbsensuppe. - Man muss es gesehen haben und erlebt, El Paso kann auch anders als heilig.







Das "Ón-Logo" des Reventón Trail hat ein findiger Handwerker aufgegriffen und Schlüsselanhänger daraus gemacht. - Einzigartig und exklusiv, zu erwerben im "Mini-Marktet" gegenüber der Tasca Barbanera, gleich unterhalb des Gesundheitszentrum in El Paso





Mittwoch 08.04.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 48 % - Luftdruck 1016 hPa

Gastbeitrag von Rose Marie Dähncke

Stadtamtmann im Dienst
1980

Nicht weit von unserem Haus entfernt, nur durch die Straße und ein Feld getrennt, war im Barranco, der Schlucht im Lavagestein, Müll abgeworfen und angezündet worden. Gegen Abend sahen wir hohe Flammen sich gegen den trockenen Baumbestand am Rande des Barranco ausbreiten, und wir konnten uns ausmalen, welche Aufregung ein so naher Waldbrand uns bringen würde. Mit zunehmender Dunkelheit schienen die nun haushohen Flammen noch gefährlicher, und um 22 Uhr fuhr Sabine nach San Pedro, um dem Stadtamtmann Mitteilung zu machen und eventuell Hilfe in Marsch zu setzen. Zufällig kannte sie seine Wohnung und suchte ihn zu dieser vorgerückten Stunde dort, aber seine Frau sagte: "Hier ist er nicht, er hat Dienst". Sabine wollte sich zum Rathaus auf den Weg machen, aber seine Frau hielt sie zurück: "Da sitzt er jetzt nicht, er ist ja im Dienst". Schließlich klärte sich auf, dass er, wenn er Nachtdienst habe, in einer der fünf Bars des Ortes anzutreffen sei. Es zeigte sich wieder einmal, dass man mit der letzten hätte beginnen sollen, denn dort fand sie ihn. Getrieben von Aufregung und Angst um unser schönes Haus hatte sie mutig in allen Bars nach ihm gefragt. Als Frau sollte man nicht diese Lokale betreten, wo nur Männer Domino spielen, trinken und schwatzen. Es schickt sich nicht für Frauen.

Sie trug ihm kurz und hastig unser Anliegen vor, konnte ihn aber nicht aus der Ruhe bringen. "Es ist ja nicht geklärt, ob das Feuer nicht zur Nachbargemeinde gehört" stellte er zunächst fest, denn die Straße sei die eigentliche Grenze. Sabine bangte jedoch zu sehr um unser Haus und bedrängte ihn weiter, was zu tun sei, wenn das Feuer auf uns zukäme, und vor allem, was er dagegen unternehmen wolle.

Gefasst hörte er sich alles an, wunderte sich vielleicht auch über diese komischen Ausländer, raffte sich dann aber doch verhältnismässig schnell - was völlig unpalmerisch ist, man muss doch erst einmal alles richtig überdenken - zu einer eindeutigen und klaren Antwort auf: "Was wollen Sie da machen, und was soll ich dabei tun! Denken Sie denn, wir hätten eine Feuerwehr?!"

Seitdem lässt uns jedes Feuer in der Umgebung kalt. Vielleicht gehört es uns ja gar nicht.







Dienstag 07.04.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 32 % - Luftdruck 1014 hPa
Höchsttemperatur heute 20,2 Grad - niedrigste Temperatur 13,8 Grad

Gemischtwaren und ein bisschen Politik
PMC, Partido Masoquista Canario

Mich haben die vier Millimeter Regen ganz früh heute überrascht. - Gut, die waren sogar angedeutet auf den Vorhersagen, aber wer glaubt denn noch nach dem Winter an Regen im Aridanetal, wenn die Möglichkeit nur vage angedacht ist. - Es hat gereicht um die Gewächshäuser im Tal vom Afrikastaub zu reinigen, und das Unkraut zu gießen, aber wirklich genutzt für Landwirtschaft und Landschaft haben diese vier Millimeter nicht, und die Statistik retten die auch nicht mehr. - Aber es war ein Hinweis, es kann regnen, selbst im Aridanetal, und vielleicht bekommen wir ja noch mal eine Husche diesen Winter, aber in den kommenden Tagen sieht es nicht danach aus, im Gegenteil, es wird wärmer werden.

Die Personenstandsregister auf der Insel sollen zusammengefasst werden. - "Registro Civil" nennen sich diese Einrichtungen, die man auch als Standesämter bezeichnen könnte, allerdings sind die Aufgaben nicht komplett gleich, so muss man nicht "vor" dem Registro Civil heiraten zum Beispiel, sondern kann das auch im Rathaus beim Bürgermeister machen, aber man muss dann die Ehe beim "Registro Civil" eintragen lassen. - Bislang gibt es 14 Personenstandsregister auf der Insel, jede Gemeinde hat eines, und das wird in den Städten, in denen es ein Gericht gibt dort geführt, und in den Städten oder Gemeinden ohne eine solch Einrichtung im Amt des Friedenrichters. - Auf nationaler Ebene hatte man vor einer Weile bereits beschlossen, eine Reform dieses Registers anzulegen und das würde hier für La Palma bedeuten, dass dreizehn der vierzehn Personenstandsregister schließen würden, und nur noch eines in der Hauptstadt bestehen bliebe. - Das bemängelt nun die Kandidatin der Coalición Canaria für das Bürgermeisteramt in Santa Cruz, denn mit einem solchen Schritt würde man fast 80% der Bevölkerung den Zugang zu diesen Daten erschweren. - Darüber hinaus soll das privatisiert werden, damit sind dann sicherlich andere Dienstzeiten und auch Gebühren fällig, und das solle man sich nicht gefallen lassen. - Sicher hat Guadalupe Taño damit Recht, dass diese Änderung einen Nachteil für die allermeisten Menschen dieser Inseln mit sich bringt, weil wieder ein, bislang dezentraler Dienst nun zentralisiert und privatisiert wird. - Auf der anderen Seite gibt es wohl auch Aussagen, welche diese Zentralisierung wünschen, denn viele Register sind nicht wirklich professionell geführt und hier könnte man durchaus hoffen, bei nur einem Register, dann auch professionelle Arbeit zu erwarten.

Eigentlich glaubten wir ja, die Partei PSC/PSOE kann sich hier auf der Insel gar nicht mehr tiefer in den Sumpf reiten, nachdem man sich nun fast vier Jahre Grabenkriege geliefert hat, setzt jetzt noch der Chef der Sozialisten aus Los Llanos einen drauf. - Chema de Vargas, eigentlich Schuldirektor von Beruf und eine höchst intelligente wie streitbare Figur des palmerischen Sozialismus, tritt nun doch nicht erneut für die Spitzenposition seiner Partei an. - Das hatte vor Wochen noch ganz anders geklungen, aber nun hat man sich gestritten, um die Listenplätze für die Wahl ins kanarischen Parlament, und weil hier sein Wunschkandidat, Amparo Martín wieder von der Liste gestrichen wurde, dafür aber Victoria Hernández plötzlich die Nummer zwei war, will sich nun Chema de Vargas nicht mehr vor den "Karren PSC/PSOE" spannen lassen. - Dabei gehört er ja eigentlich zu den linientreuen "Contras", welche immer die Entscheidungen der Parteiführung auf Ebene des Gobierno de Canarias unterstützt hatten und nicht zum großen Kreis der "Rebeldes" die sich mit Koalitionen mit der Partido Popular bis an den Rand der Neugründung einer eigenen Partei gegangen sind. - Jetzt schmeißen also auch noch die linientreuen Parteisoldaten hin, und das alles wegen der Wunschliste, wer denn ins Parlament einzieht. - Vergessen dabei hat man komplett, dass es eigentlich doch nicht um die Partei gehen sollte, sondern um die Insel, und die Kandidaten, die es schließlich geworden sind, nämlich der längst verbrauchte Manolo Marcos und was nun wirklich niemand verstehen kann, Victoria Hernández, welche sicherlich eine meisterliche Chronistin Los Llanos´ und auch der Insel sein kann, aber politisch nicht annähernd so viel Kraft besitzt, wie es eine Dolores Padilla aus El Paso, oder auch Amparo Martín aus Los Llanos sie haben. - Nicht nur die Rebellen, sondern jetzt meutern auch noch die "Contras" gegen die Entscheidungen der Partei, und über dem steht ein immer schwächer werdender Anselmo Pestana als Spitzenkandidat für das Cabildo Insular, welcher sind aufreibt in den Versuchen, es allen Strömungen Recht zu machen. - Profitieren hiervon kann nur die Partido Popular, manche rechnen sogar damit, dass die Spitzenkandidatin für das Rathaus von Los Llanos, Noelia García, welche bereits Bürgermeisterin war, in einem Pakt mit Chema de Vargas, bis dieser die Seite wechselte und mit der Coalición Canaria paktierte, nun Chancen hätte, die Partido Popular als meistgewählte Partei in Los Llanos zu etablieren. - Verkehrte Welt hier auf La Palma, die Linken freuen sich darüber, dass die Partido Popular triumphieren kann, auch weil eine Partei sich hier selbst zugrunde richtet und darüber hinaus die Interessen dieser Insel weniger bewertet, als das eigene Überleben.




Loli Padilla, Bürgermeisterin aus El Paso und José María (Chema) de Vargas in besseren Zeiten, nämlich auf einer Wahlkampfveranstaltung im Jahr 2011. - Die Blumen sind verwelkt, die Lächeln verschwunden. - Als Sozialist auf La Palma bleibt einem die Nostalgie...





Dienstag 07.04.2015 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 4 mm - Luftfeuchte 78 % - Luftdruck 1014 hPa


Fulanito de tal dice hoy: Ya el perro descarriló la perra
Und schon hat der Hund die Hündin zum Entgleisen gebracht - Diesen Spruch habe ich noch nie gehört, konnte auch, außer in dem Buch, welches mir als Vorlage dient, keinen weiteren Gebrauch dieses Spruches finden. - Laut dem Buch gebraucht man diesen Spruch, wenn jemand eine längst offensichtliche Tatsache als Überraschung nennt.




Playa de la Veta


Bild von Kai Stockrahm





Montag 06.04.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 19 % - Luftdruck 1014 hPa
Höchsttemperatur heute 19,8 Grad - niedrigste Temperatur 14,8 Grad

Die guten Zahlen und die Fragezeichen
Arbeitslosigkeit sinkt so stark wie selten zuvor

Siebzehn Monate hintereinander nun sinkt die Zahl der Arbeitslosen in Spanien. - Das alleine ist eine gute Nachricht, und wenn man das einfach so stehen lassen würde, dann könnte man getrost Feierabend machen, auf die PP trinken, und alles ist in Ordnung. - Ist es aber dennoch nicht, denn trotz 17 Monate am Stück mit sinkender Zahl der Arbeitslosen sind in Spanien immer noch 4.451.939 Menschen auf der Suche nach Arbeit. - Rauf geht es schneller als runter, was meist im Leben nicht so hinkommt, bei der Zahl der Arbeitslosen stimmt das wohl, nur die Richtung macht uns dabei glücklich und auch der Faktor, dass die Geschwindigkeit, mit der die Zahl abnimmt, leicht ansteigt. - Da möchte ich vorausschicken, ich richte mich nicht an dem Vergleich der Zahl der Arbeitslosen zum Vormonat, wie das hier oft gemacht wird, sondern für mich gilt einzig der saisonbereinigte Vergleich, also zum gleichen Monat des Vorjahres. - Lagen die Abnahmen im vergangenen Jahr noch in den Jahresvergleichen zwischen 4 und 6% weniger, so waren es in den ersten beiden Monaten dieses Jahr über 6 und nun im März sogar 7,17%. - So stark hat die Zahl der Arbeitslosen seit ganz vielen Jahren nicht mehr abgenommen und der wirklich erfreuliche Vergleicht sieht so aus: Waren im März 2013 noch 5.035.243 Menschen ohne Arbeit, so sind es im März 2015 zwar immer noch 4.451.939, aber eben auch 583.850 weniger. Mindestens so wichtig aber ist, dass die Zahl der abgeschlossenen unbefristeten Arbeitsverträge sogar um deutlich über 20% zugenommen hat. - Dabei muss man aber auch immer wieder bemerken, dass die allerhöchste Zahl der abgeschlossenen Verträge befristet sind, waren es im März 2015 immerhin 75.160 unbefristete Arbeitsverträge mehr, als noch im gleichen Monat 2014 so sind es dennoch 394.604 befristete Arbeitsverträge. - Diese Verhältnis ist noch in keiner Weise gefällig, aber man kann an den Zahlen spüren, dass die Arbeitgeber deutlich mehr Vertrauen in die Zukunft gewonnen haben, denn wenn wir diese Zahlen mit dem März 2014 zum März 2013 vergleichen, dann wird das Bild des vorsichtigen Optimismus rund. - Vom März 2013 bis März 2014 stieg die Zahl der unbefristeten Arbeitsverträge um 19.390 (6,68%) und von März 2014 bis März 2015 um 75.160 (24,27%) an. Das ist schon deutlicher, als vielleicht nur die Zahl der Arbeitslosen zu melden und auch das Verhältnis von unbefristeten zu befristeten Arbeitsverträgen hat sich positiv verändert.

Man glaubt also wieder an sich, oder möchte das zumindest und sicher freut das natürlich auch die arbeitnehmerfreundliche Partido Popular in der Regierung, denn für die ist das überlebenswichtig, ob man denn die Arbeitslosigkeit in den Griff bekommt. - Bis November hat die PP ja noch Zeit, da weiter an den Zahlen zu werkeln, wobei ja wohl eher andere Faktoren ausschlaggebend sind, dass im Moment auch Spanien von wirtschaftlicher Seite her zu den Musterländern gehört. - Da ist auf der einen Seite der notorisch nicht einsetzen wollene arabische Frühling, welcher mit perfider Dreistigkeit dafür sorgt, dass Spanien ein Rekordjahr nach dem anderen im Tourismus erfährt. - Dann der schwache Euro, der macht sich eben besonders in den letzten beiden Monaten bemerkbar, und auch der immer noch niedrige Ölpreis kurbelt die Entwicklung dieses Landes deutlich an. - So darf ich immer wieder die Frage stellen, ob denn diese langsame, aber positive Entwicklung hier in Spanien der weisen und übersichtlichen Regierung anzuheften ist, oder einfach den Wirren und Gegenströmungen im globalen Spiel der wirtschaftlichen Interessen. - Gut, da war und ist auch viel Disziplin dabei, für manche sogar unverständlich viel Disziplin, denn so still und ruhig, wie man hier in Spanien das drastische Sparmodell durchzieht, das ist schon bemerkenswert. - Dabei wird uns die Geschichte als Beispielmodell für Griechenland aber sofort unbequem, denn man kann und darf die Situation beider Länder nicht vergleichen, wer so etwas dennoch macht, handelt von Populismus getrieben, von welchem Blickwinkel auch immer gesteuert. - Es bleibt dabei, es sind immer noch ein paar Millionen Arbeitslose zu viel in Spanien, noch spendet der Weg den Trost, nicht das Ziel, aber auch muss man sehen, jeder Arbeitslose weniger ist auch ein Argument weniger, eine der sich nun zahlreich anbietenden Alternativparteien zu wählen. - Aber es wäre äußerst wichtig für Spanien, eine robuste und spürbare Opposition zu bekommen, denn PP wie PSOE haben sich als politische Kasten schon sehr in unangreifbarer Gefälligkeit gesuhlt. - Allerdings komme ich jetzt auch nicht auf den Trichter, mich nicht über die vorzeigbaren Tendenzen zu freuen, Arbeitslosigkeit und soziale Nöte sind nicht parteispezifisch, das zumindest hat uns doch die europäische Auslegung von parteiabhängiger Demokratie in den letzten Jahrzehnten beigebracht. - Die Zahlen stammen wie immer von der "SEPE" dem Servicio Público de Empleo Estatal und wer die nachfolgenden Grafiken eingehender studieren will, der kann das auf gut 70 Steiten als PDF hier machen.




Die X-Achse ist leider nicht Null, sondern 4 Millionen. Ich nehme mal an, man wird diese etwas trügerische Achse auch nicht vor den Nationalwahlen im November dieses Jahres durch eine wahrhaftigere Achse ersetzen...




Das sind positive Zahlen, wenn auch noch nicht ausreichend.




Indefinido = unbefristet, temporal = befristet




Und hier der Vergleich der Entwicklung bei den Arbeitsverträgen ein Jahr zuvor





Montag 06.04.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1015 hPa

Gastbeitrag von Ines Dietrich

Winter ade

Endlich ist er überstanden der kälteste und trockenste Winter seit 1998. Obwohl, hier im Nordosten der Insel war es auch sehr feucht. Nur richtig geregnet hat es sehr wenig. Die Wolken hingen fest, es nieselte, kein einziger Barranco hat Wasser geführt - doch kalt war es. Wochenlang 9o C am frühen Morgen, das ist selbst für Barlovento nicht normal. Zum ersten Mal begann ich meine Freundin, die an der Südwestküste wohnt, zu beneiden. Dort war es nie unter 18 Grad...

Auf der Suche nach einem Winterquartier hat sich bei uns im letzten Herbst trotz Mückenschutzgitter ein Baby-Gecko eingeschlichen. Die erste Zeit saß er immer hinter der Gardine am Fenster. Mit dem Sinken der Temperatur hat er sich aber ganz pfiffig einen neuen Lieblingsplatz gesucht. Jeden Abend, wenn er glaubte, ich hätte Feierabend kletterte er auf den Router auf meinem Schreibtisch. Dort hat er dann sein kleines Bäuchlein ganz fest auf den warmen Deckel gepresst und sah erleuchtet von den grün blinkenden Lichtern richtig glücklich aus.

Ich, als Tierfreundin, war natürlich besorgt, dass der arme Kerl verhungert. Bei der Kälte gab es ja nicht mal Fliegen. Da habe ich angefangen, ihm ein Betthupferl - für ihn wohl er das Frühstück - zwischen Tischlampe, Router und Telefon zu servieren. Schon mundgerecht zerteilt gab es Avokado, Guaven, Cherimoyas - der Hit war Papaya.

Und dann ganz plötzlich, über Nacht ist der Frühling gekommen. Etwas verspätet, zum Beginn der Sommerzeit, sprangen mich beim morgendlichen Öffnen der Haustür die 20 Grad förmlich an.

Auf mein Bürofenster strahlt nun die Spätnachmittagssonne mit 30 Grad. Mein "Bichi" (sprich Bitschi) hat sich inzwischen gehäutet und ist ein ganzes Stück gewachsen. Gestern Abend, als ich nach Sonnenuntergang das Schnapprollo hochzog, kam es mir merkwürdig schief vor. Binnen zwei Sekunden schoss mir "Bichi" durch den Kopf. Als ich vorsichtig nachschaute, hörte ich ein ärgerliches Grummeln. Vorsichtig rollte ich das Rollo wieder herunter und mit ihm den Gecko wieder aus.

Mir scheint es naht der Moment des Abschiednehmens. Wenn nun auch die Nächte mild bleiben, werde ich meinem vierbeinigen Kumpel in die Freiheit verhelfen. Schließlich soll er oder sie einen Partner finden und schmatzend viele dicke Motten verzehren.

Wer mehr über die netten Geckos und die Isla Bonita erfahren möchte, kann dazu in meinem Buch "Geheimnisse der Insel La Palma" nachlesen.

Ines Dietrich, Autorin des Buchs: Geheimnisse der Insel La Palma. Ein Reiseführer durch 12 Monate.

Google+ Ines Dietrich / ineslapalma@gmx.net
















Sonntag 05.04.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 28 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 19,3 Grad - niedrigste Temperatur 15,3 Grad

Wenn Hasen Eier legen
Und andere Nebensächlichkeiten

Wir Deutsche gelten hier als höchst seriöse Menschen, mit Bildung und Umgangsformen, manchmal ein bisschen poltering im Umgang mit den knorrigen Zeigefinger, wenn wir wieder mal der Welt zeigen müssen, wie das eigentlich richtig geht, aber zu Ostern bröckelt das mit der Seriosität dann doch gewaltig. - Hasen legen keine Eier, und schon gar keine aus Schokolade, das weiß doch jedes Kind, aber diese Deutschen, denen kann man ja auch Grundstücke ohne Wasser und Strom verkaufen, wenn die an den Osterhasen glauben… Jeder hat so seine kleinen Auszeiten, das erste Mal, dass wir keinen heißen Ostereiersuchsturm bei uns auf der Terrasse veranstalten, beide Mädels sind ja bereits wieder auf Gran Canaria, und meine Frau und ich verstecken uns, wenn dann gegenseitig voreinander, aber doch nicht mehr unsere Eier… Dafür haben wir einen schönen Spaziergang unternommen, extra früh, hinab nach Puerto de Tazacorte ging es, den Küstenstreifen lang, auf den Hafenmolen, wir waren fast alleine unterwegs, an Feiertagen wacht die Insel spät auf und hier muss ja auch niemand Eier verstecken. - Es sind auch bereits weniger Gäste unterwegs, und die Besucher von den anderen Kanareninseln nimmt man ja nicht wirklich wahr, die mischen sich, so zu sagen, unters Volk. - Auffallen tun allerdings die meisten Festlandsspanier, nicht alle, aber schnell kommt man zu der Erklärung, warum man sich hier oft herabgesetzt fühlt und nachlässig behandelt von dem, was wir "Peninsula" nennen, also das spanische Mutterland, denn meist, aber niemals immer, treten die Festlandsspanier schon mit deutlich spürbarem Selbstbewusstsein hier auf, was man als sensibler Empfänger schnell als arrogant oder überheblich einstufen kann. - Dazu braucht man eben die Antenne des Insulaners, die habe ich mir im Bayrischen Wald wachsen lassen, als die Busladungen "Preissn" mit jeder Menge Halbwissen aber deftiger Überheblichkeit täglich den Nationalpark gestürmt haben. - Wir besuchen unsere Kolonien, das kann überall stattfinden, dazu braucht man diese nicht einmal.

Das Wetter ist gemischt, es kommen immer wieder Wolken herein ins Tal, und der Wind rüffelt dann schnell die fehlende Jacke, aber zwischendurch in den Momenten des Sonnenscheins reißt man sich dieses Textil dann unter den ersten Schweißausbrüchen gleich wieder vom Wanst. - Es geht noch ein bisschen gemischt weiter, allerdings eher mit der Tendenz zum wärmeren Wetter, und jeden Tag, den der Frühling nun hinter sich legt sieht man stärker, dass wir hier im Tal deutlich in der Wasserschuld stecken. - Es riecht bereits wieder nach Stroh, weniger nach Gras, und das Anfang April und wir kramen in unseren Erinnerungen, als es noch im April oder gar im Mai wirksame Niederschläge hier gegeben hat. - Wir lassen kramen, in den Statistiken, aus dem eigenen Haus, April 2010 45 Millimeter und April 2011 sogar 70 Millimeter, es besteht also noch Hoffnung, aber die Großwetterlage scheint das nicht wirklich herzugeben. - Die Tiefs wandern alle viel zu weit nördlich an unseren Inseln vorbei und das nordatlantische Hoch ist fast den gesamten Winter auch als Wächter dagewesen, und hat die Regenwolken nach Europa geschoben. - Schön für den Tourismus, aber trockene Wiesen Anfang April, da müsste eigentlich dingend noch was kommen. - Die einzige Zeitung der Insel, welche noch auf Papier gedruckt wird, außer den Broschüren mit Informationen für Gäste, das ist "La Voz de la Palma". - Eine frische Zeitung, vor den Zeiten der transparenten Netz-Medien die einzige oppositionelle Kraft bei den Medien überhaupt, die ist immer noch da. - Das alleine ist eigentlich schon einen Meldung wert, dass sich so etwas noch hält. - Die haben nun Umfragen veröffentlicht, ja, zur Politik und dabei eben zu den Wahlen Ende Mai, und da genauer gesagt für das Cabildo Insular de La Palma. - Es wird nicht wirklich erklärt, wie die Umfragen getätigt sind, ob repräsentativ, oder eher vor der Haustür, aber die zeigen dort eine interessante Entwicklung auf. - Noch bevor die Kandidaten für die Spitzenplätze genannt waren, lag die CC deutlich vorne, vor der PSC/PSOE, dann etwa gleichauf die Partido Popular und dann bereits Podemos und IU. - Jetzt sind alle Kandidaten auf dem Papier und hier gibt es nun schon auffällige Verschiebungen, denn nun sind plötzlich alle drei "Dickschiffe" ziemlich gleich auf. - PSC bleibt gleich, PP nimmt zu, da María de Haro, jetzt Senatorin schon als gute Wahl gehandelt wird, und die CC nimmt ab, weil das alte politische Schlachtross José Luis Perestelo wieder ins Rennen geschickt wird und man dem nicht zutraut, viele Wähler zu begeistern. - Allerdings möchte ich warnen, wer Perestelo unterschätzt, der hat bereits verloren. - Ganz interessant allerdings ist es bei den kleinen, und zum Teil neue Gruppierungen. - Dort traute man Podemos den Einzug von bis zu zwei Räten zu, noch bevor der Spitzenkandidat klar war, die neue Umfrage sieht diese Gruppierung nun draußen, und ohne Vertretung im Cabildo Insular. - Dabei kennt man hier auf der Insel eigentlich beide angetretenen Spitzenkandidaten nur, wenn man dieser Gruppe sehr nahe steht, ein bisschen verwunderlich ist also diese Änderung wohl - Der Nueva Canarias, (sich selbst links von der CC sehende Regionalisten) traut man 1 bis 2 Räte zu, der Izquierda Unida die gleiche Anzahl, und der UPyD (die hundertste Gruppierung, welche die Mitte für sich beansprucht), könnte einen Ratsposten ergattern. - Es sieht also nicht so aus, als könnten die kleinen, oder neuen Gruppierungen das Gruppenbild mit einer Dame, María de Haro irgendwie ins Wackeln bringen, im Cabildo werden wieder die von immer die Fäden und Koalitionen schmieden, zumindest nach den Umfragen der Voz de La Palma.






Sonntag 05.04.2015 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 35 % - Luftdruck 1016 hPa


Fulanito de tal dice hoy: Y si no al tiempo
Und wenn nicht, dann mit der Zeit - Schwierig das wörtlich zu übersetzen, wenn es nicht komplett hohl klingen soll. - Wenn etwas auf den ersten Blick keinen Sinn ergibt, oder keinen Erfolg hat, dann weist man mit diesem Spruch darauf hin, dass man keinen schnellen Erfolg sucht, sondern langfristig plant und die Zukunft einem Recht geben wird.




Playa de la Veta Bild von Kai Stockrahm





Samstag 04.04.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 19 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 21,4 Grad - niedrigste Temperatur 14,6 Grad

Der Hauptstadt neue Kleider
Tieferlegen

Die Autos ab in den Keller, und oben drüber ein paar Bäume gepflanzt, schon hat sich die Hauptstadt neue Kleider angezogen. - Vielleicht sollten wir das auch mit unserem Müll machen, einfach einbuddeln den ganzen Mist, denn immer, wenn ich an unseren Müllcontainern vorbeifahre befürchte ich, dass man die Geschichte mit der Mülltrennung und dabei besonders den Biomüll aus dem Hausmüll heraus zu halten, vielleicht eher als langfristiges Modell ansehen muss, vielleicht so langfristig, dass wir keinen Generationsvertrag damit machen sollten, vielleicht aber eine Generationswette. - Ist aber nicht unser heutiges Thema, bin eben nur an Sammelcontainern vorbeigekommen… - Die Hauptstadt erfindet sich andauernd neu, allerdings verkauft man uns da eher neue Äußerlichkeiten als neue Strukturen, darum vielleicht auch wieder die Nähe zum Thema Müll, bis sich bei uns wirklich was tut, muss noch ganz viel Wasser den Barranco de las Angustias herunterlaufen. - Aber immerhin, man zieht sich zumindest neue Kleider an, das kann auch nicht jede Gemeinde der Insel von sich behaupten, und mit dem Stadtstrand hat man ja sowieso einen großen Schritt gemacht und eine Infrastruktur in die Hand bekommen, welcher nun noch Sinn und Nutzen eingehaucht werden muss. - Meine Kritik bleibt da bestehen, so lange die Avenida Marítima, die meistbefahrene Straße der Stadt bleibt, ist der Name Stadtstrand eigentlich eine Lüge, meinetwegen eine Notlüge, denn diese Straße trennt den Strand komplett von der Stadt, wir haben also einen Strand und eine Stadt und mal sehen, wie die beiden zueinanderkommen und ob die sich befruchten können. - Die Autos dort müssten weg, der Verkehr von "hinten" über die Umgehungsstraße in die Stadt geleitet werden und vielleicht kann dabei ja auch das neue Projekt hilfreich sein, welches sich mit dem Platz vor der Hafeneinfahrt beschäftigt, dort wo jetzt der Parkplatz ist, und einem Teil des jetzigen Hafens. - Dort soll eine große Plaza entstehen, eben mit Bepflanzung, die Tankstelle soll weg, auf beiden Seiten, ein Hotel dort hin, und die ewige Lösung bleibt auch wieder, eine Tiefgarage für die Autos, und die Zahl der Parkplätze soll sich auf 380 belaufen. - Nicht gerade die Menge, welche man eigentlich bräuchte, aber es gibt ja auch noch das Parkhaus in der Stadt, welches weiter nach Auslastung ruft und natürlich auch von der Umgehungsstraße aus zu erreichen ist. - Sicher ist das ein besserer Anblick für die Stadt, eine Parkanlage anstatt eines Parkplatz mit bunten Blechschachteln darauf, und natürlich sind die Autos, der ruhende Verkehr genau so wie der aktive das Hauptproblem um die Stadt für die Menschen und die Besucher erlebbarer zu machen.

Der Weg ist sicherlich richtig, Autos tieferlegen, aus dem Auge bringen, aber warum nicht noch konsequenter, denn die Avenida Marítima dient nur zwei Gründen, einmal der Durchfahrt durch die Stadt in den Norden, dafür wäre eigentlich die Umgehungsstraße vorgesehen, und für die Fahrt in die Stadt, um dort das mobile Instrument unserer Zeit irgendwie los zu werden. - Da wird so einiges gebastelt in Santa Cruz, auch die Idee mit dem Aufzug hinauf neben der Post in die so wenig besuchte "Oberstadt", der Strand sowieso, und nun soll auch noch Grün hin, wo bislang Blech ist, man kann eigentlich nur gratulieren. - Aber der wirklich große Schritt, an den wagt man sich noch nicht heran, die Front der Stadt hin zum Atlantik autofrei zu machen, und auch das neue Projekt beinhaltet weiterhin den Durchgangsverkehr, es bleibt also Stückwerk. - Dabei könnte man sich doch hervorragend vorstellen, zumindest ab der südlichen Zufahrt, welche denn allermeisten Zustrom hat, dort die Autos anzuhalten, und man steigt in kleine Wägelchen um, welche einen zum Strand bringen, in die Innenstadt und wieder zurück. - Und die Anwohner und Lieferanten, die können über die Zufahrten der Umgehungsstraße kommen, oder eben, wie bei ganz vielen Beispielen auf dieser Welt, morgens diese Wege befahren und beliefern, und dann ab Mittag gehört die Stadt den Menschen und nicht deren Autos. - Aber es bleibt dabei, Santa Cruz de La Palma hat sich die letzten 15 Jahre immer besser herausgeputzt, wird immer attraktiver, und vielleicht geben viele kleine Stückwerke ja auch irgendwann einen großen Wurf her und oft ist es ja sowieso das Beste, solche Dinge wachsen, und geben den Menschen die Zeit, sich an den andauernden und auch notwendigen Wandel zu gewöhnen.




Dort wo die grünen Punkte sind, dort soll die Plaza mit viel Grün entstehen





Samstag 04.04.2015 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 42 % - Luftdruck 1017 hPa

Gastbeitrag von Claudia Gehrke, Konkursbuchverlag

Juan Manuel Castro
REISENDE VÖGEL


Für Vögel habe ich mich schon als Kind interessiert, für Vögel, die kommen und gehen und fortfliegen, das war faszinierend. Nachdem ich viele Jahre lang Pflanzen und Pilze fotografiert hatte, fotografierte ich Vögel. Das war wie eine Wiederentdeckung aus der Kindheit!
Um sie zu fotografieren, stelle ich meinen hide (Tarnzelt) auf, und dann brauche ich Geduld. Sie sehen einen nicht, ich schau durchs Guckloch, habe den Fotoapparat in der Hand, und sie benehmen sich ganz normal, ohne Angst. Ich bin ihnen ganz nah.

Viele Vögel fotografierte ich auch in meinem Elternhaus hier in Santa Cruz, hinten im Garten. Dort ist immer ein hide aufgebaut, es gibt eine Tränke und eine Fütterungsstelle, und sie kommen zum Trinken runter und auch zum Baden. Kanarienvögel, Weidensperlinge. Die leben auch hier in den Städten, in den Wasserrinnen unter den Dächern. Dann kommen zwei wilde Papageien. Ein argentinischer Papagei. Auf Teneriffa und Gran Canaria gibt es sie öfter, auf La Palma gibt es nur zwei oder drei. Und gelegentlich kommen Amseln und Mönchsgrasmücken vorbei.
Eine Zeitlang beobachtete ich Zugvögel. Vögel auf Reisen. Einige überwintern. Wenn man sie sehen möchte, muss man zu den Wasserbecken gehen, zu den Bananentanks. Oder nach Dos Pinos - das ist dieses riesige Wasserbecken zwei Kilometer oberhalb von Los Llanos. Die meisten Zugvögel, die hier überwintern, sind Anfang Mai weg. Danach sind nur noch einige Durchzügler da. Sie bleiben ein paar Tage und ziehen weiter. Einige ziehen schon Ende März weg, andere im Laufe des April, sie reisen weiter nach Europa. Auch die Gegend von Los Tilos ist gut, um Vögel zu sehen, der Lorbeerwald. Eine wichtige Stelle für die Vögel liegt in der Nähe des Flughafens. Denn parallel zur Landebahn gibt es zwei tiefe Tümpel. Manchmal schwimmen darin auch Leute. Das ist eine richtige Raststätte für Zugvögel. Die Becken unterhalb vom Flughafen sind nach dem Umbau des Flughafens etwas eingeengt durch die große Infrastruktur. Wir dachten damals, dass die Zugvögel ausbleiben könnten, aber nein, die kommen immer noch regelmäßig. Der Kollege Robert Burton besucht und beobachtet die Stelle und seine Beobachtungen erscheinen in seinem Blog lapalmabirds.
Ein anderer wichtiger Platz für Zugvögel sind die Salinen bei Fuencaliente. Das ist übrigens deswegen Naturschutzgebiet, weil es eine wichtige Raststätte für Zugvögel ist. Für diejenigen, die überwintern, und für die Durchzügler. Vor allem Wattvögel überwintern. Der häufigste Überwinterer in La Palma ist der Steinwälzer. Er ist klein, sieht auf den ersten Blick aus wie eine Amsel, ist aber kompakter und etwas kürzer. Die Amsel hat 25 cm von Schnabel bis Schwanz, der Steinwälzer 23 cm, er ist dicker, wirkt plumper, hat kurze rötliche Beine, und er ist recht bunt im Brutkleid. Er wälzt Steine, gräbt Steine um und ernährt sich von dem, was er so findet. In dem Bereich, den ich hier beobachte, also von Santa Cruz bis zum Flughafen, gibt es mindestens 50 solche Vögel, die jedes Jahr wiederkommen. Die Individuen sind natürlich nicht so leicht zu erkennen. Allerdings habe ich bei einigen den Eindruck, nein, ich bin mir sogar fast sicher, dass es dieselben Individuen sind. In diesem Tümpel beim Flughafen beobachtete ich zum Beispiel jahrelang einen Kiebitz-Regenpfeifer. Ich weiß nicht warum er in Deutsch so heißt, in Spanisch heißt er Chorlito Gris, in Englisch Grey Plover. Der Steinwälzer heißt auf Spanisch übrigens Vuelve Piedras, das ist so kennzeichnend, so auffällig, dass er in jeder Sprache so heißt. Steinwälzer sind nicht scheu. Sie haben eine kurze Fluchtentfernung und lassen dich etwa bis drei Meter an sich heran. An die Mauer hier, wo die Angler sitzen, und immer mal etwas fallen lassen, kommen sie und picken das auf, direkt hier, in der Stadt, in Santa Cruz, und auch am Hafen. Sie rennen auf der Hafenmole hin und her. Das sind die Steinwälzer.
Zurück zum Kiebitz-Regenpfeifer. Nur sehr wenige überwintern hier. Sie verschwinden in der dritten Märzwoche und kommen zwischen dem 2. und 12. September wieder. Und eins dieser Individuen kommt immer wieder an dieselbe Stelle, mit einer erstaunlichen örtlichen und zeitlichen Präzision. Ich habe ihn jedes Jahr aufs Neue und über Monate hinweg beobachtet und fotografiert. Sein Aussehen ändert sich natürlich - durch die Mauser. Genauso eine Pfuhlschnepfe, auch sie verbringt den Winter immer an derselben Stelle. Andere Überwinterer sind verschiedene Reiher. Graureiher an den Wasserbecken und der weiße Seidenreiher. Der Kuhreiher ist seltener, es kommen nur einzelne Exemplare vorbei, und sie überwintern nicht. Sie sind Durchreisende. Einige sind aber mindestens sechs Wochen geblieben. Die besten Inseln, um Zugvögel zu beobachten, sind übrigens Lanzarote und Fuerteventura. Die Zugrouten verlaufen parallel zur afrikanischen Küste. La Palma und Hierro sind davon weit weg. Aber einige Vögel kommen trotzdem regelmäßig immer wieder nach La Palma, trotz des Umwegs. Andere kommen eher zufällig. Wir hatten hier sogar schon nordamerikanische Zugvögel. Irrläufer. Sie sind natürlich etwas seltener. Einmal waren einen ganzen Winter über, dreieinhalb Monate, zwei amerikanische Tauchenten hier, Männchen und Weibchen. Am Ende ihres Aufenthaltes hier sehen die Männchen anders aus - das Weibchen ändert sich kaum - denn sie mausern hier. Wenn sie Ende Oktober/Anfang November ankommen, sieht das Männchen fast aus wie das Weibchen. Später, in der Brutzeit trägt das Männchen sein Prachtkleid. In der zweiten Februarhälfte reisen sie ab. Auch viele Enten kamen hier bei uns vorbei, z.B. (in der Zeit, als dieser Text entstand, um 2005 herum) eine Pfeifente, 40 Krickenten, ein Jahr davor waren nur 20 Krickenten hier (La Palma hat sich offensichtlich herumgesprochen). 2005 kamen - vielleicht zum ersten Mal - nach La Laguna bei Barlovento zwei Löffelenten - und Brandenten (oder Brandgänse) - in Las Salinas. Brandenten sind hochbeinig wie eine Gans, bunt, also schwarz, weiß und braun. Ich teilte das unserer ornithologischen Gesellschaft mit, und einen Tag später hatten sie auch auf Gran Canaria einige gesichtet. Da sind wohl mehrere gleichzeitig zu den Kanaren gereist. Es war das erste Mal, dass ich diese Vögel hier gesehen habe. Auch einige Schwalben sind im Winter hier, über der Wasserfläche. Uferschwalben, eine Mehlschwalbe, eine Rauchschwalbe - als die Uferschwalben weg waren, waren dafür sechs Rauchschwalben da, alle bei La Laguna. Sie sind oft zusammen mit den Mauerseglern. Diese Mauersegler sind endemische Vögel, diese Art lebt also nur hier. Die meisten Menschen denken dann also: diese Schwalben sind Mauersegler (wenn sie nicht die Mauersegler für Schwalben halten). Die letzten Zugvögel verlassen die Insel um den 10. Mai. Sie brüten in Mittel- und Nordeuropa, viele in der skandinavischen und sibirischen Tundra.
Im Winter reisen sie überall hin, wo es wärmer ist, nach Indien, Südafrika, Australien und auf die Kanaren. Sie reisen nachts im Dunklen und tagsüber rasten sie.

Juan Manuel Castro war früher Reiseleiter und ist ein Kenner palmerischer Pflanzen- und Tierwelt. Im Moment fotografiert er Mollusken und Unterwasserlandschaften, einige seiner aktuellen schönen Fotos sind in dem Buch von Ines Dietrich, Geheimnisse der Insel La Palma, abgedruckt. Vor 30 Jahren hat er zusammen mit Simone Eigen und Wulf Göbel die zeitlosen Inselklassiker "La Palma - Die Canarische Insel" (ISBN 978-3-88769-022-9) herausgegeben, dieser Text über die Zugvögel erschien in: "Kanarisches Lesebuch - Canarias" (512 Seiten) mit vielen teils historischen Bildern über alle Kanarischen Inseln, aber La Palma kommt wegen Verlegerinnenvorliebe in besonders vielen Texten und Bildern vor, ISBN 978-3-88769-338-1)






Freitag 03.04.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 32 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 21,5 Grad - niedrigste Temperatur 15,2 Grad

45 Jahre Flughafen in Mazo
Manch´ Geburtstag bleibt ungefeiert

Es war reiner Zufall, dass ich darauf gestoßen bin, und Schuld daran hat Rüdiger Henze, welcher unter anderen darauf gekommen ist, meiner Bitte zu folgen, doch alte Bilder aus La Palma zu schicken. - Da sind zwei Bilder dabei vom Flughafen in Mazo, also dort, wo der heute auch steht, und zu sehen sind Fokker 27 (Friendship) der Iberia, welche in den siebziger Jahren dort den Flugverkehr mit den anderen Inseln aufgenommen haben. - Es war eben genau am 3. April 1970, als eine Fokker 27 der Iberia von Gran Canaria aus auf La Palma landete. - Vicente Ramos hieß der Flugkapitän, manchmal liebe ich das Internet, was man da so alles finden kann. - Ich selbst bin erst Anfang der achtziger Jahre zwischen den Inseln geflogen, ich kam 1978 noch mit dem Schiff nach La Palma (Ernesto Anastasio) damals mit der "IBinter", welche als regionaler Ableger der Iberia für Flüge zwischen den Kanarischen Inseln ausgelegt wurde. - Die flogen damals Boeing 727, DC-9 und eben die Fokker 27, der Iberia und Aviaco und erst ab dem Jahr 1988 entstand daraus dann die Binter-Canarias, die aber auch erst seit dem Jahr 2003 raus aus der Iberia-Gruppe ist. - Vor den modernen ATR 42 und 72 flogen für die "IBinter" und auch die Binter noch die CASA 235 ich weiß es nicht mehr, ob ich noch mit einer Fokker oder schon mit einer Casa 235 geflogen bin. Sicher weiß ich aber noch genau, dass ich den allerletzten Aviaco-Flug einer DC-9 von La Palma nach Tenerife mitgemacht habe, das hat man uns damals, ich glaube es war vor an die 25 Jahren, während des Fluges gesagt, und irgendwie waren wir froh, dann aus der Maschine zu kommen. - Auch kann ich mich hervorragend an das erste Terminal des neuen Flughafens erinnern, bei dem die Terrasse der Cafetería noch direkt neben der Stellplätze der Flugzeuge lag. - Damals war die Piste auch nur 1.700 Meter lang, erst 1980 wurde diese auf 2.350 Meter verlängert und auch bereits das erste Mal der Flughafen umgebaut, besser vergrößert, und dort, wo damals noch das Terminal war, hat man den Frachtbereich gemacht und daneben das "neue" Terminal gebaut mit dem uns fast allen bekannten hohen Holzdach und der Cafetería im ersten Stock.

Im Jahr 1987 kam dann der erste internationale Charter zu uns, die LTU 100 aus Düsseldorf, allerdings ging der erste Flug am 4. November 1987 noch daneben, man konnte nicht landen, weil die Insel sich mal wieder zickig zeigte und das Wetter eine Landung verbot. - Erst am kommenden Tag konnten die ersten 200 Urlauber, welche den direkten Weg nach La Palma gewählt haben, zu uns kommen, allerdings wurden die noch mit dem Schiff gebracht, da sich das Wetter auch am 5. November 1987 nicht wirklich gebessert hatte. - Der erste internationale Flug, welcher dann wirklich auf der Insel landete geschah dann am 11. November 1987 und auch wieder eine 757 der LTU aus Düsseldorf. - Für ganz lange Zeit war dann der Mittwoch der einzige Tag in der Woche, an dem Charterflüge bei uns landeten, wer damals im Tourismus tätig war, der erinnert sich noch an diese Mittwochsarbeit. - Das hatte den Vorteil, dass man die Belegung geschickt hinbekommen konnte, aber auch den Nachteil, dass sich die gesamte Wochenarbeit auf einen einzigen Tag konzentrierte. - Heute fliegt man fast jeden Tag nach La Palma, aber die Geschichte mit dem Wetter bleibt weiterhin ab und zu ein Problem, wobei man auch klar sagen muss, der Nordflughafen Tenerifes, Los Rodeos ist öfter geschlossen, als unser Flughafen, aber die weichen dann halt auf den Südflughafen Reina Sofía aus, wir haben aber nur den einen Flughafen, und unsere Gäste können dann, einen oder zwei Tage nicht auf die Insel, oder von ihr runter. - Wir hatten auch schon einen anderen Flughafen, der wurde im Jahr 1955 erbaut, in der Gemeinde Breña Alta, dort wo heute das Inselkrankenhaus und auch IKEA sind, aber dieser Flughafen war noch deutlich anfälliger für wetterbedingte Kapriolen, so dass man sehr bald daran ging, den neuen Flughafen dort am Meer in Mazo zu planen. - Und eben seit 45 Jahren nun dient uns dieser Flughafen zum Kommen und Gehen, das neue Terminal ist uns etwas verrutscht, so von der Größe her, aber das ist nun mal so, wenn andere, (in dem Fall die Leute der AENA aus Madrid) unsere Fußstapfen vorlegen, dann kann es gut passieren, dass wir diese nicht ganz ausfüllen können. - Die beiden nachfolgenden Bilder stammen von Rüdiger Henze aus dem April 1976 und damit möchte ich gleichzeitig auch andere La Palma-Fans animieren, mir ihre alten Bilder doch zukommen zu lassen, ich schreibe dann eine Geschichte dazu, oder Sie selbst, was Sie da erlebt haben, und dann haben wir alle was davon. - Ganz abgesehen davon, ich brauche weiter auch Ihre Mitarbeit bei den Gastbeiträgen, da wird Ihnen doch was einfallen...




2 Fokker 27 Friendship auf dem Flughafen von La Palma im Jahr 1976 von Rüdiger Henze







Spielende Kinder an den Tischen der Flughafencafetería





Und das bedeutet der Flughafen heute für uns, er bringt sie, und er nimmt sie, und immer sind sie in Bewegung...





Freitag 03.04.2015 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 60 % - Luftdruck 1017 hPa

Fulanito de tal dice hoy: ¡Y santas pasquas!
Und heilige Ostern! - Wenn man hilflos und ohne Argumente eine Diskussion beenden will, dann ruft man, und noch heilige Ostern aus und hofft damit das letzte Wort gehabt zu haben. - Früher sagte man auf Deutsch in ähnlichen Momenten: Nach der Revolution sehen wir uns wieder…




Bild von Kai Stockrahm





Donnerstag 02.04.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 29 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 22,7 Grad - niedrigste Temperatur 15,1 Grad

Die Heilige Woche
Hochleistungspilger und gerissene Drückeberger

Die "Semana Santa" ist das eigentlich große Fest der Katholischen Kirche. - Weihnachten stinkt dagegen ab, und das merkt man hier auch sehr deutlich. - Die Heilige Woche beginnt ja mit dem Palmsonntag und endet am kommenden Montag und während dieser ganzen Zeit wachsen manchen Leuten hier Hornhäute an den Knien. - Heute, am "Jueves Santo" ist eigentlich bereits Feiertag, so genau weiß keiner, wie offiziell das ist, aber die Hälfte der Geschäfte macht zu, die andere Hälfte hat offen und jedes Jahr erneut fragen sich die Inhaber der Läden, welche offen haben, warum denn die anderen Läden geschlossen sind. - Die meisten Lebensmittelläden und Supermärkte haben offen, aber ganz viele andere Branchen basteln sich, beginnend mit heute, einen Urlaub bis Montag. - Der Ostermontag ist hier wiederum kein Feiertag, das verwirrt manchmal ein bisschen, genau so wie es hier keinen zweiten Weihnachtsfeiertag gibt. - Morgen am Karfreitag ist man dann den ganzen Tag auf den Pilgerbeinen, zumindest diejenigen, welche sich öffentlich zur Kirche bekennen, und das sind wohl die allermeisten der Bürger, und nur wenige schaffen es, sich als komplette Atheisten zu outen und dennoch irgend einen lauten oder robusten Posten in leitender Stellung in der Gemeinde zu haben. - Karfreitag und von der Wahlen gehen selbst die Sozialisten in die Kirche, so heißt das immer, und auch, wenn Spanien ganz offiziell in der Verfassung den Laizismus verankert hat, Weihwasser schadet nachweislich nicht, wer sich daran verbrennt, muss wirklich komisch drauf sein. - Bei uns in El Paso gibt es auch, Gott, oder wem auch immer sei Dank, keine katholischen Bruderschaften, die sich diese komischen, "Ku-Klux-Klan-ähnlichen Gewänder mit diesen Angst einflößenden Mützen aufsetzen, sondern man trägt ordentliche Kleidung bis Anzug, und die Damenfriseure sind seit Tagen terminlich in Bedrängnis.

Morgen in der Früh, gleich nach fünf Uhr geht es los, der erste Gottesdienst und dann bereits um 06:00 Uhr die erste der drei Prozessionen. - Dabei geht es, mit Trommelklang und einem Votivwagen den 14 Stationen des Kreuzweges entlang, aus der neuen Kirche bis hinaus nach Tacande, und gute anderthalb Stunden später ist man dann wieder an der Kirche. - Nein, da wandern keine Hundertschaften mit, es ist das ganz eingeschworene Häufchen, oder eben die Eltern der trommelnden Kinder, welche diese am frühesten Morgen begleiten. - Am Abend dann die große Prozession, da schiebt man gleich fünf Votivwagen durch den Ort, und da muss sich jeder sehen lassen, herausgeputzt und mit frommer Miene und man kann sich auch besonders einbringen, in dem man mitschiebt an diesen Wagen. - Da wird El Paso auch aus anderen Gemeinden schon mal kritisiert, meist werden diese Heiligenfiguren nämlich getragen, oft stundenlang, bei uns aber haben findige Gläubige mit Bandscheibenvorfall alte Schrottautos genommen, nur das Fahrgestell übrig gelassen und dann Auflagen darauf geschweißt, welche dann geschmückt werden, und die Figuren darauf platziert. - Nach der großen Prozession findet dann das Spektakel des "Santo Entierro" statt, man sagt auch "Don Bumm" dazu, denn hier wird die Jesusfigur von einem der Wagen in die Kirche getragen, an allen Gläubigen vorbei, und dann hinter dem Altar in einen erhobenen Sarg gelegt, der extra für diese Tage dort aufgebaut wird.

Dreimal legt man nun die Figur in den Sarg, hebt sie aber zweimal wieder raus, um sie dann endgültig, oder in diesem Fall eben bis Ostersonntag, dann im dem Sarg zu lassen. - Nach dem dritten Absenken der Figur schließt man den Sargdeckel mit Schmackes, und ein, hinter dem Altarschmuck verborgener Junge der Trommelgruppe schlägt dann dazu die mächtigste Trommel, die man finden kann. - Wenn das schön synchron geht, dann macht das einen mächtigen Eindruck, wenn aber der Trommeljunge nicht richtig einsetzt, dann wirkt das ein bisschen daneben. - Danach findet die eindrucksvollste Prozession statt, "La Silensiosa", also die stille Prozession und dabei wird tatsächlich nicht ein einziges Wort gesprochen und erst spät in der Nacht kommt man dann zur Kirche zurück. - Dabei gibt es auch immer die Landsleute, welche ganz geschickt am Beginn, mal mittendrin und auch am Ende einer Prozession zur Stelle sind, meist ganz vorne, um von allen wahrgenommen zu werden, dann aber bei den ersten Schritten irgendwie schnell zurückfallen um dann ganz zu verschwinden, in einschneidige Etablissements, welche neben viel Geistlichkeit eben auch geistige Getränke zur Frömmigkeitsbeschleunigung reichen. - Man muss nur eben ganz geschickt sein dabei, immer zum richtigen Zeitpunkt gesehen werden, und auch der Moment des, auf die Seite und in die Kneipe tretens, der ist ungemein wichtig. - Man kann das über die Jahre lernen, ich war selbst man ein paar Jahre "Trainee" in der Branche, als meine Kinder auch noch die Trommler waren, habe es aber ehrlich gesagt niemals zur völligen Reife gebracht. - Funktionierender Kathole an Ostern, das ist Hochleistungspilgerei oder ausgeklügelte Schauspielerkunst, beides beherrsche ich nicht in vollster Vollendung, aber ich kann wunderbar damit leben.






Donnerstag 02.04.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 58 % - Luftdruck 1019 hPa

Gastbeitrag von Rainer Olzem und Timm Reisinger

Die Kissenlaven im Barranco de las Angustias

La Palma hat jede Menge Sehenswürdigkeiten zu bieten und, entsprechend der vulkanischen Natur der Insel, ganz besonders solche geologischer Art. Einzigartig auf der Welt ist der riesige Einsturz- und Erosionskessel der Caldera de Taburiente mit einem Höhenunterschied vom Roque de los Muchachos bis zum Talgrund der Playa de Taburiente von 2.000 m. Sehenswert auch die Cumbre Vieja mit ihrer Aneinanderreihung von mehr als 100 kleinen und großen Vulkankratern auf einer Strecke von nur 14 km. Und dann die weiten Lava- und Aschenfelder, die phonolithischen Dome, die imposanten Dykes, die großen und kleinen Vulkantunnel, und und und ...

Aber eine der größten Sehenswürdigkeiten der Insel wird meist übersehen, obwohl sie in dieser typischen Ausbildung und in dieser großen Menge wie auf La Palma weltweit nur selten zu bewundern ist. Es ist die Kissenlava im Barranco de las Angustias. Die ebenfalls gebräuchliche geologische Bezeichnung Pillows - im Englischen Kissen - wurde 1890 von dem britischen Geologen John Walter Gregory (1864 - 1932) eingeführt.

Geht man vom Shuttle Service im Bachbett des Barrancos von unten in den Barranco hinein, so trifft man auf die ersten Pillows schon nach gut 1 km. Es sind auffallend runde und elliptische Strukturen von kissenartiger Form mit jeweils einigen Dezimetern im Durchmesser.

Pillowlava ist unter Wasser, also submarin, erstarrte Lava. Durch den Kontakt mit dem kalten Meereswasser kühlt die Oberfläche der Lava rasch ab und bildet eine zähplastische Haut aus Gesteinsglas. Da Wasser ein Medium ist, das große Mengen Wärme aufnehmen kann, entzieht es der heißen Lava die Wärme sehr rasch. Wenn weitere Lava nachfließt, reißt durch den Druck der nachfließenden Schmelze die Hülle an einer Stelle auf und es entstehen weitere Pillows. Im Inneren des Kissens kühlt die Lava sehr viel langsamer ab, weshalb sich dort ein feinkristallines vulkanisches Gestein ausbildet. Schnelle Abkühlung von glutflüssigem Gestein führt meist zu Gesteinsglas, langsame Abkühlung zur Bildung von Kristallen. In den Zwickeln zwischen den Lavakissen setzen sich abgeplatzte kleine glasige Lavasplitter und Sedimente vom Meeresboden ab.

Pillowlaven treten großräumig entlang der Mittelozeanischen Rücken auf, dort, wo ozeanische Erdplatten auseinanderdriften und damit Platz schaffen für den Aufstieg von Magma. Pillows sind auch typisch für die submarin entstandenen Sockel der Kanarischen Inseln, sie gelten als sicheres Indiz für Unterwasser- Vulkanismus. Im Barranco de las Angustias bilden sie zusammen mit anderen Gesteinen, z.B. mit dem plutonischen Gestein Gabbro, das vor allem in der ozeanischen Kruste zu finden ist und sich meist in mehreren tausend Metern Tiefe bildet, den sogenannten Basalkomplex der Insel.

Vor mehr als 2 Millionen Jahren auf dem Meeresboden in etwa 4.000 m Tiefe entstanden, wurden die Kissenlaven im Laufe der geologischen Entwicklung der Insel bis auf etwa 1.000 m über den Meeresspiegel angehoben und sind damit Zeugen der submarinen Entstehung von La Palma. Typischerweise zeigen die Pillows Spuren ozeanischer Sedimente und Korallenreste, die aber nur mit geübtem Auge oder unter dem Mikroskop zu erkennen sind.

Geht man tiefer in den Barranco hinein, so fällt die leichte Grünfärbung der Pillow-Laven und auch anderer Gesteine des Basalkomplexes auf. Diese Grünfärbung entsteht durch hydrothermale Umwandlung, d.h. durch die Umwandlung der ursprünglich bei hohen Temperaturen im Magma gebildeten Minerale wie Plagioklas, Magnetit und Pyroxen zu grünem Chlorit und Epidot. Die ursprünglichen Minerale werden dabei durch im Gestein zirkulierende gas- und salzhaltige heiße wässrige Lösungen umgewandelt, indem wasserlösliche Substanzen durch Austausch zu- und weggeführt werden und dadurch neue Minerale entstehen.

Dieser Vorgang der Gesteinsumwandlung wird als Metamorphose bezeichnet, die so entstandenen Gesteine als metamorphe Gesteine oder Metamorphite. Metamorphite bilden neben Sedimenten und Magmatiten eine eigene Gesteinsgruppe. Die Grünfärbung hängt mit dem fortschreitenden Grad der Metamorphose zusammen. Zum Zentrum der Caldera hin, also zum Inneren des ehemaligen Vulkans, gehen die Geologen von einer Temperaturzunahme des Gesteinskomplexes von 200 - 300°C pro km aus. Im Eingangsbereich des Barrancos de las Angustias ist eine Niedrigtemperatur-Metamorphose mit 100 bis 300°C zu beobachten und im oberen Bereich in Richtung Zentrum des ehemaligen Vulkans ist schließlich an der typischen Grünverwitterung eine Mitteltemperatur-Metamorphose mit 300 bis 700°C zu erkennen.

Die Pillows im Barranco de las Angustias sind wie ein offenes Buch der Erdgeschichte. Sie geben uns Einblick in die früheste Geschichte der Insel, als deren geologische Entwicklung vor mehr als 2 Millionen Jahren auf dem Grund des Atlantiks begann.

Hier ein faszinierendes Video über die Entstehung von Pillowlaven an der Küste vor Hawaii

Dieser Text ist ein Ausschnitt aus dem Buch "Geologischer Wanderführer La Palma" von Rainer Olzem und Timm Reisinger und gehört nach meiner Auffassung längst auch zum Handgepäck einer Vorbereitung für eine Reise nach La Palma. - Auch für geologische Laien verständlich erklärt, bereiten die Wandertouren auf der Insel noch viel mehr Spaß, man kann die vielen Dinge, denen man mit Staunen auf den Touren begegnet, dann nicht nur beim Namen nennen, sondern weiß auch noch warum das so ist. - Nicht als Ersatz für den Rother Wanderführer, immer noch das Meisterwerk für La Palma auf Schusters Rappen, aber als ideale Ergänzung für Menschen, welche zwischen Ausgangspunkt und Belohnungsbier der Wanderung die Augen auf der Vulkaninsel La Palma offen halten. - Auf La Palma gibt es dieses Buch bei Sorpresa in El Paso zu kaufen, oder man geht auf das Bestellformular in der Webseite Rainer Olzem und Timm Reisinger zum Buch.




Wenn Lava nachfließt, reißt die Hülle auf und es entstehen weitere Pillows (pinterest.com)




Pillows: Runde und elliptische Strukturen von kissenartiger Form




Die Verwitterung legt die Struktur der Pillows frei




Die Pillows werden von magmatischen Intrusionen (Dykes) durchschlagen




Leichte Grünfärbung der Pillows durch Metamorphose






Mittwoch 01.04.2015 16:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 29 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 22,4 Grad - niedrigste Temperatur 16,1 Grad

Der Seidene Fingerhut
Endlich entdeckt die Filmbranche unsere wunderbare Insel

Es wurde eine ganze Weile wie ein Staatsgeheimnis behandelt, aber jetzt ist es raus, die Crew und Produzenten des Historiendramas "The Silk Thimble" sind auf unserer Insel angekommen und wollen es wagen, dieses Werk hier zu verfilmen. - Der amerikanische Bestseller, welcher in den Jahren der russischen Revolution spielt, wird gerade ins Deutsche übersetzt und wird wohl den Namen "Der Seidene Fingerhut" tragen, genau so wie die bereits greifbare Übersetzung ins Spanische "El Dedal de Seda" titelt. - Warum die spanische Übersetzung eher geschehen ist liegt auf der Hand, ein deutlicher Teil dieses Dramas spielt auf einer Kanareninsel, die allerdings nicht weiter spezifiziert wird. - Die Filmcrew ist aber nach langer Dauer der Suche für einen Drehort überein gekommen, dass der Autor und Regisseur eigentlich nur La Palma beschrieben haben kann, da man robuste Übereinstimmungen in Landschaften und Bildern gefunden hat. - Bruce Geller selbst kann man nicht mehr fragen, er starb bereits 1978 bei dem Absturz eines Kleinflugzeugs in Kalifornien, aber den Plan, diesen gewitzten, wie überraschenden Historienroman zu verfilmen, den verfolgt man bereits sehr lange in Hollywood. - Man hat hier auch das seltene Glück, sowohl ein Buch, als auch bereits über ein Drehbuch zu verfügen, da Bruce Geller dafür bekannt war, zweigleisig zu verfahren um peinlich genau auf die Parallelitäten zwischen Buch und Drehbuch zu achten. - Dass man diesen Schinken jetzt gerade wieder ausgegraben hat, kommt nicht von ungefähr, gerade in den Vereinigten Staaten von Amerika sind die geschichtlichen Irren und Wirren um die Zarenfamilie Romanoff während und nach der russischen Revolution ein äußerst beliebtes verbreitetes Thema. - Darüber hinaus besinnt man sich neben den ganzen Kriminalgeschichten und wissenschaftlich unterlegten Filmen, welche derzeit den Markt überlaufen, auf breit angelegte historische Dramen und trifft dabei nicht nur in den USA auf reichlich gespanntes Publikum. - Die gute Übereinstimmung unserer Landschaften alleine hat aber die Crew nicht überzeugt, war doch auch der Titel "The Silk Thimble" letztendlich ausschlaggebend La Palma als Kulisse zu bemühen, sind wir doch die einzige Kanareninsel, auf welcher es Seidenproduktion gab und immer noch gibt. - Damit sind wir auch ganz in der Nähe von El Paso gelangt, viel von der Geschichte auf unserer Insel spielt auf den Hochebenen "Llano de las Cuevas" und "Llano de las Brujas", also der Höhlen- und der Hexenebene.

Manche von Ihnen werden sicher bereits die englische Originalversion oder die spanische Übersetzung gelesen haben, wer noch auf die deutsche Version warten muss, dem darf ich eben hier kurz und unspektakulär eine Zusammenfassung geben. - Die langjährige und total ergebene Gouvernante der Zarenfamilie schafft es, mit Helfern aus dem Umfeld der Revolutionäre, eine uneheliche Tochter der älteren Schwester der Zarin Alexandra, Großfürstin Jelisaweta Fjodorowna, vor dem radikalen Zugriff der bolschewistischen Häscher zu verstecken, und im Jahr 1919 aus Russland zu schmuggeln. - Im Roman bleibt es offen, ob Großfürstin Jelisaweta Fjodorowna, übrigens von Geburt her eine hessische Prinzessin, eine kurze, aber heftige Liaison mit Friedrich Engels hatte, woraus eben die Tochter Patruschka, die eigentliche Hauptperson des Romans, entstanden ist. - Geschickt lässt Bruce Geller hier Andeutungen zwischen den vielen Zeilen stehen, aber ohne die Mithilfe korrumpierbarer, aber auch subversiver Elemente in den Reihen der Bolschewiken wäre keine Flucht möglich gewesen. - Uliana Karamanlewa ist die Gouvernante der kleinen Patruschka, und die einzige Person außerhalb der Zarenfamilie, welche die wahre Identität der Romanheldin kennt. - Baba Uliana, so wird die resolute Dame von der heranwachsenden Patruschka genannt, schafft es sich zusammen mit ihrem Schützling noch im Jahr 1919 in Sankt Petersburg auf das Dampfschiff "Valbanera" einzuschiffen, welches auf dem Weg nach Kuba ist. - Dort hat man einflussreiche Freunde und Bande, welche der Zarenfamilie nahe stehen und hofft, dort für Patruschka eine friedliche, aber auch abwartende Zukunft zu finden. - Auf der Überfahrt aber erlebt Uliana einen dramatischen Traum, von einem Unglück des Schiffes, welches kurz vor Kuba untergehen soll, so steigt sie mit ihrem Schützling noch auf den Kanaren aus, wo die "Valbanera" noch Kohlen und Übersiedler für die Fahrt über den Atlantik aufnehmen soll. - Hier nennt der Autor nicht direkt die Insel La Palma, wir wissen aber, dass das Schiff "Valbanera" des Öfteren die Route La Palma - Antillen befahren hat und auch, dass die "Valbanera" auf dem Weg von Santiago de Cuba nach La Havanna tatsächlich in einem Sturm gesunken ist.

Auf La Palma kennen die beiden Flüchtlinge zunächst niemanden, sie finden aber schnell Anschluss an eine Gruppe Lastenträger, welche für karge Entlohnung den Dienst Waren und Dinge des täglichen Gebrauchs von einer Seite der Insel auf die Anderen bewerkstelligen. - Über den Pass Reventón geht es mindestens zweimal täglich, bis Uliana die Seidenstickerin Blanca kennenlernt, welche ihr die Kunst der Seidenweberei näher bringt und Uliana sowie ihren Schützling in dieses Gewerk einbringt. - Uliana und Patruschka lassen sich zunächst in einer rustikalen Unterkunft aus blankem Basalt auf dem Llano de las Cuevas nieder, erst später wandern die Beiden weiter hinauf zum Llano de las Brujas. - Zunächst scheint alles glatt zu laufen, Patruschka und Uliana werden schnell Teil der ländlich armen, aber extrem freundlichen und aufgeschlossenen Bevölkerung El Pasos, und richten sich nach und nach ein. - Dann aber bricht das Unheil über die Beiden herein, die Bolschewiken haben den Pfad der beiden Flüchtenden aufgenommen und schicken nun Häscher hinter den Beiden her, für die Revolution wäre es eine Katastrophe, eine lebendige Nachfahrin der Zarenfamilie im Exil zu wissen. - Uliana kann zunächst die ersten Versuche abwehren, Patruschka wieder nach Russland zu bringen, und dabei bedient sie sich einer List, welche schließlich auch den Titel des Romans ergibt. - Die Näherinnen hier tragen zum Schutz ihrer Fingerkuppen Kappen aus dicht gewebter Seide, die sind angenehmer auf die Dauer zu tragen als Fingerhüte aus Metall oder Keramik. - In die Spitze dieser Fingerhüte näht Uliana zwei feine Dornen ein, und tränkt diese mit dem konzentrierten Gift der Skolopender, einer giftigen Hundertfüßerart, welche hier auf den Inseln vorkommt. - Da niemand auf die Idee kommt, in der alten, scheinbar gebrochenen Frau eine Bedrohung zu sehen, kommt sie den entsandten Greifern der Bolschewiken immer zuvor, und kann diese dann mit einem Händedruck das Gift über den Fingerhut verabreichen. - Don Pedro, der Arzt aus El Paso ist zunächst nicht besonders überrascht, als er an einigen fremden Leichen Bissspuren der Skolopender an den Händen als Todesursache feststellen muss. Doch schöpft Ramón, der großgewachsene Guardia Civil, der als Sargento vom Festland geschickt wurde, um dort in El Paso nach dem Rechten zu sehen, wohl Verdacht, da die Häufung von fremden Leichen dann doch gewisse Recherchen nach sich ziehen muss. - Um jetzt nicht als kompletter Spoiler dazustehen, erwähne ich nur noch, dass Patruschka und Ramón sich näher kommen, nicht nur als Polizist und verdächtige Person mit Migrationshintergrund, sondern dass hier Hollywood wieder tausend bunte Ideen und Dinge aus dem Drehbuch pressen, und das soll sich nicht zum Schaden des Betrachters entwickeln.

Seit ein paar Wochen bereits sind die Scouts des Drehteams unterwegs, untersuchen vorwiegend natürlich die Plätze der vermuteten Geschehen, aber auch, ob man frühere, und auch spätere Szenen, die nicht auf La Palma spielen, vielleicht doch auch hier auf der Insel in den "Kasten" kippen kann. - Ich will auch hier nicht zu viel verraten, aber das wird ein Film mit vielen Überraschungen, besonders eben für die Menschen von hier, welche die Insel dann aus einer Sicht erleben werden, die man so als Passant gar nicht kennt. - Nun wird uns auch allen klar, warum Shirley MacLaine vor einem guten Jahr hier auf der Insel war, sie wird nämlich den Part der Uliana Karamanlewa spielen, sicher eine grandiose Entscheidung, eine ältere, aber zähe Frau, von welcher so direkt niemand etwas zu befürchten glaubt, aber eben mit einer Willensstärke ausgestattet, die gewisse Menschen so einmalig macht. - Emma Watson spielt Patruschka als bereits junge Frau, noch nicht herausgefunden haben wir, wer denn Patruschka als kleines Mädchen in Russland und noch auf der Überfahrt spielen wird. - Ramón, der groß gewachsene Guardia Civil, der als männliche Hauptperson erst etwa ab der Hälfte des Drehs einsteigt, der wird von Benedict Cumberbatch gespielt und selbst in kleineren Rollen tritt noch eine illustre Schar von Hollywood-bekannten Gesichtern auf. - Sean Connery als alternder und bereits schusseliger Landarzt "Don Pedro", welcher leidlich starken Weißwein aus der berühmten Malvasía-Traube öfter verordnet, als das damals weit verbreitete Chinin, ist alleine schon rote Schenkel vom Nostalgieaderlass wert. - Ein bisschen verwundert ist man hier auf der Insel, dass man selbst den größten Teil der Statisten mit auf die Insel bringt, beziehungsweise bereits gebracht hat, als wäre die Bevölkerung von hier nicht in der Lage, Alltagsszenen aus eigener Kraft zu zeigen. - Kenner der Szene vermuten hierzu aber, dass das aus Gründen der Geheimhaltung geschehen ist, denn man wollte erst kurz vor dem offensichtlichen Drehbeginn an die Öffentlichkeit gehen, um dieses groß angelegte Filmprojekt ohne weitere Störungen innerhalb von drei Monaten komplett abzudrehen. - Ein allerstrengster Dienstplan wird das sein, aber die klimatologischen Bedingungen sind favorabel, das weiß man ja auch aus Erfahrung, und nun wird auch allen Beobachtern klar, warum das Hotel Sol in Puerto Naos angeblich von April bis 7. Juli geschlossen hat. - Dort wird die gesamte Equipe untergebracht sein, und wir glauben doch immer so ziemlich alles, eben auch die Geschichte der Hotelleitung, von der schlechten Auslastung und den Renovierungsarbeiten. - Für La Palma im wahrsten Sinne des Wortes großes Kino, wenn das alles zur Zufriedenheit der Produzenten, Investoren, Regisseure und Schauspieler aus Kalifornien sein wird, und man das wirklich schafft, solch einen großen Film intensiv und innerhalb von einigen Monaten komplett in den "Kasten" zu bekommen, weil eben das Umfeld dicht genug, intensiv und beherrschbar ist, dann darf man sicherlich damit rechnen, auch als wirksame Kulisse für weitere Hollywood-Filme dienen zu können. - Das ist nicht nur beste Werbung für die Insel, sondern es kann auch ein weiteres wirtschaftliches Standbein daraus entstehen, wenn man die dafür notwendigen Dienstleistungen und Infrastrukturen brauchbar bereitstellen kann.




Hier der Llano de Las Cuevas, in den dortigen Höhlen und einfachen Basaltbauten lebte ein Teil der Landbevölkerung, so wird diese "Ebene der Höhlen" auch einen bedeutenden Teil der Filmkulisse ergeben.





Mittwoch 01.04.2015 07:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 18 % - Luftdruck 1021 hPa

Gastbeitrag von Franz Trommer

Cuando pasan rábanos compra los
Man muss die Gelegenheit beim Schopfe fassen
Sensation - die Riesenechse von La Palma gesichtet

Das Überleben von Riesenechsen, wie es auf El Hierro geschehen ist, wäre auch auf La Palma möglich gewesen. Obwohl die Rieseneidechse hier bereits als ausgestorben galt, kursierten im Jahre 2007 Gerüchte und angebliche Fotos über eine hier möglicherweise noch vorhandene Population. Deshalb hatten die Zoologen der Universität Teneriffa versucht, den urtümlichen Reptilien durch das Aufstellen von Fotofallen auf die Schliche zu kommen, Doch die Echsen von La Palma sind extrem scheu, leben, wenn überhaupt, in den unzugänglichen Felswänden und Barrancos des Nordens und sind darüber hinaus meist nachtaktiv, was die Beobachtung zusätzlich erschwert. So brachten die Bemühungen der Fachleute bisher keine eindeutigen Beweise für das Vorhandensein von Gallotia gigantus palmarae, so der zoologische Name der Echse, die nicht nur mit den anderen Kanarischen Rieseneidechsen verwandt ist, sondern eine eigene Unterfamilie der Dickschwanzwarane darstellt. Diese Tiere können in ihrem voluminösen Schwanz Fettreserven speichern und so auch längere Zeiten ohne Nahrungsaufnahme überstehen, was für das Überleben unter extremen Bedingungen von enormer Wichtigkeit ist.

Im Herbst des vergangenen Jahres wanderten wir am 28. Novenber durch felsiges Gebiet im Norden der Insel. Wir dachten nicht im Entferntesten an Rieseneidechsen, als meine Frau Christel unvermittelt wie angewurzelt stehen blieb. "Sieh nur dort oben, was ist denn das?" Ihr ausgestreckter Arm wies auf die gegenüber liegende Felswand. Erst hob ich das Fernglas, dann den Fotoapparat und zoomte das dort aufgetauchte Phantom heran. In diesem Augenblick riss der wolkenverhangene Himmel auf und ein Sonnenstahl beleuchtete die Szene. Ich drückte auf den Auslöser, dann war der Spuk verschwunden. Was ich da fotografiert hatte, wusste ich nicht. Erst die Auswertung der Bilder in der Universität Teneriffa ergab, dass es sich um eine der gesuchten Riesenechsen handeln müsste. Herr Professor Sebastián Gómez Gonzales Cerdá, der weltbekannte Reptilienexperte, sprach deshalb sogar von einer Sensation, weil damit erstmalig Gallotia gigantus palmarae zuverlässig verifiziert werden konnte.

Da das Verbreitungsgebiet der Echse sofort unter strengsten Schutz gestellt werden musste, was natürlich seine Zeit braucht, bat mich der Herr Professor, die Fotos nicht vor dem ersten April diesen Jahres zu publizieren. Denn man müsste damit rechnen, dass versucht würde, die Echsen einzufangen, um sie touristisch zu vermarkten. Der Loro-Park in Teneriffa hätte für diesen Fall bereits bei der Inselregierung Interesse angemeldet. Auch die Gemeinde Tazacorte hielte nur deshalb den bekannten Platz in El Puerto weiterhin frei, um dort gegebenenfalls ein Freilandterrarium errichten zu können. EU-Mittel für die Baumaßnahme wären bereits vorsorglich beantragt worden. Sollte es mit der Echse nicht klappen, dann, so hieße es aus dem Rathaus, wäre das auch kein Problem. Man könne ja mit den Geldern statt dessen dort einen schönen "aparcamiento" schaffen.

Vamos a ver! Wer weitere frische Informationen zu dieser interessanten Problematik bekommen möchte, wende sich unter www. ull.es am besten direkt an das Zoologische Institut der Universität Teneriffa oder unter f.trommer@t-online.de auch an mich. Und wer darüber hinaus noch weitere Erlebnisse von La Palma und anderen Inseln erfahren möchte, dem empfehle ich mein Buch "Die Sehnsucht nach dem Anderswo", erschienen im BS-Verlag Rostock, erhältlich im deutschen Buchhandel ISBN 978-3-86785-145-9 oder im Internet.







Ihre Familie Ingrid & Mathias Siebold
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E-38750 El Paso
La Palma, Islas Canarias, Spanien
Tel. von Deutschland: + 34 922 497216
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Kanarische Ferienhäuser auf La Palma