La Palma Aktuell - Frische Nachrichten aus La Palma

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Freitag 03.02.2012 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 22,1 Grad - niedrigste Temperatur 12,2 Grad

Die gefürchtete Zahl
10.262 Arbeitslose auf La Palma

Heute morgen die gute Nachricht, heute Abend die kritische. - Allerdings könnte man auch etwas Gutes an der heutigen Abendnachricht finden, denn endlich haben wir die Angst verloren, mehr als 10.000 Arbeitslose auf der Insel zu haben… Anfang letzten Jahres fürchteten wir bereits, dass die Zahl der Arbeitslosen auf der Insel diese magische Zahl überschreiten könnte, dann gab es ein paar Monate hintereinander, in denen die Anzahl der Arbeitslosen leicht gesunken ist, so dass wir hofften, es ginge nun wieder bergauf, oder wenigstens nicht mehr weiter bergab. - Dann kamen die letzten Monate des Jahres und wir knabberten uns langsam wieder Richtung 10.000, um jetzt "endlich" im Januar diese Marke gleich deutlich zu überschreiten. - Übersetzt auf deutsche Verhältnisse, mal grob geschätzt würde das bedeuten, dass es dort über 10 Millionen Arbeitslose gäbe, und das verdeutlicht vielleicht am besten die letale Wirkung, welche diese Zahl und damit dieser Zustand besitzt. - Ich möchte aber nicht auslassen, dass bei uns die allermeisten Menschen nicht zur Miete wohnen, sondern in Eigentum, sei es nun in der Familie oder bei Bekannten, und es leider in den letzten Jahren und davor auch bereits häufig der Fall war, dass man es mit dem Thema Schwarzarbeit nicht so sehr genau genommen hat. - Viele arbeiten halt ein paar Stunden hier und da und so schlägt man sich zwar schlecht, aber doch eben tragbar über die schwere Zeit. - So sollte man nicht in die Annahme verfallen, auf La Palma würden einem hungrige Menschen begegnen, welche nicht wissen, wie sie morgen ihren Hunger stillen können. - Dem ist bei weitem nicht so, es schlägt sich halt aber deftig auf die Kaufkraft nieder, wenn so viele Menschen kaum oder kein Geld zur Verfügung haben, ordentlich am Konsum teilzuhaben.

Die Caritas hat auch so viel zu tun wie selten zuvor, allerdings gibt es auch eine größere Spendenbereitschaft als früher, die Pfarrer in den Gemeinden haben da immer wieder an die Gemeinschaft appelliert, und viele Spender beteiligen sich nach ihren Möglichkeiten daran, dass auch weiterhin auf dieser Insel keiner hungern muss. - Dennoch ist diese hohe Arbeitslosigkeit natürlich ein Erbe, welches uns stark belastet, da eben die Kaufkraft so darunter leidet, und viele neue Ideen von mutigen Menschen, die sich selbstständig machen wollen, oder das tun, dann nicht umgesetzt werden können, weil einfach zu wenig Treibstoff im lokalen Wirtschaftskreislauf steckt. - Gut für uns, die letzten drei Monate waren sehr gut von der touristischen Seite her, das bringt frisches Geld von außen, allerdings hat es dem Arbeitsmarkt noch nicht geholfen, wie man sehen kann, die Zahlen sind eher noch schlechter geworden. - Einen schnellen Strukturwandel bekommen wir sowieso nicht hin und auch muss ich leider anmerken, das wir keine politische Führung haben, die überhaupt auch nur annähernd in der Lage wäre, positive Zukunftsvarianten anzubieten, die auf unseren Möglichkeiten basieren und wenigstens halbwegs nachhaltig sind. - Man wartet einfach darauf, dass es besser wird, die Bauwirtschaft wieder anzieht und in Sachen Tourismus greift man jeden Strohhalm, auch wenn es solche Arbeitsplatz zerstörende Richtungen wie "all inklusive" sind. - Dennoch grinst man auf La Palma immer noch ein bisschen über die anderen Inseln, denn wir stehen mit unserer Arbeitslosenquote sogar noch ganz gut da. - Früher waren wir immer die Insel mit der höchsten Arbeitslosenquote, das hat sich in den letzten Jahren allerdings verschoben. Das tröstet uns eigentlich nicht, gereicht aber den Dienst habenden Politikern immer noch dazu, sich nicht gleich den Strick, ich meine den Gedankenstrick zu geben. - Also, im letzten Trimester des Jahres 2011 lagen die Arbeitslosenquoten auf den einzelnen Inseln wie folgt:

Lanzarote 34,04%
Fuerteventura 33,11%
Gran Canaria 31,98%
La Gomera 29,90%
Tenerife 29,48%
La Palma 29,42 %
El Hierro 27,16%

Die Zahlen stammen vom "Insituto Canario de Estadistica" (ISTAC)



Freitag 03.02.2012 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 12 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 61 % - Luftdruck 1021 hPa

Plátanos für Deutschland
Da wird doch ein Traum wahr

Jahrzehnte haben wir darüber gesprochen, warum nur konzentrieren sich die Bananenexporteure der Kanaren und auch La Palmas fast ausschließlich auf das spanischen Festland? - Und warum gibt es im Land der Bananenesser (pardon, aber Deutschland ist das nun mal, und das ist immer noch besser, als eine Bananenrepublik zu sein) nicht auch unsere "Plátanos" zu kaufen? - Kleine Versuche gab es ja schon mal, halbherzig, mit Überschussware im Sommer, nichts was nachhaltig wäre und schon gar nicht zukunftsweisend, nun aber sieht es so aus, als hätten sich progressive Kräfte der "Proexca" (Sociedad Canaria de Fomento Económico, S.A.) und der "Asprocan" (Asociación de Organizaciones de Productores de Plátanos de Canarias) endlich durchgesetzt, und versuchen nun stark und dringend einen "Fuß" in den deutschen Bananenmarkt zu bringen. - Köln und Berlin sind wohl nach der Pressemeldung die "Speerspitzen der Platanoisierung" Deutschlands, und Kaufhof und Karstadt, sowie öffentliche Märkte in den beiden Großstädten sollen bereits ab morgen anfangen, unsere kleinen gelben Glücksbringer an interessierte Kunden zu verkaufen. - Begleitet wird das mit einer aufwendigen Werbekampagne, die zunächst vier Wochen dauert, und man eben hofft, danach bereits einen Anfang gemacht zu haben. - Leicht wird das alles nicht, das wissen wir, auch weil eben hier gar nicht alle Produzenten und Exporteure so einhundertprozentig davon überzeugt sind, dass man solche Wagnisse eingehen sollte, viele wollen eher an dem jetzigen System nichts ändern und heimsen lieber Subventionen ein, verlassen sich darauf, dass das noch viele Jahre so weiter geht, anstatt sich neuen Märkten und geforderten Aufgaben zuzuwenden.

Ein Freund von mir hat gleich gesagt, das Schlimmste wäre, wenn die in Deutschland großen Erfolg damit haben, und wir plötzlich große Mengen an Bananen liefern müssten. - Das würde bedeuten, dass man dem spanischen Festland Bananen wegnehmen müsste und man dort dann wohl sofort auf breiter Ebene mittelamerikanische Bananen überall platzieren würde. - Diese Sichtweise ist typisch palmerisch, stimmt zum Teil wohl, eben in dem Fall, wenn man plötzlich seinen Lieferversprechungen nicht mehr nachkommen würde, aber ich sehe den Fall nicht so schwarz und drastisch wie mein Freund, sondern die kanarischen Bananen werden in Deutschland nicht derart reißende Absätze finden dass man fürchten müsste, an andere Ecken oder Enden reicht es dann nicht mehr. - Dazu sind unsere Bananen zu teuer, und auch wenn wir wohl am Anfang der Kampagne sicher damit rechnen sollten, dass die Bananen in Berlin und Köln zu einem Vorzugspreis gehandelt werden, so dumm können die doch von der "Proexca" und der "Asprocan" nicht sein, dass die auf dem deutschen Markt versuchen mit den Preisen gegen die Dollar-Bananen anzustinken. - Unsere Bananen, besser unsere "Plátanos", das ist keine globale Ware aus Quadratkilometer großen Farmen, in denen Heerscharen von Billiglöhnern unter schlimmsten Bedingungen billige Massenware produzieren, sondern bei uns produzieren in den allermeisten Fällen Kleinbauern auf eigene Rechnung und eigenem Einsatz und Risiko diese Früchte, und stehen damit auch hinter ihrem Produkt. - Das ist natürlich teurer als aus der "globalen Sklavenwirtschaft" und sicher wird die kanarische Banane in Deutschland kein Massenprodukt werden, welches sich mit der Ware aus Mittelamerika messen will, sondern die "Plátanos de Canarias" sollten auf dem deutschen Markt ein Nischenprodukt bleiben und nur eben den Kennern und Liebhabern dieser Früchte und dieser Art des Handels vorbehalten bleiben. - Ich bin sehr gespannt auf die ersten Reaktionen und Erfahrungen mit unseren Bananen in Köln und Berlin und kann nur hoffen, dass die Leute vor Ort haben, welche Ahnung vom dem Geschäft besitzen und sich auch weiterhin um die Platzierung und die Pflege unseres Produktes kümmern, auch wenn die vierwöchige Werbezeit dann abgelaufen ist. - Aller Anfang ist schwer, aber kanarische, und besonders palmerische Bananen, die gehören auch nach Deutschland, nicht in Massen, aber eben in Maßen.





Donnerstag 02.02.2012 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 50 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 17,2 Grad - niedrigste Temperatur 11,2 Grad

Für den kleinen Hunger zwischendurch
1,7 Millionen Euro für die 14 Gemeinden

Die allermeisten Gemeinden haben schon längst kein Geld mehr, um echte Investitionen zu tätigen, die gesamten Haushalte gehen dafür drauf das Personal, die Zinsen, die Tilgungen und die Lieferanten zu bezahlen. - Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da waren die Gemeinden zum Teil auch Garant für das lokale Handwerk und die Dienstleister, weil eben auch echte Investitionen getätigt wurden. - Diese fehlenden Investitionen sind natürlich auch mit daran Schuld, dass keine lokalen Impulse mehr auf dem Arbeitsmarkt helfen, im Gegenteil, wir liefern uns da eine fatale Spirale nach unten, die keine wirklich erfreulichen Aussichten bietet. - Manche lokalen Firmen haben nun ihre Personalstärke so weit herunter gefahren, dass man plötzlich auch nicht mehr in der Lage ist, sich um größere Aufträge zu bewerben, wenn schon mal solch ein Auftrag bieten sollte. - Das führt zum Teil dazu, dass lokale Firmen nicht mehr zum Zuge kommen, weil man sich zuerst gesund, dann klein, und dann unbrauchbar geschrumpft hat, ein Schicksal welches viele kleinere Firmen hier inzwischen teilen. - Unter Zapatero gab es noch mal 2 deutliche Versuche Geld für Investitionen in die Gemeinden zu pumpen, mehrere Milliarden Euro wurden damals in die Kommunen geschickt, nicht um Schulden zu bezahlen oder Gehälter, sondern dieses Geld musste in Investitionen gesteckt werden, und man wollte so den lokalen Arbeitsmarkt fördern. - Das ist leider meistens nicht aufgegangen, die Arbeiten mussten ja ausgeschrieben und kaum noch eine lokale Firma war da in der Lage vom Preis, oder eben auch von der Aufgabenstellung her mitzuhalten. - Vielleicht hätte man diese Milliarden doch besser dazu genutzt, die Schulden abzutragen, aber hinterher bin sogar ich schlauer. - Jetzt gibt es wieder Geld mit dem Füllhorn, allerdings nicht mehr so viel wie seinerzeit mit dem immer noch diskutierten "Plan E", aber immerhin fließen nun noch 1,7 Millionen Euro nach La Palma, in die Gemeinden, gemeinsam finanziert von der Inselregierung, dem Gobierno de Canarias und dem Ministerium für "Política Territorial", welches dem Finanzministerium untersteht. - Diese Gelder nun sind auch wieder für reine Investitionen der Gemeinde vorgesehen, und die Bürgermeister müssen nun Vorschläge unterbreiten, für welche Tätigkeit in der Gemeinde diese Gelder vorgesehen sind und mehr als die Hälfte aller Kommunen auf der Insel hat das bereits getan. - Für die meisten Gemeinden war das gar nicht so schwer, jeder hat da irgendwo eine angefangene Arbeit liegen, oder gleich mehrere, für die nun das Geld knapp geworden ist und man eben versuchen muss, das Geld dafür irgendwie zu besorgen. - Die Gelder werden nicht genau nach Einwohneranzahl an die Gemeinden verteilt, sondern man versucht mit dem Geld eben einzelne Arbeiten dann auch wirklich abschließen zu können, so dass es durchaus vorkommen kann, dass eine Gemeinde mehr Geld erhält als eine andere Kommune. - Etwas mehr als 100.000 Euro ergibt das für jede Gemeinde durchschnittlich, wobei natürlich nicht Garafía genau so viel erhält wie Los Llanos, es ist also nicht wirklich sehr viel Geld mit dem man weit kommt, aber willkommen ist im Moment jeder Cent und wenn das ein paar lokale Arbeitsplätze ein paar Wochen oder gar Monate rettet, dann soll uns das auch recht sein.



Donnerstag 02.02.2012 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 11 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 47 % - Luftdruck 1017 hPa

Asphaltrechnereien
Die Autobahn taucht wieder auf

Angesichts der wirtschaftlichen Situation, sowie des negativen Bevölkerungswachstums der Insel La Palma will man einfach nicht glauben, dass immer noch Politiker und Bürokraten der Coalición Canaria weiter an den Verkehrsplänen aus früheren Jahren festhalten wollen. - Allen voran Domingo Berriel, Rat für öffentliche Bauten, Transport und Raumordnung im Gobierno de Canarias. - Der wendet sich nun an die Öffentlichkeit mit dem fast flehendlichen Bittruf an die Zentralregierung in Madrid, man möchte doch bitte die Zusagen einhalten aus den Jahren bis 2009, als man mächtige Infrastrukturplanungen für die Inseln und eben auch La Palma absegnete. - Manche dieses Bau-, oder Ausbaumaßnahmen sind bereits in Arbeit. - Der Ausbau der Nordumfahrung, die Verbreiterung der südlichen Trasse um Fuencaliente und als nächstes steht dann an, die Umgehungsstraße von Tazacorte, damit man schneller in einen Hafen kommt, von dem außer Jachten eh nie ein Schiff abfahren wird. - Allerdings wissen wir ja, dass die Arbeiten an der Nordumfahrung fast gänzlich eingestellt wurden, es fehlt das Geld, und wie es aussieht, fehlt nicht das Geld welches Madrid zuschießt, sondern der Anteil, welcher aus der autonomen Regierung der Kanarischen Inseln kommen soll. - Die "Südumfahrung", also die LP2 von Mazo nach El Paso, auch die ist "in Arbeit", wenn man so die drei Baustellen nennen will, an denen im Moment gearbeitet wird. - Man kann hier noch nicht so wirklich erkennen, welcher Bauabschnitt denn noch zu den Arbeiten nach den Erdrutschen aus dem Jahr 2010 gehört, und welcher bereits dem neuen Bauauftrag zuzuschreiben ist. - Mit der Umgehungsstraße von Tazacorte hat man noch nicht begonnen, das wäre dann die nächste Arbeit. - Nun stehen aber eben in Madrid nach dem Regierungswechsel deutliche Änderungen in der Verteilung der Mittel an, und wie man so durch den Bart des Mariano Rajoy zu hören glaubt, geht es in den kommenden Jahren in Spanien zunächst um Schuldenabbau, und dann erst wieder um Konjunkturprogramme. - Man kann das ja durchaus unterschiedlich bewerten, wie man denn aus dieser Schuldenfalle und gleichzeitiger Rezession wieder herauskommt, aber zaubern scheint Rajoy auch nicht zu können und was bislang geschieht, das ist nichts anderes als eine Fortführung der Zauderpolitik Zapateros, die immer noch auf positive Einflüsse von außen oder eben dem berühmten Wunder hofft.

Nein, so schnell geht das alles natürlich nicht, aber in den kommenden Wochen wird man schon erfahren müssen, wie denn die Partido Popular gedenkt, ihr Versprechen besser zu sein als die Anderen auch erklären wird. - Hier auf den Kanaren fürchtet man natürlich ein Sparfeuerwerk, und es ist auch wirklich anzunehmen, dass der Rotstift die schärfste Waffe des Mariano Rajoy werden wird. - Es sickert bereits durch, dass man wohl die Servicegebühren, welche die Flughäfen von den Fluggesellschaften fordern, nicht weiter für die Kanaren rabattieren will, was natürlich die Konkurrenzfähigkeit unserer Flughäfen reduzieren würde. - So fürchtet nun Domingo Berriel, das ist übrigens der, dem wir auch den neuen Artenschutzkatalog verdanken, in dem er schnell alle Tiere und Pflanzen hier auf den Kanaren nicht mehr als schützenswert hat katalogisieren lassen, die irgendwelchen Bauvorhaben im Weg standen, um die bereits aus Madrid zugesagten Mittel für den Straßenbau. - So hofft er weiterhin, dass Madrid seine Versprechungen aufrecht behält und zählt dann auch auf, was denn noch so alles bis 2017 geplant sei. - Die Autobahn taucht dort auch wieder auf, aber nicht als solche zu erkennen, sondern es sind Teilabschnitte dort ausgewiesen, wie zum Beispiel die erste Phase des Ausbaus zwischen dem Cumbre-Tunnel und Los Llanos, auf der LP3. - Diese Wegstrecke, welche inzwischen ja Umgehungsstraße von El Paso genannt wird, aber nichts anderes ist, als ein Teilstück der Autobahn, an der will Domingo Berriel unbedingt weiter festhalten, so als ob überhaupt nichts passiert wäre in den letzten Jahren in Spanien, auf der ganzen Welt und auch hier auf unserem Inselchen. - Die weiteren Teilstrecken der "Autobahn", der Ausbau der Strecke auf der Ostseite und die Weiterführung von El Paso nach Los Llanos, was die "zweite Phase" der Strecke "Cumbre-Los Llanos" wäre, die stehen dann für einen Zeitraum nach 2017 an. - Die Vernunft wird uns nicht dazu bringen, solchen Blödsinn, den kein Mensch braucht, einfach auf den Schuttabladeplatz der Megalomanie zu kippen, aber wohl die pekuniäre Dysfunktion der öffentlichen Beutel, will sagen, wenn Hose leer, dann Straße verdammt weit. - Die Dinge stehen nicht rosig für die Kanaren, in Madrid regiert die Partido Popular in einer äußerst bequemen absoluten Mehrheit und hier auf den Kanaren die Koalition der Verlierer, die Coalición Canaria mit einer von der Basis verabscheuten Riege an Leuten, die sich Sozialisten nennen. - Es wäre also nicht verwunderlich, wenn Madrid Gelder lieber in andere autonome Regionen steckt, mit denen man machtpolitisch näher verwandt ist. - Sollten wir irgendwann, weil einfach unsere Sozialisten hier im Moment die Himbeertonis geben, der Partido Popular danken müssen, dass sie unsere Insel vor dem Beton- und Asphaltkollaps retten? - Und sei es auch nicht aus Vernunft, sondern einfach nur aus Unterlassung?




Eine der wenigen Baustellen an der LP2 zwischen Fuencaliente und El Paso




Mittwoch 01.02.2012 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 47 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 19,9 Grad - niedrigste Temperatur 10,9 Grad

Stadtwasserprivatisierung
Wer macht das Geschäft?

Vor Jahren noch galt die Privatisierung der Stadtwasserversorgung für die Gemeinden als hervorragende Möglichkeit ihren Stadtsäckel zu füllen, oder eben ihre Schulden los zu werden. - Vier Gemeinden hatten bislang ihre Wasserversorgung privatisiert, und dafür im Gegenzug, außer El Paso, Geld erhalten, dafür aber für die kommenden 25 Jahre die Wasserversorgung in die Hände von Canaragua zu legen. - Bis auf El Paso gab es dafür auch öffentliche Ausschreibungen, welche allesamt eben Canaragua gewann, was auch dazu führte, dass in allen Fällen die beiden nicht berücksichtigten Firmen "Aqualia" und "Valoriza Agua" gegen die Vergabemethoden vor Gericht zogen, und in der Tat sämtliche Ausschreibungen auf der Insel als nichtig erklären ließen. - Es muss also neu ausgeschrieben werden, allerdings legen die beiden anderen Firmen kein Angebot mehr vor, die interessieren sich inzwischen nicht mehr für das Wassergeschäft auf der Insel was zur Folge hat, dass Canaragua ein Monopol gewachsen ist auf La Palma, was die private Wasserversorgung auf der Insel angeht.- Das hat dazu geführt, dass nun die alten Verträge mit Canaragua allesamt hinfällig sind und die Firma nun für ihre Dienste von der Gemeinde Geld verlangt, ansonsten müssen die Gemeinden die gesamte Abstandszahlung wieder herausrücken. - Das geht im Falle von Santa Cruz nicht, das wären 10 Millionen Euro, also bezahlt man lieber den Dienstleister, wobei bezahlen in dem Fall mehr oder weniger aktuell bedeutet, denn in Santa Cruz sollen sich bereits 1,8 Millionen Euro an Schulden gegenüber Canaragua angesammelt haben. - In Tazacorte schuldet man 500.000 Euro an den privaten Wasserverteiler und in El Paso 800.000 Euro, lediglich Breña Alta ist mit den Zahlungen auf dem Laufenden. - Für die Gemeinden hat sich also diese Privatisierung überhaupt nicht gelohnt, alles was man sich davon erhofft hatte ist verpufft, hatte man uns doch versprochen, einen eh meist defizitären Dienst los zu werden, und dafür auch noch Geld in Millionenhöhe zu erhalten. - Nun sieht das so aus, die meisten Gemeinden haben sich auf 25 Jahre an Canaragua gebunden, außer El Paso, die Gemeinde ist inzwischen wieder frei, nur die Schulden sind halt noch offen, aber man muss die Dienste der Firma teuer bezahlen, und dieses Geld hatte man natürlich längst auf anderer Seite ausgegeben.

Es ist verwirrend wie das alles abgelaufen ist, und falls man zu Verfolgungstheorien neigt, dann könnte man sich sogar ausdenken, die ganze Geschichte mit der falschen Vergabe, den Klagen der anderen Firmen, die dann plötzlich später, als neu ausgeschrieben werden sollen, kein Interesse mehr zeigen, und somit die Angebote gegen Null tendieren lassen, wäre geplant gewesen. - Das möchte ich nicht mal vermuten, wobei das Ergebnis diese Theorie fast aufzwingen will, was aber hieße, da wäre größte kriminelle Energie unterwegs. - Also lassen wir diese Vermutung gleich wieder auf der Seite und beschränken uns darauf, dass die Dinge eben völlig schräg gelaufen sind und man eben heute, mangels Nachfrage, kaum noch Geld dafür verlangen kann, dass eine Firma sich um die Privatisierung der Gemeindewasserversorgung bemüht. - Los Llanos will dennoch diesen Weg gehen, und man stellt sich selbst 9 Millionen Euro in Aussicht, die man zu bekommen hofft, wenn man die Wasserversorgung ausschreiben sollte. - Man richtet sich da ein bisschen nach der Hauptstadt, wobei die jetzige Opposition, die Coalición Canaria gar behauptet, man könne sogar 15 Millionen Euro für die Wasserversorgung der kommenden 25 Jahre verlangen. - Wenn das mal nicht in die Hose geht, denn falls nicht plötzlich wieder andere Versorgungsunternehmer auftauchen, dann wird Canaragua doch nicht so blöd sein und 9 Millionen Euro bieten. - Fragt man aber bei Canaragua an, dann sind die gar nicht zufrieden mit dem Geschäft hier auf La Palma und sprechen gar davon, dass man bislang deutlich draufgezahlt hätte, schließlich unterhalte man einen modernen Fuhrpark und ein Labor in Breña Alta, kann aber nur in drei Gemeinden (El Paso ist ja raus) von 14 auf dieser Insel Geld verdienen und das lohne sich bislang noch nicht. - Wenn keiner Geld verdient an einem Geschäft, dann nennt sich das eine "Lose-Lose-Situation", und das macht eigentlich kein Geschäftspartner lange mit.- So ganz kann ich das auch nicht ganz glauben, aber Glauben ist was für die Kirche und nicht für die Geschäftswelt, also werde ich alle armen Sünderlein, Gemeinde und auch Canaragua in mein Nachtgebet einschließen, damit das Wassergeschäft auf La Palma nicht mehr so schmerzhaft ist…



Mittwoch 01.02.2012 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 11 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 61 % - Luftdruck 1018 hPa

Jeder will die Zwergschulen retten
Mehr Retter als Schüler

Jedes Jahr auf´s Neue steigt die Diskussion um die "Unitarias" hier auf der Insel, eine luxuriöse Einrichtung, welche es uns als Eltern erlaubt, unsere Schulanfänger in ganz nahe und kleine Schulen zu bringen, die in vielen Fällen und Gelegenheiten mehr dem heimischen Wohnzimmer gleichen, als einer reinrassigen Bildungsanstalt. - Nun sinken die Schülerzahlen seit vielen Jahren, einmal da die Einwohner dieser Insel sich an Geburtenraten Mitteleuropas ein Vorbild genommen haben, und auf der anderen Seite kommen auch weniger Immigranten zu uns, so dass einige dieser Schulen nur noch mit ein paar Kindern dastehen, wie uns die Presse glauben machen will, mit zum Teil nur noch 2 Schülern. - Das mit den 2 Schülern weiß ich nicht, allerdings ist es schon so, dass manche dieser Zwergschulen mit nur noch 8 Schülern 4 Unterrichtsklassen geben, was nicht gerade nach effektiver Schulbildung aussieht. - Es ist also nicht wirklich verwunderlich, wenn die Schulbehörde diese "Unitarias" mit nur noch wenigen Schülern schließen will, jeder kann sich selbst ausrechen, dass der Betrieb einer Schule für unter 10 Kinder nicht wirklich effektiv sein kann, zumindest von den Zahlen her, und wie es um den Haushalt für die Bildung des Gobierno de Canarias steht, das muss ich wohl auch nicht gesondert erklären. - Auch haben inzwischen viele Eltern es vorgezogen, ihre Kinder gleich in die Sammelschulen, meist in den Ortszentren zu schicken, die meisten Familien haben inzwischen ein Auto, und da sind Entfernungen von ein paar Kilometern kein Hindernis mehr. - Allerdings hängen wir alle an diese Zwergschulen, viele von uns haben ihre Schullaufbahn in einer solchen begonnen und gerne denkt man an die Zeit zurück, als Schule und damit der "Ernst des Lebens" noch in einer derart behüteten Umgebung stattgefunden hat, die eben, wie bereits erwähnt, oft mehr Wohnzimmer als Unterrichtsraum war. - Nun hat die Presse vor einer Weile eine undichte Stelle der Schulbehörde zitiert, und da wurden plötzlich konkret 12 Zwergschulen auf der Insel benannt, die mit Ende dieses Schuljahres endgültig schließen sollen. - Umgehend wurde das von der Schulbehörde dementiert, man habe lediglich, wie jedes Jahr die Schulen besucht, und es sei keineswegs bereits unterschrieben, dass diese Schulen geschlossen werden sollen. - Allerdings haben solche Dementi hier etwa wulffschen Wert, es glaubt also niemand daran, und nun hat sich eine interessante Kampagne verselbstständigt welche als Ergebnis anstrebt, die "Unitarias" zu erhalten. - Alle Parteien, wirklich alle, auch diejenige, welcher im Gobierno de Canarias das Bildungsressort untersteht, also die PSOE, machen sich nun mit einer Medienkampagne zum Freund der Zwergschulen, obwohl alle in den vergangenen Legislaturperioden, als sie selbst am Drücker waren, bereits mal den Versuch unternommen haben, den nicht effizienten Zwergschulen den Saft abzudrehen. - Alle sind sie gegen die Schließung der Zwergschulen, so wie auch die Gewerkschaften, die betroffenen Gemeinden, die Inselregierung, die Nato, der Elternbeirat, der Consejo Escolar (Kommission bestehend aus Lehrern, Eltern und Schülern) und was sich sonst noch im Entferntesten überhaupt mit dem Thema Schule beschäftigen könnte. - Bei einem solch massiven Auftritt für die "Unitarias" wird es natürlich schwer für die Schulbehörde sich zur Schließung durchzuringen, zumal eben hinter der Schulbehörde auch eine politische Partei steht, welche diese Schulbehörde anleitet. - Damit sind nun die Sozialisten in die Falle getappt, aber das kennt man ja aus anderen Zusammenhängen auch bereits. - Wir dürfen also wirklich gespannt sein, ob die PSOE im Gobierno de Canarias es wagt, diese Schulen hier auf der Insel zu schließen, und auch sind wir gespannt, wer sich denn noch so alles als Retter der Zwergschulen auf der Insel outen wird.



Dienstag 31.01.2012 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 61 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 17,4 Grad - niedrigste Temperatur 12,5 Grad

Satellitenstadt neben Santa Cruz
772 Wohnungen in einem Komplex

Ich hatte von dieser lustigen Idee schon mal gehört, das Ganze aber ins Reich der Fabeln und unerfüllten Träumen von zu klein gewachsenen Männern mit runden Brillen gelegt, aber es gibt tatsächlich Bemühungen des Gemeinderates von Santa Cruz, diesen Plan weiter zu verfolgen. - Notwendigkeiten scheinen bei solchen Vorhaben auf dieser Insel keine Rolle zu spielen, denken wir nur an den Flughafen, oder den dritten Hafenausbau von Tazacorte, Parallelwelten sind durchaus vorhanden auf unserem Inselchen, also sollte man zumindest mal zuhören. - In "La Encarnación-El Planto" also im nördlichen Teil der Stadt, Richtung Las Nieves hat man laut dem Flächennutzungsplan tatsächlich vor, dort eine riesige Siedlung entstehen zu lassen, um auf 77.000 Quadratmetern eben diese 772 Wohnungen zu bauen. - Ich darf zunächst darauf hinweisen, dass die Stadt Santa Cruz seit Jahren schrumpft, also Einwohner verliert, und es so prinzipiell zunächst nicht angezeigt scheint, für noch mehr Wohnraum zu sorgen. - Aber man erhofft sich sicher seitens der Hauptstadt, dass man so wieder deutlich mehr Einwohner in die Kapitale locken kann, was dann wiederum zum Nachteil der anderen Gemeinden geht, denn trotz aller guten Vorsätzen können wir nicht davon ausgehen, dass diese Insel mittelfristig wieder von der Einwohnerzahl her zunehmen wird. - Ob es nun sinnvoll ist, weiter die Zentralisierung zu suchen, das möchte ich sehr bezweifeln, und auch ob denn die Hauptstadt selbst für all diese Menschen überhaupt auch Arbeitsplätze bieten kann. - Sicher zielt man mit diesem neuen Wohnungsangebot auch auf die beiden Gemeinden der "Breñas", denn die haben in den letzten Jahrzehnten der Hauptstadt sowohl Bewohner wie auch Gewerbe streitig gemacht. - Santa Cruz hat nämlich das Problem, dass diese Stadt kaum noch wachsen kann, zumindest nicht was die Innenstadt angeht. - So wäre die Lage der Wohnungen schon noch erklärbar Santa Cruz, allerdings müsste man auch neue Verkehrsanbindungen schaffen, so einfach und belastbar angelegt ist die Straße von Las Nieves hinein in die Hauptstadt nicht, dass man dort ohne weiteres 2.500 neue Bürger befördern könnte.

Nun fallen uns diese Dimensionen vielleicht auch noch stärker ins Auge, die gesamte Gemeinde Santa Cruz hat grade noch knappe 17.000 Einwohner, da wäre eine Satellitensiedlung mit 2.500 Einwohnern ja eine völlig neue Herausforderung. - In den Plänen gibt es so auch eine Schule und diverse andere Infrastrukturen, welche diese Retortenstadt versorgen soll, oder eben unabhängig von der Hauptstadt machen. - Abgesehen davon, dass es wohl auf dieser Insel im Moment wirklich keinen Bedarf an städtischem Wohnraum in Hochhäusern gibt, sondern viele dieser Neubauwohnungen nun wegen der Finanzkrise über Zwangsversteigerungen wieder auf den Markt drängen, sind doch heute Planungen mit Siedlungen für solch viele Menschen nicht mehr zeitgemäß. - Wir erinnern uns mit Staunen, und auch mit Grausen an die Wohnsilos, welche man auf den anderen Inseln vor die großen Städte gesetzt hat, nicht gewachsene, sondern montierte Strukturen, die alles in Sichtweite dieser Wohnkomplexe zur stumpfen Wüste degradieren. - Man kann das sicher in vielen Fällen rund um Großstädte kaum anders bewerkstelligen, da bezahlbarer Wohnraum deutlich gefragt ist, um die Menschenbedarf einer Großstadt zu decken, aber liebe Leute, wir reden hier von einer schrumpfenden Kleinstadt, welche ein lebendiges historisches Museum mit feinem Nostalgiecharakter ist, und da kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, dass es Bedarf für solch eine komplexe Struktur geben kann. - Das ist alles auch noch weit weg, der lokale Flächennutzungsplan würde das aber erlauben, und nun hält die Stadt erste Informationsveranstaltungen ab, um überhaupt erst mal den 52 Eigentümern des benötigten Grundstücks die Möglichkeiten aufzuzeigen. - Von der Finanzierung ist noch überhaupt nicht die Rede, also wird noch sehr viel Bier getrunken auf Hawaii bis hier etwas konkret wird in Sachen künstlicher Stadtteil in der Hauptstadt, und ich finde das Ganze persönlich absolut lächerlich im Moment, wir haben andere Probleme, andere Zukunftsaussichten und ganz sicherlich auch andere Notwendigkeiten als ein Märkisches Viertel neben Santa Cruz.



Dienstag 31.01.2012 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Langsam Abschütteln
Los Llanos verabschiedet ersten Haushalt "post Coalición Canaria"

Schwer ist es auf der Insel die Bürde und Last vieler Legislaturperioden der Coalición Canaria loszuwerden, und das besonders für Gemeinden wie Los Llanos oder Santa Cruz. - Konservativer als Los Llanos gibt es eigentlich gar nicht mehr auf der Insel, wobei konservativ bei uns eher in Richtung Lokalpatriotismus gepolt ist, als das was man in Mitteleuropa auf politischer Ebene als konservativ betrachten will. - Dass es überhaupt in Los Llanos zum "Unaussprechlichen" gekommen ist, nämlich zur Abwahl der feudalen Regierungsform der Coalición Canaria, haben wir dem Umstand des scharfen Bürgerprotestes gegen die Asphaltwerke zu verdanken, und nicht einem breiten Wunsch der Bevölkerung zum Wechsel. - Gar nicht witzig dabei ist die nun gereifte Erkenntnis, dass der neue Stadtrat nach anfänglichem Stottern endlich bereitwillig Dinge umkrempelt, aber sich genau beim Thema Asphaltwerke erstaunlich zurückhaltend gibt und eher eine Haltung pro Asphaltwerke einzunehmen scheint, als sich auf die Seite der erzürnten Anwohner zu stellen. - Da sind viele letzte, vielleicht besser vorletzte Worte noch nicht gesprochen und weiter ist es eigentlich sowieso äußerst fragwürdig, dass man sich zutraut, eine Angelegenheit dieser Größenordnung hier vor Ort entscheiden zu wollen, wo wir doch wissen, dass das Verwaltungsgericht in Tenerife sich auch gerade damit beschäftigt. - Man sollte einfach abwarten, was dort entschieden wird, das steht eh in der juristischen Hierarchie über den lokalen Entscheidungen. - Abgesehen von diesem deutlichen Ärgernis über den neuen Gemeinderat, scheinen die nun so langsam die Angst und den Verfolgungswahn abzulegen, den man in Los Llanos immer seitens der PP und der PSOE gegenüber einer mystischen Allmacht der Coalición Canaria hatte. - Was war das schwierig in den ersten Monaten, da bewegten sich die Gemeinderäte der PP und der PSOE wie in einem Minenfeld in Feindesland, im eigenen Rathaus, kein Wunder, hat doch die Coalición Canaria in den letzten Jahrzehnten es hervorragend geschafft, nur noch eigene Kräfte um sich herum zu sammeln. - Da muss man erst mal das lokalpolitische Seepferdchen schaffen, und so möchte man nun den Haushaltsbeschluss für das kommende Jahr als Freischwimmer bezeichnen, und wenn wir bei diesem Bild bleiben möchten, dann wäre die Abkehr von der willenlosen Unterstützung bestimmter Großindustrieller, denen auch der Betreiber des Asphaltwerkes angehört, dann aber schon der Leistungsschwimmer. - Ob das gelingt, das möchte ich noch sehr bezweifeln, aber vielleicht muss es ja auch gar nicht gelingen, weil sich vorher die Justiz deutlich von außen dazu äußern wird.

Jetzt aber zum Haushalt, und auch da wartet eine Überraschung auf uns, mindestens eine. - Zunächst legt man in Los Llanos mal nicht wie in den meisten anderen Gemeinden einen Hauhalt 2012 vor, der vom Volumen her unter den Vorjahreshaushalten liegt, weil eben das "Große Sparen" angesagt ist. - In Los Llanos ist man voll und ganz der Meinung, dass man auf der Einnahmenseite deutlich mehr bewegen kann als noch vor ein bis zwei Jahren. - Einmal ist nun der lokale Flächennutzungsplan in Kraft, was bedeutet, dass viele neue Bauaufträge viel Geld in den Stadtsäckel schwemmen werden, genau so wie die vielen nachträglichen Projekterstellungen für Liegenschaften, die bislang eben nicht komplett legalisierungsfähig waren, weil außerhalb bebaubarer Regionen gelegen. - Damit liegt man sicher nicht falsch, allerdings sollte man sich nicht darauf verlassen, dass so wahnsinnig viel an Neubauten angefragt werden. - Auf der anderen Seite will man auch daran gehen, viele bislang "Unantastbare" nun endlich dazu zu bewegen ihre Steuern, Schulden oder Strafen zu bezahlen, die bislang aus Nähe oder Abhängigkeit zur eingeschworenen Gemeinschaft Coalición Canaria sich einfach geweigert haben, ihren pekuniären Beitrag zum Gemeinwohl zu tragen. - Wie groß da die Erwartungen sind, das kann ich nicht abschätzen, und ob man so einen Haushalt sanieren kann, noch weniger. - Allerdings war es kein Geheimnis in Los Llanos, dass bestimmte Leute weniger oder gar nichts für Lizenzen oder Projekte bezahlen mussten, und andere ihre Strafen einfach ohne weitere Belästigung unbezahlt ließen. - Was dann noch auf den Tisch kam, das war auch keine große Überraschung, der neue Gemeinderat bricht nun mit einer bislang gängigen Praxis, dass man einen beachtlichen Teil der städtischen Angestellten nicht unter dam Haushaltskapitel "Personal" führte, sondern deren Löhne und Gehälter in den einzelnen Ressort versteckte. - Erreichen wollte man mit diesem Kunstgriff einmal, dass man nicht mit so viel Personal dasteht, und auf der anderen Seite mächtige Summen nennen kann, die man in Kultur oder Landwirtschaft steckt, wobei eben in den Geldern, die in diese Ressorts fließen, dann auch die Personalkosten stecken. - So steigen die Personalkosten in Los Llanos für das Haushaltsjahr 2012 auch um 20% an, obwohl man keine weiteren Stellen vergeben hat, und landet damit bei 9,4 Millionen, in einem Gesamthaushalt von 16,5 Millionen Euro. - Damit reiht man sich übrigens nicht mal ganz vorne eine, was die Personalkosten, umgerechnet zum Gesamthaushalt hier in den palmerischen Gemeinden angeht, sondern ist gute Mittelschicht. - Die jetzige Opposition findet den neuen Haushalt natürlich nicht gut und beklagt, dass nun die Bürger für weniger Service mehr Geld bezahlen müssten. - Aus der Seite der Regierung kommt zurück, kein Bürger müsse zukünftig mehr bezahlen, nur müssten ab jetzt alle bezahlen, und das sei doch nur gerecht.



Montag 30.01.2012 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 1 mm - Luftfeuchte 66 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 16,4 Grad - niedrigste Temperatur 13,3 Grad

Vier Jahre Knast
Die beiden Betreiber einer illegalen Müllkippe wandern ein

Es war eigentlich eher erstaunlich, wie lange das gedauert hat, dass man den beiden Betreibern einer illegalen Müllkippe in El Paso das Handwerk legen konnte. - Jahrelang ließen die auf einem Grundstück, welches sie früher dazu benutzt haben Kies auszubaggern, Interessierte gegen die Gebühr von 10 Euro pro LKW Müll abschütten, und das sogar am helllichten Tag und vor den Augen vieler Beobachter. - Immer wieder versiegelte man das Gelände, aber dennoch gelangte immer weiter Müll auf diese Deponie, so dass es an die 10 Jahre dauerte, bis man den beiden Betreibern so nachhaltig auf die Finger hauen konnte, dass nun endlich Schluss ist mit der weiteren Umweltverschmutzung. - An die 100.000 Kubikmeter Abfall schätzt man liegen dort nun herum, bestehend aus allem nur erdenklichen Müll, man hat dort halt nicht getrennt oder war rücksichtsvoll, wer seinen Müll woanders nicht losgeworden ist, der hat ihn eben hier versenkt, da wurde weder gefragt noch nachgesehen, was auf dem LKW lag. - Zum Teil gab es sogar politische Rückendeckung, mindestens aber Stillhalten, denn einer der beiden Betreiber gehörte für die Coalición Canaria mal dem Stadtrat an. - Jetzt hat man beiden Herren 4 Jahre und einen Tag aufgebrummt, die beiden müssen also einrücken, nichts mit Bewährung oder sonstigen Kinderkram, das wird nun ernst. - Was dann auch noch heftiger werden wird, man hat ihnen auch aufgegeben, das Grundstück wieder zu renaturieren, und das wird eine interessante Geschichte werden. - Die beiden sind zwar nicht arm, aber 100.000 Kubikmeter Müll ordentlich zu entsorgen, und da ist reichlich giftiger Kram dabei, welcher nicht auf dem Sperrmüll landen kann, das wird eine Angelegenheit, welche sicher die Möglichkeiten der Beiden überschreiten wird. - Dann muss ja auch noch das Erdreich darunter abgetragen werden und dekontaminiert, man muss also davon ausgehen, dass die Beiden wohl ihr Geld und Vermögen längst an irgendjemand in der Familie übertragen haben, sonst gibt es in naher Zukunft zwei Nutzer der milden Dienste der Caritas in El Paso mehr. - Hier in der Umgebung ist das das erste Mal, dass man solche Schweinebacken wirklich erwischt, prozessiert und dann auch einrücken lässt, spätestens jetzt sollte jedem klar sein, dass Umweltvergehen auch hier auf La Palma letztendlich geahndet werden. - Sicher werden die Beiden in Berufung gehen, allerdings sind die Tatsachen derart erdrückend, dass man in deren eher Augen fürchten sollte, dass der nächste Richter nicht die Strafe sogar noch erhöht.




Die illegale Müllkippe oberhalb von El Paso




Montag 30.01.2012 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 58 % - Luftdruck 1017 hPa

Ab ins Museum
Archäologisches Museum sucht Besucher

Ich gebe es zu, ich war in den 5 Jahres seit Mai 2007 auch erst das dritte Mal in diesem Museum, und obwohl der Eintritt immer (noch) nichts kostet, war ich letzte Woche ganz alleine in der großen Halle. - Dabei sind viele Stücke neu hinzugekommen, und es wird sehr gut und auch ausführlich dort im Museum erklärt, was es denn mit den Benahoaritas so auf sich hatte. - Fast alle Ausstellungsstücke tragen auch eine englische Beschriftung, manche dazu auch noch eine Deutsche, so dass es durchaus auch für Menschen interessant sein kann, die nicht ihre Vorfahren oder Vorbesiedler dort im Museum besuchen wollen. - Warum es so leer ist im Museum, das hat sicherlich damit zu tun, dass sich auch hier das Interesse an der Zeit vor den spanischen Siedlern soweit in Grenzen hält, dass man wohl grundsätzlich weiß, dass früher Berber hier gelebt haben, ein Museumsbesuch aber bei uns auf La Palma nicht unbedingt zu den hervorragenden Punkten der Freizeitgestaltung gehört. - Warum so viele ausländische Besucher nicht in dem Museum sind, und auch so wenige ausländische Residenten, das mag einerseits am Desinteresse liegen, anderseits vielleicht daran, dass viele gar nicht wissen, dass wir dieses Museum bei uns haben. - Der Bau dieses Gebäudes war auch sehr umstritten, einmal wollten die Hauptstädter natürlich das "Inselmuseum" haben, aber hier hat sich Los Llanos einmal durchgesetzt. - Dann gab es ewig lange Verzögerungen, nie war genüg Geld da alles fertig zu machen, man meinte schon, man müsste das Museum gar nicht mehr mit Ausstellungsmaterial füllen, da das Museum nach so langer Bauzeit selbst bereits archäologischen Wert besäße. Aber irgendwann, gerade noch vor den Kommunalwahlen im Mai 2007 eröffnete man schließlich das Museum. - Allerdings war damals der Vorplatz noch nicht fertig, der wurde dann erst kurz vor den nächsten Kommunalwahlen schnell gemacht, was übrigens kein Scherz von mir ist, denn erst seit Sommer letzten Jahres ist das Museum und der Platz davor wirklich fertig. - Nach der Eröffnung im Mai 2007 hatte das Museum dann eine Weile offen, dann wurde es wieder geschlossen, denn man hatte vergessen sich darum zu kümmern, dass eben auch Personal vorahnden sein musste, welches auf das Museum aufpasst. - Ich weiß nicht mehr genau, wie lange das Museum dann geschlossen hatte, es waren eher Jahre als nur Monate, aber nun ist es seit letztem Jahr sicher wieder offen und mit vielen neuen Ausstellungsstücken voll geräumt, der Besuch lohnt sich auf alle Fälle. - Eine klitzelkleine, aber wohl äußerst wertvolle Rarität wird dort jetzt auch ausgestellt, es handelt sich um das "Ídolo Bereber", eine Plastik aus getrocknetem Lehm, auf welchem Schriftzeichen der Sprache eines Berbervolkes zu sehen ist, welche wohl auch die der Ureinwohner La Palmas war. - Die Schrift dieser Sprache ist wohl ausgestorben, man hat keine weiteren Schriftzeichen hier auf der Insel gefunden, eben nur diese, und kann so diese Sprache auch (noch) nicht übersetzen. - Wie man nun das Museum findet ist immer wieder die Frage, und die ist gar nicht so leicht zu beantworten. - Kommen Sie von Osten in die Stadt gefahren, also von El Paso aus, dann suchen Sie sich doch bereits nach der Tankstelle, welche auf der linken Seite auftaucht, einen Parkplatz. - Dann gehen Sie noch ein paar hundert Meter weiter in Richtung Stadtkern, und dann rechts in die Calle de Las Adelfas einbiegen. - Sollten Sie woanders parken, dann fragen Sie einfach danach, kennt jeder. - Die Öffnungszeiten habe ich aus der Webseite des Museums, die leider auch schon archäologisch wirkt, also weiß ich nicht, ob die noch so gültig sind: Dienstag bis Samstag von 10:00 bis 14:00 Uhr und von 17:00 bis 20:00 Uhr.





Sonntag 29.01.2012 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 38 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 18,3 Grad - niedrigste Temperatur 12,2 Grad

Wie man sich Schulden bastelt
Kleine Einführung in ein heikles Thema

Das Wort Schulden wird in den letzten Wochen, Monaten, man kann fast sagen auch Jahren bereits fast inflationär hier bei uns benutzt. - Fast möchte man meinen, wir setzen hier alle auf einen Währungscrash, zahlen dann mit Millionen-Euro-Scheinen unsere Schulden mit links zurück, basteln uns dann wieder eine Peseta, und alles ist wunderbar. - Dieses Szenario ist allerdings nicht wirklich real, es muss eher völliges Desinteresse an der Zukunft gewesen sein, was viele Strippenzieher und Politiker dazu brachte, mit unserem Geld so viel Schindluder zu betreiben, dass uns allen inzwischen Hören, Sagen und Börse vergehen. - Dabei muss man gar nicht in die Vergangenheit blicken, immer noch sitzen lustige Gesellen in manchen Rathäusern oder autonomen Regionen, die weiter unser Geld zum Fenster oder zur Tür hinauswerfen. - So dürfen wir nun erfahren, dass das Gobierno de Canarias vorhat, den Stadtpolizisten eine neue Uniform zu verpassen, welche dann die Rathäuser bezahlen sollen. - Ein anderes Hemd, eine andere Hose und die Schrift auf den Aufnähern soll eine andere sein, und das soll den Gemeinden eben mal pro Polizist 450 Euro kosten. - Nein, 450 Euro pro Polizist ist nicht die Welt, allerdings sind manche Gemeinden bereits nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten pleite, und dann solch ein Blödsinn, der absolut unnötig ist, da die Uniform der Stadtpolizisten keiner Veränderung bedarf. - Es ist nicht wirklich anzunehmen, dass man diese neue Vorschrift auch durchsetzen kann, aber alleine darüber nachzudenken, oder menschliche Arbeitszeit und Ressourcen im Moment zu binden welche sich mit solch einem Wahnsinn beschäftigen, zeigt wohl ein bisschen von unserem Problem.

Dann kommt mal wieder eine nette Geschichte aus der Abteilung, täglich eine neue Leiche im Keller, und wieder ist unsere erste Wahl Tazacorte. - Längst sollt dort der "Goldene Geldbeutel am Anker" an den ehemaligen Gemeinderat der Unión Bagañete/Colaición Canarias vergeben worden sein, denn was die an Geldern in den letzten Legislaturperioden direkt oder indirekt im Atlantik versenkt haben, das ist schier unglaublich. - Nun taucht ein neues Ärgernis auf, das Verwaltungsgericht auf Tenerife erinnert die Gemeinde Tazacorte daran, dass man noch 53.000 Euro an eine Firma für ozeanographische Forschung zu bezahlen hätte, weil man vor 6 Jahren eine Forschungsarbeit in Auftrag gegeben hätte. - Damals ließ man die Firma "Aemón 07 Oceanográfico SL" untersuchen, ob man vor der Küste der Playa Nueva und dem Leuchtturm ein künstliches Riff anlegen könnte, um die Umgebung besonders für Tauchtouren interessant zu machen. - Hintergrund dafür war, dass man doch die Ansiedlung eines Hotels dort an der Playa Nueva fördern wollte, und es ja den Plan gab und gibt, dass dieses Hotel speziell für den Tauchtourismus ausgerüstet werden sollte. - Anstatt dass der private Investor sich um solche Untersuchungen bemüht, wurden dafür Steuergelder ausgegeben. - Das kann man wohl mal machen, für private Investitionen vorbereiten, allerdings war man vor 6 Jahren auch schon fast pleite in Tazacorte, von dem Hotel ist weit und breit nichts zu sehen und wenn, dann sollte man seine Rechungen auch bezahlen können. - Zinsen sind dann auch seit 6 Jahren fällig, und man sollte all diese Rechnungen gleich an die Privatadressen der damaligen Auftraggeber schicken, allerdings sieht das Gesetz solche Maßnahmen nicht vor, so wie Bundespräsidenten auch nicht die Wahrheit sagen müssen. - Dennoch ist dies die schönste aller Welten, da muss ich Voltaire deutlich Recht geben, zumindest hätten wir nichts mehr zu schreiben, wenn…



Sonntag 29.01.2012 10:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 49 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 16,8 Grad - niedrigste Temperatur 12,4 Grad

Quallen und Möwen
El Hierro bringt Wissenschaftler ins Grübeln

Oft wurde unsere kleine Nachbarinsel in der Geschichte bereits als das Ende der Welt bezeichnet, und am Ende der Welt, da finden natürlich auch komische Dinge statt. - Den Vulkan meinen wir damit, der sich im Juni vergangenen Jahres angekündigt hat, dann eine fast gänzlich vorhersehbare Dramaturgie entwickelte, um schließlich in einer Eruption am 10. Oktober zu triumphieren, aber danach war nichts mehr so, wie man es erwarten konnte oder wollte. - Bis zum 10. Oktober war alles gut verständlich, die Eruption fand dort statt wo man sie nach den seismischen Bewegungen und nach den Bodendeformationen auch erwartet hatte, im Süden der Insel. - Ganz genau hat man das nicht voraussagen können, wohl aber waren die allermeisten der Meinung, es wird vor der Küste La Restingas geschehen und genau so ist die Geschichte dann auch abgelaufen. - Dann allerdings verlässt der weitere Verlauf der Eruption und das gesamte vulkanologische Ereignis rund um El Hierro die bekannten und verständlichen Pfade, denn nun begann die Zeit der starken Beben im Norden der Insel, wo sich offensichtlich großer Druck in beachtlicher Tiefe aufgebaut hat. - Im Süden nahm die seismischen Bewegungen stark ab, kein Wunder, denn schließlich konnte dort durch die Eruption das Magma ja den Druck abbauen. - Montelang wartete man nun auch auf eine Eruption im Norden der Insel, allerdings blieb diese aus, heute nimmt man an, dass sich das Magma,, welches sich dort bewegt hat, auch über den Schlot im Süden der Insel einen Weg nach außen gesucht hat. - Man nimmt es deswegen an, weil man einfach keine andere Erklärung dafür findet. - Heute ist der Norden der Insel praktisch frei von Beben, die Eruption im Süden hält weiter an, nur zeigt das Signal des Tremor an, dass die Eruption sehr stark nachgelassen hat, man meint fast, die vulkanische Aktivität unter El Hierro kommt zum Erliegen. - Gleichzeitig aber steigt auch wieder die seismische Aktivität im Süden der Insel an, nicht beunruhigend, aber deutlich, und daraus schließt man, dass eben doch noch genügend hoher Druck des Magmas unter der Insel herrscht und die Eruption noch weitergehen wird.

Bei den Bodendeformationen gibt es seit Wochen keine Veränderungen mehr, also auch keine Anhaltspunkte, wie es denn weitergehen könnte mit der vulkanischen Tätigkeit unter und vor der Insel El Hierro. - Die Wissenschaftler halten sich seit Wochen bereits auffällig zurück in ihren Prognosen und Aussagen, denn man ist zunächst mal deutlich überrascht, wie lange denn der Vulkan vor El Hierro schon Magma in die Umgebung entlässt, denn kanarische Vulkane sind in der Regel keine "Steher", sondern haben eine durchschnittliche Aktivitätsdauer von gerade mal 30 Tagen. - Heute sind es aber genau 110 Tage an welchen der Vulkan Magma ins Meer vor El Hierro schickt, und man ist um eine Erklärung dafür ziemlich verlegen. - Was natürlich auch stört ist, dass man keine direkten Aufnahmen von der Eruptionszone erhält, alles was man weiß, das hat man durch sensorische Beobachtungen und durch das Sammeln von pyroklastischen Trümmern, welche ohne Regelmäßigkeit immer mal wieder vom Vulkan als Bims oder Tuff an die Wasseroberfläche geschickt werden. - Wenn das passiert, dann versuchen die Wissenschaftler immer mal wieder diese noch rauchenden Gesteinsbrocken zu "fischen", bevor die in sich zusammenbrechen und dann wieder im Wasser versinken. - Man hat schon reichlich von diesem Material herausgeholt, mit für kanarischen Vulkane hohem Anteil an Silizium, so dass man diesem Basalt auch bereits einen eigenen Namen gegeben hat, nämlich nach der Fundstelle "La Restinga" heißt dieses Material nun "Restingolyth". - Weniger Eruption, dadurch verringert sich auch der Druckabbau im Untergrund der Insel und es finden wieder mehr Beben statt, so könnte man die jetzige Situation wohl am einfachsten deuten. - Noch aktiv, aber nicht mehr lange, so lautet die Vermutung der meisten Beobachter, allerdings winden sich die anerkannten Wissenschaftler sehr, sich mit solchen Aussagen erwischen zu lassen, der Vulkan hat uns eben schon einige Male an der Nase herumgeführt. - Was noch ganz interessant ist, man hat mit kleinen Tauchrobotern die Umgebung der Eruptionsstelle wohl des Öfteren besucht, zumindest so nahe zur Eruptionsstelle, dass man überhaupt noch etwas sehen kann, und festgestellt, dass das Meer über und neben der Eruptionsstelle voller Quallen ist, die sich dort im warmen und sauerstoffarmen Wasser wohl absolut wohl fühlen und sich von den Algen ernähren, die auch dieses saure, warme und eigentlich lebensfeindliche Wasser dort abkönnen. - Auch stellt man fest, dass über der Stelle auf dem Meer, wo die Eruption stattfindet, immer viele Möwen kreisen, die sich inzwischen daran gewöhnt haben, dass dort immer viele Fischkadaver an der Oberfläche treiben, welche zu nahe an die Eruptionsstelle geraten sind und wohl an Sauerstoffmangel verendet sind. - Möwen und Quallen als Gewinner einer vulkanischen Eruption, auch nicht schlecht, wenn auch nicht wirklich befriedigend für die Bevölkerung und die wirtschaftliche Situation der Insel, welche unter dem Vulkan mehr gelitten als gewonnen hat. - Nicht, dass es gefährlich geworden wäre, aber es hat denen den Tourismus verhagelt und die Fischerei, und wenn man aber kein vorzuzeigendes Souvenir vom Vulkan behält, in Form eines Kraters, oder einer kleinen Inseln, dann kann man ja diese Eruption gar nicht touristisch verwerten. - Am Montag kommt das spanische Prinzenpaar nach El Hierro, dort feiert dann Felipe Geburtstag und man will sich die Windkraftanlagen ansehen die gerade dort installiert werden, und natürlich auch über die Folgen der Eruption erkundigen. - Am Montag also blickt Spanien auf El Hierro und es bleibt zu hoffen, dass man daraus ein bisschen Reputation schlagen kann.




Seismische Ereignisse der letzten 3 Tage vor und unter der Insel El Hierro




Samstag 28.01.2012 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 16,8 Grad - niedrigste Temperatur 12,4 Grad

Zeitung zuschlagen
Nichts für zarte Gemüter

Manchmal quält man sich wirklich zäh durch die Presse. - Manchmal, weil einfach nichts Interessantes passiert, was auf einer solch kleinen Insel durchaus häufig vorkommt, dann wieder sind es die Nachrichten selbst, welche einem so überhaupt nicht schmecken, und man am liebsten gar nichts wissen würde. -. Voll in die Weichteile bekommen es Spanien und die Kanaren gerade wieder, Spanair hört auf zu fliegen, damit man keine weiteren Roten Zahlen verursacht, hier auf den Kanaren ist zum Ende letzten Jahres die Arbeitslosigkeit auf 30,9 Prozent gestiegen, und eine weitere Ratingagentur stuft Spanien erneut herab. - Wir sind begeistert, feiern unaufhörlich auf den Straßen, grölen siegstrunken Freudenlieder und werden, wenn es Nacht wird, wohl mit Feuerwerken die augenblickliche Situation feiern. - Stimmt, geht nicht, wir sind ja pleite und können uns kein Feuerwerk mehr leisten. - Der "Wechseleffekt" von der Regierung Zapatero hin zum konservativen Mariano Rajoy hat also nicht gezündet, wir hatten uns ja eigentlich gedacht, oder vielleicht mehr erhofft, dass die Industrie und das Gewerbe seit geraumer Zeit schon gewartet hat auf den Wechsel und nun, im guten Glauben an positivere Zeiten, schon mal ein bisschen konjunkturelles Feuerwerk hinlegen würden, aber da haben sich unsere Hoffnungen wohl einfach nicht erfüllt. - Nichts ist mit Krise wegzaubern, oder einfach wegdenken, zwei Jahre soll das noch so weitergehen, dann erst rechnet man wieder mit mehr Investitionen und dem langsamen Ende einer der profundesten Krisen, welche Spanien jemals erlebt hat. - Das mit Spanair, das war abzusehen, nie wieder nach dem schweren Unfall haben die sich ganz erholt, man fand einfach keinen Platz mehr zwischen Premium Fluggesellschaft und Billigflieger, und als zuletzt kein frisches Geld mehr kam, da war das Kerosin endgültig alle. - Für die Kanaren bedeutet das auch zunächst jede Menge Flüge weniger, allerdings stehen andere Fluggesellschaften gerne bereit, die frei gewordenen Kapazitäten an sich zu reißen. - Der erneute Anstieg der Arbeitslosenzahlen, den haben wir so nicht erwartet, dachten wir doch eigentlich, wir wären schon ganz unten, aber es kommen einfach noch keine neuen Impulse, da die Konjunkturprogramme allesamt dem Schuldenkampf geopfert wurden. - Ich weiß nicht, wie herum man diese Krise schneller bekämpft, weiß nur um den dringenden und notwendigen Strukturwandel, welchen viele Ressorts hier in Spanien angehen müssen, kann aber noch nichts an mittelfristiger Strategie erkennen, immer nur mittelfristige Hoffnung. - So grau die Meldungen heute sind, so grau stellt sich auch das Wetter heute mal wieder dar, nur ab und zu lugt die Sonne durch das hausgemachte Wolkenkleid über den Inseln, weil wir mal wieder gar keinen Wind haben. - Dann nieselte es gegen Nachmittag auch noch, diese kleinen Tropfen, welche nicht nass machen, sondern einen im Aridanetal daran erinnern, dass theoretisch Wasser auch vom Himmel fallen kann, und nicht immer nur aus der Bewässerungsanlage kommen muss. - Eigentlich sollten wir alle schlechte Laune haben und depressiv in den Ecken kauern, aber in Spanien, und auf den Kanaren sowieso, ist man je bereits deutlich krisenerprobter als das Nachkriegsdeutschland, es ist wirklich angenehm wie erstaunlich, wie gut die allgemeine Stimmung immer noch ist. - Deutschland ist für uns wirklich ein Vorbild, aber wenn es einem Land mal dreckig geht, also so dreckig wie uns jetzt, da kann ich Spanien hervorragend empfehlen, niemand leidet mit mehr Würde und Stolz als wir.



Samstag 28.01.2012 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 12 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 61 % - Luftdruck 1019 hPa

2010 arbeiten, 2015 kassieren
Überstunden - über Jahre

Die schwere Last der Schulden, und den bislang absolut sorglosen Umgang mit dem Geld Anderer der Coalición Canaria, hinterlässt in allen Gemeinden mindestens schlechte Laune, wenn es nicht sogar bedrohlich ist für die finanzielle Zukunft der Kommunen. - Die Horrormeldungen nach den Kommunalwahlen im Mai letzten Jahres reißen nicht ab, nachdem die "Zweckehe" zwischen den Sozialisten und der Partido Popular in den meisten Gemeinden der Insel die Coalición Canaria in die Opposition geschickt hat. - Seien es Tazacorte, Los Llanos, Los Sauces und auch im, allerdings kleineren Rahmen El Paso, alle diese Gemeinden müssen nun einen Sparkurs einlegen, welcher den meisten Bürgern wohl nicht in aller Gänze klar ist. - Die Hauptstadt bildet da auch keine Ausnahme, im Gegenteil, arbeitet man doch dort immer noch gegen Überstunden der Gemeindearbeiter an, welche in den Jahren 2009 und 2010 angesammelt wurden. - Die Überstunden aus dem Jahr 2009 wird man wohl in diesem Jahr bezahlen, was dann ab 2010 an Extra Stunden angesammelt wurde, das wird man nach und nach bis zum Ende der Legislaturperiode stückeln, also bis ins Jahr 2015 hinein. - Über 800.000 Euro an ausstehenden Löhnen und Gehälter nur aus Überstunden haben sich in der Hauptstadt angesammelt, wobei gut die Hälfte dieser Extra-Stunden alleine rund um die "Bajada de la Virgen de Las Nieves" aufgestaut haben. - Polizei, Gemeindearbeiter, temporäre Angestellte und so weiter, werden nun mit diesem Zahlungsplan vertröstet, anders könne man das Geld nicht aufbringen und wenn solch ein Spektakel wie die Niederkunft der Jungfrau alleine an die 400.000 Euro an Überstunden kostet, also neben den Löhnen, Gehältern und den Kosten welche da verursacht werden, dann muss man für die kommende Bajada im Jahr 2015 irgendwie eine komplette Neuplanung angehen. - Es kann und darf doch nicht sein, dass religiöse Feste dadurch, weil sie ein überregionales Spektakel geworden sind, die Gemeinden in die Pleite fahren. - Da müssen die Verantwortlichen, und das sind in dem Fall die Politiker wie auch die katholische Kirche nun mal den Vernunftanker werfen, und in Zukunft Fest so feiern wie es die Finanzlage zulässt, und nicht wie ein Gemeinderat das unbedingt will, um sich möglichst beliebt zu machen. - Unsere Aufgabe als Bürger hingegen wird es sein, diese Einschränkungen auch zu unterstützen, auch wenn wir gerne feiern und fröhlich sind. - Da fürchtet man halt ein bisschen Volkes Stimme, und Volkes Ignoranz, eine schöne Fiesta wollen alle haben, das ist so etwas wie ein öffentliches Grundrecht, und wie man das bezahlt, das geht uns doch nichts an. - Da gibt es viel Nachholbedarf auch in Sachen erwachsener Gesellschaft, erst wenn wir vernünftigen Politikern applaudieren, die es auch mal wagen Nein zu sagen, weil am Ende des Geldes einfach keine Fiesta mehr drin ist, oder eben eine abgespeckte Version hinzaubern, die auch auf die Mitarbeit des Volkes zählt. - Eben weil es ein Volksfest ist. - In El Paso will man es ja in diesem Sommer wagen, und erstmals eine "Bajada de la Virgen del Pino" aus den laufenden Kosten heraus finanzieren und keinen Kredit aufnehmen. - Warten wir mal ab, ob die Bürgermeisterin aus El Paso mit ihrer kommenden Sparfiesta gefeiert wird, oder gefeuert. - Das ist noch nicht raus.



Freitag 27.01.2012 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 43 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 20,2 Grad - niedrigste Temperatur 11,6 Grad

Andrea und Diego
Sag mir deinen Namen, und ich sag dir wie du heißt

Ich liebe einfache Logik, ganz ohne Zauber oder schwer verständlichen Zinnober. - Andrea ist der beliebteste Mädchenname hier auf La Palma, zumindest im Jahr 2010, gefolgt von Alejandra und Daniela. - Bei den Jungs sieht das so aus, da steht an erster Stelle der Name Diego und dann folgen Daniel und Hugo. - Bei den Mädels muss man also feststellen, dass man bei der Namenssuche schon weit nach Mitteleuropa gewandert ist, und die früher so häufig genutzten Namen wie María, Dolores, Remedios oder Angustia kaum noch in den vorderen Namenrankings auftauchen. - Das ist zum Teil auch verständlich, einmal lässt selbst bei uns die christliche Namensgebung nach, und auf der anderen Seite möchte ich meine Tochter auch nicht Schmerzen (Dolores), Ausweg (Remedios) oder gar Angst (Angustia) nennen. - Bei den Jungs bleibt man ein wenig konservativer, der Diego ist wohl einer der spanischten Namen überhaupt, Daniel und Hugo auch bereits Klassiker hier. - Auf jeden Fall ist damit ein Trend wieder gebrochen, dass immer häufiger altkanarische Namen vergeben werden, so wie das noch vor ein paar Jahren der Fall war. - Das war zum Teil fast ein bisschen entglitten, so schön und passend wie es ist, sich bei der Namensgebung an die Vorfahren zu halten, wenn es für diese Namen keine festen Schreibweisen gibt, weil man eben diese Namen niemals vorher geschrieben hat, dann läuft da einiges durcheinander. - Das war fast so wie die ersten Jahre der Neuen Rechtschreibung, schraib wi du wills, aber inzwischen hat man sich ja gewisser Ordnung besonnen. - Die beliebtesten Namen für die Brut sind übrigens auf den Inseln nicht gleich, sondern unterscheiden sich zum Teil ganz gewaltig. - Zusammengewürfelt aus den Vorlieben der einzelnen Inseln bleiben für die Kanaren im Ganzen die Namen Daniela und Daniel stehen, Namen die man in Deutschland vor, ich weiß nicht mehr wie langer Zeit, auch mal auf den Bestenlisten fand. - Hier liegt beim Daniel die Betonung auf dem "e", wir haben hier also den "Daniél", die Daniela wird genau so ausgesprochen wie auf Deutsch, auch mit der Betonung auf dem "e". - Drei Jahre hintereinander sind nun Daniel und Daniela bereits auf den ersten Plätzen bei der Namensgebung auf den Kanarischen Inseln. - Im weiteren Verlauf folgen Lucía, Paula, Sofía und Adriana. - Bei den Jungs folgen auf Daniel Alejandro, Diego, Hugo y Pablo. - La Palma liegt also mit seiner Andrea wohl ein bisschen außerhalb des kanarischen Trends, bei den Jungs aber sind wir bester Durchschnitt.

Auf den anderen Insel sieht das wie folgt aus: Auf Gran Canaria sind die Favoriten bei den Mädchennamen Daniela, Lucía, Paula, Adriana und Sara, bei den Jungs, Hugo, Pablo, Daniel, Alejandro und Gabriel.

Tenerife vergibt am liebsten folgende Mädchennamen: Lucía, Daniela, Sofía, Paula und Carla, und die häufigsten männliche Vornamen lauten: Diego, Daniel, Alejandro, Adrián und Pablo.

Weiter geht es nach Lanzarote, dort werden die meisten Mädchen Daniela, Sara, Sofía, Ainara (baskisch) und Adriana genannt. - Die Jungs aus Lanzarote heißen: Alejandro, Diego, Daniel, Hugo und Álvaro, also wieder ganz konservativ.

Gehen wir nun auf die Nachbarinsel Fuerteventura, da nennt man die Mädchen gerne Lucía, Daniela, Sofía, Nayara (baskisch) und Patricia. - Bei den Jungs taucht echtes multikulti auf und deutet auch darauf hin, dass es auf Fuerteventura eine recht große muselmanische Gemeinde gibt, denn die Lieblingsnamen für Jungs auf "Fuerte" sind: Alejandro, Mohamed, Adrián und Daniel.

Bleiben noch die beiden kleinen Inseln La Gomera und El Hierro. - Auf La Gomera sind die beliebtesten Mädchennamen Aitana, Carla, Claudia und Julia, also so gar nicht im kanarischen Trend liegend. Bei den Jungs schon eher, denn die häufigsten Namen bei den Kerls sind Hugo, Diego, Jorge und Pablo.

Und las, und wohl auch least, weil man keine Lieblingsnamen von Mädchen feststellen konnte ist El Hierro, denn dort kommt kein einziger Name aus dem letzten Jahr zweimal vor. - Bei den Jungs wohl, da gibt es eine Ministatistik, Moisés und Nicolás werden da genannt, also ganz weg vom kanarischen Durchschnitt, aber El Hierro ist auch alles andere als kanarischer Einheitsbrei.



Freitag 27.01.2012 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 12 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 54 % - Luftdruck 1021 hPa

Tranquilo
Andere erfinden uns neu

"Wenn scho de Schickeria ihrn Porsche gegan 2 CV umtauscht" hat mein Freund im Geiste Konstantin Wecker mal in einem seiner Wutausbrüche gerufen, und mir ist dieser Satz heute früh eingefallen als ich lesen durfte, dass nun die Caja Canarias/Banca Cívica einen Arbeitsladen (Workshop) hier auf der Insel abhält, um für uns die Möglichkeiten der "Bewegung Sow" zu diskutieren. - Abgeleitet und weitergedacht aus den Bewegungen "Slow Food" und "Cittàslow" gibt es eine grundsätzliche Überlegung, das Leben noch mal neu zu überdenken, und ob Wachstum und Schnelligkeit wirklich Fortschritt und eine Verbesserung der Lebensqualität anbieten, oder ob man hier nicht während einer ganz langen Epoche des wirtschaftlichen Aufschwungs Ursachen und Wirkung verwechselt hat. - Man kann an der "Philosophie Slow" natürlich noch richtig herumfeilen, aber die grundsätzlichen Vorstellungen sind wohl klar, und immer mehr Menschen überlegen inzwischen, ob denn diese wahnsinnige Geschwindigkeit in der wir unser Leben gestalten, oder gestalten müssen, eben um zu gefallen und zu genügen, nicht anderen Interessen dient, als unseren eigenen. - Überrascht, verdutzt bis erschrocken bin ich nun, dass ausgerechnet ein Geldinstitut, zwar eines mit lokalem Charakter, aber immerhin auch mit dem Makel der Zinsen versehen sich dafür stark macht, die "Bewegung Slow" hier auf und für die Insel zu betrachten. - Dazu lädt man interessante Menschen ein die darüber diskutieren sollen, was denn hier geht, und ob denn auch wirtschaftliche Zukunft darin stecken könnte. - Da ich felsenfest überzeugt bin davon, dass alle Banken immer nur das Gemeinwohl in nahen Auge haben, so wie uns das der Ackermann seit vielen Jahren vorlebt, kann es doch nur gut sein, dass ein Kreditinstitut sich darum bemüht, die wirtschaftliche Kompetenz eines Systems zu prüfen, welches sich eigentlich auch damit schmückt, nicht den Profit als erstes Ziel zu stecken.

Natürlich kann ich die Bank verstehen, andere Geschäftsprinzipien sind hier auf der Insel längst gnadenlos gescheitert, nichts ist mit Massentourismus, Golfplätzen und mondäner Welt auf La Palma, wir sind nun mal ein stocksteifes Inselchen und Völkchen, welches zur bereitwilligen Ausbeutung durch konservativen Einsatz von internationalen Geschäftsgepflogenheiten einfach nicht taugt. - Will nichts anderes sagen, selbst die Globalisierung scheitert an uns, so ist mit uns kein Geld zu verdienen, bislang kosten wir immer nur was, also muss man andere Geschäftsmodelle suchen und finden. - Dabei kommt man irgendwann zwangsläufig auf diese "Bewegung Slow", denn nicht nur, dass diese neue Idee sehr zu uns passt, sondern wenn wir ehrlich sind, haben wir diese Geschichte sogar mal erfunden, nur damals, als alles anders war und nur manches besser, da hieß die "Bewegung Slow" hier einfach nur "tranquilo". Auch heute noch, wenn gerade kein Krawattenträger der Fraktion kognitiv Amputierter zusieht, dann nehmen wir uns die Auszeit, atmen durch, fangen lieber noch mal von vorne an und fallen langsam, sehr langsam aber eben nachhaltig wieder in unsere Geschwindigkeit zurück und plötzlich hat das auch alles wieder seinen Sinn. - Ich erinnere mich gut, als man in einer großen Diskussion mal einen solchen politischen Krawattenträger, seinen Namen nenne ich jetzt mal nicht, weil es zu peinlich ist, die einfache Frage stellte, warum man denn überhaupt eine Autobahn von Los Llanos nach Santa Cruz plane. - Seine Antwort darauf war, weil man dann früher in Santa Cruz wäre. - Darauf hin eine Stimme aus dem Publikum: "Wenn ich früher in Santa Cruz sein will, dann fahre ich einfach früher los". - Dinge können einfach sein, sehr einfach sogar, und wenn man uns heute die "Bewegung Slow" und alle Derivate darum als neue und globale Idee verkaufen will, dann freue ich mich nachhaltig und klammheimlich, denn wieder einmal hat der Igel den Hasen geschlagen. - Sei´s drum, gefährlich wird es erst dann, wenn man es halt zum Geschäftsmodell macht und dieses monopolisiert, oder eben Abhängigkeiten schafft. - Ohne Monsanto wächst kein Weizen mehr, und ohne das Geld der Banken kein Geschäft. - Da hilft nur eins, ganz schnell langsam werden…





Donnerstag 26.01.2012 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Ein Schiff wird kommen…
…aber nicht nach Tazacorte

Wenige hier auf der Insel zweifeln daran, dass der Hafenausbau in Puerto de Tazacorte lediglich den noch verbleibenden Fischerbooten und eben dem Jachthafen zu Gute kommt, und wer nicht daran zweifelt, der gewinnt irgendwelche Vorteile daran, dass man für 53 Millionen Euro einen neuen Hafen in Puerto de Tazacorte baut. - Den letzten, und mit architektonischen Lorbeeren versehenen Hafen, den hat man uns erst Anfang Dezember 2002 dort hingestellt, und wie es immer ist, die Hälfte des Geldes kam von der Europäischen Union. - Damals war die Erklärung für den Ausbau des Hafens von Tazacorte, dass man endlich auch bereit sein will Fracht- Fährschiffe dort anlanden zu lassen, denn das aufstrebende Aridanetal hat ja keinen Hafen und alle Produkte und Passagiere die anlanden wollen, die müssen den Haupthafen der Insel in Santa Cruz de La Palma nutzen. - Stolz war man hier schon im Aridanetal, einige Leute dachten auch wirklich wohl, dass dieser Hafen Sinn macht und genutzt wird um Fracht und Passagiere nach Tazacorte zu locken. - Viele andere waren nur stolz darauf, dass man es damals hinbekommen hatte, die Europäische Union so zum Deppen zu halten, dass die Geld bezahlen, für einen Hafen, der kein Schiff sehen wird. - Es kamen allerdings ein paar Schiffe, bereits am Eröffnungstag, die Kristina Regina aus Finnland, und dann später noch einmal die Garajonay-Expres mit 200 Rentnern zum Kaffeetrinken. - Später fuhr mal die Reederei Armas mit der Volcán de Tauce eine lustige Linie von El Hierro nach Tazacorte und dann weiter nach Santa Cruz, so konnten man hier eine Kreuzfahrt von Tazacorte nach Santa Cruz machen, für wenig Geld, das war eine feine Sache. - Gelohnt hat sich das für die Reederei nicht, die Inselregierung hat denen Geld gegeben, damit die diese Linie betreiben und nur 2 Sommer lang existierte diese Fährlinie. - Im Winter bei Westwind oder Dünung kann man in den Hafen eh nicht einlaufen, aber das mal ganz nebenbei.

Aber wenn ein Hafen nicht gebraucht wird, was macht man dann, nach unserer Logik gibt man dann noch einmal 53 Millionen aus und baut den Hafen so richtig aus. - Die Erklärung warum wir das brauchen, die bleibt die gleiche wie für den Hafenausbau von 2002, wir wollen endlich einen Fähr- und Frachthafen haben. - Allerdings hat sich an den Umständen seit dem nichts geändert, Tazacorte liegt immer noch auf der Tenerife abgewandten Seite, und keine Reederei oder sonst wer ist aufrichtig daran interessiert, einen Umweg zu fahren, bloß dass auch mal ein Schiff in Tazacorte anlegt. - Nun reißt man also die 10 Jahre alte Hafenmauer ein, damit man eine längere Mole dort hinstellen kann, die inzwischen aber wieder kürzer wird als ursprünglich geplant, da man sich mit dem Geld schon wieder furchtbar verrechnet hat. - Nutznießer dieser Ausbaugeschichte ist vor allem der private Jachthafenbetreiber "Satocan", der eben eine noch größere Mole hingesetzt bekommt. - Zwar hat uns die Europäische Union inzwischen dabei erwischt, dass wir nicht nur einen größeren Frachthafen bauen, sondern auch direkt mit den Fördermitteln den Jachthafen verbessert haben und hat uns deshalb auf die Finger gehauen. - Allerdings hat man uns noch kein Geld wieder weggenommen, sondern man ist nun mit der Gesamtinvestition beim Hafenausbau unter die 50 Millionen Euro gerutscht, dann würde sich die Europäische Kommission nicht mehr so dringend drum bemühen mal nachzusehen, ob man denn hier einen erneuten Ausbau des Hafens überhaupt braucht. - Ich weiß nicht, ob überhaupt jemals Techniker oder sonst wer von der EU hier vor Ort waren und sich über die Bedingungen und Notwendigkeiten informiert haben, ich fürchte mal eher nicht, sondern man sich ganz und gar auf wortmächtige Verlautbarungen schriftlich verlassen hat. - Arbeitsplätze, bla bla bla, wirtschaftliche Entwicklung bla bla bla, Reichtum und Wohlstand schaffen bla bla bla, viele Reedereien interessieren sich für den Hafen bla bla bla. - Wenn man überhaupt noch einen Beweis dafür braucht, dass es keinerlei Notwendigkeit für einen Fähr- oder Frachthafen auf der Westseite der Insel gibt, dann passt die Meldung da ganz gut herein, dass nun die Reederei Armas die einzige Schiffsverbindungen zwischen El Hierro und La Palma (Santa Cruz) gestrichen hat, weil es sich einfach nicht rechnet. - Und die einzige Insel, die ein bisschen näher an Tazacorte liegt als an Santa Cruz, das wäre El Hierro. - Ein Schiff wird kommen, und nicht nur eins, aber eben nicht nach Tazacorte.






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