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Montag 30.03.2015 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 30 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 17 % - Luftdruck 1024 hPa
Höchsttemperatur heute 30,8 Grad - niedrigste Temperatur 16,0 Grad

In der Hitze des Tages
Garantiert politikfreie Nachrichten

Für heute garantiere ich das, aber es ist schwer, denn wir leben in Zeiten des Wahlkampfes, und da ist halt viel los, auf diesem schlüpfrigen wie schleimigen Parkett. - Endlich, seit letzten Freitag sogar schon, die Honoratioren waren aber viel zu sehr mit Wochenende beschäftigt, um das Ding einzuweihen, ist ein Schwarzer Fleck in unserem Straßensystem der Insel verschwunden. - Das "Cruze el Molino" in der Gemeinde Breña Alta war der unfallreichste Punkt der Insel, mit durchschnittlich jedem zweiten Tag einem Unfall. - Dort bog man in Richtung San Pedro von der Hauptstraße LP3 ab und musste dabei diese Hauptstraße von rechts überqueren und dabei auf den Verkehr aus beiden Seiten achten, wobei von rechts kommend der Verkehr auch noch von einer Kurve verdeckt war. - Viele Jahre lamentierte man herum, forderte immer wieder, diesen "Punto Negro" doch endlich zu entschärfen, aber vielleicht wollte man nicht, vielleicht konnte man nicht und ich hatte doch versprochen, keinen Ausflug in die Politik zu unternehmen. - Das Ding ist jetzt fertig, die Abbieger nach San Pedro müssen immer noch die LP3 überqueren, aber eben nur noch auf den Verkehr von rechts achten und man hat auch die Kurve davor entschärft, so dass die Abbieger länger die herannahenden Autos erkennen können. - Wer Richtung Westen fährt, der wird nicht mehr aufgehalten, von eventuell sich stauenden Fahrzeugen die abbiegen wollen, sondern man kann ohne Behinderung vorbei fahren. - Lediglich, wenn es bergab geht auf der Hauptstraße erkenne ich jetzt einen Punkt, der mir nicht so ganz gefällt, man muss nun an einem Punkt scharf nach links fahren, weil man einen angedeuteten Kreisverkehr auch erzwingen will. - Meine mitfahrende Tochter meinte allerdings, diese Richtungsänderung sei gewollt, damit würde man Fahrer, die so wie ich zu schnell die Straße bergab fahren, damit einbremsen. - Mich besuchende Töchter haben grundsätzlich Recht, sonst kommen die nicht wieder, und vielleicht war ich wirklich ein bisschen zu schnell unterwegs. - 650.000 Euro hat die Neugestaltung dieses Abschnitts gekostet, auch mit einem Kilometer neuem Asphalt bergab bis zu Lidl, und eben dem Abtragen eines Teiles der Geländekuppe, welche den Blick nach rechts beim Abbiegen so schwer gemacht hat. - Einzige Bedingung bei so viel Geld ist, bitte kaum noch Unfälle, dann hat es sich auf jeden Fall gelohnt.

Seitens der Inselregierung arbeitet man weiter daran, das Projekt für ein Thermalbad bei der "Fuente Santa" auszusuchen, aus den 106 eingesandten Arbeiten. - Aus vielen Ländern, bis auch China kamen Projekte, wie man denn am besten diese Wasser mit kurativen Eigenschaften ausnutzen kann, natürlich auch mit dem Hintergrund, damit den touristischen Wert aber auch das Einkommen aus diesem Sektor für die Inselvolkswirtschaft zu erhöhen. - Man hätte bereits alle 106 Einsendungen inzwischen geöffnet und würde nun zunächst die aussortieren, welche sich bei grober Ansicht alleine nicht an die geforderten Auflagen gehalten hätten, also die Bedingungen nicht wirklich interpretiert hätten. - Bis zum 13. April dann hätte man einen Gewinner, was allerdings nicht grundsätzlich bedeuten muss, dass genau dieses Projekt auch einen Investor, und auch alle Genehmigungen seitens der argwöhnischen bürokratischen Hürdenträger findet. - Auf jeden Fall hofft nun die Jury, dass die guten Projekte keine pharaonischen Bauten vorsehen würden, sonst bekäme man Probleme mit den Genehmigungen. - Die bekommen die so oder so, auch weil es mehrere Interessengruppen hinter der Nutzung der Heiligen Quelle gibt, und wir uns darauf verlassen können, dass diese Interessengruppen nicht einfach so einem Investor alleine diese natürliche, wie lockende natürliche Ressource der Insel überlassen werden. Hoffentlich macht man auch für das Publikum die besten Projekte sichtbar, nicht nur die Gewinner, allerdings fürchte ich mal, dass man zu viel Transparenz auch nicht immer schätzt, weil dann wieder viele Stimmen eine andere Lösung fordern oder eben auch Schmurucheleien hinter der Projektauswahl sehen wollen. - Wir sind alle sehr gespannt, welche Projekte denn auf den ersten Plätzen landen werden.

Über 30 Grad, langsam fängt meine Maschine wieder an zu arbeiten, ich mag Temperaturen mit der 30 vorne weg. - Allerdings ist es fast ein bisschen früh im Jahr, und als heute Vormittag der Hubschrauber durch das Tal flog und reichlich trockener Wind wehte, kam mir auch gleich wieder die Angst vor den Waldbränden in den Sinn. - Jetzt hat der Wind sich deutlich wieder gelegt, und der Hubschrauber flog auch keinen Brandeinsatz, es sah nach einer Übung bei der Montaña de Todoque aus, oder was immer der auch dort wollte, aber ein Feuer hatte er nicht zu bekämpfen. - Morgen wird es wieder ein bisschen frischer, Wolken ziehen vom Westen in den kanarischen Luftraum, aber die Winterkälte haben wir gründlich abgeschüttelt. - By the way, es sind noch Plätze frei bei Condor und Air Berlin, und auch noch schöne Unterkünfte, falls es gerade ungnädiges Wetter in Mitteleuropa haben sollte…




Hier noch während der Bauarbeiten am Cruze el Molino mit "Ostseitenwetter"





Montag 30.03.2015 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 17 % - Luftdruck 1022 hPa

Gastbeitrag von Rose Marie Dähncke

Überfall um Mitternacht - aus dem Jahr 1980

Haben Sie genug Fantasie, sich meine recht einsame, wenn auch durchaus wunderschöne und luxuriöse Wohnlage vorzustellen? Ich helfe Ihnen mit den wichtigsten Angaben.

Ums Haus herum breitet sich ein richtiger Park mit Blumenrabatten, Ziersträuchern, Palmen, Goldfischteich, hundertjährigen Kastanienbäumen und einem kleinen Kiefernwäldchen; auf dem unterhalb davon gelegenen terrassierten Gelände wieder ein Blumengarten und Obstbäume; auf oberhalb des Hauses gelegenen Terrassen weitere Obstbaumplantagen und dichter Wald, bestehend aus Baumheide, Faya, Lorbeer u.a.m., wild verwachsen, urwaldhaft.

So sitze ich in 20.000 qm eigener grüner Umgebung, und der Rest ist Natur: Weiden, Felder mit Ziegenfuttersträuchern, Kastanienhaine, Wald. Kein Nachbar weit und breit. Die wenig befahrene Straße in Richtung Grillplatz und Cumbre befindet sich entfernt vom Haus und stört nicht.

Habe ich es nicht gut? Ein Deutscher sagte einmal: "Das kann sich bei uns höchstens ein Dr. Oetker leisten".

"Und haben Sie keine Angst hier?" werde ich oft von Besucherinnen gefragt. Nein, ich habe keine Angst. Ich hatte auch noch nie welche. Hier auf unserer friedlichen Insel gibt es keine Bedrohung von Leib und Leben - dachte ich, bis die Sache mit dem Überfall passierte, das war die Gelegenheit, das Fürchten zu lernen.

Also bei Tage ist mein Park ein Gedicht. Da lustwandle ich gerne und geniesse mein Wohlergehen. Aber nachts ist der Park dunkel, schwarz, rabenschwarz. Noch ein bisschen schwärzer sind nur die enormen Kastanienstämme und dichten Sträucher.

Es war so eine Nacht, tiefste Dunkelheit um mich herum, und ich ganz allein zu Haus. Wie immer kein Mensch unterwegs, denn nach Einbruch der Nacht geht niemand mehr auf die Straße, da erscheinen die Geister. Kein Auto. Nichts. Aber ich habe ja keine Angst. Es war 12 Uhr und Mitternacht. Vor dem Zubettgehen warf ich noch einen Blick aus dem Fenster des ebenerdigen Salons und ging auch noch ein paar Schritte hinaus, soweit der Lichtschein reichte. Mein Schäferhund wedelte mit dem Schwanz. Als ich da so stand in dieser totalen Finsternis und absoluten Stille, spürte ich etwas. So, als wäre ich nicht allein, als wäre da noch etwas oder jemand, als würde ich gar beobachtet.

Das konnte doch nicht sein. Wer war denn schon mitten in der Nacht noch draußen. Aber immerhin, ich sprang erst mal hinter den nächststehenden Busch, vor mir nun die undurchdringliche Tiefe des Parks, hinter mir das erleuchtete Haus. Welch strategisch dumme Situation. Ich verharrte zunächst, die Pupillen an die Dunkelheit gewöhnend. Der Hund freute sich auf einen überraschenden nächtlichen Rundgang. Er dammelte ein bisschen herum und witterte keine Gefahr.

Aber ich, denn nun merkte ich mehr als ich sah, dass an der entfernten Pforte an der Straße irgend etwas vor sich ging. Geräusche von Bewegungen, oder gar Raunen von Männerstimmen. Ich schlich mich zum nächsten Busch und dann noch einen weiter. Jetzt hatte ich einen freien Blick in die Gefahrenzone und konnte tatsächlich zwei Männer ausmachen, die an die Pforte gelehnt waren oder sich daran zu schaffen machten.

Nun musste etwas geschehen, und ich überlegte krampfhaft, was. Was konnte ich tun gegen zwei Männer, die ja offenbar Übles im Schilde führten. Ich fing erst einmal prophylaktisch ein bisschen zu zittern an, das konnte nicht schaden, aber es half auch nicht. Ich könnte vielleicht wegzulaufen versuchen, vielleicht, aber andererseits wollte ich auch mein Haus verteidigen.

Der Hund! Wozu hatte ich ihn denn. Früher hat er sogar gebissen, bis wir ihn dann erzogen haben. Er hieß Lord und benahm sich jetzt leider auch so, er reagierte auf mein verzweifeltes Anspornen zur Initiative überhaupt nicht. Er sprang mich begeistert an, dankbar für so lieben nächtlichen Zuspruch, schnupperte fidel in der Gegend herum, aber Angriff, Verteidigung und wenigstens Angstmachen durch gefährliches Bellen - nichts. Eine totale Niete dieser Hund.

Ich blickte wie gebannt - bibbernd und schlotternd, ernstlich enttäuscht von meinem Wachhund, allein und schutzlos - in Richtung Pforte, wo die Männer jetzt versuchten, das stabile Vorhängeschloss zu bearbeiten. Sie ließen nun auch alle Vorsicht beiseite und sprachen fast normal laut mit einander. Spanisch. Aha. Ich sprang zwei Bäume weiter, nur um irgend etwas zu machen. Und plötzlich ging viel Licht an. Zwei Autoscheinwerfer, denn sie waren mit dem Wagen da. Nun kam noch ein dritter Mann dazu.

Es gab keinen Zweifel, ich war verloren. Ich befand mich etwa in der Mitte zwischen Haus und Pforte, und in dem jetzt angestrahlten Park konnte ich nirgendwo hin. Der Hund sagte immer noch nichts. Er zottelte in dem Scheinwerferlicht umher und wunderte sich über gar nichts. Ich wartete auf den ersten Schuss. Im Fernsehen wäre er schon längst gefallen.

Aber nichts geschah. Die Männer schienen leicht aufgeregt und zeigten in meine Richtung. Die Spannung war zum Bersten. Und dann rief einer: "Sabina!"

Mein Gott, sie wollten was von Sabine, ein Glück, dass sie nicht hier war. Dann rief er noch einmal, und die Stimme war eher vertrauenserweckend als bedrohlich: "Sabina, wo bist du, was machst du da?"

Da fasste ich wieder ganz wenig Mut und hoffte auf einen noch guten Ausgang dieser angstgeladenen Geschichte. Ich wagte, von hinter dem Baum aus zwischen Zähneklappern herauszuquetschen: "Wer sind Sie?"

"Wir sind die Guardia Civil und möchten fragen, ob Sie Hilfe brauchen."

Also das war doch die Höhe, die spanische Zivilpolizei, unser Schutzengel sozusagen, geht nachts um und erschreckt alleinlebende Damen! Ganz traute ich der Sache noch immer nicht, es konnte eine Falle sein. Halb nur kam ich hinter meinem Baum hervor.

"Ah, es ist die Señora, die Mama von Sabina."

Na, wenn sie mich so genau kannten, hatte es wohl seine Richtigkeit. Ich nahm mich zusammen, und es gelang mir, mein Schlottern in den Griff zu kriegen, so dass ich ihnen, fast schrittsicher, entgegenging. Der blöde Hund trottete lieb nebenher.

"Señora, wie geht es Ihnen?" Das ist hier die übliche Begrüßung in allen Lebenslagen, also auch in dieser.

"Danke, und Ihnen?" Das ist die übliche Gegenfrage.

Man wundere sich jetzt nicht über meine mageren Antworten in der folgenden Konversation, aber ich sprach die Landessprache noch nicht sehr gut.

Ich erkannte einen der jungen Männer aus früheren Begegnungen, wo er mir sehr sympathisch vorkam, aber auch die anderen beiden waren nette Jungs, trotz vorgeschrittener Nacht munter und aufgeweckt und zum Plaudern bereit, auch das ist das Übliche.

"Hübsch wohnen Sie hier. Ein schönes Haus. Und der Park. Wir kamen auf der Streife vorbei und hielten in Ihrer Einfahrt. Dann haben wir eine Zigarette geraucht und ein bisschen geredet, und da sahen wir Sie aus dem Haus kommen. Sie guckten so ängstlich, als wenn Sie etwas Verdächtiges bemerkt hätten. Und dann huschten Sie von einem Strauch zum anderen und versteckten sich. Ein Hund sprang Sie an, aber es ist ja wohl Ihr eigener. Da dachten wir, wir fragen einmal, ob Sie Probleme haben und Hilfe brauchen. Aber dann konnten wir Sie wieder nicht mehr sehen, weil Sie hinter diesem dicken Baum verschwunden waren. Aber jetzt ist ja scheinbar alles in Ordnung, oder?"

"Ja, danke, es ist alles in Ordnung" - (ich springe immer des nachts von Busch zu Busch und verstecke mich hinter den Bäumen, dabei klappere ich wie ein morsches Skelett und spreche mit meinem Hund, der früher mal ein Lord war, das ist mein Hobby).

"Und wie geht es Sabina?"

"Danke, der geht es auch gut."

"Na, dann 'Gute Nacht' und bis zum nächsten Mal."

Aber bitte mit Voranmeldung.










Sonntag 29.03.2015 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 26 % - Luftdruck 1023 hPa
Höchsttemperatur heute 24,4 Grad - niedrigste Temperatur 14,6 Grad

Sonntags braten
Was für ein Wetterchen, Fußballunfall und mit gutem Beispiel voran ins Abseits

Zunächst aber die böse Überraschung für Atlético Paso, man fängt sich in der Aufstiegsrunde gleich im ersten Heimspiel eine vermeidbare Niederlage ein. - 1:2 gegen La Tanqueta aus La Laguna, eine Mannschaft, die man in der Hauptrunde im Griff gehabt hat. - Viele Besucher beim Heimspiel, schlechte Laune während und danach, denn gleich bei Beginn fing man sich einen vermeidbaren Gegentreffer ein und rannte danach nur noch diesem Fauxpas hinterher. Am ersten April geht es nun auswärts gegen Union Breñas, da muss das deutlich besser werden, wenn man seine Chancen auf die Aufstiegsspiele gegen die Mannschaften der anderen Inseln wahren will. - Es ging nicht nur heiß her beim Fußball, es war auch fast schon heiß, Sonntags braten in der Sonne von El Paso und die meisten waren viel zu dick angezogen, weil es in der Nacht noch frisch war. Nun haben wir 23 Grad, am frühen Nachmittag waren es sogar 24,4 Grad und morgen soll es noch ein bisschen wärmer werden. - So kann sich der März gerne verabschieden, aus touristischer Sicht natürlich, die Landwirte werden allerdings schon recht ungeduldig, da es diesen Winter im Tal extrem wenig geregnet hat, und für die nächsten vierzehn Tage wieder keine Chance auf ein Tief aus dem Westen besteht. - Wir haben weiter Hochdruck, allerdings ist das Azorenhoch auf Wanderschaft und so weit aufs europäische Festland gezogen, dass eben nun der Nordostpassat nicht mehr feucht und kühl aus dem Nordatlantik kommt, sondern bereits vorgewärmt und abgetrocknet über das Festland und Afrika zu uns. - Wäre da nicht die Wasserschuld in diesem Winter, könnte man von Kaiserwetter reden, aber selbst ich, der keine Bananen pflanzt muss einsehen, dass wir diesen Winter deutlich zu wenige Niederschläge hatten.

Apropos Niederschläge. - Einen solchen, und gewaltig sogar, muss unsere Bürgermeisterin Loli einstecken, die hat man seitens der Partei, der PSC/PSOE nun total fallen gelassen. - Zunächst wollte man Loli ja als Nummer zwei auf der Liste ins Parlament schicken, also auf einem ziemlich sicheren Listenplatz, aber dann kam ja, wie bereits berichtet, der Befehl von "oben", auf die Liste ins Parlament kommt Nummer eins Manolo Marcos, und Nummer zwei Amparo Martín aus Los Llanos. - Loli sollte nur "Nummer vier" werden, damit aussichtslos, aber sie sollte, aufgrund ihrer Beliebtheit, eben Stimmen "einfangen", damit Manolo und Amparo sicher ins Parlament kommen. - So hatte die Basis aber das nicht gewollt, und Loli auch nicht, denn sowohl Manolo Marcos, wie auch Amparo Martín gehören der Gruppe der Jasager der Partei an, welche immer und in jedem Moment die Befehle aus Tenerife und Madrid ohne zu hinterfragen erfüllt haben, und nicht hinter dem Bündnis der Notwendigkeit im Cabilod Insular gestanden haben, in dem die Rebellen der PSC/PSOE zusammen mit den Räten der Bürgerlichen der Partido Popular gemeinsame Sache für die Insel gemacht hatten. - Loli hatte darauf hin, genau so wie drei andere Kandidaten sich von der Liste ins Parlament streichen lassen, weil man nicht zusammen mit diesen "Contras" auf der Liste sein wollte und schon gar nicht Stimmen dafür sammeln, dass der "Verräter" Manolo Marcos erneut ins Parlament einziehen kann. - Die Parteispitze der PSC/PSOE der Insel, mit Anselmo Pestana an der Spitze verhandelte nun erneut mit der Parteiführung in Madrid, und heraus kam ein krummer wie mieser Kompromiss, der nun die Parteibasis überhaupt nicht befriedigen kann. - Manolo Marcos bleibt die Nummer eins auf der Liste für das Parlament, aber die Nummer zwei, also auch ein fast sicherer Posten wird María Victoria "Vicky" Hernández, jetzige Kulturrätin im Cbaildo Insular, eigentlich auch Rebellin, und bislang noch gar nicht im Gespräch, ins Parlament einzuziehen. - Allerdings wollte man seitens der "Contras" aus Los Llanos nicht, dass Vicky erneut für die PSC/PSOE ins Cabildo Insular einziehen soll, und irgendwie ist denen allen nichts anderes eingefallen, als Vicky nun ins Parlament "weg zu loben". - Der Basis gefällt das gar nicht, Loli auch nicht, denn nun nimmt eine eigentliche Mitstreiterin den Posten ein, auf den sie aus Gründen der Aufrichtigkeit und Prinzipientreue und als Beispielgeberin verzichtet hat. - Ganz viele lange Nasen gibt es da jetzt, mucha mala leche, viel schlechte Milch wie man hier sagt, und die Partei PSC/PSOE auf La Palma erlebt einen absoluten Tiefpunkt nach dem anderen und die meisten Rebellen wären besser beraten gewesen, so wie auf La Gomera es der Fall ist, eine eigene Gruppierung auf die Beine zu stellen, als sich dem Postengeschacher der eigenen Kollegen zu ergeben. - Wer die noch mit gutem Gewissen wählen will, das muss sich im Mai zeigen und eigentlich bin ich mir sicher, diese Egoisten im Sozipelz sind sogar noch in der Lage, diese miese Stimmung weiter zu erhöhen. - Bei dem Wetter Politik, ich sage es immer wieder, Sozis sind im Bayrischen Wald und auf La Palma geborene Masochisten.




Auf unserer Höhe gibt es immer noch ein paar Mandelbäume die noch blühen, weiter oben, hier am Llano de las Cuevas, da sind die Mandeln fast schon fertig





Sonntag 29.03.2015 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 49 % - Luftdruck 1023 hPa


Fulanito de tal dice hoy: Y lo que colea
Und das was dranhängt. - Das ist noch nicht der Schluss, da kommt noch was, wir sind noch nicht fertig, es ist noch nicht alles auf den Tisch gekommen. - So etwa wird dieser Spruch gebraucht. - Montag Mittag bereits müde für die Woche, y lo que colea…




Bild von Kai Stockrahm





Samstag 28.03.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 41 % - Luftdruck 1023 hPa
Höchsttemperatur heute 21,3 Grad - niedrigste Temperatur 14,6 Grad

Mach´s noch einmal Sepp!
Coalición Canaria greift in den Ahnentopf

Darum heißt ja auch mein Spruch nicht, früher war alles besser. - Sie wissen ja wie meiner geht, aber ich wiederhole es dennoch: Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da hatten wir einen Inselpräsidenten, der war zu jedem nett, hat alles versprochen, war Bio, war Grün, war Links, war die Kultur selbst und sozial und alle waren begeistert von ihm, ein Bild von einem Mann mit großem Kopf und noch größerem Herz - aber passiert ist gar nichts. - Was daraus geworden ist, das können wir rückblickend die letzten 20 Jahre sehen, wir haben irgendwie ein Bernstein- oder Elfenbeinzimmer um uns herum gebaut, den Anschluss verschlafen, die Zeit nicht richtig gedeutet und wer zu allem Ja sagt, aber nichts macht, der kann nicht wirklich einen neuen Weg und wohl nötigen Strukturwandel leiten, den wir durch jahrzehntelange Unterlassung inzwischen dringend brauchen. - José (daher Sepp) Luis Perestelo Rodríguez, oder als Promi einfach immer noch Perestelo, oder früher auch "Presi" gerufen, weil er einfach Präsident von allem war, was sich hier auf der Insel bewegen sollte, war bereits in der Versenkung verschwunden. Nach erfolgreicher Wiederwahl zum Inselpräsidenten im Jahr 2007 verschwand er im Mai 2009 als Abgeordneter für die Coalición Canaria nach Madrid und sorgte, weil er Platz machte dafür, dass mit Guadalupe González Taño die erste weibliche Inselpräsidentin antreten konnte. - Perestelo machte in Madrid das, was alle Abgeordneten der dort verlorenen Partei machen, mit anderen unnötigen Regionalparteien Clubs der Unberührbaren bilden, was dann darin gipfelte, dass man in Listen zusammen mit den baskischen und katalonischen Regionalisten auftauchte, aber als Miniaturpartner, oder besser gesagt als Liliput-Steigbügelhalter, und mit den eigenen Stimmen von den Kanarischen Inseln so Basken und Katalanen ins Europaparlament schickt, welche dort sicherlich sich voll und ganz für die Belange der Kanarischen Inseln einsetzen werden. - Meist kommen die Abgeordneten der Coalición Canaria aus Madrid nur zum Austrag auf die Inseln zurück, und so schien das auch zunächst bei Perestelo, sowieso, nachdem der bei einigen aus der Partei angeeckt war und sogar das Tagesgeschäft der eigenen Reihen kritisiert hatte. - So war er zum Beispiel einer der wenigen der Coalición Canaria welcher es wagte, öffentlich die Entscheidung der Parteispitze der CC auf Ebene des Gobierno de Canarias anzuzweifeln, den krüppeligen Pakt mit den Sozialisten im Cabildo Insular de La Palma einseitig zu beenden. - Er war eben einer der wenigen seiner Partei, die genau das vorausgesehen haben, dass sich dann in dem Moment PSC/PSOE und die Partido Popular zusammen tun und die Coalición Canaria so La Palma verliert. - Der Mann hat ohne Diskussion Weitblick, der weiß wie der Hase, und auch das kanarische Kaninchen laufen, und besitzt, neben der Bauernschläue eben auch noch jede Menge Erfahrung im Umgang mit Menschen und kann äußerst eindrucksvoll wirken, um das Adjektiv manipulativ nicht nutzen zu müssen.

Und genau den Mann setzt nun die Coalición Canaria wieder auf den Posten des Kandidaten zum Inselpräsidenten für den Mai 2015, und er erhält eigentlich mehr Beifall von seinen Mitbewerbern der PSC/PSOE und der Partido Popular, denn die sehen nun plötzlich ihre Chancen, den eigenen Kandidaten wieder nach vorne zu bringen gewachsen. - Eher die eigenen Anhänger sind ein bisschen geplättet, spricht man doch bereits seit mehreren Legislaturperioden von einem notwendigen Generationswechsel innerhalb der Coalición Canaria und setzt nun plötzlich erneut auf die hauseigenen Austragsgutsherren, denn auf Gutsherrenart hat man bislang die Geschicke der Kanarischen Inseln gepflegt. - Guadalupe Taño verzichtet auf eine erneute Kandidatur für das Amt der Inselpräsidentin, ein Amt, das sie besser ausgefüllt hat, als das einer ihr angedichteten Quotenfrau, und möchte Bürgermeisterin von Santa Cruz werden. - Den neuen Gesichtern traut man noch nichts zu, also rekrutiert man erneut denn Sepp, der es noch mindestens einmal machen soll, und weil man richtig innovativ und zukunftsgläubig ist, schickt man erneut die Graue Eminenz der Partei, Antonio Castro Cordobez als Nummer eins auf der Liste der Coalición Canaria ins Parlament der Kanarischen Inseln. - Nichts Neues im Osten, aber die Konkurrenten der PSC/PSOE, bei denen man noch gar nicht weiß, ob wirklich Anselmo Pestana erneut antritt, und der Partido Popular, welche die jetzige Senatorin für La Palma María de Haro Brito ins Gefecht schicken, die freuen sich wohl deutlich zu früh, dass der alte Mann der palmerischen Politik für sie ein einfacher Gegner sei. - Es ist sogar anzunehmen, dass die Coalición Canaria im Cabildo Insular erneut die meistgewählte Partei sein wird, da die Streitigkeiten innerhalb der palmerischen Sozialisten derart heftig waren und sind, dass man von der landesweiten Schwäche der Partido Popular wohl nicht wirklich profitieren kann. - Die meisten Dé|jà-vu Erlebnisse mag ich, wenn Bayern Meister wird, meine Töchter sich ein paar Mal im Jahr an La Palma erinnern, aber Perestelo erneut als Inselpräsident, und das ist wahrscheinlich, ob das so eine gute Idee ist, das muss ich zumindest bezweifeln.



Samstag 28.03.2015 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 64 % - Luftdruck 1024 hPa

Gastbeitrag von Ödi Jonitz

Aufstieg?

CD Atlético Paso heißt der Verein unserer Herzen, 1952 gegründet, spielt seine Heimspiele im Estadio Municipal, wenn man von Los Llanos kommt am Ortseingang rechts, unterhalb des Gymnasiums. Grün und Schwarz sind die Vereinsfarben, eine auf La Palma nicht gerade unübliche Farbkombination, besonders in höheren Lagen.

Seit vielen Jahren schon bin ich Anhänger des Vereins, selbstverständlich auch ordentliches Mitglied. Fußball in unteren Ligen hat mir schon immer gefallen, ist irgendwie echter als bei den Profis, manche sagen abfällig Dorfkick dazu. So würde ich das nicht bezeichnen, die Spieler sind mit Leib und Seele bei der Sache, oft haben sie als Kinder im Club angefangen und sich bis in die erste Mannschaft hochgekickt, davor habe ich Achtung. In den letzten Jahren sind wir mehr Anhänger "von auswärts" geworden, gern gesehen bei Vereinsführung, Mannschaft, Trainern und den endemischen Fans. Ja, nicht nur Respekt wird uns entgegengebracht, wir sind herzlich aufgenommen worden in der grün-schwarzen Großfamilie. Und so gründeten wir vor zwei Jahren einen internationalen Fanclub, genannt InterPaso. Was Mailand hat dürfen wir auch haben. Ein Inter. Das Banner reist auch mit auf die Auswärtsspiele, bislang ist Barlovento mit seinem Rasenplatz und tollem Meerblick die weiteste Reise die wir unternehmen. Aber das soll sich ändern.

In der letzten Saison wurde El Paso erst im Endspurt durch den Relegationsgegner Santa Úrsula aus Teneriffa abgefangen, na ja, wenn ich ehrlich bin: Wir haben es vergeigt. Jetzt startet ein erneuter Versuch, in die vierte spanische Liga aufzusteigen. Ich versuche mal, das bisherige Geschehen kurz zu beschreiben, um sie auf den aktuellen Stand der Dinge zu bringen.

Wir sprechen von der fünften Liga, hier "Preferente" genannt. Traditionell gab es immer zwei dieser Ligen, eine für die Provinz Las Palmas de Gran Canaria, eine für die Provinz S/C de Tenerife. In der vorletzten Spielzeit gab es von Seiten der Vereine aus Teneriffa eine kleine Palastrevolution. Normalerweise waren vier bis fünf Clubs von La Palma vertreten, die Clubs der grossen Insel waren es leid, vier bis fünf mal im Jahr zum Auswärtsspiel zu uns fliegen zu müssen. Ach wie umständlich wäre das, und teuer noch dazu (stellen sie sich bitte an dieser Stelle einen ausgestreckten Mittelfinger vor). Unsere mussten ca. 14 mal im Jahr dort rüber fliegen! Bei dem folgenden Mehrheitsbeschluss waren die palmerischen Vereine hoffnungslos unterlegen, und so wurde beschlossen, für die Provinz Teneriffa eine Untergruppe zu bilden, damit die Palmeros unter sich bleiben können und die Tinerfeños nicht mehr so weit reisen müssen. Um dieser Liga wenigstens halbwegs Würde zu verleihen wurden die restlichen Sechstligisten kurzerhand zwangsaufgestiegen und zu Fünftligisten geadelt. Trotzdem, sie können es sich schon denken, eine tolle Idee war das nicht. Zum ersten ist das Leistungsgefälle enorm, und so gibt es durchaus mal ein 12:0,, zweitens gibt es auf La Palma nur eine begrenzte Zahl an Gemeinden und damit auch an Fussballmannschaften, nämlich zwölf. Zwei spielen schon in der vierten Liga, die beiden Hauptstadtclubs, alle anderen sind in der "Preferente". Bei zehn Clubs wäre die Saison rein rechnerisch so gegen Weihnachten zuende. Das geht nicht, deshalb wurde vor der eigentlichen Meisterschaft ein Pokal ausgespielt, bei dem es um nichts außer einem weiteren Staubfänger für die Trophäensammlung ging. Die reguläre Meisterschaft war am vergangenen Wochenende rum, El Paso darf sich Campeón nennen. Und ab jetzt wird es spannend.

Die ersten vier Mannschaften der La Palma-Liga, El Paso, Los Llanos, die Unión Breñas sowie die Tanqueta aus La Laguna tragen nun eine Miniliga aus, jeder gegen jeden, mit Hin- und Rückspiel, um die Mannschaft zu ermitteln, die gegen Clubs der Hauptinseln um den Aufstieg spielen darf. Doch dazu kommen wir an anderer Stelle. Bereits erzielte Punkte werden nicht übernommen, es geht also noch mal von vorne los, nur eben im kleineren Rahmen.

Los Llanos hat am Freitag seine erste Partie zuhause gegen Breñas 0:1 verloren, was etwas überrascht. Unsere Grün-Schwarzen spielen am Sonntag 29.3. gegen die Tanqueta, Heimspiel, Beginn ist um 12 Uhr, der Wetterbericht verspricht herrliche Temperaturen, sogar bei uns auf dem Berg.

Wir freuen uns über jeden Fan. Er darf sich von Anbeginn der Gruppe der "Silver Hools" zugehörig fühlen, auch wenn seine Haarfarbe eine andere ist. Kleiderfarbe ist aber schon möglichst Schwarz und Grün. Muss aber nicht.

Mit sportlichen Grüßen

Ödi Jonitz
(Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit der Silver Hools)







Freitag 27.03.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 44 % - Luftdruck 1023 hPa
Höchsttemperatur heute 21,2 Grad - niedrigste Temperatur 13,0 Grad

Ein Königreich für einen Geldautomaten
Vielleicht wäre ein Königreich billiger gewesen, als ein neues Flughafenterminal?

Das muss man sich mal vorstellen. - Da baut man uns ein Flughafenterminal für über 220 Millionen Euro hin, und ein paar Jahre später trifft sich die Hautevolee grinsend für das Pressefoto wieder am Flughafen, weil man einen Geldautomaten eingeweiht hat. - Ich mag diese Leute eigentlich, die taugen was, aber das Pressefoto vor Geldautomaten ist eigentlich eher eine peinliche Geschichte. - Es passt aber in das Gesamtbild der traurigen Megalomanie unseres Flughafengebäudes, welches noch vor der Krise geplant wurde, in diese hinein gebaut, und jetzt am auslaufenden Ende der Flaute so weit ist, dass man als Jubelbeitrag die Eröffnung eines Geldautomaten feiert. - Ich krieg mich noch nicht wieder so richtig ein, aber die neuesten Zahlen des Flughafenbetreibers kommen eben gleichzeitig mit der Sensationsnachricht über den Geldautomaten, und wo wir doch schon von Geld sprechen, der Flughafen La Palma ist seit dem Jahr 2012 ein bisschen rentabler geworden. - So kann man das ausdrücken, wenn man will, anstatt 22,93 Millionen Euro Miese, sind es im Jahr 2014 nur noch 18,16 Millionen Miese. - Man kann es aber auch so sagen, La Palma ist der Flughafen Spaniens, welcher am meisten Miese macht, und Spanien hat viele Flughäfen… Aber wir dürfen uns trösten, kein Flughafen mit solch wenigen Passagieren macht ein Plus, und wir hier auf einer Insel sind ja auch auf einen Flughafen angewiesen, also muss nicht befürchtet werden, dass man uns dieses teure Stück wegrationalisieren will, wo doch nun die AENA an die Börse gegangen ist und damit dem Shareholder verantwortlich, doch keine solch schlechten Zahlen zu schreiben.

Aber sehen wir uns diese Zahlen näher an und da fällt eben auf, dass die Einnahmen sogar noch gesunken sind, also im Jahr 2012 verfügte man noch über 8,34 Millionen Euro an Einnahmen, im Jahr 2014 aber nur noch 8,07 Millionen, und das, obwohl im gleichen Zeitraum die Zahl der beförderten Passagiere deutlich angestiegen ist. - Weniger Einnahmen hat man durch weniger Mieten von Geschäften und nun sehen wir uns die andere Seite des Bilanzauszuges an und da stehen für das Jahr 2012 25,09 Millionen Euro an Kosten, und für das Jahr 2014 nur noch 22,26 Millionen. - Da ist also das Kunststück versteckt, wie man doch mit weniger Einnahmen mehr herausholen kann und wie man das macht, das sagen uns die nächsten Zahlenkolonnen. Das Personal kostete im Jahr 2012 noch 5,2 Millionen, im Jahr 2014 sind das nur noch 4,12 Millionen, also über eine Million hat man schon mal eingespart, in dem man den Beschäftigten dort weniger bezahlt, oder gleich zum Arbeitsamt schickt. - Und das wie gemerkt, obwohl die Zahl der Passagiere deutlich angestiegen ist. - Der größte Punkt aber sind "otros gastos de explotación" die sanken von 8,97 auf 6,67 Millionen Euro und das sind eben alle möglichen anderen Kosten wie auch Energie und Zahlungen an Lieferanten. - Das Ergebnis zeigt sich hier auch beim operativen Verlust (EBITDA), der im Jahr 2012 noch 5,74 Millionen betrug, im Jahr 2014 aber nur noch 2,72 Millionen. - Nun gucken wir aber noch auf eine andere Zahl, und das sind die "Amortizaciones" und das muss ich gar nicht übersetzen. - Dort stehen für das Jahr 2014 11,47 in den Büchern und für das Jahr 2012 10,92 Millionen und im Jahr 2009 sind das lediglich 5,65 Millionen Euro. - Ja, ganz einfach, da war noch das alte Terminal da, und dann sehen die Rechnungen gleich ganz anders aus, allerdings kommen wir auch mit dem alten Terminal immer noch nicht auf einen Gewinn, welchen der Flughafen abwirft, aber es waren eben auch "nur" 14,6 Millionen Miese im Jahr und nicht 22,26 Millionen wie jetzt. - Aber das ist doch alles kein Problem mehr, jetzt hat der internationale Flughafen La Palma ja wieder einen Geldautomaten, von stringenter politischer Hand ebenso robust gefeiert, dann können wir ja dort das nötige Kleingeld ziehen, um den Flughafen endlich in die Gewinnzone zu fliegen. - Die Zahlen stammen von der AENA, dem Flughafenbetreiber, und die kann man von 2009 bis 2014 HIER nachschlagen.






Freitag 27.03.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 44 % - Luftdruck 1023 hPa


Fulanito de tal dice hoy: Volverse las tornas
Die Rückgabe zurückgeben. - Hier ergibt eine wörtliche Übersetzung keinen Sinn. - Wenn man etwas völlig umkrempelt, eine Angelegenheit um 180 Grad dreht, oder auch "den Spieß umdreht", dann spricht man von volverse las tornas.




Bild von Kai Stockrahm





Donnerstag 26.03.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 17 % - Luftdruck 1022 hPa
Höchsttemperatur heute 21,8 Grad - niedrigste Temperatur 12,3 Grad

Ganz oben auf dem Berg tut sich wieder was
Astrophysik, eine Leitersprosse der Zukunft der Insel

Auf unserem höchsten Berg, dem Roque de Los Muchachos, mit immerhin 2.426 Meter ein wahrhafter Riese, beherbergt man seit nunmehr dreißig Jahren da oben Observatorien aus allen Teilen der Welt. - Das gipfelte auch mit der Aufstellung des größten optischen Spiegelteleskops der Welt, dem Grantecan, mit einem Primärspiegeldurchmesser von 10,4 Metern. - Auch waren wir Finalisten um die Bewerbung um das E-ELT, das Monsterteleskop, welches die "ESO" (European Southern Observatory) erbauen will, mit einem Spiegel von 39 Metern Durchmesser, aber schließlich ging die Standortwahl an Chile, wo die "ESO" bereits mehrere Teleskope betreibt und deshalb dort auch bereits Infrastruktur und Personal bereit hält. - Die Chance auf dieses riesige Teleskop hatten wir aber wohl nach der Meinung einiger Insider niemals wirklich, vielen innerhalb der "ESO" war von Anfang an klar, dass dieses Observatorium nur dort in Chile gebaut werden sollte. - Dennoch war das für La Palma eine etwas niederschreckende Nachricht, will man doch weiterhin in Sachen astrophysikalischer Beobachtungen ganz vorne mit dabei sein auf der Welt. - Dann gab es die Nachricht, aus Russland sei man auch daran interessiert, ein weiteres Monsterteleskop zu bauen, an die 60 Meter, natürlich größer als das der Europäer und der Amerikaner und so ganz weiß ich auch gar nicht wie das anfing, dass man plötzlich davon sprach, die Russen könnten hier auf der Insel mehr als eine Milliarde Euro investieren wollen. - Inzwischen spricht man davon nicht mehr, das Verhältnis zu Russland ist in Europa deutlich schlechter geworden und so wird diese Möglichkeit auch nicht mehr wirklich als reelles Vorhaben betrachtet. - Aber wir werden wohl erneut für einen Weltrekord herhalten, und ein bisschen Russland steckt da auch wieder drin, denn die Teleskope, welche die Gammastrahlen einfangen, die heißen nach einem russischen Astrophysiker "Cherenkov-Teleskope". - Davon haben wir bereits zwei auf dem Roque stehen, Magic I und Magic II und was die an sich haben, das erklärt Ihnen gerne in verständlichen Worten Kai Stockrahm, unser Mann für klare Worte. - Es gibt ein Projekt, welches den Bau von weltweit einhundert Cherenkov-Teleskopen in verschiedenen Größen vorsieht, und davon sollen zwanzig auf der nördlichen Hemisphäre gebaut werden und zunächst ein Prototyp des größten Modells, hier auf La Palma. - LST (Large-Size Telescope) heißt das Ding, und ist dann mit einem Durchmesser von 23 Metern in der Tat das größte Cherenkov-Teleskop auf der Welt. - Sicher hilft uns hierbei die Tatsache, dass man auf La Palma bereits Erfahrung mit dem Bau und dem Betrieb dieser Teleskope hat, und vielleicht dürfen wir ja auch auf mehr hoffen, denn es sollen ja mal deren 20 werden in der nördlichen Hemisphäre. - Für La Palma wäre das enorm wichtig, diese Hochtechnologie könnte ein weiterer Baustein der Insel für eine Zukunft sein, denn alleine mit Landwirtschaft, welche eh deutlich am Tropf hängt, und Tourismus, welcher dringend um Nachhaltigkeit und Effizienz ringt, wird sich wohl kein traghaftes Zukunftsmodell basteln lassen.

Man will das aber auch alles begreifen, was dort die Hochtechnologie bereit hält, und man hat ja nicht immer einen Stockrahm zur Hand, der einem Trottel aus Bodenhaltung den Himmel erklärt. - Darum erhofft und sehnt man sich seit nunmehr auch über dreißig Jahren dort oben auf dem Roque de Los Muchachos ein Besucherzentrum, welches neben solchen kleinen Notwendigkeiten wie Cafetería und Toilette, dem geneigten Besucher auch noch die Arbeit des Observatoriums näher bringt. - Es fahren eh jedes Jahr mehr als 100.000 Besucher dort auf den höchsten Berg der Insel, und finden dort eben dann nicht nur die grandiose Landschaft vor, sondern eben auch diese Teleskope. - Man kann zwar hervorragende geführte Touren durch die Teleskope beim IAC (Instituto de Astrofísica de Canarias) bestellen, aber das bedeutet Vorplanung und nicht eben hochfahren, wann man will. - Dazu soll eben ein Besucherzentrum diese Lücke füllen, und das soll nun wirklich gebaut werden, nachdem man sich diese 30 Jahre lang zwischen den Institutionen das hin und her geschoben hat. - Mal ging es um die Finanzierung, mal ging es darum, wer denn da oben das Sagen hat, die Inselregierung, die Gemeinde Garafía oder das IAC. - Es wird ein bisschen von allem, bezahlen aber muss das Cabildo, mit jährlichen Spritzen auch vom Gobierno de Canarias, und das IAC wird sich bemühen dem Ganzen wissenschaftliche Weisheit beizugeben, und die Gemeinde Garafía ist für die Abwässer zuständig, könnte man robust behaupten, denn das mit den Abwässern, das war und ist ein Hauptthema, welches auch noch nicht komplett zu Ende diskutiert ist. - Also, das Besucherzentrum wird wohl über 4,3 Millionen Euro kosten, die Gesamtfläche auf dem das Zentrum entstehen soll ist 14.000 Quadratmeter groß und wird von der Gemeinde gestellt und die bebaute Fläche für das Zentrum plus Gastronomie wird 1.700 Quadratmeter betragen. - Da im Mai dieses Jahres Wahlen sind, will die jetzige Inselregierung das Ding unbedingt noch vorher anschieben und wird so bereits die Vorgänge für die Auftragsverteilungen einleiten, da man ja nicht weiß, ob im Juni dann andere Kräfte am werkeln sind, die sich wieder lieber mit Hinhalten umgeben, als mit Anschieben. - Auch wenn das jetzt mit den Auftragsverteilungen losgehen kann, bis das fertig ist, gehen mindestens von vier Jahre ins Land, denn mehr Geld wird man jährlich gar nicht aus dem Inselhaushalt herauspressen können. - Und es gibt durchaus auch noch andere Hindernisse, und die sind rechtlicher Natur, denn einige Gruppen sind der Auffassung, dort oben können solche Anlagen wegen der Auflagen von Natur- und Landschaftsschutz gar keine rechtliche Grundlage finden. - Das kann also auch heißen, dass Gerichte sich unter Umständen damit beschäftigen müssen und damit die Fertigstellung dieses Besucherzentrums noch weiter gefährden könnten.




Bild von Kai Stockrahm





Donnerstag 26.03.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 44 % - Luftdruck 1023 hPa

Gastbeitrag von SOS La Palma

Zwei Benefizkonzerte zugunsten SOS La Palma mit deutschen
Liedermachern Götz Widmann und Marian Meyer


Mit seinem neuen Album "Krieg & Frieden" ist Götz Widmann zur Zeit on tour und gibt uns einige Kostproben auf seinem Konzert in La Laguna. Dabei fließen nach eigener Aussage, der Sound seiner Lieblingsplatten aus den 70iger und 80igern in seinen Rock´n Roll ein, "wenn auch etwas alberner, satirischer und draufgängerischer als in den letzten Alben"…Bekannt wurde Widmann mit Martin "Kleinti" Simon. Zusammen bildeten sie das Liedermacher-Duo "Joint Venture" (1993-2000) und nahmen bis zum unerwarteten Tod von Simon stilbildenden Einfluss auf die neue Liedermachergeneration. Widmann hat bisher 18 Alben veröffentlich, seine Texte handeln meist von Alltagsthemen, Politik, Sexualität und der grünen Hanfpflanze, die satirisch oder komisch verarbeitet werden. Immer wieder geht es ihm auch um soziales Engagement, deshalb hat er sich zum zweiten Mal bereit erklärt, während seines Urlaubes auf La Palma, ein Konzert zugunsten von SOS La Palma zu geben.

Samstag, 28.03.2015, Camping La Laguna (bei Holger)
20 Uhr, 5 Euro Eintritt, Camino Cruz Chica 60, 38760 Los Llanos (kleinen Weg ggü.Haus Nr.55 hineinfahren! Mehr Infos: + 49 171 5120740

Marian Meyer, ist 24 Jahre jung, unter Plattenvertrag bei Götz Widmann und beschreibt sich selbst als verträumten Realist. Sein Repertoire bietet Blues, Kabarett-Poesie und auch herzzerreißende Liebesballaden. Seine alltagsphilosophischen Gedanken verpackt er in deutsche Texte. Dabei taucht schon mal eine Eintagsfliege auf und wieder ab, ein Brief wird nach Oslo geschickt, eine Frau ausgezogen, am Zahn der Zeit genagt und nebenbei finden Prinzessin und Sultan zueinander im Zug nach Beirut. Marian besticht durch exzellentes Gitarrenspiel, seine Texte zeugen von Intelligenz, Mut zur Zerbrechlichkeit und dabei einen ansteckenden, unbezwingbaren Humor, der allen Widrigkeiten optimistisch entgegentritt. Er gilt als Publikumsliebling bei den Frauen mit seinen gefühlvollen Balladen und verschafft sich nebenbei Respekt bei den harten Jungs mit seinen flapsigen Bluesnummern.

Samstag, 11.04.2015, Camping La Laguna (bei Holger)
20 Uhr, 5 Euro Eintritt, Camino Cruz Chica 60, 38760 Los Llanos (kleinen Weg ggü.Haus Nr.55 hineinfahren! Mehr Infos: + 49 171 5120740










Mittwoch 25.03.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 29 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 18,5 Grad - niedrigste Temperatur 12,1 Grad

Hundert Meter mehr
Hauptstadthafen möchte sich für Zukunft rüsten

Der Besuch des Großseglers Alexander von Humboldt 2 hat bewiesen, dass der Hafen von Tazacorte doch nutzbringend sein kann, wenn eben auch nur für touristische Zwecke. - Man muss allerdings auch sagen, diese Art von Schiffen, die hätten auch an der inneren Hafenmole anlegen können und dazu hätte es die Erweiterung für die rund 50 Millionen Euro nicht gebraucht. - Als Fähr- oder Frachthafen bleibt das Ding ungenützt und für Kreuzfahrtschiffe auch, denn die neue Mole hat ja nicht einmal 200 Meter Länge und darüber hinaus würde man sich wohl fragen, was ein paar Tausend Kreuzfahrer dort unten in Puerto de Tazacorte wohl machen sollten. - Aber ein Stützpunkt für Atlantiksegler ist Puerto de Tazacorte allemal und auch Schiffe mit ähnlichem Hintergrund eben wie die Alexander von Humboldt 2 sind gut, oder gar besser in Puerto de Tazcorte aufgehoben, das hat auch der Kapitän bestätigt. - Hacken wir aber nicht länger auf diese Investition ein, das Geld ist ausgegeben, nun sollten wir damit auch irgendwas anfangen. - Noch mehr anfangen wollen die Hauptstädter mit ihrem Hafen, die wollen die ohnehin schon lange Mole, über 900 Meter ab der Marina oder gute 700 Meter ab dem Anlieger für die Fähren noch mal verlängern, um weitere einhundert Meter, damit man sich dann mit freien 800 Meter alleine für die Kreuzfahrtschiffe anbieten kann.

Eine Gruppe Gewerbetreibender der Hauptstadt brachte die Angelegenheit ins Rollen, eben mit dem Hinweis, diese Schiffe werden immer größer und manchmal liegen deren drei auf einmal im Hafen und dann muss jetzt eines davon auf die gegenüber liegende Mole des Frachthafens ausweichen, was zwar theoretisch geht, aber eben nur dann, wenn dort frei ist weil gerade kein anderes Schiff dort liegt. - Würde man die Mole nicht um diese wichtigen einhundert Meter erweitern, dann würden es sich manche Reedereien anders überlegen und nicht mehr nach La Palma kommen. - Ich kann das nicht einschätzen, ob diese Megalomanie bei den Kreuzfahrtschiffen weiter so anhält, im Moment sieht das ja noch so aus, oder ob sich da vielleicht nicht auch bald ein Umdenken zur Vernunft und größerer Wirtschaftlichkeit einstellt. - Aber der Kreuzfahrttourismus ist weiter im Ansteigen, und wir profitieren davon sicherlich, nicht nur durch die Gelder, welche bei dem Aufenthalt dieser vieler Besucher bei uns bleiben, sondern eben auch den Werbeeffekt den wir erzielen können, wenn wir einen Tag lang Zeit haben, dem Publikum unsere Insel zu präsentieren. - Wir haben das in der eigenen Firma bereits öfter erlebt, und Gäste begrüßen können, welche La Palma vom Kreuzfahrtschiff aus kennengelernt haben und bei einem Ausflug beschlossen, diese Insel müsste man erneut mit Zeit besuchen. - Das Publikum ändert sich ja auch, waren es früher fast ausschließlich weißbeinige Senioren, welche per Rollator den Weg vom Schiff in die Stadt eher schlecht geschafft haben, so bringen die neuen Generationen an Schiffen längst Aktivurlauber und jüngere Menschen mit, welche dann Ausflüge zum Beispiel auch per Fahrrad machen und sich so auch deutlich genauer um den besuchten Zielort bemühen. - Angeschoben von den Warnhinweisen der Gewerbetreibenden, und mit unterstützt vom Cabildo Insular de La Palma lässt nun nun die zuständige Behörde, das Hafenamt der Provinz Tenerife (Autoridad Portuaria de Santa Cruz de Tenerife) ein Projekt anfertigen, welches die Verlängerung der Mole um weitere einhundert Meter beinhaltet. - Man sieht dabei nicht Puerto de Tazcorte als Konkurrenz an, sondern eben die anderen Häfen der Kanaren wie den in Santa Cruz de Tenerife und den in Las Palmas de Gran Canaria, welche viel mehr Meter Anlegefläche haben und den Kreuzfahrtschiffen neuerer Generation auch genügen dieser Meter anbieten können. - Allerdings ist das für die Stadt Santa Cruz auch schon grenzwertig, sollten gleich zwei "Fünftausender" und Besatzung dann anlegen, also gut 10.000 Menschen die Hauptstadt fluten, dann hat man sicherlich die Obergrenze der Belastbarkeit erreicht und wird wohl einsehen müssen, dass die Grenzen des Wachstums auch und besonders für unsere limitierten Möglichkeiten gelten.




Damals war´s. - Am 24.11.2002 lagen im Hafen von Santa Cruz de La Palma die "Maxim Gorkiy", die "Deutschland", die "Astor", die "Carousel" und die kleinere finnische "Kristina Regina" und ein Fährschiff der Reederei Armas. - Wie sich doch alleine in den letzten 13 Jahren bereits das Aussehen und die Größe der Kreuzfahrtschiffe verändert haben.



Hier die AidaStella und die Ventura. Bild von Sorpresa





Mittwoch 25.03.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 12 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 44 % - Luftdruck 1019 hPa

Gastbeitrag vom Kulturbeauftragten

Ersatzweise Cello

Leicht ist das ja nicht immer, so einen Konzertzyklus zu organisieren. Bis vor einer Woche war wenigstens klar, dass uns das Cuarteto Goya von der spanischen Halbinsel mit seinen historischen Instrumenten besuchen würde. Ganz klar war aber nicht, ob sich die empfindlichen Streichinstrumente nach dem Flug in so kurzer Zeit entsprechend stimmen lassen würden. Ein weiteres Fragezeichen stellte die Ankunftszeit der Bratschistin dar, die aufgrund von Verpflichtungen in Madrid am Vorabend erst um 19 Uhr hier landen würde. Gut, da haben wir eben kurzerhand den Konzertbeginn auf 21 Uhr verlegt, wir sind ja flexibel. Was uns dann aber doch fast aus der Bahn geworfen hat war die Nachricht am letzten Samstag, dass der zweite Geiger eine Verletzung an der Hand erlitten hat und nun im Krankenhaus liegt. Plakate waren entworfen, Programmzettel geschrieben, Unterkünfte und Mietauto gebucht, die Medien informiert, Eintrittskarten vorbereitet, stets habe ich auch unseren rührigen Kulturgemeindrat Andrés auf dem Laufenden gehalten, er muss ja schließlich den Saal vorbereiten, und nun das........

Vitamin B musste her, B wie Beziehungen, welche für ein reibungsarmes Leben zwar nicht unerlässlich, jedoch durchaus nützlich sind. Gefühlte dreihundertachtundzwanzig Telefonate und Mails später stand der Ersatzmann fest. Und die Erleichterung war groß, dass es sich bei dem "Ersatz" keineswegs um einen Lückenbüßer handelt.

David Apellaniz gilt als aktuell bester Cellist Spaniens. Schon zweimal durften wir ihn in unseren Kammermusikreihen hören und genießen, einmal im Duo, einmal im Trio. Und zweimal hat er mich als Musiker begeistert, als Mensch höchst angenehm beeindruckt. Und so fiel die Erleichterung umso größer aus als feststand, dass er unser Konzert am Donnerstag bestreiten würde. Sogar Vorfreude kommt nun hinzu, was will man mehr.

Lebenslauf und Programm finden sie unten, Spielort ist die Casa de la Cultura "Braulio Martín Hdez." In El Paso, Beginn 21 Uhr, der Eintritt beträgt bescheidene zwölf Euro. Da der Saal nicht über nummerierte Plätze verfügt werden die Abonnenten gebeten, rechtzeitig vor Ort zu sein.

Über noch etwas würde ich mich wirklich sehr freuen: Bitte erscheinen sie zahlreich!

Mit musikalischen Grüßen

Ihr

Ödi Jonitz, MdS
(Kulturbeauftragter)










Dienstag 24.03.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 22 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 20,4 Grad - niedrigste Temperatur 13,4 Grad

Die Einschläge rücken näher
Gänsehaut und ein paar Nebensächlichkeiten

Das war so ein ganz normaler Flug. - So einen hätte jeder von uns tätigen können, irgendwie schon ganz nah. - Verschwundene Malaysia-Flugzeuge sind ein anderes Kaliber, aber Barcelona-Düsseldorf ist doch eine Alltagsgeschichte, in einem A320 hat jeder von uns schon gesessen, oder wir begreifen das zumindest so, weil Spanier und Deutsche betroffen sind. - Wir sind ganz durcheinander, viele Fragezeichen und eine Hoffnung, dass man wohl die Umstände dieses Unfalls aufklären kann. - Das ändert nichts am Schmerz der Angehörigen, hilft aber, die gleichen Fehler nicht erneut zu begehen. - Um so besser für Tsipras, ob der nun Krawatte trägt oder nicht, das interessiert plötzlich niemand mehr.

Natürlich geht das Leben für die meisten anderen weiter und hier auf der Insel und im Rest des Landes bleibt man trotzdem im Wahlkampfmodus. - Es gibt eine echte Überraschung in Sachen Kandidaten, und zwar sorgt die Coalición Canaria nun für Aufsehen. - Guadalupe Gonzáles Taño war bis zum Misstrauensvotum im Dezember 2013 Inselpräsidentin des Cabildo Insular de La Palma und die allermeisten rechneten damit, dass sie auch wieder für dieses höchste Inselamt im Jahr 2015 kandidieren wird. - Wird sie aber nicht, sondern sie wird für das Rathaus von Santa Cruz de La Palma antreten, für viele Beobachter wäre das allerdings ein Schritt zurück aus der Inselpolitik auf die Ebene der Kommunen. - Sie kommen nie zurück heißt es ja oft, oder wenn, dann als "Austragspolitiker", wer es nicht nach Europa schafft, der hilft beim Abgang aus der Politik noch in seinem Heimatort oder Dorf seiner Gruppierung an die Regierung, so sieht man das im Allgemeinen. - Doch auf dieses Frage ist Guadalupe Taño gut vorbereitet, sie sieht das überhaupt nicht als Rückschritt, sondern sogar im Gegenteil, da sie an der Spitze der Gemeinde Santa Cruz viel mehr leisten könnte als in der Inselregierung. - So richtig glaubwürdig ist das alles nicht, aber Guadalupe hat uns schon einige Male überrascht und man sollte dringend nicht mehr davon ausgehen, dass die eine Quotenfrau darstellen soll, wie das so oft behauptet wurde. - Mit dem Bekenntnis Guadas zur Lokalpolitik wirft sich natürlich sofort wieder die Frage nach dem Kandidaten der Coalición Canaria für die Inselregierung auf. - Da wird ein alter Bekannter plötzlich wieder ganz hoch gehandelt, José Luis Perestelo, welcher bereits Inselpräsident war und dann nach Madrid ging, als einer der zwei einsamen Abgeordneten der Coalición Canaria und durch seinen Weggang überhaupt es erst möglich machte, dass die damalige Nummer zwei, eben Guadalupe Gonzáles Taño, ins höchste Inselamt wechselt. - Bei Perestelo allerdings fällt einem ein, dass der öfter mal kräftig mit den anderen Parteioberen zusammengerumpelt ist, und es sogar deutliche Gerüchte gab, er könne sich, so wie anderen Parteifreunde auch, den etwas linkeren Regionalisten der "Nueva Canarias" anschließen. - Die richtig "großen Köpfe" der palmerischen Regionalisten, Antonio Castro und Juan Ramón Hernández, die werden wohl noch mindestens eine weitere Legislaturperiode in höheren Sphären im Gobierno de Canarias schweben, bevor sie dann vielleicht ihr sicher reichliches Gnadenbrot als Austragspolitiker hier auf der Insel genießen werden. - Wer für die Coalición Canaria im Cabildo Insular der La Palma regiert, das ist äußerst wichtig, denn es gilt, trotz der frischen Winde seitens Podemos, Ciudadanos und UPyD als eigentlich sicher, dass erneut die Coalición Canaria im Cabildo Insular stärkste Kraft wird. - Das bedeutet auch, dass die Nummer eins dieser Liste automatisch Inselpräsident wird, und nicht von einem Pakt zweier anderer oder mehr Beteiligter abgelöst werden kann. - Das geht nur über ein Misstrauensvotum, und dann sind wir wieder bei der Situation, welche wir heute vorfinden. - Dann gibt es auch die unsägliche Geschichte, dass sich gleich zwei "Podemos-Zirkel" als Listen für die Wahl zum Cabildo Insular bewerben, von denen eine nun in einem Urwahlprozess in den kommenden Tagen aussortiert werden muss. - Da tritt eine Liste an welche sich "En La Palma Podemos" nennt, mit Mikal Rodríguez an der Spitze und dann gibt es auch noch "Claro que Podemos" mit Dailos González Díaz und in beiden Listen gibt es hervorragende Leute, die sich leider nicht wirklich einig werden können. - Mir scheint "Claro que Podemos" näher, allerdings stellt sich das für uns Mitteleuropäer eh nicht dar, denn als Ausländer dürfen wir ja nicht für das Cabildo Insular wählen. - Es muss sich also erst noch herausstellen, wer denn die "wahren Podemos-Vertreter" hier auf der Insel sind, und auch im regionalen Sektor gibt es da noch keine Einigkeit. - In welchen Städten sich Podemos auch für den Stadtrat aufstellt, das ist noch nicht ganz raus, in Santa Cruz wird das wohl so sein. - So, nun ist das doch wieder eine Politikstunde geworden, aber so sieht es halt aus, wir sind im Wahlkampf.



Dienstag 24.03.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 35 % - Luftdruck 1019 hPa

Gastbeitrag von Kerstin Hein

Meine Name ist Kerstin Hein und ich habe von Bekannten erfahren, dass schon mehrere Hundebesitzer ihren Vierbeiner aufgrund einer "Vermissten-Anzeige" in La-Palma-Aktuell wiedergefunden haben.

Daher wende ich mich an Sie mit der Bitte eine solche Anzeige für meinen Rüden BOSSY auf Ihre Webseite zu publizieren.

Mein Hund ist seit 10 Tagen nicht nach Hause gekommen. Er war mit meiner Hündin scheinbar auf einem nächtlichen Rundgang, was sie bisher in diesem Ausmaß noch nie gemacht haben. Sie kam 24h später alleine nach Hause, aber von ihm fehlt jegliche Spur, obwohl ich in unsere Umgebung (Todoque/Las Manchas) in den letzten Tagen schon überall Fotos von ihm aufgehängt habe.

Der Tierschutz und alle Tierärzte sind informiert, da er gechipt ist, aber keine Halsband trägt. (Halsbänder sind meiner Meinung nach viel zu gefährlich, da Hunde im Untergestrüpp leicht hängen bleiben können.)

Ich bin mir ganz sicher, dass ihm nichts zugestoßen ist, sondern von jemandem im Glauben einen ausgesetzten Hund vor sich zu haben, aufgenommen wurde, da er zu seinem kräftigen 40kg-Körper, die Seele eines Schoßhündchens hat.

Ich hoffe, dass Sie mir helfen können und die Leser von La-Palma-Aktuell, sollten sie meinen Hund auch nur gesehen haben, sich bei mir melden. BOSSY hat ein sehr gutes ZUHAUSE und außer mir und meinem Partner warten eine Hündin und fünf Katzen auf den "Chef" des Hauses.

mit besten Grüßen und einem großen Dankeschön im Voraus

Kerstin Hein.....Tel. 922 46 18 15 od. 635 60 71 41







Montag 23.03.2015 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 24 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 22,0 Grad - niedrigste Temperatur 12,7 Grad

Dreimal relativ kurz…
Die Prinzipienloli, Biker neben Wanderer und Hotel Sol wieder drei Monate zu

Nein, ich kann es Ihnen nicht ersparen, ein bisschen Politik muss sein, dazu ist das zu wichtig. - Ich muss die ganze Vorgeschichte nicht schon wieder erzählen, wer gar nicht durchblickt geht besser spazieren, oder liest das von gestern, dann wird das schon. - María Dolores Padilla Felipe, meist nur Loli genannt, noch Bürgermeisterin in El Paso gibt uns und der Partei nun eine Unterrichtsstunde in Prinzipientreue. - Elf von vierzehn Ortsgruppen der Insel wollten und wollen, dass Loli für die PSC/PSOE ins kanarische Parlament einzieht, aber der noch Chef der kanarischen Sozialisten, José Miguel Pérez stellt Manolo Marcos und Amparo Martín auf, welche in dem parteiinternen Streit nie die Position der Basis angenommen haben, sondern linientreu zur Parteiführung gestanden haben. - Darauf hin verzichtet nun Loli auf der Liste hinter Manolo Marcos und Amparo Martín zu sein und zieht ihre Kandidatur zurück mit den deutlichen Hinweis, sie wolle nicht auf einer Liste mit Manolo Marcos antreten. - Der sei viele Jahre sehr wichtig gewesen für die Partei auf der Insel, aber sie könne seine Entscheidungen während der Zeit der Krise und der Parteiausschlussverfahren gegen die Inselräte der PSC/PSOE nicht teilen. - Sie möchte zwar keine Türen schließen, allerdings kommen bei ihr zuerst ihre eigenen Prinzipien und dann erst die Partei, also wäre es ihr unmöglich, auf dieser Liste zusammen mit Manolo Marcos anzutreten. - Zurück ins Amt als Bürgermeisterin wolle sie aber auch nicht, zwei Legislaturperioden seien genug, dieser mutige Schritt könnte also das Aus für eine politische Hoffnung der palmerischen Sozialisten sein. - Immer ein bisschen taffer als die anderen, ein Dickschädel allererster Klasse, rücksichtslos gegen sich selbst, wenn es um ihre Prinzipien geht. - Chapeau Loli, auch wenn der Hut sich an dem Kopf Schrammen holt!! - Weitere Parteimitglieder sollen auch bereits angekündigt haben, sich von der "Manolo-Liste" streichen zu lassen, aber das ist noch nicht bestätigt.

Eintausend Kilometer Wanderwege, dafür wirbt die Insel gerne und in der Tat, diese Insel ist ein Paradies für Wanderer. - Aber auch die Biker, früher mal als Fahrradfahrer betitelt, haben diese Insel für sich entdeckt, und das nicht erst seit drei Jahren. - Aber es werden immer mehr, und das ist gut so, sind doch diese Aktivsportler meist jüngerer Natur und helfen damit, den Altersdurchschnitt der Inselbesucher wieder zu senken. - Es gibt alle möglichen Versionen an Bikern und Fahrradfahren auf der Insel, aber sehr beliebt ist, man lässt sich mit Taxi und Anhänger auf den Berg herauffahren, und saust dann wieder herunter, und das macht sicher jede Menge Spaß. - Dabei nutzen allerdings die Radler oft auch Wanderwege, und das ist zunächst eigentlich überhaupt nicht erlaubt. - Aber man will das nicht so einseitig verfolgen, bloß keinen Konflikt Biker/Wanderer aufbauen, und mit gegenseitiger Rücksichtnahme sind unsere Wanderwege auch durchaus für beide Praktiken zu haben. - Nicht immer und nicht an jeder Stelle, man will da schon ein paar Strecken ausnehmen, aber dafür auch andere Pisten für Biker befahrbar machen, die jetzt noch nicht zur Verfügung stehen. - Die Umwelträtin Nieves Arroyo betreut dieses Projekt und wenn man pfiffig ist, dann erarbeitet man das zusammen mit den Gewerbetreibenden des Sektors, denn die wissen ganz genau und am allerbesten, was man denn den Bikern anbieten muss und zutrauen kann. - Ansonsten, bitte Rücksicht aufeinander nehmen, es ist reichlich Platz für alle auf der Insel und wenn man sich begegnet, dann eben mit Respekt und Vorsicht.

Am siebten April ist es wieder so weit, wir kennen das ja bereits aus dem Vorjahr, das Hotel Sol in Puerto Naos schließt seine Türen für drei Monate und wird erst am 7. Juli wieder öffnen. - Man hat letztes Jahr auch nur ganz kurz und halbherzig versucht uns diese Schließung als notwendige wegen Renovierungsarbeiten zu verkaufen, denn jedem ist klar, man schließt wegen der schlechten Auslastung zu der Zeit und trotz intensiver Bemühungen hat man es nicht geschafft, die Leitung des Hotelbetreibers doch davon zu überzeugen, diese Schließung rückgängig zu machen. - Klar, das ist ein souveräner Privatbetrieb, die können schließen und öffnen, wie sie das wirtschaftlich vertreten können, aber für die Insel ist das natürlich kein gutes Zeichen, wenn der Frühling gleich als verloren angesehen wird. Es überrascht auch ein bisschen, gleich am 7.April, denn da stecken wir eigentlich noch gut im saisonalen Saft, aber die werden ihre Kalkulation schon gut überlegt haben. - Man will auch dieses Jahr wieder Renovierungsarbeiten durchführen, so heißt das, aber jedes Mal steckt das wie ein Stachel im touristischen Zeigefinger, drei Monate zu, so als hätte die Insel Pocken im Frühling, oder wäre nicht gut genug, um damit Geld zu verdienen.




Damals war´s. - Noch vor über 30 Jahren, das Gerippe wurde wieder weggerissen und danach das Hotel Sol dort errichtet. - Wer noch alte Bilder von der Insel hat, der soll doch mal kramen, scannen und schicken, das kann doch sehr interessant sein.





Montag 23.03.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 44 % - Luftdruck 1013 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Volver las aguas a su cauce
Die Wasser wieder ins Flussbett zurückbringen. - Nach außergewöhnlichen Situationen sucht man den gewohnten Weg. - Die Dinge renken sich wieder ein.




Bild von Kai Stockrahm





Sonntag 22.03.2015 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0,5 mm - Luftfeuchte 24 % - Luftdruck 1010 hPa
Höchsttemperatur heute 20,9 Grad - niedrigste Temperatur 13,0 Grad

Partei ergreifen…
…und schütteln und schleudern und wegrennen

In El Paso hat die PSC/PSOE eine neue Kandidatin aus dem Hut gezaubert, nachdem wir wochenlang alle geraten haben, wer sich denn als Nachfolgerin in die, durchaus großen Fußstapfen einer Dolores Padilla wagt. - Loli selbst hat die Neuentdeckung ans Licht gefördert, Conchita Ramírez, mit 51 Jahren eine echte Nebeneinsteigerin, aber eben auch genau das, was wir uns eigentlich wünschen in den Stadtregierungen, keine Profipolitiker, sondern Bürger, welche sich für einen begrenzten Zeitraum um die Belange der Stadt und der anderen Bürger kümmern. - Ich kannte Conchi bislang nur vom Sehen her, allerdings hat die sich mit allein einem Satz bei mir in die Wählbarzone gerückt, sie hat nämlich gesagt: Meckern ist doof, man muss sich einmischen. - Ich bin mir sicher, diese Frau taugt gut für den Posten, allerdings hat sie ein Handycap, und das ist im Moment und seit nun fast vier Jahren das Problem, die Partei. - Seit der Wahlniederlage im Mai 2011, als José Miguel Pérez, Spitzenkandidat für die PSC/PSOE im Gobierno de Canarias die Zahl der Abgeordneten fast halbierte, und sich so gedungen sah, mit der Coalición Canaria zu paktieren, ist diese Partei ein Spielball von Strömungen und Interessen geworden, welche als Ziel nicht das Wohlergehen der Region oder der Inseln an sich haben, sondern die Macherhaltung von Seilschaften und Interessengruppen. - Das ist insofern schade, da sich in dieser Partei viele, sogar sehr viele enorm wertvolle Menschen aufreiben, welche immer versucht haben, gute Politik zu machen, aber durch Parteiinteressen daran gehindert werden und auf diese Art und Weise aufgezehrt werden. - Es nervt, wenn der politische Gegner immer auf die gleiche Stelle haut, aber es macht krank, wenn die eigene Partei aus Gründen der Hierarchie gute Politik mit Parteiausschlüssen belohnt.

So ist das ja hier auf La Palma geschehen, die sechs Räte der PSC/PSOE im Cabildo Insular wurden aus der Partei geworfen, weil sie nicht mehr zusehen wollten und konnten, wie eine gelähmte und handlungsunfähige Coalición Canaria das Schiff La Palma ohne Steuer an die Felsen schicken wollte. - Heraus kam ein, immer noch polemisch diskutiertes Misstrauensvotum gegen Guadalupe Taño und die, meines und dessen vieler Anderer Erachtens beste Inselregierung seit der Demokratisierung, in einem Pakt der Räte der PP mit denen der Sozialisten. - Die Räte sind inzwischen wieder in der Partei, auch weil es neue Köpfe in der nationalen PSOE gibt, und auch an der Spitzen der PSC/PSOE (der kanarische Ableger) steht nun mit Patricia Hernández neues, frisches Blut, rotes Blut, zumindest die Haarfarbe lässt darauf hin schließen. - Allerdings muss die auch noch gegen alte Seilschaften kämpfen, denn nun stellt sich plötzlich, und für uns alle überraschend heraus, dass der scheidenden José Miguel Pérez, der Vizepräsident der Kanarischen Inseln, die Listen für die Kandidaten zum kanarischen Parlament für die PSC/PSOE aufgestellt hat. - La Palma schickt, eigentlich sicher, 2 Kandidaten der PSC/PSOE ins Parlament, und normalerweise ist man sich ziemlich einig, wer denn diese Kandidaten sind, aber es ist seit dem Rauswurf der sechs Rebellen in dieser Partei überhaupt nichts mehr normal. - Der allergrößte Teil der Basis, der ist auf Seiten der Parteirebellen, drohte sogar mit einem Verlassen der Partei und der Gründung einer eigenen palmerischen sozialistischen Partei, und wollte Dolores Padilla (jetzige Bürgermeisterin El Pasos) und Jaime Carreras (ehemaliger Stadtrat aus Santa Cruz) ins Parlament schicken, aber aus der Parteiführung kommt nun die Liste aufgesetzt, und dort erscheinen die beiden Wunschkandidaten nur auf Listenplatz drei (Jaime) und vier (Loli).

Auf Platz eins und zwei, also die beiden Plätze mit Garantie, aber Manuel Marcos und Amparo Martín, beides "Contras" gegen die palmerischen Rebellen und seit dem Rauswurf der sozialistischen Inselräte aus der Partei ganz auf Linie mit der regionalen PSC/PSOE. - Das Imperium schlägt also zurück, hier ist man empört, stampft mit den Füßen auf und hinterfragt, ob das denn rechtens sei, wenn diese Kandidaten von "oben" aufgestellt werden und nicht, wie die Partei sonst immer fordert, durch "primarias" also Urwahlen demokratisch bestimmt werden. - Das Wochenende über glühen nun die Relaisstationen, die Parteisoldaten und Rebellen haben bereits Fingerkuppenschoner übergezogen, so viele WhatsApp-Nachrichten wandern durchs Netz, denn die sind alle so cool, die telefonieren nicht mehr, sondern schreiben nur noch. - Ich bin gespannt, was morgen die Leute um Anselmo Pestana, Oberrebell und Inselpräsident dazu sagen werden, dass man zwei "Contras" aus La Palma ins Parlament schicken soll, nicht aber die Wunschkandidaten der Basis. - Wer diese Partei hat, der spottet jeder Beschreibung und alle anderen, die Lachen sich ins Fäustchen und sicher auch noch sonst wo hin.

Weiter droht Regen, nicht nur im Norden der Insel, der Wind kann immer noch weiter auf West drehen, und dann kommen auch Niederschläge ins Tal. - Das wird aber nicht viel werden, außer eben im Norden der Inseln, und dann ab Mitte kommender Wochen erwarten wir wieder einen Übergang zu Hochdruck und damit wieder "unserem" Wetter.




Und bitte keine fremden Lorbeeren, das Foto ist nicht vom mir! - Ich sage es doch immer wieder, wer nicht hier auf La Palma ist, der macht was falsch... - Das Bild zeigt Yaco, einen wunderschönen "Pastor Garafiano" auf dem schwarz-rot glüheneden "Llano del Jable". - Das Schwarze ist der Lavagrus und das Rote ist der Rumex bucephalophorus "Stierkopf-Ampfer", welcher jeden Frühling da oben unterhalb des Refugio El Pilar die Landschaft in ein betörendes Farbspiel verwandelt.





Sonntag 22.03.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 34 % - Luftdruck 1012 hPa

Gastbeitrag von Rose Marie Dähncke

Muss ich die Gegenschwimmanlage heiraten?

Bei meinen Mitmenschen gelte ich als gute Zuhörerin, auch als Ratgeberin bei seelischen Konflikten, einfach als 'alt und weise'. Ich selbst merke das gar nicht so, ich bin einfach, wie ich bin. Aber tatsächlich habe ich wohl schon dem einen oder anderen geholfen, denn ich werde auch manchmal angesprochen: "Seit ich Ihren Rat von damals befolgt habe, ist mein Problem total vergessen".

Na gut. Ich kann mir die von kleinen Schwierigkeiten Belasteten natürlich nicht aussuchen, und diesmal traf es mich - ehrlich gesagt ziemlich hart - mit einer Bekannten, die ich bisher für recht normal gehalten hatte. Sie brachte mir einen Beutel Mandarinen mit, davon hatte sie genug auf ihrer Finka, und kam rasch zum Kern der Dinge. "Seien Sie nicht böse, Frau Dähncke, ich brauche einfach jemand, mit dem ich darüber reden kann. Es ist ein etwas heikles Thema, und Sie müssen mir versprechen, mit niemand darüber zu sprechen". Ich versprach. Schreiben ist etwas anderes. Sie war beruhigt und gestand kurz und schmerzlos: "Ich treibe es mit der Gegenschwimmanlage".

Aua, das war ein Ding! Klar, vorstellbar, aber mir fehlten die Worte. Ihr nicht, sie plauderte munter weiter: "Ich sehe schon, ich gehe das wohl falsch an. Ich sollte nicht mit der Tür ins Haus fallen, sondern Sie langsam in mein Problem einführen. Ich bin wohl ein bisschen aufgeregt, aber im Grunde ist alles ganz einfach. Sie wissen ja, ich bin Witwe, und mein Mann ist tot. Er war so ein Sportstyp und hatte in unser Schwimmbad eine Gegenschwimmanlage einbauen lassen, so in halber Höhe der Seitenwand. Als ich nun eines Tages mal so daran vorbeikam, spürte ich plötzlich so ein sanftes, zartes Streicheln, das mir fast den Atem nahm vor Überraschung. Ich näherte mich ein wenig mehr dem Wasserstrahl, und wonnigliche Gefühle erwachten. Die Gegenschwimmanlage war über mich gekommen, ob ich nun wollte oder nicht. Seitdem gebe ich mich ihr immer wieder einmal hin, denke auch tagsüber an sie und möchte sie nicht mehr missen. Ist das nun Liebe? Und nun meine Frage: muss ich sie heiraten?"

Au-weia. Ich dachte zuerst an Günter Jauch. So eine Frage hatte der noch nie, da waren wir ihm weit voraus. Und dann dachte ich an mich, die eine Antwort finden sollte. Ich hielt sie ein wenig hin: "Lassen Sie mich das reiflich überlegen". Und das tat ich dann auch, seriös wie das meine Art ist. Wie war das denn heute mit dem Treiben und dem Heiraten? Jeder konnte den heiraten, mit dem er es trieb, Männer die Männer, Frauen die Frauen, nur bei Mann und Frau, wie es sich gehört, da gab es eine Ausnahme. Da wurde nicht so schnell geheiratet, das ließ man erst mal, um eine Scheidung zu vermeiden, wenn man das Verhältnis wieder lösen wollte. Man spricht auch kaum noch von Ehepartnern, sondern von LAG (Lebensabschnittsgefährten). Ich glitt etwas ab und stellte mir vor, dass ja auch ein guter Freund den anderen Freund heiraten konnte, einfach so aus Steuergründen oder wegen Rentenvergünstigung, oder eine Freundin die andere, nebenbei konnten sie noch mit entsprechenden Partnern eine Scheinehe führen und Kinder haben. Welch ein Durcheinander. Wurde das nun ernsthaft geprüft? Mussten die schwulen Ehepartner den Nachweis erbringen, dass sie pflichtgemäß das erforderliche Sexleben erfüllten? Oder welche Bedingungen lagen der Eheschließung zugrunde? Oh-oh, ich schweife ab, aber je mehr ich darüber nachdenke, um so weniger kriege ich einen Durchblick in dieser irren Situation.

Und wie war das nun mit dieser Gegenschwimmanlage, sollte man die heiraten? Und kam dazu der Pastor ins Haus - äh Schwimmbad -? Und das Standesamt? Und wie waren da die Steuervorteile? Man musste auch das noch alles gut durchdenken. Und einen Namen musste man finden. Es konnte ja nicht heißen: ...heiratet Gegenschwimmanlage. Nein, ein Name musste her. Ich fand STRULLA für sehr passend, wenn es weiblich betrachtet wurde, und STRULLO für mehr männliche Ausrichtung (nach griechisch-lateinischer Rechtschreibung).

Die Besucherin war wirklich sehr geduldig gewesen, aber jetzt blickte sie doch schon mal fragend und ein Ergebnis fordernd auf. Ich musste, wohl oder übel, zu einer Antwort kommen. "Ja, meine Liebe, das ist nun ein ganz besonderer Fall. Ich bin der Meinung, Sie sollten dieses Liebesverhältnis einfach als Verschönerung Ihres Lebens hinnehmen und nicht gleich an feste Bindung denken. Sie bleibt Ihnen ja, ihre Gegenschwimmanlage, und auch die liebevolle Verantwortung für sie können Sie übernehmen. Wenn etwas kaputt geht, lassen Sie es einfach reparieren. Oder kaufen bei Überalterung gleich eine neue. Ist es da nicht besser, nicht direkt damit verheiratet zu sein? Ihr Gewissen können Sie damit beruhigen, dass doch alle Welt sich mit Sexutensilien beschäftigt, und nicht gleich alles geheiratet wird. Wo kämen wir da hin!"

"Na, wenn Sie meinen".

Ganz überzeugt war sie wohl nicht, aber froh, sich das einmal von der Seele geredet zu haben. Ich hing noch eine kleine Warnung an: "Aber laden Sie am besten niemand in Ihr Schwimmbad mit dem Liebeseffekt ein. Böse Menschen könnten von Zuhälterei sprechen."





Aufpassen, dass das nicht aus dem Ruder läuft





Samstag 21.03.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 19 % - Luftdruck 1012 hPa
Höchsttemperatur heute 22,4 Grad - niedrigste Temperatur 12,8 Grad

Wirres und zusammenhangloses Zeug
Der Mittelpunkt der Welt

Es kommt halt immer auf den Standpunkt an, die Sichtweise und den Horizont, und über diesen eigenen hinaus zu blicken, strengt an. - Am Wochenende verbietet mir meine Religion Anstrengung, ich weiß zwar nicht so genau, wie diese Religion sich nennt, aber Sie können ja mal nachgucken bei Kleripedia unter dem Stichwort, Anstrengungen sind zu vermeiden. - Meine Frau ist wieder los, als Hooligan zu einem Spiel von Atlético Paso, ich nenne diese Gruppe Deutscher dort, welche zu den Dauerfans gehören immer die "Silverhools" aber wo doch Hannover heute wieder verloren hat, dann muss wenigstens die andere Heimmannschaft einen Sieg einfahren. Aber es macht wirklich Spaß, Atlético Paso ist Tabellenführer der obersten Inselliga und kann auch diese Saison wieder an den Ausscheidungsspielen zum Aufstieg teilnehmen, den man im letzten Jahr in der Relegation leider verspielt hatte. - Bleiben wir in El Paso, den ganzen Tag, dort ist doch heute die Kreativität an jeder Ecke angesagt und bereits am Vormittag waren dort erstaunlich viele Menschen unterwegs. - Jetzt sind es noch mehr, ich werfe mich nachher auch wieder in die "Kultur" und wo doch heute der Tag der Kreativität in El Paso ist, müssen die Fußballer dem auch nicht nachstehen. - Es gibt heute nach dem Match, egal ob die das verlieren oder gewinnen, Paella dort, die Spieler essen die gemeinsam mit den Fans. - Paella, wie kreativ…. Das ist nur der Neid der Paellalosen, denn ich bin ja nur der Gatte eines Fans, darf also nicht den Mitesser spielen. - Der durchaus wieder spürbare Wind hat auch dafür gesorgt, dass die Sonne scheint über El Paso, aber das teilen wir mit dem Rest des Tales auch, dafür wird es aber heute Nacht wieder eisekalt. - Oben auf dem Roque liegt Schnee und Eis und morgen wird noch mehr davon erwartet und ein bisschen droht auch uns hier noch ein bisschen Regen, je nachdem ob der Wind auf Nordwest dreht, oder auf Nord bleibt. - Gastronomisch rückt auch El Paso wieder nach vorne, heute hat ja das Restaurant "Karma" aufgemacht, im ehemaligen "Adagio", dann "Candíl", also dort, wo die Straße hinaus nach El Paso Richtung Tunnel zweispurig ist auf der rechten Seite. - Dann ist auch die Abuela seit drei Tagen offen, die "Italian Connection" hat sich irgendwie verflüchtigt, es ist jetzt ein "normales" Restaurant mit gebratenem Fleisch und kanarischen Gerichten, also so, wie Kiko das unnachahmlich seinerzeit an der Wirkungsstelle gemacht hat und unser aller Fehler ist, dass wir die Qualität solcher Etablissements immer wieder mit dem vergleichen, was er zaubert. - Kiko wirkt ja nicht mehr in El Paso, sondern seit ein paar Jahren bereits in La Laguna, von dort in Richtung Los Llanos anderthalb Kilometer auf der rechten Seite, steht Casa Kiko dran und immer ganz viele Autos davor. - Es ist ein "Muss" allerdings hat er Sonntag zu, das hat er auch nötig. - Dann soll auch die Musikkneipe "Sargento Pimienta" bald wieder aufmachen, unter neuer Führung, und in der ehemaligen "Tia Mela" hat man auch Renovierungsarbeiten mitbekommen, also rührt sich wieder was im Kneipeneck El Pasos, da unterhalb des Gesundheitszentrums. - Die Eckkneipe dort, zunächst als Diskothek ausgelegt, Gurugu hieß das damals, aber die Anwohner beschwerten sich dermaßen, dass man dort den Musikhahn wieder abdrehte. - Dann bliebt das eine ganze Weile zu, bis dann Franzi und Wilson dort eine ganz normale Kneipe betrieben haben, natürlich mit "Chamo-Einschlag", also venezolanisch, aber das war nicht Fisch und nicht Fleisch, denn das Innere der Kneipe war ja mal eine Diskothek und die Barhocker die unbequemsten westlich des Ural, und dann haben die beiden auch irgendwann den Zapfhahn geworfen. - Dort in der Ecke kann man vielleicht den spanischen Wirtschaftsspiele erkennen, 2008 gab es da auf hundert Meter noch sechs Kneipen, vor ein paar Monaten nur noch drei, und jetzt sind es bald wieder deren fünf. - Das BKP nennt sich das, Bruttokneipenprodukt, auch daran kann sich die Prosperität einer Gesellschaft messen lassen und wenn Sie sich jetzt anhand dieser Zeilen den Kopf kratzen und raten, was der Siebold heute wieder eingeworfen hat, dann kann ich Ihnen versichern, noch nicht einmal ein Bier. Sonst würde ich wohl auch nicht, so wie es oben steht, wirres und zusammenhangloses Zeug schreiben. - Die Kultur in El Paso ruft wieder, und dem kann ich doch nicht widerstehen…










Mein Gott, was sind wir heute wieder kreativ...





Samstag 21.03.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 44 % - Luftdruck 1013 hPa

Gastbeitrag von Gregorio Díaz

Am Samstag, 21.03.2015 ist es endlich soweit! La Palma wird um ein kulinarisches Angebot reicher: Das Restaurant Karma in El Paso öffnet seine Türen und freut sich auf interessierte Gäste!
Die Philosophie des Inhabers, Gregorio Díaz ist es, alle Gäste aufs Beste zu verwöhnen! Gekonnt serviert werden Köstlichkeiten aus Fernost mit exotischen Touch (auch vegetarisch), gemixt mit klassisch-bekannten Spezialitäten aus aller Welt.
Die vielfältige Auswahl aus ayurvedischen und kreativen Gerichten erfreuen Gaumen und Gesundheit gleichermaßen!
Neben Spitzenweinen aus Ribera del Duero, der Rioja und natürlich aus La Palma, gibt es für Teeliebhaber eine große Auswahl an Bio zertifizierten Tees aus aller Welt!

Herzlich Willkommen & Namaste!

Telefon 922 486922 Öffnungszeiten von 13:00 bis 22:30 Uhr










Freitag 20.03.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 19 % - Luftdruck 1011 hPa
Höchsttemperatur heute 21,5 Grad - niedrigste Temperatur 13,2 Grad

Kurzgedöns
Ein bisschen Wetter, ein bisschen mehr Politik und enorm viel Kreativität

Afrikanisches Tief gegen atlantisches Hoch. - Im Moment dominiert das Tief, und bringt sehr feuchte Luft in den Norden der Inseln, wo es auch deutliche Niederschläge gibt. - Ganz oben liegt auch Eis und Schnee, und wir müssen abwarten, ob auch das Aridanetal ein paar Niederschläge abbekommt. - Dazu müsste allerdings der Wind, welcher momentan komplett aus Norden weht, einen deutlichen Zuschlag aus West erhalten, was sich aber nicht wirklich abzeichnet. - Wenn, dann fällt wenig Niederschlag hier im Tal, aber wahrscheinlich werden nur ein paar Brillenträge blind für ein paar Momente, oder aufgeschreckte HausmanInnen hetzen hinaus zur Wäscheleine, um die guten Textilien wieder ins Trockene zu räumen, um dann fünf Minuten später bereits wieder alles vor die Tür zu hängen. - Es bleibt frisch, wenn die Sonne nicht gerade einem auf den Pelz brennt, besonders wenn man bedenkt, dass wir auf den Kanaren sind und nicht in Karelien, aber nur noch ein paar Tage und ab und zu kann auch ein bisschen Regen aus dem Nordwesten ins Tal gelangen.

Überall schießen nun die Kandidaten für die kommenden Kommunalwahlen in die Presse, und wir erleben von Langeweile, weil wieder mal die gleichen Köpfe seit gefühlten einhundert Jahren für die gleiche Posten antreten, bis hin zu handfesten Überraschungen alles. - Los Llanos, die Ausgeburt des politischen Konservativismus, dort sind sogar die Linken rechts, wie man daran erkennen kann, dass dort die Gruppe um Chema de Vargas mit der Coalición Canaria paktiert. - Alle drei Kandidaten bleiben die gleichen, die amtierende Bürgermeisterin Susa de Armas von der CC tritt wieder an, Noelia García von der Partido Popular auch, und denn eben José María de Vargas für die PSC/PSOE. In Los Llanos gab es nach den letzten Kommunalwahlen im Mai 2011 zunächst einen Pakt der bürgerlichen Räte der Partido Popular mit den Sozialisten der PSC/PSOE, welcher dann Ende 2013 scheiterte, und Chema de Vargas nach, wie wir annehmen, persönlichen Differenzen mit Noelia García dann mit der Coalición Canaria paktierte, allerdings mit der Maßgabe, dass dieses nur ohne den umstrittenen Juan Ramón Marín geschehen könne, welchen man dann auch politisch auf ein Nebengleis gefahren hat. - In Tazacorte gibt es einen interessanten Wechsel bei den Bürgerlichen, dort tritt als Nummer eins nun Antonio Rocha an, welcher bereits in Los Llanos und für das Cabildo Insular in seinem Beruf als Architekt tätigt war und wohl auch sein wird. - Für PSC/PSOE bleibt Carmen Acosta, momentane Bürgermeisterin Nummer eins, und für die Union Bagañete, lokaler Ableger der Coalición Canaria in Tazacorte, tritt erneut Ángel Pablo Rodríguez an, zu dem eine Karikatur in eltime.com eigentlich alles sagt. Regiert hat die letzten vier Jahre ein Pakt aus PSC/PSOE und PP. - Ganz nebenbei bemerkt, diese Karikaturen sind eine absolute Bereicherung für die lokale Presse, oft unverschämt und gut, meist aber sogar unverschämt gut. - Chapeau by the way! - In El Paso bleiben nur die Bürgerlichen ohne Veränderung, für die PP tritt erneut Ángel Tomás Hernández an, welcher jetzt Vizebürgermeister in dem Pakt mit Loli Padilla von der PSC/PSOE ist. - Diese verehrte Dame tritt nicht mehr in El Paso an, sondern wird wohl ins Parlament der autonomen Region Kanarische Insel wechseln, aber das steht noch nicht fest, denn sie muss sich dafür noch als Kandidatin gegen einen weiteren Bewerber aus den eigenen Reihen durchsetzen. - Neue Nummer eins für die Sozialisten ist die politisch noch nicht in Erscheinung getretene Conchita Ramírez Galván, die sehr überraschend diesen Poste erhält, aber selbst von den Kandidaten der Opposition aufmerksame Beachtung erhält. - Für die Coalición Canaria tritt Sergio Rodríguez Fernández an, welcher bereits lange in der Gruppierung arbeitet und als äußerst volksnah und beliebt gilt. - Ich persönlich wünsche mir wieder drei Bürgermeisterinnen im Aridanetal, wobei jetzt einige stutzen mögen, denn das würde ja bedeuten, dass ich sogar eine Kandidatin der Partido Popular einem Kandidaten der Sozialisten vorziehen würde. - Ja, in den Gemeinden wählt man die Personen, nicht die Parteien, und das, was die PP in Madrid macht, das hat mit denen, die hier für bürgerliche Werte antreten, nichts zu tun.

Und bleiben wir in El Paso, dort wird morgen jeder Winkel der Stadt bereits ab Vormittag zum Hotspot der Kreativität ausgerufen. - Ein bisschen munkelt man, Andrés Carmona, die jetzige und zukünftige "Nummer zwei" der Sozialisten in El Paso möchte ein kulturelles Abschlussfeuerwerk bieten, und sich für weiter vier Jahre als Kulturrat und Hauskünstler der Stadt El Paso empfehlen. - Enorm, wie viel Gruppen und Aktivitäten an einem Tag in eine solch kleine Stadt passen, aber ich kann jedem nur raten, sich das anzutun, denn es ist wirklich den ganzen Tag über Großes in der Stadt unterwegs und die Kreativität hat die Hosen an in El Paso.









Freitag 20.03.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 34 % - Luftdruck 1012 hPa

Gastbeitrag von Max Deffner

Auch auf La Palma gehen Autos in Rente...oder beginnen ein neues, schönes Leben

Liebe Leser,
ich darf mich erst mal vorstellen... geboren 1985 in Filderstadt, sagten meine Eltern im gleich Jahr Adiós Alemania - bin somit als kleiner blonder Bub ausgewandert (worden). Hinterlassen wurde bei Stuttgart Freunde & Familie, und ein noch heute existierendes Autohaus Albrecht & Deffner. Als ich noch im Kindergarten war, hat Papa im Jahre 1989 die Autovermietung Monta mit 5 Kleinwagen übernommen, wohl überwog immer noch die Leidenschaft & Know-how zum Automobil. Mittlerweile sind wir mit über 80 Fahrzeugen und fünf Mitarbeitern täglich im Einsatz. Aufgewachsen bin ich mit meinen Eltern und zwei Schwestern in Puerto Naos, bis es 1995 nach La Laguna ging , wo sich heute auch unser Büro befindet. Natürlich gehen hier die Kinder auch zur Schule, in meinem Fall in Los Llanos bis zum Abitur ´03 (natürlich auf Spanisch!). Danach hat mich mein Interesse an der Außenwelt und meinen Wurzeln kurzerhand an der Hochschule Esslingen eingeschrieben, quasi ich gehe mal für einen Weile ins Ausland. Ein paar Jahre später und als fertiger Ingenieur in Gebäude-, Energie- & Umwelttechnik bin aus Familiären Gründen nach La Palma zurückgekehrt und seither in der Hochsaison am Steuer unseres Familienbetriebes. Manch einer wird sich jetzt fragen, was macht ein Ingenieur in einer Autovermietung? Na was wohl, sein Bestes geben! Um nicht als verlorenes Talent zu residieren, geht´s im Sommer immer für ein paar Monate nach Deutschland und tobe mich im meinem erlernten Beruf aus, eine gute Alternative als Auszeit. Nun zum eigentlichen, da aktuell die Saison sich dem Ende zuneigt und ein Frühjahrsputz ansteht, wird es Zeit eine Flottenkur vorzunehmen. Ich danke der Familie Siebold natürlich für die Möglichkeit hier diese Annonce machen zu dürfen. Der zum Verkauf stehende Citroen C1 hat gute Dienste geleistet und hat viele Urlauber zuverlässig begleitet. Sein moderner 3 Zylinder Motor ist sparsamer als ein Feuerzeug und vom Gesamtzustand dürft Ihr Interessenten Euch gerne selber überzeugen, wie wär´s mit einer Probefahrt zum Calamares Essen nach El Remo? Vor der Übergabe steht vor allem die technische Aufbereitung im Vordergrund. Alle gängigen Service-Verschleißteile werden erneuert, vollwertige Reifen sind selbstverständlich und dazu gibt's eine, auf La Palma nicht ganz übliche, 1 Jahres Garantie. Auch optisch bekommen die Autos eine Wiedergutmachung für die Strapazen von Salz, Sonne und übersehenen Hindernissen. Sollten Sie als Neubesitzer eines C1 wie ich mehrere Monate im Jahr in Deutschland sein, gibt es die Möglichkeit den Wagen ab 45€/ Monat unterstellen zu lassen. Bei Fragen erreicht ihr mich jederzeit per Email oder telefonisch. Ich wünsche Allen einen baldigen Frühling!
Max Deffner







Donnerstag 19.03.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 56 % - Luftdruck 1014 hPa
Höchsttemperatur heute 22,3 Grad - niedrigste Temperatur 11,3 Grad

Und täglich kotzt die Katze
Wo ist das Häufchen?

Ich liebe Katzen. - Manchmal überlege ich zum Hinduismus zu konvertieren, dieses Geschäftsmodell beinhaltet ja die Wiedergeburt, und hier netterweise so lange, bis endlich hinten was Gutes bei rauskommt. - Ich weiß ehrlich nicht, an welcher Stufe ich mich momentan befinde, aber das Ziel kann nur lauten, Katze zu werden. - Unsere Katze. - Nicht eine der armen KollegenInnen in Puerto de Tazacorte, die allerdings immerhin auch bewundernswerte Anhänger gefunden haben mit den Freunden um SOS Gatos Tazacorte die quatschen wenig, aber tun viel. - Was man nun anstellen muss, in den vielen weiteren Runden von Leben und wiedergeboren werden, um als Paul oder Mia bei uns zu landen, ich weiß es nicht so genau, muss das alles noch mal nachlesen. - Wir haben uns das mit den acht Katzen nicht ausgesucht, nicht bitte die Geschichte vom Kinderersatz, das wäre zu einfach, denn als Paul als Türöffner aller späterer Katzen sich in unsere Seelen schlich, da waren wir noch fast zehn Jahre davon entfernt, dass die Kinder das Haus verlassen. - Wir sind dennoch das ältere deutsche Pärchen mit den acht Katzen, vielleicht eine Kategorie, in die wir endlich reinpassen, denn ansonsten sind meine Frau und ich nicht wirklich etikettierbar. Die Geschichte mit dem Kinderersatz zieht also nicht, wir mögen Katzen wirklich und nutzen diese nicht als Ersatz, vielleicht haben wir aber Kinder bekommen, weil wir noch keine Katzen hatten damals, aber äußern Sie bitte diese Vermutung niemals meinen Töchtern gegenüber. - Aber meine Töchter sind besser geraten als unsere Katzen, auch wenn wir in beiden Fällen nicht die geringste Ahnung, und noch weniger Erfahrung bei der Erziehung mitgebracht haben. - Ich hätte den Satz, Katzen kann man nicht erziehen, auch öfter mal gerne auf Kinder übertragen, aber das scheint ja nicht so ganz zu stimmen. - Die kommenden Tage sind wir alle wieder zusammen, die Familie, denn die Kinder basteln sich zwischen den Prüfungen so etwas wie kurze Osterferien, die Katzen sind sowieso da, also wieder Full-House und im Supermarkt stellt unsere Lieblingskassiererin immer sofort am Einkauf fest, ob unsere Kinder da sind, oder nicht. - Wenn für 15 Euro Katzenfutter im Korb liegen, eine Packung Brot, ein paar Scheiben Käse und ein Glas Marmelade, dann sind unsere Kinder nicht da, und kommen auch nicht in den nächsten Wochen. - Erst wenn der humanverwertbare Teil der Nahrungsmittel wieder dreimal so hoch ist wie das Katzenfutter, dann grinst uns die nette Dame an und sagt wissend: Ah, die Kinder kommen wieder, ich wünsche Ihnen eine schöne Zeit. - Das sagt sie natürlich auf Spanisch, aber ich wollte Ihnen das gleich übersetzen. - Sie hat wieder gelächelt und geahnt, wie durchschaubar wir doch geworden sind.

Dabei machen es uns die Katzen nicht immer einfach, besonders die vier Damen, die selbst ohne fortpflanzungsbedingten Hormonhaushalt oft ein Rad, oder eine Maus ab haben und wahrstes Zickentheater veranstalten. - Da sind nicht alle in der Endstufe der Reinkarnation angekommen muss ich feststellen, es scheint immer noch Zeitgenossen zu geben, die wollen mehr erreichen als Katze zu sein, vielleicht sogar Mensch, Beutelteufel oder Pantoffeltierchen, wobei ich auch ältere Pärchen kenne, da nennt sie ihn so. - Aber zurück zu den Katzen, meist zecken sich abwechselnd Mia und Lucky mit Lufy, wobei das sogar heftig werden kann, und dann knüppelt Lufy Penny dafür, und dann gehen die alle wieder zum Katzentherapeuten und der rät ihnen dann, sie sollten das einfach rauslassen. - Das machen die dann auch, unter die Küchenbank, vor den Ohrensessel, unter den Fernsehtisch, oder auf dem Weg, wo ich nachts schlaftrunken entlang wanke, um mir das Granufink zu sparen. - Leider wachen davon dann immer alle auf, und ich muss mich loben, kaum denkfähig in diesem Zustand, aber ich brülle immer Tatsachen und treffe mit dem Kraftausdruck genau und sachlich korrekt. - Nicht des Pudels Kern, sondern der Katze Häufchen, und wir haben doch gelernt, wenn Katzen das machen, dann ist das ein stiller Protest. - Still, bis ich das finde, meist weisen ja olfaktorische Eigenschaften schnell auf das Corpus dakacksti hin, und ich gebe zu, ich rufe dann immer nach meiner Frau, weil die nicht nur Katzen liebt, sondern alles an denen, auch in den Zeiten des Protestes. - Und Mia, die schlingt wie ein Hund ihr Essen und nicht immer gelingt es uns, sie separat zu füttern, nach Anraten unserer angehenden Tierärztin, die uns verschrieben hat, ihr das Nassfutter nur noch gemischt mit Trockenfutter zu verabreichen, weil sie dann nicht so schlingen kann. - Das klappt in der Theorie, in der Praxis verschafft sich Mia, die Bitch aus Los Llanos, Zugang zu den Näpfen der hormonlosen Eunuchenschar, welche ohne Gegenwehr der aufbrausenden Dame Platz machen und vier Minuten und sechzehn Sekunden später dann kotzt uns Mia den Brei auf den letzten Teppich und nicht daneben, wie es eigentlich als Endstufe der Reinkarnation gehört. - Das mit dem Karma, das ist halt die Frage, und ich weiß nun nicht so recht, ob es der Mia am Karma dengelt, oder uns. - Vielleicht ist das aber wirklich die Endstufe der Felinwerdung, hundertfünfzig Mal Mensch gewesen, dann aufgestiegen zum Wanderfalken, einen Abstecher als Delfin, dann noch dreimal Katze in Tazacorte und schließlich zugelassen als Menschprüfer der kotzenden Zunft mit Krallen und Schnurren an der Spange. - So muss man das sehen, wenn man den schleimigen Kram dann vom Teppich löffelt und danach bin ich mir auch sicher, dass meine Frau viel schneller meine Katze werden wird als ich. - Da ist ja vielleicht auch der fundamentale Unterschied zwischen Mensch und Katz, bei den Katzen kotzen die Frauen den Gobelin voll und wursten aufs Parkett, bei den Menschen ist das immer keiner gewesen…




Nein, Acht macht so etwas nicht, Acht gibt acht





Donnerstag 19.03.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 12 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 45 % - Luftdruck 1017 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Volver el alma al cuerpo
Die Seele wieder in den Körper bringen. - Wenn man nach großer Anstrengung oder Gefahr sich wieder sammelt, um dann in den Normalbetrieb zurück zu kommen, dann steckt man die Seele dazu wieder in den Körper.



Die einen packen die Seele zurück in den Körper, ich wäre froh, wenn Mia mich wieder ans Waschbecken lassen würde. - Man könnte ja den Wasserhahn auch so aufmachen... Übrigens, heute ist in Spanien Vatertag!





Mittwoch 18.03.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 29 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 16,7 Grad - niedrigste Temperatur 13,6 Grad

Kassieren oder nicht kassieren,
diese Frage stellen wir uns jährlich mindestens einmal

Der Vulkan hat es geschaffen, und der Mensch will Geld dafür, dass man sich das ansehen kann? - Vielleicht wäre das anders gekommen, wenn der Vulkan Ahnung von Geld, oder von den Menschen hätte, aber die Beziehung Vulkan-Mensch definiert sich nicht durch gute Korrespondenz. - Vulkanier-Mensch, das ist eine andere Geschichte, aber für die bin ich nicht zuständig. - Seien wir ganz ehrlich, Tourismus ist durchaus auch als Geschäft zu betrachten und wir wollen doch alle nur Ihr Bestes, und dafür wollen wir auch gerne unser Bestes geben, und wir müssen dabei kleinlaut zugeben, unser Bestes ist unsere Natur. - Also nicht unbedingt unser Verdienst, aber in unserer Verantwortung, damit diese Insel und eben besonders die Hotspots des touristischen Interesses auch besuchenswert bleiben. - Ob wir nun eine Art Taxe erheben sollen für den Besuch des Nationalparks, des Lorbeerwaldes in Los Sauces oder gar für die Begehung des Vulkantour, diese Ideen kommen jährlich wieder auf den Tisch, meist wenn man die Haushalte für die diversen Inselkorporationen erstellt, welche irgendwie auch mit der Pflege dieser Besuchermagneten beschäftig sind. - Zitiert wird hier immer gerne Lanzarote, wo der Besuch bestimmter Aussichtspunkte schon ganz lange nicht mehr gratis ist, allerdings bietet man dort meist auch einen extra Dienst an. - In Timanfaya gibt es die Show, bei der man Wasser verdampfen lässt vom Vulkan, die Jameos de Agua, kleine, blinde Krebse die nicht so ganz auf der Höhe sind, was denn da mit ihnen passiert und andere Besucherzentren kassieren kräftig, bieten aber dafür irgendeine Show, oder eine aufwendig gestaltete Gartenlandschaft und dafür ist dann auch jeder bereit, einen Obolus zu bezahlen. - Hier kassiert man bislang nur für das Interpretationszentrum am Vulkan San Antonio, wobei man dort ziemlich robust mit den Wanderern umgeht, die eigentlich gar nicht in das Gebäude wollen, sondern nur den Vulkan umrunden, oder das Auto dort parken wollen, und selbst die werden zur Kasse gebeten. - Das sorgt hier und da für Ärger, aber meist bezahlen die sowieso fast immer ausländischen Besucher ohne Klagen diesen Tribut, den man eigentlich nicht erstatten müsste, falls man da nicht parken will und auch nicht das Gebäude betreten. - Man muss das nur wissen, und früh genug abbiegen, aber wer will es der "armen Gemeinde" Fuencaliente schon verdenken, dass die versuchen, so viel wie möglich in die immer klammen Kassen zu bekommen.

Die Gemeinde Los Sauces wollte mal kassieren, unter der Leitung der wilden Dame Nieves Dávila als Bürgermeisterin hat man Gebühren von bis zu 20 Euro kassieren wollen, für die Begehung der Quellen von Marcos y Corderos, aber das hat niemals funktioniert, weil man ohne wirklich zu überlegen völlig unverständliche Gebühren kassieren wollte. - Das ist dort vom Tisch, aber niemals ganz, aber man wagt es kaum, dort aufgehaltene Hand anzulegen, man fürchtet nämlich auch, die Wanderführer könnten ihre Touren dann woanders hin verlegen, wo man eben finanziell nicht so gebeutelt wird. - Da wir ja ein UNESCO-Weltbiosphärenreservat sind, hat natürlich auch der Rat dieses wunderbaren Errungenschaft dazu etwas zu sagen, und die könnten sich durchaus vorstellen, für das Begehen einiger unserer Naturschätze einen Beitrag vom Besucher zu erheben. - Aber man ist vorsichtig und intelligent genug dabei zu warnen, dieser Obolus muss mit einem bestimmten Service verbunden sein und transparent dazu verwandt werden, die besuchte Attraktion auch zu erhalten und zu pflegen. - Da fällt mir die Geschichte um die PKW-Maut-Diskussion in Deutschland ein, wenn die Verwaltung und die Kosten des Betriebes die Maut, oder hier den Eintrittspreis zu kassieren, fast bereits wieder die gesamten Einnahmen schlucken, dann wäre das doch eher ein Programm für das Arbeitsamt und die lustigen Chroniken der Stadt Schilda. - Ich glaube nicht, dass man diese Insel nicht besuchen würde, wenn man für den Eintritt in den Nationalpark zwei Euro pro Person löhnen müsste, oder das Gleiche für die Wanderung durch die Quellen von Marcos y Corderos, ich glaube sogar, die Leute verstehen oft gar nicht, warum wir das noch nicht machen. - Was aber wichtig wäre dabei, eine transparente und verständliche Handhabung dieser Eintrittsgelder, und das müsste man inselweit planen und machen und dabei den oft grausamen Lokalismen der einzelnen Gemeinden keine Chance lassen. - Der Besucher soll sich nicht unter Raubrittern und Wegelagerern fühlen, sondern gerne und stolz seinen, kleinen finanziellen Beitrag leisten können, damit die vielen landschaftlichen Sehenswürdigkeiten auch weiterhin glanzvoll den zukünftigen Besuchern zur Verfügung stehen.




Na, das ist doch schon zwofuffzich wert, oder?





Mittwoch 18.03.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 48 % - Luftdruck 1019 hPa

Gastbeitrag von Ulrika Tammenheimo

"In einer Ruine kann man nicht wohnen"
neu erschienener Roman von Ulrika Tammenheimo

Das Abenteuer, einen Roman zu schreiben, möchte ich jedem wärmstens empfehlen!
Bei mir begann es mit der Faszination, die von dieser "unserer" Insel San Miguel de La Palma ausgeht.
Es folgten einige Phasen der Planung mit ersten Kapiteln, angefangen von einem Reiseführer auf Finnisch über eine Reihe von Erzählungen á la "Magic La Palma" bis hin zum nun verwirklichten Roman. Erst bei Eintritt in den beruflichen Ruhestand hatte ich Zeit und Muße, meine Ideen niederzuschreiben. Ich zog mich also 2013 in eine Höhle in Garafía am Barranco Fernando Porto zurück und gab mich den Intuitionen hin. Sie flossen manchmal schneller, als ich schreiben konnte. Das Ergebnis liegt uns nun vor.
Der Roman ist eine Geschichte von Verwandlungen, vom Umdenken und Umpolen, von menschlichen Konflikten und vom Überleben inmitten einer Naturkatastrophe, ohne dabei an Gesicht und Würde zu verlieren.
Kati ist die Hauptperson, die mit 15 unwillig nach La Palma kommt, um wegen ihrer sozialen Probleme in ihrer Heimatstadt von einer Betreuerfamilie bzw. - mutter aufgenommen zu werden und um in einem abgebrannten Haus in Las Tricias zu wohnen.
Sie lernt schnell, dass leben und sich entwickeln vor allem auch sich verändern bedeutet. Dass man neue Wege nur gehen kann, wenn man die alten verlässt. Sie wird schließlich selbst zum Vorbild für andere. Mit Schwung, Kühnheit und Konsequenz bringt sie selbst kriminelle Jugendliche dazu, für sie und für die Finca zu arbeiten.
Im 2. Teil des Romans geschieht auf La Palma eine fatale Katastrophe von sogar weltweitem Ausmaß. Kati ist fast volljährig. Was wird nun aus ihr?
Mehr verrate ich lieber nicht, sonst wird es nicht mehr spannend für Sie!
Stattdessen möchte ich Sie einladen, zu einer meiner Präsentationen und Lesungen zu kommen. Dort können Sie das Buch auch zum Preis von 15 € erwerben.

24.3. Puntagorda, Casa de la Cultura, 18 Uhr
25.3. Las Tricias, Casa Los Barreros, 18 Uhr
26.3. Tijarafe, Casa de la Cultura, 18 Uhr
30.3. Santo Domingo, Casa de la Cultura, 18 Uhr
18.4. Los Llanos, La Luna, 19.30 Uhr
April: Los Cancajos, Hotel Taburiente Playa
April: El Paso, Central Bar
Die beiden letzten Termine werden später bekannt gegeben.

Herzlich willkommen!







Dienstag 17.03.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 24 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 22,6 Grad - niedrigste Temperatur 13,0 Grad

Immer den Augen und der Nase nach
Am "Llano de las cuevas" durch die Jahreszeiten

La Palma ist mit die steilste Insel der Welt, das wissen bereits viele von Ihnen. - Im Lauf der Zeit wird sich das geben, allerdings empfehle ich nicht, darauf zu warten oder zu spekulieren, geologische Zeitabläufe sind irgendwie nicht unser Ding. - Ich habe festgestellt, dass die Erosion bei mir schneller abläuft als bei der Insel, und dann dachte ich mir, der Klügere gibt nach, und habe mir mein neues Bewegungsumfeld meinen der Zeit geschuldeten Umständen ausgesucht. - "Der kommt halt nicht mehr so gut die Berge hoch" könnte man auch dazu sagen, und in der Tat, die Zeit, als ich meinen Körper ziegengleich den Reventón hinaufschwang sind knapp vorbei, aber eben doch passé. - Das ist nicht schlimm, man muss es nur begreifen, und sich eben andere Aufgaben suchen und gerade vom Reventón aus hat man beste Sicht auf die wenigen ebenen Flächen, die es in El Paso gibt. - Und genau unterhalb des Reventón und der Cumbre Nueva liegt das flache Stück Hochebene, welche sich der "Llano de las Cuevas" nennt, also die Ebene der Höhlen. - Ich habe das vor langer Zeit schon umbenannt in "Llano de las Bañeras", also Ebene der Badewannen, weil es übliche geworden ist, die Dichtigkeit von alten Badewannen dafür zu nutzen, als Vieh- oder Pferdetränke zu nutzen. - Am Anfang hat mich das gestört, allerdings bewundere ich inzwischen diesen Pragmatismus, und die stehen dort nicht als Müll hingeworfen auf den Wiesen, sondern gestellt als Tränken und so hat das seinen Nutzen. - Es ist ein Fest für die Augen, diese grünen Felder, die blühenden Pflanzen, friedlich grasende Kühe und neugierig blickende Pferde, wer denn da so mit erhobenem Haupt einen der vielen Wege kreuzt. - Auch die Gerüche laden ein, klar, Pferde riechen nach Pferd, aber auch der Passat hat einen Geruch, sauber, klar, manchmal sogar schneidend und wenn gar kein Wind weht, dann duften Blumen, Baumluzerne, Ginster und Baumheide um die Wette. - Es geht gerade aus, ich muss nicht klettern, kann mich auf meine Gedanken und Beobachtungen konzentrieren und nicht darauf, wie lange mein Körper noch durchhalten muss. - Meist will ich mich ja auch ablenken, den Alltag hinter mir lassen, zwar gleiche Bilder, aber eben mit immer neuen Farbtupfern und Gerüchen auf mich wirken lassen, hier muss ich nichts tun, außer meine Füße mehr oder weniger gleichgültig nach vorne zu werfen, sondern kann beobachten, kann Passagier in der Landschaft sein. - Das geht übrigens nicht nur mir so, den wenigen Menschen, denen man dort begegnet, die sind alle fröhlich und gut aufgelegt, man geht nicht stumm und ohne Gruß aneinander vorbei, es sind ja eh meist die Gleichen, ihn ihrem Wohlfühlraum, der sich ständig verändert. - Manchmal weht einen der Passat fast um, es macht aber Spaß, sich dem entgegen zu stellen, besonders wenn man die Ecken kennt, wo er mehr bläst, und wo weniger und das Schauspiel der Wolken ist ein millionenfach beschriebenes Stück. - Wunderbar, jeden Tag aufs Neue, immer beständig, nie gleichförmig, von da bekommt mich nur der Alltag weg, oder der Regen und das gebe ich zu, bei Regen ist es dort besonders eins, nass… Hier ein paar Bilder von gestern.






















Buntes Steinleben mit Stil...





Dienstag 17.03.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 12 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 22 % - Luftdruck 1021 hPa

Gastbeitrag von Ragna Kühnke

"Ruta del Cochino" in Garafía





Vergangenen Sonntag machten ein Freund und ich einen Ausflug, um die Ruta del cochino in Garafía kennenzulernen. Sie wird dieses Jahr das erste Mal veranstaltet. Zugegeben, ich hatte Schwierigkeiten eine Begleitung zu finden, da meine meisten Freundinnen Vegetarierinnen sind. Und ich musste auch lachen, als ich das Plakat das erste Mal sah. Schweineroute??? So typisch nicht auf der Höhe der Zeit, eben Garafía!!! Für mich hat aber hat gerade das auch Charme!

Der Ausflug war ein richtiger Sonntagsleckerbissen! Die Mandelblüte ist ja jederman/frau bekannt, aber die Birnenblüte??? Die Landschaft war so wunderschön, alles saftig grün und dann die leuchten weißen Bäume in ihrer Blüte, vielleicht waren auch Guindas (die kleinen Kirsche) und Pflaumenbäume darunter, wir hielten nicht an, wir hatten ja Programm... Ich wusste nicht, dass es zwischen Briestas und Roque Faro derartig viele Obstbäume gibt.

Auch die Baumheide blüht zur Zeit, mehr unauffällig blass weiß, irgendwie würdevoll. Leider duftet sie ja nicht so intensiv wie die Lüneburger Heide. Also allein landschaftlich war es ein Genuss! Wenn Sie auf dem Hin- oder Rückweg die Nebenstraße von Santo Domingo nach Las Tricias nehmen, kommen Sie auch in den Genuss der Ginsterblüte, die duftet durchaus, kräftig und lieblich. Und kennen Sie die Abkürzung, die kurz hinter dem Bailadero nach rechts abgeht und dann kurz hinter dem Restaurant La Mata wieder auf die LP1 führt? Sie ist neben der alten Straße mit den Tunneln kurz vor Barlovento meine Lieblingsstrecke, lohnt sich! Ist zwar nicht schneller, aber kürzer, man spart Llano Negro, San Antonio und La Zarza aus, die Strecke kann man sich ja auf dem Rückweg dann ansehen.

Wir fingen in Roque Faro in der Bar Reyes an und arbeiteten uns dann wieder vor Richtung Süden.





Gemeinsam teilten wir uns jeweils eine tapa und waren nach 4 Stationen satt. Nächstes Wochenende kommen dann die anderen dran! Kulinarisch gesehen gab es bisher keine exotischen Überraschungen, aber gute palmerische Hausmannskost auf jeden Fall. Machen Sie sich selber einen Eindruck!

Es nehmen teil:

Bar Reyes, Roque Faro
Restaurante La Mata (die setzen Sonntags zwischen 13.30 und 16.30 mit den tapas aus)
Kiosko La Zarza, Gasolinera San Antonio
Bar Gasam (gleich nach dem Abzweiger wie zur Fiesta von San Antonio das erste Gebäude)
El Bailadero
Bar La Guagua Llano Negro
Taverna Santi, Santo Domingo
Kiosko El Rincon, Las Tricias
Wer was bietet, entnehmen Sie bitte dem Plakat.
carrillera heißt Schweinebacke, manitas sind die Füßchen und Codillo Beinscheiben bez. gekochte Haxe







Montag 16.03.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 24 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 22,6 Grad - niedrigste Temperatur 13,0 Grad

Kurznachrichten
Die Global Player spielen woanders

Das Rathaus von Santa Cruz de La Palma will ins Postgebäude ziehen. - Das klang für manche wie eine "Inocentada", (Scherz wie bei uns am 1. April) auch weil diese Nachricht genau an dem Tag, den 28. Dezember durch die Presse ging. - Es ist aber kein Scherz, das augenblickliche Rathaus ist viel zu klein, man kann auch nichts anbauen oder ändern, da es sich um ein historisches Gebäude handelt, und die große Post am südlichen Eingang der Stadt geht es genau anders herum, dreiviertel des Gebäudes stehen leer. - Also verhandelt die Stadt mit der Post und man ist inzwischen auch weitergekommen, und spricht davon, dass man im Jahr 2017 umziehen will. - Dieser Zweitraum scheint vernünftig, denn es sind wohl fundamentale Umbauten nötig und darüber hinaus will man ja in das Postgebäude auch noch ein Restaurant und eine Cafetería einbringen, und neben dem Gebäude einen Aufzug, welcher Besucher und Gäste ins Restaurant, aber eben auch noch höher bringt, in die Oberstadt. - Also unten Post, darüber Rathaus und ganz oben Tourismus, warum nicht, der Platz ist gut gewählt, davor soll ja auch noch eine enorme Freizeitplaza entstehen und eine Tiefgarage. - Man hat da also einiges vor und noch im April will man den Vertrag aufsetzen und dann gibt es kein Zurück mehr, dann wird die kommenden Jahre umgebaut, und dann umgezogen.

Apropos Parkhaus in Santa Cruz. - Da gibt es ja immer noch die Geschichte von dem vielleicht schlechtesten Geschäft des angefangenen Jahrtausends bei uns auf der Insel. - Bei der Parkplatznot in der Hauptstadt dachte man eigentlich, eine Tiefgarage wäre eine gute Idee, viele sagten, das ist die Erlaubnis Geld drucken zu dürfen, aber es kam ganz anders. - Die Bauarbeiten dauerten mehr als doppelt so lange als man geplant hatte, und da die Firma kein, oder nur minimales Eigenkapital mitgebracht hatte, schlitterte man immerzu ganz nah am Konkurs vorbei. - Gleichzeitig baute man ja auch noch ein Parkhaus in Los Llanos, welches man aber dann aufgeben musste, und für die Lizenz von paar Millionen von der jetzigen Betreibergesellschaft erhielt, und mit diesem Geld dann in Santa Cruz weitermachen konnte. - Auch verkaufte man Stellflächen an Dauerparker, das brachte auch noch mal Millionen und so ganz durchsichtig sind da die Dinge gar nicht, warum denn dieses ganze Geld nicht gereicht haben soll, da sauber heraus zu kommen. - Der Betrieb des Parkhauses konnte aber aufgenommen werden, allerdings lagen die Einnahmen deutlich unter der Erwartungen und inzwischen reichen die Einnahmen schon nicht mehr die Kreditzinsen und die Gehälter zu bezahlen, und die Bank verhandelt inzwischen mit der Gemeinde, welcher das Parkhaus nämlich gehört, der Erbauer und Betreiber hatte lediglich die Zusage, das für 50 Jahre nutzen zu können. - Einen Strohhalm wähnte man noch, man verklagte die Stadt Santa Cruz auf Schadensersatz in Millionenhöhe, weil nach Meinung der Betreiber des Parkhauses die Stadt viele Parkplatz anbieten würde, deren Standort aber für eine solche Nutzung nicht in Ordnung sei. - Damit meinte man auch die 700 Stellplätze, welche es vor dem Baubeginn zum Stadtstrand dort am Meer gab, die aber inzwischen nicht mehr vorhanden sind. - Aber das Gericht sagte Nein, kein Geld von der Stadt, die darf das machen, und deswegen sei die Firma auch nicht Pleite gegangen, sondern wegen falscher Planungen und Finanzierung.

Gehen wir nun auf die andere Seite der Insel, in die größte Stadt Los Llanos de Aridane. - Die haben kein Problem mit dem Parkhaus, auch wenn die Betreiberfirma dort auch jammert, aber ich habe das Parkhaus schon öfter mal voll gesehen. - In Los Llanos aber kämpft man gegen die eigene Schlamperei der letzten 50 Jahre, denn des Netz der Wasserversorgung, sei es nun die Innenstadt, oder in den Außenbezirken, ist in einem extrem schlechten Zustand. - Davon spricht man bereits seit vielen Jahren, aber erst die jetzige Stadtregierung scheint kräftig dagegen anzugehen, aber bei dem Ausmaß der Schäden ist es oftmals ein anscheinend nicht zu gewinnender Kraftakt. - Längst hat man es geschafft, dass auch die Inselregierung über das Wasseramt Geld für die Sanierung der Wasserversorgung zur Verfügung stellt, aber man will gar nicht wirklich sagen, wie schlimm denn die Dinge stehen. - Der dafür zuständige Rat gibt Durchhalteparolen raus und spricht von Schwachpunkten, die noch zu beheben seien, die Arbeiter sind da weniger zuversichtlich und eilen von Leckage zu Havarien. - Kommt auch ein bisschen davon, dass immer mehr Haushalte sich an das öffentliche Leitungsnetz angeschlossen haben, man also mit größerem Druck arbeiten muss um genügend Wasser zu verschicken, die inzwischen Jahrzehnte alten Leitungen diesem Druck aber gar nicht standhalten können. - Vor Jahren hoffte man noch, die Wasserversorgung in private Hände geben zu können, das war in den Jahren, als das Mode war, und Firmen sich für solche Modelle hergaben. - Damals, noch vor der Krise, da hoffte man in Los Llanos an die 10 Millionen Euro einnehmen zu können, von der Firma, welcher man die Wasserversorgung dann für 25 Jahre abtreten wollte, und die Firma sollte auch die Sanierung der Leitungen vornehmen. - Vielleicht hätte man das Geschäft den Leuten vom Parkhaus in Santa Cruz anbieten sollen, die hätten vielleicht zugeschlagen, aber als man dann wirklich privatisieren wollte, da rannten alle bekannten privaten Wasserversorger schnell weg, ohne ein Angebot abgegeben zu haben. - Ich weiß warum…




Das schlecht genutzte Parkhaus in Santa Cruz de La Palma





Montag 16.03.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 33 % - Luftdruck 1018 hPa

Gastbeitrag von Claudia Gehrke - Konkursbuchverlag

Hedda Wortmann
Meerumwogen leben

Mitte der 60-er Jahre folgten meine Eltern beim Urlaub auf Teneriffa einer Reklame am Flughafen über eine Urbanisation für Ausländer. Spontan lie?en sie ihren Plan für ein Rentnerdasein im Holzhäuschen im Süden Deutschlands fallen und kauften ein Appartement in einem Hochhaus direkt am Atlantik. Das konstante Donnern des Meeres trieb sie jedoch zum Kauf eines Reihenbungalows weiter oben. Doch bald wurde alles um sie herum zugebaut. Darauf bereisten sie alle kanarischen Inseln und siedelten sich auf der, wie sie empfanden, schönsten Insel, auf La Palma an. Sie restaurierten ein altes kanarisches Haus und mein Vater errichtete die erste Minigolfbahn auf La Palma. Später lockte sie ein Hügel gegenüber mit Rundumsicht zum Bau eines gro?zügigen Bungalows mit Pool und neuer Minigolfanlage.
Angeregt durch ihre Begeisterung für La Palma entschieden mein Ex und ich uns 1974 auch für ein Leben hier. Inzwischen hatten die Eltern ihr kanarisches Wohnhaus in das erste von Ausländern geführte Restaurant auf La Palma Mesón La Finca (heute ist dort das Restaurant Il Giardino) als Existenz für meinen Ex und mich umgewandelt.
Von Anfang an lernte ich, wie zuvor meine Eltern, flei?ig Spanisch, um mit den redefreudigen Canarios mithalten zu können, und hatte dank der Eltern festen Kontakt zu Palmeros, zwei Bedingungen, die für ein glückliches Leben im Ausland ausschlaggebend sind: Sprache und Freundschaft, wie auch die Tatsache, arbeiten zu können. Im Ankunftsjahr wurde ich zu einer Ballettaufführung zum Patronatsfest in Tazacorte eingeladen. Bei meinem ersten modernen, barfü?igen Tanz stellte ich entsetzt fest, dass man die Raufaserplatten mit der rauen Seite nach oben auf den Betonboden der Bühne installiert hatte. Deshalb und wegen der blutenden Fü?e wurde mein folgender klassischer Spitzentanz zur echten Höllenqual. Ich gab trotzdem mein Bestes, wie der Applaus und die Autogrammstunde bewiesen.
Daraufhin bat man mich, in der von Nonnen geführten Schule Nazareth in Los Llanos Ballettunterricht zu geben. Meine drei Gruppen gaben eine Aufführung im Rahmen eines Schulfestes im Fußballstadion. Statt des versprochenen Plattenbelags lagen lose Plastikbahnen auf der Erde. So "tanzten" die Mädel regelrecht im Dreck. Wenige Monate danach eröffnete ich die erste Ballettschule auf La Palma, zu der später Sprachen hinzukamen, ebenso Pionierarbeit, zunächst Englisch, ein wenig Französisch, dann Deutsch und schlie?lich Spanisch (errang inzwischen das Staatsdiplom). Im Laufe der Jahre gaben wir unzählige Ballettaufführungen auf der ganzen Insel, wovon zahlreiche Plaketten und Diplome zeugen. Sogar zum Karneval bildete ich Tanzgruppen, rumberos genannt, aus jungen Paaren unterschiedlichsten Alters.
Nach Feierabend arbeitete ich im Restaurant, das mittlerweile zum Zentrum sangesfreudiger Gruppen von Palmeros mit Gitarren geworden war. Aus dieser Zeit stammt mein ziemlich gro?es Repertoire an kanarischen, spanischen und lateinamerikanischen Liedern. Mein gleich zu Anfang im Ruinenzustand gefundenes, uraltes kanarisches und sodann renoviertes Haus, die langjährigen Freundschaften mit Palmeros, sowie die lehrreiche Mentalität der Kanarier (laissez-faire), das Genie?en der Rundumsicht, Meer, Berge, Garten, die unglaublichen Sonnenuntergänge und sternenübersäten Nachthimmel, das wechselhafte, doch allgemein gute Klima und nicht zuletzt das Bad im zauberhaft durchsichtigen und temperierten Atlantik, all das macht das Leben hier so attraktiv. Auch wichtig ist mir das Halten von hier manchmal auch heute noch schlecht behandelten Haustieren.
Trotz alledem erlebte ich Momente, in denen ich mit der Mentalität nicht klarkam und aufgeben und zurückgehen wollte.
Leider ist das Aridanetal unterhalb meines Hauses - früher Tal der 1000 Spiegel genannt wegen seiner im Sonnenlicht glitzernden Wasserbecken zur Bewässerung der Bananenplantagen - inzwischen aufgrund der internationalen ökonomischen Vorgaben das Tal der 1000 Plastikdeckel geworden, alle Plantagen sind in Plastik eingehüllt.
Zum Schluss eine kleine Anekdote: Ein Bananenpflücker kam - wie es oft geschah - morgens in unser Restaurant und wir unterhielten uns sehr angeregt. Er probierte die bis dahin hier unbekannte Buttercremetorte und kaufte gleich die Hälfte. Nach etwa einer halben Stunde fragte er plötzlich, ob wir nicht Spanisch lernen wollten. Vater, Mutter und ich schauten uns verdutzt an und fragten vorsichtig, in welcher Sprache wir uns denn unterhalten hätten. Seine Erkenntnis war ihm so peinlich, dass er schamrot anlief und fluchtartig mit seiner halben Torte das Lokal verlie?.

Der Text ist erschienen in unserem opulenten zweisprachigen Buch: "Kanarisches Lesebuch - Canarias" (512 Seiten mit vielen teils historischen Bildern über alle Kanarischen Inseln, aber La Palma kommt wegen Verlegerinnenvorliebe in besonders vielen Texten und Bildern vor, ISBN 978-3-88769-338-1). Hedda Wortmann hat für unsere zweisprachigen Bücher viele Texte übersetzt.







Sonntag 15.03.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 19 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 22,2 Grad - niedrigste Temperatur 13,6 Grad

Gefühlt und statistisch
Die Brezeldiebe sind fast wieder schon alle weg

Was, Sie wissen nicht, was Brezeldiebe sind? - Kann doch gar nicht sein, gefühlt lesen Sie diese Seite doch schon seit vielen Jahren! - Das steckt wohl der Unterschied zwischen gefühlt und statistisch. - Also, der Name Brezeldiebe ist eigentlich schon wieder veraltet, denn inzwischen sorgen mehrere Hostspots für die Produktion und den Verkauf von teutonenverträglichen Nahrungsmittel dafür, dass uns, damit sind die Ausländer gemeint, die, aus welchem Grund auch immer, nicht mehr von der Insel herunter können, auch ihren Anteil an den Brezeln noch bekommen. - Brezeldiebe sind überwinternde Langzeiturlauber, die eben früher die knappen Brezeln und Bismarckheringe in den Läden weggekauft haben, weil wir nur ganz langsam in der Lage dazu sind, unser Angebot einer wechselnden Nachfrage anzupassen. - Die Überwinterer sind ein beachtlicher Anteil von Mitteleuropäern, die der Dunkelheit und den Temperaturen ihrer Heimat entfliehen wollen, allerdings läuft deren Saison kürzer, als die der "normalen" Gäste. - Wer einen Garten hat, zum Beispiel, der kann nicht bis nach Ostern warten, um sich wieder erst wieder darum zu kümmern, kaum sind die letzten Nachfröste in Mitteleuropa gekommen, zieht es diese Zugvögel wieder nach Hause. - Lidl hat wirklich viel verändert auf der Insel, und wie neulich Manfred Achtzehn so bemerkenswert schrieb: "LIDL erinnert mich immer fatal an die Gastarbeitertreffs auf deutschen Bahnhöfen der sechziger Jahre. Kurze Hosen und lautstarke Unterhaltungen lassen das deutsche Klientel erkennen." - Der Name Brezeldieb stimmt also eigentlich nicht mehr, aber er bleibt, es haben sich alle daran gewöhnt, fast alle. - Ich kann nicht genau die Anzahl derer sagen, welche als Langzeiturlauber unsere Volkswirtschaft winterlich beglücken, denn die sind versteckt in der Zahl der internationalen Passagieren, welche über den Flughafen zu uns kommen.

Die AENA , der staatliche spanischen Flughafenbetreiber hat zwar eine extrem langsame Statistik, aber eine, welcher man vertrauen kann und leider hat man uns früher, als alles anders war, und nur manches besser, oft Zahlen vorgelegt, die mehr für die Fantasie internationaler Investoren gebastelt wurden, als für eine ehrliche Betrachtung der Aktualität. - Beliebte Spiele waren, eine unverschämt hohe Zahl an internationalen Gästen mit dem Schiff anreisen zu lassen, und da kann ich Ihnen aus mehr als zwanzigjähriger Erfahrung sagen, dass nur verschwindend wenig Gäste diesen Weg zu uns wählen. - Darüber hinaus ist ja die Beobachtung der Veränderung der Gästezahlen interessanter, dadurch erfahren wir, ob wir auf dem richtigen Weg sind, und das scheint so zu sein. - Auch hat man uns oftmals die Zahlen vom Flughafen vorgelegt, aber dabei die Zahl der bewegten Passagiere, und nicht die Zahl derer, die hier angekommen sind. - Also hat man die Zahl glatt verdoppelt, denn für den Flughafenbetreiber sind sowohl die an- wie auch die abreisenden Gäste das Geschäft, für die Inselvolkswirtschaft gilt das nicht, die kann von jeden angereisten Gast nur einmal ganzheitlich beglückt werden. - Inzwischen haben sich alle darauf geeinigt, dass man als allgemein gültige Zahlen die Statistiken vom Flughafenbetreiber nimmt. - Auch da gibt es noch kleine Abweichungen, da es verschiedene Methoden gibt, die Zahl der internationalen Gäste zu ermitteln, aber diese Abweichungen sind unerheblich und immer wieder betone ich, die Marschrichtung der Zahlen ist wichtig, werden es mehr, oder weniger Urlauber, daran müssen wir uns orientieren.

Gefühlt sind es mehr geworden diesen Winter, auch im Februar, und die Statistik bestätigt das, und der Sprung vom Februar 2014 zum gleichen Monat dieses Jahres kann sich auch sehen lassen. - Die Erklärung, warum das so ist, die weiß auch jeder ganz einfach, es gibt wieder eine steigende Anzahl von Flugverbindungen und nun dürfen wir erneut die Frage nach dem Ei und der Henne stellen. - Mehr Flüge, weil mehr Nachfrage war, oder mehr Nachfrage, weil mehr Flüge angeboten wurden. - Wir pfuschen jetzt der Schöpfung ein bisschen ins Handwerk, denn Beides trifft zu. - Nach Jahren des Rückgangs des internationalen Tourismus hier auf der Insel schwingt das Pendel jetzt wieder auf die positive Seite und da stecken sich Nachfrage und Angebot gegenseitig an, und auch nicht unerwähnt dabei darf bleiben, dass man seitens des Cabildo Insular inzwischen erfolgreicher mit den Fluggesellschaften verhandelt, als noch vor ein paar Jahren. - Auch im kommenden Sommer haben wir zwei Flüge mehr aus Deutschland, also fünf, anstatt drei Verbindungen, und der Winterflugplan 2015/ 2016 verspricht uns auch wieder solche Abflughäfen wir Hannover. - Gleichzeit müssen wir hier auf der Insel dafür sorgen, dass unser Angebot an Attraktionen nachhaltig verbessert wird, dabei gilt es allerdings zu beachten, dass eine unserer Attraktionen auch lautet, kaum Veränderungen! - Viele Stammgäste möchten das Bild der Insel nicht verändert sehen, sondern so belassen, wie es bei ihrer Entdeckung war. - Das ist zwar nicht wirklich möglich, aber man kann behutsam Veränderungen einführen, und ich darf erneut auf den Unterschied zwischen Wachstum und Fortschritt hindeuten, und wir doch eigentlich alle vorankommen wollen, und nicht unbedingt wachsen. - Dennoch, die Zahl der Gäste muss natürlich noch wachsen, aber uns auch nicht überfordern, allerdings gibt die folgende Tabelle nach Zahlen der AENA nicht den geringsten Anlass zur Angst, diese Insel könnte von Feriengästen überschwemmt werden. - Interessant auch, dass wir vor 10 Jahren mehr internationale Gäste hatten als heute, aber auch das wissen Sie ja, wo Sie diese Seite doch schon seit so vielen Jahren lesen…

Nachfolgende Tablle ziegt die Zahl der angekommenden Passagiere im Monat Februar für den Flughafen La Palma, Quelle ist AENA


Jahr Alle Passagiere Davon national Davon international
2015 37.163 24.222 12.914
2014 31.821 20.635 11.186
2013 33.152 22.412 10.740
2004 38.730 25.259 13.471





Na, erkannt?





Sonntag 15.03.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 45 % - Luftdruck 1018 hPa

Gastbeitrag von Manfred Günther

Sportinsel La Palma, Teil zwei von zwei

Ebenfalls nicht immer winterkompatibel ist das Schwimmen (unterteilbar in Rücken- Kraul- Brust- und Mariposa. Kalt und gefährlich in mancher Hinsicht. 5 Minuten geht auch im Februar immer noch, aber Freizeitsport heißt ja, sich über längere Zeiträume hinweg irgendwie anstrengen, ohne Geld dafür zu bekommen. Ich empfehle einen Neopren-Ganzköper 5mm. Sieht Kacke aus, hilft aber. Dann können Sie 20 Minuten und länger schwimmen, benötigen keine Flügelchen oder Weste, weil er trägt, und mit kleinen Flossen dazu sind Sie beweglich und schnell. Eine herzliche Bitte: bei heftigen Gezeiten und Wellengang immer zu zweit!

Zum Angelsport: hier ist interessant, wie viele sich widersprechende Meinungen das Internet zeigt auf die Frage "benötigt man auf La Palma eine Genehmigung und was (ggf.) kostet sie?" Nur für ernsthaft Interessierte, die Antwort ist im Grunde einfach: Es geht auch so und kostet nichts; sie benötigen eine Genehmigung für 15 €, die gilt 5 Jahre. Es wird nicht überprüft. Wenn es überprüft wird, benötigen Sie beim ersten mal keine Genehmigung. Nicht in den Naturschutzgebieten. Nicht im Hafen. Gern am Hafen. Auf dem Boot teuer! Ach so, ich habe eine Überprüfung eines Einheimischen mit Angel in El Remo erlebt. Sie dauerte sehr lange. Der Einheimische setzte schließlich das Baden seiner Köder fort.

Wenn es nach mir ginge, würden zwei 9-Loch Golfplätze gebaut. Minigolf gibt es inzwischen in Todoque, auf ungewöhnlichem Kunstrasen statt Beton, eine Abwechslung im Alltag, wenn nicht zu viel Wind dort herrscht oder es kalt ist. Die nächste Stufe wäre "Pitch and Putt" auf einem Platz mit kurzen (etwa 90 m) Bahnen, wie er in Tenerife Puerto de la Cruz "La Rosalita" angeboten wird. Mit einem einzigen Chip-Schläger schaffen sie fast alle Hindernisse und Entfernungen und wer mehr Präzision will: nur max. 4 Schläger machen Sinn. Dafür hätten wir hier sicher mancherorts Platz, eine Fläche von 350x150m reichte aus. Aber warum nicht auch eine richtige 9-Loch, (Platzbedarf ca. 400x700m) z.B. zwischen Besucherzentrum und Ermita Virgen del Pino oberhalb von El Paso? Oder eine Oberhalb des Sportplatzes von Los Canarios, damit die armen, abgeschobenen Princess-La Palma-Insassen irgendwas zu tun bekommen? Also bitte insgesamt "nur" zwei 9-Loch-Plätze, einer mit Driving Range, der andere mit einem weiteren 2-Loch-Volksparcour für alle ohne Platzreife; dafür ist und kommt Bedarf, mehr würde nie ausreichend abgefragt, Jut nu, Oma ist die Älteste! (Bevor auch dort Bananen angebaut werden.)

Für mich ist es kein Sport, mit Motorhilfe auf dem Land (Pkw, Moto) oder auf dem Wasser, geschweige in der Luft zu rasen, meine Meinung. Erwähnt werden muss aber, dass es für Motorradfahrer ideale Verhältnisse hier gibt, fantastisch bis auf knapp 100 Schlaglöcher. Die Verleiher gehen da nicht ran, und wenn, dann für 60 € am Tag (also=3 Pkw), denn die angereisten Sonntagsfahrer verunfallen ungern aber häufig oder bringen Sand ins Getriebe. Ich weiß keine Lösung und habe gekauft… Fahre fast täglich mit Zielen, 1000 km/Monat zum Wandern und danach zum Schwimmen.

Reiten? Doch, es gibt einige Pferde hier, kommerziell wird nicht sehr viel angeboten, was Ausritte angeht. Es ist auch recht steinig hier, die armen Tiere. Vor einigen Tagen ritt ein Mensch durch Argual… (nein, kein heiliger 3-König!). Ich würde gern mehr (Reit-)Esel sehen, für (kg) u 70, die passen aus meiner Sicht zur Insel - Honi soit qui mal y pense.

Auf dem Wasser sieht man wenig Bewegung, zum Glück düsen hier weder Motorboote noch nervende Scooter an den Buchten vorbei. Der kleine Hafen von Tazacorte (auf dem großen könnte man gut eine Go-Cart-Bahn platzieren oder einen Flughafen für Notlandungen bei ungünstigem Wind auf der Ostseite) beherbergt zwar zahlreiche Boote und Yachten, in Santa Cruz stehen noch viel mehr, aber segelnde Boote sind fast nie nicht in Sicht. Ich vermute, dass das Segeln enorm gefährlich ist. Colon und Kollegen wussten davon zu unserem Glück (und zum Leid der "Indianer") nichts.
Ach so, ist Carneval-Feiern und Polvo-Streuen eigentlich auch ein Sport?
Viele kleine Späße und Spiele möchte ich nicht unerwähnt lassen: Federball, Beach-Ball, Frisbee und Boomerang sind möglich. Richtiges Boule oder von mir aus Boccia (anstelle von ‚schwarze Kieselsteine wettbewerbsmäßig in den Sandstrand werfen', mit Glück schaffen Sie dabei Schweinchensteiger) passten hiesigen Erachtens auch gut in die Landschaft. Mit wenig Aufwand könnten die Kommunen kleine Lehm-Asche Plätze bereitstellen und wer weiß, vielleicht würden so viele neue wortkarge multikulturelle Rentnerfreundschaften entstehen….

Zurück zu den bekannteren Arten: hier wird viel Schach gespielt und auch Bridge sowie Domino, häufiger im Alltag zu sehen als das Joggen. Aber Turnen geht gut, so z.B. am Strand von Puerto de Tazacorte. Ich meine nicht das andauernde Gathering von ca. 40 Hippies und vier ebensolchen Hunden, sondern Jugendliche, die eine aufgeblasene Boje in den Sand Graben und so ein Sprungbrett besitzen für Salti. Für weniger Gelenkige: Auch Yoga oder Pilates kann man am Strand ausüben, ohne dass die Polizei eingreift (was diese selbst bei "sportlichen" Hahnenkämpfen nicht tut, oder? Polizeisport übrigens ist u.a. "50 Minuten am Straßenrand bei laufendem Motor nichts weiter tun" (so gestern vor meinem Fenster geschehen, echt ey).

Schnorcheln ist eher etwas Exotisches, nur wenige Versuche habe ich beobachtet, auch in der Nähe des Südleuchtturms nicht, wo es ganz gut gehen soll. Aber Geräte-Tauchen: mindestens drei oder vier Basen für Ausbildung oder Ausleihe beherbergt die Insel und wenn es nicht so kalt gewesen wäre in diesem Winter, hätte man einige hundert SportlerInnen beobachten können bei Übungen oder Unternehmungen. Das passt zu La Palma wie das Gleitschirmfliegen. Sehr schön anzusehen in Puerto de Naos, wenn am frühen Abend viele Flieger hoch oben die Thermik nutzen und manchmal 70 Minuten abheben. Statistisch betrachtet aber eher Kategorie "sehr gefährlich". Seit der drahtige Heiner Geisler vor 23 Jahren dabei mal in einen Baum fiel, ist dieses Unternehmen von meiner Lern-Liste gestrichen.

Nun, ich schließe mal; auch dieser aufzählende, möglichst motivierende Bericht ist noch immer etwas unvollständig, sorry! Trotzdem bitte beachten: "Keine Stunde, die man mit Sport verbringt, ist verloren!" (Churchill); and last not least: Hals- sowie Beinbruch!

Manfred Günther





Endemische Sportarten





Samstag 14.03.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 17 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 22,1 Grad - niedrigste Temperatur 13,7 Grad

Fast schon ein Sommersamstag
Ein paar kleine Häppchen

Prächtiges Wetter, auch der gestern erneut aufgetauchte Wind ist wieder weg, das gibt einen wunderbaren Abendspaziergang. - Das bleibt noch ein paar Tage so, dann allerdings wird es wieder kälter, weil der Passat den Wind wieder ganz weit aus dem Norden heranholt, und auf der Höhe der Sahara für deutliche Frische sorgt. - Was uns jetzt im Frühling noch ein bisschen frösteln lässt, ja, uns Weicheier, das rettet uns den ganzen Sommer lang und sorgt dafür, dass das die Grüne Insel ist, und nicht verbrannte Erde. - Wir haben ja auch gelernt, ab und zu stimmen die Bauernregeln, und im letzten Oktoberneumond, da war es windig und trocken, und das soll dann sieben Mondphasen so anhalten, also dürfen wir wohl davon ausgehen, dass dieser Winter zu den trockenen auch weiterhin zählen wird. - Wie dann allerdings der Sommer wird, das sagt uns die "Luna de Octubre" nicht, wir sind gespannt und nehmen heute mal so ein bisschen den Sommer schon voraus.

Eine tragisch bis rührende Gesichte macht hier auch noch die Runde, von einem jungen Liebespaar, welches von La Palma aus nach Tenerife geflohen war, um wohl nicht von den getrennt zu werden. - Dazu muss man wissen, das Mädchen ist erst 14 Jahre alt und der Partner bereits 21 und da würde ich als Vater auch die Düse bekommen, aber mächtig, wenn meine Tochter mit einem bereits erwachsenen Mann umherziehen würde. - Man wollte ein gerichtliche Abstandsverfügung erwirken, und davor wollten die beiden sich wohl entziehen und flohen davor mit dem Schiff nach Tenerife. - Da sie kein Geld hatten und natürlich auch nicht gefunden werden wollten, versteckten sie sich in einem LKW der auf die Fähre fuhr. - Auf dem Schiff allerdings wurden sie dann gesehen, gelangten aber doch noch von Bord und wurden dann später in der Hauptstadt Tenerife von der Polizei aufgelesen. - Der Erwachsene bekommt natürlich Ärger, Kindesentziehung bis hin zu Entführung wird diskutiert, wobei das Mädel ja freiwillig mitgegangen ist. - Noch ein Fragezeichen steht über der ganzen Geschichte, eine Nacht bevor die beiden nach Tenerife sind, hatten sie einen Unfall mit dem Auto des Einundzwanzigjährigen auf der Umgehungsstraße unserer Hauptstadt und wie das passiert ist, das wissen wir noch nicht, denn man fand das Auto dort auf dem Kopf liegend, aber ohne Insassen. - Ob das irgendwann mal ein Happy End geben wird, ich weiß nicht so recht, auf der einen Seite hört sich das heftig nach Liebesgeschichte an, auf der anderen Seite bin ich aber auch Vater zweiter Töchter, und hätte dabei sicher nicht gelacht, wenn das einer meiner Mädels in dem Alter passiert wäre.

Die Alexander von Humboldt 2 ist inzwischen bereits auf La Gomera und hier wird immer noch ein bisschen darüber diskutiert, was denn nun schiefgegangen ist, mit der nicht vorhandenen Begrüßung des ersten Schiffes welches an der neuen Mole in Puerto de Tazacorte angelegt hatte. - Die haben es alle nicht gewusst, und es gibt ja auch kein Protokoll, dass der Hafenmeister die Politiker anrufen muss, horch mal, da kommt ein schmucker Kahn, bestell doch mal die Folklore, Schnittchen und Sekt. - Allerdings hätte man schon ein bisschen sensibler sein können, wo es doch ein Erstbesuch ist, aber so richtig hat das vom Schiff niemand übel genommen, sind halt harte Fahrensleut. - Es war dann so ein bisschen wie bei Nachbars Gartenfest, nur Deutsche an der Mole, und manche davon brachten sogar Geschenke mit, Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten und dann kam ja am nächsten Tag doch noch die Bürgermeisterin aus Tazacorte und konnte ihre Aufwartung machen.

Und noch ein bisschen Politik. - Loli soll ins kanarische Parlament, aber eigentlich sollte das noch nicht an die Öffentlichkeit gelangen, aber Maikel Chacón der auch die "La Palma Times" www.eltime.com betreibt, der weiß, wen er fragen muss, und bekam mit dem Bürgermeister von Puntagorda einen genügend gesprächigen Partner. - Dabei geht es auch um den Kampf der linientreuen Parteimitglieder auf der Insel gegen die PSC/PSOE-Rebellen, welche weiterhin die sechs Räte im Cabildo Insular unterstützt hatten, obwohl diese aus der Partei geworfen wurden. - Eigentlich war es klar, dass Manolo Marcos erneut als Spitzenkandidat aus La Palma wieder ins Rennen gehen sollte, aber da der sich gegen fast die gesamte Parteibasis auf der Insel gestellt hat und zu dem Stolperstein José Miguel Pérez gehalten hatte, welcher eben Antreiber für den Rauswurf der Inselräte war, bekommt der jetzt Gegenwind. - Nun begehrt die Basis auf, will Manolo Marcos das Vertrauen entziehen und hat mit der jetzt noch Bürgermeisterin aus El Paso natürlich ein echtes Pfund aufgeboten. - Aber der Zeitpunkt der Nennung ist verfrüht, nun kann sich Manolo Marcos noch eine Gegenstrategie ausdenken, aber daran hat nicht Maikel Chacón Schuld, der verdammt gut zu fragen weiß, sondern diejenigen, die ihren Mund nicht halten können. - Sollte es unserer Loli gelingen, das Ticket für einen Sitz im kanarischen Parlament zu erlangen, dann würde sie in Sachen Umwelt antreten, ganz bestimmt die richtige Wahl. - Wir werden sie hier in El Paso vermissen, aber im Gobierno de Canarias kann sie sehr viel mehr für die Insel tun, als von El Paso aus.




Die Rote Loli im grünen Kleid. - Hier nach der Wahl zur Bürgermeistern im Jahr 2011 mit den neuen Stadträten.





Samstag 14.03.2015 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 28 % - Luftdruck 1020 hPa

Gastbeitrag von Manfred Günther

Sportinsel La Palma, Teil eins von zwei

Ein Ocasion-Heft vom Dezember 2014 widmete sich in seinem 14-täglichen Especial dem Sport auf der Isla Bonita, richtig? Zusammenfassend, für alle die es nicht gelesen oder schon wieder vergessen haben: das Werbeheft aus Los Llanos benennt als "gut machbar und beliebt hier" aber nur ein paar Sportarten, einen Ausschnitt. Das ist schon einmal was - aber längst nicht alles! Wer mehr Anregungen möchte, folge meinen Eindrücken.

Beginnen wir mit dem Klischee Nr. 1 von der "Wanderinsel". Von wo nach wo bitte? Die einzige mir bekannte Wanderinsel ist Sylt. Ansonsten wandern noch häufig Dünen, so minimal auf Fuerteventura, aber bei uns wird die Insel erst nach dem nächsten Vulkanausbruch wieder "wandern". Doch wir selbst, Touristen, Bewohner und Halbresidenten, wandern hier reichlich, Tendenz zunehmend. Vor 30 Jahren konnten Sie sich bei trübem Wetter noch gut auf der Cumbre verlaufen. Keine Wegweiser, keine gelb-weiß- oder rot-weiß-Markierungen und die Militär-Inselkarte war nicht immer genau… Heute geht es in Richtung "paradiesisch", was die Kennzeichnung angeht; es ist wohl nur im Sauerland oder in Schwaben noch "markanter". Ausnahmen bestätigen die Regel. Manchmal zeigt ein Richtungspfeil geradeaus (Tinizara), obwohl es nur links oder rechts Wege gibt. Eine schöne Dauerirreführung befindet sich in La Punta/El Jesus (Abajo): Die Schilder an einer Straßenecke zeigen exakt 180 Grad falsch an, und das seit mindestens 4 Jahren.

Zurück zum eigentlichen Wandern: das Schöne an der Sportart ist die Freiheit, was Stil, Dauer, Bekleidung, Tempo und Verpflegung angeht. Nicht selten schleppt schlanke Frau Rucksack, weil dicker Mann "eigentlich nichts weiter für unterwegs braucht". Obwohl, was uns Biodeutsche angeht, wohl jeder Möchtegern behauptet, auch gern längere Strecken zu wandern, finde ich seit Jahren niemanden, der die zweitägige Caldera mitmacht (das ist nun aber keine Aufforderung, bei M.S. wg. meiner E-mail-Adresse anzurufen!). Böse Zungen behaupten, leibhaftige Palmeros zögen das Fahrstuhl- und Rolltreppe fahren vor…

Es ist gut, ohne Flachs, mit Stöcken zu gehen, und da wären wir bei Hit-Sportart Nr. 2 "Nordic Walking". Früher, vor Einführung der langen schmalen Fußrollbretter, haben es die skandinavischen Skilangläufer im loipenarmen Sommer aus der Not heraus gemacht. NW ist schnell, man geht auf flachen Strecken 6-7 km/h, wie bei der Bundeswehr, nur mit friedlichen Absichten. Steil bergauf oder markant bergab kann NW im engeren Sinn nicht praktiziert werden, die wenigen Techniken beschränken sich auf den Geradeauslauf - m.E. in 2x 20 Minuten zu erlernen. Nur ganz ohne Trainertechnik geht das auch nicht. Ich habe hier etwa 200 Mitmenschen beobachtet mit den Stöcken, davon hatten etwa 200 nicht die geringste Ahnung, wozu die Stöcke gut sind und 150 von ihnen besaßen ungeeignete Handschlaufen. Kein Wunder, dass NW flächendeckend belächelt wird.

Sport Nr. 3 wäre Klettern oder Bergsteigen. Habe ich noch nicht beobachtet, keine Seile, Haken und Nägel, keine Messmer-Anhänger oder Karabiner am Kamm. Ist es eine Marktlücke, oder eignet sich das Gestein nicht? Keine Ahnung.

Mountain-Biking ist beliebt und im weiter Kommen; an manchen Tagen rasen vormittags schon mal 50 mit Taxis nach oben transportierte Radler in buntwerbender Bodyfit-Oberbekleidung z.B. vom Birigoyo steilasche runter nach El Mendo. Das Schöne daran ist, dass diese Heranwachsenden-Sportler den Altersdurchschnitt der Urlauber von 60 auf 55 senken helfen.

Für die Einheimischen ist La Lucha Canaria wichtig: es gibt eine Liga und Städtekämpfe und es wird wortwörtlich gerungen. Mal hingehen und hinsehen hat keine Nebenwirkungen.

Da wären wir auch schon beim Tanzen. Einige Anbieter, sogar Os Mundi in Puntagorda, bieten Kurse an. Salsa, Merengue, Bachata, das sind feine Sachen, für je zwei, wer allein kommt, hat beim Paartanz Nachteile. Kurse für das freie Solo-Tanzen nach eingängigen Rock-Rhythmen gibt es nicht; ein Angebot fehlt, obwohl das Zielgruppen-Potenzial vorhanden wäre: Männer mit Caprihosen, Socken und Sandalen möchten durch ihr Outfit doch kundtun, dass sie "YMCA" zwar laut singen können, nicht aber den Körper dazu ansehnlich und musiksynchron in Bewegung bekommen. Wenn mir eine weitere Polemik erlaubt ist: Tango Argentino halte ich weder für Sport noch für Tanz; ist wohl mehr ein Sex-Ersatz für entsprechend Körperbehinderte.

Ballspiele, altbekannte und neuerfundene gibt es viele: Fußball natürlich, auf geeigneten, großen Kunstrasenplätzen in jeder Gemeinde. Weil für Saisonspiele ein hoher Eintritt von 5 oder 3 € genommen wird, guckt kaum jemand zu. Aber schon 3-Jährige tragen Hemden mit der Aufschrift "Messi", "Ronaldo" oder "Schweinsteiger" (y como se dice en espanol?). Die Kinder spielen und üben überall; so dient ein Holzkreuz an der Kirche in Los Llanos als Torpfosten.

Ganz neu für mich ist Paddle: eine Mischung vielleicht aus Tennis und der Knast-Variante Squash. Neulich spielte eine 30-Jährige gegen einen Freund am Strand. Großartig! Applaus! Zwei Schläger und ein Ball, los geht's.

Volleyball wurde vor 30 Jahren hier noch nicht gespielt, anders als in Frankreich, wo überall an den Stränden junge Menschen einen Ball hervorholten und im Kreis übten. Deutsche, Canaren und Spanier sind da equipment-bewusster: Haben sich 2 oder 3 Spieler gefunden, geht es schnurstracks ans Netz. Noch weiß man zwar kaum, wie Pritschen oder Baggern richtig geht, aber Hauptsache hohes Netz. Zum Glück sind die Spieler hier offener als in den USA, wo am Strand nur noch 2:2 Beach-Volley gespielt wird und Sie keine Chance haben, in einer größeren Gruppe ihr Un-Talent zu zeigen. Warum nicht 4 gegen 5? Selbst wenn man die Hand/Armtechniken beherrscht, es ist selbst im Winter extrem anstrengend, sich im Sand in Zweierteams zu betätigen.







Freitag 13.03.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 17 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 24,2 Grad - niedrigste Temperatur 14,8 Grad

Die Sozialisten holen die Rebellen heim in die Partei
Aber wie geht es weiter im Cabildo Insular?

Wer sich nicht für Lokalpolitik interessiert, der geht jetzt besser spazieren, aber es ist wichtig für die Insel, wie das denn im Mai nach den Wahlen weitergehen kann. - Im Cabildo Insular haben die sechs Räte der Sozialisten im Dezember 2013 gemeinsame Sache gemacht mit anderen sechs gewählten Räten der Partido Popular, und haben mit einem Misstrauensvotum die regierende Coalición Canaria aus dem Amt geputscht. - Das aber stank der Coalición Canaria derart mächtig, dass die nun Druck auf die PSC/PSOE auf regionaler Ebene machten, denn dort paktieren die Sozialisten mit der Coalición Canaria. - Um dort nicht den Pakt wegen der rebellischen Palmeros zu gefährden, schmiss man die sechs Räte der PSC/PSOE aus der Partei, auch wenn es bis heute juristisch noch nicht geklärt ist, ob denn dieser Rauswurf überhaupt rechtens war. - Macht nun aber nichts mehr, die Kommunalwahlen stehen an und seit geraumer Zeit bereits arbeitet man daran, dass die palmerischen Räte der Sozialisten wieder zurück in die Partei kommen. - Vermutet hat man das bereist seit Wochen, aber erst heute ist das definitiv und schriftlich gekommen, die sechs Räte der PSC/PSOE im Cabildo Insular sind wieder ordentliche Mitglieder in der Partei und können so auch in den Wahlen im Mai für die Partei antreten. - So weit, so gut, aber man fragt sich eben immer noch, was war der Preis dafür, welche Zusagen musste man machen und was nützen uns die sechs Räte wieder in der Partei, wenn man zukünftig nicht wieder mit der Partido Popular paktieren kann, um die jetzige, schon sehr erfolgreiche Inselregierung, weiter im Amt zu halten. - Dazu gab es in den letzten Wochen und Monaten reichlich Spekulationen und auch bis heute ist das noch nicht klar, ob man denn versprechen musste, nicht mehr mit den Bürgerlichen zu paktieren, da das doch der natürliche politische Feind ist. - Dazu kommen heute auch noch andere Meldungen aus Madrid, die sehr interessant klingen, aber auch nicht wirklich endgültige Auskunft darüber geben.

Aus Madrid hört man, dass die PSOE seine Statuten verändern hätte, und es zukünftig den regionalen Parteispitzen überlassen sei, wie man denn zu notwendigen Pakten stünde. - Da könne man alles machen, immer vorausgesetzt, der Pakt sei "razonable" also vernünftig, angemessen, sinnvoll oder angebracht. - Man kann noch mehr deutsche Worte für "razonable" finden, aber es wird eben Definitionssache bleiben, welcher Pakt denn für wen vernünftig ist. - Aber in der Politik drückt man sich gerne vage aus, dann hat man immer noch einen Ausweg und kann behaupten, so haben wir das doch gar nicht gemeint. - Ein bisschen kryptisch bleibt das schon, und auch noch die Aussage des Organisationssekretärs der Partei, César Luena der sagt: "Han renunciado explícitamente a tener nunca más ningún acuerdo con el PP" und hier treffen wir auf die fiese doppelte Verneinung, denn dort steht, "Sie (also die wieder in die Partei aufgenommenen) hätten es ausdrücklich verworfen, niemals mehr keine Einigung mehr mit der PP zu haben. - Dabei ist das "niemals mehr keine" in der spanischen Sprache wohl als echte Verneinung zu verstehen, allerdings hatten die das ja verworfen, (renunciado) und eine dreifache Verneinung nun als einfache Absage zu begreifen, bleibt als Fragezeichen stehen. - (Es gibt in der bayrischen Sprache übrigens sogar die vierfache Verneinung und es bleibt immer noch nein, oder wie sollte man den Satz "Nimois ned koa Glück ned kabt" sonst verstehen.) - Gut, wir wissen nun, dass die sechs Räte zunächst mal keine eigene neue Partei gründen müssen, um wieder an den Wahlen für das Cabildo Insular antreten zu können, aber was nun dabei hinten rauskommt, und wer dann im Cabildo Insular dann für die nächsten vier Jahre die Geschicke der Insel bestimmt, das wissen wir noch nicht. - Natürlich auch nicht, weil die Wahlen noch nicht waren, aber hier wählt man eigentlich immer gleich, will heißen, die Coalición Canaria wird die meistgewählte Partei, PP und PSC/PSOE etwa gleich auf und die einzige Möglichkeit, die CC vom Regieren abzuhalten, wäre ein Pakt zwischen dem Bürgerlichen und den Sozialisten, so wie das im Moment der Fall ist. - Gut, es stellen sich noch mehr Parteien auf, da ist vor allem Podemos zu nennen, allerdings müssen wir wohl den breiten Unwillen hier auf La Palma berücksichtigen, was neue Gruppierungen und Parteien angeht. - Aber wir wissen es natürlich nicht genau, ob nicht doch neue Möglichkeiten entstehen, allerdings sind sich sehr viele Leute auch darüber einig, dass man am allerliebsten diese Inselregierung, die jetzt am Drücker ist, gerne behalten wollte. - Die sind ja erst anderthalb Jahre am Drücker und haben das eine oder andere gut angeschoben und sollten doch eine weitere Legislaturperiode Zeit bekommen, diese Projekte auch verwirklichen zu können.




Mops for President!





Freitag 13.03.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 31 % - Luftdruck 1022 hPa

Gastbeitrag von Rose Marie Dähncke

Müssen Bananen glücklich sein?

Nein, warum das denn. Sie sollen froh sein, dass sie im vulkanischen Süden der Insel, schwarz, heiß und grauslich, in so großer Zahl ins Leben gerufen wurden, denn damit haben sie ja gerade schon genug Umstände gemacht. Zuerst bedurfte es der frühen Vulkanausbrüche und dann einiger späterer Nachschübe, um die großen Lavagebiete zu schaffen. Schließlich mussten erst schwere, kraftvolle Maschinen erfunden werden, um die unhandlichen Lavagebirge in den Griff zu kriegen, und möglichst zu ebenen Flächen zu planieren. Danach erst konnte man das als Billigland für Bananenanbau anbieten, denn für etwas anderes war es nicht zu gebrauchen.

Doch halt, da muss ich mich korrigieren. In neuester Zeit taugt es auch für den Hotelbau, sogar den 5-sternigen. Ich finde, man könnte sogar noch einen sechsten anhängen, den Lavastern. Bei genügend Fantasie sollte gerade dieser zugkräftig sein und die Sorte von Touristen anlocken, die das Besondere suchen, die Individualreisenden. Warum nicht einmal Lava als Attraktion. Es käme nur auf das psychologisch gut durchdachte und für den Normalverbraucher eher unverständliche und daher traumhaft vielversprechende Angebot an, das nur irgendwie in positivem Zusammenhang mit dieser furchtbaren Lavaumgebung stehen muss wie z.B. 'sich genussvoll gesundstrahlen in der Lavagrube', 'Emotionsabbau durch ganztägige Betrachtung von schwarzer Lava', 'Geruchstherapie an Lavaspalten mit angestrebter Wahrnehmung des Urgeruchs unseres Erdkerns (besonders für frühere Raucher)', 'Streicheltherapie an glatter oder aggressiv rauer Lava für die Empfindungssuchenden', 'unendliche Langzeittherapie in totaler Schwärze'. Letzteres wäre das kostenlose Sonderangebot für Leute, die sich kein Auto nehmen wollen oder können und festsitzen in dieser heißen, schwarzen und von keinem Baum bewachsenen Urlandschaft. Irgend etwas wird sich schon finden, dass man hier überlebt, denn was der Banane recht ist, ist dem Menschen schließlich billig. Und bei ihm sind es ja vermutlich nur 14 Tage Urlaubszeit.

Die Banane ist da schon ein wenig anspruchsvoller und nicht so leicht mit blöden Werbesprüchen zu betören. Was sie braucht, das braucht sie. Und das sind mindestens 60 cm Mutterboden. Dieser muss herangeschafft werden, und damit er sich an dem ihm bestimmten Platz hält, werden Mäuerchen drum herumgebaut. Diese werden dann mit Windschutzmauern erhöht und alles mit Plastikfolie überdeckt, weil es dafür Subventionen gibt. Darunter werden die Früchte dann grösser, aber nicht besser, denn sie büßen nun ohne Frischluft und Sonne viel von ihrem gepriesenen Canaren-Aroma ein. Wer würde das nicht tun, wenn er in dieser stickigen Hitze und bei total verbautem Blick auf das nahe Meer vor sich hinbrüten muss.

Die jungen Pflänzchen fühlen sich auch überhaupt nicht wohl, denn statt gutem Mutterboden hat man ihnen nur Aushub aus Baugruben gegeben, steril und unfruchtbar. Aber wozu gibt es den modernen Kunstdünger, extra für Bananen, der sich so einfach verteilen lässt. Davon bekommen sie reichlich. Na ja, sie wachsen dann schon mal ein bisschen, aber ohne Lust und geneigt, jeden Schädling und jede Krankheit freudig zu begrüßen. Das unterbindet man nun wieder strenge mit stinkenden Insektiziden, und gegen mögliche oder bereits vorhandene Infektionen gibt es tüchtig giftige Besprühungen und auch etwas davon an die Füße. Nicht nur einmal, sondern in festgelegtem Turnus immer wieder. So riecht es dort fast ständig nach faulen Eiern. Die schönen Blätter sind lebenslang verklebt von schadenverhindernden Mitteln und wissen gar nicht, wozu sie da sind, nämlich zur Beatmung der Pflanze durch ihre feinsten Poren. Eine tolle moderne Kultur.

Damit die ganze Klebe mitsamt dem Gift wieder heruntergeht, laufen die Bananen-Fruchtstände vor dem Versand durch eine kräftige Waschanlage, wo sie dann nach der Reinigung gründlich wieder mit einem neuen Gift, einem Haltbarkeitsmittel besprüht werden. Schließlich haben sie lange Reisen zu überstehen.

Wasser brauchen die Pflanzen viel, aber Regen gibt es hier in dieser Gegend kaum. Manchmal zehn Jahre hintereinander überhaupt keinen, sagen die Anwohner. Er könnte ja durch die Plastikhüllen sowieso nicht hindurch. Und so wird das Gießwasser von weit her zu den Kulturen geleitet, und es wird auch zweckmäßig mit irgend welchen fördernden und irgend welchen abtötenden Mitteln versetzt, bis sich die Pflanzen daran erlaben dürfen. 'Erlaben' - welch sinnenanregendes Wort für köstliches, lebensspendendes Wassergenießen! Aber das Tankwasser ist grün, undurchsichtig, ekelhaft.

Bei diesem zwangsmäßigen manipulierten Leben an einem Standort, den sie sich nicht ausgesucht haben, können die Bananenstauden von Glück sagen, dass man sie nur eineinhalb Jahre leben lässt, sie dann kappt und nur den kräftigsten Sohn heranzieht, so hat ihr Leiden doch ein absehbares Ende, und der Kleine weiß ja noch nichts von seinem bevorstehenden Elend. Bei kräftigem Wind fallen manche Alten auch schnell von selbst um; die wissen wohl warum.

Nach solch einem Leben fragt man sich, ob sie jemals etwas von dem Wort Glück gehört haben. Wohl kaum. Sie sind aber nicht einmal traurig, denn was die Banane nicht kennt, das vermisst sie ja auch nicht. Sie sollten sich nur wundern, dass sie nach all dem überhaupt noch gegessen werden können.





Bild von Wolfgang Hempel





Donnerstag 12.03.2015 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 14 % - Luftdruck 1022 hPa
Höchsttemperatur heute 24,2 Grad - niedrigste Temperatur 15,5 Grad

Alex ist drin
Kein großer Bahnhof im Hafen

Es hat übrigens nicht "peng" gemacht. - Pünktlich, so sind deutsche Schiffe…, legte heute die Alexander von Humboldt 2 im neuen Hafen von Puerto de Tazacorte an. - Prächtiges Wetter begleitete die Bark, aber irgendwie fehlte die Blaskapelle und der Sekt und die Schnittchen, um das allererste Schiff, welches in dem noch jungfräulichen Hafen angelegt hatte, zu begrüßen. - Unverständlich, vor ein paar Wochen flog man extra den Oberkanare Paulino Rivero ein, die stellten da sogar ein Zelt auf und weihten einen leeren Hafen ein und jetzt kommt ein Schiff, und auch noch solch ein Herzeigbares, und keiner der Inseloberen zeigt sich, um das Schiff zu begrüßen. - Die lassen doch sonst Fotos von sich machen vor Telefonzellen, welche eingeweiht werden, warum dann nicht vor diesem wunderschönen Schiff, das wäre doch vielleicht ein besseres Motiv als viele andere. - Kann ja noch kommen, vielleicht dachten die auch, die Schiffe haben eh immer Verspätung, aber liebe Leute, das ist ein deutsches Schiff… Und die Alexander von Humboldt 2 die drehte doch schon stundenlang Pirouetten dort draußen auf dem Atlantik, um nicht unverschämt zu sein, und viel zu früh zu kommen. - Die liegen auch bis morgen noch im Hafen von Puerto de Tazacorte, also noch alle Zeit das Schiff anzugucken und vielleicht machen die ja auch noch was in Sachen Begrüßung, so wie das eigentlich üblich ist, wenn man eine solche Infrastruktur einweiht. - Das Schiff fährt dann weiter nach La Gomera und warum man nach Puerto de Tazacorte kommt, und nicht in die Hauptstadt, das hat zwei Gründe. - Einmal die Neugier und die Chance, das erste Schiff zu sein, und dann liegt man auch ruhiger als in Santa Cruz, denn hier rumpeln nachts keine Fähren und dröhnen keine Kühlaggregate von den Bananentrailern. - Also doch eine Marktlücke getroffen, zugegeben auf was anderes gezielt, aber solche Schiffe wie die Alexander von Humboldt 2 wären gerade noch die Kragenweite Tazacortes. - Die erledigen zwar keinen Fähr- oder Frachtverkehr, und die großen Kreuzfahrer, die müssen eh draußen bleiben, weil man ja irgendwie beim zweiten Umbau nicht die alte Hafenmole verlängert hatte, wie das wohl ursprünglich geplant war, sondern nun zwei kleine Hafenbecken hat, die solche Kaliber wie die Alexander von Humboldt wohl noch aufnehmen können, aber nicht viel mehr. Aber das gibt dann doch Hoffnung, dass die Arbeit doch nicht ganz allein nur für den Atlantik war und der große Freizeitpark dort in Puerto de Tazacorte ab und zu auch mal Besuch von einem solchen Freizeitschiff bekommt. - Hat sich ja eh gemacht, den Jachthafen meine ich, und nun kommen vielleicht auch noch die größeren Jachten, nur her damit. - Also, Alex ist drin, der neue Hafen von Tazacorte hat nun endlich auch ein Schiff abbekommen, ganz unerwartet für die hiesige Presse auch, das ging eher durch den Residentenfunk, vielleicht konnten die es selbst alle nicht glauben, dass wirklich ein Schiff im Hafen anlegt…



























Donnerstag 12.03.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 17 % - Luftdruck 1023 hPa

Gastbeitrag vom Kulturbeauftragten

Es wird wieder ernst mit der Musik. Meist.

Der Carnaval ist nun auch in den entlegeneren Gemeinden La Palmas zusammen mit diversen Sardinen beerdigt und möge dort in Frieden elf Monate lang ruhen. Ruhe haben wir auch wieder vor Reggeatón, Batucadas und größtenteils unsäglichem Latino-Pop. Da gab und gibt es schon Momente in denen es zum Nachteil gereicht, die spanische Sprache zu verstehen. Wenden wir uns ernsterer Musik zu.

Der von der Asociación ACAPO durchgeführte Kammermusikzyklus erlebt bereits sein viertes Jahr, der Zuspruch durch die Konzertbesucher steigt mit der Qualität der Darbietungen. Und so mancher Künstler wird derart gut angenommen, dass er gerne wieder kommt, wie im Fall von Miriam Gómez.. einer exzellenten, sympathischen Pianistin aus Salamanca, wo sie auch den Lehrstuhl für Klavier innehat. Miriam Gómez spielte in halb Europa in Sälen und auf Festivals, unter anderem dem "Fringe Festival" in Edinburgh, welches ich aus eigener Erfahrung dringend empfehle. Eine Teilnahme an einem Liszt-Festival in den Vereinigten Staaten steht ebenfalls in ihrem Lebenslauf. Ich habe das Gefühl, dass das ein sehr schöner Abend wird. Wir werden Stücke von Enrique Granados, Franz Liszt und Robert Schumann hören, und zwar am Freitag, dem 13. März (fürchtet euch nicht!).

Veranstaltungsort ist wieder das bezaubernde Stadttheater Circo de Marte in Santa Cruz (jeder sollte mal dort gewesen sein!), Beginn ist um 20.30 Uhr, Karten gibt es zum Schleuderpreis von € 12 ab 19.30 Uhr an der Abendkasse.

Weniger ernst wird es auf einer anderen Veranstaltung zugehen, einem Festival von Parrandas. Sie wissen nicht was eine Parranda ist? Schwer zu beschreiben auf jeden Fall. Vielleicht sollte sich jeder eine eigene Definition erarbeiten. Mit Sicherheit steckt viel Frohsinn drin, und im Gegensatz zur Klassik erlaubt die Parranda auch schon während der Darbietung den Genuss von Getränken ihrer Wahl. Auch die Menge ist frei wählbar. Also, Samstag, 12 Uhr mittags, High Noon quasi, Plaza de España in Los Llanos de Aridane.

Ein musikalisches Wochenende wünscht

Ödi Jonitz, ihr Kulturbeauftragter















Das letzte Bild hat nichts mit der Musik zu tun, außer am Hafen von Tazacorte steht eine Kapelle um die stolze Alexander von Humboldt 2 zu empfangen. - Da draußen kommt sie. - Und ich bekomme heute noch einen Anruf aus La Laguna, weil ich wieder so viele Elefantenfüße auf dem Bild habe...





Mittwoch 11.03.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 25 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 14 % - Luftdruck 1022 hPa
Höchsttemperatur heute 25,3 Grad - niedrigste Temperatur 14,8 Grad

Alex möchte Taza entjungfern
und anderes Zeugs aus den Inseltagesthemen

Wir sprachen doch bereits öfter über den neuen Hafen von Puerto de Tazacorte und dass nach meiner Meinung, und derer vieler Anderer, diese Fracht- und Fährhafen unnötig ist und keine Nutzung haben wird. - Falsche Inselseite, die Reedereien brauchen fast 2 Stunden mehr Fahrzeit als nach Santa Cruz, die Mole ist für große Schiffe über 150 Meter ungeeignet und der Hauptstadthafen wird es auch gar nicht zulassen, dass Teile des Geschäftes und schon gar nicht die Kreuzfahrtschiffe, dort auf die Westseite der Insel kommen. - Und dennoch kommt morgen ein Schiff, das erste, welches am neuen Anleger festmachen will und es ist weder ein Frachtschiff, noch ein Fährschiff und auch kein Kreuzfahrtschiff, sondern ein Segelschiff, die uns allen, auch hier auf La Palma bestens bekannte Alexander von Humboldt 2. - Nein, das Becks-Schiff sagt man nicht mehr, das war der Vorgänger, aber wer erinnert sich nicht an die wunderbare Werbung seinerzeit. - Welches Bier nun auf der schmucken Bark getrunken wird, ich weiß es nicht, aber morgen Nachmittag, soll dieses Schiff eben das erste sein, welches im neuen Hafen von Puerto de Tazacorte anlegen wird. - Gestern ist man bereits aus Santa Cruz de Tenerife losgefahren, und liegt jetzt nördlich unserer Insel und wartet ab, eigentlich hätte man von der Fahrtzeit längst hier auf der Insel sein können, aber man ist wohl verabredet. - Solche Verabredungen muss man auch einhalten, das erste Mal ist besonders wichtig und ich erinnere mich auch noch an das erste Schiff, welches im damals neuen Hafen von Puerto de Tazacorte eingelaufen ist, als man uns die jetzt nicht mehr im Dienst befindlichen Hafenmole als Tor zur Welt verkaufen wollte. - Damals war das die finnische "Kristina Regina" und ich habe tatsächlich noch ein Bild davon, allerdings sehr klein, und in damals noch furchtbar schlechter Komprimierungsqualität, das Bild stammt nämlich noch aus den Anfängen der digitalen Fotografie und Bildbearbeitungsprogramme waren noch digitale Bibeln, die niemand so richtig bedienen konnte. - Es heißt, die Alex soll gegen 15:00 Uhr hier bei uns sein, wir freuen uns drauf und werden auch das wieder geschichtsträchtig ablichten.

Auch öfter bereits haben wir über die "Fuente Santa" gesprochen, die Heilige Quelle und das zum Teil aberwitzige bis schildbürgerhafte Hin und Her aller, welche in irgendeiner Form mit dieser wertvollen Ressource zu tun haben. - Nun hat unser Cabildo Insular die Angelegenheit angeschoben und einen internationalen Ideenwettbewerb ausgeschrieben, mit übrigens hohen Preisgeldern, von fünfstelligen Euro-Beträgen. - 106 Einsendungen hat man erhalten und diese Projekte soll nun eine Jury bewerten, damit wir dann frühestens Ende dieses Monats ein Ergebnis erhalten können. - Transparenz hatten wir uns dabei erhofft, und die gibt uns nun auch eine Presseerklärung der Inselregierung, ich denke, es ist ganz wichtig, dass man weiß, wer denn über diese Projekte entscheidet, denn man wird sicherlich hart darüber diskutieren. - Nun erhalten wir auch Namen, illustre Namen aus der Welt der Architektur, allerdings heißt es eben auch, darüber hinaus werden noch Politiker und Techniker des Cabildos, des Gobierno de Canarias sowie aus dem Rathaus von Fuencaliente teilnehmen. - Bei aller Offenheit, gerade diese Namen wollten wir eigentlich erfahren, und die nennt man uns nicht. - Vielleicht noch nicht, wir werden ja sehen. - Die Namen der Experten der Jury lauten: Benedetta Tagliabue aus Italien, Carlos Hernández Pezzi aus Madrid, María Luisa Gonzalez García aus Las Palmas de Gran Canaria sowie Juan Torres Alemán und Marcos Hernández Acosta aus Tenerife. - Wir vermissen hier allerdings den Namen Carlos Soler Liceras, der Katalane im Dienst des Gobierno de Canarias ist der Wiederentdecker der Heiligen Quelle, und niemand weiß wohl so viel und so ausführlich über die Geheimnisse der Fuente Santa und es ist mir unbegreiflich, wie man diesen Techniker nicht als Juror dafür bestimmen konnte. - Oder wollte der nicht, da er sich mit seiner offenen, und sagen wir mal robust-transparenten Ausdrucksweise mit seinem Arbeitgeber, dem Gobierno de Canarias angelegt hat?

Tagesthemen sind die Schäden in der Landwirtschaft durch den Wind, die Tourismusentwicklung nach der Präsentation der Insel auf der ITB, also durchaus Dinge mit Relevanz. - Die Leute allerdings beteiligen sich am allerliebsten daran, auf einen, in keiner Weise tendenziellen Artikel der Online-Zeitung elapuron.com, bei dem es um das Völkchen der Hippies geht, welche in kleiner Zahl sich auch auf unserer Insel tummeln. - Meist in Puerto de Tazacorte, das hat auch schon Tradition und wir erinnern uns an die Geschichte, als man, damals waren es deutlich mehr, diese aus den Wohnhöhlen auf dem Weg von Puerto de Tazacorte hinauf zum El Time vertrieben hat. - Das tat man nicht mit körperlicher Gewalt, da sind keine Polizisten gekommen und haben die Hippies weggeschickt, aber man hat diese Höhlen auf dem Weg nach oben mit Moniereisen versperrt und so dafür gesorgt, dass diese Unterschlüpfe nicht mehr nutzbar sind. - Nun geht ein shitstorm über die Hippies hinweg, und ein backstorm über die shitstormer, kein Artikel in der Zeitung hat seit langem so viel Aufmerksamkeit erzeugt, als dieser über das bunte Volk der kulturellen Leichtigkeit. - Es ist ein bisschen so, wie in der Bild-Zeitung, wenn man über Griechenland objektiv berichten will, das aber irgendwie nicht mehr geht. - Ich mag Hippies, ich mag auch Griechenland, war ich doch vor 40 Jahren selbst Hippie in Griechenland, zumindest einen Sommer lang, bis das Geld alle war und die Schule wieder begann. - Ich glaube mal, wer sich über ein paar Hippies in Puerto de Tazacorte aufregen kann, der hat nicht wirklich viel andere Sorgen, und so herum gesehen, geht es uns doch prächtig!




Alexander von Humboldt 2 dümpelt im Norden La Palmas auf Warteposition. - Bild stammt von Marine Traffic.




Und hier das Bild der Kristina Regina im damals neuen Hafen von Puerto de Tazacorte, im Dezember 2002



Und nur mal so, wegen des historischen Interesses, hier mein Kommentar dazu von vor 13 Jahren...:

Nachrichten:
Das Großereignis war sicherlich die Einweihung des Hafens von Tazacorte. Nun hat auch die Westseite einen Hafen für Fracht und Fährschiffe.
Vom Planungsbeginn bis zur Fertigstellung sind nun 6 Jahre vergangen. Die Bauarbeiten waren sehr schwierig und insgesamt wurden 20 Millionen Euro verbaut. Ein Teil davon (genau hat es mir keiner gesagt) stammt aus dem FEDER Fond der EU.
Die Mole ist nun um 190 Meter länger und im Außenteil können nun Schiffe bis 150 Meter Länge festmachen. Der Fischerhafen im inneren Teil ist erhalten geblieben, hat aber neue Rampen erhalten. Was noch fehlt, sind die Schwimmpontons für den Jachthafen, das soll aber bis März erledigt sein. Der finnische Kreuzfahrer "Kristina Regina" gab uns am 10.12. die Ehre mit ihrem Besuch. Alle Honoratioren der Insel waren versammelt und die Palmeros machen aus so etwas immer ein Volksfest und abends floss dann noch reichlich Einweihungswasser.
Es war schon ein ganz besonderer Augenblick, als die Kristina Regina festmachte. Für die Westseite der Insel bedeutet das nun ein weiteres Stück Unabhängigkeit. Wenn ab März auch alle bürokratischen Abläufe erledigt sind, muss man aber erst noch abwarten, was wirklich im Hafen los sein wird. Frachtschiffe für die Bananen, das macht Sinn, ersparen wir uns so doch den Transport per LKW auf die Ostseite. Fährschiffe haben auch ihr Interesse gezeigt, aber da würde nur eine Verbindung nach El Hierro Sinn machen. Die Strecke nach Tenerife würde sich ja um 2 Stunden Fahrt verlängern, da nun die ganze Insel noch umrundet werden müsste.
Kreuzfahrer, da können nur die kleineren bis 150 Meter festmachen. Ist vielleicht auch besser so. Wer Puerto de Tazacorte kennt, der kann sich vorstellen was los wäre, wenn ein Ozeanriese wie z.B. die Caroussel 2.000 Menschen auf den Ort loslässt. Das wird sich alles zeigen, aber das Aridanetal hat nun endlich sein Tor zur Welt.




Mittwoch 11.03.2015 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 21 % - Luftdruck 1024 hPa


Fulanito de tal dice hoy: Volver a las andadas
Auf den gleichen Weg zurückkehren. - Wer sich gehen lässt, auf alte, meist bereits losgewordene schlechte Gewohnheiten zurückgreift, dem wirft man das vor. - Auch, einen Rückfall haben.




Bild von Kai Stockrahm





Dienstag 10.03.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 25 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 17 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 26,0 Grad - niedrigste Temperatur 18,0 Grad

Durcheinander
Was die Presse so hergibt

Der Wind ist jetzt gänzlich abgeflaut, nur ganz selten streicht eine Böe die Insel auf der Westseite herab. - Das war am Sonntag noch ganz anders und nun melden die Landwirte aus dem Aridanetal, und da eben besonders in den tiefen Zonen, gar hinab bis nach El Remo, deutlich mehr Windschäden, als man wegen der eigentlichen Windgeschwindigkeiten erwartet hätte. - Meist gelangen die Fallwinde, welche der Passat über die Cumbre Nueva ins Tal schickt überhaupt nicht die unteren Regionen. - Hier reden wir aber nicht über Passat, welcher als oft lästiger Fallwind ins Tal bläst, sondern über den trockenen Wind aus Afrika, der zunächst gar aus Süden kam, dann auf Ost drehte und eben wohl bis in die unteren Regionen der Insel gelangte. Bananen, Avocados und Orangen, das sind die drei hauptbetroffenen Kulturen. - Man muss die Zahlen immer mit Vorsicht betrachten, da bei Windschäden gerne etwas übertrieben wird in den ersten Einschätzungen, um die Versicherungen zu beeindrucken, aber je nach Lage der Plantagen soll es Schäden zwischen 20 und 60% gegeben haben. - Noch nicht berücksichtigt dabei sind längerfristige Einflüsse auf die Kulturen, ein Problem ist, wenn die Früchte einfach abfallen, ein durchaus größeres Problem entsteht, wenn der Wind die eigentliche Pflanze schädigt. - Bei der Wetterstation von El Time konnte man eine Spitzenwindgeschwindigkeit von 129 Kilometer in der Stunde messen, allerdings geschehen diese Spitzen in Böen, und sind nicht andauernd. - Das kommt durch die abrupte Orographie der Insel, Fallwinde, Düsen und andere Effekte verdoppeln bis verdreifachen die eigentliche Windgeschwindigkeiten und führen dann zu solchen Spitzen. - Auch treffen diese Böen oft sehr lokal ein, manchmal brechen die Bäumen beim Nachbarn und bei einem selbst säuselt es nur, und jeder hat immer das Gefühl, bei einem selbst sei es am schlimmsten gewesen. - Bei uns hier in den oberen Zonen des Tales sieht man aber dem Augenschein nach sehr wenige Windschäden, weiter unten ist das wohl anders.

Aus dem Polizeibericht erreicht uns eine verwirrende Meldung. - Frontalzusammenstoß zweier PKW auf der Brücke der Umfahrung des Flughafenterminals. - Ein Auto, besetzt mit Ausländern, fährt auf der falschen Seite, weil der Fahrer wohl glaubt, er sei auf einer autobahnähnlichen Fahrbahn, welche auf zwei Spuren nur in eine Richtung führt. - Dem entgegenkommenden Auto blieb keine Ausweichmöglichkeit, es gab aber wohl nur eine Verletzte, man spricht von leichten Verletzungen und die Fahrerin wurde ins Krankenhaus gebracht. - Ich bin dort oft unterwegs und kann deswegen nicht sagen, ob man da die Verkehrsführung derart falsch interpretieren kann. - Für Fremde ist es immer verwirrend, wenn man unbekannte Wege befahren soll, allerdings weiß ich auch nicht so wirklich, wie man auf die Idee kommen kann, dort würde man zweispurig den Verkehr leiten, denn in der Mitte der Straße finden wir eine durchgezogene Linie, welche eigentlich konkret nicht überfahren werden darf.

Der Direktor des Nationalparks Caldera de Taburiente, Ángel Palomares lässt uns wissen, dass die Wiederaufforstungskampagnen aus dem Jahr 2006 erfolgreich gewesen sind. - Mit gewissem Abstand betrachtet lässt sich das heute sagen, dass viel von der dort erneut ausgebrachten endemischen Flora wieder deutlich Fuß gefasst hat, nachdem Waldbrände, aber auch besonders Verbissschäden durch Kaninchen und Ziegen und Mufflons in gewissen Zonen die heimische Flora stark bedrängt hätten. - Allerdings bleiben diese Schäden durch Tiere auch weiterhin eine Bedrohung der endemischen Flora dort und deshalb schließt man weitere Aufforstungskampagnen nicht aus. - Es ist durchaus auch polemisch diskutiert worden, ob denn in einem Nationalpark durch Wiederaufforstung eingegriffen werden soll, nicht immer sind sich die Biologen und Techniker da einig, wie man denn die Schutzaufgaben eines Nationalparks definieren soll und wie viel der Mensch da eingreifen darf. - Hier hat man sich dazu entschieden, die Einflüsse, welche Feuer, und eben auch von den Menschen einschleppten Tiere an der endemischen Flora beibringen, die versucht man so gering wie möglich zu halten und auch mit Wiederaufforstung dagegen anzugehen. - Von großem Glück dürfen wir auch sprechen, dass der größte Schädling unserer heimischen Pflanzenwelt, das rosa Lampenputzergras, sich auf Höhen von mehr als 800 Metern nicht hält. - So sind die hohen Zonen des Nationalparks vor dieser Bedrohung geschützt, denn die allergrößte Fläche des Nationalparks die befindet sich deutlich in höheren Lagen.






Dienstag 10.03.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 14 % - Luftdruck 1020 hPa

Gastbeitrag von Günther Stockinger

Wie ich auf La Palma wieder Lust auf Zukunft bekam ...
Erfahrungsbericht von Walter Buchinger (seit dieser Zeit La Palma-Fan par excellence)

Wer ich bin:

Ich bin Walter, knappe 40, habe Familie mit 2 lieben Kindern, ein großes Haus, 2 Autos, 3 Lamas, 1 Katze. Ich bin Unternehmensberater und ein überlegter, rational denkender, kaufmännisch geprägter Mensch, Betriebswirt und Wirtschaftspädagoge. Mit der Zeit wird mir immer deutlicher - ich bin fast 40! In meiner Lebensmitte! Bei Malik lese ich, dass man sich in dieser Lebensphase mit Lebensfragen - nicht mehr ‚nur' mit Karrierefragen befassen soll. Dieser Gedanke löst immer wieder neue Fragen in mir aus: Wer bin ich, was kann ich wirklich gut, was will ich weiterhin?

Wer bin ich?

Was mache ich - was möchte ich in Zukunft tun? Was begeistert mich wirklich? Welche Kernkompetenz habe ich? Bleibe ich selbständig? Solche Fragen beschäftigen mich immer mehr. Immer deutlicher spüre ich, dass mir die Luft ausgeht und ich keine Träume mehr habe - erste Anzeichen einer Midlife Krisis oder des Burn out Syndroms?

In der Zeitung findet mich ein Inserat - Lust auf Zukunft - die VisionsWerkstatt auf La Palma. Statt Unklarheit vor dem Morgen - Lust auf Zukunft entwickeln und wieder Träume haben - so wie damals. Ich überlege hin und her - der Gedanke, wieder klar zu wissen, was ich zukünftig machen will, wieder klare Prioritäten und Entscheidungen zu treffen, der Wunsch, so wie in der Vergangenheit wieder klare Ziele zu verfolgen und dranzubleiben - diese Gedanken lassen mir keine Ruhe!

Ich will nach La Palma!

Wie ich die VisionsWerkstatt auf La Palma erlebte

Positiv überrascht bin ich vom Vorbereitungsfragebogen, in dem meine Ziele geklärt werden. Die Vorbereitungsunterlagen zeigen mir einen sehr professionellen Zugang zur Seminararbeit - wie im Lehrbuch.

Dann La Palma: Der erste Eindruck vom Seminarhaus ist wieder perfekt: die Terrasse mit den Dattelpalmen, der Blick aus Meer, der Strand, der Himmel, der Garten - eine erhebende Inszenierung! Wir starten mit einer sehr persönlichen Vorstellrunde, sehr entspannt, sehr ruhig. Innerlich ruhig werden - Tranquillo wird das Zauberwort des Tages.

Ich bin wer!

Im Laufe der ersten beiden Tage wird für mich über Kurzimpulse, Texte und Partnerarbeit immer klarer, was eigentlich meine Mission in meinem Leben ist. Schon lange beschäftige ich mich mit unternehmerischen und persönlichen Visionen und Missionen aber: so emotional und persönlich habe ich mich noch nie mit diesen Themen beschäftigt wie hier!

Schicht für Schicht löse ich die Asche in mir auf, arbeite mich zur inneren Glut meiner tiefsten Wünsche, Ziele und Absichten vor. In wertschätzenden Schritten gelingt es mir sehr gut, mich zu erkennen und meine Lebensthemen zu konkretisieren. Ich merke, mein Ziel, mit einer kraftvollen Vision nach Hause zu fahren, werde ich trotz mancher (innerer) Unkenrufe sicher erreichen. Ich bin energievoll und schreibe auch in der Nacht meine Gedanken auf. Ich fühle mich richtig gut den verschiedenen Übungen und spüre meinen tiefsten, immer wiederkehrenden Lebensthemen und Werten nach. Ich erlebe, dass wir als Gruppe spannende Gemeinsamkeiten haben, die uns auch hier stark verbinden.

In der Wochenmitte Vulkanwanderung auf der berühmten . Eine Art Vision Walk in Stille mit der Aufgabe, sich nur führen zu lassen und Hinweise zu finden für meine Vision. Vom Refugio El Pilar gehts durch Pinienwälder bergauf, Wolkenschwaden, auf einmal die herrliche Fernsicht. Auf die Caldera, die Orte Los Llanos, El Paso, Tazacorte… Ich genieße die Weite und die Stille. Beim gehen werde ich leer. Und irgendwann beim Aufgehen in der Natur kommt mir eine Art Erleuchtung, was ich wirklich will:

Weniger Schale, ich sein - das will ich in meinem innersten wirklich. Und das löst alle weiteren Gedanken, Ideen und Impulse aus…. Es ist vollbracht.

Die gemalte und formulierte Vision treibt mir immer wieder Tränen der Rührung und der Ergriffenheit in die Augen. Ja! Das ist die Qualität eines für mich wertvollen Schaffens und Lebens!

Ab dem 5. Tag geht es an die Umsetzung: wenn ich meine Vision wirklich ernsthaft erreichen will, muss ich mir Platz schaffen in meinem Leben, will ich Ballast abwerfen - und das sind einige Lebenshüte! - will ich mir die besten Partner suchen und großzügig loslassen.

Anschließend Abschlussritual am Meer an einem geheimen Felsenstrand zwischen Puerto Naos und La Bombilla. Herrliche Aussicht, kraftvolle Wellen. Ich proklamiere meine Vision übers Meer und erkenne, dass speziell für mich einige schwere Steine ins Meer zu werfen sind. Ich will es unbedingt versuchen und werde meine Vorsätze anpacken! So will ich das auch umsetzen!

Voll Motivation mache ich mich auf den Rückweg von La Palma nach Hause.

Die Umsetzung:

Mir kann es zu Hause nicht schnell genug gehen, die Umsetzung meiner Vision zu beginnen. Erste mutige Schritte zeigen sofort Erfolge - es gibt erste Zeichen für den richtigen Weg! In den Folgewochen stecke ich meine Umwelt mit meiner Begeisterung spielend an. Im Laufe der ersten Monate erkenne ich aber auch, dass Visionen für die Umsetzung Jahre und nicht nur Monate brauchen, erste Rückschläge stecke ich weg - Rückschläge, Widerstände und Pausen lerne ich langsam als Prüfung für die Ernsthaftigkeit meiner Vision schätzen.

Ich bleibe auf dem Weg, jeder Tag wird zu einem neuen Abenteuer - oft kämpfen Hirn und Herz in mir heftig miteinander: Mach das, was Du kannst und kennst sagt das Hirn - probier das aus, was dir wirklich Lust macht, was dir Freude bereitet und dich herausfordert, sagt das Herz.

Wie lange wird es dauern, dem Weg des Herzens, der inneren Überzeugung und Intuition, dem Weg meiner Vision bedingungslos zu folgen?

Dieser spannende Weg hat auf dieser bezaubernden Insel begonnen! Ich bin am Weg.

… und ich werde wiederkehren, Du Isla Bonita.

Mag. Walter Buchinger, Sigharting/Österreich

www.va-mos.net


Und hier noch ein aktueller Hinweis:

E I N L A D U N G D I E G L U T U N T E R D E R A S C H E
V I S I O N S F I N D U N G A U F L A P A L M A



Nach einem kurzen Text "Glut unter der Asche" möchte näher auf das Thema Ausrichtung und LebensVision eingehen, und meine besondere Verbindung dieser Arbeit mit unserer kraftvollen und magischen Insel La Palma.

Danach bringe ich Beispiele aus dem Prozess einer Visionsfindung und möchte euch Inhalte und Übungen vorstellen.

Es gibt auch eine kleine Dia-Show mit Bildern der letzten 15 Jahre, umrahmt von Liedern von Ima Galguen. :)

..sowie vielleicht auch auch einige authentische Berichte von Teilnehmer/innen, wenn sie kommen…

Umrahmt wird der Abend von Musik aus der VisionsWerkstatt ("Home is where the heart is"…) und zum Abschluss möchte ich eine Meditation anleiten, die euch mit dem Weg des Herzens verbindet und das Herz heilt.
(von Satnam Kaur)

Sonntag, 15. März '15, 19.30 Uhr
in Puerto Naos, Villa Vista Naos, Calle Gabriel Nr. 15
(Dauer bis ca. 21h)

Eintritt : freiw. Spenden

Anmeldung bei Lotus : 922 - 42 81 17
ODER mailto: office@visionswerkstatt.at

Ich freue mich sehr auf Euer Kommen, aufs Mitmachen und Austauschen.

Euer

Günther Josef (José)

Seminarleiter, Visions-Coach, Auszeit-Begleiter
Von Mi. 18. - Mo. 23. März findet eine VisionsWerkstatt - LebensTraumWoche hier in Puerto Naos statt,
in dem Haus direkt neben der Villa Loca.
Weiterer Termin auf La Palma: Von Mi. 11. - Mo. 16. November 2015.
Residente, Woofer und Auszeit'ler bekommen La Palma-Ermässigung!













Montag 09.03.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 25 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 11 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 26,2 Grad - niedrigste Temperatur 17,4 Grad

Das beste Argument gegen die Autobahn: Gute Straßen!
Dreispurig hinauf zum El Time

Periodisch rückt die Weltbiosphärenreservatsautobahn wieder in den Focus, und ich kann Ihnen aber dieses Mal die Angst nehmen, das Ding würde jetzt im Wahlkampf wieder auftauchen, ist nicht so. - Ganz verschwunden ist es allerdings auch noch nicht, die Schlange wartet noch auf einen günstigen Moment, um wieder hervor zu kriechen und sollte das wirklich mal werden, von Santa Cruz bis nach Los Llanos, vierspurig, neue Tunnelröhre und alles neben der aktuelle Trasse, dann braucht sich kein Mensch mehr aufzuregen über den Hafen von Tazacorte. - Aber es wird immer schwieriger für die Interessengruppe, welche sich einzig aus dem Grund eine Autobahn von Ost nach West wünscht, weil man eben an solchen Wahnsinnsprojekten wahnsinnig gut verdienen kann. - Ich muss das aufgeklärten Mitteleuropäern nicht erklären, dass rund um solche ein Projekt von mehreren hundert Millionen Euro viel an Kollatteralprfünden zu verdienen sind, frei nach dem Motto, es soll nicht zu ihrem Schaden sein. - Man muss nicht immer mit Einsprüchen und Protestaktionen gegen das Wiederaufkeimen der Autobahnideen zu Kriege ziehen, denn man kann solch einen Blödsinn auch anders verhindern, in dem man solch einen Verkehrsweg einfach komplett argumentationslos dastehen lässt. - Notwendig wäre das Ding sowieso nie gewesen, der errechnete, vielleicht auch erhoffte Wachstum ist eh nicht geschehen, im Gegenteil, auf La Palma fahren heute weniger Autos als noch vor 10 Jahren und eigentlich haben wir alle andere Baustellen, als fünf Minuten schneller in die Hauptstadt zu kommen. - Man muss das jetzt genutzte Verkehrsnetz einfach so gut instand halten und ausbauen, dass auch den größten Fortschrittsverkündern beim Grölen nach besseren Verkehrsanbindungen die Stimmbänder verzwirbeln. - Das macht man zum Teil schon, die Hauptverkehrsstraße auf der Ostseite hinauf zum Tunnel hat endlich auf vielen Kilometern eine neue Asphaltdecke erhalten, und das jetzige Cabildo Insular hat weitere Pläne, die bestehenden Verkehrswege effizienter zu machen. - Auch arbeitet man, allerdings ganz langsam, an der Südumfahrung, und sollte diese Strecke über Fuencaliente mal so weit ausgebaut sein, dass beladene LKW lieber dort lang fahren, als sich die Bergstrecke über den Cumbre-Tunnel anzutun, dann wäre das ein weiterer großer Schritt in Richtung Vernunft.

Es ist jetzt wieder ein paar Monate vor den Kommunalwahlen, da wäre es eigentlich an der Zeit für die Coalición Canaria, wieder das Zauberprojekt aus der Kiste zu holen, nämlich die Brücke über den Barranco de las Angustias und eine weiterführende Straße bis Puntagorda. - Dann könnte man aus Puntagorda in 15 Minuten zum Einkaufen in Los Llanos sein und dafür sorgen, dass man dort oben im hohen Norden noch weniger Schulen und Läden hat, weil dann jeder von dort schnell in die Aridanemetropole kommt. - Man würde dann nicht nur schneller in den Norden kommen, sondern auch schneller von dort weg, das ist zweischneidig, aber schillernde Projekte, welche Zukunft, Glanz und Gloria verkaufen wollen, die werden immer noch gerne gezeigt, und auch viele davon gerne gesehen. - Solch eine Brücke könnten wir wohl im Moment auch nicht wuppen, aber wer weiß, vielleicht zeigt sie die Coalición Canaria doch wieder einem breiten Publikum, so wie man das ein paar Wochen vor den Wahlen vor vier, genau so wie vor acht Jahren bereits gemacht hat. - Neue Wege der Vernunft befallen da unsere neue Inselregierung, die kommt nicht mit einem, wahrscheinlich nicht zu realisierenden Projekt, sondern plant eine dritte Spur hinauf an der aktuellen Trasse und trifft eben dabei genau den Punkt, den wir "Fortschrittsverhinderer" oder "Iluminados" seit vielen Jahren forder: - Laufende, den Notwendigkeiten angepasste Verbesserungen des vorhandenen Verkehrsnetzes, unter Einbehaltung der jetzigen Trassen. - Niemand der Autobahngegner ist gegen das Autofahren an sich, und keiner von denen ist auch dagegen, dass man an Steigungen eine dritte Fahrspur bergauf anlegt, um eben LKW und Erstbesucher La Palmas… zügig hinter sich lassen kann. - Ich kann nur wieder den Hut ziehen vor Jorge González, dem zuständigen Rat für Infrastruktur im Cabildo Insular und auch dem anderen Teams dort, die endlich uns allen gezeigt haben, dass man mit ein bisschen Vernunft ganz einfach gute Politik machen kann. - Man projektiert also nun eine dritte Fahrspur hinauf zum El Time, und nur bei der Durchfahrt durch den Ort Amargar wird es in manchen Fällen zu Diskrepanzen mit den Anrainern kommen, denen vielleicht eine dritte Spur dann die Straße sehr nah ans Haus rückt. - Das wird man im Einzelnen betrachten und entscheiden, denn vier Meter Platz, 2,5 Meter Fahrspur, 1 Meter Gehweg und einen halben Meter Ablauf wird eine solche dritte Spur auch an Landschaft verbrauchen. - Vielleicht muss man auch gar nicht die gesamte Strecke dreispurig machen, so viel Verkehr ist dort gar nicht, und wenn man die engsten Streckenabschnitte so verbreitet, dass man eben als PKW zügig vorankommt, dann ist uns doch allen bereits gedient. - Nein, die Protestbewegungen gegen die Autobahn waren wichtig, richtig und notwendig, allerdings könnte es sein, dass uns ein ganz simples Konzept die Schlange wirklich vom Hals hält, nämlich in dem man die vorhandenen Verkehrswege so weit verbessert, dann die Schlange Autobahn den Brüdern des ewigen Wachstums durch die Argumentationsketten gleitet.




So könnte das dann aussehen





Montag 09.03.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 14 % - Luftdruck 1017 hPa

Gastbeitrag von Claudia Gehrke - Konkursbuchverlag

Wulf Göbel - Herr Trinks, auf dem Weg nach Fuencaliente
Eine Wanderung

Heinz Trinks müsste schon länger nachdenken, wann er das erste Mal auf La Palma war. Die Landschaft hatte es ihm angetan, die steilen Berge, La Cumbre, die Lorbeerwälder, der Passat - und nicht zuletzt die Leute hier. Heidelberg war schön, gewiss, der Neckar, die Alte Brücke, die Fußgängerzone. Aber gegen La Palma war Heidelberg ein eingetragener Verein. Er war den Tag in der Cumbre gewesen, vom San Juan den Weg in den Süden, und wollte, bevor es dunkel wurde, wieder unten sein in Fuencaliente. Das hätte auch prima geklappt, wenn da nicht dieses Haus gewesen wäre in den Weinbergen, mit den vielen Menschen, die irgendetwas zu feiern hatten. Das Lachen und Singen hörte er schon von Weitem, und er dachte daran, dass die Leute hier noch zu feiern verstünden, noch froh sein konnten, wann immer sie wollten, im Vergleich zu seinem griesgrämigen und verplanten Heidel-Town: heiter waren.
Ja, genau, das war das Wort: heiter. Und fast hatte er damit gerechnet, dass er auf ein Gläschen ins Haus gebeten würde, und fast wäre er enttäuscht gewesen, wenn es nicht so gewesen wäre. Es war aber so, und er nahm dankend an. Aber nur ein Gläschen, ein winziges, una copita. Herr Trinks hatte diese liebenswerte Bescheidenheit, und außerdem sollte er eigentlich keinen Alkohol trinken wegen seiner Arthrose. Von einem alten, aber würdigen Herrn nahm er dankend den vollen Becher entgegen, hielt das Glas gegen das Licht und trank einen guten Schluck.
Schmeckt?s dir, wurde er gefragt. Ja, sehr, sagte Herr Trinks. Und er hätte noch vielerlei Artigkeiten über den Wein sagen mögen, über die Farbe, das Feuer, die süffige Trockenheit. Allerdings nur auf Deutsch. Und deutsch konnte hier keiner. Also sagte er nach einem weiteren Schluck, ja sehr. Und um die kleine Pause zu überbrücken, die womöglich dadurch entstand, dass die Leute auf seinen weiteren Kommentar warteten, den er zu ihrem Wein abgeben würde, sagte er, höflich, wie es seine Art ist, noch einmal "Salud" und trank zügig aus. Ah gut. Noch ein Gläschen?, fragte der Alte. Und, ohne die Antwort abzuwarten, bestimmte er, dass Heinz Trinks noch eins trinken müsse. Und Heinz Trinks dachte bei sich, dass es nicht anginge und zudem als unhöflich missverstanden werden könnte, wenn er einerseits überschwänglich den wirklich guten Landwein lobte, aber zugleich ein zweites Glas ablehnte. Also nahm er dankend an, überschlug den Zuckergehalt und die Ablagerungen in seinen Knochen. Und sein Gesicht wurde etwas ernster, als er sah, wie sein Glas wieder randvoll geschenkt wurde. Jemand muss diesen Ausdruck bemerkt haben, denn er wurde besorgt gefragt, was denn sei, qué pasa?, und ob ihm der Wein nicht schmecken würde. Doch, doch, versicherte er schnell, denn der Wein war wirklich gut und süffig und sauber. Aber er habe noch nichts gegessen, und auf leeren Magen - Herr Trinks deutete auf seine Bauchgegend und ahnte, dass er einen Fehler gemacht hatte.
Der alte Herr rief irgendetwas in die Runde und sagte, indem er sich für seine Unaufmerksamkeit entschuldigte, dass es gleich etwas zu essen gebe. In der Zwischenzeit könne man ja ruhig das Gläschen trinken, ein Gläschen würde den Appetit anregen. Gehorsam trank Herr Trinks an seinem zweiten Gläschen, und als er es halbvoll irgendwo abstellen und vergessen wollte, wurde es ihm aufmerksam nachgebracht und in die Hand zurückgedrückt. Danke, sagte Herr Trinks und spürte schon die verwabbelte Wirkung der beiden Gläser. Zum Essen - es gab Ziegenbraten, weißen Käse, Kartoffeln und Mojo - trank Herr Trinks noch ein Gläschen, weil sich das so gehört und er sich dachte, wenn ich trinke, werde ich nicht beobachtet, und wenn ich nicht beobachtet werde, brauch' ich nicht zu trinken. Aber irgendetwas schien nicht zu stimmen mit seinen Überlegungen. Nur wusste er nicht, was. Außerdem hatte er wirklich einen leeren Magen; das Essen tat ihm gut. Und, so hoffte er, es würde auch den drei Gläsern guttun, die mit jeweils 15 % Alkohol wärmend in sein Inneres sickerten. Außerdem war es ohnehin schon düster, und als ihm nach dem Essen der alte Herr sagte, nun müsse er aber noch auf das Geburtstagskind trinken, sagte Herr Trinks nicht Nein. Und auf die Insel, aber sicher. Und auf die Frauen dieser schönen Welt, das allemal. Und auf unsere Freundschaft, darauf nicht zuletzt. Und auf die Hänge von Fuencaliente, die jedes Jahr den guten Wein wachsen lassen. Prost! Und überhaupt auf das Leben!


Dieser Text erschien in "La Palma: Die Canarische Insel" (ISBN 978-3-88769-022-9)
Der Autor Wulf Göbel hat zusammen mit Simone Eigen diesen La-Palma-Klassiker herausgegeben und viele Texte dafür verfasst, das erste Buch über La Palma überhaupt, das zur Bajada 2015 30 Jahre alt wird. Viele Texte und Bilderaus diesem Buch fangen Zeitloses von La Palma ein, Texte über das Theater, die Zwerge auf der Bajada, Emigration, die Banane, Frauen auf der Insel. Andere Texte und Bilder zeigen La Palma, wie es vor 30 Jahren war. "Herr Trinks" lesen wir übrigens manchmal auf unseren zweisprachigen Lese-Nächten mit Texten kanarischer und reisender AutorInnen.







Sonntag 08.03.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 14 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 23,2 Grad - niedrigste Temperatur 20,1 Grad

Neue Sportarena für Biker, Skater und Southern Walker
Europäische Union sponsert Freizeitpark in Puerto de Tazacorte

Zunächst beschäftigen wir uns aber kurz mit dem Wetter. - Das Global Forecast System traf mit seiner Voraussage besser, als der Supercomputer in Barcelona, wir haben viel mehr Wind, als Sand. - Der Himmel ist bereits wieder klarer als gestern noch, lediglich nachts drückte mal kräftig der Staub auf die Lunge. - Der Wind, zunächst sehr warm aus Süden, jetzt bereits wieder aus Osten war und ist Protagonist dieses abnormen Wintertages, und in vereinzelten Meldungen heißt es auch, dass Schäden in der Landwirtschaft besonders in der Ecke von Tijarafe gemeldet werden. - Bei uns im Tal ist wohl strammer Wind, aber von Sturm zu sprechen würde ich dennoch nicht wagen, aber woanders auf der Insel kann das schon heftiger aussehen. - Der Wind soll noch diese Nacht wieder abflauen, der Sandstaub morgen auch wieder verschwunden sein, und morgen gibt es auch wieder mehr zuverlässige Nachrichten, ob denn wirklich solche Schäden dort im Nordwesten zu verzeichnen sind. - Einmal mehr, eine Wetterkapriole in diesem, nicht ganz der Norm entsprechenden Winter. - Allerdings ist diese "Abnorm" sehr tourismusfreundlich, und wer keine Bananen hat, der jammert jetzt auch nicht.

Was Biker und Skater sind, das wissen doch alle. - Sportliche Betätigung gewinnt durch Anglizismen gewaltige Dynamik. - Rollschuhläufer sind stinkelangweilig, wer noch Fahrrad fährt und kein Bike schon Frührentner, und wenn jemand nur noch mit Stöcken die Berge rauf und runter kommt, dann nennt man die Nordic Walker. - Dagegen setze ich den Southern Walker, der geht ohne Stock, aber langsam, man könnte in einer, im Sport selten genutzten Sprache auch der Schlenderer dazu sagen, oder noch schlimmer, Spaziergänger. - Ich bin bekennender Schlenderer. - Aber alle diese Leute finden den, erst vor Kurzem in Puerto de Tazacorte eingeweihten Sportpark hervorragend, bietet diese enorm große, und für La Palma eben besonders beachtenswert flache Arena beste Voraussetzungen, um sowohl den modernen, wie auch den betagten Sportarten eine neue Heimstatt zu bieten. - Das wird hervorragend angenommen, dankenswerter Weise hat man auch gleich noch Spielfelder eingezeichnet, welche es erleichtern, geradlinig, zielstrebig, sozusagen auf dem Strich seinen sportlichen Hingaben zu frönen. - Auf etwas mehr als 111.000 Quadratmeter Fläche, welche netterweise komplett in Asphalt gehalten ist, kann man jetzt Biken, Skaten, einfach nur herumlaufen, oder eben seine Hunde ausführen, dass es nur so eine Freude ist, und wenn man das weiterhin für den Autoverkehr gesperrt hält, so wie das jetzt der praktische Fall ist, dann kann diese neue Sportarena zum absoluten Treff für die gesamte sportliche Szene der Insel werden.

Auf diesen 111.000 Quadratmetern kann mehrere Turniere gleichzeitig veranstalten. - Fußballweltmeisterschaften, wahlweise im Sommer oder im Winter, Tennisturniere, und ein bisschen um die Ecke gespielt könnte man dort sicher auch mindestens neun Löcher füllen. - Mit dem Golfball meine ich, anstatt Fairways haben wir die schönen weißen Linien und die Greens liegen unter der Stilelementen aus Sichtbeton, welche sich auch gleichzeitig noch als Kletterwände, pardon, zum bouldering eignen. - Man hat an alles, oder vielleicht alles gedacht, auch Motorsportveranstaltungen können dort abgehalten werden, Bernie soll bereits Interesse bekundet haben, aber da sollten wir dann auch abwägen, ob wir uns wirklich auch den röhrenden Motoren hingeben sollten, schließlich sind wir ein Weltbiosphärenreservat und kein Weltbiodieselsphärenreservat. - Oder Konzerte, wir könnten locker 100.000 Besucher dort hinstellen, und jeder hätte immer noch über einen Quadratmeter Stellfläche, also ginge das sogar noch als Bodenhaltung von Konzertbesuchern ab, das kann auch nicht jeder bieten. - Keine Frage, die Bevölkerung nimmt diese neue Begegnungsstätte auch wunderbar an, zumal man uns auf der anderen Seite der 15 Meter hohen Sichtschutzmauer auch noch einen FKK-Strand gegönnt hat, und auch von der Arena aus einen rampenartigen Zugang zum größten Meerwasserpool der Welt, dem Atlantic-Thallasso-Ocean-Spa-Pool mit selbstreinigender Funktion und integrierten Whale-watching-features und real-time-active-waving. - Wenn die Europäische Union schon Dinge sponsert, dann aber richtig, das können wir hier wieder einmal erleben, das große Ziel, die breite Bike- und Skatealfabetisierung La Palma kann beginnen und den bösen Zungen, die da behaupten, das sei ein getarnter Hafen, denen kann ich nur entgegenwerfen, in einem Hafen sind Schiffe, daran erkennt man ein solches Instrument, und davon kann bei diesem kollektiven Freizeitpark nun wirklich nicht die Rede sein.




Sportliche Begengnungsstätte mit robust-ostentativen Steinzeichnungen aus der pre-kognitiven Ära




Die weißen Markierungen sollen den jungen Sporthoffnungen wichtige Leitlinien sein




Die Boulder-Halle mit angedeuteten Jonas-Elementen, also kurz bevor der Wal den Typ wieder auskotzte




Kann auch für save-indoor-extrem-cycling genutzt werden. - Helm-ab-Pflicht zum Gebet!




Das Gelände ist auch als Nato-Ausweichflughafen konstuiert, großflächige Zebrastreifen geben allerdings dem Skater Vorfahrt



Fackelträger? - Der sportliche Nutzen steht im Vordergrung, wir wollen es weder verschreien, noch verhehlen, der olympische Gedanke ist kein Zufall, sondern man hält uns dabei bereits die Stange





Sonntag 08.03.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 9 % - Luftdruck 1015 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Volver a la carga
Zurück zur Ladung. - Kommt man bei der Arbeit oder in der Diskussion zu weit vom Thema ab, weil es zu anstrengend oder unangenehm scheint, dann ruft man mahnend aus, zurück zum eigentlichen Thema, also zurück zur Ladung.




Der Süden der Insel verschwindet im Unsichtbaren, im Calima





Samstag 07.03.2015 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 24 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 21,9 Grad - niedrigste Temperatur 14,3 Grad

Da kommt was auf uns zu
Calima durch Unterlassung

Was hat das Azorenhoch mitten über Europa zu suchen? - OK, auch Mitteleuropa gönnen wir mal Frühlingserwachen, allerdings bedeutet das für uns hier, keine Ordnung auf dem Nordatlantik, alle Wetterphänomene machen was sie wollen, und wir bekommen Afrika zu Besuch. - Das konnte man heute Nacht bereits spüren und auch sehen, der dicke Mond war bereits von einer Staubschicht eingerahmt. - Aber es kommt noch viel dicker, für diese Nacht noch erwarten wir auch hier auf La Palma die Höchststufe an Saharastaub, welche von der Skala überhaupt dargeboten wird, und das sind nach der Feinstaubtabelle über 500 µg/m³ an PM10, das kann sich also sehen lassen. - Oder eben genau nicht, denn so dichter Staub ermöglicht dann keine Fernsicht mehr und wenn wir von unserem Standort aus den Bejenado und die Cumbre Vieja nicht mehr sehen können, dann herrscht wirklich dicke Luft. - Gut, das ist nun kein Rauch, keine Fasern oder Gifte, sondern Silikate, also Sand, aber eben ganz fein, sonst würde der auch die vielen Kilometer sich nicht in der Luft halten. - Das kann halt nur passieren, wenn das uns sonst schützende Azorenhoch nicht auf seinem Platz ist, wir sind dann Spielball aller möglichen Einflüsse, im Winter bedeutet das sonst oft Regen aus dem Westen, allerdings sind die Tiefs so weit nördlich in diesem Jahr, dass uns erst zweieinhalb (das Halbe war ein verunglückter Ausläufer im Februar) Tiefdruckgebiete bislang erwischt haben. - In einem normalen Winter sind das etwa zwei Tiefs pro Monat, aber dieser Winter ist sehr, bis extrem trocken, wobei wir auch zugeben müssen, dass die ersten Tiefs im Oktober und November irgendwie immer einen Bogen um die Insel gemacht haben und heftige Niederschläge auf den anderen Inseln verursacht haben, bei uns aber nicht. - Zählen wir mal kurz die Regenmengen an unserem Standort zusammen, dann wird uns das auch klar, dass da für die Niederschlagstatistik noch was kommen sollte. - Oktober 2014 - 32 Millimeter, November 2014 - 67 Millimeter, Dezember 2014 - 2,5 Millimeter, Januar 2015 - 2 Millimeter und Februar 2015 - 22 Millimeter. - Das ergibt zusammen bislang 125,5 Millimeter und in einem "normalen" Winter sollten 400 - 600 Millimeter bei uns im Aridanetal fallen, da ist also noch was offen. - Die regenreichsten Monate liegen allerdings bereits hinter uns und bei der so stabilen Großwetterlage in diesem Winter will man gar nicht wirklich glauben, dass da noch Ausgleich geschieht. - Wir hatten auch über den Jahreswechsel bereits zwei größere Calima-Einbrüche, nicht wirklich normal für den Winter, denn sonst besucht uns dieses Phänomen eher im Sommer und heizt uns dann für ein paar Tage mal richtig ein. - Allerdings war es im letzten Sommer nur mal anderthalb Tage heiß, nur ganz kurz, der Rest des Sommers war ideal von den Temperaturen her. - Selten kommt der Calima mit richtig viel Wind, allerdings meldet das Global Forecast System für die kommende Nacht und für morgen starken Wind aus Süd und später Südost, um dann bereits wieder auf Nordost zu wandern. - Der Calima soll sich dann auch schon wieder abschwächen, allerdings kann das ein paar Tage dauern, bis wir dann wieder unsere gewohnte frische Luft vom Nordatlantik atmen dürfen, denn nur zögerlich baut sich dann erneut ein Hochdruckkern über dem Nordatlantik auf, welcher dann für die übliche Luftzirkulation sorgen wird. - Nachfolgend habe ich ein paar Grafiken über die Verteilung des Saharastaubes über die Inseln eingefügt, wobei zu beachten ist, das sind Voraussagen, die müssen nicht so eintreffen, allerdings haben unsere Mädels aus Gran Canaria bereits berichtet, dass die dort schon komplett vom Sand verschluckt werden, also sollten wir hier auch damit rechnen, in den kommenden Stunden verstaubt zu werden. - Diese Grafiken stammen vom Barcelona Supercomputing Center und die bieten unter dem Namen "Caliope" sehr beeindruckende Messungen und Voraussagen über Wetter und eben auch Emissionen aller Art.




Heute Morgen, 08:00 Uhr sind wir noch die Insel der Glückseeligen




Heute 18:00 Uhr, es besteht noch Hoffnung für die "letzte Bastion"




Irgendwann bekommt der Calima sie alle, Voraussage für Mitternacht




Hier die Sicht auf den Vorgang mit Europa und Nordafrika





Samstag 07.03.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 62 % - Luftdruck 1016 hPa

Gastbeitrag von Martin Sittig
La Palma……2009/2010

Eine kurze Geschichte über die schönste Insel der Welt…...oder, La Palma sehen… erleben… und…

Hurra, der zweite Winteraufenthalt auf der wunderschönen Insel La Palma. Diesmal sogar ganz professionell, wir haben unseren Flug und das Feriendomizil selbst gesucht und gebucht. Diesmal haben wir versucht das Ferienhaus über eine Vermittlerin zu organisieren, es ist uns gelungen. Gegen ein Honorar, was etwa 15 Prozent des gesamten Mietpreises ausmacht, wurde uns das Ferienhaus vermittelt. Der Restbetrag für das gemietete Objekt erhält der Vermieter direkt vor Ort. Optimal, das Geld kommt direkt an. So wünscht man sich das. Den Flug haben wir diesmal direkt bei der Airline gebucht, wir tun uns natürlich leicht, der Flughafen, also Nürnberg, liegt vor unserer Haustür. Also Direktflüge, ohne umsteigen, gut gemacht.
Wir starten durch an besagtem Tag, es läuft soweit alles nach Plan. Nach 2 Stunden Flugzeit teilt uns der Flugkapitän mit, dass auf Grund von Fallwinden und sehr schlechtem Wetter ein landen auf La Palma nicht möglich ist. Die Fluggesellschaft würde nach Teneriffa ausweichen, für Unterkunft wäre gesorgt. Na dann.
Nach der Landung geht nichts mehr. Wir warten über zwei Stunden im Flugzeug, dürfen dann aussteigen und werden in Busse verfrachtet, Fahrt zu einem Hotel. Das Haus ist ganz neu, die Verpflegung sehr gut. Zu unserem Flugzeug kommt noch ein weiterer Flieger hinzu, also insgesamt ca. 600 Touristen fallen über das Hotel her. Am nächsten Tag müssen wir das Hotel verlassen, werden zum Flughafen gebracht und fliegen anschließend nach Cran Canaria. La Palma kann immer noch nicht angeflogen werden. Wir kommen in einem fünf Sterne Haus unter, riesig groß, voll ausgebucht, klar, es ist Weihnachten. Das Festliche Dinner am Abend bestreiten wir in Jeans und Wandersandalen, den Frack, der eigentlich nötig wäre, haben wir zu Hause im Schrank gelassen. In den folgenden zwei Tagen wurden wir nochmals zum Flughafen gebracht, bei Ankunft auf diesem wurde uns aber mitgeteilt, dass ein Flug nicht möglich ist wegen schlechtem Wetter auf unserer Insel. Also wieder zurück ins Hotel, dann endlich nach einem weiteren Tag werden wir abgeholt, zum Flughafen verbracht und in ein Flugzeug verfrachtet, das zurück in die Schweiz fliegt. Ja grüezi, odr? Die Maschine ist nur halb besetzt, der Kapitän teilt uns mit, dass er bevor in die Schweiz zurückkehrt, auf La Palma eine Zwischenlandung macht. Uff…… Ein bisschen mehr Information von Fluggesellschaften, also nicht erst wenn man im Flieger sitzt, an deren Kunden, wäre manchmal nicht schlecht.
Die Ankunft auf La Palma ist, wie immer, unproblematisch. Der Autovermieter ist sogar so nett und erlässt uns die ersten drei Tage, wo wir den Wagen nicht benutzt haben. Die Vermieterin unseres Ferienhauses ist sehr freundlich, das Haus, obwohl es unterhalb der LP 1 liegt, ist sehr schön. Ein riesiger Garten, mit Orangenbäumen und Avocados, frischer Orangensaft zum Frühstück….Prima. Das Haus diesmal liegt etwas tiefer, auf ca.560 Höhenmeter. Zudem ist Tijarafe in einer gemäßigten Temperaturzone, es ist hier immer um ein oder zwei Grad wärmer, als zum Beispiel in Puntagorda oder Las Tricias. Wir verleben geruhsame Wochen in unserer Unterkunft, das Wetter ist palmerisch, zwar immer wieder Regen, sogar sehr dicht und stark, er dauert aber nicht sehr lang. Herrliche Sonnenuntergänge sind garantiert, ebenso der Hausleguan, genannt Gecko. Wir müssen auch hier in den Abendstunden die Heizung anwerfen, ohne geht leider nicht.

Auf Grund der langen Anreise sind unsere Aktivitäten diesmal nicht so groß, eine Wanderung ist allerdings in unserem Gedächtnis stark verankert. Den Gang von der der Virgen del Pino zum Reventon-Pass ist ja jeder/ jedem Tourist-Palmera/-Palmero bekannt. Der Anstieg ist sehr steil, nach ca. 20 Minuten Gehzeit kommen wir an eine Abzweigung, hier geht es linker Hand weg zur Cumbrecita. Leider steht hier ein Schild, eindeutig ist zu erkennen, dass der Wanderweg gesperrt ist. Und…. ? fragen wir uns. Trotz aller Bedenken gehen wir auf diesem Weg weiter. Es geht parallel an einem steilen Hang immer nach oben, der Weg ist sehr schmal, teilweise nur für eine Person begehbar. Wir plagen uns den Weg entlang, kommen an senkrechten Felsen vorbei, der Ausblick ist toll. Miteinander verschwindet der Pfad im Geröll, man kann keinen Weg mehr erkennen. Der Pfad sieht aus, als wenn er unter einer Steinlawine verschwunden wäre, wir sehen rechter Hand hoch zu entfernten Felszinken und erkennen die Gefahr. Mitunter werden wir von Steinen bombardiert, die sich scheinbar aus der über uns steilen Felswand lösen. Nun, jetzt wissen wir, warum der Weg gesperrt war. Immer wieder fallen Steine auf uns herab, teilweise werden wir von den Flugsteinen sogar getroffen, jedoch, der Göttin sei Dank, nur an Armen und Beinen, nicht am Kopf.

Das Wetter verschlechtert sich von Minute zu Minute, bei Beginn der Wanderung hatten wir Sonnenschein, je weiter wir an Höhe gewinnen desto schlechter wird das Wetter. Wir erreichen die Cumbrecita zu guter Letzt in dickem Wolkengebilde. Die Sicht ist absolut schlecht, vielleicht zwei -dreihundert Meter. Über den Reventon-Pass kommen immer stärkere Wolken herüber, schade, fotografieren macht keinen Sinn. Wir entschließen uns, die asphaltierte Straße zum Abgang zu benutzen. Tja, soviel zu gesperrten Wanderwegen.
Am Asphalt zu laufen ist mehr als ermüdend, aber besser lebend über Asphalt als tot im Geröll. Die Wanderung selbst ist schön, lediglich die wettertechnischen Umstände muss man beachten. Also Fazit: Bitte keine gesperrten Wanderwege benutzen, die Herrschaften, die solche Wege sperren, wissen was sie tun. Wir schleichen zu guter Letzt über den Asphalt und erreichen mit müden Füßen wieder die Pino del Virgen, wo unser Fahrzeug steht. Uff….
Mittlerweile sind wir soweit, rein gedanklich gesehen, uns vorzustellen, unseren Lebensabend auf La Palma zu verbringen. Sicher, wir sind jetzt erst das fünfte Mal in Folge hier, jedoch die Lebensumstände sind gut im Vergleich zu Mittelfranken. Wir sind Selbstversorger, d.h. wir ernten selbst unsere eigenen Kartoffeln, die im Garten angebaut werden. Von Salat und Tomaten ganz zu schweigen. Hier auf La Palma besteht die Möglichkeit, das ganze Jahr hindurch zu ernten, man benötigt diesbezüglich eine entsprechend große Fläche um eine Drei-Felder-Wirtschaft ausführen zu können. Bei dieser Bewirtschaftung liegen Flächen immer wieder brach um sich zu erholen. Naja, man wird sehen, Gedanken sind ja zum Glück fei, der Göttin sei Dank.
Ansonsten hat sich auf der Insel nicht viel verändert, sicher, die Nordumfahrung der Insel wird gerade ausgebaut, der Flughafen ist jetzt scheinbar durch das neue Terminal voll funktionsfähig, aber unter uns gesagt: Der Passagier wird nach Ankunft in Busse verfrachtet und zum Terminal gefahren. Früher, als alles noch schöner war…, ist man über das Rollfeld gelaufen, konnte dadurch sich einen ersten Eindruck der Insel vermitteln, das fehlt jetzt natürlich. Schade.
Trotz aller anfangs großer Misslichkeiten werden wir wiederkommen. Die Insel ist noch lange nicht entdeckt, viele Möglichkeiten gibt es noch, die auf uns warten.

Hasta luego, La Bonita.

Martin Sittig
















Freitag 06.03.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 28 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 23,4 Grad - niedrigste Temperatur 14,3 Grad

Staatsanwalt fordert Gefängnisstrafe für JuanRa II
Unverständliche Härte für ein, fast alltägliches Vergehen

Wenn Politiker Mist bauen, dann sollen die dafür haftbar gemacht werden. - Keine Frage, das wäre für Spanien ganz besonders wichtig, wird einem doch Angst und Bange, wenn man mal die Karrieren und Fragezeichen rund um die meisten Abgeordneten aus den oberen politischen Regionen betrachtet. - Allerdings erweist sich die Justiz meist als zahnloser Tiger, viel Ermittlungen, aber nur ganz selten muss jemand richtig für seine Vergehen zahlen. - Auch in der kleinen Politik ist das oft nicht anders, und auch hier auf La Palma geschehen ab und zu sonderbare Dinge in der Politik, und ebenso nur ganz selten zieht man einen Politiker für sein Tun zur Verantwortung. - Hier geht es im speziellen Fall um den ehemaligen Bürgermeister von Los Llanos, Juan Ramón Rodríguez Marín, meist nur Marín oder eben JuanRa II genannt, weil sein Vorgänger wiederum Juan Ramón Hernández Gómez den gleichen Vornamen hat, aber ein ganz anderes Gewicht in der kanarischen Hierarchie besitzt. - Juan Ramón Rodríguez Marín wurde im Mai 2011 abgewählt, man sagt auch dazu, er hätte eine Asphaltvergiftung erlitten, denn er sollte die von den Vorgängern eingefädelten Genehmigungen durchziehen, von denen wir heute wissen, dass sie nicht rechtens waren. - Es kam dann ja anders, und im Umfeld um die Asphaltwerke machte sich Juan Ramón Marín auch nicht wirklich verdient, da fällt uns immer noch die mögliche mündliche Genehmigung für einen Probebetrieb ein, und die wochenlange Farce um das Nichterscheinen zu einer Gerichtsanhörung. - Im Nachhinein auch Peanuts, aber dennoch, er hat die Wahl wohl auch vergeigt, weil man gegen den Willen der Anwohner diese Industrieanlagen durchsetzen wollte, denn eigentlich ist Los Llanos sonst reif für die Monarchie gewesen, mit dem unbestrittenen König Juan Ramón Hernández Gómez und für die Coalición Canaria. - Der aber sitzt inzwischen im Gobierno de Canarias, als Rat für Landwirtschaft und genau dieser Posten sollte erneut in Frage gestellt werden, und auch da taucht dann sein Nachfolger Juan Ramón Marín wieder auf, denn Zweiterer hatte eine Ausschreibung für den Posten eines Amtstierarztes gewonnen, welche vom Rat für Landwirtschaft ausgeschrieben wurde, und hier steht die Frage im Raum, ob den überhaupt andere Tierärzte auch eingeladen wurde und ob es sogar zur Urkundenfälschung gekommen sein kann. - Da wird aber noch ermittelt, aber Juan Ramón Marín wird wohl von der Geschichte wenig zu befürchten haben, denn man ermittelt gegen die Korporation Landwirtschaftsrat.

Um was es hier nun geht ist wieder ein anderer Fall und der geht so: - Puerto de Naos gehört ja zu Los Llanos und dort wollte man einen Kiosk als Touristeninformation aufstellen, und dazu wollte auch die Reserva de la Biósfera eine Subvention erteilen. - Fragen Sie bitte nicht, warum die Wächter des Weltbiosphärenreservats einen Kiosk in Puerto de Naos subventionieren sollen, je mehr wir ins Detail gehen, um so komischer wird die ganze Geschichte und um so undeutlicher. - Wie bei den meisten Subventionen gibt es einen geforderten Termin, bis wann denn die zu subventionierende Leistung erbracht sein muss, ansonsten wird die Subvention hinfällig. Das war in diesem Fall die Fertigstellung des Kiosk, und die wurde, eben noch termingerecht am 30. Mai 2010 vom Bürgermeister unterschrieben, obwohl nur der Sockel stand, der Aufbau noch nicht darauf war. - Es ist müßig zu erwähnen, vielleicht hatte das Juan Ramón Marín nicht gewusst, denn wir alle haben es gewusst, das ging sogar durch die Presse, und der Mann ist auch nicht so wirr und dreist nun zu behaupten, er hätte es nicht gewusst, oder an der üblichen Demenz zu leiden, welche die Mehrzahl der spanischen Politiker immer in Gerichtssälen plötzlich überfällt. - Es ist klar, was er gemacht hat, wie ganz oft in der täglichen Politik, da werden Bescheinigungen vor- oder nachdatiert, weil man sonst großen, weiteren bürokratischen Aufwand eingehen müsste, oder schlichtweg eben eine solche Subvention verliert. - Auf der anderen Seite ist das natürlich Urkundenfälschung und Veruntreuung öffentlicher Mittel, damit meint man das Geld der Reserva de la Biósfera, und natürlich sollte man das abstellen. - Nun allerdings fordert der Staatsanwalt 3 Jahre und 3 Monate Haft für Juan Ramón Marín, und darüber hinaus 7 Jahre Verbot eines öffentlichen Amtes, und diese Haftstrafe wäre ja auch nicht mehr zur Bewährung auszusetzen, der müsste also, sollte der Richter dem Staatsanwalt folgen, wirklich einsitzen. - Die Geschichte mit dem Verbot des Ausübens eines öffentlichen Amtes, das erscheint schon plausibel, und vielleicht eine Geldstrafe, aber warum der Staatsanwalt den Mann wirklich in den Knast schicken will, das will sich mir nicht wirklich erschließen. - Gestern war bereits die mündliche Anhörung, und der Staatsanwalt hat die geforderten Strafen wiederholt, allerdings ist noch kein Urteil gefallen, der endgültige Gerichtstermin steht noch aus, wird aber wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen. - Bei allem Verständnis für den Ärger, den uneinsichtige, oder korrupte Politiker uns allen bereiten, niemand ist bei der Angelegenheit geschädigt worden, es gibt nicht den geringsten Anhaltspunkt, dass der damalige Bürgermeister sich hätte bereichern wollen und ich hatte mich seinerzeit eigentlich nur darüber aufgeregt, dass der Kiosk hässlich ist und zu teuer. - Vielleicht ist das aber auch spanische Praxis, der Staatsanwalt muss viele Jahre Knast fordern, damit dann eine Geldstrafe herauskommt, oder aber, hier hat jemand seinen "Norden verloren" wie wir hier sagen, wenn jemand ganz gewaltig über das Ziel hinaus schießt. - Es ist in den Tagen eigentlich zu populistisch den Edathy-Vergleich zu ziehen, und dabei geht es auch um eine ganz andere Geschichte und um ein anderes Land, aber mir ist das eben eingefallen, nachdem ich lesen musste, dass der Staatsanwalt wirklich diese 3 Jahre und 3 Monate Haft fordert für einen Vorgang, den wahrscheinlich jeder Bürgermeister jeder spanischen Gemeinde und jeder Gemeinderat und Techniker bereits gemacht hat, um kilometerlangen Verlängerungsanträgen zu entgehen. - Nein, das ist keine Praxis die man fördern sollte, und es muss wohl auch bestraft werden, aber in den Knast dafür, das kann nicht sein und ich gehe auch ganz deutlich davon aus, dass der Richter das auch so sehen wird.




43.000 Euro soll das Ding gekostet haben und ursprünglich auch an der Promenade stehen. - Das aber wollten die Bürger nicht, weil das Ding so hässlich ist, und daher steht das heute auf dem Parkplatz an der Einfahrt in den Badeort Puerto Naos.





Freitag 06.03.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 58 % - Luftdruck 1019 hPa

Gastbeitrag von Rose Marie Dähncke
Treffpunkt deutscher Biofreunde

Dies ist mal eine ganz andere Geschichte, auch total wahr, aber nicht ein bisschen haarsträubend, wie man es von mir gewöhnt ist. Sie handelt von einer Biofinca auf der Ostseite der Insel, registriert und regelmäßig kontrolliert auf Einhaltung aller Bedingungen des Bio-Anbaus.

Eine nette palmerische Familie unterhält diese Finca, und jeden Sonnabend, ab 11 Uhr, wird man freundlich empfangen, zu einem Kaffee oder Bier eingeladen und kann sich zu geselligem Zusammensein mit deutschen Landsleuten einfinden. Möchte man Gemüse aus der jeweiligen Ernte kaufen, kann man das direkt am Beet aussuchen, frischer geht's nicht. Als Besonderheit für deutschen Geschmack werden neben den üblichen Sorten auch alte, beliebte Sorten angebaut wie Mairüben, Teltower Rübchen, Schwarzwurzeln, Steckrüben, Sellerie, an Küchenkräutern auch Dill, Basilikum, Estragon, Bohnenkraut, Cilantro u.a.m.

David und Modesta, die Verwalter der Finca, mögen die Deutschen und verwöhnen sie gerne und gehen auf alle Wünsche hinsichtlich Anbaumöglichkeiten ein. Es werden Kostproben verteilt, die zeigen, was man an Spezialitäten aus normalen Feldfrüchten erzielen kann, z.B. das fantastische, pikante Chutney aus Rote Beete mit Orangen, das sich unterdessen großer Beliebtheit erfreut. Wenn man Lust hat, kann man sogar gegen ein kleines Entgelt am liebevoll bereiteten Essen teilnehmen.

Freundschaften wurden hier geschlossen, und ich hatte sogar das Glück, eine Skatrunde zusammen zu kriegen.

Die Biofinca Tropical ist leicht zu finden. Auf der Ostseite nahe der kleinen Ortschaft San Simon gibt es auf der Hauptlandstraße, die von Santa Cruz-San Antonio nach Fuencaliente führt, das Kilometerschild km 10 , und dort zweigt auf der Meeresseite bei einer großen Palme und einem Bus-Wartehäuschen eine Straße ab, die später in eine Piste übergeht. Diese fährt man immer in der gleichen Richtung gradeaus und trifft nach 1,6 km auf das Hinweisschild an weißer Wand 'Biofinca Tropical' , da ist man richtig und kann im Tropengarten eine gute Zeit verbringen.

www.biofincatropical.hol.es - schauen Sie mal rein, ist sehr interessant mit Anfahrtsskizzen.

finca-david@hotmail.com

Tel. 655 334 183 (spanisch)







Donnerstag 05.03.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 27 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 24,5 Grad - niedrigste Temperatur 14,4 Grad

Kneipendichte als Wohlstandsindikator
Noch kommen die meisten Impulse von außen

Es gibt diverse Faktoren, welche sich als Wohlstandsindikatoren nutzen lassen. - Das geht von Autobahnkilometer über Ärzte oder Künstler pro Einwohner, und früher, als alles anders war, und nur manches besser, da stellte sich schon mal ein Inselpräsident hin und nannte die Menge an importiertem Zement und schloss daraus, der Aufschwung wäre da. - Ich halte mich eher an den Gesichtsausdruck von Taxifahrern und Friseuren, und ganz besonders an die Kneipendichte, und auch schon mal daran, ob denn Fulanito de tal anderthalb Stunden an einem Glas Wein nippelt und dann wieder verschwindet, oder deren drei in einer dreiviertel Stunde versenkt. - Das war die übliche Schluckgeschwindigkeit durchschnittlicher Feierabendhelden vor der Krise, und dafür braucht man jede Menge Kneipen. - Klar ist, dass nach dem Jahr 2008 das Kneipensterben auf der Insel begann, die Zahl der Arbeitslosen explodierte geradezu, und es gibt wirklich Leute, die habe ich bis heute nicht mehr in den einschlägigen Etablissements gesehen und nicht alle von denen sind ausgewandert, oder bis runter zum Friedhof. - Allerdings machten gar nicht so viele Kneipen zu, wie man vielleicht anhand der gesunkenen Kaufkraft vermuten will, es sind eher Geschäfte in großer Zahl geschlossen worden. - Viele Kneipen haben sich von hoch frequentierten Hotspots der gesellschaftlichen Zusammenrottung zu leicht besuchten Familiencafeterías entwickelt, mit Kostensenkung und eben auch ohne Personal hat man sich den geänderten Anforderungen gestellt und darüber hinaus muss man eben auch wieder das absolute Loblied auf die Zusammensetzung unserer internationalen Besucher anstimmen, denn die allerwenigsten Besucher der Insel kommen im "all inklusive" Regime, sondern die kaufen in unseren Läden und besuchen unsere Restaurants. - Besonders natürlich im Winter, da sind halt dann doch dreimal so viele Besucher auf der Insel als im Sommer, denn noch können wir nicht von einer Wiederauferstehung des nationalen Tourismus sprechen. - So sind die meisten Restaurants auch überwiegend mit ausländischen Gästen bestückt, ohne die viele Besucher aus dem ländlichen Tourismus sähe die komplette gastronomische Szene der Insel ganz anders aus, aber es mischen sich wieder mehr Einheimische unter das Publikum und auch die Kneipen, die eben eher von Fulanito besucht wurden, die lassen wieder ein bisschen hoffen.

Dabei gab und gibt es bei den Restaurants auch die "Evergreens", manche Wirte haben es einfach drauf, die bieten seit vielen Jahren gleichbleibende Qualität zu konkurrenzfähigen Preisen, und bei denen hat die Krise auch nicht in dem Maße zugeschlagen, wie in anderen Etablissements. - Aber ich erinnere mich noch sehr gut an ein früheres Szenerestaurant in El Paso, wo man früher am Freitag und Samstagabend gar nicht hingehen brauchte, weil die Honoratioren und Kaziken aus Los Llanos den Schuppen bis in die Grauen des Morgens belagerten. - Auch Kaziken kennen allerdings inzwischen die Krise, sicher nicht alle, aber manchmal habe ich das Gefühl, gerade auf La Palma hat die Krise ziemlich gerecht zugeschlagen. - Das aber wäre eine ganz andere Gesichte, aber wieder eine, die würde sich erst empfehlen, wenn man ausgewandert ist. - Also lassen wir das, und gehen zurück zu unseren Betrachtungen in Sachen Kneipendichte und da scheint sich wieder etwas zu tun, was als positiver Indikator gelten kann. - Seit dem Weggang des "Immergrüns" Kiko nach La Laguna, wo er immer noch und sogar mit wachsendem Erfolg der Krise erstaunlich weiße Zähne zeigt, kamen ein paar Wirte und versuchten sich an dem Namen Abuela, konnten aber die Erwartungen der Gäste nicht erfüllen und hohe Mieten und wenig Gäste sind eine schlechte Mischung für halbausgegorene Restaurantprofile. - Die Abuela stand seit dem Weggang Kikos die meiste Zeit leer, nun tut sich wieder was, unter italienischen Farben, und wann es wieder offen ist, das weiß ich noch nicht und auch eine andere Gaststätte scheint wieder den Trog zu öffnen, das Candil, früher noch bekannter als Adagio, an der Hauptstraße gleich oberhalb des Ortskerns in El Paso. - Zumindest sieht man dort immer wieder Handwerker und Autos stehen, also kann man hoffen, dass zwei der Vorkrisenhotspots der gastronomischen Szene El Pasos bald wieder zu besuchen sind. - Dazu gehörte natürlich auch, dass die Eigentümer der Läden sich mit den Mieten zurückhalten, denn das war für viele Wirte und Pächter eine viel zu große Hypothek, wenn die Umsätze gnadenlos auf Ramschniveau sinken, die Eigentümer aber an Vorkrisenmieten festhalten, das bricht dann auch vielen Wirten den Hals. - Nein, zwei Kneipen mehr in El Paso machen noch keinen Sommer, aber der Gesichtsausdruck mancher Taxifahrern, Friseure und auch Wirte flackert jetzt schon wieder zwischen Valium und Red Bull, und alleine diese, vielleicht immer noch nicht erklärbare Zuversicht, steckt andere Branchen und Unternehmer an, mal wieder was zu unternehmen. - Ärmel hochkrempeln, das mit dem in die Hände spucken lassen wir bei den Wirten mal weg, und für alle anderen Bürger und Besucher gilt, Geld muss wieder in Bewegung geraten, solange der Euro nicht wirklich rollt, dreht sich auch nicht viel.




Ich könnte heulen bei dem Bild. - Früher, als Ramón noch offen hatte. - Heute ist in der, wohl seinerzeit schon legendären Bar Taburiente neben der Kirche in El Paso ein Beerdigungsinstitut untergebracht. - Schlimmmer kann es ja gar nicht kommen. - Damals wars, der schäfste Mojo der Insel, der langsamste Wirt, ein in sich geschlossenes, aber lebendiges inselkundliches Museum. - Wenn von der nahen Kirche ein Trauerzug los ging, in Richtung Friedhof, dann schloss man schnell die Türen, nicht nur, dass der Tod nicht rein konnte, sondern die Trauergemeinde auch nicht sehen sollte, wer alles gerade am Glas nippelt, während doch jemand auf den Friedhof getragen wird. - Hier bin ich anfällig für Nostalgie - erwischt!





Donnerstag 05.03.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 62 % - Luftdruck 1018 hPa

Gastbeitrag von Rainer Olzem und Timm Reisinger
Die Salinen von Fuencaliente - Wie kommt das Salz ins Meer?
Teil zwei von zwei… Rein ins Meer …


Mehr als 97% des gesamten Wassers auf der Erde ist Salzwasser. In chemischer Hinsicht ist Meerwasser eine wässrige Salzlösung. Das Wasser des Atlantiks hat einen Salzgehalt von 3,6%, davon sind etwa 90% reines Kochsalz mit der chemischen Formel NaCl (= Natriumchlorid). Der Rest besteht aus anderen Salzen, wie z.B. Sulfat, Magnesium-, Kalium- und Calciumchlorid und aus einer großen Zahl weiterer Spurenelemente.

Doch warum ist Meerwasser salzig? Wie kommt das Salz ins Meer?

In den Böden und Gesteinen der Erdkruste finden sich viele Minerale, darunter auch Salze. Versickerndes Regenwasser löst diese Minerale und fließt als Sickerwasser dem Grundwasser zu. Das Grundwasser strömt in Flüsse und Bäche, die schließlich ins Meer fließen. Die Flüsse sind also Förderbänder, die das Meer mit Salz versorgen. Jährlich gelangen so, trotz der sehr geringen Salzgehalte im Oberflächen- und Grundwasser, Millionen Tonnen Salz in die Weltmeere. Einmal im Meer angekommen, bleiben die Salze dort, weil sie nicht in den Wasserkreislauf eingebunden sind - das Wasser verdunstet wieder, das Salz aber bleibt zurück.

Die Salzbildung geschieht auch in den Meeren selbst, wo sich durch chemische Reaktionen aus den zugeführten Mineralen Salze bilden. Außerdem überflutet das Meer immer wieder fossile Salzlagerstätten, die sich auf dem Grund ehemaliger ausgetrockneter Meere gebildet haben. Eine weitere Salzquelle sind die Black Smokers, Unterwasser-Vulkane auf dem Grund der Tiefsee, aus denen bis zu 400°C heißes und stark mineralhaltiges Wasser austritt.

Doch warum steigt der Salzgehalt der Meere nicht immer weiter an, obwohl ihnen doch permanent Salze zugeführt werden? Noch im 18. Jahrhundert glaubte der englische Astronom Edmund Halley (1656-1742) an eine stetige Zunahme des Salzes in den Meeren, denn er ermittelte das Alter der Erde durch die Geschwindigkeit der Zunahme der Salzkonzentrationen in den Ozeanen. Die Geologen Thomas Mellard Reade (1832-1909) und John Joly (1857-1933), beide ebenfalls Engländer, verfeinerten diese Methode der "Salzuhr" noch weiter. Übrigens kamen sie mit dieser fragwürdigen Methode auf ein Alter der Erde von nur rund 100 Millionen Jahren.

Der wahre Grund des über Jahrmillionen konstanten Salzgehaltes besteht jedoch darin, dass die Salzmengen, die jährlich den Meeren zugeführt werden, entweder in der gleichen Größenordnung sedimentiert, also auf dem Meeresboden abgelagert werden, oder von Tieren in ihre Skelette eingebaut werden. Wenn diese Tiere sterben, sinken ihre Skelette zum Ozeanboden ab, werden ebenfalls dort abgelagert und von jüngeren Schichten überdeckt.

Von rosa Mikroorganismen zu rosa Flamingos

In manchen Verdunstungsbecken der Saline erkennt man eine rosa Färbung des Untergrundes, die durch Salinenkrebse (Artemia salina) verursacht wird. Salinenkrebse ernähren sich von Mikroorganismen, denen die hohe Salzkonzentration im Wasser nichts ausmacht.

Organismen, die in Wasser mit hoher Salzkonzentration leben, also in einer Umgebung, die ohne spezielle Anpassung lebensfeindlich ist, nennt man "halophil", und die in Wässern mit sehr hohen Salzkonzentrationen bis in den Sättigungsbereich leben, "extrem halophil". Der Begriff "halophil" stammt aus dem Griechischen und heißt "Salz liebend". Diese Mikroorganismen sind ganz überwiegend Einzeller wie Bakterien, Archaeen (Urbakterien) und Algen und treten in riesiger Zahl auf: 1 g gereinigtes Meersalz soll immerhin noch rund 1 Million Mikroorganismen enthalten! In der Natur entstehen solche hochsalinen Habitate, wenn die Verdunstungsrate die Frischwasserzufuhr durch Regen oder Flußeinspeisung übersteigt, z.B. in Salzseen. Nach demselben Prinzip schafft der Mensch künstliche Habitate durch die Anlage von Salinen zur Salzgewinnung.

"Phototrophe halophile" Einzeller - das sind Einzeller, die die Energie des Sonnenlichts für ihren Stoffwechsel nutzen - sind die Ursache für die intensive Farbe, die Salzseen oder Meersalzgewinnungsanlagen haben. Die Pigmente dieser Organismen sind rote Carotine in so hoher Konzentration, dass sie durch die gesamte Nahrungskette wandern: Sie färben die halophilen Salinenkrebse, die sich von den Mikroorganismen ernähren und färben schließlich auch die rosa Flamingos in den Salzseen, die diese Krebse fressen.


Dieser Text ist ein Ausschnitt aus dem Buch "Geologischer Wanderführer La Palma" von Rainer Olzem und Timm Reisinger und gehört nach meiner Auffassung längst auch zum Handgepäck einer Vorbereitung für eine Reise nach La Palma. - Auch für geologische Laien verständlich erklärt, bereiten die Wandertouren auf der Insel noch viel mehr Spaß, man kann die vielen Dinge, denen man mit Staunen auf den Touren begegnet, dann nicht nur beim Namen nennen, sondern weiß auch noch warum das so ist. - Nicht als Ersatz für den Rother Wanderführer, immer noch das Meisterwerk für La Palma auf Schusters Rappen, aber als ideale Ergänzung für Menschen, welche zwischen Ausgangspunkt und Belohnungsbier der Wanderung die Augen auf der Vulkaninsel La Palma offen halten. - Leider gibt es das Buch auf La Palma noch nicht zu kaufen, am schnellsten kommt man über das Bestellformular in der Webseite Rainer Olzem und Timm Reisinger zum Buch.






Mittwoch 04.03.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 33 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 23,8 Grad - niedrigste Temperatur 13,4 Grad

Sonnenschein, nicht nur in der Statistik
Zahl der Arbeitslosen sinkt stetig weiter

Das Wetter ist prächtig, auch wenn wir eigentlich gar kein Wetter haben. - Das atlantische Hoch ist weit auf den europäischen Kontinent gezogen und lässt uns ohne Aufsicht hier herumliegen. - Das kann gut gehen, denn die Tiefs sind so weit nördlich, dass die uns nicht erwischen können und ich hoffe nur, kein Landwirt liest diese Zeilen, dass ich mich freue, über die schlechten Aussichten für Regen bei uns auf der Insel. - Theoretisch wäre sogar in den kommenden Tagen wieder ein Calima möglich, allerdings wird das wohl nur auf den Afrika näheren Inseln zu Feinstaubbelästigung kommen. - Wir genießen die Sonne ohne Wind, so kann es bitte weitergehen.

Die andere gute Nachricht kommt monatlich, die uns nun bereits seit dem Oktober 2013 begleitet, und tatsächlich, seit diesem Monat ist die Zahl der Arbeitslosen in Spanien gesunken. - Das heißt allerdings nicht wirklich, dass damit eine der heftigsten Wirtschaftskrisen des Landes bereits überwunden ist, auch wenn unser Regierungspräsident Mariano Rajoy uns das in der letzten Debatte zur Lage der Nation bereits verkaufen wollte. - Gut, die sind alle bereits auf Wahlkampfmodus, das wird auch bis in den November dieses Jahres so anhalten, denn im Mai sind Kommunalwahlen und im November dann die Wahlen für das Abgeordnetenhaus in Madrid. - Und das wird erst spannend und wirklich genau kann man eigentlich nur eines voraussagen, dass das Zweiparteiensystem zu Ende gehen wird, nicht aber, wie stark die linke Protestbewegung Podemos vertreten sein wird. - Gut ist, dass wir hier in der ersten Reihe sind und beobachten können, wie das mit Griechenland läuft, und das ist auch der Punkt, bei dem alle, inklusive die von Podemos nervös werden, und das bisherige Auftreten der neue griechischen Regierung hat auch Podemos hier bereits geschadet. - Geschickt lancieren die angestammten Parteien ihre Aussagen zu den Vorgängen in Griechenland, und das bringt denen zwar nicht unbedingt die Wähler zurück, aber es profitieren davon anderen kleine Parteien, die immer noch genügend Protest verkaufen können, nicht aber mit der gleichen Keule drohen wie Podemos. - Wenn man den Umfragen glauben kann, dann könnten wir im November anstatt der bislang drei landesweiten Parteien PP, PSOE und IU, plus den durch ein schizoid-fatales System der Aufwertung von Regionalparteien, dann sechs landesweite Gruppierungen in der Moncloa haben. - Neben den drei bereits genannten wären das dann auch noch Podemos, Ciudadanos und UPyD, plus die regionalen Vertreter, und das könnte dann wirklich bunt zugehen und hinten heraus könnte das kommen, was man in Deutschland Groko nennt, allerdings halten viele Beobachter es auch für möglich, dass sich eine der sonst bestimmenden Parteien sich mit den "gemäßigten Protestlern" einigt, und eine neue Regierung formt. - Das würde dann wieder alles weichgewaschen und keine echte Veränderung käme dabei heraus, aber es ist noch viel zu früh, da wirklich was dazu zu sagen.

Gegen einen Regierungswechsel spricht eben alles, was der jetzigen Regierung nützt, und das sind eben auch gute Zahlen, und der Ölpreis und der schwache Euro und eben auch die sehr gute Lage im Tourismus in Spanien sorgen deutlich dafür, dass man momentan das Sparmodell gut gegen Schuldenschnitte anbieten kann. - Mich macht das ein bisschen nervös, das geht mir zu glatt, und immer wenn sich ein solcher Typ vom Schlage der durch korruptionsvorwürfe eigentlich komplett bereits unbrauchbaren Partido Popular hinstellt, und dann bereits das Ende der Krise verkündet, wird mir sogar schwindelig. - Das bringt Spanien auch in die unbequeme Rolle des Griechenlandbashers, plötzlich sind wir vorzeigbares Musterländle und nicht mehr gemeinsame untaugliche südeuropäische Fraktion, auch wenn bislang nur die kontinuierliche Bewegung in Sachen Arbeitslosigkeit und Wirtschaftswachstum Anlass zur Hoffnung geben können, aber die Aussage, Spanien sei bereits aus der Krise heraus, aber völlig überzogen ist. - Da ist noch gar nicht gegessen, und es bleibt dabei, die Sparaktion in diesem Land, die mag vielleicht irgendwann zum Erfolg führen, bezahlt dafür haben aber nur die Unter- und die Mittelschicht, sowohl in Griechenland wie auch in Spanien geht die Oberschicht ohne jegliche Einbußen durch diese Zeiten, und das bleibt so oder so ein Skandal. - Dennoch, auch wenn es nicht der Erfolg meiner Partei ist, sollte ich denn überhaupt noch eine haben, die nachfolgenden Zahlen sehen gut aus und die ständig sinkende Zahl der Arbeitslosen macht Mut. - Hier auf der Insel sinkt die Zahl der Arbeitslosen etwa im gleichen Takt, wie das die nationale Statistik auch hergibt, allerdings meldet man weiterhin über 10.000 Arbeitslose auf der Insel, immer noch eine gewaltige Hypothek, die wir da mit uns herumschleppen.




Das täuscht ein bisschen, denn die X-Achse der Koordinaten ist keineswegs Null...




Allerdings darf ich auch die positive Seite nennen, gegenüber dem Februar 2013 (5.040.222) ist die Zahl der Arbeitslosen sogar um 528.069 zurückgegangen.




Und die Entwicklung der letzten Jahre, anhand derer man erkennen kann, wie dankbar wir für jede gute Bewegung sind.





Mittwoch 04.03.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 36 % - Luftdruck 1020 hPa

Gastbeitrag von Rainer Olzem und Timm Reisinger
Die Salinen von Fuencaliente - Wie kommt das Salz ins Meer?
Teil eins von zwei… Raus aus dem Meer …


Wie das Salz aus dem Meer kommt, wissen wir. Oder? Das kann man auf den Infotafeln bei einem Rundgang um die Salinen von Fuencaliente ausführlich nachlesen. Für die, die es wieder vergessen hat, hier noch einmal eine kurze Zusammenfassung, wie das Salz aus dem Meer kommt, ehe es darum geht, wie denn das Salz ins Meer hinein kommt.

Die Gewinnung von Salz aus Meerwasser ist nur in Küstengebieten mit starker Sonneneinstrahlung bei gleichzeitig geringen Niederschlägen wirtschaftlich und geschieht - in mehreren Stufen - stets nach dem einfachen Prinzip der Verdunstung.

Das Meerwasser wird dem Atlantik entnommen und zur Vorkonzentration in mehrere hintereinander geschaltete Verdunstungsbecken geleitet. Das am höchsten liegende Becken wird "Charca madre", das Mutterbecken, genannt. In jeder Stufe erhöht sich der Sättigungsgrad der Sole, die anschließend in Kristallisationsteiche gepumpt wird, in denen die Endeindunstung erfolgt. Dort verdunstet durch die Sonnenwärme so viel Wasser, dass sich der Salzgehalt auf etwa 290 g/Liter erhöht. Dieses salzreiche Wasser fließt weiter in die Kristallisatoren, kleine rechteckige Becken aus Lehm und schwarzer Lava, die die Wärme besonders gut speichert. Hier erhöht sich der Salzgehalt des Wassers weiter - die maximale Löslichkeit von NaCl in Wasser bei 20°C ist 359 g/Liter - und die ersten Salzkristalle setzen sich ab.

Die Kristallisationsbecken werden immer wieder durch kleine Mauern aus Lavasteinen unterteilt. Dadurch soll verhindert werden, dass der Wind das Wasser zu stark bewegt und das Salz deshalb zu grobkörnig wird. Schließlich wird das ausgefällte Salz zusammengeschoben und in der Sonne getrocknet. Für die hohe Speisesalzqualität "Flor de Sal" wird vorher die an der Wasseroberfläche schwimmende feine Salzschicht mit einem speziellen Sieb, dem "Cedazo", vorsichtig abgeschöpft.

Obwohl die Salzgewinnung ein einfacher Vorgang ist, vergehen je nach Wetterlage 3 bis 5 Wochen, bis Salz in guter Qualität aus den Becken gezogen werden kann. Die qualitätsentscheidenden Wetterfaktoren sind Temperatur, Wind, Luftfeuchte und Sonnenscheindauer. In der Saline von Fuencaliente kann bis zu 8-mal im Jahr Salz geerntet werden.

Aber nicht nur durch menschliche Aktivitäten wird den Meeren stetig Salz entzogen, sondern auch durch natürliche Vorgänge, wie weiter unten kurz erklärt.



Morgen geht es dann weiter mit dem Abschnitt, wie kommt das Salz in das Meer. - Dieser Text ist ein Ausschnitt aus dem Buch "Geologischer Wanderführer La Palma" von Rainer Olzem und Timm Reisinger und gehört nach meiner Auffassung längst auch zum Handgepäck einer Vorbereitung für eine Reise nach La Palma. - Auch für geologische Laien verständlich erklärt, bereiten die Wandertouren auf der Insel noch viel mehr Spaß, man kann die vielen Dinge, denen man mit Staunen auf den Touren begegnet, dann nicht nur beim Namen nennen, sondern weiß auch noch warum das so ist. - Nicht als Ersatz für den Rother Wanderführer, immer noch das Meisterwerk für La Palma auf Schusters Rappen, aber als ideale Ergänzung für Menschen, welche zwischen Ausgangspunkt und Belohnungsbier der Wanderung die Augen auf der Vulkaninsel La Palma offen halten. - Leider gibt es das Buch auf La Palma noch nicht zu kaufen, am schnellsten kommt man über das Bestellformular in der Webseite Rainer Olzem und Timm Reisinger zum Buch.




Die Saline in Fuencaliente mit den beiden Leuchttürmen, an der Südspitze der Insel






Dienstag 03.03.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 14 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 22,7 Grad - niedrigste Temperatur 13,4 Grad

Die Quelle heiligt die Mittel?
Die Kalte Schlacht ums heiße Wasser

Quellen sind seit jeher ein beliebter Punkt für Polemik, Streit und Besitzansprüche und wir haben ja bereits öfter angekündigt, wir werden beim Kampf um die besten Plätze der Heiligen Quelle zumindest als Zuschauer bestens bedient. - Endlich, nach fast zehn Jahren, der nicht immer ganz stillen Agonie um die Fuente Santa im Süden der Insel, eben seit der Wiederentdeckung dieser kostbaren natürlichen Ressource der Insel von dem Team um den Ingenieur Carlos Soler, bricht nun der "Run" auf die Quelle so richtig los. - Fäden hat man immer gesponnen wie gezogen, aber meist im Verborgenen, es ist selten klug die Dinge laut anzugehen, und es gab vor zehn Jahren, und auch davor bereits Interessengruppen, welche sich sehr für die Heilige Quelle als finanziellen Hotspot dort interessiert haben. - Das hat seinerzeit nicht geklappt, weil die politischen Verhältnisse damals in der Gemeinde nicht denen im Cabildo Insular entsprachen, und das ist heute wieder so, auch wenn inzwischen viele Aspiranten das Leibchen gewechselt haben. - Laut geworden um die Quelle ist es, nachdem das Cabildo Insular vor einiger Zeit angekündigt hatte, einen hoch dotierten internationalen Ideenwettbewerb von der "Quelle zu brechen" und spätestens seit dem kommen auch wieder die anderen Interessenten aus der Versenkung und melden ihre, deutliche älteren Interessen an. - Dieser Ideenwettbewerb zielt darauf ab, ein Thermalbad rund um die Quelle zu stülpen, um diese kurativen Wässer einem pekuniärem Zweck zuzuführen, von dem bitte nicht nur der Investor, sondern eben auch der "Rest" der Insel profitiert. - Wobei das gesamte touristische Umfeld der Insel von einer solchen Ressource profitieren würde, man muss nicht mal direkt daran beteiligt sein, denn sicher würde eine Thermalquelle, die einzige der Kanarischen Inseln, ein weiterer Pluspunkt für die Insel sein.

Auf der anderen Seite aber war eine Maßgabe für die Erstellung eines Projektes, dass neben der lukrativen Nutzung auch ein "Gratisbecken" zur Verfügung stehen muss, was man sicher nicht nur für die paar armen Einwohner machen will, sondern eben die öffentliche Nutzungsmöglichkeit erfüllen soll. - Die Projekte liegen nun vor, man hat uns allerdings noch keines vorgestellt, aber da es deren über einhundert sind, gehe ich mal davon aus, dass durchaus Praktikables, vielleicht sogar Geniales dabei ist. - Das denken sich aber auch die Halter der "alten Fäden" und die sind nun robust tätig geworden und haben auch bereits ein Projekt in der Hand, welches allerdings kein Thermalbad vorsieht. - Wir berichteten bereits von der Gruppe Interessierter, welche sich unter dem Namen "Termalismo" auch derart an die Öffentlichkeit wendet, weil man Beteiligungen von ab 200,- Euro anbietet, aber deren Projekt sieht vor, dass man die Wasser der Fuente Santa abfüllt und an die bereits bestehenden Hotels verkauft, welche dann ihr Spa mit Thermalwasser der Heiligen Quelle adeln können. - Diese Idee gab es schon länger, und man dachte auch seitens der Inselregierung schon daran, allerdings nur als Übergangslösung, bis man eben ein richtiges Thermalbad dort betreiben kann, wo die Quelle auch wirklich steht. - Denn wir müssen uns klar sein darüber, sollte man die Wasser in den bereits vorhandenen Häusern auf der Insel anbieten, dann wird man wohl keinen Investor für ein eigenes Thermalbad dort finden, und darüber hinaus ist so viel Wasser auch gar nicht da, dass man mit dem Füllhorn über die Insel laufen könnte und alle mit dem Wasser beglücken. - Dazu gibt es auch noch handfeste technische Fragen, wie bringt man warmes Thermalwasser in andere Einrichtungen, ohne dass es abkühlt und wie reinigt man denn das Wasser, ohne die Mineralstoffe zu entziehen? - Diese Gruppe von Interessenten, welche auch Eigentümer von dortigen Parzellen mit in "ihrem Boot" hat, ist nun an die Inselregierung und die Gemeinde von Fuencaliente herangetreten und hat denen genau dieses Projekt abgetreten. - Sollen doch die Inselregierung, oder die Gemeinde damit machen was sie wollen. - Das Projekt hat sicherlich einen Vorteil, man muss dort, wo die Quelle steht, nicht bauen, also sich mit Dingen wie Küsten- oder Landschaftsschutz beschäftigen und man hat wohl auch schon grünlich schimmerndes Licht von der dafür zuständigen regionalen Industriebehörde signalisiert bekommen. - Man hofft seitens "Termalismo" damit natürlich, dass entweder eine, oder gar beide Korporationen sich auf diese Art und Weise eben deren Projekt zu eigen machen. - Klug gespielt, keine Frage, das lässt sich nach Außen hin sogar noch als uneigennützig verkaufen, allerdings will man damit ja nur noch verhindern, dass andere Investoren sich an eines der Projekte des Wettbewerbs werfen.

Der Bürgermeister von Fuencaliente poltert auch gleich heftig gegen diese "Unverschämtheit" aber der poltert öfter mal, muss er sich selbst aber doch auch den Vorwurf gefallen lassen, in vielen Versuchen, diese Quelle endlich einer allgemeinen Nutzung zuzuführen, der Bremser gewesen zu sein, weil eben nach seiner Meinung die Interessen der Gemeinde nicht genügend berücksichtigt wurden. - Sicherlich sollte solch eine Ressource von der obersten Inselkorporation betreut werden, diese Quelle ist zu interessant für die Inselvolkswirtschaft, als dass man sie auf Gemeindeebene verwässert, aber auch die Inselregierung hat nicht nur Trümpfe in der Hand. - Da ist einmal die Frage, ob denn nach dem Frühling dieses Jahres die jetzt bestimmenden Köpfe überhaupt noch was zu sagen haben, denn es sind Kommunalwahlen im Mai, und dann stehen halt immer noch alle möglichen bürokratischen Hindernisse im Weg, denn eigentlich darf man dort, wo das Bad hin soll, eh keinen Stein bewegen und schon gar nicht damit Geld verdienen. - Es gibt allerdings Kunstgriffe, die so etwas schon wieder möglich machen, darin sind wir Spezialisten, allerdings werden solche Griffe am besten immer "for eyes only" gesetzt, und in diesem Fall kann man sich ganz robust darauf verlassen, dass genügend konträre Interessen kein juristisches Mittel unversucht lassen werden, sich an der Quelle zu laben. - Was bin ich froh, keine Partei ergreifen zu müssen, das Wasser der Fuente Santa ist zwar nur lauwarm, aber ich bin mir ganz sicher, dass sich noch viele Leute an dem Wasser die Finger verbrennen werden.






Dienstag 03.03.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 52 % - Luftdruck 1021 hPa

Gastbeitrag von Manfred Achtzehn

Warum ich La Palma immer noch liebe …. In den letzten dreißig Jahren hat sich auf der Insel vieles geändert. Das Abenteuerliche, was uns gereizt hatte, ist vielfach verschwunden ( die pistenreiche Nordtour, die durch unbefestigte Waldwege führte und nach Regen fast unpassierbar war. Nun ist alles auch für ungeübte Autofahrer zu bewältigen und man erreicht anstelle von 3 Stunden die nächste menschliche Behausung samt Getränkeangebot bereits nach einer halben Stunde. Auch das Betreten der Küche, wo man in die großen Aluminiumkochtöpfe gucken konnte und sich dann entschied: Ziege oder Karnickel, ist vorbei. Es gibt jetzt Speisekarten in deutscher Sprache und Deckchen auf den Holztischen. Und dann kann man auf autobahnähnlichen Straßen wieder in Richtung Aridanetal düsen.

In Los Llanos war die Hauptstrasse eine große Piste. Und man saß im CAPRI und beobachtete wie die erste Ampel installiert wurde und ein völlig verzweifelter Polizist den Bewohnern aus dem Norden beibringen wollte, dass man bei rotem Licht das Auto anhalten müsse.

Mit einem Schuss Wehmut gäbe es noch viel zu erzählen. Aber man will auch kein Zukunftsverweigerer sein.

Deshalb jetzt zum Thema:

Alle vier Wochen ist für uns LIDL-Ausflug. Denn Nürnberger Bratwürstchen und Münchner Weißwurst muss einfach sein. Also Kühltaschen ins Auto. Und ich ringe noch mit mir und entscheide dann: keine Zigaretten einstecken, damit ich nicht in Versuchung komme. Was Siebold kann, werde ich doch auch hinbekommen.

LIDL erinnert mich immer fatal an die Gastarbeitertreffs auf deutschen Bahnhöfen der sechziger Jahre. Kurze Hosen und lautstarke Unterhaltungen lassen das deutsche Klientel erkennen. Deshalb schnell den Einkaufswagen voll und alles ins Auto gepackt. Ab die Post. Und dann passiert es: Am Kilometer 15 der LP 3 fängt der Motor an zu stottern und kurz danach kommen große Qualmwolken aus dem Motorraum. Rechts ran; Gott sei Dank ist die Straße da schon zweispurig ohne Gegenverkehr. Motorhaube auf. Feierabend.

Und nun kommt das Wunder: ich habe noch nicht das Warnkreuz aufgestellt, da hält ein PKW an; ein junger Mann kommt und fragt, ob er mir helfen könne. Wie sich herausstellt, ein Polizist aus El Paso in Zivil. Der fragt nach der Telefonnummer meiner Versicherung, ruft dann für mich dort an und teilt mir dann mit, dass in einer halben Stunde der Abschleppdienst aus El Paso käme und ob er sonst noch etwas für mich tun könne. Ach ja: jetzt eine Zigarette ! Aber leider ist er Nichtraucher. Er fährt fort und während meine Frau sich die herrliche Pflanzenwelt am Rande der Straße anschaut, blicke ich hilflos in den Motorraum. Aber ich komme nicht lange dazu, denn nun hält praktisch jedes zweite Auto bei mir an, um zu fragen, ob man mir helfen könne. Ob jung oder alt; ob Männer oder Frauen: alle wollen helfen. Schließlich hält ein alter Palmero. Dem erkläre ich, dass im Moment mein größtes Problem der Mangel von Zigaretten sei. Er lacht sich kaputt und spendiert mir gleich zwei Zigaretten und wünscht mir alles Gute. Es war die schönste und stärkste KRÜGER, die ich je inhalierte. Nach zwanzig Minuten kommt die Grua und fährt uns samt Auto in die Werkstatt. Dort lädt man unsere Klamotten in einen anderen Wagen und fährt uns nach Hause..

Fazit: diese Welle von spontaner Hilfsbereitschaft kennen wir in Deutschland nicht. Und deshalb lieben wir diese Insel immer noch,- auch wenn wir einiges von früher vermissen. Nur die Palmeros haben sich nicht geändert. Und ist das nicht das Wichtigste ?







Montag 02.03.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 36 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 19,9 Grad - niedrigste Temperatur 13,2 Grad

Kurznachrichten
Überstunden, die Zwerge trainieren und Aschermittwoch ist Definitionssache

Wer viele Feste feiert, der braucht auch viel Geld. - Das musste und muss man in der Hauptstadt schmerzhaft erfahren, denn man schleppt seit dem Jahr 2010 an die halbe Million Euro an Schulden mit sich herum, die man alleine Lokalpolizisten für Überstunden schuldet. - Hauptsächlich entstehen diese Überstunden bei den Fiestas des Karneval, dabei ist der Tag und die Nacht der "Indianos" ganz weit vorne, aber eben auch die, in diesem Fall Gott sei Dank nur alle fünf Jahre stattfindende Niederkunft der Schutzpatronin der Stadt Santa Cruz, der Virgen de Las Nieves. - Diese Überstunden werden meist abgefeiert, allerdings laufen so immer weniger Polizisten herum und das kann auch nicht immer Sinn der Sache sein. - In diesem Jahr steht ja wieder eine "Bajada" an und der Stadtkämmerer will eigentlich gar nicht daran denken, denn man hat in den letzten fünf Jahren es nicht geschafft von dieser Schuld herunter zu kommen und dann drohen eben bereits die nächsten Überstunden. - Und die sind schnell gemacht, denn gut verhandeln können die Stadtpolizisten, so erhalten die für jede nächtliche Überstunde drei Stunden extra Freizeit, oder eben das dreifache an Gehalt. - Kein Wunder, dass sich da auch Spezialisten bilden, so schuldet man einem Polizisten alleine an die 50.000 Euro Überstunden, oder wenn er das abfeiern sollte, dann bräuchte der fast zwei Jahre nicht mehr arbeiten kommen. - Die Opposition, gerade eben die, welche vor fünf Jahren noch dafür gesorgt haben, dass so viele Überstunden mit anfallen, die wirft der jetzigen Stadtregierung vor, man würde in anderen Ressorts Personal einsparen und streichen, damit man die Schulden der Stadtpolizei abbezahlen kann. - Die Regierung bestätigt das zähneknirschend, allerdings mit dem Hinweis, dass das gar nicht so viele Stellen seien wie man ihnen anlasten will, und dass man keinen einzigen Angestellten entlassen hätte, sondern nur Stellen nicht neu besetzt. - Manchmal habe ich ganz einfach das Gefühl, wir feiern ein bisschen zu viel. - Aber das kommt sicher nur mir so vor…

Und wir bleiben beim Thema, die alle fünf Jahre stattfindenden Bajada de la Virgen de Las Nieves steht für den Juli an, und da führt man auch immer den berühmten Zwergentanz auf, auf den man hier auf der Insel ganz besonders stolz ist. - Dieser Tanz hat eigentlich überhaupt nichts klerikales an sich, aber das erleben wir immer wieder, dass weltliches Rahmenprogramm in solch ursprünglich religiösen Festen fast mehr Beachtung findet, als die Hauptperson des ganzen Festes, die Jungfrau vom Schnee. - Keine andere der vielen Rahmveranstaltung ist so gefragt und bekannt wie die Zwergenpolka, das wird sogar im nationalen Fernsehen übertragen und wer diese Zwerge spielen darf, das wird alle fünf Jahre neu in einem "Casting" ermittelt. - Man muss auch singen können, noch bevor die Künstler sich in Zwerge verwandeln müssen die nämlich auf der Bühne singen, und dann kommt es stark auf die Fitness an, dass man die vielen Vorstellungen und dann auch noch den nächtlichen Umzug auf den Straßen der Hauptstadt übersteht. - Die meisten der 30 Akteure haben den Zwergentanz schon mal gemacht, aber vor allem eben die Neulinge müssen hart trainieren, damit sie am Donnerstag den 9. Juli auch durchhalten. - Jetzt beginnen die Trainingsstunden, und die werden in der Kaserne "El Fuerte" abgehalten, der fast leer stehenden militärischen Einrichtung nahe der Hauptstadt, aber bereits in der Gemeinde Breña Baja liegend. - Kein Außenstehender darf bei diesen Proben zusehen, das geschieht in völliger Abgeschiedenheit, denn es handelt sich dabei um ein Geheimnis, wie es denn möglich ist, dass diese großen Tänzer sich in Zwerge verwandeln. - Hier spricht man auch von der Magie der Zwerge und man achtet eifersüchtig und streng darüber, dass niemand hinter dieses Geheimnis kommt, und wehe, irgend jemand kommt auf die Idee, und plagiiert diese Figuren, dem bereiten wir hier einen echten Zwergenaufstand...

Bei uns ist der Karneval nicht am Aschermittwoch vorbei, hier sind Karnevalisten nicht solche Weicheier, hier können die viel länger. - Wann Karneval aufhört, das bestimmt jede Gemeinde für sich selbst, und zum Schluss gibt es dann immer das Verbrennen der Sardine. - Bei so viel Selbstbestimmung kann es dann schon vorkommen, dass in bestimmten Gemeinden der Karneval bereits vor Rosenmontag vorbei ist, wie in El Paso, oder eben erst kommendes Wochenende aufhört, mit dem Verbrennen der Sardine in Barlovento. - Böse Zungen behaupten auch, dass die Gemeinden im Nordosten der Insel halt immer alles ein bisschen später mitbekommen, weil Barlovento immer die letzten sind mit der Sardine, allerdings kann man denen auch zurufen, die brauchen nicht mehr lange bis Ostern mit ihrem Karneval, dann können die sich die Fastenzeit eigentlich gleich sparen. - Das nimmt hier eh niemand so streng, ich kenne da noch andere Bräuche in der Fastenzeit aus dem Bayrischen Wald, aber die haben ja dort auch nie verstanden, dass Gottesfurcht nicht bedeutet, Angst vor Gott haben zu müssen. - Warum man eine Sardine verbrennt? - Die Sardine gilt als Symbol des Überschwangs, der Lebensfreude und auch der Wolllust, und mit dem Verbrennen dieses symbolträchtigen Tieres endet dann eben der überschwängliche Karneval und das ausgschweifende Leben endlich. - Das kommt natürlich von einer Fischertradition, dass man die Sardine als Symbol des Lasters ansieht, und so hat man sich in El Paso, einer Gemeinde ohne Zugang zum Meer, auch Gedanken darüber gemacht und eine eigene Tradition erfunden. - In El Paso verbrennt man keine Sardine, sondern ein Kaninchen, das gilt bei den Bauern als Symbol der Vermehrung und der Ausschweifung, aber ob sich diese Tradition gegen die Sardine irgendwann mal durchsetzen kann, ich bezweifle das stark.






Montag 02.03.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 47 % - Luftdruck 1021 hPa

Gastbeitrag von Claudia Gehrke - Konkursbuchverlag

Peter Butschkow - LA CALDERA DE TABURIENTE - Teil 2 von 2

Knappe zwei Stunden fast nur bergab wanderten wir auf schmalem Weg, fasziniert von ständig neuen Motiven. Einige Menschen kamen uns entgegen, von Anstrengung und Zielstrebigkeit gezeichnet, nur eine alternative Mutter mit Kind (!) und der darauf folgende Typ wirkten souverän und locker, als hätten sie einen Mietvertrag mit der Caldera.
Ihre Einrichtungen trugen sie jedenfalls auf dem Rücken.
Gegen 15 Uhr erreichten wir das Flussbett, den Barranco, die Schlucht. Auch ein wenig Kanada, da unten. Strömender Fluss, Steine, Kiefern, diese teilweise riesigen kanarischen Kiefern, für die wir uns auf unserem Weg auch so oft die Köpfe verdreht hatten. Die größte von ihnen nannten wir die "Oberkiefer". Sonne und Kiefern spielten Schattenspiele wie im Zauberwald. Verrückte Paarung.
Natürlich bejubelten meine gewaltigen Füße den kühlen Strom und waren nur unter größten Drohungen zu weiterer Gefolgschaft bereit. Dieter trank mit glucksender Kehle den Rest seiner Mineralwasserration und zog dann noch einige Liter Calderawasser aus dem Fluss in sich rein. Wie so ein kleiner Mensch so viel saufen kann? Natürlich ohne mich.
Ich benetzte mir das schweißende Gesicht mit köstlichem, frischem Wasser, dabei liefen etliche Cowboy- und Wüstenfilme vor meinem inneren Auge ab - ich hätte mich gar nicht gewundert, wenn neben mir der Schädel eines durstigen Wasserbüffels eingetaucht wäre. Grundsätzlich bis auf die nörgelnden Zehen und eine leichte Blasenbildung am Unterfuß fühlte ich mich sauwohl, bereit für den letzten Streckenabschnitt: Zurück durch den Fluss, bzw. am Fluss nach Hause. Anders konnte es gar nicht sein, wie vollmundige Erzählungen einiger "Vorgänger" schließen ließen. "Bin ich vom Campingplatz aus durch den Fluss zurückgewandert!" Na also, dann woll'n wa ma!
Der so genannte "Campingplatz", das war die Stelle, wo wir angekommen waren und die tatsächlich für die Freunde der indianischen Übernachtung gedacht und angelegt war. Ein herrliches Fleckchen. Ich erinnere mich noch an drei deutsche Menschen, die am Campingplatz standen und miteinander redeten. Fast hätte ich sie fragen wollen, ob sie uns den Weg zurück zeigen könnten, aber, was'n Quatsch, dachte ich. Was'n Fehler.
Nun bewegten sich also zwei energische Wandergesellen am Flussbett entlang: Ein kleiner, fest beschuht und wohlgenährt. Ein langer im Strandlook, Marterstufe Eins.
Heute weiß ich, dass nicht mal ein Yeti da durchgekommen wäre. Geschweige denn Reinhold Messner. Wir waren aber ungebrochen und zielsicher. Ein Weg war nicht mehr da, aber ein Pfad. Manchmal, manchmal nicht. Irgendwelche Menschen mit besonderer Herzenswärme mussten schon vor uns (also bitte!) dort entlang gewandert - besser, geklettert - sein, denn an markanten Punkten, wo wir beide nicht weiter wussten, stand plötzlich ein eindeutig von Menschenhand gebildetes, kleines Steinhäufchen als Wegweiser vor uns. Heute weiß ich auch, das muss der Teufel getan haben.
Streckenweise kamen wir am oder im Wasser weiter, streckenweise mussten wir unpassierbare Wasserfälle, eng geführt an nassen, glitschigen Felswänden‚ außen- und obenrum umklettern.
Dieter, leicht, zäh und plötzlich unheimlich kräftig, krabbelte und zog sich über die verrücktesten Passagen. Jeder von uns suchte ständig den idealen Weg, wenn man von "ideal" überhaupt noch reden konnte. Ich entschied mich, wenn machbar, immer für den Fluss und watete bis zur Badehose durch den kalten Strom. Was für mich noch begehbar, war für Dieter Oberkante Unterlippe, schließlich unterscheiden wir uns um gute 35 cm. Menschlich passen wir wunderbar zusammen.
"Aber, Moment mal! Das soll der offizielle Weg sein? Wollen wir nicht lieber umkehren?"
Doch Dieter machte Mut. "Lass uns noch bis dahinten, wo die Schlucht so schwarz, der Stein so herrlich nass ...!"
Es wurde immer härter und später. Längst war unser Zeitplan geplatzt. Wir kamen schließlich nur meterweise voran. Und wieder einen scheußlichen Berg hoch. Steine, Geröll, Sand - und tief, tief, schau lieber nicht nach unten und schon gar nicht in deinen Ordner mit den Unfallversicherungsbedingungen. Halt dich doch an diesem Busch fest! Kennst du jemanden, der weiß, ob diese Pflanze einen Herren von 90 kg, plus 350 Gramm Segeltuchschuhe, vor dem Absturz halten kann? Meinst du, der Stein ist trittsicher? Und weißt du, wie's nach diesem Abschnitt weitergeht?
Weißt du eigentlich, wie meine Füße aussehen? Und weißt du eigentlich, dass es Vollidioten gibt, die mit Leinenschühchen und drolliger Bekleidung und ohne vernünftige Nahrung die palmerische Wildnis bezwingen wollen?
Ach Gottchen, und nun wird er auch langsam schlapp, unser Langer. Und Plautz! liegt er auffe Fresse! Mitten auf 'm Stein! Da schaut er dumm und greift sich zählend an die Rippen und staunt, wie schnell sein Daumen dick werden kann. Jaaa!!!
Fehlt nur noch'n irre farbiger Verband mit tollen, witzigen Motiven drauf, gell? Aber, da!!! Eine gerade Strecke!! Das heißt, normales, aufrechtes Gehen, so 50 Meter geradeaus!
"Dieter, jetzt schaffen wir es!"
Aber der schaute immer skeptischer drein.
"Ach was, Alter", gab ich mich dynamisch-biologisch, "ein Fluss fließt immer ins Tal! Komm, schau, hinter der Schlucht scheint die Sonne, da müssen wir hin!"
Dieter schaute noch skeptischer drein. Und mir fiel die Kinnlade runter, als ich den Wasserfall vor mir sah. Da kriegt selbst'n Lachs kalte Flossen.
Und gerade vorher hatten wir einen kleineren Wasserfall überwunden. Warum hatte uns dabei keiner gefilmt? Icke, der Lange, sprang vom Felsen - wohl nur so zwei Meter, aber ins unbekannte Flussbett runter. Wie geschaffen für die Fußgelenke! Und dann rutschte Dieter, Beine voraus, von oben in meine Arme. Backe an Backe, bis zum Arsch im brodelnden Fluss, Verleger und Autor beispielhaft vereint. Im Kreuz des Autors hat's bei dieser Aktion auch kurz geknackt! Herrlich, nun noch'n Hexenschuss, und dann bitte den Hubschrauber! Aber es hatte fast chiropraktische Konsequenzen. Ich fühlte mich leicht und beweglich im Kreuz im Gegenteil zu meinem Seelenzustand. Langsam ging die Sonne auf die Zielgerade, und wir ackerten uns noch hüfttief durch Flussbetten und schnauften über Felswände.
Der Wasserfall vor uns, seine steilen, schwarzen Felswände, sie alle grinsten uns an: "Kommt schon, kommt schon! Mut zur nächsten Runde! Wenn ihr uns schafft, seid ihr frei!"
Dieter riskierte noch einen Blick, schaute dem stürzenden Wasser hinterher: "Zurück! Sofort zurück!" Zurück zum Campingplatz hieß das. Und den ganzen Weg wieder zurück. Einen richtigen Weg gehen, was für ein Gefühl!
Dazwischen lagen all die Passagen von eben, nur andersrum. Und dann stand ich klatschnass vor dem schlimmsten Teil, diesem spröden Berg, wo wir mehr runtergerutscht und -gebetet waren, als irgendeinen festen Halt zu haben, wo ich gesagt hatte: "Wenn das unsere Mütter sehen würden, wie wir die väterliche Verantwortung aufs Spiel setzen!" Dieter, mit der Energie von 25 Litern Mineral- und Calderawasser, mit der Kraft von mehreren belegten Broten und dem kleinen Vorteil der jüngeren Jahre, kletterte wie ein Affe den Berg hoch - ich stand unten, den Arm wie auf'm Tresen, schaute diesem Energiebündel hinterher und stöhnte: "Bin ich kaputt! Warum hab' ich gestern Abend so viel Bier getrunken!?"
(Immer auf die Leber, immer auf die Leber!)
Wir mussten nun zurück, schön aufwärts natürlich, zurück zum Aussichtspunkt Los Brecitos.
Beflügelt von der untergehenden Sonne und der Vision, dass in Kürze zwei sorgenzerfurchte Lebenspartnerinnen die Rettungsdienste in den Krater treiben würden, bissen wir uns den Weg hoch.
(Unsere Wanderkarte lag übrigens brav an der Quelle, wo ich sie vergessen hatte. Darauf konnte man den richtigen Weg prima erkennen. Der führte nämlich ganz woanders lang, überhaupt nicht durch dieses Flussbett. Aber, so haben wir uns wenigstens besser kennen gelernt und auch die wunderschönen Wasserfälle und die kleinen, drolligen Berge und das Wunder der schwellenden Prellungen erfahren - und was ein paar ordentliche Segelschuhe aushalten müssen.)
Auf diesem Streckenabschnitt sprach wieder etwas FÜR MEINE Wandermode: Meine Badeshorts trockneten nämlich schnell, während Dieter seine klatschnassen, abgeschnittenen Jeans entschlossen auszog, um nur im knappen weißen Schlüpfer weiter zu laufen.
Ein wunderschönes Bild, wir beide.
Es brauchte nicht viel Fantasie, sich die Augen der Menschen vorzustellen, die uns so zuerst sehen würden vorausgesetzt, wir hätten noch mal die Chance zu solcher Begegnung:
Ein kleiner, schnaufender Herr in Unterhosen, dahinter ein zerkratzter, restlos zerzauster Mensch in gebrochenem Zustand. Das Foto nicht unter 100 Euro! Mit Echtheits-Zertifikat! Wie gut, dass wir noch die Kraft zur Selbstkritik hatten, uns in anderer Leute Gefühle versetzen konnten. Kurz vor der rettenden Berghöhe zog Dieter sich wieder vernünftig an.
Keinen Moment zu spät, denn erst sah uns Fortuna und dann bemerkten uns zwei Palmeros, ein alter und ein junger, die in dieser abendlichen Einsamkeit in ihrem Toyota-Jeep irgendeine Abrechnung machten. Im grauenvollsten Spanisch baten wir um die Gnade der Mitfahrt - völlig unnötig, unsere Erscheinung weckte spontanes Mitleid und soziales Engagement. Wir durften uns zwischen einen gewaltigen Hofhund und Gas- und Benzinkanister klemmen und rumpelten überglücklich ins Tal.
Dass wir uns menschlich und sprachlich beispiellos dafür bedankten, und wir anschließend noch'n Bier trinken gingen und "Abenteuer-hab-Dank!" prosteten, und die Frauen uns völlig entspannt empfingen und sagten: "Wir dachten uns schon, ihr kommt bestimmt etwas später, weil ihr noch was trinken werdet!" - das ist das glückliche Ende dieser Geschichte.


Peter Butschkow ist Zeichner und Autor, mit vielen erfolgreichen Cartoon-Büchern. Und seit Jahrzehnten regelmäßiger La-Palma-Urlauber. Dieser Text wurde in der Zeit geschrieben, in der es noch kaum Wanderwegausschilderungen und keinen Taxiservice vom Flussbett nach Los Brecitos gab, und ist erschienen in unserem opulenten zweisprachigen Buch: "Kanarisches Lesebuch - Canarias" (512 Seiten mit vielen teils historischen Bildern über alle Kanarischen Inseln, aber La Palma kommt wegen Verlegerinnenvorliebe in besonders vielen Texten und Bildern vor, ISBN 978-3-88769-338-1) Den Anfang dieser Geschichte lesen wir übrigens manchmal auf unseren zweisprachigen Lese-Nächten mit Texten kanarischer und reisender AutorInnen.






Sonntag 01.03.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 33 % - Luftdruck 1025 hPa
Höchsttemperatur heute 21,9 Grad - niedrigste Temperatur 14,8 Grad

Ab in den Süden?
Ein bisschen Massentourismus, aber gut versteckt?

Hier oben auf dem Elfenbeinturm hat man eine gute Übersicht, keine Frage. - Man sitzt sogar bequem, aber man sollte die Tür nicht geschlossen halten, sonst verliert man irgendwann die Bodenhaftung. - Gut, es soll Zeitgenossen geben, die müssen nicht mehr von ihrem Turm herunter, denen trägt man alles hoch, und denen geht auch das Geld nicht mehr aus, bevor ihnen der Atem ausgeht. - Solches Glück und solches Leid muss ich noch nicht erdulden, außerdem hat mir mal jemand gesteckt, man würde einsam werden im Turm. - Hier unten allerdings findet das Leben statt, der Alltag und hier stecken wir in Nöten wie in Notwendigkeiten fest, und wenn wir uns überlegen, wie man denn auf dieser Insel neben subventionierter Landwirtschaft noch andere Einkommensquellen erfinden will, dann müssen uns Tatsachen aus der Bodenhaltung von Ideen bessere Ratschläge sein, als süßes Gurren vom Turm der rosaroten Träume. - Hochtechnologie, nicht Warenströme bewegen, sondern Ideen und Lösungen, nachhaltige Energieoptionen entwickeln und sicherlich auch Tourismus, und mit der Landwirtschaft, da geht auch noch einiges, wohl aber eher in Richtung Binnenmarkt oder hochwertige Produkte, bei denen sich ein aufwendiger Transport auch lohnt. - Allerdings habe ich nur Ahnung vom Tourismus, und da zerschlagen neue Entwicklungen auf dem Sektor der Gastbeförderungen unsere Träume vom reinen Nischenprodukt leider, denn man muss ja erst mal zu uns kommen und das geht eigentlich nur mit dem Flugzeug. - Natürlich kann man auch zu uns mit dem Schiff kommen, aber die Anzahl derer ist verschwindend gering, und die Verbindungen unbequem, also bleiben wir auf das Flugzeug angewiesen und damit auf Fluggesellschaften und Reiseveranstalter. - Ja, auch auf Reiseveranstalter, denn wenn diese Massenbuden in Sachen Urlauberverschickung den Fluggesellschaften nicht gewisse Garantien geben, also noch weit vor der Saison eine bestimmte Anzahl an Plätzen abkaufen, dann schicken die Fluggesellschaften weniger oder keine Flugzeuge mehr nach La Palma und wir können auch den, sicher nachhaltigeren und wirtschaftlich viel effektiveren ländlichen Tourismus als Museumsangebot formulieren. - Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da wagten die Fluggesellschaften noch mehr, da konnte man auch mit einer Auslastung von 50% noch fliegen ohne gleich den Shareholdern die Masern ins Gemächt zu treiben, heute muss die Auslastung viel, viel höher sein, also bestimmen die Flugrouten nicht mehr Visionäre des internationalen Tourismus, sondern pingelige Betriebswirte und zuckende Börsianer. - Es ist letztendlich eine Folge des Billigwahns, die Margen werden so weit gesenkt, dass nur noch Pfennige an einem Produkt verdient werden, wo früher glatte D-Mark bei raus kam, aber dadurch steigt natürlich auch das Risiko ins Vielfache.

Warum erzähle ich Ihnen das? - Vielleicht weil Sonntag ist, wieder mal kein Huhn in Tijarafe überfahren wurde, und meine Katzen und meine Kinde mir verboten haben, von ihnen zu schreiben. - Nein, natürlich nicht, aber hier auf der Insel werden wir den Kampf um die Gäste langfristig verlieren, wenn wir uns nicht ein gerütteltes Stück massenkompatibel machen. - Und das aus den Fingern des Siebold? - Grausam, der Verräter, hat der sich so weit verändert? - Vielleicht haben sich auch viele Dinge um uns herum verändert, und vor allem eben, wie man es schafft, auch in 15 Jahren noch Gäste auf diese Insel zu locken. - Wir müssen ehrlich sein, wenn es um die Zukunft geht, runter vom Turm, und noch scheint diese Insel als Lockmittel ganz alleine zu genügen, La Palma verfügt über ein enormes Kapital an Stammgästen, welche uns auch trotz der schweren Erreichbarkeit und damit manchmal hohen Preise besuchen kommt. - Aber wir müssen feststellen, dass diese Gäste einer gewissen Generation angehören, die sich auf der einen Seite das noch leisten können, aber auch bereits in einem Alter sind, welches nur noch mittelfristige Planungen realistisch erscheinen lässt. - Und es ist ja nicht so, dass nur ältere Besucher was mit uns anfangen können, sondern dieses Publikum ist mit uns zusammen in die Jahre gekommen, und die jetzige Altersstruktur unserer Gäste schreibt uns zwingend vor, dass wir uns um neue Zielgruppen bemühen müssen. - Da steckt eben der Unterschied auf dem Elfenbeinturm, und wenn man unten steht und "noch muss". - Sport, Aktivität, Wellness, Authentizität, Professionalität, und vor allem muss die Marke La Palma generationskompatibel werden, mit einem Wanderparadies alleine sind wir momentan noch oben auf, aber wie gesagt, La Palma braucht auch eine Zukunft, und nicht nach uns die Sintflut.

Es tut sich ja auch einiges, wir haben, und der Wähler hat es in der Hand, hoffentlich auch nach dem Mai noch eine Inselregierung samt Tourismusrat, der sich mehr Gedanken macht, als bis zum Wochenende. - Um die Reiseveranstalter wieder mehr zu locken, muss unser Hotelbereich gestärkt werden, und wenn man ganz pfiffig wäre, und von innen heraus nachhaltige Gedanken hätte, dann bräuchte man nicht mal neue Hotels, sondern die vorhandenen auf Vordermann bringen. - Allerdings fürchte ich mal, dass das mit den nachhaltigen Gedanken längst bereits aus Angst vor bissigen Shareholdern bereits auf den Turm geflohen ist, so werden wir wohl die kommenden Jahre nicht umhin kommen, dem gierigen wie massentauglichem Geschmack der Einkäufer der Urlaubsbranche neue Betten zum Fraß vorzuwerfen. - Das tut weh, denn von der Zahl her haben wir genügend Hotelbetten, aber eben nicht genügend taugliche für die Wünsche der Einkäufer, oder eben zu Preisen, die man anderswo für solche Qualität bezahlt. - Selber Schuld könnte man sagen, aber wir betreten hier eben auch den Bereich der Privatwirtschaft, und denen kann man nicht sonderlich viel vorschreiben, sonst schreiben die einen ab. - Mir fällt da immer wieder der Süden der Insel ein, da wo die Bananen ganz dicht stehen, das riesige Hotel vor sich hin dümpelt, und man nicht wirklich von einer lieblichen Landschaft der Grünen Insel sprechen kann, sondern die jungen Basaltlandschaften eher bizarre Formationen bieten. - Da kommt, sollten wir unsere Kaziken irgendwann mal handsam bekommen, auch das Thermalbad hin, und sagen Sie mir jetzt nicht, das ist nichts für junge Leute. - Das stimmt nicht so ganz, seit dem man nicht mehr Thermalbad sagt, sondern Thalasso- und Wellnessoase, ist das generationskompatibel und man hat dort "unten" auch noch Strände, die bislang kaum genutzt werden. - Genau dort, wo die Heilige Quelle ist, und dann verspricht uns auch noch unser Inselpräsident, man werde 500.000 Euro in die Hand nehmen, um endlich den größeren Teil der "Playa de Zamora" so sicher zu machen vor Steinschlag, dass man dort wieder mit gutem Gewissen auch zahlende Gäste hinschicken kann. - Da im Süden hinter den Vulkanen, im Ghetto, mit Sport, Spa und Spaßbad, da kann man wirklich kaum was kaputt machen, und ich erinnere mich gerne an die langen Ausflüge mit meiner Tochter durch das Innere der massentouristischen Insel Gran Canaria. - Niemanden haben wir dort getroffen der Sandalen mit Strümpfen an hatte, oder bunte Bändchen am Handgelenk, die sind alle kaserniert in Playa del Inglés und wer ein bisschen mehr ausgeben will und kann, der wird ein bisschen weiter nach Maspalomas gefahren. - Es gibt sogar noch ein paar Barrancos dahinter, man spricht nicht gerne über die, also zwischen Maspalomas und Puerto de Mogan, auch dahin hat man ein paar Ghettos gepflanzt, die Maschine läuft und der Rest der Insel kann sich sehen lassen. - Fragen Sie mich bitte nicht, ob ich mir das wünsche. - Nein, auf keinen Fall, aber ich kann auch nicht bei Drei auf dem Turm sein, und es geht auch nicht um mich.




Aus dem Archiv, Playa de la Zamora, aber ich weiß jetzt gar nicht, ob das die Playa Chica oder die Playa Grande ist.



Sonntag 01.03.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 60 % - Luftdruck 1024 hPa

Gastbeitrag von Claudia Gehrke - Konkursbuchverlag

Peter Butschkow - LA CALDERA DE TABURIENTE - Teil 1 von 2

"Waaaas? Du warst noch nicht in der Caldera??" Jawoll! Gut zehn Mal schon nicht, so oft, wie ich bereits auf La Palma war. Na und?
Ich esse vom Spiegelei auch erst das Weiße drum herum, und dann als Höhepunkt verzehre ich genüsslich den Dotter und bilde mir ein, dass ich mehr davon habe als die anderen. (Wie eingebildet!)
Doch dieses Mal sollte es an den Dotter gehen, mit Dieter, der auch ganz heiß drauf war, in das Paradies, in die Caldera, das üppig begrünte Kraterloch auf La Palma, zu wandern.
Der olle Guanchenkönig soll hier von den Spaniern mit üppigen Versprechungen herausgelockt worden sein, u.a. sollte er auch sein Leben behalten dürfen. Das haben sie ihm dann aber gleich genommen, als er seinen Kopf rausgestreckt hat. Man musste eben auch damals schon vorsichtig sein.
Die Gerüchte um diesen 10-Kilometer-Durchmesser-Naturtraum sind wild: Leute, die rein-, aber nie mehr rausgekommen sind. Eine stattliche jährliche Absturzquote. Abmeldung bei dem Naturparkpersonal‚ wenn man länger als einen Tag "reingehen" will. Unser Tag fing wolkig an. Dieter konnte es gar nicht fassen. Dieser Tag soll noch schön werden? Unsere Ferienhäuser steckten voll in den Wolken, und zwei Stunden später war es der schönste Tag des ganzen Urlaubs. Makellos blau und warm.
Ich schlüpfte sofort in meine saloppen Segelschuhe, in meine hübsch bunten Badeshorts, schnallte mir das knallbunte Rucksäckchen von Söhnchen Eddy auf den Rücken, prall gefüllt mit den wenigen Nahrungsmitteln des asketischen Wanderers: Zwei Äpfeln, einer Avocado, einem Stück Wurst und freudiger Wanderlust!
Zu meiner Verwunderung sah ich an Dieters Füßen derbe Turnschuhe, ein Paar Wanderschuhe als Ersatz im großen, witterungsbeständigen Rucksack, auch eine Pulle Mineralwasser, eine Zitrone, belegte Brote und zwei Avocados. Man merkte sofort, Dieter hatte noch nie eine richtige Tageswanderung gemacht!
Zu meinem größten Entsetzen entdeckte ich auch noch eine Wanderkarte in Dieters Seitentasche und, wie er mir später gestand, hätte er fast noch eine Taschenlampe mitgenommen!! Ein Verrückter! Unten, im Flussbett angekommen mit dem Auto und am Ausgangspunkt unserer fast 9-stündigen Wanderung, liefen noch mehr von diesen Menschen rum. Unsere Berliner Parks waren auch nicht immer gehfreundlich, aber da musste man durch - na, is' doch so!
Der Anfang der Tour war gleich die große Steigungsnummer. Dreieinhalb Stunden hoch, auf schottriger Straße, hoch, hoch, hoch - serpentinenmäßig. Der Blick auf das Tal, auf das Meer, rüber nach Hierro, der kleinsten der kleinen Kanareninseln, die sich aus den Wolken abzeichnete, ließ uns ständig Laute des Entzückens und blumigster Lebensfreude abkeuchen. Dieter, dieser kleine, zarte, aber ungemein zähe Kerl, vermittelte erste Schwächesymptome. Ob wir nicht für den Rest dieser Passage eines der Autos anhalten wollten, die gelegentlich an uns vorbeirumpelten? Nein! Nein, Dieter, sagte ich! (Warum hatte er sich auch so schwere Schuhe angezogen?!) Zwei geklaute Apfelsinen aus den paradiesischen Gärten des Ortes Caldera, der auf diesem Weg lag, brachten die erste saftige, unglaublich saftige (das haben gestohlene Früchte immer so in sich!) Erfrischung.
Im Wanderführer (da wir ihn nun mitschleppten, mussten wir auch mal reinsehen!) stand diese Strecke mit zweieinhalb Stunden drin. Wir benötigten eine Stunde länger. Das waren die kleinen Entzückungspausen: "Nun...pffff...schau Dir...pfffff....das mal…pffffff...an!!!! Pffffff..."
Und dann standen wir oben! Los Brecitos! Der Aussichtspunkt mit dem kostenlosen Blick ins Paradies!! Göttlich, ja, göttlich! Göttlich auch die kleine Erfrischungspause. Dieter trank hemmungslos aus seiner Wasserflasche. Ich entsagte dem Nass, lehnte sein Angebot ab: nein, danke! Ein wirklicher Wandersmann nagt nur kurz an der Zitrone, labt sich das Gesicht am Quell und schöpft den Rahm seiner unverbrauchten Kräfte.
Im folgenden Streckenabschnitt vereinigten wir uns in Orgien von Komplimenten an dieses irrsinnig schöne Tal, auch an uns selbst erfreuten wir uns, die wir die Wahl für DIESEN Tag getroffen hatten. Man lobt sich ja sonst nicht.
Ich formulierte im Geiste einen zynischen Klagebrief an den Hersteller meiner launigen Segelschuhe, im Tenor:
"Auf Bootsdecks und Yachtclubdielen komme ich mit Ihrem Produkt ganz wunderbar klar, aber haben Sie niemals an eine solide Bergwanderung gedacht?"
Finger (natürlich trug ich keine Handschuhe, Dieter unverständlicherweise auch nicht!?) und Füße schwollen erstaunlich an, und die gequälten Zehen signalisierten mir Folter und Leid.
Am ersten kleinen Bergquell tauchte ich die Gepeinigten zischend ins Wasser und vergaß im Genuss der Erleichterung die Wanderkarte, obwohl ich für sie verantwortlich zeichnete. Wir ließen sie auf einem Felsvorsprung zurück, wofür sie sich bitter rächte.


Peter Butschkow ist Zeichner und Autor, mit vielen erfolgreichen Cartoon-Büchern. Und seit Jahrzehnten regelmäßiger La-Palma-Urlauber. Dieser Text wurde in der Zeit geschrieben, in der es noch kaum Wanderwegausschilderungen und keinen Taxiservice vom Flussbett nach Los Brecitos gab, und ist erschienen in unserem opulenten zweisprachigen Buch: "Kanarisches Lesebuch - Canarias" (512 Seiten mit vielen teils historischen Bildern über alle Kanarischen Inseln, aber La Palma kommt wegen Verlegerinnenvorliebe in besonders vielen Texten und Bildern vor, ISBN 978-3-88769-338-1) Den Anfang dieser Geschichte lesen wir übrigens manchmal auf unseren zweisprachigen Lese-Nächten mit Texten kanarischer und reisender AutorInnen.








Ihre Familie Ingrid & Mathias Siebold
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E-38750 El Paso
La Palma, Islas Canarias, Spanien
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Kanarische Ferienhäuser auf La Palma