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Samstag 20.12.2014 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 45 % - Luftdruck 1025 hPa

Gastbeitrag der Evangelischen Baptistengemeinde
19. deutschsprachiger Weihnachtsgottesdienst auf La Palma

An alle deutschsprachigen Insulaner und Gäste !

Unter südlicher Sonne weihnachtlichen Glanz erleben und die Menschwerdung Gottes gemeinsam feiern. Die bekannten Worte, Lieder und Melodien verinnerlichen und ein Stück der weihnachtlichen Botschaft mit nach Hause nehmen. Dazu laden wir Sie herzlich ein am Heiligabend zum 19. deutschsprachigen Weihnachtsgottesdienst auf La Palma.

Am 24. Dezember um 18:00 Uhr im Hotel Sol in Puerto Naos







Freitag 19.12.2014 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 14 % - Luftdruck 1025 hPa
Höchsttemperatur heute 23,8 Grad - niedrigste Temperatur 14,8 Grad

La Palma - Asphaltfreie Zone
Der Betreiber beschwichtigt

Zunächst noch die letzten Meldungen in Sachen Panzerknackerbande. - Es sollen an die 108.000 Euro im Tresor gewesen sein, und nicht 50.000, wie es zunächst hieß, und solch große Unterschiede wecken Fragezeichen und zeigen auch gleichzeitig auf, wie unsicher die Nachrichtenlage ist, und dass man nur äußerst vorsichtig mit solchen geflüsterten Nachrichten umgehen sollte. - Alle reden darüber, keiner weiß was wirklich war und die Polizei schweigt weiterhin, mit dem Hinweis, man wolle die weiteren Ermittlungen nicht stören. - Also stören wir auch nicht weiter, aber Sie können sich sicher vorstellen, wie man sich im Moment hier in unserer kleinen Stadt die Mäuler wetzt, und jeder fügt etwas hinzu, und jeder weiß etwas, und es soll Leute geben, die haben sogar mit dem Tresor gesprochen…

Da ist ja noch die Geschichte mit dem Asphalt, und der aberwitzigen bis peinlichen Angelegenheit, dass wir jetzt die Dampfwalze auf den Parkplatz abstellen müssen, weil auf La Palma kein Asphalt mehr produziert wird. - Ja aber wollten wir das nicht immer erreichen? Hat man nicht auch gerade hier immer gelesen, dass wir gegen die Asphaltwerke kämpfen? - Das ist halt das Problem mit dem Querlesen, und jeder versteht sowieso nur das, was er hören will, denn es ist ein unhaltbarer Zustand, kein produzierendes Asphaltwerk auf der Insel zu haben. - Also wie denn nun, nur nicht vor meiner Haustür, aber anderswo schon? - Nein, vor niemanden Haustür, sondern dort, wo es keinen stört. - Allerdings wird das eine schwierige Angelegenheit, denn dort wo Pampa ist, also wirklich niemand mehr wohnt, dort ist meist Natur- oder Landschaftsschutzgebiet, also geht das dort auch nicht auf legalem Weg, und daher dürfte die Aufgabe enorm sein, solch ein Gelände wirklich zu finden. - Die Inselregierung meldet sich nun zu Wort, aber ganz vorsichtig, denn auf der einen Seite schlägt man natürlich die Hände über dem Kopf zusammen, weil man nun den Straßenbau und die Sanierung der vorhandenen Verkehrswege zunächst mal kippen muss, aber man wagt es auch nicht eindeutig Stellung zu beziehen, ob denn nun das Asphaltwerk dort in Fuencaliente, welchem man nun den Strom abgestellt hat, legal war oder nicht, denn es ist schon etwas pikant, wenn die oberste Inselkorporation Asphalt von einer illegalen Produktionsstätte kauft. - Natürlich in Ermangelung legaler Möglichkeiten, aber am liebsten wäre denen natürlich, das Werk würde einfach weiter produzieren, dann könnte man auch die bereits angefangenen Arbeiten fertigstellen. - Jetzt steigt natürlich der Druck auf Barlovento, denn mehrfach bereits hatte man darüber gesprochen, in einem, dem Ortszentrum aber verdächtig nahem Steinbruch, eine Stätte für den Betrieb eines Asphaltwerkes gefunden zu haben. - Aber der Bürgermeister gibt sich vorsichtiger als seine Kollegen damals in Los Llanos, man weiß ja inzwischen, Asphalt kann Bürgermeister stürzen, auf der anderen Seite lockt solch eine Geschichte natürlich mit Steuereinnahmen und Arbeitsplätzen und es bleibt abzuwarten, ob man denn genügend Mitstreiter und auch Geld dort in der Nordgemeinde findet, damit man eine ähnlich stramme Bürgerplattform dort aufziehen könnte. - Und wer weiß schon, ob die Gerichte jedes Mal gleich urteilen? - So dürfte auch den Leuten in Barlovento gefallen zu hören, dass der jetzige Betreiber der bislang einzigen produzierenden Anlage das ganz locker sieht mit der Schließung, und man seitens der Firma hofft, bereits in der kommenden Woche wieder produzieren zu können. - Glaube ich nicht, denn das wäre dann bereits die Weihnachtswoche, aber man ist zuversichtlich, denn nach Meinung des Betreibers halte man die Schließung für einen Irrtum, denn man hätte doch längst alle geforderten Papiere an das Gobierno de Canarias geschickt, wohl aber nicht an das zutreffende Ressort und dass es sich im Amtsschimmelstall wohl noch nicht herumgesprochen hätte, wo denn die ganzen Papiere herumliegen würden. - Die Papiere seien an den Rat für Industrie gegangen, aber hätten zum Umweltamt geschickt werden müssen, aber da hier das System des "ventanilla única" (einziger Schalter) gelte, sei man doch eigentlich auf der sicheren Seite. - Mit der "ventanilla única" meinen die, man kann alle an Behörden gerichteten Schreiben überall in der Behördenkette abgeben, und intern wird das dann an die richtige Stelle geschickt. - Es wird im Einzelnen nicht genannt, um welche Papiere es sich da handelt und ob diese denn dann wirklich einen legalen Betrieb garantieren würden, aber der Betreiber ist deutlich relaxter als unser Inselrat für Infrastruktur, der jetzt die Verkehrsteilnehmer mit einigen halbfertigen Baustellen so konfrontieren muss, dass da auch nichts passieren kann.




Foto von Wolfgang Hempel aus diesem Jahr, Arbeiten an der Nordumfahrung.





Freitag 19.12.2014 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 48 % - Luftdruck 1024 hPa

Gastbeitrag von Gisela van Dijk
TANGO ARGENTINO LA PALMA

Für alle Tangointeressierten Residenten und Urlauber:

Die nächste MILONGA (Tangotanzabend) findet am

Sonntag, 21. Dezember, 20.00 - 23.00 Uhr im Casino (Real Sociedad Aridane), Los Llanos, Plaza España statt.

Eintritt (Unkostenbeitrag): 3 €

Der Saal des Casinos ist ein besonders schöner Rahmen für unsere Aktivität wie auch das gesamte Gebäude mit dem herrlichen Patio. Der edle Holzboden ist eine Rarität auf den Kanaren und wird von den Tanzenden sehr geschätzt.

Zur Erfrischung und Stärkung stehen den Milongueros Bar und Küche des Casinos zur Verfügung.







Donnerstag 18.12.2014 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 29 % - Luftdruck 1022 hPa
Höchsttemperatur heute 22,2 Grad - niedrigste Temperatur 15,0 Grad

Gemischtwaren
Was der Tag so hängen ließ

Tagesthema ist immer noch die Festnahme der vermeintlichen Panzerknackerbande in El Paso, wobei das Allermeiste weiter im Bereich der Gerüchte liegt, da das Gericht Stillschweigen über das Ermittlungsverfahren angeordnet hat. - Die Polizei darf also gar keine Nachrichten an die Presse geben, einiges sickert dennoch durch, aber dazu muss man halt immer sagen, es ist ohne Bestätigung. - Wie es scheint, hat man vier der Leute dabei geschnappt, als sie die Beute aufteilen wollten, da es immer wieder heißt, in dem Lieferwagen hätte sich noch der Tresor aus dem letzten Einbruch befunden. - Es heißt weiter, die Polizei hätte von einem Richter die Genehmigung erhalten, die Mobiltelefone der Verdächtigen abzuhören, und man sei so dahinter gekommen, wann und wo man sich treffen wird um die Beute abzuholen. - Direkt nach dem Einbruch hatte man das Fluchtfahrzeug ja ganz in der Nähe des Tatortes abgestellt, man wollte vermutlich damit nicht unterwegs sein und auf Kontrollen stoßen, nachdem der Alarm durch den Einbruch ausgelöst worden war. - Heftig diskutiert wird nun die erneute Veröffentlichung von nur ganz knapp verpixelten Bildern vier mutmaßlicher Täter, wie es scheint sind Freunde und Familie der Gezeigten empört darüber, aber die große Mehrheit findet das in Ordnung und außerdem wusste hier in El Paso sowieso schon eigentlich jeder, wer denn nun gemeint war. - Aber das ist weiter nicht bestätigt, wir müssen das abwarten.

"Vueling" ist nicht nur ein lustiges Wortspiel, "vuelo" ist spanisch für Flug, und "ing" eine englische Verlaufsform, und das hat man so zusammengebastelt, um der spanischen Billigfluglinie einen internationalen Anspruch zu verleihen. - Uns soll das Recht sein, wer eine "Computadora" hat und "Tenajer" für Teenager sagt, hat sowieso einen verkrampften Umgang mit Anglizismen, also sollten wir für das "ing" dankbar sein. - Für Vueling ist man auf La Palma sowieso dankbar, denn die halten den leider lächerlichen Rest dessen aufrecht, was man mal so als nationalen Tourismus bezeichnen konnte. - Der war auf La Palma eine feste Bank, im Winter kamen die "Guiris" (bleiche Mitteleuropäer) und im Sommer die Godos, (Goten) und damit sich die Festlandspanier gemeint, und in der Tat sind die Goten ja bis Spanien gekommen. - Aber mit der Krise brach das ziemlich auseinander, und schließlich konnte man La Palma vom Festland aus nur noch über Madrid, und auch nur ein paar Tage in der Woche erreichen, so dass im Sommer nicht nur die geringere Nachfrage einsetzte, sondern eben auch für den nationalen Markt die schlechtere Erreichbarkeit. - Dem entgegen setzte man in diesem Sommer eben Flüge mit der Vueling von und nach Bilbao und Barcelona, und das wohl mit solchem Erfolg, dass diese Fluggesellschaft nun ankündigt, das im kommenden Sommer auch wieder so zu machen. - Da es langsam, sehr langsam allerdings mit der spanischen Wirtschaft wieder aufwärts geht, können wir ja nur hoffen, dass wieder mehr nationaler Tourismus uns den Sommer etwas leichter macht.

Aus der Hauptstadt hört man nun, dass es doch sehr knapp gewesen sei, mit dem Sand für den Strand, als man den auch vor den eigenen Gestaden mit dem großen holländischen Saugschiff eingesammelt hat. - Da nördlich der Hauptstadt, dort soll ja mal ein Unterwasserthemenpark entstehen, dazu hat man dort auch bereits, den berühmten Zwergen des "Danza de los Enanos" nachempfundene Figuren versenkt, welche aus Beton gefertigt wurden, um ein interessantes Ziel für Taucher darzustellen. - Man hat extra Hohlräume in den Figuren angelegt, damit sich dort Meeresfauna ansiedeln soll und dann will man ja dort auch noch Wracks versenken, auch zur Freude der angelockten Taucher. - Und es war eben knapp, aber wie man uns vermittelt, doch vorbei, als das Schiff Volvox Atalanta mal nicht bis nach Los Sauces zum Sand aufsaugen gefahren ist, sondern nur ein bisschen in den Norden der Hauptstadt. - Wir hatten uns damals schon gefragt, ob die nicht nun genau dort mit dem riesigen Staubsauger über den Meeresboden gehen, wo das Tauchparadies entstehen soll, denn ich könnte mir vorstellen, dass so ein abgesaugter Meeresboden erst mal nicht wirklich eine Idylle für Flora, Fauna und auch Taucher abgibt. - Aber die Behörden beruhigen uns ja, es sei knapp gewesen, aber doch vorbei und wir erinnern uns doch an diese wunderbaren Sprüche die beginnen mit: Zu keiner Zeit bestand Gefahr für….

Und dann noch das Kompott, das einzige Asphaltwerk der Insel in Fuencaliente ist nun doch geschlossen worden. - Die Consejería de Industria hat laut einer Presseerklärung die Schließung angeordnet und gleichzeitig auch dem Stromlieferanten angezeigt, keine Energie mehr an die Firma zu liefern. - Damit steht die Insel ohne Asphaltwerk da, und die Straße zwischen Tazacorte und Puerto de Tazacorte ist erst halb fertig geworden und wie das nun weitergehen soll, das weiß noch kein Mensch. - Wir haben ja alle darauf gewartet, dass das eines Tages passieren wird, jetzt ist der Tag Nullasphalt da und ich bin froh, dass einerseits bei uns in El Paso noch alles fertig geworden ist, aber auch, dass das nicht gerade damals passiert ist, als man noch mitten im Kampf gegen die beiden Asphaltwerke im Industriegebiet von Los Lanos steckte. - Wir sind gespannt wie ein Flitzebogen, wie das mit dem Asphalt auf unserer Insel weitergehen soll.




Ein bisschen nah...





Donnerstag 18.12.2014 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1022 hPa

Gastbeitrag von Claudia Gehrke Konkursbuchverlag
Am Freitagabend 19.12. um 20 Uhr in Tazacorte, Casa Massieu: Lesungen, Live-Musik & Bilder:

Noche literaria Canaria / Kanarische Literaturnacht. (Die versehentlich für den 19.12. angekündigte Veranstaltung im Casa Salazar war bereits am Freitag, den 12.12.) - Gelesen werden heitere, poetische und dramatische Texte, ein Text wurde eigens für diesen Abend übersetzt. Ima Galguén singt, auch ihre Texte gibt es auf Deutsch in einem der Bücher. Kanarische und reisende Autoren und Künstler begegnen sich in den zweisprachigen Büchern "La Palma", "Canarias" und "Meereslaunen / Caprichos de mar" und am Freitagabend in der Casa Massieu auch live.
Mit Lucía Rosa Gonzáles (Autorin von Erzählungen, Gedichten und Theaterstücken), Uka Rösch, Hedda Wortmann und Claudia Gehrke.
In den Räumen der schönen Casa Massieu - ein "Gutsherrenhaus" aus dem 17ten Jahrhundert - können Sie zugleich die gerade eröffnete Ausstellung von Pedro Fausto, Ana Brígida, Alexej Dvorák und David Méndez ansehen. Anschließend laden wir wieder zu einem Glas Wein und Gesprächen ein. Eintritt ist frei (bzw. über freiwillige Beiträge zu unserer nicht gesponserten Veranstaltung freuen wir uns auch.) Die erste dieser zweisprachigen Veranstaltungen haben wir vor ca. 10 Jahren im Teatro Chico mit Pilar Rey und Antonio Abdo gemacht (sie leiteten die städtische Schauspielschule und haben eine Theaterbibliothek ins Leben gerufen). Auf der Insel gab es viele Theatergruppen, die Literatur darüber reicht bis ins 16te Jahrhundert zurück, fast jedes der vielen Insel-Feste hat noch heute seine Theaterstücke. Dazu kam, dass Santa Cruz bis Ende des 19ten Jahrhunderts ein wichtiger Hafen war, eine Station zwischen Europa und dem amerikanischen Kontinent. Viele Theatergruppen auf der Durchreise traten auf - u.a. im Teatro Chico, das seit 1866 als Aufführungsort genutzt wurde.

PS: Nach der Veranstaltung am vorigen Freitag im eleganten Saal der Casa Salazar gingen wir noch etwas trinken, dazu holte ich im Dunklen auf dem Parkplatz mein Portemonnaie aus der Laptoptasche. Darauf lag ein Stick, auf dem auch die Bildpräsentationen des Abends gespeichert waren, was ich im Dunklen nicht sah. Der Stick ist gummiert, sodass er stoßgeschützt ist, und ich habe neben den Bildern sehr viele Dateien darauf, ganze Bücher, ein Sicherungsstick mit viel Speicherplatz. Diesen Stick habe ich also beim Portemonnaie-Auspacken aus dem Auto und auf die Straße befördert, wg. der Gummierung hört man nicht, wenn er einem hinunterfällt.
Am Morgen darauf bin ich wieder nach Sta. Cruz gefahren, zu dem Parkplatz, natürlich lagen dort nur leere Zigarettenpackungen etc., kein Stick. Nachmittags bekam ich einen Anruf. Jemand hatte den Stick gefunden. Ein junger Mann. Er sagte, auf La Palma kennen sich ja alle, sonst hätte er nicht reingeschaut. Er hat dann den Vormittag über Detektivarbeit geleistet. Ich habe nichts Persönliches auf dem Stick, weder meinen Namen noch Telefonnummer, nur Bücher und Bilder, viele. Er hat die Bildpräsentation mit Dateinamen "Casa Salazar" gefunden. Dort angerufen, aber niemand ging ran. Seine Mutter kennt Menschen vom Theater und schlug ihm vor, die anzurufen, vielleicht wüssten die, wer Lesungen in der Casa Salazar macht. Er hat dort angerufen - und die Menschen vom Theater waren Antonio Abdo und Pilar Rey, die im Moment auf Teneriffa arbeiten, die beiden, die seit diesem ersten Mal im Teatro Chico immer mit uns vorlasen (und die von Antonio Abdo auf Spanisch gelesenen Texte klangen manchmal besser als auf Deutsch gelesen?) . So kam der Junge also an meine Handynummer. Und ich bin ein zweites Mal nach Santa Cruz gefahren … Dies ist das Happy-End des Gegenteils einer Räubergeschichte - und, wie ich hoffe, noch immer "la-palma-typischer" als die grässlichen Raubereignisse !





Casa Massieu in Tazacorte




Und dort finden Sie das geschichtsträchtige Gebäude





Mittwoch 17.12.2014 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 38 % - Luftdruck 1022 hPa
Höchsttemperatur heute 20,9 Grad - niedrigste Temperatur 14,8 Grad

Es geht immer nur um den schnöden Mammon
Panzerknacker und Flughafenhighjacker

So richtig viel Neues um die spektakulären Festnahmen heute Früh in El Paso gibt es nicht, denn die Polizei gibt sich äußerst reserviert, und das mit gutem Grund, die Ermittlungen sind nämlich noch nicht beendet. - Man vermutet noch weitere Festnahmen im Laufe der kommenden Tage, eine weitere hat es bereits gegeben, so dass inzwischen sechs mutmaßliche Einbrecher dingfest gemacht wurden. - Übereinstimmend melden viele, dass die Gruppe an verhafteten Menschen in einem braunen Kleinlaster unterwegs war, von der Polizei gestoppt wurde, und die Gesuchten zunächst per Auto rückwärts in die "Calle Coromoto" fliehen wollen, aber dort auch bereits Guardia Civil aufgestellt war. - Dann versuchten diese fünf Personen zu Fuß zu fliehen, wurden allerdings von den Beamten allesamt gefangen und gefesselt. - Ohne Bestätigung bleibt noch, dass es wohl an die sieben Schüsse gegeben hätte, man nimmt an, Warnschüsse der Polizei, aber die äußern sich nicht dazu. - In dem Kleinlaster soll sich angeblich auch der Tresor aus dem Einbruch des Vortages in das Bau- und Eisenhandelsgeschäft befunden haben, was dann natürlich bedeuten würde, dass man sich keine Sorgen mehr um die Beweisführung machen müsste. - Komisch allerdings erscheint, dass die Festnahme der vermutlichen Einbrecher einen Tag später aber nur an die zweihundert Meter vom Tatort entfernt stattfindet, man möchte doch annehmen, dass man sich mit seiner Beute schleunigst entfernt. - Oder aber man war sich seiner Sache zu sicher, ließ den Tresor zunächst dort im Kleinlaster versteckt, und wollte ihn heute abholen. - Aber da bewegen wir uns schon wieder im Reich der Gerüchte und Vermutungen, wie wir das gerne machen. - Die Guardia Civil muss aber bereits sehr eingehend ermittelt haben und denen auf die Schliche gekommen sein, denn es war so viel Polizei dort unterwegs, dass die Festgenommenen keine Chance hatten zu fliehen. - Im geraubten Tresor sollen sich übrigens über 50.000 Euro befunden haben, Panzerknacker mit Anspruch, aber wie scheint, haben die es nun übertrieben, und man wettet bereits, wie viele "Chorizos" (so nennt man hier die bösen Jungs und Mädels) in den kommenden Tagen noch eingebuchtet werden.

Dann ist da auch noch ein peinlicher Bericht des Europäischen Rechnungshofes aufgetaucht, der unseren Namen sehr deutlich und sehr robust nennt, La Palma kommt da viel öfter vor, als erhofft. - Neu ist die Sache nicht, das war eigentlich allen Beobachtern klar, dass unser neues Flughafenterminal völlig überdimensioniert ist und damit weder nachhaltig, noch effizient. - Gut, das ist bei kleinen Flughäfen sowieso fast nicht machbar, und eine solche Einrichtung muss sich meines Erachtens auf einer solchen Insel auch nicht unbedingt als lohnendes Geschäft entpuppen, denn niemand wird bestreiten, dass wir einen Flughafen benötigen, es geht hier lediglich darum, ob es denn sinnvoll war, dass es einen solch aufwendigen Neubau des Terminals zu rechtfertigen gibt, oder nicht. - Da tauchen auch andere spanische, italienisch, griechische, polnische und lettische Flughäfen auf, und dort wird zumeist auch bemängelt, dass die Einzugsbereiche der Flughäfen sich überlappen und es insgesamt, nicht nur in Spanien, zu viele Verkehrsflughäfen gibt, und die so nicht nachhaltig betrieben werden können. - Das ist der einzige Punkt, der bei der Kritik an den Planungen für La Palma nicht zieht, ansonsten hat die EU uns da deutlich auf die Finger gehauen, kaum einer der Punkte, welche eigentlich dafür erforderlich sind, dass solche Maßnahmen von der EU gefördert werden, trifft auf La Palma zu, man hätte den Neubau des Terminals also gar nicht aus europäischen Mitteln unterstützen dürfen. - Hier, oder sagen wir in dem Fall besser in Madrid, denn der Flughafenbau wird weder auf La Palma, noch im Gobierno de Canarias geplant oder bestimmt, argumentiert man immer damit, dass es seinerzeit Zuwachszahlen gegeben hätte, welche einen solchen großen Bau als Zukunftsinvestition gerechtfertigt hätten. - Ich kann da immer nur wieder als Gegenargument bringen, wer damals in den Jubeljahren des Goldenen Geldkalbes nicht bemerkt hat, dass dieses Wahnsinnssystem mit gepumptem Wachstum sehr schnell zusammenbrechen wird, der hat nicht aufgepasst, nichts gelernt, oder am Ende vielleicht sogar noch am Aufbau der Blase mitverdient. - Also bitte nicht immer wieder diese dämlichen Argumente vom ewigen Wachstum auf einer kleinen Insel, welche deutlich an Einwohnern verloren hat in den vergangenen Jahren und damit kämpft, langfristig nicht zu vergreisen. - Aber es wird keine negativen Konsequenzen geben wegen der augenscheinlichen Geldverschwendung, außer dass man uns zukünftig genauer auf die Finger sehen wird, und da wundert es mich ungemein, warum man das eigentlich nicht wirklich mal macht. - Man muss nur mal auf die Westseite fahren und über die Mittel für den erneuten Ausbau des Hafens von Puerto de Tazacorte nachdenken. - Oder besser nicht, das würde nämlich ziemlich schmerzen, und wenn uns dann auch noch die EU eine Autobahn durchs Weltbiosphärenreservat bezahlen würde, dann weiß ich nicht so recht, ob man denn unsere Frechheit, diese zu erbitten, oder die Blindheit einer zahlwütigen Europäischen Union robuster anklagen sollte. - Wer den ganzen Bericht lesen will, der kann sich das als PDF HIER herunterladen. - Aber Vorsicht, kann schlechte Laune verursachen, und die beiden nachfolgenden Grafiken entstammen aus dieser Quelle.




Ich nehme mal an, dass Sie der englischen Sprache mächtig sind, ich mir also eine Übersetzung sparen kannn. - Wahrscheinlich sprechen Sie eh viel besser Englisch als ich.







Und das muss man auch nicht übersetzen, aber erklären. - Die Jäger der ersten Mandelblüte waren wieder unterwegs, und gewonnen haben: Reimund und Trixi!






Mittwoch 17.12.2014 10:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 58 % - Luftdruck 1024 hPa

Eilmeldung. - In El Paso nimmt die Guardia Civil in einer überraschenden Aktion 5 Personen fest, die allerhöchstwahrscheinlich für die vielen Einbrüche der letzten Wochen verantwortlich waren. - Es fallen Schüsse, ob seitens der Guardia Civil, oder der Festgenommenen, das ist noch nicht klar.- Heute Abend mehr, viele können heute besser schlafen, mindestens deren 5 nicht, und Glückwunsch an die Guardia Civil, welche bereits arg in Bedrängnis gekommen war, angesichts der Panzerknackerbande.



Mittwoch 17.12.2014 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 58 % - Luftdruck 1024 hPa


Dienstag 16.12.2014 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 17 % - Luftdruck 1024 hPa
Höchsttemperatur heute 23,8 Grad - niedrigste Temperatur 13,1 Grad

Zeugs
Die Panzerknacker, Asphaltcowboys und ein bisschen Wetter

Das Wetter hat uns wieder lieb, nach zwei furchtbar kalten Nächten sind jetzt wieder angenehme Temperaturen, und für die kommenden Tage erwarten wir allerbestes Wetter. - Das mal nur so nebenbei, oben in den Bergen pfeift der Passat noch kräftig, aber auch der Wind soll in den kommenden Tagen ganz deutlich nachlassen. - Da müssen wir wieder kräftig aufpassen mit dem Weihnachtsbaum, dass uns dann nicht die ganze Schokolade von der Kunststofftanne tropft, so wie das schon ein paar Mal passiert ist. - Immer am 21. schmücken wir den Baum und die beiden Mädels bringen dazu auch neuen Schmuck aus Las Palmas mit, da soll es ganz knallige Sachen für die Weihnachtsbäume geben, obwohl ich auch hier schon ganz viel von dem Zeug gesehen habe, meist allerdings beim Chinesen, und da geh´ ich doch nicht kaufen… Chinesisches Zeug im palmerischen Laden aber schon. - Hola Herr Konsequentius.

Die Panzerknackerbande hat wieder zugeschlagen gestern Nacht. - Aus einem großen Baustoff- und Eisenwarenhandel in El Paso hat man den Tresor geklaut, nachdem man mit einem Wagenheber zuvor die Gitter an der Eingangstür aufgehebelt hatte. - Danach hat man sich einen Gabelstapler genommen, von der Firma, die stehen da so rum, und den Tresor in ein, in der Nähe geparktes Auto verfrachtet. - Allerdings hat der Laden jede Menge Sicherheitskameras, so dass sich die Polizei davon Hinweise verspricht, aber die sind immer so zurückhaltend mit ihren Kommentaren, dass man dazu nichts hört. - Auch nicht, wie viel Geld da in dem Tresor war, auch das bleibt vorerst ein Geheimnis. - Panzerknackerbande deshalb, weil in den letzten Wochen eine ganze Serie von Einbrüchen stattgefunden hat, bei denen es immer um Tresore ging. - Zwei Rathäuser waren auch Opfer, El Paso und Mazo, eine Tankstelle, ein Autovermieter, ein Postamt, aber auch Privatwohnungen wurden beraubt, und immer ging es um den Safe. - Die Bevölkerung ist ziemlich beunruhigt, und inzwischen ermittelt auch fleißig die "Policía Judicial", also die Kriminalpolizei, denn das haben wir hier und nirgendwo so gerne, dass einem die Panzerknacker das sauer verdiente Geld wegnimmt, schließlich sind wir doch nicht Dagobert.

La Palma bleibt das Asphaltwunderland. - In El Paso ist man mit der neuen Asphaltdecke der Ortsdurchfahrt fertig, lediglich die Straßenmarkierungen sind noch nicht überall angebracht. - Auch müssen noch eine Einfahrten abgesenkt werden, denn obwohl man an Teilen der Trasse den alten Asphalt abgehobelt hat, oder zumindest etwas davon, liegt die neue Straßendecke höher als die alte, und ich habe nun die Befürchtung, dass bei heftigen Regenfällen die Fußgänger ziemlich nasse Füße bekommen, und auch die Hausbewohner an der Hauptstraße Probleme mit dem Wasser haben werden, denn der Unterschied zwischen der Straßendecke und Teilen des Bürgersteigs ist nun nur noch marginal. - Aber was rede ich, die nächsten vierzehn Tage ist kein Regen in Sicht, also alles schnell vergessen… - Es wird aber auch an andere Stellen kräftig weiterasphaltiert, zwischen Argual und Los Llanos, dann zwischen Tazacorte und Puerto und irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, unsere Inselregierung hat es furchtbar eilig, unsere Straßen in Ordnung zu bekommen. - Das ist auch nötig, keine Frage, es gibt da Stellen, an denen hätte man vor Jahren schon eingreifen müssen. - Oder kann es daran liegen, dass wir bald keinen Asphalt mehr haben?

Das einzige auf der Insel produzierende Werk in Fuencaliente ist seit Januar dieses Jahres eigentlich zu schließen, denn es hat lediglich Papiere aus der Gemeinde, und die sind keineswegs ausreichend für den Betrieb einer solchen Anlage. - Das Gobierno de Canarias und ein aus Alibi-Gründen geschaffene Umweltagentur, die "APMUN" "Agencia de Protección del Medio Urbano y Natural" sind sich nicht einig, wer denn nun eigentlich dafür zuständig ist, das Ding zu schließen und ich könnte wetten, der Druck der Politik ist das nicht so wirklich hoch, denn alle wissen ja, so lange man sich nicht dafür entschließt, wo man denn auf der Insel ein solches Asphaltwerk legal, oder sagen wir vorsichtiger ohne Proteste betreiben kann, ist eigentlich auf dieses Werk nicht zu verzichten. - Man denkt darüber nach, dass in Barlovento eines hin sollte, aber auch da stimmt der Abstand zu Wohngebieten nicht und deshalb gibt sich der Bürgermeister auch ganz vorsichtig in seiner Begeisterung um Arbeitsplätze und Steuereinnahmen, ohne Umweltgutachten ginge gar nichts. - Da hat er Recht, der gute Mann, ohne Umweltgutachten geht sowieso nichts, das bestimmt aber nicht er, sondern das Gesetz, und eben auch das mit den 2.000 Metern Abstand zu den Wohngebieten. - Theoretisch kann das dort also auch nicht hin, aber wir haben das ja auch im Aridanetal gesehen, Recht haben und Recht bekommen sind ganz unterschiedliche Dinge und hier musste man jahrelang kämpfen und ganz tief in die Tasche greifen, damit einem das Recht auch zugesprochen wird. - Da kann man für die Leute aus Barlovento eigentlich nur hoffen, dass die nicht zu Asphaltbauernopfer gemacht werden. - Ich bin gespannt, wie das weitergeht, ein paar Wochen kann man ja ohne Asphalt, aber nicht wirklich länger, und dann muss man sich schnell was einfallen lassen.




Unbesiegbar in Sachen Asphalt, der Asphaltkampfhund, "Mastino asfalticus piche"





Dienstag 16.12.2014 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 60 % - Luftdruck 1026 hPa

Gastbeitrag von Kai Stockrahm
Geocaching La Palma

"Leg dich nie mit Geocachern an, die verstecken dich an Orten, wo dich keiner findet."

Vielleicht sind sie Ihnen ja auch schon mal aufgefallen. Menschen jeden Alters stehen allein, zu zweit, seltener in Gruppen, an markanten Stellen in einer Stadt oder einem Park. Sie schauen sich verstohlen um, linsen immer wieder auf ihr Smartphone. Dann - zwei, drei schnelle Schritte, ein Griff, und sie sind verschwunden. Kurze Zeit später sind sie wieder da, einer gibt dem anderen Deckung, etwas wird zurückgesteckt. Drogendealer? Kleinkriminelle? Zivilfahnder?

Nein. Geocacher.

Geocaching hat sich mittlerweile zur Massenbewegung entwickelt und lässt sich am einfachsten als digitale Schnitzeljagd beschreiben. Wenn Ihnen Wandern auf die Dauer zu langweilig wird, Sie Schwierigkeiten haben, den Nachwuchs zu motivieren, mal länger zu laufen als bis zum nächsten Strand oder Sie schlicht etwas Neues entdecken wollen, dann wäre Geochaching was für Sie. Das Grundprinzip ist einfach: Jemand versteckt einen Cache und teilt der Geocaching-Gemeinschaft die Koordinaten mit, fertig. Marktführer ist geocaching.com, eine Community, bei der mittlerweile über 2,5 Millionen Caches gelistet werden. Die Anmeldung ist kostenlos, und man braucht lediglich ein GPS-Gerät, um sich auf die Suche zu machen. In der Praxis wird man allerdings eher ein Smartphone und die entsprechende App nutzen, da beides die Suche erheblich komfortabler macht. Die offizielle Geocaching-App ist recht teuer (zwischen €9,- bis €11,-), es gibt aber eine Lite-Version, die kostenloses Ausprobieren ermöglicht.

Wie jede Gemeinschaft haben auch Geocacher einen eigenen (englischen) Dialekt entwickelt, deswegen zum besseren Verständnis hier einige Begriffserklärungen:

- Geocache: 'Cache' bedeutet Versteck oder Speicher. Ein Geocache ist ein Behältnis, das im einfachsten Fall nur das Logbuch enthält, in dem man sich mit seinem Cacher-Namen einträgt ('loggen'). Diese Form nennt man in der Community so:

- Tradi: abgeleitet von 'traditional'. Die Größe der Cache-Dose ist sehr variabel: Sehr beliebt sind Filmdosen, es gibt aber auch Plastikdosen jeder Größe bis hin zu ganzen Kisten, die im Boden versenkt werden. Dabei ist 'Groß' nicht unbedingt gleichbedeutend mit 'leicht zu finden'. Die aufgebohrte Variante ist der...

- Multi: Ein Geocache mit mehreren Stationen, die normalerweise Rätsel oder kleine Aufgaben enthalten. Jede Lösung liefert einen Teil der Koordinaten, an denen sich der eigentliche Cache, der 'Final', befindet.

- Mystery: Ein Rätsel-Cache, kann auch als Multi ausgelegt sein.

- Earth-Cache: Führt zu auffälligen Punkten auf der Erdoberfläche, die dann beschrieben und an den Besitzer geleitet werden müssen. Erst wenn dieser sein Okay gibt, gilt der Cache als geloggt.

- Webcam-Cache: Wird geloggt, indem man sich von der Webcam fotografieren lässt. Für Hamburger: Die Webcam der 'Cap San Diego' ist auch ein Cache.

Das Loggen der Caches erfolgt immer zweistufig: Im Logbuch vor Ort und auf der Website. In der geocaching.com-App sind verschiedene Log-Einträge schon vordefiniert. Sollte ein Cache mehrfach als 'Nicht gefunden' geloggt worden sein, ist er wahrscheinlich weg.
Höchster Log ist der FTF, der First Time Find. Damit gibt man an, der erste gewesen zu sein, der den Cache gefunden hat. Mein erster FTF (GC4X392) liegt hoffentlich noch in der Steilwand am El Time.

Dosen verschiedener Größen zu verstecken ist ja nur sinnvoll, wenn man nicht nur ein Logbuch und einen Stift hineinlegen will. Deswegen liegen in den Dosen oft kleine Gegenstände, z. B. aus Ü-Eiern (deren gelbe Döschen sich auch famos zum Verstecken eignen). Man darf sich etwas herausnehmen, muss aber im Gegenzug auch etwas hineinlegen. Das nennt man 'Trading'. Die Caches können aber noch etwas anderes enthalten, nämlich...

...Travelbugs (TBs)
Travelbugs sind Gegenstände, an denen eine Hundemarke ('Dogtag') hängt, auf der ein eindeutiger Code eingeprägt ist. Mit diesem Code sind sie in der Datenbank von geocaching.com registriert. Hintergrund ist, das die TBs oft Aufgaben zu erfüllen haben: Manche wollen zu einem bestimmten Geocache zurück, andere einfach nur um die Welt reisen. Mir ist mal ein 'Akte X'-TB auf La Palma in die Hände gefallen, der unbedingt zum Area51 in Nevada wollte...

Achja, die Menschen:
Der Besitzer eines Caches ist der Cache-Owner, oder schlicht Owner. Er hat den Cache gelegt und ist auch für die Pflege verantwortlich. Sollte er nicht immer vor Ort sein, kann er die Pflege auch an andere Cacher delegieren. Auf La Palma kümmert sich unter anderem das Team Kangoo um eine ganze Reihe von Caches.

Und dann wären da noch die Muggel. Ja, genau die aus 'Harry Potter'. Die Definition von Muggel ist in der Cacher-Welt ganz einfach: Jeder, der kein Geocacher ist. Es gibt Hunde-Muggel, Jogger-Muggel, Radfahrer-Muggel, und noch viele andere mehr. Kontakt beim Cachen sollte unbedingt vermieden werden, und von einem Muggel beim Loggen angesprochen zu werden gilt als Todsünde. Wenn ein Cache auf einmal verschwunden ist, gilt er - wenn keine Naturgewalten im Spiel waren - als 'gemuggelt', also von einem Muggel entführt. Deswegen haben die meisten größeren Dosen einen markanten Aufkleber mit dem geocaching-Logo und einem mehrsprachigen Hinweis, die Dose doch bitteschön da zu lassen, wo man sie gefunden hat.

Auch wenn das Spielprinzip einfach erscheint ("Gehe zu Punkt x/y, such die Dose und trag Dich ein."), ist es doch alles andere als langweilig. Zunächst einmal, es ist DRAUßEN, das heißt, man weiß nie genau, was einen erwartet. Der Platz kann trocken oder sumpfig sein, steil oder eben, griffig oder glatt. Am besten zieht man sich wie für eine Wanderung an, auch wenn der Cache mitten in der Stadt liegt. Manche Owner haben einen etwas schrägen Humor. Jeder Cache ist in der Datenbank mit einer Beschreibung hinterlegt, aus der der Schwierigkeitsgrad hervorgeht. Ein Cache mit einer Ein-Stern-Bewertung im Terrain muss sich nicht unbedingt leichter finden lassen als einer mit drei oder mehr Sternen. Hier kann es hilfreich sein, sich die Logs der anderen Cacher durchzulesen. In den Logs wird man aber keine Hinweise finden, höchstens versteckte Andeutungen. Wenn man gar nicht mehr weiterweiß, kann man auch die Hinweise des Owners studieren oder kontaktiert ihn. Gefährlich wird es, wenn der Owner zu 'erweitertetem Cacher-Besteck' rät. Ein Freund von mir fährt nicht ohne Grund mit Teleskopleiter und Wathose durch die Gegend...

Und warum das jetzt alles? Beim Geocachen ist es wie bei jedem anderen Hobby auch: Es kommt immer darauf an, was man selbst draus macht. Natürlich kann man wie wild Dosen sammeln und seine Mitcacher durch eine hohe Zahl an Logs beeindrucken. Das ist aber nicht zwangsläufig hoch angesehen, spannender ist schon, möglichst viele Caches mit drei oder mehr Sternen zu sammeln. Ein Fünf-Sterne-Cache auf La Palma wird mir wahrscheinlich auf immer verwehrt bleiben: Er liegt in 10 Metern Tiefe vor der Westküste im Meer, ich glaube, zwischen Puerto Naos und El Remo.
Viele Caches auf La Palma haben mich aber an wunderschöne Orte geführt, die man so in keinem Wanderführer findet, und ein Owner-Pärchen hat in die Cache-Beschreibung sogar hineingeschrieben: "Wir zeigen euch jetzt mal unseren Lieblingsplatz..."













Montag 15.12.2014 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 38 % - Luftdruck 1025 hPa
Höchsttemperatur heute 18,8 Grad - niedrigste Temperatur 12,6 Grad

Wassertank in Argual geborsten
Große Schäden aber mit Glück keine verletzten Personen

Gestern am späten Nachmittag brach die Seitenmauer eines großen Wassertanks ein, und um die 5 Millionen Liter Wasser bahnten sich ihren Weg durch Gewächshäuser, Bananenplantagen, Häuser und schließlich auch auf die Hauptstraße LP1, welche Los Llanos mit dem Norden der Insel verbindet. - Dabei hatte man mehrfach Glück, denn etwa nur ein Drittel der im Wasserbecken vorhandenen Menge ist ausgelaufen. - Der untere Teil des Beckens hat Stand gehalten, den Bildern nach könnte man vermuten, dass irgendwann mal der Tank erhöht wurde, und dort an der Schnittstelle der Bruch geschehen ist. - Das ist aber noch Teil der Untersuchungen, welche nun stattfinden, denn das Ganze wird eine teure Angelegenheit für den Eigentümer des Speicherbeckens, respektive der Versicherung, wenn denn eine vorliegen sollte. - Auch Glück war, dass am Sonntag keine Arbeiter in den Bananenplantagen arbeiteten, welche komplett zerstört wurden und weiteres Glück, dass in den betroffenen Häusern niemand vor dem Haus war und wenig Verkehr auf der Straße. - Drei Autos erwischte es die unterwegs waren, fünf weitere abgestellte, aber auch in den Autos wurde niemand verletzt, lediglich mussten die von überall hergerufenen Hilfskräfte Menschen mit Nervenzusammenbrüchen behandeln, es muss ein durchaus ungutes Gefühl sein, auf der Straße fahrend plötzlich vom Wasser weggespült zu werden. - Man spricht von insgesamt 15 Personen, die man aus Autos und Häusern gerettet hat, beziehungsweise evakuiert, auch den Hubschrauber hatte man gerufen, aber der brauchte nicht eingreifen, es waren genug Helfer am Boden bereits unterwegs. Die Straße musste komplett gesperrt werden, der Verkehr wurde über Tazacorte in den Norden der Insel abgewickelt und es wird noch eine ganze Weile dauern, bis die Betroffenen den Schreck überwunden haben und die Schäden behoben sind.

Es ist nicht das erste Mal, dass solch ein Tank bricht, aber die Schäden waren meist geringer, und die Diskussionen brechen nun wieder los, wer denn diese privaten Wasserspeicher, die durchaus enorme Größen erreichen können, kontrolliert. - Die noch viel größeren Becken in Inselbesitz, die werden ständig von den Technikern des Cabildo Insular überwacht, aber wie es scheint, gibt es keine Aufsicht für diese privaten Tanks. - Für die Geschädigten könnte aber auch hier wieder Glück herrschen, denn der Tank gehört einer Bananenkooperative, und nicht einer Einzelperson, die vielleicht bei dem Schadensmaß nicht mehr zahlungsfähig wäre, man kann also durchaus darauf hoffen, die Schäden ersetzt zu bekommen. - Wie hoch diese sind, darüber lässt sich noch niemand aus, man ist noch zu beschäftigt damit, die Schäden zu beseitigen und die Straße wieder so weit herzurichten, dass diese sicher befahren werden kann. - Der gestern geborstene Tank ist etwa ein halbes Jahrhundert alt, aber das muss nicht heißen, dass das Alter mit der Havarie etwas zu tun hat, es kommt eben sehr viel mehr darauf an, wie gut das Ding seinerzeit gebaut wurde. - Es kann auch immer wieder passieren, es gibt sehr viele von diesen privaten Tanks, besonders hier im Aridanetal, welches man früher auch mal das "Tal der Spiegel" nannte, von den vielen Tanks eben, auf deren Wasseroberfläche sich die Sonne spiegelte. - Benutzt werden aber nur noch vielleicht die Hälfte aller dieser Tanks, denn die Wasserzuleitung für die Bananen hat sich vielfach geändert und große Flächen werden heute direkt bereits unter Druck von den Hauptleitungen bewässert, und die Pflanzer müssen vielfach das Wasser nicht mehr in den großen privaten Speichern zwischenlagern. - Es gab mal in wasserreichen Wintern den Vorschlag, man solle doch die vielen, inzwischen leeren Tanks dazu benutzen, das überschüssige Wasser zu speichern und ich denke heute mal, was für ein Glück, dass man diese alten Tanks nicht doch wieder gefüllt hat, sonst kämen solche Unglücke, wie dieses von gestern, noch häufiger vor. - Mal sehen, ob nun Inspektoren über die Insel geschickt werden, die Tanks zu kontrollieren, ich denke mal ja, und wer solch ein Ungetüm gefüllt in seiner Nähe hat, der sollte mal ruhig, aber auch robust, über eine Versicherung nachdenken. - Aber alles in allem, wieder mal Glück im Unglück gehabt, diese Insel kommt meist mit einem blauen, in diesem Falle nassen Auge davon. - Bilder gibt es reichlich von www.eltime.es, ich habe mir es gespart, dort als Gaffer zu erscheinen um Bilder zu machen, ich habe lediglich eine Grafik von Grafcan genommen und einen roten Pfeil reingesetzt, damit Sie eine Vorstellung haben, welcher Tank und welche Umgebung dort betroffen ist.






Montag 15.12.2014 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 12 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 42 % - Luftdruck 1026 hPa

Gastbeitrag von Antje Gieser
Kleine Ursache - Große Wirkung - Schönheitskur für Los Cancajos

Plötzlich sah alles ein bisschen anders aus am schwarzen Sandstrand von Los Cancajos. Fast über Nacht und noch lange vor Beginn der Hauptsaison waren eine Reihe von Sonnenschirmen aus Bast fest installiert worden. Die Chancen, einen Schattenplatz zu ergattern und einen ausgedehnten Strandaufenthalt ohne Sonnenstich zu genießen, sind damit enorm gestiegen. Liegestühle mit blauen Auflagen und blau-gelbe Stoffschirme harmonieren nun mit dem Outfit der Socorristas.

Doch was war das? Ein paar Tage später stand in jeder der drei Buchten eine Riesenschachtel. Viereckige, ausgesprochen unansehnliche Spanholzklötze. Wie man beobachten konnte, waren sie das Nachtquartier für Liegestühle und Stoffschirme "Na ja, La Palma eben!", dachte so mancher für sich. Und als eine junge Engländerin lauthals schrie "O my God" war vielen nicht so recht klar, ob sie nun den winterlich kühlen Atlantik, der ihr gerade bis zu den Knien reichte, oder doch die schmucklosen, nein hässlichen Zigarrenkisten meinte.

Und wieder ein paar Tage weiter - ja was war denn das? Wie die berühmten Heinzelmännchen haben sie die Pinsel geschwungen, die "Amigos Pintores de las Breñas". Und sie sind zu kleinen Schmuckstücken geworden die hässlichen, plumpen Kisten. "Kleine Ursache - große Wirkung, na ja, La Palma eben. Ja, so kann es auch sein!" dachte der Eine oder Andere für sich.










Sonntag 14.12.2014 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 18 % - Luftdruck 1023 hPa
Höchsttemperatur heute 18,1 Grad - niedrigste Temperatur 12,2 Grad

Statussymbol Bodega
Außen pfui, innen huihuihuihuihui

Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da durften Frauen nicht in die Bodega. - Warum das so war, und zum Teil heute noch so ist, das erzähle ich Ihnen später. - Zunächst aber mal die Frage klären, was ist denn eine Bodega überhaupt. - Ein Ort, der was mit Wein trinken zu tun hat und auf keinen Fall mit Alltag verwandt ist. - Das ist die letztendliche Bedeutung einer Bodega, und so wie wir das meinen, aber auch ein Lagerraum, ein Stauraum, eine Kelterei und in einigen Ländern Südamerikas sagt man sogar zu Warenhäusern Bodegas. - Fast jeder hat eine Bodega, aber eben nicht immer muss die was mit Wein und dem Wohlfühlen zu tun haben, also Vorsicht, wenn Ihnen jemand sagt, Ihr Fiffi darf nur in der Bodega mitreisen, dann heißt das im Frachtraum des Flugzeugs. - Aber diese ganzen Begriffe überlassen wir dem Alltag und reden von den Räumen, welche sich Privatpersonen zu einer Bodega ausgebaut haben, was man vielleicht mitteleuropäisch so ein bisschen mit einer Kombination von Party- und Hobbykeller vergleichen kann, einfach weil wir mal davon ausgehen, dass das Keltern von Wein hier auf der Insel deutlich präsenter ist, als in Deutschland. - Eine Bodega braucht möglichst ausgeglichene Temperaturen, damit der Wein nicht verdirbt, und deshalb sind die oft in Höhlen eingerichtet, oder halb in den Fels gehauen und früher, eben als alles anders war, und nur manches besser, da standen dann viele Holzfässer in irgendwelchen Nischen, in diesen kellerartigen Gruften und warteten darauf, dass der Wein zu Essig wurde.

Der Sage nach konnte man das damit beschleunigen, dass man Frauen mit in die Bodega nahm, und als man auch bei uns das Wort Chauvinist und Frauenfeindlichkeit kennenlernte, da konkretisierte man(n) diese rustical-legend noch mit dem ebenso idiotischen Hinweis, Frauen dürften nicht in die Bodega wenn sie "malo" wären, also schlecht. - Auch auf die Gefahr hin, jetzt sämtlichen Kleininselcharme zu verspielen, mit "malo", also schlecht, bezeichnete man Frauen, die gerade ihre Tage haben, oder knapp davor waren, oder knapp danach, also praktisch den gesamten Monat lang. - Ich darf Ihnen aber versichern, dass man das heute nur noch in ganz abgelegenen Ecken der Insel so sieht, blöde Erklärungen, warum man denn mal ohne Frauen einen Heben will, die klingen heute meist anders. - Ich kann Ihnen auch versichern, dass es an ganz anderen Dingen lag, warum man früher so gut wie überhaupt keinen trinkbaren Wein aus irgendwelchen privaten Bodegas bekam. Vielleicht noch allenfalls stark harzigen Vino de Tea, der eben nur nach Harz schmeckte, und so alle anderen Fehler überdeckte, oder den Malvasía, weil der so viel Zucker hat und Alkohol, dass da auch kaum was schiefgehen konnte. - Der Rest, und alle Bodegainhaber mögen mich bitte nicht steinigen, oder was noch schlimmer ist, mit alten Wein aus alten Fässern mästen, war so gut wie nicht trinkbar, und auch nur unter Verletzung sämtlicher Rezepte als Essig zu verwenden. - Die Fässer waren daran Schuld, die schlechten Hefen, die unhygienischen Zustände und die Fiestas, die damals in solchen Bodegas abliefen, die gingen meist so, dass man sich durch alle Fässer probierte, bis man eines fand, welches die geringste Magenschleimhautentzündung versprach, und dabei blieb. - Ganz Schlaue brachten Büchsenbier mit, und entschuldigten das damit, dass man noch fahren musste, oder die Nacht über Dienst hatte, denn Bier hat ja keinen Alkohol, so wie das früher bei uns hieß, und in Teilen Bayerns immer noch so ist.

Irgendwann hatte der Liebe Gott, oder einer, der wusste, wie Wein eigentlich schmecken kann, mal ein Einsehen, und brachte die ersten Edelstahlfässer mit auf die Insel, dann Reinzuchthefen, dann lernten ein paar Leute wie das wirklich geht mit dem Keltern, und siehe da, man kann den Wein dieser Insel doch trinken, und nicht nur das, die frischen Weißen dieser Insel gehören der absoluten Weltspitze an und bei den Roten wird man auch immer besser. - Zur gleichen Zeit revolutionierte man auch das, was man als Bodega bezeichnete, die alten Fässer, der Gammel, der Geruch, all das verschwand langsam und man evolutionierte diesen Raum vom Arbeitsplatz zum Wohlfühlbereich. - Der Wein blieb natürlich, aber man setzte große Tische mit rein, und man aß und trank dann plötzlich nicht mehr von der "aprovechierten" (verdeutscht von: Habe gedacht, das wäre der Sperrmüll) Kabeltrommel, und saß auch nicht mehr auf alten Getränkekisten. - Die Esse, in der man auf Mandelholz grillte und kochte verschwand, und jede Art von Grills und Kochstellen fanden Einzug, und was früher mal zufälliger Schmuck von Lavasteinen war, weil man das Loch in den Fels gehauen hatte, das wurden dann Wände und Decken mit kunstvoll behauenem schwarzem Bims. - Aus dem Lagerraum mit Fressecke und Weintränke sind Hallen der ländlichen Innenarchitektur geworden, und man geht zum Pinkeln auch nicht mehr um die Ecke vor die Bodega, sondern inzwischen haben die natürlich alle moderne Toilettenanlagen, und ich könnte wetten, viele von denen schicker und moderner als im Haupthaus.

Die Einrichtung der Bodegas ist mal im Stil Gelsenkirchener Barock, (hier müsste man sagen "estilo Tinizara"), mal mit wirklich gelungener Hand, meist wenn man die Frau hat mitbestimmen lassen, und was eben früher das Wagenrad und die wachsbeschichteten Bastflaschen waren, das sind heute Dekorationsstücke der "última" Generation, oder vom letzten Ausflug mit dem Pickup nach Tenerife. - Man zeigt inzwischen in einer Bodega, was man hat, oder besser mit ihr, denn seit dem sich selbst arme Schlucker einen SUV leisten können, eine gut aussehende Frau und ein Haus mit Putz und Farbe dran, muss man halt zu anderen Mitteln greifen, sich von der Masse abzusetzen. - Ich fürchte mal, dass wir nur noch einen Schritt davon entfernt sind, dass wir zukünftig die Schuhe ausziehen müssen, wenn wir eine dieser hehren Hallen betreten, oder es bald eine Fachzeitschrift gibt, für Bodega-Feng-Shui, und man diese ostentativ auf der Ablage des Stummen Dieners liegen hat, gleich wenn man die Loggia der Bodega mit den Lichtspielen betreten hat. - Es wäre falsch, die Dinge so einfach zu sehen, wie den direkten Schluss von der Leistung des Sportwagens zur knappen Größe des Geschlechtes, aber Bodega-Tuning hat hier schon reichlich Bedeutung erlangt, und gewisse Kreise arbeiten bereits an einem Moratorium, welches sich um ein Ende der Aufrüstungsdebatte für Bodegas bemüht. - Immer schielt heute der Besitzer der Bodega bei Betreten schon auf die Reaktion der Besucher, und wenn man früher beherzt "Ahhh" seufzte, weil man endlich ein Fass mit annähernd trinkbarem Wein gefunden hatte, so gehört das "Ahhh" heute dem Gesamtkunstwerk Bodega, obwohl der Wein viel besser ist, als noch früher. - Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da beleidigte man die Leute hier in dem man sagte, dein Vieh ist zu dünn, deine Hunde taugen nichts, deine Frau ist hässlich und deine Kinder so dumm wie du. - Heute beleidigt man die Leute robust damit, wenn man beim Friseurbesuch immer noch hörbar tuschelt: Hast du schon gesehen, der Juan hat nur ein vierflammiges Ceranfeld in seiner Bodega, das taugt auch nicht für Induktion und überhaupt, die Beleuchtung mit den Sparlampen ist eine Katastrophe, ich glaube, ich muss mal mit seiner Frau ein Wörtchen reden.




Bodega, früher. - Aber der Wein...





Sonntag 14.12.2014 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 12 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 35 % - Luftdruck 1024 hPa

Gastbeitrag von Rose Marie Dähncke
Berechtigte Namensänderung

Bisher hatte sie den lieben Spitznamen "Tunnelute", um sie nicht mit einer anderen Ute zu verwechseln. Sie fuhr so ungern durch den damals noch unbeleuchteten Tunnel, geriet dort fast in Panik, und schon hatte sie den Namen weg. Sie war nicht mehr eine ganz junge Frau, aber immer noch fesch, sehr fesch.

Eine Bekannte von uns war bei ihr zum Kaffee eingeladen. Sie hatte schon drei Wochen lang zwei Söhne ihrer Nachbarn in Deutschland zu Besuch, Nachbarn, mit denen sie jahrelange Freundschaft verband, weshalb sie den jungen Männern eine schöne Zeit auf La Palma bot. Sie nahm sie mit zum Kaffee, damit sie sich zu Hause nicht langweilten.

"Hallo" wurde sie freundlich begrüßt, und dann folgte ein "Hallöchen-Hallöchen", als ihr die beiden stattlichen Männer ins Blickfeld gerieten. Glupsch-glupsch sprangen die Äuglein von einem zum andern, und vom andern wieder zum einen. Waren wirklich beide sehr ansprechend. Welch nette Überraschung!

Man trat ein und setzte sich - ach nein, dazu kam es erst gar nicht. Nur die Eingeladene setzte sich. Den großen Stattlichen fragte die Tunnelute: "Soll ich Dir mal das Haus zeigen?" Wie gesagt, sie war nicht mehr ganz jung, aber immer noch sehr fesch, und auch wenn nicht, so kann ein wohlerzogener junger Mann ja kaum nein sagen. Sie zogen los, und nun setzte sich auch der jüngere Bruder.

Das Haus hatte eine Essküche, einen kleinen Wintergarten und drei Zimmer, eines davon war durch die Besucherin und den Jüngling besetzt. Die Besichtigung dauerte ein knappes Stündchen. Die Eingeladene hatte sich schon weidlich gelangweilt. Was sollte sie mit dem restlichen jungen Mann wohl reden, mit dem sie schon drei Wochen täglich zusammen war. Aber nun gab es ja vielleicht Kaffee. Nein, im Gegenteil, es gab keinen Kaffee. Der jüngere Stattliche wurde gefragt: "Möchtest Du auch mal das Haus sehen?" Auch er war wohlerzogen und konnte deshalb nicht nein sagen. Die Eingeladene langweilte sich nun mit dem älteren der jungen Männer, auch mit ihm hatte sie keinen Gesprächsstoff mehr. Ohne zu wollen, fiel sie in ein ausgedehntes Nickerchen, denn die Besichtigung dauerte diesmal ein sattes Stündchen. Sie schrak verwirrt hoch, als man plötzlich komplett war, konnte sich aber schnell fassen und ihre wohl schon vorher ausgegorene Entscheidung treffen: "So Jungs, wir fahren nach Hause, es wird schon dunkel".

"Aber..." etwas hilflos und scheinbar der schnöden Gegenwart noch nicht wieder ganz einverleibt, begann die nicht mehr ganz junge, aber immer noch sehr fesche Frau zu stammeln: "Aber, ich wollte doch noch Kaffee kochen". Die einzigen Worte, die die Eingeladene heute zur allgemeinen Unterhaltung beisteuern konnte, kamen dann nicht ohne einen gewissen Missklang hervor (was keiner ihr verdenken kann): "Das lassen Sie man. Sie sollten sich jetzt ein bisschen ausruhen. Los Jungs, auf geht's".

Sie erzählte die Geschichte hier und da und auch uns, und so änderten wir automatisch den Namen Tunnelute in einen noch kürzeren, viel treffenderen... Dreimal dürfen Sie raten.







Samstag 13.12.2014 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 35 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 21,6 Grad - niedrigste Temperatur 14,5 Grad

Kurz angeschrieben
Azorenhoch, Politgekabbel und andere Nachlässigkeiten

Das Azorenhoch bringt sich wieder seinem Namen nach in Stellung, und das findet meist unter stürmischem Beifall statt. - Dabei holt das Hoch den Wind so weit aus dem Norden, dass es empfindlich kalt werden wird die beiden kommenden Tage, und da zwischen Europa und Afrika noch ein kleines Tief hängt, kommt der Wind auch noch mit kräftiger Beschleunigung an. - Anders als Westwind ist der Passat aus dem Norden und dem Osten kein Grund für Beunruhigung am Flughafen, aber bei uns pfeifen dann wieder die Böen von der Cumbre Nueva ins Aridanetal. - Wir lieben Diminutiva, oder sollten wir sagen, Diminutivchen… denn diesen, manchmal stürmischen Fallwind nennen wir aus El Paso dann "brisa", also Brise. - Aber so sind wir, ein Kaffee ist immer nur ein cafecito, ein Bier niemals eine cerveza, sondern immer nureine cervezita, und man muss dringend davon ausgehen, dass ein vinito die Bezeichnung für mindestens fünf Gläser darstellt, aber wer ein Glas Wein ordert, der wird angeguckt, als hätte er ein Alkoholproblem. - Zurück zum Wetter, die beiden kommenden Tage werden unaussprechlich kalt, also zum Einsatz von Feinripp geeignet, dann drängt das Azorenhoch weiter Richtung Europa und dann erhalten wir wieder wärmere, vorgewärmte Luft vom Kontinent. - Der Hochdruck dürfte bis Ende des Jahres halten, mit ganz normalen Temperaturen, also wieder ohne Feinripp zu überstehen und Niederschläge, wenn überhaupt, nur im Norden und Osten der Insel.

Das meiste politische Gekabbel muss man wohl schon unter dem Hinweis im kommenden Mai sind Kommunalwahlen ablegen. - Die allergrößten Freunde dabei sind Partido Popular und die Coalición Canaria, die sich, wo sie nur können, grob beharken. - Fast möchte man meinen, die Sozialisten ducken sich dabei geschickt weg, um nicht so viel abzubekommen, aber im Wahlkampf bekommt jeder sein Fett weg. - In Los Llanos grummelt es gewaltig, da streiten sich ausgiebig die beiden "Exen", also Ex-Bürgermeister Juan Ramón Marín (CC), und Noelia García (PP), welche beide nicht mehr dran sind, und die Presse freut sich über so viel einfachen Füllstoff. - Man wirft dem Juan Ramón vor, er hätte, als er noch am Ruder war, Pläne eines unterseeischen Deiches für Puerto Naos mit nach Hause genommen, denn im Rathaus wären diese nicht mehr zu finden und bei sich im Facebook hätte er diese Pläne gepostet. - Das macht den Herren äußerst stinkig und der kontert nun, es seien nur Kopien und wenn die Partido Popular zu blöde ist, diese Pläne zu finden, dann könne man denen auch nicht helfen und überhaupt, Noelia García solle ganz still sein, denn sie hätte ja als Bürgermeisterin eine, nach seinen Worten illegale Baumaßnahmen an ihrem Wochenendhaus in El Remo vorgenommen. - In der Tat wird das jetzt im Cabildo Insular untersucht, ob das damals eine Notreparatur war, und damit erlaubt, oder eine Sanierungsarbeit, und damit genehmigungspflichtig.

Anderen Krach gibt es um die Finanzierung des Nationalparks Caldera de Taburiente. - Die spanischen Nationalparks müssen nach einen Gerichtsentscheid von den autonomen Regionen verwaltet werden, nicht mehr zentral aus Madrid. - Das widerspricht so ein bisschen dem Wort Nationalpark, aber wir leben in einem Land, in dem sich Regionalisten wie die Coalición Canaria Nationalisten nennen, und da man hier auch nicht die gleiche Geschichte mit dem Nationalismus zu verarbeiten hat wie in Deutschland, sind viele Begriffe viel freier belegt. - Dabei entstehen nicht immer sinnvolle Wortbildungen, aber es ist halt so. - In der autonomen Region Kanarische Inseln, bestehend aus den Provinzen Santa Cruz de Tenerife und Las Palmas de Gran Canaria, hat man beschlossen, die Verwaltung in die Hände der Inselregierungen zu übergeben. - Das soll nun geschehen und man hat auf La Palma auch bereits den ersten Verwaltungsrat für den Nationalpark gewählt und dabei hat der Inselpräsident und zukünftige Präsident des "Patronato del Parque Nacional de la Caldera de Taburiente" darauf hingewiesen, man fürchte, ein Drittel der Mittel, welche für den Park aus Madrid kommen, könnten vom Gobierno de Canarias einbehalten werden. - Das wären zwischen 500.000 Euro und einer Million, und mit welcher Begründung man diese Gelder nicht weiter auf die Insel schicken will, damit ist noch nicht gedient worden, und ob das für die anderen Nationalparks auf den anderen Inseln auch so sein soll, oder ob das eine Strafmaßnahme ist, weil hier auf La Palma eine rebellische Inselregierung nicht so tickt, wie man das im Gobierno de Canarias gerne sehen würde. - Überhaupt ist die Vergabe der Verwaltung der Nationalparks bei den betroffenen Biologen und dem Personal höchst kritisch diskutiert, denn man fürchtet, man habe, besonders auf den kleinen Inseln kein ausreichend ausgebildetes menschliches Humanpotential. - Das ist ein altes spanisches Problem, hervorragende Leute an der Front, bis hinauf in die Verwaltungsebene, ab dort herrscht Chaos und Vetternwirtschaft und macht Arbeit und Leistung extrem uneffektiv und oft unbrauchbar. - Mal abwarten, ob unser Verwaltungsrat für den Nationalpark geeignet ist, mit einer solch wertvollen Ressource richtig umzugehen, denn eine direkte, nahe Verwaltung, kann natürlich auch Chancen bieten, den Nationalpark besser für die Inselinteressen zu nutzen.




Die Passatmaschine auf dem Nordatlantik, das Azorenhoch.





Samstag 13.12.2014 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1019 hPa

Gastbeitrag von Cultura El Paso
Kunstmesse, Ausstellung "Liberarte La Palma" in El Paso

Das Cabildo Insular de La Palma lädt alle ein zur zweiten Kunstmesse "Liberarte La Palma", welche vom 11.12 - 14.12.2014 von 11:00 - 21:00 Uhr im Recinto Ferial von El Paso stattfindet. - Diese Räume befinden sich unter der Plaza Franzisca Gazmira, gegenüber dem Eingang zum Mercadillo in El Paso.

Ausstellende Künstler sind:
Manu Marzán (Kunstmaler); Anselmo Gutiérrez Pérez (Bildhauer); Erika Gallo (Kunstmalerin); Sebas Art (Kunstmaler und Bildhauer); Alexis Javier Acosta Simón (Fotografie); David Méndez Pérez (Kunstmaler); Artevivo (Bildhauer); Vanessa Sancho (Malerei); Manuel Garrido Abolafia (Kunstmaler, Öl auf Leinwand); Arsenio (Kunstmaler); Mawahe y Haira (Zeichnungen); Graciela Janet (Kunstmalerin); Castello (Bildhauer); Kunstschule "Escuela de Arte Manolo Blahnik" (diverse Projekte); Alicia (Bildhauerin); María-Louisa-Kuylenstierna (Kunstmalerin); Alexej Dvorak (Kunstmaler); Alison S. Jones (Kunstmalerin); Amigos Pintores de Las Breñas (Kunstmaler); Bernd Diezmann (Kunstmaler und Fotogtafie); Francisco José Van Baumberghen Rodríguez (Kunstmaler); y Selu Vega (Fotografie)


Bilder einer Ausstellung... (Facebook)






Freitag 12.12.2014 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 21 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 21,8 Grad - niedrigste Temperatur 14,0 Grad

Wirres und zusammenhangloses Zeug
Wer Einschreiben vom Gobierno de Canarias bekommt

Der muss keinen Schreck bekommen, meistens nicht, es wird wohl so sein, dass er im vergangenen Jahr auch die "Alegación" gegen das Wiederauferstehen der Autobahnpläne unterschrieben hat. - Die Antworten darauf kommen seit einer Weile gesandt, und natürlich per Einschreiben, so wie sich das gehört, die müssen ja beweisen können, dass die Einwände beachtet und beantwortet wurden. - Was drin steht ist weniger schmackhaft, man verteidigt die Pläne als vollkommen angemessen, und auch das Gelände würde nicht fragmentiert, sondern das würde die vorhandene Straße bereits jetzt auch schon machen. - Es käme auf die Sicherheit an, diese sei bei der jetzigen Durchfahrt durch El Paso nicht mehr gegeben, und die Kosten für diese ganze Geschichte seien ganz normal für solch einen Verkehrsweg, welcher eben für die kommenden Generationen bereitstehen soll. - Überhaupt sei das Teuerste die neue Tunnelröhre, der Rest dagegen weniger, und überhaupt, die Pläne sind alle korrekt, es ist die beste Variante und man kann das nun alles nicht mehr rückgängig machen und will das auch gar nicht. - Ich habe das nicht wörtlich übersetzt, das scheint mir angesichts der Dreistigkeit auch nicht angebracht, man beharrt auf seinem Standpunkt, nur Klotzen ist gut und spricht von Wachstum, welches es schon lange nicht mehr gibt, und auch lange nicht geben wird. - Man kann eigentlich einfach nur abwinken, die kapieren das nicht, oder sollten wir einfach davon ausgehen, dass man da ein feistes Geschäft mit Synergieeffekten für die Amigo-Fraktion einfach weiter funktionieren lassen will? - Es ist aber kein Geld da, die beste Art und Weise uns vor vielen Auswirkungen von Größenwahn zu schützen, und längst wird nicht alles gebaut, was auch angestoßen wird und das eifrige Herrichten der jetzigen Hauptverkehrsstraße ist auch noch das allerbeste Mittel gegen irgendwelche Notwendigkeiten einer Autobahn.

Morgen ist in der Hauptstadt Santa Cruz Konsum, Kultur und Unterhaltung angesagt, die "Noche de las Estrellas", also die "Nacht der Sterne" soll reichlich Besucher locken. - In anderen Städten nennt man ähnliche Veranstaltungen "Noche blanco" also weiße Nacht, aber es bedeutet das Gleiche, die Gastronomie und der Einzelhandel laden zum großen Konsumfest und mit Musik und anderen Darbietungen lockt man die Leute in die Stadt. - Und macht eben die Nacht auch zum Tag, die Läden haben bis in die Puppen offen und diese tanzen in der Hauptstadt bis Mitternacht. - Reichlich gute Musikgruppen hat man zusammengetrommelt, das hat sich bislang immer gut bewährt, auch letzte Woche in Los Llanos konnte man so viele Besucher in die Stadt locken, denn dort war vergangenen Freitag bereits das große Einläuten der heißen Phase des weihnachtlichen Konsumismus. - Das Wort gibt es gar nicht meinen Sie, kann sein, aber "läuft bei dir" zählt als ganzer Satz, und ist auch noch berühmt geworden… Schlendern, Bummeln, Shoppen, Musik lauschen und sich unterhalten lassen, und mal nicht an solchen Blödsinn wie die Autobahn denken, das kann man sich ruhig auch mal gönnen, denn dann läuft bei dir auch wieder besser.

Und dann kommen ja auch wieder die Feiertage und die beginnen bei uns schon am 20. Dezember, denn dann kommen unsere beiden Mädels für zwei Wochen, und das ist immer ein Grund zum Feiern. - Aber was heißt hier immer, das erste Mal, dass beide weg waren und wiederkommen, denn die Jüngere ist ja erst Anfang September hinaus in das gezogen, was manche auch die Große Weite Welt nennen, und wer aus El Paso ist, für den ist die Welt überall sonst natürlich groß und weit. - Die Frage, was es am Heiligen Abend oder überhaupt Weihnachten zu Essen geben wird, die haben wir uns noch gar nicht gestellt, wir versuchen mal ganz locker daran zu gehen und vielleicht auch einfach das Angebot der Läden auf uns einströmen zu lassen. - Oder wir gehen mal in ein Restaurant an den Feiertagen, aber das habe ich alleine nicht zu entscheiden, und da die Mädels gerade mitten in den letzten Arbeiten stecken, werde ich da jetzt nicht mit solch weltlichen Problemen meine ohnehin begrenzte Telefonzeit mit ihnen vergeuden. - Für Gäste und hier lebende, als was immer man sich auch bezeichnen will, (Resi, Brezeldieb, Migrant…) hat der CIT-Tedote, wie in den vergangenen Jahren auch, wieder eine Auflistung gebracht, welche Restaurants denn wann zu den Feiertagen geöffnet haben. - Das ist sehr nützlich, auch wenn man dazusagen muss, dass es sich in der Liste natürlich nur um die Restaurants handelt, welche auch Mitglieder beim Centro de Iniciativas y Turismo sind. - HIER geht es zu der Liste, die man in diesem Jahr sogar so groß gemacht hat, dass man das auch lesen kann… Vielen Dank CIT-Tedote!






Freitag 12.12.2014 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 17 % - Luftdruck 1022 hPa

Gastbeitrag von Bernd Thümmel
Insel meiner Vernunft - Ankunft al Aeropuerto

Vernunft ist eine interpretierbare Erscheinung. Das haben sich wohl auch die verantwortlichen Architekten und Bauplaner des Aeropuerto de La Palma gedacht, die das wunderbare alte Flughafengebäude vor einigen Jahren ersetzt haben.
Deshalb wird der Gast auf La Palma optisch nicht gerade von einer Augenweide empfangen. Real wird er in ein modernes spanisches Bauwerk der gigantischen Klasse getaucht. So erkennt ein Gast wie ich: Hier hatte vor kurzer Zeit Beton noch eine riesige Zukunft. Ich wandere durch ein finsteres langes Beton-Tal. Verglast, rechter Hand, baldig sich öffnender Blick in den Abgrund einer einsam, weit unten, auf riesigem finsteren Boden da liegenden Gepäckausgabe.
Endlich, nach langem Laufen durch einen gar stockdunkel wirkendem Gang, ist mein erstes Etappenziel erreicht! Der da sich nun zeigt:
Viele schwarze Gummibänder, von denen nur eines ratternd lärmend sich langsam zu bewegen beginnt.

Ich blicke derweil wartend in die Weite des riesigen Raumes. Meine Augen schweifen entlang der vielen, ruhig stehenden Gummibänder. Fein säuberlich liegen sie da, parallel nebeneinander in der Stille der gigantisch betoniert anmutenden Halle. Fast gleichmütig wirkt das hier sich darbietende Baukonzept von gigantischen Massen des grauen Beton. Es reiht sich, beinahe trostlos ein Pfeiler dem anderen.
Plötzlich kommt in den Sinn ein Gedanke von Ruhe! Ruhe die hier offenbar nicht nur Nachts Einzug hält.
Was alles wäre hier möglich diese Ruhe zu bannen!
Auf den Weiten der Gummibänder ausgestellte Gegenstände oder Bilder von Künstlern sich dem Betrachter fahrend zeigend, sehe ich da plötzlich vor mir. Die hohen Wände bunt gestaltet, viel Licht durch frei von Künstlerhand gestaltete Lampen, die morbide Betonhöhe des weiten Raumes vertreibend! Da erblicke ich, das Auge ganz hinten am Ende dieser gigantisch leeren großen Halle angelangt, eine Wander-Ausstellung namens "BER". Das scheint eine tolle Installation gescheiterter Gigantomanie zu sein! Der Betrachter erfährt in dieser Wanderausstellung in allen Facetten, wie Betongeld lodernd verbrannt wird. Helles Feuer, nicht schnell erlöschend, so zeigt es die Ausstellung: Beton verbrennt Geld noch viele Jahre nach Baufertigstellung. Ich höre, durch die leere Halle laufend, Angestellte miteinander plaudern. Ich sehe deren ärgerliche Blicke, denn es ist das Thema Flughafengebühren, welche die hier landenden Airlines "ab zu drücken" haben, was die Angestellten beunruhigt.

Ich bin froh, endlich draußen vor der Aeropuerto-Betonwüste de La Palma zu stehen, zurück in der Realität, die irrsinnig wirkenden Weiten der betonierten Außenanlage der Flughafens betrachtend.
Wo der Atlantik sich in seiner blauen Weite zeigt und ein erstes Inselbild sich dem Betrachter zu präsentieren sucht, findet man betonierte Weiten gespickt mit grünen Pollern, die auf den gigantischen Betonflächen wirken, wie in Reihe und Glied aufgestellte Männchen auf einem Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Spielfeld. Nur dass es derer eindeutig zu viele sind. Deshalb denke ich unweigerlich an Wanderer die hier hergestellt wurden, um Pfade durch die völlig eintönige Betonanlage zu weisen.
Jetzt fällt mir endlich ein, was es ist, das die riesige Anlage des Aeropuerto La Palma so wie beschrieben erscheinen lässt:
Es sind die Menschen die hier fehlen! Eine riesige Betonfläche mit vereinzelt, zum Teil verwirrt wirkenden Menschen und vielen, vielen Betonbänken, alle leer da stehend, Richtung Meer. Dazwischen als einziges Grün am Flughafen der Isla Verde: Poller deren grüner Kunststoff im UV-Licht der Atlantik Sonne nicht einmal mehr glänzt.

Auf ein baldiges Wiederlesen, grüßt Sie herzlich Bernd Thümmel alias Bernado







Donnerstag 11.12.2014 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 58 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 18,5 Grad - niedrigste Temperatur 16,0 Grad

Jammern erst wieder im April erlaubt
Statistik bestätig gefühlten Aufschwung

Im Tourismus läuft es gut hier auf La Palma im November, dazu brauchte ich eigentlich keine Statistiken, aber es ist doch schön, wenn sich das auch so bestätigt. - Ich kann also wohl auch im kommenden Jahr meine beiden Töchter noch zum studieren schicken, wobei wir wohl hier auf der Insel im Tourismus lernen müssen, im Winter das Geld auch für den Sommer zu verdienen. - Wobei wir ja für den kommenden Sommer einen Flieger mehr haben als in diesem Jahr, also bleibt auch die Hoffnung bestehen, dass der Sommer nicht so grausam schlecht wird, wie er es in diesem Jahr war. - Und die andere gute Meldung ist, dass nun die Condor bereits den Winterflugplan 2015/2016 freigeschaltet hat, und dann endlich auch wieder Hannover mit im Programm ist. - Montag geht es ab Hamburg und Stuttgart, Dienstag ab Frankfurt und München und Mittwoch ab Düsseldorf und Hannover. - Das nur so nebenbei, auch wenn es hier gerade noch um diesen Winter geht, aber weil eben viele Gäste schon lange im Voraus ihr Lieblingshaus reservieren wollen, man kann jetzt schon den Winter 2015/2016 buchen. - Die Zahlen, welche wie immer die AENA, also der staatliche Flughafenbetreiber zur Verfügung stellt, geben das auch wieder, im November waren es auf La Palma 6,4% mehr Fluggäste, dabei prozentuell gleich aufgeteilt, sowohl nationale wie internationale Flugreisende haben von der Zahl her zugelegt. - Für das ganze aufgelaufene Jahr sieht das allerdings anders auf, dort macht sich immer noch der grausame Sommer bemerkbar, und noch verzeichnen wir einen Rückgang bei den internationalen Gästen von 1,3% und hoffen aber, durch einen guten Dezember noch auf die bereits so berühmte Schwarze Null zu kommen. - Beim Aufkommen des nationalen Tourismus zeichnet sich die langsame Erholung der Wirtschaft doch ab, 9,5% mehr Menschen sind in den ersten elf Monaten dieses Jahres von den anderen Inseln oder Madrid zu uns gekommen, allerdings werden wir wohl bis Jahresende dennoch nicht die eine Million Passagiere mehr erreichen, die wir vor ein paar Jahren bereits hatten. - Dabei meint man alle Fluggäste, welche den Flughafen nutzen, also sowohl ankommende, wie abreisende Menschen, und das waren eben in den Monaten Januar mit einschließlich November 780.000 Reisende.

Die Tourismusbranche freut sich also über diese Wintersaison und man muss wohl einfach anerkennen, das haben wir den gewachsenen Flugverbindungen zu verdanken und daran hat auch die neue Inselregierung Anteil, und da muss man gar nicht mit Lob sparen, auch wenn einem die Partei zumindest auf Landesebene eher verhalten erfreut, der neue Rat für Tourismus, Raul Camacho (PP), hat hervorragende Arbeit geleistet und wenn jemand was gut gemacht hat, dann wollen wir das hier auch erwähnen. - Es gab halt in den vergangenen Jahren so wenig zu loben, darum freut es uns ja um so mehr, dass endlich an bestimmten Schlüsselpositionen jetzt Leute stehen, die Ahnung von dem haben, was sie da treiben. - Was nun natürlich auch stimmen muss, das ist die Auslastung der Flüge, sonst steigen uns die Fluggesellschaften ganz schnell auf den Buckel und erzählen uns, wir wären ein drittklassiges Ziel, wie taugen nicht zum Geldverdienen und wir müssten uns für jeden Flug, den man zu uns schickt, auch noch eingehend bedanken. - Die Autovermieter sind zum Teil in Verlegenheit geraten, nach dem grausamen Sommer wagte man es eben nicht, so viele Fahrzeuge zuzukaufen, wie man das sonst immer vor Saisonbeginn gemacht hat. - La Palma tun die mehr Gäste auf der Insel nur gut, die Gastronomie freut sich, die Läden sind besser gefüllt, es tut sich einfach was. - Die große Frage also bleibt der Sommer und hier muss man wohl einfach auf eine weitere Erholung der nationalen Wirtschaft hoffen, denn im Sommer sind nicht so viele internationale Besucher zu bewegen, auf die Insel zu kommen. - Warum eigentlich, denn es wird ja hier nur an ganz wenigen Tagen im Sommer wirklich heiß, unser Azorenhoch lässt das ja nur ganz selten zu, aber im Sommer bieten sich eben so viele andere Ziele auch an, und wir sagen dann halt immer, im Sommer muss man ja nicht aus Deutschland des Wetters wegen "fliehen", das hebt man sich eher für den Winter auf. - Früher, als alles anders, und nur manches besser war, da glich wohl der nationale Tourismus das "Sommerloch" der fehlenden Mitteleuropäer aus, aber davon sind wir im Moment noch weit entfernt. - Aber auch vom Jammertal, gemeckert wird erst wieder ab April!




Der Flughafen La Palma. - Hier an einem Tag ohne Flugbetrieb, weil die Fallwinde vom Westen eine Landung unmöglich gemacht haben. - Das Bild stammt von Wolfgang Hempel und das war der 28.11. dieses Jahres. - Man kann an der Zeichnung des Meeres sehr gut die scharfen Windböen erkennen





Donnerstag 11.12.2014 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 52 % - Luftdruck 1022 hPa

Gastbeitrag von Ruth Lang
Kleines Paradies entdeckt durch die Webseite www.biofincatropical.hol.es

Jeden Sonnabend ab 11 Uhr werden deutsche Anhänger gesunder Biokost eingeladen, sich im Tropengarten der Finca mit Gleichgesinnten zu treffen, in Ruhe die schöne Umgebung zu genießen und sich einen Kaffee oder ein Bier kredenzen zu lassen. Es warten aber auch nette Überraschungen auf den Besucher, ich sage nur pikantes Chutney aus Rote Beete, ein wirkliches I-Tüpfelchen zu gebratenem Fleisch oder auf Kanapees mit gekochtem Schinken. Möchte man Biogemüse kaufen, kann man es selbst an der Pflanze aussuchen, frischer geht es wirklich nicht. Das Besondere an der Finca ist, dass man sich um die Kultivierung auch seltener deutscher Gemüse bemüht wie Schwarzwurzeln, Mairübchen, Steckrüben, Knollensellerie, Meerrettich, Pastinaken u.a.m., ja, man kann sogar Wünsche zur Anzucht von Gemüsearten vorbringen, um dann nach etwa 6-8 Wochen ernten zu können.
Auf der Ostseite der Insel führt die Hauptlandstraße durch die kleine Ortschaft San Simon, beim km 10 gibt es neben einer großen Palme eine Bushaltestelle, und genau dort geht eine Straße/Piste meerwärts bergab. Nach 1,6 km ist man da und wird freundlich empfangen.







Mittwoch 10.12.2014 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 35 % - Luftdruck 1022 hPa
Höchsttemperatur heute 22,3 Grad - niedrigste Temperatur 17,0 Grad

Trink, Brüderlein trink!
Aber den Wein der Endemie

Wir nähern uns mit großen Schritten den Wochen des höchsten Konsums des Jahres, und viele Läden haben schon seit letzter Woche ununterbrochen auf, und werden vor dem 6. Januar wohl auch nicht mehr Ruhetag machen. - Alle hoffen ja darauf, dass die Leute wieder Geld anfassen und in den Einzelhandel bringen, und es gibt tatsächlich Anzeichen, dass der Konsum wieder ein bisschen ansteigt. - Zwar ist die Arbeitslosenzahl immer noch erschreckend hoch, und hat sich besonders bei uns auch nicht spürbar geändert, aber die Leute, welche immer Arbeit hatten, oder auch das große Heer der Beamten und Pensionisten bei uns, die wagen inzwischen sich wieder an das Gesparte heran und geben etwas mehr Geld aus, denn die ganz große Angst, es könnte alles noch viel schlimmer werden, die ist verschwunden. - Was man vermisst, manche weniger, manche mehr, das sind die sonst üblichen Werbekampagnen der Inselregierung und der Gewerbetreibenden, man möchte doch bitte sein Geld hier auf der Insel ausgeben, und nicht anderswo hin fahren, und dort die Weihnachtseinkäufe tätigen. - In der Tat, bislang gab es Radiospots, Fernsehwerbung und auch Anzeigen in den Zeitungen und Plakate, auf denen man dafür warb, das Geld auf der Insel zu lassen, meistens mit dem Hinweis, wenn es mit den gekauften Produkten Ärger gäbe, dann könnte man das hier auf der Insel wieder zum Händler bringen, was anderswo erworben wurde, bringt dann nur Probleme. - Und auch ganz unverhohlen, zuerst der lokale Handel, dann bitte erst die anderen Inseln, wir müssen doch alle zusammenhalten.

Die neue Inselregierung hat in so manchen Situationen bereits bewiesen, dass man dem Guten Ton doch näher steht, und darüber hinaus glaube ich nicht, dass diese Werbeaktionen, das Geld doch hier auf der Insel zu lassen, irgendjemanden davon abgehalten hat, sein Vorhaben die Weihnachtsgeschenke auf Tenerife zu kaufen aufzugeben. - Dabei ist es eigentlich wichtig, dass man den lokalen Handel unterstützt, besonders wenn man in der Branche den Schnarchtassenvirus mal abgelegt hat, und da sind aber noch nicht alle über ihren Schatten gesprungen. - Einkaufen über das Internet, das ist immer noch kein Breitensport hier auf den Kanaren, das hängt aber auch damit zusammen, dass viele nationale und internationale Anbieter nicht so gerne auf die Kanaren liefern, da einmal eine andere Mehrwertsteuerregelung herrscht und auf der andere Seite ein fragwürdiges Zollsystem mit hohen Bearbeitungsgebühren droht. - Darüber hinaus sind die kleinen Insel, wie zum Beispiel wir hier, für manche internationale Paketdienste so etwas wie die letzten Weißen Flecken auf der Welt, fragen Sie mal meine Frau und Herrn Amazon, die gehen inzwischen getrennte Wege. - Gnade unseren lokalen Händlern das Netz, wenn da die Firmen mal den Bogen bekommen, und La Palma auch für alle und alles erreichbar wird, dann müssen sich ganz viele Leute ganz warm anziehen. - Ich habe damit selbst überhaupt keine Probleme, ich bin der berühmte Nichtwechsler, ich tanke immer auf der gleichen Tankstelle, kaufe meine Reifen immer beim gleichen Händler, meine Hosen auch und bestelle nie über das Internet, ich gehe sogar ins Reisebüro, wenn ich Flüge auf die anderen Inseln brauche, obwohl ich selbst eine Firma betreibe, die vom Internet abhängig ist. - Aber das nur am Rande, ich bin halt wie meine Katzen, sämtlich Änderungen werden argwöhnisch zunächst abgelehnt, und nur selten ist Neues besser, oder erhält überhaupt die Chance, sich zu beweisen. - Also keine Werbekampagne für die Endemie in diesem Jahr, so scheint das zu sein, da platzt doch noch der "Consejo Regulador de la Denominación de Origen Vinos La Palma" in die gute Stube, also die Wächter des La Palma DO, und fordert uns alle auf, wenn man sich schon die Kante gibt, dann bitte die eigene. - Man möchte doch bitten, für die Feste, denn wir haben drei am Stück, Weihnachten, Sylvester und Heilige Drei Könige, doch wenn schon, den Wein von der Insel zu trinken, und nicht das furchtbare Zeug vom Festland, oder gar aus dem Ausland. - So ganz zackig drücken die sich natürlich nicht aus, aber es wird kräftig auf die Endemiedrüse gedrückt und so viel von Qualität und Lokalismus gesprochen, dass einem der Wein fast sauer werden könnte. - Aber eigentlich brauchen die sich keine wirklichen Sorgen zu machen, zumindest bei den Weißweinen nicht, denn die sind wirklich von ganz hervorragender Klasse, wenn auch ein bisschen teuer, gerade eben im Vergleich mit den doch bekannten Produkten der "Rioja-Klasse". - Es gibt ja sehr viel neuen Wein in diesem Jahr, jeden Moment muss der in die Läden kommen, vielleicht denken die hiesigen Keltereien, also Bodegas auch mal daran, dass mancher nicht willig ist, immer gleich an die sechs Euro für eine Flasche Weißen auszugeben, auch wenn die Endemie noch so verzückt. - Ich habe heute noch im Supermarkt etwas ganz Außergewöhnliches gefunden, nämlich Weihnachtsbier von der Brauerei Damm. - Extra Weihnachtsetiketten, das kennt man schon von anderen Brauereien auch, aber dieses Bier wird nur für Weihnachten gebraut, und kommt daher wie ein Gran Cru. - Nein, ich habe noch nicht probiert, aber schon mal ´ne Pulle kalt gestellt, darf man ja eh nur im Dunkeln trinken, wenn kein Endemiewächter zugucken kann.






Mittwoch 10.12.2014 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 17 % - Luftdruck 1022 hPa

Gastbeitrag von Yoko Tawada
Aus dem Konkursbuchverlag

Ich bin Übersetzerin. Seit ich auf die Insel gekommen war, hatte ich an nichts anderes gedacht, als an die Erzählung, die ich übersetzen sollte; aber ich hatte - um ehrlich zu sein - noch nichts zustande gebracht. Ich war mir nicht einmal sicher, ob man diese Haufen von Buchstaben, die auf nur zwei Blatt Papier verstreut waren, wirklich eine Erzählung nennen konnte. Eine Erzählung sollte sich doch wie eine geliehene, vom langen Tragen mürbe gewordene Jacke anfühlen, aber diese Buchstabenhaufen waren wie von der Sonne gebackene, der Haut fremde Sandkörner; man konnte sie nicht so zu lesen anfangen, als würde man mit dem Arm in eine Jacke schlüpfen; es war nicht, als würde man eine weiche Jacke, sondern kratzenden gebackenen Sand anziehen und damit herumlaufen.

Das Wort "OPFER" beginnt mit einem O. Es fiel mir auf, dass die erste Seite der Erzählung mit Os übersät war. Eher sollte ich sagen, dass diese Seite voller Löcher war; die Os hatten sie hineingefressen. Aber man konnte durch die Löcher nicht hindurchsehen, weil die weiße Seite wie eine Wand war, die mir immer undurchdringlicher schien, je mehr ich sie durchbrechen wollte...

Ich brachte die Os mit der kohlschwarzen Tinte meines Füllers zum Verschwinden. Jetzt ging es mir ein bisschen besser. Ich sah aus dem Fenster.

Auf der Meeresoberfläche vor dem Fenster trieben die Wolkenschatten seltsam langsam vorüber. Ich schaute auf und sah, dass die Wolken selbst sich aber erschreckend schnell bewegten. Dann sah ich auf die Bananenpflanzen und dachte, dass der Bananenplantage seit heute Morgen ein wenig näher gekommen war. Ich hatte einmal von einer wandernden Bananenstaude gelesen; aber die wanderte nur in der Nacht.

Nein, ich war nicht wirklich beunruhig; mehr zum Spaß zählte ich nun die Kakteen, die ich vom Fenster aus sehen konnte. Ich merkte mir die Zahl. Später würde ich die Kakteen noch einmal zählen. Der Vergleich würde vielleicht klarstellen, ob die Bananen wirklich nach und nach den Abhang heraufgeklettert kommen und die Kakteen vertrieben; oder ob ich es mir nur einbildete. Pflanzen interessierten mich nicht. Aber wenn mich einer gefragt hätte, welche meine Lieblingspflanze sei, - ich hätte geantwortet: Kakteen. Denn sie haben keine Blätter, sind auch ohne Wasser munter. Und sie sind auch nicht mehr nützlich, sie sind einfach da - und sorgten so für den Abstand zwischen den Bananen und mir, daher waren sie mir ziemlich wichtig.

Mein Füller berührte die Buchstaben des Originals leicht, hinterließ dort Flecken , mäanderte durch die Luft, landete irgendwie auf dem Manuskriptpapier und schrieb dort in Schlangenlinien die Übersetzungsworte nieder. Ich dachte nichts, bewegte nur meine Hand. Es war so dunkel, dass ich die Buchstaben nur lesen konnte, wenn ich mich zu ihnen hinkrümmte. Draußen wurde es immer lauter. Der Lärm drang noch durch das geschlossene Fenster. Ohne das Licht anzuschalten, ohne etwas zu sagen und ohne wirklich zu wissen, was ich tue, verfolgte ich meine Arbeit wie automatisch. Die Wörter wurden alle zu Löchern. Aber nicht, dass ich empfindungslos oder gar kraftlos gewesen wäre. Ganz im Gegenteil! Immer, wenn ich ein Loch fand, erweckte es dermaßen meine Neugierde, dass ich meine Hand hineinstecken wollte.

Wohl. weil die Sonne sank und von der Seite scheu den dunkel-sandfarbenen Abhang beleuchtete, sahen die Kakteen, die dort standen, wie Wachmänner aus. Ich flüsterte ihnen zu: Lasst keinen ins Haus! Ich hatte für sie mehr Vertrauen und Respekt übrig als für die Menschen. Hatten sie doch keine Blätter, mit denen sie rascheln konnten. Wie stark der Wind auch blies, sie taten keinen Mucks. Aber hinter ihnen hatte sich eine lärmende Gruppe genähert; das konnten nur die Bananen sein.

Die hart gewordene Lava der letzten Eruption zog sich wie ein Band neben dem Haus vorbei bis zum Meer. Der schwarze Pfad lag da wie ein Fluss. In der Dämmerung sah er noch mehr wie ein echter Fluss aus, und ich konnte ihn sogar rauschen hören.

Einmal bin ich auf diesem schwarzen Fluss neben einer Frau gegangen, die ich nicht kannte. Ohne sie zu fragen, wusste ich: das ist die Autorin.

Ich war dann mit der Autorin den Kraterrand entlang gegangen. Der Krater war schalenförmig, wie eine Ameisenfalle, über und über mit grobem, schwarzen Sand bedeckt. Die Felsen an den Rändern des Wegs, den wir gingen, waren wie kochendes, schäumendes Schmutzwasser; sie hatten Löcher, die einer Ananas Platz geboten hätten. Immer wenn ich meine Hand in eines dieser Löcher steckte, war es so heiß, dass ich aufschreien musste. Die Autorin schien mich nicht zu hören und schritt, ohne sich umzudrehen, unbeirrt weiter. Ich ging absichtlich langsamer und wartete darauf, dass sie stehen bliebe.

Aber sie blieb nicht stehen, sondern lief immer schneller und ließ mich immer weiter zurück.

Dies ist ein Ausschnitt aus einer Erzählung der japanisch und deutsch schreibenden Autorin Yoko Tawada. Sie war vor Jahren einige Wochen auf der Insel und hat sich von surrealen Stimmungen der Landschaften La Palmas zu einer langen Erzählung inspirieren lassen, die bisher nur auf Japanisch erschienen ist. Ich erinnere mich, dass sie damals bei ihrem Besuch in nahezu jedem palmerischen Restaurant als seltene "japanische Touristin" bewundert wurde und uns mehr Schnäpse ausgeschenkt wurden als je mit anderen Gästen. Irgendwann werden wir die gesamte Erzählung übersetzen! Yoko Tawada schreibt auf Japanisch und auf Deutsch, sie wirft einen überraschenden Blick zwischen die Kulturen und auf die Sprache und erhielt viele japanische und deutsche Literaturpreise. Zuletzt erschienen ihr Gedichtband "Abenteuer der deutschen Grammatik" und der Roman "Etüden im Schnee" : Eine Geschichte zwischen Ost und West bis in die Gegenwart hinein, erzählt aus ungewöhnlicher Perspektive : von drei Generationen Eisbären (der Jüngste wurde weltweit bekannt und hieß Knut).

www.konkursbuch.com/html/tawada.html
www.konkursbuch.com/html/kanaren.html

Und dann gibt es noch jede Menge an Veranstaltungen anzukündigen:

La Palma, Santa Cruz, Freitag, 12.12.2014, 19.30 h: Salón Noble de la Casa Salazar (Calle O'Daly, n.22). Un año palmero / Ein Palmerisches Jahr. Geschichten, Anekdoten, historische Bilder und Texte über die Natur geben einen Einblick in viele verschiedene Gesichter der Insel. Bildpräsentation, Lesungen & Vorstellung der Bücher "Geheimnisse der Insel. Ein Reiseführer durch 12 Monate" von Ines Dietrich und des zweisprachigen Klassikers "La Palma". Anschließend Gespräche & Wein.

La Palma, Los Llanos, Dienstag, 16.12.14., 20 h: Bar La Luna (C/Fernandez Taño 26): Erotische Lesung. Zarte, harte, heitere, brüllendkomische, aufregende und romantische Short Stories, Glossen, Gedichte und Romanfragmente … Texte verschiedener AutorInnen. Es lesen Uka Rösch, Rainer Tietel und Rosario Valcarcel.

La Palma, Tazacorte, Freitag, 19.12.14, 20 h : Kanarische Literaturnacht / Noche literaria canaria. Lesungen, Ausstellung & Live-Musik, Talk, Tapas, Wein. Zweisprachig spanisch-deutsch. Heitere, dramatische und abenteuerliche Kurzgeschichten, Fragmente, Anekdoten, Gedichte von kanarischen und reisenden Autorinnen und Autoren und mitreißende Lieder von Ima Galguén zeigen verborgene Seiten der Insel. Lesung u.a. aus den zweisprachigen Büchern "Canarias", "La Palma" und "Meereslaunen". U.a. mit Lucía Rosa Gonzáles, Hedda Wortmann, Uka Rösch, Claudia Gehrke.

La Palma, Los Llanos, Freitag, 02.01.15., 20 h: Bar La Luna (C/Fernandez Taño 26): Thriller-Nacht. Szenische Lesung aus dem La-Palma-Thriller "Wanderurlaub" von Regina Nössler. "Patricia Highsmith hat eine deutsche Erbin gefunden. Ein Feuerwerk an genauen Beobachtungen und stimmigen Details durchzieht die sich immer bedrohlicher aufschaukelnde Handlung." (Alf Mayer, Juror Dt. Krimipreis / Krimibestenliste)

Mehr Infos: 0049 172 7233958 - ab 8.12.: 662030899


Dienstag 09.12.2014 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 34 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 22,1 Grad - niedrigste Temperatur 16,6 Grad

Halbvoll oder halbleer
Wasserstandsmeldungen

La Palma ist die wasserreichste Insel der Kanaren, und das haben wir nicht nur den Niederschlägen der Tiefdruckgebiete zu verdanken, welche im Winter in unregelmäßigen Abständen von Westen aus unsere Insel beglücken kommen. - Allerdings ist das natürlich Definitionssache, als jemand, der auf touristischem Boden sein Geld verdient, und die Hacke schon vor ganz vielen Jahren in die Ecke gelegt, oder gar geschmissen hat, sind Regenfälle eigentlich kontraproduktiv. - Aber wir brauchen auch Regen, sonst würden wir den Beinamen die "Grüne Insel" überdenken müssen, und sollten die Niederschläge so zivilisiert fallen, wie in den letzten Monaten, dann hat wohl auch jeder Gast Verständnis dafür. - Es sind zwar vom Volumen her nicht so viele Niederschläge gefallen, bislang 134 Millimeter bei uns in den letzten drei Monaten, aber diese Regenfälle waren sehr effektiv, denn es gab keinen heftigen Starkregen, der zwar enorme Wassermengen in kürzester Zeit bringt, diese dabei aber dann meist ungenutzt in den Atlantik abfließen und dabei auch noch per Erosion besten Mutterboden mitnehmen. - Es wäre also nicht wirklich schlau, immer nur nach der gefallenen Menge zu schielen, sondern es ist auch wichtig, wie der Regen gefallen ist. - Es gibt zwar hier einen oft gesagten Spruch, der übersetzt heißt, es regnet niemals zum Gefallen aller, aber nicht mal das reicht uns aus, es muss auch noch richtig regnen, das heißt langsam genug, dass die Erde und die Insel das fallende Wasser speichern können. - Dafür hat die Insel im Inneren unzählige Kavernen, das Wasser sickert ein, und leider auch oft durch die Insel hindurch wieder in den Atlantik. - Aber an vielen Stellen gibt es auch wasserundurchlässige Schichten, oder solche, welche eben nur ganz langsam das Wasser versickern lassen, und mit Glück und Erfahrung bohrt man dann den Berg an, und trifft eben auf diese wasserführenden Schichten.

Die Hauptmenge des Wassers der Insel aber bringen nicht die Tiefdruckgebiete aus dem Westen, sondern der Nordostpassat mit seinen Wolken, und selbst wenn es dann auf der Ostseite nicht regnet, haben wir was davon, denn unsere Kiefern sind wahre Wunderbäume, die überstehen nicht nur Brände, sondern haben auch noch so lange und dichte Nadelbüschel, dass die die Wolken, oder hier den Passat, "melken". - Das sagt man wirklich so, die Wolken branden an die Insel, und in den Kiefernwäldern kondensiert dann das Wasser an den Nadeln, und tropft so fast ständig zu Boden. - Das ergibt oftmals ein groteskes, aber beeindruckendes Bild, denn wenn es regnet, dann stellt man sich unter einen Baum und bleibt ziemlich trocken, bei Passat allerdings wird man bei uns unter dem Baum nass, aber nicht daneben. - Die Kiefer selbst aber braucht nicht das ganze Wasser, sondern führt eben die Übermenge an produziertem Wasser ab, und lässt auf diese Art und Weise der Insel mehr Wasser, als sie selbst verbrauchen kann. - Es ist halt die Kombination von steiler Insellage, dem Passat und den Kanarischen Kiefern, welche unsere Insel so wasserreich macht. - Und dann haben wir auch noch Wasserspeicher, in denen wir das Regenwasser auffangen, oder Überschüsse aus dem, nach den Regenfällen den Barranco de las Angustias herunterlaufenden Fluss, hochpumpen. - Diese Wasserspeicher sind über die ganze Insel verteilt und sind fast alle miteinander verbunden, so wie man überhaupt für die Landwirtschaft ein äußerst modernes Kanal- und Bewässerungssystem aufgebaut hat. - Der Wassertransit ist dann meist aus dem Nordosten in den Westen, ganz einfach, weil die dort im Nordwesten viel mehr Wasser und auch Quellen haben, und auf der Westseite eben nur im Winter, und auch nicht immer Niederschläge fallen, und der Passat im Westen ohne die Wirkung bleibt, die Erde zu befeuchten. - Mit regelmäßigen Abständen meldet auch das Wasseramt, hier Wasserrat, oder Consejo de Aguas, die Wasserstände der Speicherbecken und hier gibt es Zahlen, die etwa den Stand der bisherigen Niederschläge wiedergeben. - Von den elf großen Speicherbecken auf der Insel sind zwei leer, eines kaputt, und eines noch nicht in Betrieb, und die anderen erreichen zusammen eine Wassermenge von gut einer Million Kubikmeter Wasser. - Die mögliche Speichermenge allerdings sind knapp 2,8 Millionen Kubikmeter, also sind unsere Speicher lediglich zu 37% gefüllt, und das dürfte ruhig noch ein bisschen mehr werden. - Allerdings stimmt das auch nicht ganz, denn alleine unser größtes Speicherbecken, die La Laguna de Barlovento, die hat eigentlich schon einen Kapazität von über 3 Millionen Liter, allerdings wagt man es nach mehreren Havarien nicht mehr, dieses Becken mehr als ein drittel zu füllen. - Nach früherer Rechnung wären das dann also unter 20% mittlere Füllmenge, und das hört sich gar nicht so gut an. - Also schreibt man diesem Speicherbecken nur noch eine Kapazität von 1 Million Liter zu, und so liest sich dann die mittlere Füllmenge unserer Speicherbecken doch wieder ein bisschen angenehmer.




Wohl die berühmteste Kanarische Kiefer der Insel, der "Pino de la Virgen" und die steht, wie könnte es anders sein, bei der "Virgen del Pino"...





Dienstag 09.12.2014 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 58 % - Luftdruck 1021 hPa

Gastbeitrag von Holger & Rea Erdmann
28°47,2'N, 17°58,4'W - oder wo bin ich

Seit nun fast 8 Jahren sind wir "Teilzeitpalmeros", das heißt wir verbringen unseren kompletten Jahresurlaub auf La Palma und bummeln alle in Deutschland angesammelten Überstunden auf der Isla Bonita ab. Wir haben uns ein altes kanarisches Häuschen renoviert und verbringen hier so viel Winter wie möglich auf diesem entspannend ruhigen Fleckchen Erde.

Von Zeit zu Zeit ist es erforderlich zu wissen wo man wohnt: Man möchte eine Autoversicherung abschließen, sich einen Kühlschrank liefern lassen, einen Strom- oder Telefonanschluss beantragen, Freunden mitteilen wo sie uns besuchen können - in all diesen Momenten wäre es praktisch eine Adresse angeben zu können.
Ich muss zugeben, unser Häuschen liegt nicht gerade an einer Hauptstraße, aber die kleine Straße, die zu uns führt ist sogar in Google Maps zu finden und hat dort einen Namen. Es fehlt eigentlich nur noch eine Hausnummer. Als es dann für den Antrag auf Stromversorgung richtig ernst wurde erkundigten wir uns auf dem Rathaus, wie unsere genaue Adresse lautet. Nach kurzer Beratung und der Frage, wie die Nachbarn in der Nähe heißen, waren sich die netten Damen im Rathaus einig, wir wohnen "Cruz del Llanito 5". Dies war einigermaßen plausibel, da Freunde an der gleichen Straße 500 m entfernt von uns auch diesen Straßennamen als Adresse angeben. In Google Maps steht zwar "El Polvillo" - aber was soll's, Herr Google ist ja keine kanarische Behörde. Allerdings: eine alt eingesessene, urkanarische Nachbarin antwortete spontan auf unsere Frage, wo sie denn wohne: "El Polvillo". Also 2 zu 1 für "El Polvillo".

Das E-Werk entschloss sich dann aber bei der Stromabrechnung "Poligono 44-Parcela 407" als Adresse zu verwenden, was dem Katastereintrag entspricht. Der arme Stromableser hat unseren Zähler auch nach Jahren noch nicht gefunden, so dass der Verbrauch vom E-Werk immer geschätzt abgerechnet wird und dann nach einer von mir selbst durchgeführten Ablesung korrigiert wird.

Inzwischen haben wir sogar eine Bewohnbarkeitsbescheinigung mit der Adresse "Cruz del Llanito 5", welche aber im Computer der Telefongesellschaft, nicht zu finden ist. Zur Beantragung eines Telefonanschlusses fragte man uns dort nach den Telefonnummern der Nachbarn. Mit Hilfe einer Rückwärtssuche entschloss sich die Angestellte zu "El Tanque 94" als unserer Adresse. Das hatten wir nun noch nie gehört. Aber wenn es hilft…

Unsere Autoversicherung tut sich noch ein bisschen schwer per e-mail zu kommunizieren, auf jeden Fall kommt die Rechnung per Post. Da wir nun aber dreiviertel des Jahres gar nicht hier sind, haben wir keinen Briefkasten installiert sondern ein Postfach eingerichtet: "Apartado 2021". Leider hat unsere Gemeinde aber kein eigenes Postamt mehr, so mussten wir das Postfach sogar in der Nachbargemeinde einrichten. Dadurch haben wir sogar 2 verschiedene Postleitzahlen.

Wer mitgezählt hat kommt auf 5 Adressen: Cruz del Llanito 5, El Polvillo ?, Poligono 44 - Parcela 407, El Tanque 94 und Apartdo 2021; wenn man die Koordinaten mal außer Acht lässt. Wenn wir dann aber im Dezember im T-Shirt auf der Terrasse mit 180° Blick über den Atlantik frühstücken können, ist es uns ziemlich egal, wo wir wohnen.

Holger & Rea Erdmann







Montag 08.12.2014 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 48 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 18,3 Grad - niedrigste Temperatur 14,5 Grad

Doppelpack
Mutmaßliche Diebe zeigen Polizei an, und wer die Wahl haben will, muss aufs Rathaus gehen

Für Polemik ist gesorgt, heute ist noch Feiertag, also schläft ein großer Teil der Presse noch, aber ab morgen haben wir wieder mal ein Thema, über das wir uns ganz groß aufregen können. - Die Einbrüche in Firmen, Rathäuser aber auch Privatapartments haben sich gehäuft in der letzten Zeit und die Polizei versucht, mit dem Einsatz von Zivilfahndern dagegen zu steuern. - Allerdings bleiben bislang die großen Erfolgsmeldungen aus, obwohl man schon Spuren hat, und diese noch erhärten will. - Da tauchen dann plötzlich über WhatsApp Fotos von 8 Beschuldigten auf, und diese Fotos haben sich ganz schnell über ganz La Palma und auch die anderen Inseln verteilt. - Eigentlich haben alle diese Fotos bei sich auf dem Handy, und die abgebildeten Personen sind auch bereits inselbekannt, das war keine große Frage. - Ob nun diese acht Personen mit den letzten Einbrüchen in Zusammenhang stehen, das kann man natürlich nicht behaupten, aber irgendwie sind die eben aus den Datenkanälen der Guardia Civil auf private Handys gekommen, und konnten sich so verbreiten. - Alle Bilder stammen nämlich sichtbar von der Guardia Civil, und man vermutet, dass eine Gruppe von Agenten dieser Polizeitruppe diese Bilder zum inneren Betrieb verwendet hat, und von dort eben auch nach außen gelangt sind. - Eigentlich kannte man diese Gesichter bereits, aber nun stehen die halt noch deutlicher am Pranger und spüren eben noch mehr den sozialen Druck, denn man ist schon ziemlich sauer auf diese Leute. - Jetzt haben diese, oder einige von denen sich gewehrt, und eine Anzeige losgelassen wegen der Verbreitung dieser Bilder und die Anzeige richtet sich gegen die Guardia Civil, denn von dort kommen die Bilder, und irgendwo muss eine undichte Stelle sein. - Rechtlich wird das wohl eindeutig sein, diese Bilder hätten nicht verbreitet werden dürfen, und wahrscheinlich machen sich sogar alle mitschuldig, welche diese Bilder weiter verbreiten, aber die Bevölkerung applaudiert diesem öffentlich machen der Fotos natürlich und man wird sich in den kommenden Tagen wunderbar das Maul wetzen können an den vielen Zitaten und Kommentaren, welche durch die sozialen Netzwerke schwappen werden. - Ich denke mal, diese Acht haben sich keinen Gefallen damit getan, jetzt gegen die Guardia Civil ermitteln zu lassen, das bringt die Leute nur noch mehr gegen diese mutmaßlichen Gauner auf, man hätte wohl eher darauf setzen sollen, dass irgendwann virtuelles Gras über diese Bilder wächst. - Ich bin gespannt, wie das weitergeht, mutmaßliche Diebe zeigen die Polizei an, da haben wir ja wieder mal ein Thema, über das man genüsslich tratschen kann.

Im kommenden Mai sind Kommunalwahlen, in den autonomen Regionen werden die Parlamente neu gewählt, und auf den Inseln auch die Inselregierungen, die Cabildo Insulares, und auch alle Gemeinden werden neu bestimmt. - Als Mitglieder der Europäischen Union haben hier lebende Ausländer das Recht den Gemeinderat und den Bürgermeister mit zu wählen, die Inselregierung allerdings nicht, und das Gobierno de Canarias auch nicht. - Wer hier lebt, also ein Einwohner einer Gemeinde ist, der wird im Regelfall bei der Einbürgerung gefragt, ob er denn auch an den Gemeindewahlen teilnehmen will. - Er erhält dann vor den Wahlen einen kleinen weißen Brief, den er ausgefüllt zurückschicken muss und dann wird er in den "Censo Electoral" eingeschrieben und darf an den Gemeindewahlen und auch den Europawahlen teilnehmen. - Aber das klappt nicht regelmäßig, aus welchen Gründen auch immer, deshalb muss man rechtzeitig auf die Gemeinde gehen und sich in den "Censo Electoral" eintragen lassen, oder eben überprüfen, warum man keinen Benachrichtigungszettel bekommen hat. - Manchmal ist es nämlich auch so, dass man wohl im "Censo" steht, aber den kleinen Benachrichtigungszettel nicht bekommen hat, weiß der Geier, oder der Briefträger warum, und man könnte wohl wählen, weiß aber gar nicht wo und wann. - Alle hier lebenden EU-Ausländer haben nun genau noch bis Jahresende Zeit, auf die Gemeinden zu gehen, und zunächst überprüfen lassen, ob man denn im "Censo Electoral" steht, oder nicht und in dem Fall, dass dort noch keine Eintragung ist, dieses eben nachzuholen. - Wer nicht wählen will, der kann sich den Gang zum Rathaus natürlich sparen, allerdings gehört nach meiner Auffassung von Integration es auch dazu, dass man sich in der Heimatgemeinde einbringt, und selbstverständlich auch wählen geht. - Die Ausrede, ich weiß doch gar nicht wen ich wählen soll, die stimmt nicht so ganz, denn wer meine Seite öfter mal liest, und nicht nur quer, und nicht nur die Katzengeschichten, der kann sich schon ein Bild davon machen, wer denn eigentlich in Frage kommt. - Also, wer hier lebt und noch nie gewählt hat, und auch vor den entsprechenden Wahlen keinen weißen Benachrichtigungsbrief bekommen hat, der sollte bis Jahresende auf die Gemeinde gehen und nachfragen, ob man denn im "Censo Electoral" eingetragen ist. - In El Paso macht man das bei Adela, im ersten Stock ganz rechts nach vorne raus, in den anderen Gemeinden weiß ich natürlich nicht, wer dafür zuständig ist, aber man kann ja fragen. - Sie haben die Wahl, Sie müssen eben bloß hingehen.




Nein, es handelt sich dabei nicht um Brezeldiebe...





Montag 08.12.2014 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 42 % - Luftdruck 1020 hPa

Gastbeitrag von Rose Marie Dähncke
Liebe Siebold-Leser,

Sie werden sicher noch viele Gastbeiträge von mir lesen, auch welche, die mehr als haarsträubend sind, auch angeschmutzte und solche, die man vielleicht nicht niederschreiben sollte. Aber sie sind alle wahr, und die Schuld liegt nun mal nicht bei mir, dass solche Dinge geschehen. Gerne würde ich meine über hundert Kurzgeschichten als Buch herausbringen, aber unsere Verlage sind ja wohl alle überbelastet mit Buchangeboten. Mein Titel sollte sein 'Ich schlimme Dame', obwohl das Schlimme an mir ja nur die Wiedergabe meiner Erlebnisse wäre, ich selbst bin gar nicht so schlimm, ganz im Gegenteil. Bitte denken Sie nicht schlecht von mir und schmunzeln Sie über meine Art, die menschlichen Situationen des Alltags zu sehen. Alle Erzählungen sind dazu gedacht, den Leser zu amüsieren.
Rose Marie Dähncke





Mach mal, Opa

Es ist die pure Wahrheit: Auch ein deutsches Mädchen hatte einen heißen Tag (ich könnte Namen nennen), und seitdem weiß ich, warum man so oft alte Männer an der Straße hocken sieht. Da sitzen sie auf der Treppe vorm Haus, auf einem Mäuerchen oder direkt im Rinnstein. Ich dachte immer, sie gucken den Mädchen nach, was ja bekanntlich bis zum späten Ableben ihr, wenn auch nicht mehr aufbauender, so wenigstens noch genüsslicher Sport ist. Aber nach meinen neuesten Beobachtungen gucken sie nirgendwo hin, nur ins endlose Nichts und zählen nicht einmal Autos, sie warten einfach, dass die Zeit vergeht.

Unser Mädchen hatte einen palmerischen Freund, mit dem es bei dringendem Bedarf in den Wald fuhr, aber heute war mit dem Auto nichts anzufangen. Es hatte wohl einen Defekt an den inneren Organen, vielleicht kein Benzin, oder der Anlasser war kaputt. Es sprang nicht an. Das Mädchen war schon ganz hibbelig, und der Knabe wurde leicht nervös ob so großer Beanspruchung wie auch Verantwortung, aber er sah sich der Lage mannhaft gewachsen und konnte das Mädchen unter Aussicht auf Erfolg etwas beruhigen: "Weißt Du, wir gehen zu meinem Opa, der wohnt ja gleich da ein Stück weiter". Ja, aber der Opa machte nun gerade seine Siesta, was an einem heißen Tag immer das Allerbeste ist. Ein kühles Lager und ungestörte Ruhe. Damit war es nun gar nichts. Der Knabe stürmte ins Haus und erschreckte den lieben Alten heftig: "Mach mal, Opa, setz Dich an die Straße, wir brauchen das Bett!"

Wenn Sie nun durch die kleinen Ortschaften fahren und selbst die alten Männer an der Straße sitzen sehen, dann wissen Sie, es ist nicht ihre Lust, da so rumzuhocken, es ist die Lust der Enkel.







Sonntag 07.12.2014 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 17 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 23,6 Grad - niedrigste Temperatur 12,8 Grad

Adventsgeplauder
Kann man Katzen wirklich erziehen?

Die Politik schweigt über die Dezemberbrücke hinweg, nur das alte Schlachtross der Coalición Canaria, José Luis Perestelo, der schon mal Inselpräsident war, und Abgeordneter in Madrid, der erklärt uns seine Sicht der Dinge und wie man es hätte vermeiden können, dass heute die Inselregierung aus einer Koalition von Sozialisten und Partido Popular besteht. - Ich glaube, er sieht das ganz richtig, man hätte das verhindern können, und dann bin ich richtig froh, dass die jetzt erst klüger sind, und nicht schon damals… Das war es dann aber auch schon mit Politik, ansonsten regiert der ruhige Sonntag zwischen den Feiertagen, auch wenn viele Läden offen sind. - Das Wetter ist gut, der Wind weht nur ein bisschen kräftig und ich muss mir nachher noch überlegen, ob ich trotz einer Erkältung dann noch meinen Abendspaziergang mache, und daran, dass sich jemand solch Gedanken machen kann, sieht man doch eigentlich, dass es uns gut gehen muss… Im Kopf planen wir schon Weihnachten, besser gesagt die Zeit, da unsere Kinder ab dem 20. Dezember bei uns sein werden und ich bin gespannt, wann wir denn anfangen mit dem Einkaufen, denn noch bremsen wir uns gegenseitig mit dem Hinweis, das und jenes können wir immer noch holen, es ist doch noch ein paar Tage hin. - Die ältere Tochter haben wir ja zwischendurch mal eine Woche gesehen, die Jüngere aber ist nun seit Anfang September aus dem Haus, und was wir so an Reaktionen auf unsere Anrufe oder WhatsApps erhalten, kommt es uns schon so vor, als ob da ein Kind aus dem Haus gegangen wäre, und ein Erwachsener kommt dann zurück. - Die Ältere war immer schon deutlich selbstständiger, oder es kommt uns nur so vor, so wie man wohl immer die jüngeren Kinder anders behandelt als die Älteren. - Wir können ja nicht von der Großen und der Kleinen sprechen, da die Jüngere deutlich länger ist als die Ältere, also klingen unsere Umschreibungen immer ein bisschen knochig. - Auf jeden Fall scheint das wieder so zu werden, kommen die Kinder zurück ins Haus, dann geben die Alten für die kurzen Wochen die Sinnverantwortung an Unbekannt ab, und vielleicht könnte man zukünftigen Generationen dann doch mal nahelegen, man sollte vielleicht Erziehung doch irgendwo als Pflichtfach für angehende Eltern bereithalten. - Bislang ist das ja alles gutgegangen möchte man meinen, aber das sind ja immer nur Momentaufnahmen, und was noch alles auf uns zukommen kann, das möchte ich mir auch gar nicht vorstellen. - Dass meine Frau und ich nun hier alleine klarkommen müssen, davor habe ich auch einigen Bammel gehabt, aber als Spezialist für Alltag muss ich zugeben, genau der hat das ganz einfach geregelt, man muss nur nicht hingehen, und immer über alles nachdenken.

Aber mit den Katzen, das muss anders werden, würde man von unseren Katzen auf unsere Kinder schließen, dann täten sich Abgründe auf, die man auch mit Raupenschleppern wohl nur unzureichend schließen könnte. - Für Pauls schlechte, oder nicht vorhandene Erziehung könnte man ja noch Verständnis aufbringen, der kam mit ein paar Lebenstagen zu uns und wuchs die ersten Wochen in der Tasche meines Overalls heran, weil ich allein war mit ihm, und ihn nicht alleine lassen konnte. - Damals dachten wir ja noch, man gönnt sich eine, solch gottgleiche Figur, und das war es dann, aber es wurden halt immer mehr und was der Paul für sich beansprucht, also völlige Kontrolle über das zweibeinige Versorgungsteam, das fordern auch die anderen alle ein. - Und wir wehren uns kaum noch dagegen, es ist ja nur lästig, dauernd erzieherisch einzugreifen, und dann eben auch noch bei Katzen so unsinnig. - Aber wir müssen da in den kommenden Wochen noch einiges nachholen, denn unsere Kinder sind viel strenger mit den Katzen als wir, und werden uns kräftige Vorwürfe darüber machen, dass Katzen nicht auf Tischen sitzen dürfen und sowieso, dass Luffy inzwischen einen Wanst bekommen hat, als würde die bald junge Kätzchen bekommen. - Bekommt sie nicht, die ist, wie die anderen auch sterilisiert, aber die frisst und hört nicht auf und wir sind irgendwie zu schwach, da handelnd einzugreifen. - Es heißt ja immer, die ganz kräftigen und robusten Erziehungsmaßnahmen müssen so früh wie möglich geschehen, alten Katzen und alten Menschen bringt man nichts mehr bei, auf keinen Fall gutes Benehmen, aber irgendwie schlafft man ab, wenn man innerhalb von einer halben Stunde die Stressmaschine Penny im Halbminutentakt sechzigmal vom Tisch räumen muss. - Wir gehen dann einfach raus, tun so, als hätte das Telefon geklingelt, oder wir müssen ins Bad und wahrscheinlich gehe ich deswegen jeden Abend spazieren, bloß um nicht deutlich erziehend bei den Katzen eingreifen zu müssen. - Dabei ist das ja eh nur ein Bild des Jammers, der hagere Kerl hält eine Katze vor sein Gesicht und erzählt dem Vieh: "Du sollst doch nicht auf den Tisch springen". - Eigentlich ein Wunder, dass aus unseren Kindern was geworden ist, und genau deshalb müssen wir bis Weihnachten mit den Katzen noch etwas üben, denn die allerschlimmste Geschichte ist ja, wenn die Kinder dieses oder jenes Fehlverhalten den Eltern gegenüber damit vertreten, man sei eben schlecht erzogen worden. - Und das könnte dann zum allerletzten wirklichen Tiefpunkt jedes elterlichen Aufbegehren führen, wenn man dann verletzt den Satz rauswürgt: "Du wirst uns verstehen, wenn du erst mal selbst Kinder hast". - Das ist uns noch nicht passiert, und um diesen Donnerhall an gesprochener Unzulänglichkeit zu verhindern, müssen sich die Katzen bis zum 20. Dezember wärmer anziehen, als ich das gemacht habe…




Seien Sie ehrlich, könnten Sie die vom Tisch jagen?





Sonntag 07.12.2014 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 42 % - Luftdruck 1022 hPa

Gastbeitrag von Anna Levin
Das Korallenhaus

Als mich 2012 meine Lektorin anrief und mich fragte, ob ich Lust hätte, einen Roman zu schreiben, der auf einer fernen oder exotischen Insel spielt, wusste ich anfangs nichts damit anzufangen. Auf meine Frage, welche Orte sie sich vorstellen könnte, schickte sie mir eine lange Liste. Ich starrte auf die klangvollen Namen, die schon allein beim Lesen Assoziationen in mir weckten. Galapagos-Inseln, Guadeloupe, Karibik, darunter auch die Kanarischen Inseln.

Ich weiß auch heute noch nicht warum, aber auf einmal war da eine Verbindung. Ich begann zu recherchieren und stieß auf einen Hinweis auf die vom Aussterben bedrohten schwarzen Korallen, die nahe La Palma noch existieren. Ich war wie elektrisiert. Das war mein Thema! Die Dinge fügten sich zusammen … Meine beste Freundin, die seit vielen Jahren mit ihrem Mann auf La Palma Urlaub macht, ihre begeisterten Erzählungen vom schwarzen Sand, ausgedehnten Lavafeldern, Kiefernwäldern und dem aufgewühlten Atlantik.

Es war wohl Schicksal. Einen Tag später stand die komplette Handlung meines neuen "Schreibkindes". Die Verlagszusage kam nur wenige Tage später.

Gemeinsam mit meinen Freunden reiste ich im September auf die Isla Bonita. Kaum hatten wir das Flughafengelände verlassen, zeigten sie mir einen Aussichtspunkt auf Santa Cruz, längst nicht der schönste, wie ich später entdeckte. Es waren die Farben, die mich sofort gefangen nahmen. Ich war tief berührt und hatte plötzlich das überraschende Gefühl, endlich nach Hause gekommen zu sein. Es war, als würde die Insel mich willkommen heißen. Ich staunte wie ein kleines Kind, als mir meine Freunde die Insel zeigten, ich konnte mich gar nicht sattsehen an der Wildnis. Und als wir wieder zurückflogen, hatte ich einen furchtbaren Abschiedsschmerz.

Im Nachhinein habe ich das Gefühl, mein Roman habe sich fast von allein geschrieben. Ich war da, ich habe alles gesehen und für immer in meinem Gedächtnis gespeichert: Der atemberaubende Blick vom Roque de Los Muchachos, der Strand von Tazacorte mit der tollen Taberna. Die Höhlen der Guanchen im Norden, die Caldera de Taburiente mit ihren Schluchten, der Regenwald in Los Tilos. Und allen voran - das Refugio El Pilar.

Ein Jahr später erschien mein Roman "Das Korallenhaus" im Blanvalet Verlag, München. Als ich meine zweite Heimat wenig später erneut besuchte, hatte ich das Bedürfnis, mich bei meinem La Palma für die vielen wunderbaren Eindrücke bedanken zu wollen. Sentimental? Hoffnungslos …

So entstanden diese beiden Fotos, die zusammen brachte, was zusammen gehört. Mein Roman "Das Korallenhaus" am El Pilar. Nominiert für den Lovelybooks Leserpreis 2014

www.amazon.de/Das-Korallenhaus-Roman-Anna-Levin/dp/3442380960

Herzliche Grüße

Anna Levin







Samstag 06.12.2014 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 28 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 20,4 Grad - niedrigste Temperatur 13,6 Grad

Diesmal nicht La Palma
Da war doch noch was unter El Hierro

Seit dem 19. Juli 2011 brodelt es unter unserer kleinen Nachbarinsel El Hierro und mindestens eine bestätigte Eruption fand dann ab 10.10. des gleichen Jahres vor der Südspitze der Insel statt. - Inzwischen gehen Wissenschaftler davon aus, dass sich mindestens noch eine weitere Eruption im Westen der Insel ereignet hat, und zwar im Juli 2012 und andere Geologen und Vulkanologen sprechen auch noch von einer dritten Eruption im tiefen Wasser des Nordens der Insel. - Diese dritte Eruption ist allerdings nicht bestätigt, vielleicht wird man ja in den kommenden Jahren noch Zeit finden, mit Forschungsschiffen dort zu suchen. - Was alle Wissenschaftler überrascht hat ist, dass diese vulkanische Krise dort so lange anhält, denn eigentlich sind kanarische Vulkane keine Langstreckenläufer, sondern erledigen "ihr Geschäft" in wenigen Wochen. - Unter El Hierro aber brodelt auch heute noch Lava, allerdings mit solch geringer Wirkung, dass man inzwischen ganz vorsichtig davon ausgehen möchte, dass dort langsam Ruhe unter der Insel eintritt. - Das hatte man zwar schon öfter gesagt, allerdings gab es noch nie so wenige Erdstöße unter der Insel, wie in den letzten zwei Wochen. - Von den Wissenschaftlern wagt aber keine über ein mögliches Ende der vulkanischen Krise sprechen, man hat hier, wie öfter schon geschehen, nur die Möglichkeit sich vor einem breiten Publikum zu blamieren, weil eben diese Meldung unseres vulkanischen Hotspots unter den Inseln so ganz und gar nicht vergleichbar oder gar gewöhnlich war mit vorhergehenden Geschehnissen die man beobachten konnte. - Auf El Hierro selbst ist das Leben längst wieder zur Normalität übergegangen, denn die letzten spürbaren Beben liegen bereits eine ganze Weile zurück, aber die Wissenschaftler beobachten das weiter interessiert und man konnte auch eine ganze Menge lernen. - So wird auch in der Presse kaum noch was geschrieben darüber, und eben auch nicht, dass so langsam die Beben ausgehen und es nun weniger nach einer Ruhephase aussieht, um dann wieder los zu rumpeln, sondern dass man nun vermuten könnte, die Lava unter der Insel hätte bald ihre neue Ruhestätte gefunden. - Es wäre der Insel und den Insulanern auch gegönnt, denn die haben schwere Zeiten hinter sich und Beben um und über dem Wert 5 sind kein Spaß, und wir erinnern uns noch gut an die Evakuierung von La Restinga und wie Urlauber dort storniert haben aus Angst, man würde einem Vulkanausbruch gegenüberstehen. - Die Eruptionen allerdings fanden allesamt, wenn es denn mehrere waren, unter der Meeresoberfläche statt, und keiner der Kegel schaffte es die Wasseroberfläche zu durchbrechen. - Man hat also auf El Hierro auch keinen Pokal, den man heute vorzeigen kann, so wie wir den Teneguía haben, welcher im Jahr 1971 im Süden der Insel in wochenlanger Arbeit entstanden ist. - Was man auf El Hierro hat sind die "Restingolythen" die mit Gasen gefüllten Bimssteine, welcher der Vulkan ausgestoßen hat und welche man in beachtlichen Mengen auch aus dem Meer gefischt hat. - Und wie berichtet wird, hat sich das Gebiet rund um die Eruption dort im Süden viel schneller erholt als gedacht, und die Meeresfauna und Flora dort bereits wieder so zahlreich vorhanden, wie noch vor dem Vulkanausbruch. - So richtig schlau geworden ist noch keiner, was die jahrelangen Magmawanderungen dort unter der Insel für Ursachen und Wirkungen haben, aber die Insel kommt doch zur Ruhe und hoffentlich muss man nicht bald wieder darüber berichten. - Für uns alle, zumindest auf den jüngeren, westlichen Inseln gilt, wir sind noch gar nicht fertig gebaut, die Vulkane versuchen immer noch die Erosion auf ihre Art und Weise auszugleichen, während der Wind und das Wasser an den Inseln nagen, sorgen die Vulkane dafür, dass die Inseln weiter wachsen, und das bedeutet eben auch, dass es immer wieder zu Eruptionen kommen wird. - Und ob jetzt wirklich Ruhe herrscht bald unter El Hierro, das wagt auch keiner zu sagen, aber irgendwie hätten die es nun verdient, mal nicht mehr im Fokus der vulkanischen Forschung zu stehen.




Die letzten Beben vor und unter der Insel El Hierro




Die Anzahl der Beben der letzten 90 Tage




Die Häufigkeit der Beben seit dem Juli 2011 - Die Grafiken stammen vom
IGN vom Instituto Geográfico Nacional





Samstag 06.12.2014 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 48 % - Luftdruck 1021 hPa

Gastbeiträge von Petra Kilian, sowie José Luís Hernandez und Rita Reich

Konzert in Los Llanos und Ausstellung in Tazcorte
Liebe Musikfreunde!

Zum 24. Jahrestag der "Amigos de La Música", findet am Samstag, den 06.12.2014 im "Casino Aridane" in Los Llanos um 20.30 Uhr ein Konzert mit dem "Trio Confluencias" statt.

Das Trio hat sich hier zusammengefunden. Die aus La Palma stammenden Musiker, Cesar Cabrera, Clarinette, und Margarita Galvan, Piano, spielen gemeinsam mit dem in Cuba geborenen Violonisten Raul Bermudez. Alle drei sind Professoren an der Musikschule auf La Palma.

Sie werden uns heute einen Querschnitt kontrastreicher Musik darbieten. Beginnend mit Robert Schumanns Romantik bis zu Komponisten zeitgenössischer Musik, wie "Toots" Thielemans, Joplin und Piazzola, deren Kompositionen sich in wehmütig, sinnlicher Weise verbinden.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und wünschen auf diesem Wege schon jetzt mehr als einen schönen Abend!

Im Namen der "Amigos de La Música",

José Luís Hernandez und Rita Reich

Eintritt: 10 Euro


Ausstellung in Tazacorte der "Cuatro Creativos"
Ausstellung in der Casa de la Cultura in Tazacorte, Calle Primero de Mayo, vom 3.Dezember bis 3. Januar. Vernissage mit Musik am Mittwoch, 3. Dezember, 20 Uhr.

Petra Kilian, Sabine Niemann, Eduardo Hernandez Acosta, Yofre Gonzalez zeigen Schmuck aus edlen Steinen, Bilder in Acryl und Öl sowie Fotografien La Palmas.

Öffnungszeiten: Montag - Samstag 10.30 - 13 Uhr und 17 - 20 Uhr , 24.12. und 31.12. nur vormittags, sonntags geschlossen sowie 25.12. und 1.1.2015

Für die Besucher besteht die Möglichkeit mit den Ausstellern über Ihre Arbeiten an folgenden Tagen zu sprechen :
Sabine Niemann (Malerei): 9.,16., 23. 24. vormittags, 29. nachmittags, 30. und 31.12 vormittags. und 3.1.2015 vormittags

Petra Kilian (Schmuck) : 6., 8., 13., 15. , 20., 26. nachmittags, 27.12. und 2.1.2015 nachmittags

Eduardo (Fotografie): 26., 29. 12.2015 und 2.1.2016, immer vormittags

Schon immer begeistert für das kreative Schaffen, begann ich meine Arbeit mit Edelsteinen und Lava im Jahr 2005 inspiriert durch meinen Aufenthalt auf La Palma.

Das Licht, die Farben des Meeres, die faszinierenden Sonnenuntergänge und die verschiedenartigen Landschaften La Palmas versuche ich in meinen Kreationen wieder zu spiegeln.

Bis heute experimentiere ich immer wieder neu mit der Gestaltung individueller Perlen zur Schmuckherstellung. Zum Beispiel beim Brennen und Glasieren von Tonperlen im eigenen Brennofen

oder mit dem Bearbeiten verschiedenartiger Samen (Drachenbaum, Koniferen, Korallenbaumsamen) der Pflanzenwelt La Palmas.
Mit einer größere Auswahl meiner Arbeiten kann man mich jeden Sonntag auf dem (Floh)Markt in Argual (zwischen Tazacorte und Los Llanos ) vor dem großen gelben Haus (ehemals Casona de Argual) unter den blauen Sonnenschirmen antreffen.

Petra Kilian





die "cuatro creativos" (von links nach rechts: Yofri Gonzalez, Eduardo Hernandez Acosta, Petra Kilian, Sabine Niemann) und der DJ (Christian Herzig)






Freitag 05.12.2014 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 21 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 21,8 Grad - niedrigste Temperatur 13,4 Grad

Wirres und zusammenhangloses Zeug
Ich kann doch nicht jeden Tag über Politik schreiben…

…könnte ich schon, wenn ich ehrlich bin… Aber ich halte mich zurück, auch wenn es keine ganz großen anderen Themen gibt. - Man ist mit sich selbst beschäftigt, die Leute fliegen zwischen den Inseln hin und her, immer eben mit der Vorgabe, dieses oder jenes erledigen zu müssen, und heute kam noch eine ganz witzige Ausrede hinzu. - Die Tochter einer nahen Bekannten heiratet, dazu muss die Mutter jetzt nach Tenerife fliegen, um sich ein neues Kleid zu kaufen. - Knallharte Argumente, und ich müsste dann wohl nach Gran Canaria fliegen, und mir eine Krawatte kaufen, denn mein Versprechen steht, erst wieder bei der Heirat meiner Töchter trage ich Krawatte. - In El Paso gehen die Arbeiten an der Straße kräftig voran, allerdings musste man mehr vorbereiten, als man zunächst glaubte, nicht nur das Versenken des Glasfieberkabels alleine hat schon zweieinhalb Tage gekostet, nun muss noch auf einem komplizierten Teilstück die alte Straßendecke abgehobelt werden, sonst käme man mit der neuen Schicht zu hoch und zugleich versucht man die Kurve, welche gegenüber dem Naturkostladen und den Restaurants Dulce y Salado und Perla Negra liegt zu entschärfen, denn die ist auf der Innenseite erhöht. - Die Arbeiter dort sind hoch konzentriert, aber man kann es nicht vermeiden, dass immer wieder auf beiden Seiten Staus entstehen, weil man eben eine Spur immer sperren muss. - Dennoch ist man in ein paar Minuten durch und ich muss den Arbeitern dort meine Bewunderung ausdrücken, so nahe am Verkehr und dennoch konzentriert arbeiten, das ist eine professionelle Leistung. - Die Gemeinde hat auch noch schnell bevor die neue Asphaltdecke aufgetragen wird ein paar Leitungen versenkt, mal sehen, wie lange es dieses Mal dauert, bis man die Straße wieder aufreißen muss, um irgendwelche Rohre zu verstecken. - Man könnte natürlich von Los Llanos kommend, auch die Echedey oder die Gámez hoch nach Tacande fahren und dann am ITV wieder auf die Hauptstraße, aber das braucht man eigentlich nur zu machen, wenn man zu den Hauptverkehrszeiten unterwegs ist, ansonsten ist man schnell genug durch El Paso. - Gestern Abend war ich dann noch Zeuge, wie man einen Notarztwagen durch diese Baustelle gelotst hat, auch das hat wunderbar mit der Hilfe aller Autofahrer und der Arbeiter geklappt, wenn man nur wirklich will, dann geht so was auch.

Im Moment ist es Schiesser-kalt, nur wenn die Sonne herauskommt kann man sich schön anwärmen, aber in ein paar Tagen steigen die Temperaturen wieder an, und für die kommenden Tage ist dann hier auf der Westseite auch mit viel besserem Wetter zu rechnen und ein paar deutlichen Grad mehr, als jetzt im Moment. - In den Supermärkten stapeln sich die künstlichen Tännchen, für locker unter zehn Euro liegen die da rum, und werden auch tatsächlich reichlich gekauft, ich hatte ja neulich schon erwähnt, dass die Aufstellung eines Weihnachtsbaumes eigentlich auf den Kanaren traditionell überhaupt keinen Fuß auf die Erde bringt, die Leute sich aber wohl gerne mit diesem weihnachtlichen Schmuck umgeben, und auch die ersten Weihnachtslieder schallen schon aus den Kakophoniekanonen in den Supermärkten. - "Villancicos" nennt man hier die Weihnachtslieder und das berühmteste hier auf den Kanaren ist sogar so was wie die heimliche Hymne der Kanaren, "Una sobre el mismo mar" von Benito Cabrera kennt jeder hier, und kann dieses wirklich schöne und eingängige Lied mitsingen oder wenigstens summen. - Dabei werden die sieben Kanareninseln vorgestellt und für jede ein Vers gesungen. - Für La Palma steht dort:
Canta la Palma por sirinoque al son de mi niñez, por Taburiente arrullo y paz, almendras, flor y miel. Con los enanos se hará verdad la magia que soñé.
- Das heißt frei übersetzt: La Palma singt auf alte Art den Klang meiner Kindheit, durch Taburiente (die Caldera) Wiegenlieder von Frieden von Mandeln, Blumen und Honig. - Mit den Zwergen wird die Magie zur Wahrheit, welche ich geträumt habe. - Man könnte meinen, Benito Cabrera wäre Palmero, aber dem ist nicht so, der wurde in Venezuela geboren und lebt auf Tenerife. - Es gibt unzählige Versionen dieses Liedes, welches auch meistens falsch betitelt wird, denn der richtige Name des Liedes kommt im Refrain gar nicht vor. - Da heißt es erst ganz zum Schluss "Una sobre el mismo mar", sondern mitgesungen wird immer "Vamos cantemo somos siete, sobre el mismo mar". - Eine er hier meistgehörte Version ist auch diejenige, welche mir am besten gefällt, nämlich die mit dem Palmero Luis Morera und Fabiola Socas aus Icod de los Vinos (Tenerife). - Meine Kinder können das schon nicht mehr hören, einfach zu oft gehört und ein bisschen kitschig finden die das auch. - Mag ja sein, Luis Morera muss sich oft den Vorwurf gefallen lassen, immer ganz nahe am Kitsch zu arbeiten, aber was soll´s, mir gefällt es. - Eine andere, auch immer wieder gespielte Version lässt Kinder singen, ist vielleicht die meistgespielte auf den anderen Inseln, aber die ist mir ein kleines Stückchen zu krumm.



Freitag 05.12.2014 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 42 % - Luftdruck 1023 hPa

Gastbeitrag von Susan

Bauernmarkt in El Paso

Wer gerne frisches Obst und Gemüse einkauft, der sollte ruhig einmal den Bauernmarkt in El Paso besuchen. Neben frischem Obst, Gemüse, jungen Kartoffeln und Süßkartoffeln in mehreren Sorten gibt es auch noch leckeren Ziegenkäse, Weine, Liköre, Mojo, Biobrote, Süßgebäck und Kunsthandwerk. Alle Verkäufer erzeugen ihre Waren selbst. Seit es diesen wunderbaren kleinen Markt gibt, decken wir uns jeden Samstag mit allem ein, was der Markt an Lebensmitteln so her gibt. Und das ist eigentlich fast alles, was man braucht. Durch die wöchentlichen Unterhaltungen mit den Anbietern kennt man sich schon ein wenig und so wird man dann auch immer ehrlich interessiert nach dem Befinden der Familie gefragt, wie die Schule läuft usw. Hier kann man noch mit einem guten Gewissen einkaufen, nicht nur wegen der erntefrischen Produkte, sondern auch, weil man gezielt die lokalen Anbieter fördern kann. Macht das nicht mehr Spaß, als sein Geld zum LIDL zu tragen??? Ein Besuch des Bauernmarktes lohnt sich auf alle Fälle und die Bauern geben sich alle Mühe, und auch die Qualität der Produkte überzeugt. Trotzdem macht es uns etwas Bauchweh, dass nur wenige Menschen überhaupt diesen tollen, kleinen Markt besuchen. Es ist für uns vollkommen unverständlich, dass viele Einheimische, aber auch viele Touristen an den Obst/Gemüsetheken der umliegenden Supermärkte sich da irgendwas vom Festland kaufen, anstatt die paar Meter weiter zum Markt zu schlendern. Das ist sehr schade. Wir hoffen sehr, dass mehr Einheimische und Urlauber den Weg zum Bauernmarkt nach El Paso finden. Er liegt zwar etwas versteckt. Aber mit der nachfolgenden Karte sollte es möglich sein, ihn zu finden. Geöffnet hat der Markt Freitags von 15:00-19:00 Uhr und Samstags von 09:00-14:00 Uhr. Der Eingang zur Markthalle befindet sich an der ehemaligen Hauptstraße zwischen El Paso und Los Llanos im unteren Teil der Touristeninformation. Gegenüber ist die "Plaza Franzisca Gazmira", das ist der Platz mit dem noch immer nicht geöffneten, neue Kiosk.













Donnerstag 04.12.2014 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 28 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 20,6 Grad - niedrigste Temperatur 14,4 Grad

Kurzgeschichten
Ein bisschen Politik, Schultransport in Gefahr und "Día Blanco" morgen in Los Llanos

Wer sind wir, und wenn ja, von welcher Partei? - Es bleibt verwirrend um die Frage, ob denn unsere Inselregierung rechtmäßig im Amt ist und noch fragwürdiger, wie es denn mit und um die Kommunalwahlen im Mai des kommenden Jahres aussieht. - Die sechs Räte der PSC/PSOE waren aus der Partei geworfen worden, weil sie mit der Partido Popular gemeinsame Sache gemacht haben, aber diese sechs Räte haben sich dagegen gewehrt und bislang auch geschafft, dass immer wieder große Teile der Partei und auch der Justiz den Rauswurf nicht in Ordnung finden. - Dabei kommt es den sechs Räten der Sozialisten recht, dass nun der oberste kanarische Gerichtshof den Rekurs der Coalición Canaria ablehnt, den man gegen ein erstes Urteil des Gerichtes in Santa Cruz der La Palma eingelegt hatte, welches das Verfahren um das in Frage stehende Misstrauensvotum gegen die damalige Inselpräsidentin Guadalupe Taño von der Coalición Canaria rechtens geheißen hatte. - Damit sind jetzt die rechtlichen Möglichkeiten der Coalición Canaria erschöpft, sich seitens der Justiz wieder an die Macht bringen zu lassen. - Aber damit ist die Frage eben noch nicht geklärt, was aus den sechs Räten der PSC/PSOE wird, und in dem Zusammenhang eben auch, wie man sich denn seitens der Sozialisten für die Wahlen im Mai im Inselparlament aufstellen kann. - Zunächst hatte die Parteizentrale in Madrid dem Rauswurfbegehren seitens der regionalen PSC/PSOE zugestimmt, allerdings sinkt ganz deutlich die weitere Zustimmung für diesen Akt, denn der treibende Kopf hinter dem Rauswurf, der Vizepräsident des Gobierno de Canarias, José Miguel Pérez, verliert überall in der eigenen Partei Rückhalt, wird sicherlich nach den Wahlen keine große Rolle mehr in der Partei spielen und so sagen sich ganz viele neue Köpfe in der Partei, warum sollen wir die Leute aus La Palma verlieren, bloß weil ein weichender regionaler Parteisekretär einen fast schon als persönlichen Krieg zu bezeichnenden Konflikt mit den Sozialisten La Palmas hat. - Die Frage, ob denn die sechs Rebellen aus La Palma wieder zurück in die Partei kommen, die ist damit noch nicht geklärt, allerdings erkennt man wohl positive Tendenzen. - Darüber freuen sich nicht nur die Sozialisten der Insel, sondern auch die Anhänger der Partido Popular La Palkmas, denn beide Gruppen wollen unbedingt diese, nach Meinung der allermeisten Beobachter äußerst erfolgreich arbeitende Inselregierung, weiter an der Macht sehen.

Alle Schulbusse hier auf den Kanaren müssen eine zweite erwachsene Begleitperson außer dem Fahrer an Bord haben, sonst dürfen keine Schüler transportiert werden. - Diese Begleitpersonen steigen an den Haltestellen vor den Schülern aus und sichern das Aussteigen und das eventuelle Überqueren der Straße. - Auf allen anderen Inseln stellt der Busbetrieb diese Begleitpersonen, auf La Palma macht das eine Firma, welche ausschließlich zu diesem Zweck gegründet wurde, da der Busbetrieb sich außer Stande sah, dieses Personal vorzuhalten. - Bezahlt werden diese Begleitpersonen von der Erziehungsbehörde des Gobierno de Canarias und die haben wohl bereits seit drei Monaten kein Geld mehr an die Firma überwiesen. - Ab heute sollte nun gestreikt werden, so die Firma, welche diese Schülerbegleiter stellt, aber noch in letzter Sekunde konnte der Streik abgewendet werden, da die Behörde nun zwei der noch ausstehenden drei Monatsgehälter angewiesen hat. - Darüber hinaus heißt es aber, nur noch bis zum 15. Dezember würden diese Begleiter von der extra gegründeten Firma beschäftigt werden, ab dem Tag muss dann Transportes La Palma, also der Busbetrieb die Begleiter stellen. - Um den gesamten Schulbusverkehr nicht zu gefährden haben nun die Begleiter zugesagt, bis zum 15. Dezember weiter Dienst zu tun, auch wenn das letzte Gehalt noch aussteht. - Es ist nicht das erste Mal, dass verzögerte Zahlungen seitens des Gobierno de Canarias oder Gemeinden private Firmen fast in den Ruin treiben, und das ist ganz sicher eine Gangart, die absolut zu vermeiden sei.

Anderswo nennt man das "Noche Blanco", also weiße Nacht, und meint damit einen späten verkaufsoffenen Abend oder eben Nacht, in Los Llanos nennt man das "Día Blanco" also weißen Tag, weil die allermeisten Veranstaltungen tagsüber stattfinden. - Man will damit das Weihnachtsgeschäft einläuten, wollte das eigentlich vergangene Woche bereits machen, aber das schlechte Wetter machte damals einen Strich durch den weißen Tag. - Musikalische und kulturelle Veranstaltungen fast überall in der Innenstadt, an die 50 verschiedene Auftritte werden geboten, und die Händler halten auch viele Sonderangebote bereit, man erhofft sich reichlich Publikum damit. - Vom Wetter kann das klargehen, die Westseite der Insel hat gutes Wetter, also morgen in Los Llanos, den ganzen Tag über und bis Mitternacht, also doch auch wieder weiße Nacht. - Und dann gibt es abends auch noch einen Höhepunkt, um 21:30 Uhr wird im Erdgeschoss der Casa de la Cultura die diesjährige Krippenminiatur der Stadt eröffnet. - So spät wie noch nie, und endlich wieder an alter Stelle, denn im vergangenen Jahre musste man das die Krippe wegen Bauarbeiten rund um das Kulturhaus nach oben in die Calle Real verschieben. - Also ab morgen Abend heißt es wieder, wo sind "Meón und Cagón" und ich weiß ganz sicher, wer morgen Abend bereits mit Kamera bewaffnet diese beiden Hauptfiguren bei spanischen Krippen sucht. - Hallo R + T…






Donnerstag 04.12.2014 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 52 % - Luftdruck 1018 hPa

Gastbeiträge von Crystel und Gisela van Dijk

Crystel und Heidi laden ein zum 1. privaten Weihnachts-Kunst-Markt im wilden Südosten.

LP 2 bis Abzweiger La Salemera, runter Richtung Leuchtturm und Meer.

Vielleicht knabbert ihr einen frischen Fisch im Kiosko La Salemera? Erfrischt euch am Strand unter Palmen inmitten von urigen Fischerhäuschen im Atlantik?

Nur 1 km Pistenstrecke entfernt liegt unsere Künstlerbucht. Luftballons markieren den geraden Weg, den man gut nutzen kann als Verdauungsspaziergang!

KITSCH-    KUNST-    KAFFEE-    KUCHEN
erwarten euch am
SAMSTAG, 06-12-2014
SONNTAG, 07.12.2014
jeweils von 15-19 Uhr.





TANGO ARGENTINO LA PALMA

Für alle Tango-Interessierten:

Die nächste MILONGA (Tangotanzabend) findet am
Sonntag, 7. Dezember, 20.30 - 23.00 Uhr im Casino (Real Sociedad Aridane), Los Llanos, Plaza España statt.

Eintritt: 3 € (Kostenbeitrag für die Raummiete)

Am 6. und 7. Dezember gibt es auch die Möglichkeit, UNTERRICHT zu nehmen, den ein versierter Tangolehrer aus Tenerife gibt. Kosten: Gruppe 90 Min. 10 €, Einzel 60 Min. 30 € (gleicher Preis für Paare).
Nähere Einzelheiten teile ich gerne mit: Tel.: 629 024 169, e-mail: giselalapalma@yahoo.es

Gisela van Dijk






Mittwoch 03.12.2014 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 43 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 18,8 Grad - niedrigste Temperatur 14,1 Grad

Die Dezemberbrücke
ist auch nicht mehr das, was sie mal war

Sie wissen doch, früher, als alles anders war, und nur manches besser. - Gleich zwei Feiertage stehen an, der 6. und der 8. Dezember und was das für Feiertage sind, das erkläre ich Ihnen später noch. - Es handelt sich um den Samstag und den Montag, in diesem Jahr liegt also die "Dezemberbrücke" nicht wirklich arbeitnehmerfreundlich, denn nur der 8. Dezember bringt einen wirklich weiter, aber dennoch starten viele einen kleinen Urlaub. - Vorsicht mit dem Wort allerdings, denn keiner gibt zu, dass man einen "Urläubchen" angeht, man besucht die krüppelige Familie, fährt zum Einkaufen nach Tenerife, oder hat sonst noch was zu erledigen. - Keiner hat zugegeben, dass man sich einfach drei oder vier Tage gönnt, die Stimmung ist noch nicht wieder so, dass man öffentlich genießt, denn schließlich haben wir seit dem Jahr 2008 "crisis" und wer seit dem zu unbeschwert und offen genießt, oder sich ein neues Auto kauft, oder eben einfach so in Urlaub fährt, der macht sich suspekt, oder ist in der Partido Popular, und ich weiß im Moment nicht, was schlimmer scheint. - Wer aber hierbleibt auf der Insel, und das sind nicht wenige, die brauchen keine Sorgen haben am Samstag, Sonntag und Monate nicht einkaufen zu können, denn der Handel kann sich so etwas nicht mehr erlauben, und die meisten Läden haben so alle diese Tage offen. - Das war eben früher anders, da gönnte sich der Handel noch mal ein paar Tage Ruhe. - Als ich heute im San Martín (heißt inzwischen Híper Centro, aber das bekomme ich nicht aus dem Mund heraus) in El Paso frug, rollte die nette Dame am Informationsstand nur mit den Augen und ich musste gar nicht weiterfragen, erst kommt der Umsatz, dann die Verfassung und die unbefleckte Empfängnis, und ich werde das Gefühl nicht los, dass der eingesessene Handel hier wohl zum Teil unter der Lidlitis leidet. - Für die Urlauber ist das auch wichtig, es muss also niemand losrennen, und am Freitag bereits Mengen an Lebensmittel horten, man steht Ihnen trotz der Feiertage jederzeit zur Verfügung. - Natürlich nicht, was Ämter und sonstige Dienstleister angeht, die nicht vom Verkauf von Produkten besonders zur Weihnachtszeit leben, die haben wohl dann alle zu. - Und am Samstag kommt auch noch die Queen Mary 2 in unsere Hauptstadt, von 08:00 bis 17:00 liegt dann das längste Schiff, welches jemals bei uns im Hafen war, wieder in unserer Hauptstadt zu bewundern und wir hoffen, dass die sehr vorsichtig anlegen, nicht dass unsere Seismographen auf der Insel uns Erdbeben vorgaukeln. - Da werden doch die Geschäftsleute in der Hauptstadt sich auch nicht lumpen lassen, na gut, wer Waschmaschinen und Bremssättel verkauft, der wird den Besuchern der Queen nichts anzubieten haben, aber es ist halt mit extrem hohen Aufkommen von blassen Briten in der Stadt zu rechnen, und wer nicht auf hat, der kann dann auch nichts verkaufen.

Nun aber noch dazu, was denn das überhaupt für Feiertage sind: Die spanische Verfassung, gequirlt mit ein bisschen Erbsünde machen es möglich, dass wir am Freitag bereits das Wochenende einläuten und dieses auch noch bis einschließlich Montag andauert. - Und manche machen auch bereits am Freitag nicht mehr auf oder gehen arbeiten, denn wer Samstag ohnehin nicht arbeiten geht, der bekommt dafür den Freitag als Feiertag auch noch überbracht. - Aber mal schön der Reihe nach. - Am 6. Dezember ist Nikolaus, allerdings ist das nicht der Grund, die Arbeit niederzulegen, sondern in ganz Spanien feiert man an diesem Tag die Verfassung. - Man nennt das auch den "Día de la Constitución" und die jährt sich in diesem Jahr zum 36. Male. - Am 6. Dezember 1978 wurde mit absoluter Mehrheit im Parlament die "Constitución Española" verabschiedet, die bis heute geltende spanische Verfassung, die sich nach wie vor in bester solcher befindet. - Es kommt halt immer auf die Verfassung an… - Der Montag, also der achte Dezember ist dann aber wieder Feiertag, nämlich "Inmaculada Concepción", der katholische Beweis dafür, dass man doch im Religionsunterricht aufpassen sollte und nicht nur Papierkügelchen an die Decke schnalzen, oder Whatsapp senden. - "Immaculada" heißt auf Deutsch die Unbefleckte, und dabei geht es, wie bei fast allen katholischen Feiern, um die Mutter Gottes. - Das unbefleckt beschäftigt sich aber in diesem Fall nicht um die, wie man vielleicht annehmen möchte, immer noch nicht bewiesene Jungfrauengeburt, sondern um die interessante Geschichte, dass diese Maria ohne Erbsünde auf die Welt kam, also unbefleckt. - Wir Katholen sind natürlich nur an innere Werte gebunden, wobei ich immer noch nicht weiß, wie denn die Erbsünde in all die kleinen Kinderchen da reinkommt, aber deswegen werden wir ja alle getauft, und damit waschen wir das also wieder ab. - Was für ein Umstand, aber wir haben das auch mitgemacht, beide unsere Töchter sind voll krass konkret getauft, trotz der heidnisch-protestantischen Mutter, wir Katholiken werden ja auch schließlich nicht fürs Denken belohnt, sondern ausschließlich fürs Glauben. - Am Dienstag hofft die Volkswirtschaft dann wieder auf vollständiges Erscheinen aller Arbeitskräfte, wobei uns die Erfahrung lehrt, dass nach einer Ansammlung von mehreren Feiertagen immer gewisse Kollateralschäden zu vermelden sind. - Ich liebe die Verfassung, Sonntage sowieso und auch die Gnade der unbefleckten Maria, die uns ein paar Stunden mehr Schlaf beschert.




Und hier wissen wir gar nicht, bei wem wir uns bedanken dürfen. - Wie bereits im vergangenen Jahr hat uns jemand einen äußerst geschmackvollen und komplett endemen Weihnachtsschmuck auf den Tisch gestellt. Danke!





Mittwoch 03.12.2014 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1017 hPa

Gastbeitrag von Eduard Asimont
Chorkonzerte in Tijarafe und Los Sauces

Chorkonzerte der Asociación Músico-Cultural Marino Sicilia
in Tijarafe und San Andrés y Sauces

Im Rahmen einer vom Cabildo de la Palma veranstalteten Reihe von Chorkonzerten mit verschiedenen Chören der Insel, dem "Circuito Insular de Música Coral", finden heute und morgen die beiden schon in dem Beitrag vom 29.11.14 erwähnten Konzerte der Chöre der Asociación Músico-Cultural Marino Sicilia von Los Llanos de Aridane statt:

Mittwoch, 03.12.2014, 20:00 h,
Tijarafe, Casa de la Cultura José Luis Lorenzo

und
Donnerstag, 04,12.2014, 20:00 h,
Los Sauces, Casa de la Cultura Manuel Guardia Roldán


Es singen der Orfeón Elías Santos Abreu und der Coro de Cámara Llanensis unter Leitung von Eduard Asimont.







Dienstag 02.12.2014 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 45 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 20,2 Grad - niedrigste Temperatur 13,8 Grad

Asphalt und kein Ende und weiter sinkt die Arbeitslosigkeit
Das Eine hat aber mit dem Anderen nichts zu tun

Zunächst aber noch ein Hinweis, wir wollen nur Ihr Bestes, Ihr Blut! - Die kanarische Regierung schickt wieder ihren "Vampirwagen", besser bekannt als Blutspendebus und der steht in den morgen (15:30-21:15) und übermorgen (08:30-14:15) in Los Llanos, in der Avenida Dr. Fleming und am 5.12. in El Paso, direkt vor dem Rathaus. - Dort kann man von 08:00-12:45 sein Bestes geben. - Übrigens, deutsches Blut passt auch in spanische Adern, das wäre dann so eine Art Integration durch die Blutbahn, oder Blut mit Migrationshintergrund…

Das war immer noch der Witz überhaupt, dass einige behauptet haben, mit den Asphaltwerken im Aridanetal würden Arbeitsplätze geschaffen. - Das ist Quatsch, denn wenn das eine Werk den Asphalt produziert, dann kann es das andere nicht machen, also bleibt die Anzahl der Asphaltwerker auf der Insel die Gleiche und es kommt eben immer darauf an, wie viel Asphalt verbaut wird. - Und da geht man jetzt wieder ran, die Hauptstraße LP3 hat man ja auf der Ostseite schon aufgebessert und vom Hospital bis zum neuen Tunnel neu asphaltiert, nun geht es an das Stück durch El Paso und unterhalb des Ortes. - Auch dort will man einen neuen Straßenbelag aufbringen und heute haben bereits die Arbeiter die Straße dafür vorbereitet. - Das wird ein bisschen kompliziert die kommenden Tage, gerade auf der Ortsdurchfahrt, das bringt die Lokalpolizei El Pasos ein schon ins Schwitzen, aber es ist wirklich notwendig. - Die kommenden Tage also ein bisschen Geduld, wenn es durch El Paso geht. - Allerdings ist die beauftragte Firma als äußerst schnell bekannt, die haben auf der Ostseite auch die Straße zum Flughafen in Rekordzeit neu asphaltiert, also haben wir es sicher bald hinter uns. - Interessant dabei ist, wo denn der dazu benötigte Asphalt herkommt, denn eigentlich haben wir auf der Insel kein legales Asphaltwerk stehen. - Das in Fuencaliente produziert zwar seit an die 30 Jahre, hat aber wohl nur eine Lizenz von der Gemeinde, und das ist nicht ausreichend. - Man hat auch schon die Schließung des Werkes beantragt, allerdings ist man sich seitens der Behörden nicht einig, wer denn eine solche Schließung veranlassen kann. - Da ist auf der einen Seite die "Consejería de Industria del Gobierno de Canarias" Amt für Industrie in der kanarischen Regierung und auf der anderen Seite die "Agencia de Protección del Medio Natural y Urbano (APMUN)" also die öffentliche Agentur für Umweltschutz und beide Organe meinten zunächst, die Gemeinde Fuencaliente müsste das machen. - Die sind allerdings der Meinung, sie hätten kein Befugnis dazu und nun geht es hin und her zwischen beiden Behörden und so lange man sich nicht einig ist, wer da nun das Werk schließen soll, fabriziert man dort munter weiter und die Inselregierung La Palma nutzt das natürlich aus, denn wenn das Ding zu ist, dann kann man keine Straßen mehr erneuern. - Und so entsteht Gretchens Asphaltfrage, wo soll das Ding denn auf La Palma stehen, wenn es keinen Platz gibt, der den angesprochenen Abständen von 2.000 Meter zu Siedlungen oder Naturschutzgebieten gerecht wird. - Das wird spannend und wahrscheinlich wird man eines Tages den Weg des geringsten Widerstandes gehen und dort eins genehmigen, wo die wenigsten Proteste herkommen.

Nun noch der erfreuliche Teil, seit 14 Monaten ununterbrochen sinkt die Arbeitslosigkeit in Spanien und auch als anerkannter Nichtfreund der derzeitigen Regierung in Madrid muss man das anerkennen und hoffen, dass das so weiter geht. - Im November 2014 waren in Spanien 4.512.116 Menschen als arbeitslos registriert, das sind 296.792 weniger als noch im November vor einem Jahr und etwa eine halbe Million weniger als im Februar 2013, dem Monat mit der höchsten Arbeitslosigkeit überhaupt. - Allerdings ist die Gesamtzahl immer noch sehr erschreckend, aber man knabbert fleißig jeden Monat an die 4 - 6% ab und das geht auch auf den Kanaren und La Palma so. - Das Problem an der Geschichte ist allerdings, dass bis nach "unten" also dort wo wir sind, das einfach noch nicht durchschlägt, und die allermeisten Verträge welche abgeschlossen werden auch zeitlich begrenzte Verträge sind, weil einfach die Firmen es noch nicht wagen, an einen wirklichen Aufschwung zu glauben. - Davon sollten wir wohl auch noch nicht sprechen, lediglich von einem Räkeln auf dem Boden, und wie es scheint, sind wir längst unten angekommen und es kann nur noch nach oben gehen. - Dabei hofft man nun für das kommende Jahr auch in den Gemeinden auf mehr Bewegung, denn die Sparhaushalte der letzten Jahre, die gingen ja fast komplett auf Kosten der Ausgaben in Investitionen, und das kann so nicht weitergehen. - Langsam und mühevoll geht es voran, aber es geht, und das alleine ist bereits eine gute Meldung. - Auf der dritten Grafik unten können wir auch wieder das Gleiche beobachten wie bereits in vielen Monaten zuvor, in den Sektoren Bau und Industrie sinkt die Zahl der Arbeitslosen schneller, als zum Beispiel im Sektor der Dienstleistungen.

Wer das noch mal alles ganz genau nachblättern will, der kann das in einem sechzigseitigen Bericht von der "Sepe" HIER machen.













Dienstag 02.12.2014 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 59 % - Luftdruck 1017 hPa

Gastbeitrag von Rose Marie Dähncke

Ja wo ist er denn hin?

Unserem Bankdirektor stand ein ganz großer Tag bevor, ein ganz außergewöhnlicher, die Hochzeit seiner Tochter.

Ich versorgte ihn mit Unmengen meiner schönsten Orchideen, wunderbaren weißen und zart hellrosafarbenen, es sollte einfach ein sensationelles Fest werden. Wurde es auch, aber doch ein bisschen komisch.

Er zeigte mir später einen Haufen Fotos, auch darin war man nicht kleinlich geblieben: Das Hochzeitsfahrzeug, rumdherum mit Orchideenblüten bestückt und aus Fensterschlitzen herausquellend, das war sicher einmalig; dann die Braut, wie ihr gratuliert und sie von allen geküsst wird, später in allen möglichen Stellungen, natürlich mit Haufen von kostbaren Orchideen bekleidet, beide Arme voll in hockender, sitzender, liegender Stellung, von vorne und hinten gesehen, dann aber auch liebevoll einen Baum umarmend und schmachtend ins Objektiv lächelnd, mal versteckt hinter Büschen kokett hervorlugend, mit Sekt in der Hand schon recht kess und mit Zunge rausgestreckt hübsch frech. Jedenfalls war es ein Packen von Fotos, die jetzt des Bankdirektors ganze Freude waren und sicher dann weitere Generationen an das gelungene Familienfest erinnern sollten.

Etwas kam mir aber doch ganz komisch vor: auf allen Fotos war immer nur die Braut zu sehen, der Bräutigam war nie mit dabei. War er ein Krüppel und nicht vorzeigbar? Konnte er weder gehen noch stehen und lag irgendwo herum? War er zusammengebrochen und jetzt in der Intensivstation? Oder war es eine Ferntrauung? Sie wissen ja, ich bin furchtbar neugierig, so etwas lässt mir einfach keine Ruhe, daher fragte ich den Bankdirektor, warum nur die Braut auf den Fotos erscheint und nie der Bräutigam. Er fand die Frage keineswegs abwegig, sondern antwortete ganz normal, und als ob es eine Selbstverständlichkeit wäre: "Der war nicht da, der hatte etwas anderes vor".

'La Palma, Du Herzchen' kann ich da nur sagen.




Montag 01.12.2014 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 45 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 20,8 Grad - niedrigste Temperatur 13,2 Grad

Müll - Insel - Problem
Wohin mit dem ganzen Wohlstand?

Es gibt keinen Müll, sondern nur mehr oder weniger stinkende Rohstoffe. - So verkaufte man uns die Sache mal, als man noch an die wertstofffabrizierende Wollmilchsau "Complejo Medioambiental de Los Morenos" glauben wollte. - Die Geschichte ist einfach, früher, als alles anders war, und nur manches besser, da stank es am Sonntag auf der Insel ganz furchtbar, weil alle ihren wöchentlichen Müll angezündet haben, denn eine Müllabfuhr gab es noch nicht. - Das war wirklich nicht schön, dann legte man lokale "Vertederos" an, dann stank es nur noch an ein paar Stellen und auch das war nicht schön, also baute man ein paar regionale Müllverbrennungsanlagen und wir mussten wieder nicht an Recycling denken. - Aus den Augen in den Ofen, bis uns die EU auf den Fuß trat und die Öfen stilllegen ließ, weil diese Öfen so gar nicht europäischen Standards genügten. - Darauf hin einigte man sich, dass man ein hochmodernes Müllverwertungszentrum bauen will, um endlich topp-modern das Problem Inselmüll angehen kann um mit Spitzentechnik aus der Recycling-Branche eben den Nachhaltigkeitsorden am Restmüllband zu erhalten. - Allerdings war das auch eine Standortfrage, denn in Mazo weigerte man sich zunächst diese Anlage aufstellen zu lassen, mehr als eine Stadtregierung scheiterte daran, und während dessen entleerte man den gesamten Inselmüll im Barranco Seco, auf halbem Weg von Santa Cruz nach Puntallana, was sicher keine wunderbare Lösung für ein Weltbiosphärenreservat darstellt. - An die 15 Jahre zu spät kam also die Müllverwertungsanlage und nun zeigt sich nach knapp zwei Jahren Betrieb, dass der Spruch mit den mehr oder weniger stinkenden Rohstoffen nur dann stimmt, wenn man den wiederverwertbaren Kram auch in bestimmte Recyclinghöfe bringen kann. - Und das heißt für uns, fast alles muss runter von der Insel, denn für das bisschen Müll hier auf der Insel lohnen sich so viele Anlagen gar nicht. - Glas, Metall, Pappe, Kunststoffe, all das wird eh schon von der Insel geschafft und daran verdienen manche sogar ganz gut, das sind eben die beliebtesten Wertstoffe, und das hat sogar noch einen ganz witzigen Nebeneffekt, es laufen inzwischen Schrottsammler über die Insel und ziehen Metallschrott aus den Wäldern und Grundstücken, was man früher nirgendwo los geworden ist, dafür bezahlt man heute 8 Cent das Kilo und das, obwohl der Kram noch von der Insel geschafft werden muss.

Es ist aber nicht alles Metallschrott, sondern der normale Hausmüll macht Sorgen, die ach so hochmoderne Anlage schafft nicht annähernd so viel getrennten Wertstoffe, so dass reichlich Restmüll dort bei der Anlage gelagert werden muss. - Und genau das hatte uns ja die alte Inselregierung noch süffisant versprochen, das bisschen Restmüll, das erledigt sich von ganz alleine… Die neue Inselregierung hat dieses Problem nun geerbt und die sind ja ein bisschen realistischer und kennen dieses Problem. - Man wird den Platz für die Restmülllagerung noch deutlich vergrößern müssen und dann träumt man auch noch davon, dass ein privater Müllverwerter diese Anlage übernimmt und eben im Großen das macht, was wir uns mit unserer kleinen inseleigenen Anlage erträumt hatten, nämlich die Geschichte von den mehr oder weniger stinkenden Rohstoffen. - Mit anderen Worten, die Müllverwertungsanlage in Mazo war von vorne hinein nicht geeignet, den Inselmüll wirklich so weit zu reduzieren, dass man nur noch Kleinstmengen an Restmüll hat, weil eben die Weiterverarbeitung der Wertstoffe hier auf der Insel gar nicht funktionieren kann, sondern da viel größere Mengen anfallen müssen, um rentabel arbeiten zu können. - Also möchte man am liebsten den gesamten Inselmüll von der Insel schicken, damit die Trennung und Wiederaufbereitung der Wertstoffe nicht so unendlich teuer wird. - Ich kann mich erinnern, dass wir darüber schon mal vor mehr als 15 Jahre gesprochen haben, vielleicht nicht Sie und ich, aber hier auf der Insel wurde das wohl diskutiert und damals als unbezahlbar abgetan. - Nun ist man wieder so weit, klar die Technik hat sich geändert, und manchmal neigen selbst wir Insulaner langsam dazu, unsere Limitierungen einzusehen. - So wunderbar das, ist auf einer kleinen, und übersichtlichen Insel zu leben, so mannigfaltig sind auch die Alltagsprobleme, welche sich einfach dadurch ergeben, dass wir Vieles auf der Insel nicht vorhalten können, weil sich einfach der Betrieb nicht lohnt und dazu gehört eben auch die fast komplette Maschinerie um das Recycling von Wertstoffen. - Allerdings könnte man auf der anderen Seite noch viel effektiver sein, denn auch wenn der Spruch alt ist, grau, Falten hat und schon gar nicht mehr lustig, so ist er doch immer noch richtig: Der Müll, welcher erst gar nicht produziert wird, der muss auch nicht eingesammelt, getrennt, gelagert und eventuell recycelt werden.




Welches Tönnchen hätten´s denn gerne?





Montag 01.12.2014 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 65 % - Luftdruck 1014 hPa

Gastbeitrag von Petra Kilian

"Cuatro Creativos"

Ausstellung in der Casa de la Cultura in Tazacorte, Calle Primero de Mayo, vom 3.Dezember bis 3. Januar. Vernissage mit Musik am Mittwoch, 3. Dezember, 20 Uhr.
Petra Kilian, Sabine Niemann, Eduardo Hernandez Acosta, Yofre Gonzalez zeigen Schmuck aus edlen Steinen, Bilder in Acryl und Öl sowie Fotografien La Palmas.
Öffnungszeiten: Montag - Samstag 10.30 - 13 Uhr und 17 - 20 Uhr









Ihre Familie Ingrid & Mathias Siebold
Calle el Torreón 5/7
E-38750 El Paso
La Palma, Islas Canarias, Spanien
Tel. von Deutschland: + 34 922 497216
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Kanarische Ferienhäuser auf La Palma