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Mittwoch 04.05.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 46 % - Luftdruck 1014 hPa

Gastbeitrag von Herwig Luderer

Scheckbetrug auch in La Palma


Lieber Herr Siebold,
zu meiner Überraschung hat man versucht, mich anlässlich einer Kleinanzeige bei einer lokalen Zeitung, mit einem Scheckbetrug über den Tisch zu ziehen. So etwas hatte ich hier am "Ende der Welt" nicht unbedingt erwartet. Mir ist zwar kein Schaden entstanden, aber da die Täter auf Gutmütigkeit und Gutgläubigkeit abzuzielen, ist es vielleicht sinnvoll, die Öffentlichkeit zu informieren, falls das Phänomen noch nicht allgemein bekannt ist. Ich selber war überrascht, wie schwer sich die Banken tun, die Echtheit von Schecks zu überprüfen. (Um Missverständnisse zu vermeiden: Die Vicedirectora bei Santander in Los Llanos hat die Sache sehr professionell und kompetent aufgeklärt)

Aufgrund eigener Erfahrungen möchte ich vor dem Treiben von Betrügern warnen, die auch in La Palma auf Kleinanzeigen antworten und versuchen, Anbieter mit gefälschten, ungedeckten oder nachträglich stornierten Schecks über den Tisch zu ziehen. Generell bin ich eher kritisch und misstrauisch und das Vorgehen der Betrüger ist auch recht plump, so dass mir persönlich kein Schaden entstanden ist. Ich war jedoch etwas überrascht, dass so etwas auch an einem so idyllischen Ort wie La Palma läuft. Zudem bin ich notorisch neugierig und habe mich mal zum Schein darauf eingelassen, um zu sehen, wie die vorgehen.

Der Trick funktioniert folgendermaßen:
Jemand reagiert auf eine Kleinanzeige, meist per Email, bietet schnell für den zum Verkauf angebotenen Gegenstand einen großzügigen Preis an. Kurz darauf kommt per Post ein Scheck über einen weit höheren Betrag als den vereinbarten Kaufpreis. Bald darauf meldet sich der "Interessent" und behauptet, der Scheck sei "versehentlich" falsch ausgestellt worden, und bittet um Rücküberweisung des Differenzbetrages auf ein angegebenes Konto im Ausland, sobald der Schack auf dem Konto der Anbieters gebucht wurde.

Erst viel später stellt sich heraus, dass der Scheck platzt, und man hat keine Chance, das überwiesene Geld zurückzubekommen, weil die Täter im (vermutlich angelsächsischen) Ausland sind.

Der Trick kann funktionieren, weil der Laie folgendes i.d.R. nicht weiß:
Die Banken schreiben den Scheckbetrag zunächst gut (allerdings unter Vorbehalt), ohne große Prüfung der Deckung oder der Echtheit. Erst wenn die bezogene Bank den Scheck bestätigt, wird die Buchung unwiderruflich gültig, und in der Zwischenzeit können die Betrüger sogar einen echten, gedeckten und bereits verbuchten Scheck nachträglich stornieren.

In meinem Fall handelte es sich um einen Bankscheck der Banco Santander und die Fälschung war immerhin gut genug, dass weder die Filiale in El Paso noch in Los Llanos die Echtheit überprüfen konnte. Jedoch hat die sehr hilfsbereite und kompetente Vicedirectora bei der Filiale in Los Llanos auf meine Bitte hin eine Kopie an die Auslandszentrale gemailt und mich dann sehr zeitnah telefonisch informiert. Das geschieht aber keinesfalls automatisch.
Alles in allem gehen die Betrüger recht plump vor. Sie kommunizieren in - relativ schlechtem - Englisch und ihre Geschichte ist wenig glaubwürdig. Schon die Tatsache, dass sie freiwillig einen höheren Kaufpreis anbieten, sollte misstrauisch machen. Meine Lebenserfahrung sagt allerdings, dass es Menschen gibt, die naiver und gutgläubiger sind als ich. (Ich hoffe, niemand fühlt sich auf den Schlips getreten) In Deutschland sind auf diesen Trick offenbar sogar Rechtsanwälte hereingefallen.

Wenn man Begriffe wie "Scheckbetrug, Überzeichnung, check scam, fraude con cheque extrajero" o.ä. googelt, findet man etliche Berichte. Ich vermute, die Tatsache, dass der Trick nicht mehr ganz neu ist, veranlasst die Täter, jetzt die Provinz abzuzocken.
Offenbar wurde dieser Trick auch bei Buchungen von Ferienwohnungen praktiziert:

http://www.schutz-vor-immobilienbetrug.de/aktuelle/fewo-trickbetrueger.html
http://onlinedetektiv.com/47201.html
http://www.rechthaber.com/der-monatliche-versuch-des-honorarbetrugs-145-000-us-scheck-in-der-kanzleipost/
http://www.pfiffige-senioren.de/differenztrick.htm

Info über Scheckverkehr in Spanien:
http://www.abanfin.com/?tit=cheque-bancario-operativa-caducidad&name=Manuales&fid=eh0caad



Dienstag 03.05.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 31 % - Luftdruck 1014 hPa
Höchsttemperatur heute 20,9 Grad - niedrigste Temperatur 14,3 Grad

523 Jahre Heiliges Kreuz
Es ist leiser geworden über die Jahre

Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da erkannte man die Monate am Krach. - Zumindest den Mai, denn in diese Monat finden die Kreuzfeste statt und inzwischen danken es Generationen von Hunden und Haustierhaltern allgemein, dass immer seltener auf der Insel die Böller gezückt werden. - Ganz ist dieser infernal-klerikale Krach noch nicht verschwunden, aber es ist aus der Mode geraten, immer und überall mit Kanonenschlägen die frohe Botschaft zu verkünden. - "Voladores", also "Flieger" nennt man diese kleinen Raketen, welche, außer einem Rauchpilz, keine weiteren optischen Reste hinterlassen, aber eben einen lauten Knall, und früher war es eben üblich, dass auf jeglicher Prozession, aber auch anderen öffentlichen Umzügen, Leute vor dem Zug hergingen und andauernd diese Böller in die Luft schossen. - Die zaghaften Typen steckten dazu die Raketen in ein Rohr zum Abschuss, die coolen Jungs ließen die aber direkt aus der Hand starten und warum Krach generell Freude erzeugen soll, oder notwendige Begleitung ist, das habe ich sowieso noch nie verstanden. - Vielleicht waren es auch die vielen Feuer, welche die wieder herabfallenden Raketen verursachten, dass man inzwischen sparsamer mit diesen Feuerwerkskörpern umgeht, aber ich glaube eben auch, dass sich inzwischen viele einfach mal gefragt haben, warum machen wir das eigentlich, wo steckt denn darin der Sinn Krach zu machen, wenn man eine Kreuzstation feiern oder absegnen will. - Ich gebe es zu, Traditionen zu hinterfragen ist nicht wirklich unserer herausragende Eigenschaft, aber es gibt sogar eine Erklärung, warum diese Böller mal Sinn machten. - Man rief auf diese Art und Weise früher die Leute vom Feld in die Kirche und zu den Prozessionen, also so ein bisschen Vorläufer des Mobiltelefons, einfach nach dem Motto, immer dem Krach hinterher, dort wo es rummst, da ist was los. - In allen Gemeinden der Insel schmückt man im Mai die Kreuze am Wegesrand, das machen meist Nachbarschaften, und dann kommt der Pfarrer mit seinen Getreuen, betrachtet das geschmückte Werk, und segnet es. - Als phonetischen Arbeitsnachweis quittierte man das früher mit dem Abschuss mehrerer Böller und jagte damit allen Haustieren und freilaufende Mitteleuropäern der Umgebung grausame Schrecken ein.

Besonders aufwendig allerdings betreibt man das Spiel um die Kreuze in den Gemeinden Santa Cruz (logisch, nomen est omen) und den beiden Breñas. - Bei denen ist der heutige dritte Mai sogar Feiertag und ich weiß nie so recht, ob in Mazo auch nicht gearbeitet wird. - In Santa Cruz feiert man darüber hinaus eben auch noch die Stadtgründung durch Alonso Fernández de Lugo im Jahr 1493, also bereits zum 523. Mal begeht man den Geburtstag unserer Hauptstadt. - Seit Jahren nun gibt es auch Wettbewerbe in den sozialen Netzwerken, welche Nachbarschaft denn nun das aufwendigste Kreuz geschmückt hat. - Das Wetteifern aber um die schönsten Kreuze gab es früher schon, manchmal kamen dabei sogar Geschmeide, Gold und Edelsteine mit ins Spiel, so dass man die Kreuze sogar bewachen musste, damit sich nicht die Freunde des fremden Eigentums an den Kreuzen zu schaffen machten. - Die "Mayordomos", die "Hofmeister" kümmern sich um das Schmücken und das Bewachen der Kreuze und manche bringen auch die Tradition mit den Puppen, den "Mayos" in Santa Cruz damit in Verbindung, dass man eben diese Puppen zum Schutz der Kreuze aufstellte. - Darüber gibt es aber unterschiedliche Geschichten, inzwischen sind diese, oft mit viel Aufwand hergestellten, meist lebensgroßen Puppen bereits eine Attraktion für sich und sind zumindest in der Hauptstadt fester Bestandteil der Kreuzfeste geworden. Also, wenn es im Mai auf La Palma öfter mal kracht, dann sind meist nicht die Marokkaner im Anmarsch, man hat sich seitens der katholischen Kirche einfach noch nicht gänzlich auf eine Verständigung mit Mobiltelefonen geeinigt, so ein Böller ist auch unmissverständlich und hat selten Netzprobleme und braucht keine der lästigen Funkmasten. - Man könnte Anfang Mai sogar von einer klerikalen flatrate sprechen, allerdings erklären Sie das mal dem Häufchen Elend, welches da hinter dem Sofa kauert, und nicht mal mehr mit dem Schwanz wedeln will. - Aber es ist leiser geworden über die Jahre, man kommt immer öfter ohne die Böller aus und das ist doch eine sehr erfreuliche Entwicklung.




Überall auf der Insel findet man diese Wegkreuze




Und nur dieser Rauch bleibt sichtbar nach dem Abschuss eines "Voladores" - Den Knall erspare ich Ihnen...





Dienstag 03.05.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 48 % - Luftdruck 1014 hPa

Gastbeitrag von Franz Trommer

*Mal cosa, buena cara*
Gute Miene zum bösen Spiel


Unsere Nachbarin hatte sich in der Gegend von Garafía Land gekauft und sie will dort ökologischen Landbau betreiben. Dazu braucht sie auch einen Hund, der sie dort beschützen soll. Ein echter kanarischer Schäferhund sollte es sein, ein "Pastor de Garafía". Solange das Hundchen noch klein war, hörten wir von ihm nichts. Aber als er größer wurde, da musste er in der Garage schlafen, das gefiel ihm nicht. Die Garage war nur zum Teil überdacht. Wenn er dort bellte, dann schallte das bis zu uns lautstark herüber. Am Tage machte es uns nichts aus und nachts pennte er meistens. Aber in einer Vollmondnacht jaulte er unaufhörlich. Wir hörten die Nachbarin schreien, da war er still, aber dann ging es wieder los, so wiederholte sich das mehrmals. Nachts gegen 2 Uhr hatte ich "die Nase voll", stand ich auf und ging zum Garagentor. Hundi hörte mich kommen und streckte mir Pfoten und Nase unter dem Tor entgegen. Ich streichelte ihm seine Nase und sagte zu ihm: "Amigo, was jaulst Du hier herum, hast Du etwa Angst? Musst keine Angst haben, ich bin ja bei Dir. Und den Vollmond musst Du auch nicht anheulen, denn dann kann ich nicht schlafen. Dame paz und halte Dein Maul." Hundi schnuffte "woff", was in der Hundesprache soviel wie "einverstanden" heißt. Und dann war er tatsächlich still; hätte ich nicht gedacht.

Am nächsten Tage schnappte ich mir die Nachbarin, als sie mit ihrem Hund vorbei kam. Sie wusste sofort, was ich wollte. "Die Rasse stammt vom Wolf ab", verteidigte sie ihr Tier, "und die heulen immer den Mond an. Aber nicht nur Du, auch ich habe damit ein Problem", klagte sie. "Denn ich muss den ganzen Tag arbeiten und wenn ich schlecht geschlafen habe, dann kann ich mich am Computer nicht konzentrieren. Vergangene Nacht ging ich mehrfach zum Hund, ab 2 Uhr war er dann still." "Aber nur, weil ich um zwei Uhr aufstand und ihn bat, Frieden zu geben. Hoffentlich merkt er sich das." Da machte sie große Augen. "Es verdad", sagte ich zu ihr, "es ist kein Witz."

Wer mehr Hunde, Katzen und sonstige Tiergeschichten von mir lesen möchte, dem empfehle ich mein Buch "Die Sau des dicken Jägers". Es ist im BS-Verlag Rostock erschienen, bei Amazon und im deutschen Buchhandel zu bestellen, ISBN 978-3-86785-294-4 und kostet 14,90€.






Dienstag 26.04.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 44 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 20,4 Grad - niedrigste Temperatur 15,3 Grad


Ich mache eine Woche Urlaub!









Montag 25.04.2016 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 46 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 20,8 Grad - niedrigste Temperatur 15,6 Grad

Als Cäsar sah, dass der Hafen voll war…..
Was machen wir nur mit Puerto de Tazacorte

Eigentlich monatlich hallt der Hilferuf aus dem Tal, gebt unserem neuen Hafen endlich einen Sinn. - Der Traum der Westseite, unabhängig von der "Alten Dame" Santa Cruz zu sein, sollte bereits vor über 10 Jahr wahr werden, als wir uns mit dem zweiten Hafenumbau bereits als Tor zur Welt verkaufen wollten. - Am Tag der Einweihung kam die finnische Kristina Regina, und ein paar Jahre später fuhr für zwei Sommer die "Volcán de Tauce" der Reederei Armas von El Hierro über Puerto de Tazacorte nach Santa Cruz de La Palma und von dort aus weiter nach Tenerife. - Diese Linie wurde als erfreulicher Beginn des Fährhafens Puerto de Tazacorte gefeiert, allerdings musste diese Linie subventioniert werden und brachte dennoch der Reederei nur Verluste ein. - Man braucht einfach keine Fährverbindung von El Hierro nach La Palma und auch keine von Puerto de Tazacorte nach Tenerife, denn von dort aus ist es fast zwei Stunden weiter, als von Santa Cruz de La Palma aus. - Dennoch hielt man hier, und ebenso die Europäische Union daran fest, dass wir gleich den dritten Hafenausbau brauchen, damit kämen dann Wohlstand und Arbeitsplätze nach Tazacorte, obwohl sich an der eigentlichen Situation, von der Westseite der Insel aus liegt kein Hafen, der angelaufen werden müsste, sich nicht geändert hat. - Ein paar Jahre später, und über 50 Millionen ärmer, (nicht alle, manche haben daran verdient), hat der Hafen von Puerto de Tazacorte nun zwei Molen, die aber auch keiner braucht, weil es nur in der Serie Lost gelungen ist, eine Insel zu drehen. - Ich erinnere mich allerdings noch, Pläne gesehen zu haben, in dem man, anstatt einer zweiten Mole eine einzige, aber viel längere in der dritten Umbauphase gezeichnet hatte, welche dann auch von der Länge her in der Lage wäre, Schiffe von heutigem Ausmaß sicher aufzunehmen. - Dass Fähr- und Frachtlinien kein Interesse an Puerto de Tazacorte haben, das scheint man inzwischen auch in der Hurra-Fraktion kapiert zu haben, so fordert man nun auf, kleine oder mittlere Kreuzfahrtschiffe nach Puerto de Tazacorte zu schicken, um endlich den erhofften Dynamisierungseffekt auch in der Gemeinde spüren zu können. - Zunächst fordert das natürlich der Bürgermeister der Gemeinde mit der höchsten Arbeitslosigkeit, gemessen an der Zahl der Einwohner, und natürlich ist das ein vollständig legitimer Wunsch eines Gemeindevorstehers.

Allerdings verwundert es, dass er von der Hafenbehörde dringend fordert, man solle doch eine Linie für kleine und mittlere Kreuzfahrtschiffe einrichten, damit der Hafen von Tazacorte endlich Nutzen für die Gemeinde bringen kann. - Bei allem gebührenden Respekt, das Gobierno de Canarias unterhält keine Kreuzfahrtschiffe und kann die Aidas auch nicht schrumpfen lassen und nach Puerto de Tazacorte beordern. - Was man zwischen den Zeilen lesen könnte, das mag eine Aufforderung zu Subventionen sein, dass man Reedereien mit fingierten Werbeverträgen doch das Anlegen in dem unglücklich positionierten Hafen schmackhaft machen könnte. - Da liegt dann der Unterschied zwischen legitimem Wunsch und ilegaler Konkurrenz, aber das hat der Bürgermeister auch gar nicht gesagt, sondern ist einem Konjunktiv aus Lebenserfahrung erwachsen und spiegelt natürlich nicht die Aussagen des Ortsvorstehers wider. - Auch fordert er von der Hafenbehörde, welche nicht auf La Palma liegt, sondern unter der zentralen Hand des Gobierno de Canarias liegt, sich doch aktiv um die periphere Nutzung des riesigen Hafengeländes zu kümmern, um mit Sportveranstaltungen, Konzerten oder anderen Aktivitäten des Hafen mit Menschen zu beleben.- Selbst ist der Mann, anderswo hat man dafür Bürgermeister und natürlich muss die Hafenbehörde zu alle Ja sagen was man da treiben will, aber die haben im Alltag nichts dagegen, dass dort Musik gemacht wird oder ein Sportwettbewerb stattfindet. - Darüber hinaus hat ja die Gemeinde mit dem Jachthafen bereits eine wunderbare Infrastruktur erhalten, denn bei aller Diskussion, wie viel Hafen denn auf der Westseite notwendig ist, der Jachthafen dort hat sich, nun doppelt geschützt und mit moderner Infrastruktur aufgerüstet längst zu einem begehrten Ziel von Atlantikfahrern konsolidiert. - Auch zeigen ja die Besuche von Schiffen wie der Alex2, der Lord Nelson oder der Alva aus Schweden, dass wir für kleine Schiffe durchaus ein Ziel sein können, aber die Erwartung, dass dieser Hafen der Westseite deutliche wirtschaftliche Impulse verleihen könnte, der bleibt im legitimen Begehren und nach einer sehr knappen kognitiven Hafenrundfahrt stecken.




Der erfolgreiche Teil des Hafens, Puerto de Tazacorte





Montag 25.04.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 61 % - Luftdruck 1015 hPa

Gastbeitrag von Beatrice Semm-Krygier

Isla Bonita --- und die Südostseite ?
3 Windräder sind genug für Tiguerorte!


Erst weckt uns jeden Morgen gegen sieben Uhr das Gepiepe der "palas" (Radlader) von der Mülldeponie.
Gut, gegen 21 Uhr ist dann, auch am Samstag, dort unten Feierabend.
Das Gestinke gibt es ja nur bei "besonderen" Windrichtungen.

Da sind die drei großen Windräder in Tiguerorte schon ein anderes Kaliber:
sie laufen und laufen, seit ca. 2002.
Durchgehend, Tag und Nacht, an sämtlichen Feiertagen, i m m e r.
Ständig ist ein starkes Rauschen zu hören, da hilft auch die 4-fach-Verglasung nicht viel.
Abstandsregelung? Ja, eigentlich schon, 200 m sagt das spanische Gesetz.
Gemessen zur Ortsmitte.
Die Lebensqualität der Anwohner dazwischen scheint nicht zu interessieren.

Aber jetzt reicht es uns:
Ein 4.Windrad soll kommen - arriba - noch näher zu den Häusern!
Und genauso hoch und groß wie die bestehenden!

Hörreichweite - wen kümmerts ? Schattenwurf ? Gesundheitliche Folgen ?
Gut, dass schon zwei Nachbarn in unserer Straße Hörgeräte tragen .....

Verstehen Sie mich bitte richtig:
Alternative Stromerzeugung für die Insel ist wichtig und begrüßenswert - aber, bitte, für die Ortsbewohner außer Hörweite! Es geht doch auch anders: Am menschenleeren "Cabra-Strand" existiert z.B. ein Windpark Nähe Leuchtturm.
Und selbstverständlich braucht La Palma eine EU-auflagengerechte moderne Müllentsorgung. Nur keine illegal errichtete Großsammelstelle, die leider immer noch am Landschaftsschutzgebiet ("Los-Morenos", Richtung Salemera) in Betrieb ist.
Hier haben die Anwohner wohl gerade einen Zivilprozess gegen die "Basura" gewonnen.

Sie teilen meinen Unmut? Und würden vielleicht eine "queja" (Eingabe) gegen das vierte geplante Windrad mitunterzeichnen? Über ein Feedback freue ich mich.
sk2016@t-online.de






Sonntag 24.04.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 20,3 Grad - niedrigste Temperatur 16,2 Grad

Auch Puerto Naos will wieder einen Deich
War da nicht schon mal was?

Natürlich, es lag sogar ein Projekt vor, noch vor der Umgestaltung der Uferpromenade hatte die Gemeinde Los Llanos den Auftrag gegeben, einen Deich ein paar Meter unter der Wasseroberfläche vor dem Strand von Puerto Naos zu zeichnen. - Das war noch vor der Krise, allerdings schickte man dieses Projekt seitens des Gobierno de Canarias mit dem Vermerk zurück, das könne man dort nicht machen, da das einzubringende Erdreich und das Gestein die nahe Marine Schutzzone bedrohen würde. - In wie weit das wirklich geschehen könnte, das wissen wir natürlich nicht, damals aber hielt man es für eine Schutzbehauptung, um diesen Deich nicht bezahlen zu müssen. - Mit diesem Deich wollte man den Strand von Puerto Naos schützen, da dieser im Winter oft wochenlang kaum zu nutzen ist, da der Seegang einen Badebetrieb nicht zulässt. - Darüber hinaus haben Winterstürme öfter bereits den gesamten Strand bedroht, viele der Kokospalmen verschwinden lassen und die Infrastruktur des Strandes zerstört. - Santa Cruz hat ja auch solch einen Deich knapp unter der Wasseroberfläche am neuen Stadtstrand und damit kann man wohl verhindern, dass hohe Wellen den Badebetrieb stören, herausragendes Beispiel dafür ist immer noch der Strand von Las Teresitas nahe der Stadt Santa Cruz de Tenerife. - Und auch der Stadtstrand Las Canteras von Las Palmas hat einen solchen Schutz, dort allerdings sind das natürlich vorgelagerte Felsen, welche diese Aufgabe übernehmen.

Jetzt stellt man seitens der Gemeinde dieses Projekt wieder als Tagesthema in den Raum und es ist ausgerechnet der neue Senator für La Palma, Mariano Hernández Zapata, von der Partido Popular, der dieses Projekt jetzt zu seiner Sache gemacht hat. - Mit der Küstenbehörde in Madrid hätte er bereits Kontakte aufgenommen, um die Gespräche darüber zu beginnen, aber das Gobinero de Canarias hätte gemauert und wolle wohl nichts von diesem Projekt wissen. - Das kann schon sein, da das Gobierno de Canarias von einem Pakt der Sozialisten mit der Coalición Canaria regiert wird und in Madrid noch die Partido Popular die Fäden zieht. - Allerdings müsste man sicherlich ein neues Projekt erstellen und dabei irgendwie die damaligen Bedenken der Regionalregierung verschwinden lassen. - Das kann sicherlich funktionieren, aber man befindet sich ja in Madrid auch gerade wieder in einer Regierungsbildung und es ist wohl anzunehmen, dass man ohne neue Regierung das Projekt des Deiches nicht verwirklichen kann. - Und wie soll das aussehen, der Deich soll ja verhindern, dass große Wellen an den Strand kommen und den Sand davonspülen. - Auf der anderen Seite sind aber diese großen Wellen ja auch nötig, den Sand zu bringen, und das wäre ja dann auch nicht mehr möglich. - Da steht auf der einen Seite der verständliche Wunsch der Gemeinde nach einem Strand, welcher ganzjahrestauglich und sicherer wäre, auf der anderen Seite ein nicht zu vernachlässigender Kostenfaktor und darüber hinaus die Bedenken um die Belastung der Marinen Schutzzone und selbstverständlich auch des natürlichen Vorgangs des Einflusses der Wellen auf den Strand. - Na ja, vielleicht ist Mariano Hernández Zapata ja auch sonst nichts eingefallen, mit dem vom panamaischen Abgang seines großen Vorsitzenden José Manuel Soria ablenken konnte.






Sonntag 24.04.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 69 % - Luftdruck 1016 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Año bisiesto, dificiles doce meses para el cesto

Schaltjahr, zwölf schwierige Monate den Korb zu füllen. - Den Spruch kapiere ich überhaupt nicht, es scheint in Spanien eine Abneigung gegenüber Schaltjahren zu geben. - Ein Tag mehr oder weniger?





Bild von Richard Wurdel





Samstag 23.04.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 56 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 21,4 Grad - niedrigste Temperatur 16,8 Grad

Immer fest dran glauben
Man spricht zumindest wieder über die Fuente Santa

Zur Kur nach Bad La Palma. - Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da "kurte" man mehrmals während seines Arbeitslebens, inklusive Konzert, Schatten und Frankfurter Kranz. - Ich war nie auf Kur, Selbstständige sind selbst ständig dran Schuld, aber einen geraumen Lebenszeitraum mit Muße zu verbringen und sich dabei auch noch aktiv um seine Gesundheit zu kümmern, das kann doch nicht verkehrt sein. - Heute heißt das Wellness, die Kasse zahlt das nicht mehr und meist beschränkt sich das inzwischen auf intensive Wochenenden in Hotels, welche Wellness als Adjektiv zum eigenen Nutzen nutzen. - Früher war Kneipp und Fango, heute ist Spa und Tango und als touristische Destination kann man gar nicht mehr ohne Wellness-Faktor auskommen. - Es ist zwar nicht mehr unabdingbar, aber ein Thermalbad mit kurativen Wässerchen kann da durchaus gute Dienste leisten und wir haben doch solche eine touristische Attraktion noch in der Hinterhand. - Die Heilige Quelle, die "Fuente Santa", im Jahr 1677 von den Lavaströmen des San Antonio verschüttet, aber im Jahr 2005 von einem Team um den brillanten Ingenieur Carlos Soler wiederentdeckt. - Nicht erst seit dem träumt man hier auf der Insel manch warmen Traum von sprudelnden Quellen heilender Substanzen, welche sich in sprudelnde Einkommen verwandeln, nur hat der Homo bürokratikus zwischen die Quelle und deren Nutzung viele Behörden und lustige Pläne gesetzt, welche nach heutigem Stand eine gewerbliche Nutzung des heilenden Nass eigentlich gar nicht zulassen. - Küstenschutzgesetz und darüber hinaus liegt die "Fuente Santa" ja auch noch in der Zone des "Monumento Natural de los Volcanes de Teneguía" und die Statuten eines Naturmonuments lassen natürlich auch so etwas, wie eine schnöde gewerbliche Nutzung, grundsätzlich gar nicht zu. - Darüber hinaus streiten sich die Gemeinde Fuencaliente und das Cabildo Insular auch noch robust über die Federführung in Sachen Heiliger Bimbam, aber hier tendiert der Sinn und der Verstand einfach deutlich dazu, dass solch eine überregionale touristische Attraktion, wie das die einzige Thermalquelle der Kanarischen Inseln nun mal ist, nicht einer Gemeinde mit weniger als 2.000 Einwohnern überlassen werden kann. - Die Küstenbehörde könnte damit beruhigt werden, dass man die Infrastruktur des Thermalbades rückbaufähig projektiert, also theoretisch auch wieder abbauen kann, ohne Dynamit zu verwenden, und es gibt ja bereits nach einem internationalen Wettbewerb über einhundert Pläne für ein solches Bad, und eine Auflage war eben, auf die Möglichkeit eines Rückbaus zu bestehen.

Dann stehen gegen eine Nutzung eben auch noch die Auflagen eines Naturmonuments und schon länger beißen sich Generationen an Investoren und deren Steigbügelhalter die Fingernägel bei den Gedanken kurz, warum man denn unbedingt auf dieser Insel jeden Hügel und jede Bodenfalte zu einem Landschaftsschutzgebiet oder Monument erklären muss. - Die Inselregierung allerdings will nun die Regeln für das "Monumento Natural de los Volcanes de Teneguía" so weit ändern lassen, dass der Betrieb eines Thermalbades dort durchaus machbar wäre und hat einen Technikerstab den Auftrag gegeben, diese Nutzungsänderungen in ein Projekt zu fassen. - Eigentlich sollte doch niemand etwas dagegen haben, wir reden doch hier nicht von dem massiven Landverbrauch eines Golfplatzes, oder einer Autobahn durchs Weltbiosphärenreservat, sondern von einer Badeanstalt, die auch noch fast komplett im Berg verschwinden würde. - Aber Vorsicht, als langfristiger Beobachter unseres Planungsglückes und Geschickes wird mir bereits wieder mulmig bei dem Gedanken, wir hier auf der Insel könnten ohne judikatorischen Rückschlag einfach die Rahmenbedingungen für Natur- oder Landschaftsschutzräume ändern. - Gut, wir könnten vielleicht davon ausgehen, dass in dem Fall niemand gegen eine solche Änderung Klage erheben würde, denn solch eine Badeanstalt sollte doch eigentlich der gesamten Insel nutzen, aber wir dürfen dabei nicht den menschlichen Neidfaktor vergessen, denn sicher wird es irgendjemanden geben, der glaubt, man hätte die Rechnung zwar mit dem Wirt und mit dem Gast, aber ohne ihn gemacht. - Aber aus der Inselregierung kommen keine solchen warnenden Töne, sondern die feste Zuversicht, dass man bereits im Jahr 2017 mit neuen Rahmenbedingungen für dieses Naturmonument rechnen könnte, und damit den Bau eines Thermalbades angehen könnten. - Man weiß zwar dann immer noch nicht, wer das alles finanzieren und betreiben soll, aber man muss es ja zumindest erst mal möglich machen. - Dafür ist die Politik ja schließlich da und wer daran zweifelt, der soll sich auf Kur schicken lassen…




Carlos Soler, der Ingenieur, welcher die Quelle wiederentdeckt hat, schrieb auch ein Buch über die Bedeutung der Thermalquelle, aus der Zeit, als diese noch nicht verschüttet war.





Samstag 23.04.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 74 % - Luftdruck 1018 hPa

Gastbeitrag von Jens

Bergrennen zum Mirador El Time


Am Samstag dem 23. April findet das 33. "Subida El Time" statt.
Knapp 20 Rennwagen rasen im Kampf um die beste Zeit den Anstieg zum Mirador El Time hinauf.
Darunter viele seriennahe Tourenwagen von Citroen und Peugeot - aber auch einige Fahrzeuge mit puren Motorsportgenen wie Porsche 911 GT3, Escort Cosworth WRC und Mitsubishi Evo.

Die Siegerehrung findet wie jedes Jahr ab 14h in Tazacorte / El Puerto, nahe der Strandrestaurants, statt.
Dort können die Fahrzeuge auch "ruhend" im "Parc fermé" besichtigt werden.

Das Training findet am Samstag zwischen 8.30h und 10h statt,
der erste Wertungslauf zwischen 10.30h und 12h,
und der zweite Wertungslauf zwischen 12.30h und 14h.

Die Straße vom Mirador nach Tazacorte ist natürlich in dieser Zeit in beide Richtungen für Privatfahrzeuge gesperrt.

In den Pausen zwischen dem Training und den Wertungsläufen wird die Sperrung für jeweils 30 Minuten aufgehoben, und zwar zwischen:
10:00h - 10:30h, und 12:00h - 12:30h.

Nach Abschluss der Veranstaltung ab ca. 14h ist die Strecke dann beidseitig wieder für den privaten Autoverkehr geöffnet.









Freitag 22.04.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 65 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 21,9 Grad - niedrigste Temperatur 15,5 Grad

4.500 Läufer auf der Transvulcania können sich nicht irren
Aber ein bisschen irre sind sie schon…

So gerne ergehe ich mich nicht in Superlativen, kein Wunder, auf einer kleinen Insel im Atlantik ist alles herum so furchtbar groß. - Aber wenn wir über das Ereignis Transvulcania sprechen, dann kommen wir um Superlative im Maßstab unserer Insel nicht umhin. - Wobei, setzt man immer unseren eigenen Maßstab an, dann wird alles Kleine groß, und/oder umgekehrt und wie komme ich jetzt aus der Eso-Kiste wieder raus? - Man nennt das auch betreutes Schreiben, haben Sie sich auch noch nichts davon gehört, ich aber schon. - Eben gerade. - Lassen wir die Leute wieder laufen und wenn wir das Wort Transvulcania in den Mund oder sonst wo hin nehmen, dann meint jeder natürlich sofort diesen Ultramarathon von 74,3 Kilometer über die Vulkane der Insel von der Südspitze nach Los Llanos. - Aber diese Strecke steht nicht alleine für die Transvulcania, denn das Fest, und ich versprechen Ihnen, das ist ein Volksfest, das geht über mehrere Tage und beginnt bereits einige Tage vor dem großen Rennen. - Insgesamt gibt es sechs Modalitäten, und eben nicht nur diesen Extremlauf mit über 8.000 zu überwindenden Höhenmetern rauf und runter, sondern es gibt auch noch einen Halbmarathon, von Fuencaliente zum Refugio El Pilar und einen echten Marathon, vom Refugio El Pilar hinauf zum Dach der Insel und der Lauf endet dann in Puerto de Tazacorte. - Diese Läufe finden am 7.Mai statt, und zusätzlich auch noch das "Hikers Meeting", also für die Fußkranken oder normalen Menschen, und die laufen auch am 7. Mai, allerdings gehen die anstatt zu laufen und diese Veranstaltung führt den Weg von der Wallfahrtskirche Virgen del Pino hinab nach Los Llanos, und als Ziel dient das archäologische Museum. - Aber das war noch nicht alles, was wir zu bieten haben, am 5. Mai bereits findet der "vertikale Kilometer" statt, also 1.000 Höhenmeter auf so wenig Wegstrecke wie möglich, und hier bietet sich natürlich die Strecke von Puerto de Tazacorte hinauf zum El Time an und genau dort findet dieser Wahnsinn auch statt, allerdings noch weiter hoch, bis zum "Torre del Time" auf 1.160 Meter Höhe und das nach 7,6 Kilometer Wegstrecke. - Nur wenige der Favoriten auf den Sieg des Ultramarathons starten hier, das sind Spezialisten, welche diese "Sprintstrecke" den Weg hinauf machen, die anderen bereiten sich auf den Ultra- oder den normalen Marathon vor und kommen wohl um das Volksfest dort unten in Puerto de Tazacorte zu erfahren, welches rund um den Start dort gefeiert wird. - Überhaupt, auch die Teilnehmer und Veranstalter sind jedes Mal wieder begeistert, wie direkt und kräftig die Bevölkerung die Läufer und diese gesamte Show unterstützen, die Transvulcania ist längst ein Stück palmerischer Gesellschaft und wird von den Leuten hier auch als "Unseres" angesehen.

Am 6. Mai sind nun die "Kids" die Protagonisten, die laufen diverse Wegstrecken ab und bis zum Refugio El Pilar, die Jahrgänge von 1997 bis 2009 zeigen sich hier und auch das "Geschäft" wird ernst genommen. - So kommt es eben, dass weit über 4.500 Teilnehmer auf der Transvulcania ihre Kräfte messen, meist mit sich selbst, und der Ultramarathon ist mit 1.800 Teilnehmern auch das Rennen mit den meisten Teilnehmern. - Am Start gibt das immer Probleme, auch wenn man inzwischen den Start von Ultra- und Halbmarathon weit entzerrt hat, und der Marathon sowieso am Refugio startet. - 1.800 Läufer in der Dunkelheit an der Südspitze auf die Vulkane zu schicken ist eine heikle Aufgabe und leider kommt es auch immer wieder, gerade auf den ersten Kilometern, zu Stürzen. - Daher verbietet nun der Veranstalter auf dem ersten Rennabschnitt die Benutzung von Stöcken, die dürfen erst ab Los Canarios verwendet werden, wer dennoch welche mitnehmen will, der muss diese gut verschnürt auf dem Rücken tragen. - Diese neue Reglung gilt sowohl für den Ultra, welcher um 06:00 Uhr startet, wie auch für den Halbmarathon, der um 07:30 Uh startet. - Gut verständlich diese Reglung, Sicherheit geht über alles und so hat man auch die Versorgungsstation am Pico de la Nieve wieder eingeführt, nachdem es bei der vergangenen Ausgabe des Ultramarathons von vielen Läufern negativ beanstandet wurde, dass zwischen dem Refugio El Pilar und dem Pico de la Cruz eine zu lange Wegstrecke ohne Verpflegung liegen würde. - Der offizielle Veranstalter, hier das Cabildo Insular, hat dort auch einen Fehler zugegeben, man habe die Wegstrecke falsch vermessen und es ist doch gut, wenn man Fehler eingestehen kann und diese dann eliminiert. - Es sind ja auch bereits wieder neue Leute am Werk, die Inselregierung hat inzwischen gewechselt, aber der eigentliche technische Veranstalter ist ja jedes Jahr der gleiche. - Aber trotz dieses sehr großen Erfolges, welche diese Veranstaltung für die Insel mit sich gebracht hat, bleibt doch immer noch die Gefahr, dass politische Interessen an dem Ereignis zerren. - Auch kann man nicht glücklich sein mit der Suche nach den Hauptsponsoren, letztes Jahr "Plátanos de Canarias" und in diesem Jahr die Reederei Armas, das sind lokale Größen und geben in keiner Weise den internationalen Stellenwert eines Rennes wie die Transvulcania wieder. - Wer tritt da mal an Red Bull heran und befreit uns aus dem lokalen Mief von Bananen und Fährschiffen?

Dass ich aber auch immer einen faulen Zahn finden muss… Dabei sollten wir uns doch einfach zurücklehnen und genießen, denn dieses internationale Sportereignis hat La Palma in den Kreisen der Ausdauer- und Extremsportler deutlich berühmt gemacht. - Auch das Argument, die kommen nur für zwei, drei Tage her und sind dann wieder weg, das greift nicht mehr, denn viele Läufer kommen lange vor dem Rennen, oder sind sogar das Jahr über auf der Insel um zu trainieren, und die kommen auch nicht alleine, sondern mit Partner und Familien und vervielfältigen damit die, fast immer positiven Nachrichten um den sportlich so interessanten Hintergrund La Palma. - Auch sind es die Sportler selbst, Anna Frost, deutliche Favoritin bei den Frauen, nachdem leider Emelie Forsberg sich bereits im Winter so heftig verletzt hat, dass sie nicht an der Transvulcania teilnehmen kann. - Sollte sich Anna Frost in Normalform befinden, dann wird sie wohl keine Gegnerin finden können. - Bei den Männern nennt man auch einen Namen fast als Abonnement, Luis Alberto Hernando, auch weil Kilian Jornet und Dakota Jones leider im Teilnehmerfeld fehlen. - Kilian Jornet steckt noch im Wintersport und stößt erst später in die Läuferszene vor und warum Dakota Jones dieses Jahr nicht antritt, das wissen wir nicht. - Als Gegner könnten die beiden Franzosen Sylvain Court und Xavier Thévenard in Frage kommen, beiden gelang es im vergangenen Jahr Luis Alberto Hernando mal in einem Rennen zu schlagen, allerdings zählt natürlich bei Luis die Erfahrung in Sachen Transvulcania als weiterer Vorteil für ihn. - Auch weder dabei sind Andy Symonds aus England und Sage Canaday aus Oregon, beide bereits mit Podiumserfahrung auf dem Ultramarathon hier auf La Palma. - Warum es immer wieder heißt, Sage Canaday sei aus Kanada, und Dakota Jones aus einem der Dakotas, und nicht aus Wyoming, wie es richtig heißen müsste, schieben wir mal ins weite Reich der phonetischen Unschärfetheorie. - Und alles ist Volksfest, auch schon Tage vorher, und in Los Llanos steppt nicht erst am 7. Mai gleich eine ganze Bärenfamilie, sondern bereits ab dem 4. Mai, denn an dem Tag beginnt die "Feria del Corredor". - Das hat natürlich richtig was mit Geschäft zu tun, viele Stände, meist geht es irgendwie um Sport- Fitness und alles was sich irgendwie dafür hält, aber man sieht auch die ganzen Stars dort noch ohne Roten Teppich und wer das richtige Shirt anhat, der kann so tun, als wäre er ein Läufer und nicht nur einer, der vom Schlafzimmer aufs Sofa und zurück kommt. - Man sollte es gesehen haben, La Palma außer Rand und Band, das heißt Karneval, Bajada und Transvulcania. - Und wer hat´s erfunden? - Julio Cabrera, bei den meisten noch robust in Erinnerung, mal als Superrat der Inselregierung unter Guadalupe Taño, meist aber als schlechtester Tourismusrat fast aller Zeiten. - Der hatte halt das Pech, genau in die Krise hineinwerkeln zu müssen, aber bei aller Kritik seinerzeit, er hat dieses Spektakel nach La Palma geholt, welches seinerzeit viele für zu groß, oder gar für unmöglich auf der Insel hielten. - Auch wenn es fast weh tut, aber dafür hat er einen Chapeau verdient!




Links Kilian Jornet, dieses Mal nicht dabei, in der Mitte Luis Alberto Hernando, Sieger 2014 und 2015 und rechts Sage Canaday, Dritter 2014.





Freitag 22.04.2016 07:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 74 % - Luftdruck 1018 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Antes son mis dientes, que mis parientes

Zuerst kommen meine Zähne, dann meine Verwandten. - Hier mal was ganz ehrliches. - Zuerst brauche ich was zu beißen, danach kümmere ich mich um die anderen und dieser Spruch wirbt für pragmatischen Egoismus.





Bild von Wolfgang Hempel





Donnerstag 21.04.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 44 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 20,4 Grad - niedrigste Temperatur 13,8 Grad

Der Unvollendete
Vamos a la playa? - Aber wann?

Die einzigen, die abgeliefert haben, waren die Holländer mit ihrem Schiff "Volvox Atalanta". - 740.000 Tonnen Sand hat der "Fliegende Holländer" in nur fünf Wochen vor die Hauptstadt gekippt und damit sogar mehr Sand angekarrt als bestellt und auch noch schneller als vorausgesagt. - Und da liegt der Sand nun, seit November 2014 und eigentlich sollte es bereits seit Jahren regen Strandbetrieb geben, aber es kommt halt immer was dazwischen. - Der neue Stadtstrand von Santa Cruz de La Palma war das einzige Großprojekt, welches während der Krise aufgelegt wurde und man brüstete sich in Madrid mit breiter Brust, dass man diesen Strand auch gegen die regionale Politik der Kanaren durchziehen wird. - Hier auf den Kanaren bildete sich ein Pakt aus Coalición Canaria und den Sozialisten, ganz im Widerspruch zur absoluten Mehrheit der Partido Popular in Madrid. - Es ist nie klug, gegen absolute Mehrheiten angehen zu wollen und in dieser Geschichte liegt auch bereits der Grund für die erste Verzögerung beim Bau des Stadtstrandes. - Madrid baut den Strand, die notwendige Verlagerung der Abwasserleitungen sollte das Gobinero de Canarias übernehmen, damals sprach man von 2 Millionen Euro, welche das kosten sollte. - Aber die Regionalregierung weigerte sich das Geld zu schicken, aus Protest gegen die Sparmaßnahmen der Zentralregierung, man hätte so viel weniger Geld bekommen für Investitionen, dass man nun diese 2 Millionen für das neue Abwassersystem in Santa Cruz nicht mehr aufbringen könnte. - Mindestens anderthalb Jahre verlor man in diesem blödsinnigen Streit und als man sich dann endlich einig wurde, erkannte man, dass man das neue Knödelpumpenhaus mitten auf den Kreisverkehr am Hafen projektiert hatte. - Jeder, der aus dem Süden in die Stadt kommt, oder als einer der vielen hunderttausend Kreuzfahrtgäste aus dem Hafen in die Stadt treten würde, stieße zu allererst auf das Pumpenhaus, in dem die gesamten Abwässer aus Santa Cruz umgewälzt würden. - Und wenn Techniker tausend Mal sagen, das riecht nicht und man hört auch nichts, tausend und ein Mal glauben wir das nicht und es ist irgendwie einfach nicht gelungen, eine solche Anlage auf dem meistgenutzten Kreisverkehr der Stadt zu erstellen.

Weitere anderthalb Jahre brauchte man nun, einen alternativen Standort zu finden, wobei so ziemlich alle Ämter und Behörden mit an bis zur Unfähigkeit grenzender Langsamkeit vorgingen. - Schließlich schaffte man es, das neue Pumpenhaus steht nun hinter der Hafenmole, wenn man nicht weiß, was es ist, dann interessiert das wohl auch niemanden und von mir erfährt niemand ein Wort… Inzwischen hat die Inselregierung die Kosten übernommen, und warum das neue Pumpenhaus ein Vielfaches von dem kostet, welches das ursprüngliche Projekt kosten sollte, das weiß ich nicht wirklich, aber irgendjemand will doch auch daran verdienen. - Inzwischen ist das Pumpenhaus fertig und in den kommenden Tagen könnte man das auch in Betrieb nehmen, und die alte Pumpstation, welche am unteren Ende der Avenida del Puente liegt, dann endlich abschalten. - Die muss ja weg, weil man dort genau einen der Zugänge zum Strand machen will und überhaupt, das riecht dort immer so komisch und das will man doch den Strandbenutzern nicht zumuten. - Also alles Lot, vor ein paar Wochen noch war man zuversichtlich, den Stadtstrand endlich in diesem Sommer in Betrieb nehmen zu können, aber nun kommt das nächste Problem. - Der nördliche Damm scheint nicht ausreichend bewehrt zu sein, und man will dieses strukturelle Problem damit lösen, in dem man weitere, und besonders größere Betonquader zum Schutz des Deiches ins Wasser bringt. - Dennoch will das Ministerium in Madrid den Stadtstrand im momentanen Zustand bereits an die Stadt übergeben. - Das aber lehnt man vorsichtshalber seitens der Gemeindeverwaltung ab, denn man fürchtet damit natürlich, dass dann weitere Verbesserungsaufgaben dem Stadtsäckel Falten bescheren könnten. - Auch auf die Gefahr hin, den Strand in diesem Sommer wieder nicht nutzen zu können, fordert man Madrid nun auf, alle noch fälligen Arbeiten zu Ende zu bringen und dann erst würde man die Verantwortung für den Strand auch übernehmen. - Wie lange das nun dauern kann, bis der nördliche Damm so weit verstärkt ist, dass die Techniker dann damit zufrieden sind, das wagt niemand mehr vorauszusagen. - Kenner meinen eh, für diesen Sommer sei es bereits zu spät, denn es fehle ja noch die gesamte Infrastruktur des Strandes, und um die müsse die Stadt sich ja kümmern. - In ein paar Tagen ist bereits Mai und dann ist der Sommer doch auch schon da und noch steht kein Eingang, im südlichen Teil muss der Sand noch geschoben werden, es fehlen Toiletten, Duschen und alles, was wir von einem Strand so gewohnt sind. - Aber eigentlich braucht man sich doch in der Hauptstadt nicht zu grämen, man hat doch eh einen Strand, sogar mit Blauer Flagge, den Strand von Bajamar. - Allerdings liegt der bereits auf dem Gemeindegebiet von Breña Alta, vielleicht stört das ja die Hauptstädter so eindringlich.




Keine Ahnung, was das ist...




Noch steht ein Baukran, aber Madrid will den Strand bereits übergeben





Donnerstag 21.04.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 40 % - Luftdruck 1018 hPa

Gastbeitrag von Antje Gieser

"Ciclo de Cámara" in der Alten Saline am Cancajos


Am Freitag, 22. April, 20 Uhr, findet das nächste Konzert im Rahmen des "Ciclo de Cámara" in der Alten Saline am Cancajos statt.

Mit "Volkstümlichen Bildern" wollen uns Arantza Aguirre und Carlos Rivero - Akkordeon und Cello - gute Musik nahe bringen, Schönheit, die unser Geist in diesen Tagen besonders braucht.
Gespielt wird wie immer in der Alte Saline am Cancajos, ein Ort, der vom Duft und vom Geräusch des Meeres erfüllt ist.

Der Konzertzyklus vereint Kraft und Zauber in sich und erzählt von Kunst, ja Kunst - eine Notwendigkeit in unserem technisierten Leben.
Die Musik am Cancajos erwartet euch. Wir hoffen, dass ihr, die Empfänger auf dieses Angebot antwortet.

Wie immer ist diese Veranstaltung unter der Schirmherrschaft des Ayuntamiento Breña Baja und unter der Leitung und Organisation von Seca Herrera.

Freitag, 22. April, 20 Uhr, Alte Saline Am Cancajos - "Volkstümliche Bilder"

Wir danken dem Amt für Kultur und Tourismus des Ayuntamiento Breña Baja sowie dem Verein der Unternehmer in Breña Baja, die diese Veranstaltung unterstützen.






Mittwoch 20.04.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 26 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 20,4 Grad - niedrigste Temperatur 12,5 Grad

Der Burn-out-Pino
Erst kam die Kiefer, und dann die Jungfrau

Oft stellt man ja die Frage nach dem Ei und der Henne, oder was davon zuerst war. - Im Fall des bekanntesten Baums der Gemeinde El Pasos, oder gar der ganzen Insel stellt sich diese Frage nicht. - Ganz einfach, der "Pino de la Virgen" also die Kiefer der Jungfrau ist über 800 Jahre alt, die spanischen Erboberer aber erst gute 500 Jahre und eben einem solchen "conquistador" hat sich die Marienerscheinung, die "Virgen del Pino" gezeigt. Es mag Bäume geben auf der Insel, die werden häufiger fotografiert, wie zum Beispiel die schiefen Drachenbäume von Puntagorda, aber es gibt keinen älteren, und auch wohl keinen emblematischeren Baum auf der Insel, als die mächtige Kiefer unterhalb der Cumbre Nueva in El Paso, in welcher spanischen Soldaten kurz nach der Eroberung der Insel eine Jungfrauengestalt erschienen ist. - Der Baum ist deutlich über 800 Jahre alt. - Wissenschaftler der polytechnischen Universität haben diese Kiefer oberhalb El Pasos sogar als älteste Kiefer des kanarischen Archipels bestimmt, allerdings nicht als höchste oder umfangreichste, das steht Kiefern auf Gran Canaria zu. - Aber das Alter alleine reicht noch nicht aus, diesen Baum derart wichtig zu machen, nicht nur für die Stadt El Paso, sondern für die gesamte Insel. - Das liegt natürlich an der Jungfrauenerscheinung und an der Lage, denn diese Kiefer liegt genau unterhalb des Passes "El Reventón", welcher früher der meist benutzte Weg von einer Inselseite zur anderen war. Wer nun mühsam mit seinen Waren, oder beladen mit "Codeso" (Drüsenginster) als Tierfutter endlich den Weg über den Pass geschafft hatte, der labte sich im Schatten der damals schon mächtigen Kiefer und dankte der Marienstatue dort für die glückliche Reise, oder bat darum, falls er gerade auf dem Weg von West nach Ost war. - "El Paso" heißt ja auch "der Weg" und das kommt ganz klar davon, dass man dort eben, als es noch keinen Tunnel oder eine Südverbindung gab, den Weg von einer Seite der Insel auf die andere anging. - Die Gemeinde verehrt den Baum sehr, ebenso natürlich die Mariengestalt und alle Generationen von "Pasenses" sind immer wieder zu dem Baum gepilgert, wenn man sich ganz bestimmte Dinge gewünscht hat. - Ob man nun den richtigen Mann finden wollte, gesund werden, reich, oder endlich die lästigen Pickel loswerden, das alles hat die "Virgen del Pino" meist schnell und effektiv für einen erledigt, zumindest erzählt man das so und viele glauben immer noch dran. - Auch heute noch gibt es viele private und kleine Prozessionen dorthin zur Wallfahrtskirche, die inzwischen dort neben dem Baum errichtet wurde. - Und alle drei Jahre wird die Jungfrauenfigur in einer der größten Wallfahrten der Kanarischen Inseln auch in den Ort getragen, und das mit der Größe, das bezieht sich auf den viele Kilometer langen Tross an Prunkwagen, welche dann an dem großen Tag die Jungfrau in die mehrere Meilen entfernte Gemeinde begleitet.

Aber die Kiefer ist krank, oder zumindest angeschlagen und man kann im Grunde die Gemeinderatsuhr danach stellen, jeder neue Gemeinderat lässt ein Gutachten zur Baumgesundheit erstellen und jeder neue Bürgermeister macht sich Sorgen, aber wirklich Hand angelegt wird nicht. - Man hat den Stamm auf über 3 Meter Höhe eingegraben, als man den Vorplatz der Wallfahrtskirche vergrößert hat und nun geht man davon aus, dass der Stamm im eingegrabenen Teil verschimmelt und damit dem Baum deutlich Stress bereitet. - In der Tat reden die Fachleute von Stress für den Baum, also nach 800 Jahren Burn-out, man könnte damit auch sagen, hat sich eigentlich ganz gut gehalten. - Durch die Vergrößerung des Vorplatzes der Kirche gelangt der Baum auch schlechter an Wasser und Nährstoffe und man sollte eigentlich den Vorplatz wieder wegnehmen und den Raum rund um die Kiefer renaturieren.- Warum das nicht schon längst gemacht ist könnte man fragen, denn ich erinnere mich an viele kluge Fachleute, welche diesen Vorschlag bereits gemacht haben und da liegt das sicherlich an den Kosten, welche die Gemeinde gerne von sich schieben will. - Da könnte es gut helfen, dass man Ende 2014 den Baum zum "BIC" (Bien de Interés Cultural - Kulturerbe) erklärt hat. - Damit könnte man die anfallenden Kosten, und die wären wohl nicht gering, an das Gobierno de Canarias weiterreichen, denn diese Korporation hatte sich ja von der Gemeinde davon überzeugen lassen, dass dieser Baum weit über die Interessen der Gemeinde hinaus reicht. - Konkrete Maßnahmen und wann und wie das zu geschehen hat sind noch nicht raus, aber man sollte sich nicht allzu viel Zeit lassen, denn man kann schon klar erkennen, dass die Kiefer über die letzten Jahre sehr gelitten hat.




Um 1890, Aufnahme zur Verfügung gestellt von der "FEDAC" (Archivo de Fotografía Histórica de Canarias)




Pino de la Virgen im Jahr 2008




Im Jahr 2014 und man kann hier gut erkennen, dass links oben ein Ast völlig kahl geworden ist, und der Baum überhaupt deutlich weniger Nadeln hat, als noch vor ein paar Jahren





Mittwoch 20.04.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 12 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 46 % - Luftdruck 1017 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Antes de te cases, mira bien lo que haces

Bevor du heiratest, betrachte gut was du machst. - Diese Warnung kennt man ja in vielen bunten Farben. - Große, oder meist lang nachwirkende Entscheidungen sollte man halt besonders gut überlegen.





Bild von Richard Wurdel





Dienstag 19.04.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 31 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 20,6 Grad - niedrigste Temperatur 14,0 Grad

Feuchte Träume am kanarischen Kamin
Das mit der Kniescheibe und der Buttermilch

Man kann es machen, man kann es aber auch sein lassen. - Ab wann man das Zusammentreffen von mehreren krawattierten Herren bereits eine Denkfabrik nennen will, das muss ich wohl der Textilindustrie überlassen. - Viele gescheite Leute und Runden haben sich über Jahrzehnte darum bemüht, wie man denn diese kleine Insel im Atlantik volkswirtschaftlich über die Runden bringt. - Dabei steht die Worte eigenständig oder autonom schon lange nicht mehr zur ehrlichen Diskussion, seit dem Statistiken und deren Gegenbeweise relativ frei für Jedermann einsehbar sind, kommen auch immer weniger nobelpreisverdächtige Vorschläge. - Nilbuntbarsche in den Bewässerungstanks für die Bananen, Topless Autowäscherinnen an den Tankstellen, Gofio gegen den Hunger in Afrika oder Nato-Stützpunkt für Einsätze in Westafrika. - (Fehlt nur noch der passende Krieg!) - Gut, viele Ideen traue ich mich hier gar nicht zu schreiben, Sie könnten über uns lachen, vieles gehört auch in die Rubrik am 1. April kommen wir darauf zurück, aber so ab und zu wirft man uns dann wieder ein Leckerli zu, und wir nehmen das gierig auf. - Manche Pressefritzen drücken das unverdaut einfach wieder zurück aufs Papier, oder dessen digitales Pendant, und vielleicht muss man das auch so sehen, wäre der lustige Türke mit der Humorphobie hier am Drücker, dann wäre ich längst auf der Pyrenäenroute mit einem Merkel-Sticker am aufgeklebten Revers. - Das ist das Schöne an echter Offenheit und Demokratie, man darf nicht nur puren Mist erzählen, sondern alle dürfen sich auch darüber lustig machen, zumindest wenn sie es überhaupt kapiert haben.

Es gibt hier auf der Insel eine recht einflussreiche Vereinigung der Gewerbetreibenden und die wissen, dass nicht nur der Rubel rollen muss, sondern auch der Käse zum Bahnhof. - Und wenn man keinen Bahnhof hat, dann nimmt man einen Hafen und erinnert sich daran, dass nichts einträglicher ist beim Warenverkehr, als der Handel mit den Waren. - Der Vorschlag, der nun unterbreitet wird, klingt zunächst bestechend, man solle aus dem Hafen Santa Cruz de La Palma einen "HUB" machen, also eine Drehscheibe, und von La Palma aus die beiden noch kleineren Inseln La Gomera und El Hierro versorgen. - Bisher geschieht das über die Häfen von Santa Cruz de Tenerife und Los Cristianos im Süden der größten der Kanarischen Insel und dieses Geschäft, also die Lagerung und den Umschlag dieser Waren, will man hier nach La Palma holen. - Verständlich ist das, ich würde auch gerne die UNO nach La Palma holen, noch lieber als die FIFA, aber bislang fährt überhaupt kein Schiff von La Palma nach El Hierro und von Tenerife nach La Gomera sind es auf dem Schiff knapp über eine halbe Stunde, von La Palma aus nach La Gomera allerdings gute zwei Stunden mit dem schnellen Schiff und über 3 Stunden mit der normalen Fähre. - Das ist allerdings nur ein Teil des schildbürgerhaften Versuches, mehr Anteil am Handel zwischen den Inseln zu haben, denn die Schiffe mit der Fracht für La Gomera, El Hierro und La Palma, die würden ja dennoch zunächst nach Tenerife fahren, denn alleine mit Waren für die Leute auf den kleinen Inseln kommt kein Containerriese nach La Palma. - Dann müsste man den Kram für La Gomera und El Hierro nicht nur auf La Palma umladen, sondern vorher auf Tenerife auch schon, dann nach La Palma schicken und von dort aus wieder Schiffe auf die anderen Inseln. - Und darüber hinaus, unser Hafen unterseht der Autorität der Hafenverwaltung der Provinz Santa Cruz de Tenerife und niemals werden dort solche Aufgaben an andere Häfen delegiert, damit man selbst an Umsatz und Einfluss verliert. - Es gäbe dann auch nicht nur die Insellage, und auch die doppelte Insellage, (erst Tenerife und dann La Palma) sondern auch noch die dreifache Insellage, denn bis dann die Waren auf El Hierro ankommen, muss man bereits drei kanarische Häfen bemühen. - Das ist ähnlich prickelnd wie die Idee eines Fracht- und Fährhafens bei uns auf der Westseite der Insel, denn Tenerife liegt auf der anderen Seite der Insel. - Mir fällt dabei immer ein Spruch meines Vaters ein, oder seiner Generation, der schlug bei völlig sinnlosen Ideen einfach vor, man könne sich auch ein Loch in die Kniescheibe bohren und Buttermilch durchgießen.




Im Frachthafen von Santa Cruz de La Palma





Dienstag 19.04.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 68 % - Luftdruck 1015 hPa

Gastbeitrag von Claudia Gehrke

Wir verlegen ja sehr unterschiedliche Bücher, neben den Büchern zu La Palma allgemeine Literatur und noch viel mehr. Momentan sitze ich am Layout eines Buches, das gar nichts mit La Palma zu tun hat. Doch auf einmal schob sich die Insel in dieses Buch! In dem Buch geht es um lesbische Frauen (ich bin sicher, auch lesbische Frauen lesen den schönen Blog von Mathias Siebold.) Nach La Palma reisen ja alle Varianten von Liebespaar- und Familien-Konstellationen, Patchwork, Regenbogen, "klassische" Mann-Frau-Kinder-Familien. Schönheiten und Probleme im Ehealltag, erotische Abenteuer und Liebessehnsüchte lassen sich orientierungsübergreifend wiedererkennen. In der aktuellen Ausgabe "Mein lesbisches Auge 16", ein Buch, das aus Sachtexten, Kurzgeschichten, Gedichten und Bildern zusammengesetzt ist, haben wir darüber hinaus anlässlich der Nummer "16" das ganz allgemeine Thema , wie Frauen sich mit 16 gefühlt haben: "sweet sixteen" - oder doch eher "sad sixteen"?).

Zurück zu La Palma: In einer Erzählung (von Gesine Carl) geht es um eine Frau, die Hagenbecks Tierpark besucht. Dort gibt es in einem Aquarium eine Muräne. Zitat: "Seit mindestens fünf Minuten starre ich sie ununterbrochen an. Wie gebannt stehe ich vor der Glasscheibe, und ich bin nicht die Einzige, die dieser Faszination des Grauens erliegt. Nirgendwo drängeln sich so viele Besucher wie vor diesem Aquarium, dessen Informationstafel darüber Auskunft gibt, dass hier eine Muräne lebt. (Oder vielleicht sollte ich besser "residiert" sagen.) "Krasses Vieh", bemerkt ein Jugendlicher, und ein älterer Herr mit Brille kommentiert: "Der Stoff, aus dem Albträume sind." Leider verschweigt das Schild am Aquarium den Namen dieses Prachtexemplars, aber wahrscheinlich wäre er für alle anderen Besucher auch uninteressant. Für mich hingegen ist dieser Name der einzige Grund, weshalb ich heute hier bin: Die Muräne heißt nämlich Rebecca."
Rebecca heißt eine Ex-Freundin der Protagonistin, die sich ähnlich verhielt wie die Muräne.

Ich kommunizierte während des Layoutprozesses mit Regina Nössler, der Autorin des La-Palma-Thrillers "Wanderurlaub". Regina schlug vor, dass wir ein Muränenbild in den Text stellen könnten, und fragte dann, ob es im Meer um La Palma Muränen gäbe. Natürlich hätte ich bei Wikipedia nachsehen und Bilder finden können.
Aber nein. Ich blätterte nach dem Gespräch mit Regina Nössler durch die Seiten von Mathias Siebold auf der Suche nach den schönen Unterwasserbildern von Herbert Schaar. Davon gibt es viele, jedes Mal ein Genuss.
Und tatsächlich: Darunter fand sich auch eine Muräne! Sie sieht äußerst brutal aus!

Claudia Gehrke




Hier die gemütliche Variante, aber Claudia hat schon völlig recht, meistens sehen diese wundersamen Kreaturen ziemlich brutal aus. - Bild natürlich aus der Serie von Dr. med. Herbert Schaar




Ihre Familie Ingrid & Mathias Siebold
Calle el Torreón 5/7
E-38750 El Paso
La Palma, Islas Canarias, Spanien
Tel. von Deutschland: + 34 922 497216
email: m.siebold@la-palma-urlaub.de
Kanarische Ferienhäuser auf La Palma