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Samstag 25.10.2014 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 14 % - Luftdruck 1016 hPa

Gastbeitrag von Gundi Zeltner
Briefmarkenkauf als Herausforderung

Was macht der Normal-Tourist auf La Palma? Genau, er denkt an die Lieben Daheim und schickt fleißig Postkarten.
So weit, so gut. Postkarten erwerben ist kein Problem, Santa Cruz zum Beispiel wartet mit Unmengen an Souvenirläden, Galerien und sonstige Gelegenheiten zum Postkartenkauf auf. Kaum die richtigen Postkarten ausgesucht und im Laden bezahlt, stellt sich die Frage nach den Briefmarken. Leider werden diese nicht in den gängigen Geschäften angeboten, sondern können im Postamt erworben werden. Nun denn, also auf zur Post, welche sich, wie erfahrene La Palma Touristen wissen, direkt am südlichen Eingang zur Fußgängerzone der Hauptstadt, in der Nähe der Busstationen befindet.
Etwas seltsam mag es einem schon vorkommen aber wenn man eine Weile das Treiben beobachtet hat erschließt sich einem schnell, dass man ein Märkchen ziehen muss und die Nummer aufgerufen und angezeigt wird. Also flugs zum Nummernziehautomaten und eine Nummer gezogen. Ein Blick auf die Zahl verrät, dass noch 4 Menschlein vor einem sind. Nun muss ich zugeben, ich bin da wohl durch und durch deutsch. In der Post in der Frankfurter Innenstadt würde die Tatsache, dass ich als 5. dran bin bedeuten, ich bin binnen 3 Minuten wieder raus aus dem Laden. Weit gefehlt! Nicht so hier auf La Palma. Ein Mitarbeiter beschäftigte sich intensiv und voller Hingabe mit zwei Kunden und 3 gigantischen Paketen, in denen locker ein zerlegtes Sofa Platz gefunden hätte, die nach Teneriffa sollten. In Anbetracht der Wartezeit wären die beiden wahrscheinlich besser mitsamt ihren Paketen mit der Fähre übergesetzt und hätten die Pakete selbst abgegeben.
Der zweite Postbedienstete drückte nach Abfertigung einer Kundin den Knopf und rief die nächste Nummer auf. Juhei, nur noch 2 Menschlein vor uns! Aber nachdem er diese Aufgabe bewältigt hatte begann er seelenruhig Schranktüren zu öffnen und wieder zu schließen, Pakete auf einem Wagen durch die Gegend zu schieben und dies alles unter den Augen der Wartenden. Plötzlich die Revolution, ein dritter Schaltermitarbeiter tauchte auf und ruft die nächste Nummer auf. Boah, gleich sind wir dran! Weitere gefühlte 15 Minuten zogen ins Land. Nach Abfertigung dieses Kunden steht Kollege 3 auf und marschiert auch durch das Gebäude, ohne die Wartenden zu beachten. Man muss an der Stelle nicht erwähnen, dass die 3 Pakete nach Teneriffa von Mitarbeiter 1 noch immer bearbeitet wurden.
Da endlich, nach über 30 Minuten Wartezeit erbarmte sich Schaltermitarbeiter 3 und drückte doch noch das Köpfchen und rieft unsere Nummer auf. Ziemlich schnell erhielten wir dann unsere Briefmarken und eilten aus der Post. Wie gesagt, in der Heimat undenkbar aber hier scheinbar normal, wir müssen wohl noch ein wenig Gelassenheit lernen und einfach noch ein paar Urlaube auf La Palma verbringen.
Ob die beiden Kunden und ihre 3 Pakete noch an diesem Tag die Post verlassen haben oder man extra für sie eine Nachtschicht eingelegt hat, entzieht sich leider unserer Kenntnis.







Freitag 24.10.2014 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 28 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 25 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 28,6 Grad - niedrigste Temperatur 22,2 Grad

Transvulcania 2015
Was gut ist wird noch besser?

Am 2. Mai 2015 findet hier auf der Insel die bereits siebte Ausgabe des Ultramarathons "Transvulcania" statt. - Dabei geht es über 73 Kilometer und über 8.000 Höhenmeter von der Südspitze der Insel über die meisten Vulkane der Insel, den höchsten Berg und viele Kilometer Abstieg, dann hinunter ans Meer nach Puerto de Tazacorte und weiter wieder hinauf nach Los Llanos de Aridane. - In der "Skyrunner-Szene" ist die Transvulcania inzwischen eines der beliebtesten Rennen, auch eines der ersten in der Saison, und anspruchsvoll genug für die Läufer, um eben deutliche Standortbestimmung für die sommerliche Saison zu erlangen. - Für die Insel ist die Transvulcania ein tagelanges Volksfest, in kaum einer anderen Region wurde ein solches Sportereignis derart gut und kollektiv aufgenommen, wie das hier auf der Insel der Fall ist. - Das versichern uns auch die Sportler, die daran teilnehmen, und wir haben die absolute Weltelite der Skyrunner hier auf der Insel und die bestätigen jedes Jahr wieder, dass die Begeisterung an der Strecke unvorstellbar groß sei. - Das liegt aber auch daran, dass dieses Rennen nicht nur für die Profis der Szene interessant ist, sondern auch sehr viele Menschen hier von der Insel an diesem Lauf teilnehmen, und eigentlich kann sich niemand hier diesem Rennen ganz entziehen, da jeder einen in der Familie, oder dem engeren Freundschaftskreis hat, welcher die Herausforderung Transvulcania angeht. - Dieses Rennen, und sicher auch der internationale Erfolg dieses Events hat auf der Insel viel bewegt, die Läuferszene explodiert hier auf der Insel, jede Gemeinde hat inzwischen ihre Bergläufe, manche sogar mehrere im Jahr und in den Bergen der Insel sieht man das ganze Jahr über die Läufer, welche sich auf das große Jahresziel hin vorbereiten. - Es ist schon so was wie eine Ehrensache, die große Transvulcania einmal gelaufen zu sein, und alle sind sie Helden, auch diejenigen, die erst viele, viele Stunden nach den Siegern eintreffen werden von dem begeisterten Publikum frenetisch empfangen. - Die Mischung aus Weltmeistern und an die Grenzen gehenden Amateure, da steckt wohl auch das Erfolgsgeheimnis dahinter, denn selten ist ein absolutes sportliches Großereignis derart wenig in der Kritik, wie die Transvulcania hier auf der Insel La Palma.

Für das Wochenende der Läufe ist die Insel dann auch ein bisschen paralysiert, denn es nehmen an den Rennen, es gibt mehrere Varianten, an die 4.000 Sportler teil, und wer nicht von hier ist, der bringt seinen "Tross", also Familie oder Betreuer mit, und in den Hochburgen des Rennen, vornehmlich Los Llanos, ist die Tage dann der Läufer los. - Die häufigste Kritik, die kommt, die lautet, das ist viel zu teuer für solch eine kleine Region, aber nachdem nun die neue Inselregierung im letzten Jahre sehr viel mehr Sponsoren mit auf die Insel genommen hat, ist nur mehr etwa ein Drittel der Gesamtkosten von knapp einer Million Euro von der Öffentlichen Hand zu übernehmen. - Ein Drittel Teilnehmergebühren, ein Drittel Sponsoren, so sollte das aussehen und der Werbeeffekt für die Insel ist weit mehr wert, als das was die Insel noch drauflegen muss. - Dabei dürfen wir nicht nur die Aufenthalte der Läufer samt Begleiter rechnen, die Tage der Rennen ist La Palma und die Transvulcania in den Sozialen Netzwerken echter Trumpf, und die Bilder und Berichte welche die vielen tausend Besucher als Nachrichten in die Netze pumpen, das ist die allerbeste Werbung überhaupt. - Klar können wir nicht wirklich berechnen, wie viel davon auf die Dauer zurückkommt, aber es ist unheimlich wichtig für das Renommee der Insel, uns als attraktives Sportziel zu bewerben und nicht nur als die grüne, und betuliche Wanderinsel für ein langsam ergrauendes Publikum. - Wir "Silver-Walker" (es fängt gerade an bei mir, nicht das Laufen, sondern das Silbern…) sind zwar die immer noch allererste Zielgruppe hier auf der Insel, aber es wäre dumm und einfältig, wenn man sich nur darauf verwenden würde.

Und weil man immer alles besser machen will, gibt es auch in diesem Jahr wieder ein paar Änderungen. - Das große Rennen, also der Ultramarathon über 73 Kilometer, der startet wie gewohnt um 06:00 Uhr in Fuencaliente, aber das Rennen wird eine Stunde früher als sonst geschlossen, nämlich bereits um 23:00 Uhr. - Das macht man um den, so vielen Helfern auch irgendwann einen Feierabend zu gestalten, denn auch diese Leute darf man nicht vergessen, die dann auch schon bis zu 20 Stunden am Stück ihre Dienste angeboten haben. - Dennoch finden sich immer viel mehr Freiwillige, als man wirklich brauchen würde, auch das macht die Transvulcania aus. - Der Halbmarathon wird auch wieder von der Südspitze der Insel gestartet, allerdings eine halbe Stunde später als sonst, also erst um 07:00 Uhr und man will damit erreichen, dass sich die Läufer der beiden Rennen auf der manchmal schmalen Tour, besonders eben nach dem Start, nicht zu sehr ins Gehege kommen. - Der Marathon startet 09:30 am Refugio El Pilar, und die Jugendläufe, die Transvulcania Kids, mit diversen Entfernungen für jegliche Altersstufen, die findet bereits am Donnerstag den 7. Mai statt, genau so wie der "vertikale Kilometer", der von Puerto de Tazacorte hinauf zum Torre El Time führt. - Alle Informationen gibt es auch auf der umfangreichen Webseite der Transvulcania, und auch in mehreren Fremdsprachen. - Auch wie das mit der Anmeldung geht, ist dort beschrieben. - Und dann fällt weiterhin auf, dass Spanier und Engländer "nur" 73 Kilometer laufen müssen, Deutsche, Italiener und Franzosen aber 83 Kilometer. - Das stimmt natürlich nicht, die laufen auch "nur" 73 Kilometer, aber da frühere Generationen an Planern und Politikern irgendwie kaputte Maßbänder hatten, oder so ein bisschen Gutsherrensinn, nach dem Motto, meiner ist der Längste, gab man früher die Distanz des Laufes mit 83 Kilometer an, was man seit der letzten Ausgabe fast überall getilgt hat, aber eben nicht im übersetzten, deutschen, italienischen und französischen Text. - Macht nichts, das Rennen ist eine wunderbare Angelegenheit für die Insel, und es lohnt sich diese Stimmung an den Tagen einzufangen.






Freitag 2.10.2014 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 14 % - Luftdruck 1015 hPa

Gastbeitrag von Antje Gieser
Notizen aus La Sabina, Teil 8: Feuer und andere Schrecken

Der Mensch lebe auf den Kanaren näher an der Ewigkeit, schrieb Janosch, Zeichner und Autor. Was immer er auch damit meinte, eines ist klar: hier auf der Insel lernt der Mensch aus Mitteleuropa wieder, was Naturgewalten sind. Im wahrsten Sinne des Wortes. Wer einmal hier einen Sturm erlebte, weiß wovon ich spreche. Und der weiß, wie klein und unbedeutend man sich angesichts dieser entfesselten Natur fühlt, wenn der Wind Regengüsse waagrecht über die Insel treibt und Bäume knickt, wenn Barrancos zu reißenden Strömen werden. Hilflos fühlt man sich und man kommt der Demut ziemlich nahe.
Als ich einmal zufällig im Haus von Freunden eine übervolle Vorratskammer sah, fragte ich bass erstaunt, ob sie einen dritten Weltkrieg erwarten würden. Das wohl nicht, meinten sie, doch falls die zu erwartenden Winterstürme wieder die Intensität und Dauer von früher hätten, wären sie gerüstet. "Früher konnte man bei Sturm drei, vier Tage nicht aus dem Haus." Und ich hätte nie gedacht, dass ein dichtes Dach so glücklich machen kann. In Deutschland denkt man ja an so was eigentlich gar nicht. Da ist ein Dach ein Dach und es tut, was es tun soll, nämlich Regen abhalten....

Der Sommer 2012 war gnadenlos heiß. Sogar wir in La Sabina ächzten unter der Hitze. An einem Spätnachmittag sah ich plötzlich hinter dem Haus meiner Nachbarin Rauchwolken aufsteigen. Als ich sie per Telefon fragte, ob sie denn noch ganz bei Trost wäre, bei diesem Wetter Gartenabfälle zu verbrennen, hörte ich nur einen Entsetzensschrei "Du liebe Zeit, es brennt und zwar ganz nahe!"
Das Feuer breitete sich mit rasender Geschwindigkeit aus. Die strohtrockenen Weiden brannten wie Zunder. Überall waren palmerische Nachbarn unterwegs, um ihre Tiere von den Hängen zu holen. Zum Glück für uns wehte der Nord-Ost-Passat und trieb die Flammen in Richtung Fuencaliente. "Pero, vamos a ver, meistens dreht sich der Wind am Abend." meinten die Palmeros.
Dann brach die Nacht herein. Die Polizei hatte die Anwohner des vorderen Teils des "Camino Viejo" gebeten, ihre Häuser zu verlassen. Die meisten folgten diesem Rat auch. Meine direkte Nachbarin pflückte ihre Hühner von den Bäumen, sammelte die Hunde ein und verbrachte die Nacht mehr schlecht als recht im Haus einer Freundin. Ich blieb. Ich hatte das sichere Gefühl, daß mir keine Gefahr drohe. Der Wind hatte sich nicht gedreht, das Schauspiel war schauerlich grandios. Ich stand vor meiner Gartentür in der Nacht. Rechts von mir in hellen Flammen die Waldberge, links im Meer loderte wie eine Fackel La Gomera.
Am Morgen war der Spuk vorbei. Brandursache soll eine weggeworfene Zigarettenkippe gewesen sein.







Donnerstag 23.10.2014 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 31 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 14 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 32,4 Grad - niedrigste Temperatur 24,3 Grad

Gut, dass wir eine Regierung haben
Die Taube gurrt nicht in Todoque

Ebola, Krieg, Finanzkrise, Steuerhinterziehung, Brustverkleinerungen, mit was für Nebensächlichkeiten sich doch andere Parlamente befassen müssen. - Unser kanarisches Parlament hat nun einstimmig beschlossen, so ein bisschen wie Putin mit der Krim, einen historischen kartographischen Irrtum zu korrigieren. - Das "Monumento Natural Tubo Volcánico de Todoque" heißt ab jetzt "Monumento Natural Cueva de Las Palomas" und alleine die Wortwahl lässt uns schon erschaudern, da wir es ja mit monumentalen Entscheidungen zu tun haben müssen. - Wir leben also in großen Zeiten, da historische Irrtümer endlich korrigiert werden, und mir fällt da immer wieder der niederbayrischte aller Sprüche ein, weg mit den Alpen, freie Sicht aufs Mittelmeer. - Vielleicht sollte man das Ganze auf dieser Ebene betrachten, aber so ganz einfach laufen die Dinge hier nicht, denn es wäre nicht der erste Streit unter Nachbarn, wegen irgendwelcher Toponyme. - Die Vulkantube von Todoque wird also zur Höhle, und zwar zur Taubenhöhle, ohne weiteren Zusatz, welcher auf den Standort schließen ließe. - Eine Unterschriftenliste in Las Manchas hatte das vor mehreren Jahren bereits angestoßen, diese Höhle liege gar nicht in Todoque, sondern in Las Manchas, und die erste Bezeichnung für diese Höhle wäre eben Taubenhöhle gewesen, da man dort wohl einige Tauben angetroffen hätte. - Das wurde über die Jahre diskutiert, und schließlich jetzt offiziell gemacht, nur ganz wenige Stimmen haben den, uns allen, und auch allen Veröffentlichungen bekannten Namen "Tubo de Todoque" verteidigt. - Wären wir in Katalonien, hätte man sicherlich ein Referendum über die Namensgebung verlangt, aber wir haben ja ein kanarisches Parlament, und die sind in der Lage solch wichtigen Entscheidungen alleine und einstimmig zu treffen. - Um welche Höhle geht es eigentlich? - Diese Vulkanröhre ist recht jung, beim Vulkanausbruch des San Juan entstanden, also im Juli 1949 und man muss sich das so vorstellen, dass flüssige Lava den Abhang runterläuft und an den Seiten und oben erstarrt, innen aber noch weiterfließt, weil sie nun geschützt durch die Decke nicht mehr so schnell abkühlt. - Irgendwann allerdings läuft keine Lava mehr nach, und es entsteht eine Tube. - Die Wände sind übrigens ganz glatt, nicht so wie die erkaltete Lava an der Oberfläche, und auch nicht ganz schwarz, sondern Schokoladenfarben.

Diese Höhle konnte man bislang mehr schlecht als recht besuchen, man musste genau wissen wo sie liegt, und klettern um den Eingang zu erreichen und auf dem Weg dorthin durch das Lavafeld gab es immer wieder kleine Unfälle, da Besucher, oder sagen wir eher Sucher der Höhle, sich die Beine und Knöchel an dem scharfen Basalt blutig schlugen. - Und waren dann die Hobbyhöhlenforscher in der Vulkanröhre angelangt, dann konnte man eben nicht ausschließen, dass die sich ein paar Souvenirs einsteckten und darunter hat diese Höhle auch gelitten. - Also hat man beschlossen, sowohl die Höhle, wie auch die Besucher zu schützen und ein Projekt aufgelegt, welches ein Besucherzentrum der Höhle vorsieht und weil das damals war, als kanarische Politiker noch in goldene Windeln machten, plante man da kein bescheidenes Häuschen und eine Treppe aus Natursteinen in die Höhle, und den vorletzten Guanchen als Wächter der Höhle, sondern ein mehrere Millionen teures Projekt aus Edelstahl und Architektenträumen, welches aus einem Stück "Monumento Natural" nämlich der Lavafelder von Las Manchas, ein "Monumento Fenomenal" machen. - Dafür haben wir natürlich wieder das Geld nicht, das in einem Stück zu bauen, so bastelt man in Abschnitten vor sich hin und die Jahre gehen in die Historie, ohne dass die Besucherströme ein äußerst interessantes Stück unserer vulkanischen Vergangenheit und Gegenwart besuchen können. - Das wird sicher mal schön, wenn das erst mal fertig ist, aber es bleibt eben meine Meinung, dass wir irgendwann man den Pol der Bescheidenheit verloren haben und wer Klotzen will anstatt zu Kleckern, der sollte auch was zu Klotzen haben. - Aber es ist ja so wichtig, wie das Ding heißt, dass sich Parlamente damit beschäftigen müssen, wir haben ja sonst keine Probleme. - Also bitte alle Reiseführer umschreiben, die Geschichte wird hiermit geändert, und wenn wir das Ding irgendwann mal einweihen, danach dann auch eröffnen, dann bitte nicht die bösen Worte aussprechen, die irgendwas von Todoq…. in sich haben. - Allerdings wage ich es anzumerken, dass alleine aus touristischer Sicht natürlich eine Vulkanhöhle zu vermarkten sicher interessanter ist, als eine Taubenhöhle, denn wir haben ja immer wieder gemerkt, bei uns gilt der Spruch, "Volcano sells". - Darüber hinaus habe ich auch noch einen interessanten Artikel aus dem Oktober 2013 gefunden, des Speläologen Francisco Govantes Moreno und der schließt mit der Aussage, dass es wohl der "Tubo Vulcánico de Todoque" oder einfach nur "Tubo de Todoque" sei, da der erste wissenschaftliche Besuch in diese Höhle diesen Namen bereits verwendet hatte. - Darüber hinaus sei dieser Name bereits geläufig, und "Taubenhöhlen" gäbe es viele, also gerät man mit der Bezeichnung wieder auf die Schiene mit Verwechselungen und Tubo de Las Manchas würde auch keiner kennen. - Mir ist das Wurst wie Käse, Jacke wie Hose, Taube wie Nachtigall, wie das Ding letztendlich heißt, es ist aber eine inselweite touristische Attraktion, und die muss einfach, sicher und gut zugänglich gemacht werden, sonst haben wir genau so wenig davon, wie die an unserer Insel interessierten Gäste.




Monumento Natural unter Baumaschinen





Donnerstag 23.10.2014 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 25 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 19 % - Luftdruck 1019 hPa

Gastbeitrag von Martin Sittig
La Palma…….2007

Eine kurze Geschichte über die schönste Insel der Welt…...oder, La Palma sehen...erleben. und…

Unser erneuter Aufenthalt auf dieser wunderschönen Insel ist uns erst nach drei Jahren wieder gelungen…warum das so lange gedauert hat weiß eigentlich keiner so genau. Jedenfalls sind wir diesmal im Juni gelandet, die Ankunft war wie beim letzten Mal, vom Flieger runter über eine Treppe direkt aufs Rollfeld und….hinter dem schönen mediterranen Flughafengebäude steht ein grauer, riesiger Betonkasten. Nach ersten Infos soll es sich hier um neue Flughafengebäude handeln. Naja…wenn das so bleibt..?
Die Übernahme des Leihwagens war problemlos, die Anfahrt zu dem Ferienhaus in La Punta ebenso. Wir haben wie auch beim letzten Mal eine Pauschalreise gebucht, die Bequemlichkeit lässt grüßen. Das Wetter im Mai und Juni ist auf dieser Insel super, Sonne von früh bis spät, Sonnenuntergänge wie im Film, diesmal sogar digital eingefangen. Das Haus selbst ist eine alte Finca, wunderschön hergerichtet, mit palmerischen Holzdecken und Fenstern mit Sitznischen, in ca. 700 Meter Höhe gelegen, keinerlei Autoverkehr, mit Ausnahme der Anwohner. Die Vermieterin ist sehr freundlich, sie hat uns die Anlage gezeigt und alle Gegebenheiten erklärt. Was für uns natürlich völlig neu war, ist die ständige Anwesenheit von Lagartos. Wunderschön anzuschauen, teilweise relativ große Tiere, Gesamtlänge von quer nach längs... quatsch... von vorne bis hinten, ca. 20 cm. Mit blauen Kehlen (nur die Männchen, typisch), sie sind sehr souverän, keine Angst vor Menschen, sie weichen erst im letzten Augenblick.
Und zu guter Letzt, wie kann es anders sein, die ´Hauskatze´. Eine schöne Tigerin mit whiskyfarbenem Fell, was ihr den Namen ´Whiskey´ eingebracht hat. Die Dame ist zutraulich, wir haben sie drei Wochen verköstigt, sie hat sich absolut wohl gefühlt, Streicheleinheiten waren allerdings(von Männern) nicht erwünscht, Katze eben. Schöne Wanderungen in die nächste Umgebung, direkt vom Haus weg, ohne KFZ, zum Feuerturm El Time, mit tollem Blick in das Aridanetal und dem fast gegenüberliegendem Bejenado.

Eine der schönsten Wanderungen ist hier noch unbedingt zu erwähnen, in die sogenannte Piraten-oder Schmugglerbucht. Der Start ist bei Tijarafe ein Stück an der Straße entlang, der Abstieg beginnt in ca. 450 Metern Höhe, man läuft über teils asphaltierte Straßen und Steige, hauptsächlich jedoch auf schmalen Pfaden, im zick-zack Kurs angelegt. Erste Anlaufstelle ist die Playa de las Vinagreras, hier gabelt sich der Weg, entweder gleich Schmugglerbucht, oder 200 Meter links runter, in genannte Bucht. Ein herrliches Plätzchen, mit Wochenendhäusern der Palmeros, optimal zum Essen fassen, natürlich aus eignen Vorräten. Danach ein Aufstieg von ca. 200 Höhenmetern, zurück auf die Straße, und dann wieder abwärts zur Schmugglerbucht. Die befahrbare Straße endet an einem Parkplatz, jedoch ist das nur für …. Leute, der Pfad, gut ausgebaut zieht sich abwärts Richtung Meer. Irgendwann glaubt man, man kommt nicht mehr an, und dann… ein letzter Schritt und man hat Einblick in die Bucht. Es stehen Häuser in allen Kategorien, an den Felsen angeschmiegt gebaut, teilweise auf Säulen gebaut, jegliche Bauweise ist angesagt. Überschattet wird das Ganze durch eine Felsformation in einer Höhe von etwa 100 Metern, es sieht aus, als hätte sich eine Muschel aus Fels geöffnet um den Bauwerken Schutz zu gewähren. Fakt ist jedoch, diese Häuser wurden nur durch Handarbeit errichtet, das Baumaterial wurde zudem per Hand und zu Fuß an Ort und Stelle verbracht. Respekt, vor diesen Handwerkern.
Nach diesem Ab-und Auf-und wieder Abstieg sieht der Atlantik, der hier durch eine schmale Öffnung im Felsen in die Bucht strömt, wirklich verlockend aus. Kurz gesagt.. und gedacht… und rein fränkisch ´nagert nei g´hupft´, wirklich ein Labsal ohne Ende. Die Perspektive ist gewaltig. Man bedenke, der Schwimmer bewegt sich auf gleicher Höhe wie die Welle selbst, sie kommt auf einen zu, durch die Öffnung im Felsen, nimmt den Schwimmer auf, und strömt unter diesem wieder in die offene See zurück. Eine Situation, wo man in seinem Inneren ziemlich kleinlaut wird. Ich bitte nur darum, dies nur bei absolut ruhiger See zu riskieren und vor allem nur in den Sommermonaten. Im Winter kann dies durch starken Seegang zum Ertrinken führen. Alles selbst schon fast erlebt, aber davon später.

Nach dem Bad ein kurzer Duschgenuss unter einem freistehenden Wasserhahn, der Besitzer desselbigen möge mir die Wasserverschwendung verzeihen, aber mit Salz auf der Haut und einem Aufstieg von ca. 450 Höhenmetern ist gut daran getan das Salz einigermaßen abzuwaschen. Der Rückweg war anstrengend aber trotz der Anstrengung erlebenswert. Natürlich ist dies nicht die einzige Wanderung die wir in drei Wochen gemacht haben. Aber hier alle Wanderungen im Detail zu beschreiben wäre für den Leser auf Dauer gesehen zu langatmig. Zu erwähnen ist jedoch noch das Ein oder andere, z.B. die damalige Piste die man mit dem Auto fahren kann, wenn man sich getraut hat, zum Hafen von Santo Domingo. Es geht über eine nur teilweise befestigte Piste steil nach unten. Die Piste ist nur teilweise geschottert, teilweise fährt (schleicht) man über naturbelassenen Felsen. Also maximal Schrittgeschwindigkeit, der Leihwagen hat´s überlebt. Das Panorama was man unten erlebt ist sehenswert, der sogenannte Hafen ist ein Werk der Natur, der Mensch hat sich die natürlichen Gegebenheiten zu Nutze gemacht. Wirklich sehenswert.
Zu guter Letzt sei noch auf eine Wanderung in der Caldera de Tabuierte hingewiesen, es handelt sich hier um einen einzigartigen Wasserfall, den Casado Colorado. Etwas schwierig zu erreichen, man muss teilweise barfuß durch den Bach laufen, barfuß über natürlich gewachsene Staustufen klettern um letztendlich in einem Becken zu landen, über deren Rückwand aus Felsen das Wasser nach unten fällt. Das Wasser ist stark eisenhaltig, es gibt gelblich eingefärbte Ablagerungen, man glaubt, das Wasser ist gelb eingefärbt, aber das täuscht. Es handelt sich hier um Ablagerungen am Grund. Naturschauspiel pur. Die Caldera Wanderung ist für jeden La Palma Freund ein Muss, es ist allerdings etwas Ausdauer und gutes Schuhwerk von Nöten, man wird entlohnt durch Natureindrücke, von knorrigen alten Kiefern, von Monumenten wie dem ´Idafe´, eine Tour nur für Individualisten, wie die ganze Insel eigentlich selbst.
Die Versorgungslage der Insel ist gut, zum Einkaufen geht man meist in einen Supermarkt, wir haben unsere Einkäufe oft im Supermarkt in El Paso getätigt. Natürlich fällt hier der Deutsche durch seine Mentalität aus dem Rahmen, die Palmera, oder der Palmero, geht jeden Tag zum Einkauf, um sich das täglich Brot zu holen. Der Tourist lädt seinen Einkaufswagen bis Oberkante voll, macht eine Riesenhektik an der Kasse, da die Bänder relativ kurz gehalten sind und somit der Platz etwas eingeschränkt ist. Die Damen an der Kasse sind trotzdem freundlich, helfen einem den Einkauf in Tüten und Taschen zu verstauen. Zu erwähnen ist in jedem Fall die Tatsache, dass neben dem Supermarkt eigentlich es vernünftig ist, heimische Märkte zu besuchen. So zum Beispiel der Markt in Puntagorda. Hier handelt es sich um Erzeuger direkt, es steht hier der Ziegenbauer neben dem Gemüsebauer an seinem eigenen Marktstand. Die Stimmung ist gut und ausgelassen, es gibt Sachen für den täglichen Verzehr, und auch für den täglichen Gebrauch, z.B. Taschen aus wunderbar handgefertigtem Ziegenleder mit den verschiedensten Motiven. Dieser Markt ist ein Muss für jeden Reisenden auf La Palma.

Fazit aus diesen drei Wochen ist folgender: Ich glaube, wir sind infiziert von dieser Insel. Es gibt so viel zu entdecken, Sachen, die man eigentlich in Deutschland niemals antreffen würde. Es beginnt mit der Mentalität der Einwohner, führt über die einmalige Natur über das milde Klima, dadurch ein absolutes Wohlbefinden für einen selbst. Wir kommen wieder, diesmal aber lassen wir keine drei Jahre verstreichen um diese schöne Insel wieder zu sehen.

Martin Sittig













Mittwoch 22.10.2014 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 32 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 16 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 33,5 Grad - niedrigste Temperatur 20,8 Grad

Tagesthemen
So warm war es im Sommer nicht mal

Wir wussten ja, dass es wärmer wird, aber mit Temperaturen von jenseits der dreißig Grad hatten wir dann doch nicht gerechnet. - Was ist passiert? - Wir befinden uns immer noch im Einfluss des Tiefdruckgebietes, welches vor ein paar Tagen die Niederschläge gebracht hat. - Nördlich davon steckt ein kleines Hoch und irgendwie sind da die Rollen vertauscht worden. - Wir kommen einfach nicht an die gewohnte Frischluft aus dem hohen Norden des Atlantiks heran, was jetzt bei uns ankommt ist bereits vom Festland vorgewärmt, und das wird die ganze Woche noch so gehen. - Erst am Wochenende rechnet man dann damit, dass die Tür zum Nordatlantik wieder aufgeht, und wir damit wieder kühlere Luft bei uns bekommen. - Da jetzt bereits Ende Oktober ist, steigen die Temperaturen wohl nicht mehr weiter, wäre das im Juli oder August passiert, dann müssten wir von einer echten Hitzewelle sprechen, von an die vierzig Grad. - Aber den Sommer über ließ man uns ja nicht schwitzen, da muss der Oktober noch herhalten. - Und jetzt werfe ich mal wieder mit einer Bauernregel um mich, die aber hier sehr ernst genommen wird. - Man sagt: "Luna de Octubre, siete lunas cubre". - Übersetzt heißt das, Oktobermond, belegt sieben weitere Monde. - Was heißen soll, so wie das Wetter beim ersten Oktoberneumond ist, so bleibt das sieben weitere Mondphasen lang. - Und es ist wirklich der Neumond gemeint, nicht der Vollmond, wie öfter auch mal gesagt wird. - Heute kam ein Hausbesitzer, für den ich seit vielen Jahren arbeite und meinte, morgen sei "Luna de Octubre" und dann dürften wir nicht mit einem regenreichen, sondern mit einem warmen Winter rechnen. - Ich habe mich vorsichtig umgesehen, ob wir denn auch wirklich alleine sind, dann habe ich ihm zugeflüstert, du hast keine Bananen, ich habe keine Bananen, du lebst vom Tourismus, und ich lebe vom Tourismus, dann ist doch alles wunderbar! - Wir dürfen dabei eben nie vergessen, dass gutes Wetter reinste Definitionssache ist und Regen hier als Segen gilt, und nicht als Last. - Und was gehen mich die Bauernregeln an, sagte der Bauer, er freue sich immer am meisten, wenn die Bäuerin die Regel bekäme…

Schilderwald am Flughafen. - Fast 40.000 Euro hat man dafür ausgegeben, dass die Beschilderung im Flughafengebäude besser wird, als diese zuvor war. - Ich hätte ja immer noch die Bitte gehabt, ein paar Euro davon abzuzweigen, dass der internationale Flughafen La Palma, gerade erst für über 200 Millionen Euro überholt, eine Uhr gesponsert bekommt, aber es gab irgendwie kein Antragsformular dafür. - Es bleibt also dabei, wir haben keine Uhr am Flughafen, keinen Geldautomaten, keinen Zeitungsladen, aber jetzt so viele Schilder, dass erst mal alle stehenbleiben müssen, um sich zu orientieren. - Die Autovermieter sind dabei nicht ganz unschuldig, denn die hatten eine bessere Beschilderung gefordert, da sich immer wieder ankommende Gäste verlaufen hatten auf dem Weg zu ihrem Auto. - Es gibt auf dem Flughafen La Palma nicht nur die großen "Global-Rentals", sondern eben auch die "Local-Player", und die haben kein Büro in der Ankunftshalle, sondern deren Empfang befindet sich im Bauch des Flughafens. - Dazu muss man zunächst das Parkhaus finden, und dann die angegebenen Stellen (Etage und Posten), wo denn die Vermieter dann auf die Gäste warten. - Eigentlich bekommen die Gäste das immer alles bei der Buchung ausführlich beschrieben, aber es gibt eben auch Leute wie mich, die ohne Betriebsanleitung durch das Leben gehen, und dann am Flughafen dastehen, wie ich mit einer neuen Kamera. - Leider ist der Versuch mit der besseren Beschilderung nicht wirklich geglückt, und das hat auch was damit zu tun, dass man international verständlichen Piktogrammen eben mal eine Übersetzung anbietet. - So sollen alle Gäste für die Mietwagen sich zum "Meeting Point" begeben, das Zeichen mit den vier Pfeilen, die auf einen Kreis in der Mitte weisen. - Macht man das bei uns, dann wird man in der Ankunftshalle in die Pampa geschickt. Bei uns aber weisen die vier Pfeile auf ein P, und da muss sich der suchende Gast hinbewegen. - Ist er dann auf der richtigen Etage angekommen, sprechen wir wieder englisch und erwähnen den "meeting point", allerdings weist nun ein zusätzlich auf dem Boden aufgebrachter Hinweis plötzlich in die falsche Richtung. - Denn da heißt es, man solle sich für Rent a Car nach rechts begeben, allerdings nur für zwei ganz bestimmte Autovermietungen, für alle anderen, geht es nach links. - Na ja, man kann immer alles besser machen und ich geben Ihnen als Gast einen Tipp, einfach die Bestätigung genau lesen, das machen, was da drin steht, auch wenn das Ihrem renegaten Charakter widersprechen sollte, und dann wird alles gut, und nicht von fremden Schildern anquatschen lassen, das hat man Ihnen doch bestimmt auch früher schon erzählt.

Und jetzt noch in eigener Sache. - Wir brauchen wieder Gastbeiträge, war haben nur noch für ein paar Tage, und dann drohen morgens wieder Sprüche und Katzenbilder. - Also, wenn Sie was zu La Palma zu sagen haben, dann können Sie das hier machen. - Es muss nicht immer nur der Ponyhof sein, den Sie hier beschreiben, wir können durchaus auch mit Kritik umgehen. - Aber die Renner sind halt Urlaubsbeschreibungen, Wanderungen und Erlebnisse, welche vom normalen Urlaubstrott auf dieser Insel vielleicht ein bisschen abschweifen. - Wer kann beschreiben, wie man hier vor ganz langer Zeit Urlaub gemacht hat, oder einfach was einem Skurriles, Lustiges und Einmaliges widerfahren ist. - Und dann sind wir hier natürlich auch offen für Veranstaltungshinweise, Ausstellungen, Konzerte und was auch immer, aber bitte ein bisschen erklärenden Text dazu, wer sind die Künstler, und was machen die und so weiter, und auch ein paar Bilder. - Auch Werbung kann man hier machen, Restaurants, Kneipen, Werkstätten, beschreiben Sie sich, zeigen Sie was Sie können und machen, wir bringen das hier unentgeltlich. - Also, die Leser und ich freuen uns wieder über Ihre Einsendungen! - Nur Mut, und her damit, es gibt keine Preise zu gewinnen, es geht nur darum, diese wunderbare, und auch manchmal wundersame Insel noch kompletter zu präsentieren.






Mittwoch 22.10.2014 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 18 % - Luftdruck 1020 hPa

Gastbeitrag von Gisela van Dijk
TANGO ARGENTINO AUF LA PALMA

Seit ca. 15 Jahren gibt es immer wieder Versuche, auf La Palma eine Tangoszene zu errichten, leider nur mit kleinen Erfolgen. Dabei boomt der Tango anderswo, in Deutschland, Österreich, Holland … Das Interesse der sehr musikalischen Palmer(a)os haelt sich dagegen in Grenzen. Schade!
Einige ausländische Residenten haben die Vorzüge dieses wunderschönen Hobbys erkannt, mit dem man in eine Welt eintaucht weitab von der modernen Technik und Kommunikation, einfach 'mal loslassen kann. Ein Hobby, das zu einem Lebensgefühl werden kann, wenn es einen dann so richtig gepackt hat, und wenn man erfährt, wie faszinierend es ist, sich ganz der Musik hinzugeben. Es ist übrigens ein Hobby für jede Altersklasse. Dass man bis ins hohe Alter Tangotanzen kann und damit die körperliche und geistige Beweglichkeit trainiert, wissen die meisten nicht. Auch nicht, dass man noch mit 60, 70 das Tangotanzen erfolgreich erlernen kann. Auf La Palma, genauer gesagt in Los Llanos de Aridane gibt es einmal im Monat, im Winter z.T. öfters eine Milonga (Tangotanzabend), auf der alle Tangotanzenden herzlich willkommen sind, wobei die Urlauber immer eine besondere Bereicherung für unsere kleine Tangoszene darstellen.
Tango-Neulinge benötigen zunächst Unterricht, bevor sie dann nach ein paar Stunden auch schon das Tanzbein etwas schwingen können. An einem Wochenende im Monat besteht hierzu die Möglichkeit dank eines sehr guten Tangolehrers aus Tenerife, der natürlich auf Wunsch auch die Kenntnisse von Fortgeschrittenen verbessert.
Und um das Erlernte üben zu können, finden zwischendurch Prácticas statt, ohne Tangolehrer.
Allen am Tango auf La Palma interessierten Urlaubern und Residenten, Milongas oder Unterricht betreffend, gebe ich gerne nähere Informationen: giselalapalma@yahoo.es



Dienstag 21.10.2014 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 28 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 27,2 Grad - niedrigste Temperatur 17,3 Grad

Wie zeitgenössisch ist Kunst?
Die Frage nach dem Besuch des Museums für Zeitgenössische Kunst

Zwanzig Jahre hat man darüber nachgedacht, neun Jahre daran gebastelt und gepfriemelt, vor einer Weile bereits eingeweiht, und nun endlich eröffnet. - Gut Ding will Weile haben, sowieso, klar, besonders bei uns, aber manchmal verstehen wir die Geschichte mit "Slow City" auch ein bisschen pragmatisch. - Das "Museo de Arte Contemporáneo" liegt im wunderschönen Stadtteil San Telmo, ein bisschen oberhalb der Stadt die man kennt und besucht, aber eben gerade dieses San Telmo ist lebender Beweis, dass Santa Cruz jede Menge touristisches Potential hat, man muss nur noch ein bisschen mehr dafür tun. - Von der Fußgängerzone aus nimmt man die kleinen Gassen hinauf, und stört sich bitte nicht daran, dass es zu wenig öffentliche Toiletten in der Hauptstadt gibt, aber ich habe es ja gesagt, wir müssen noch ein bisschen, bis viel bisschen daran feilen. - "Oben" angekommen genießt man einen wunderbaren Blick über den Hafen und auch die "Unterstadt", obwohl es einen solchen Ausdruck dort überhaupt nicht gibt, aber es wird eben auch Zeit, ein paar neue Dinge dort in der Hauptstadt anzugehen, damit die touristische Zukunft einziehen kann. - Die Hauptstädter haben das schon längst kapiert, auf den kleinen Plazas, aber eben auch neben der Schule "Instituto Alonso Pérez Díaz" macht es nicht nur am Wochenende Spaß zu schlendern und hier oder dort einzukehren, mindestens aber eben, den Blick über die Stadt und den Hafen zu genießen. - Dort "oben" ist bereits vor Jahren das "Teatro Circo de Marte" wiedereröffnet worden und hat dem Kulturbetrieb der Hauptstadt eine neue Heimat gegeben. - Nur ein paar Meter weiter Richtung Post ist nun das Museum für Zeitgenössische Kunst eröffnet worden, und das Ding ist absolut gelungen. - Nicht groß, auf zwei Etagen vier Säle, aber eben ausgesuchte Werke von heimischen Künstlern und in extrem angenehmer Atmosphäre zu betrachten. - In aller Ruhe, wir waren alleine dort, nur der nette Pförtner rang um Kontakt zu uns, und war hoch erfreut, dass wir "Guiris" der dort zeitgenössischen Sprache mächtig waren. - Noch kostet das keinen Eintritt, im Oktober sicher noch nicht, aber wie es dann weitergehen soll, das ist noch nicht sicher.

Auf jeden Fall besuchen, ich kann zwar die Qualität der dort ausgestellten Werke nicht beurteilen, ich bin der Typ, gefällt mir, gefällt mir nicht, und ganz zum Leidwesen meiner Mutter und studierter Kunstgeschichtlerin, erwische ich mit meinem gefällt mir nicht auch viel zu oft ganz große Namen der Branche. - Das Museum hat mir auf alle Fälle gefallen und nun kommt dann eher so mein Thema, der Alltag, denn wir leben in der Schluss mit lustig-Epoche, zumindest was kommunale Zuwendungen an Kunst, Kultur und Sport angehen. - Wer ein Museum eröffnet, der muss sich das auch leisten können, und da betreten wir nun dünnen Boden oder morsche Bretter, denn Santa Cruz de La Palma hat von Wowi bislang nur den Teilspruch mit dem arm sein übernommen, dabei darf ich gerne hinzufügen, mit ein bisschen Arbeit hier und da, wäre Santa Cruz sicher auch sexy mindestens aber charmant. - Das Museum soll privat betrieben werden, und das muss man erst mal schlucken, und man darf ruhig darüber streiten, ob man denn mehr Sodom und Gomorrha hinter der Privatisierung des Gesundheitssystems vermuten darf, oder hinter der angestrebten im Kunstsektor. - Ich werde da nicht mitdiskutieren, es ist und bleibt ein Zeugnis des Scheiterns, wenn öffentliche Korporationen als einzige Lösung nach der Privatisierung rufen, und man wird dabei ruhig auch mal hinterfragen müssen, ob denn so alle gut gemeinten Sicherheiten hinter Arbeitsverträgen in öffentlichen Stellen nicht genau diesen Arbeitsplätzen nachhaltig schaden. - Unfähigkeit oder Untätigkeit darf auch unter der Öffentlichen Hand nicht geduldet werden, allerdings lebt man da ja seitens der Verwaltung und der Politik so richtig miese Beispiele vor.

Das "Museo de Arte Contemporáneo" privat zu betreiben, vielleicht durch einen Verein, eine Stiftung, oder wie hier angeregt wird, durch eine private Firma, das wird nicht so ganz einfach werden. - Nur vom Eintritt, das wird schwer, wir haben keinen Picasso zu bieten, nur Hausmannskost, die allerdings herrlich frisch und mutig, und man müsste eben dort ein Bistro mit einbauen, Poster, Plakate, Postkarten und Bildbände verkaufen, aber dafür ist nicht wirklich Platz vorgesehen. - Als Bonbon gäbe es dazu, dass auch das "Museo Naval" mit im Pakt der Privatisierung steckt, und das liegt dort am anderen Ende der Stadt, an der Plaza la Alameda, im und unter dem Schiff. - Das ist schon ein anderer Kandidat, dort kommen viele Besucher von selbst vorbei, und man könnte damit sicher einfach Geld verdienen. - Im Pack also sollen die beiden Museen an einen Betreiber gehen, der hoffentlich Weitsicht hat und ein bisschen in die Zukunft investiert, denn Santa Cruz hat jede Menge Zukunft, viele von denen dort wissen das nur noch nicht. - Man muss da mutiger werden in der Hauptstadt, und es gibt auch schon richtige Ansätze, erst neulich überlegte man, neben der Post einen Aufzug hinauf nach San Telmo zu machen, damit auch die meisten, bei allem gebührenden Respekt, meist nicht wirklich so steigtauglichen Besucher der Kreuzfahrtschiffe dort in die "Oberstadt" gelangen können. - Einen Kunst/Kultur/Gastronomieführer für die Hauptstadt basteln, besser zeigen was man hat, die Ecken und Kanten nicht glattbügeln, sondern schick machen und betonen, wir reden hier nicht über eine neu zu erfindende Angelegenheit, sondern über eine extrem charmante Historie von Stadt, welche sich nur einfacher erobern lassen müsste. - Mit dem Strand wird das dann der nächste Schritt, und wenn die mal irgendwann mutig sind, und die Avenida Marítima zur Fußgängerzone machen und kleine E-Busse von der Promenade in die wunderbar verwinkelte Oberstadt schicken, dann kann aus Santa Cruz wieder das werden, was diese Stadt vor ein paar Jahrhunderten schon mal war, eine herausragende Örtlichkeit in einer wunderbaren Geschichte zwischen der Alten und der Neuen Welt. - Wenn dabei das Museum für Zeitgenössische Kunst privat betrieben werden muss, so wie das Theater übrigens auch, dann soll uns das Recht sein, ich will das aber erst mal sehen, wie das funktionieren kann.




Ein Gesicht San Telmos, Nuestra Señora de la Luz




San Telmo, im Zentrum des Bildes





Nicht glattbügeln, sondern herrichten




"Museo de Arte Contemporáneo" von außen




Museum, Eingangsbereich




Museum, Treppe und Licht




"Museo de Arte Contemporáneo"




"Museo de Arte Contemporáneo"




Alles auf dem Bild ist zeitgenössisch...




So weit sind die mit dem Stradtstrand schon





Dienstag 21.10.2014 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 69 % - Luftdruck 1016 hPa
Puntagorda, gestern, 1.260 Meter - Temp. max. 12,9 - Temp. min. 10,3 - Feuchte 90 - 99 % - Regen 26 mm

Gastbeitrag von Andreas Grob
Paradiesisch? - ja schon…auch

Meine Schulaufsätze liegen schon eine Zeit zurück, deshalb will ich diesen Stil auch nicht pflegen.
Gleichwohl kribbelt es mir in den Fingern, diese durch Gastbeiträge gut versorgten Schönwetterberichte etwas anders zu bedienen und doch dabei das Ewig-paradiesische nicht immer nur einfach unkommentiert stehen zu lassen. Ja, es stimmt, man kann sich das Leben hier vergleichsweise paradiesisch einrichten, aber dieser Meinung können hier nicht alle sein, vor allem nicht die sozial Bedürftigen.
Die deutschsprechenden residentes, meistens als no-residentes amtlich vermerkt, sind nur zum geringen Teil auf der Insel tatsächlich integriert. Mangelnde Sprachkenntnisse, auch mangelndes politisches Interesse begleiten die Zugewanderten mit gleichgültigem Achselzucken; gute Restaurants gibt es hier zuhauf und die Versorgung durch vertraute Supermarktketten klappt bestens. Weshalb sich deshalb um anderes kümmern? Paradiesische Zustände in grandioser Natur?
Nahezu 50 % der Jugendlichen unter 25 Jahren sind arbeitslos. Diejenigen, welche eine akademische Laufbahn einschlagen wollen und können, verlassen die Insel wegen berufsbedingter Hoffnungs- und Aussichtslosigkeit.
Das insulare Bildungssystem ist vergleichsweise katastrophal.
Die Krebsrate, auch aufgrund des Spritzens mit giftigen Insektenvertilgungsmitteln in den Bananenplantagen, ist bemerkenswert hoch, und ich würde La Palma - Touristen warnen, sich ein Ferienhäuschen/resp.-wohnung in unmittelbarer Nähe einer Plantage zu mieten.
La Palma soll angeblich die beste Luft Europas (jaja, geografisch gesehen sind wir in Afrika) haben, aber wenn ich auf unseren carreteras hinter einem kleinlastwaglichen Toyotadieselstinker, der nachtschwarze Abgase absondert, herfahre (manchmal auch mit meinem Roller), halte ich die Luft an, um nicht gleich ohnmächtig zu werden. Dann ist nix mit guter Luft….und offenbar lässt der ITV doch fast alles passieren, was einigermaßen zwar ratternd aber auch stinkend fährt.
Bin ich zu kleinlich? Ja, vielleicht. Aber Missstände gibt's eben hier doch, und von Beispielen einer ineffizienten, aufwendigen und behäbigen Bürokratie, die einem zeitweilig die Fröhlichkeit rauben kann, will ich wegen Ausuferung gar nicht schreiben.
Warum ich Sie mit meinen Gedanken belästige: weil das Paradies hier nicht einfach ist, sondern jeder sich selbst schafft (ja, auch ich, und zwar hier), nach seinen Vorstellungen von einem idealen Leben. Sei es in schönen Häusern in ruhiger Lage, sei es in der Abgeschiedenheit des Nordwestens, sei es die Verwirklichung im eigenen Garten oder einsam und der Menschheit entsagend in einer Guanchenhöhle.
Das Paradies ist immer nur die eigene Vorstellung davon und vielleicht nur die Verwirklichung lang erträumter Idealkonstellationen. Deshalb bleibt die ganze Chose doch nur subjektiv, denn ein Großteil unserer Mitbürger hat das Paradies hier nicht gefunden, weil es hier nicht einfach besteht - bei aller schulaufsätzlichen Schwärmerei.
Übrigens: auch mit Integration in die hiesige Bevölkerung hat die eigene Paradieserschaffung nur am Rande zu tun. Aber fragt hier wirklich jemand danach?

Andreas Grob / El Paso




Montag 20.10.2014 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 2 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1011 hPa
Höchsttemperatur heute 22,7 Grad - niedrigste Temperatur 16,9 Grad

Die Waldbrandgefahr tendiert gegen Null
In diesem Sinne schließt ein erfolgreicher Sommer

Die kommenden Tage werden wieder wärmer, aber dennoch, die sommerliche Gefahr der Waldbrände ist nicht nur vom Kalender her so gut wievorbei, sondern auch nach den jetzt gefallenen Niederschlägen. - Klar, es hätte mehr sein können, aber wir wollen uns angesichts der Zerstörungen auf Tenerife und El Hierro auf keinen Fall beklagen, lieber 25 Millimeter Ponyhofregen als 125 Millimeter Niederschlag im wahrsten Sinne des Wortes, und so genau wissen wir noch nicht, wem wir danken sollen, dass es nicht uns erwischt hat. - Gestern Abend beruhigte sich dann auch der Wind noch und einige der umgeleiteten Maschinen konnten auch noch landen, nachdem über Mittag der Flughafen wegen Scherwinden nicht anzufliegen war. - Heute weht zwar weiter kräftiger Wind, aber bislang sind keine Ausfälle vom Flughafen her bekannt geworden. - Zurück zur fast ausschließlich sommerlichen Plage der Waldbrände und eben diesem erfolgreichen Sommer, denn obwohl es einige kleine Brände gab, konnte man deren Ausbreitung zu einem Großfeuer verhindern. - Gut, das war auch Folge der Witterung, es gab lediglich ein einziges Wochenende, an dem eine gefährliche Wettersituation entstehen konnte, aber die war eben auch nicht zwingend. - Es gibt da die inzwischen häufig zitierte 30 - 30 - 30 Regel, (Wenn die Temperaturen über 30 Grad liegen, die relative Luftfeuchte unter 30% und die Windgeschwindigkeit über 30 Stundenkilometer, so vervielfacht sich die Gefahr, dass es zu einem unkontrollierbaren Feuer kommen kann) und solche Wettersituationen gab es eben in diesem Sommer nicht. - Das soll aber überhaupt kein Hinweis sein, dass wir das nur dem Wetter zu verdanken haben, denn unsere Feuerwehren haben auch ganze Arbeit geleistet, und die doch 11 Einsätze mit Feuer in diesem Jahr professionell und schnell bekämpft. - Dabei ist eine Sache fast komplett untergegangen, die Feuerwehrleute der staatlichen BRIF (Brigada de Refuerzo contra Incendios Forestales), welche mit 2 Helikoptern in Puntagorda stationiert sind, die haben mehrere Aktionen unternommen, auf ihre geringe Bezahlung hinzuweisen. - Man hat sich mehrere Tage in den Unterkünften eingeschlossen und an die Presse gewandt, aber die Presse hat sich nicht wirklich darum geschlagen, sich für diese Feuerwehrleute einzusetzen. - Etwas mehr als 800 Euro im Monat bekommen die, wenn die Berichte korrekt waren, und nun muss man ganz böse vermuten, hätte es gebrannt, und die Profis der BRIF hätten sich auszeichnen können, dann wäre die Berichterstattung über die Löhne dieser Truppe ganz anders abgelaufen. - Auf La Palma stehen während der sommerlichen Zeit an die 300 Kräfte zur Bandbekämpfung zur Verfügung und wir dürfen nur hoffen, dass nun dieser ruhige Sommer nicht dazu verleiten wird, auch bei dem Thema noch sparen zu wollen, da ja dieses Jahr alles gutgegangen ist. - Auch konnten wir nicht prüfen, ob die Sensibilisierungskampagne an Hauseigentümer gerichtet, welche in den "heißen Zonen" wohnen, gefruchtet hat, denn das könnte man eben auch nur positiv oder auch negativ beantworten, wenn das Ergebnis eines Brandes das aufzeigt. - Grundsätzlich ging es darum, dass die Hausbesitzer von Liegenschaften im Wald oder an den Waldrändern die nahe Umgebung zu ihrem Haus von Vegetation frei halten sollen. - Mindestens 15 Meter gelten da als Sicherheitsabstand, besser ein bisschen mehr, und schon ist die Gefährdung für das Haus und das Eigentum der Hausbesitzer deutlich verringert. - Und auch dürfen wir nicht unerwähnt lassen, dass es in den Reihen der Brandbekämpfer des Umweltamtes auch einige mahnende Stimmen gibt welche sagen, dass man nicht nur zu wenig Männer für den Sommer bereit hält, sollte es wirklich wieder zu einem großen Flächenbrand kommen, sondern auch viele Profis in den letzten Jahren aus Gründen der Pensionierung verloren hätte und ein Feuerwehrmann der weiß, um was es geht, ganz viele freiwillige Helfer ersetzt, die nicht wissen, wohin sie treten müssen. - Diesen Sommer ist alles gut gegangen, die Feuerwehr hat immer schnell genug reagiert und eben das Wetter hat auch mitgespielt, dafür sind wir einfach mal dankbar, nach den beiden harten Brandsommern 2009 und 2012 gehört also das Jahr 2014 in die Ablage gut gelaufen.




Die Saison ist vorbei, die kleinen, mobilen Einsatztrupps haben ihre Autos geparkt





Montag 20.10.2014 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 1 mm - Luftfeuchte 81 % - Luftdruck 1010 hPa
Puntagorda, 1.260 Meter - Temp. max. 16,6 - Temp. min. 10,0 - Feuchte 68 - 99 % - Regen 19 mm

Gastbeitrag von Norbert Grass
La Palma kartographisch mittels Geoportal Grafcan - Teil 3 von 3

Unter "LIDAR Digitales Geländemodell" eine weitere (moderne) Kartendarstellung:






Hierbei handelt es sich, wie bereits in Menüpunkt 12 beschrieben, um ein Kartenwerk, das aus Laserscanning-Daten erzeugt wurde. Bei diesem Verfahren wird die Landschaft vom Flugzeug aus zeilen- und/oder rasterartig mit Laserstrahlen "abgetastet". Aus der Laufzeit und der Intensität der reflektierten Strahlen werden mit Rechenprogrammen Oberflächenstrukturen errechnet und die Daten georeferenziert. Das Ergebnis ist eine beeindruckende plastische Darstellung.

Weiter geht's mit dem "Ortsplan", einer thematischen Karte, die unter "Tourismus und Einrichtungen" zu finden ist.






Auf Grundlage des bereits oben angesprochenen Kartenwerks "integrierte Topographische Karte" wurde hier eine für Touristen äußerst interessante Darstellung gewählt. Die eigentlich topographische Karte wurde abgespeckt (keine Höhelinien und Schummerung) und um touristisch relevante Informationen ergänzt. Diese Informationen sind durch selbsterklärende Piktogramme präsentiert. Auch hier kann die Bedeutung der einzelnen Signaturen in der rechten Menüleiste unter Legende abgerufen werden. Allerdings in spanisch! Ein Klick auf die Symbole im Kartenbild öffnet eine Infomaske u.a. mit Foto der Lokalität. Vorbildlich!

Kommen wir nun zu einer Darstellung, die für Touristen vielleicht nicht so interessant ist, sondern eher für die einheimische Bevölkerung und die Ausgewanderten (Residenten).





Darstellung des Liegenschaftsregisters






Darstellung des Katasters




Die Rede ist von Kataster und Liegenschaftsregister. In Deutschland würde man von Kataster und Grundbuch sprechen. Die spanischen Verhältnisse diesbezüglich sind jedoch ein wenig anders gelagert. Während bei uns eine weitestgehende Identität zwischen Grundbuch und Kataster besteht, können sich die Angaben beider Register in Spanien durchaus widersprechen. Dies ist dem Ursprung des jeweiligen Registers geschuldet. Im spanischen Grundbuch oder Eigentumsregister werden ausschließlich Angaben eingetragen, die in öffentlichen Dokumenten (z.B. notariell beurkundete Verträge oder Gerichtsentscheidungen) enthalten sind. Im Kataster hingegen sind Angaben der Gemeinde oder des Finanzamtes gespeichert.

Auch die Funktion der Eintragungen sind unterschiedlich: der Eintrag im Grundbuch wird von Privatpersonen beantragt, die diese Person mit der Garantie des öffentlichen Registers "verteidigen" will. Das Kataster hingegen dokumentiert Angaben, die für die Kalkulation der Steuern und für die Geltendmachung von kommunalen Forderungen notwendig sind.

Hierzu ein interessanter Link der auch als pdf-Datei heruntergeladen werden kann. Im oberen Bild sind die eingetragenen Liegenschaften (Grundbuch) mit einer internen Registrierungsnummer dargestellt.
Im unteren Bild ist die Katasterkarte mit den Parzellen und den Parzellennummern (schwarz). Eingemessene Gebäude und Wasserspeicher sind in Rot dargestellt. Öffentliche Flächen wie z.B. Straßen sind in Lila und Verwaltungsbezirke in Blau dargestellt. Leider funktioniert hierzu das Legendenfenster nicht. Auch hier gilt: ein Klick mit der linken Maustaste öffnet ein Infofenster mit einer internen Katasterbezeichnung und unter "Details" kann die Koordinate an dem angeklickten Punkt abgerufen werden.

Kommen wir zum Schluss.

Ich hoffe, dieser vielleicht etwas lang geratener Ausflug in die Welt der Geodäsie und Kartographie, hat Euch gefallen. Enden möchte ich jedoch noch mit einem kleinen Augenzwinkern in Richtung Glaubwürdigkeit von Ortsangaben. Jeder, der schon einmal auf La Palma war, kennt den "Mirador El Time" auf der Westseite. Unwillkürlich macht der Leihwagen an dieser Stelle von sich aus schon Stopp ;-) Fantastisch dieser Ausblick. Und … wir erfahren dort, dass wir uns 594m über dem Meeresspiegel befinden. Wow!

Ein Blick in die Karte sagt jedoch was anderes. Genau an dieser Stelle sind es nämlich "nur" 512,3 m.

Vielleicht hat ja ein fachkundiger Leser dieses post`s eine Erklärung norbert.grass@googlemail.com für diese "Übertreibung" parat. Ich jedenfalls hab keine. Es würde mit freuen.










Sonntag 19.10.2014 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 9 mm - Luftfeuchte 69 % - Luftdruck 1008 hPa
Höchsttemperatur heute 23,8 Grad - niedrigste Temperatur 17,8 Grad

Wenig Wasser, reichlich Blitze, und zu viel Wind
Die starken Niederschläge gingen auf Tenerife nieder

Man meldet aus Santa Cruz de Tenerife sogar eine Tote, welche einen Herzinfarkt erlitten haben soll, nachdem sie auf der Straße von den Wassermassen mitgerissen, und unter einem abgestellten Auto eingeklemmt wurde. - Den Starkregen, welchen man für La Palma erwartet hatte, ist an unserer Insel vorbeigezogen und hat auf Tenerife über 130 Millimeter Regen in wenigen Stunden hinterlassen. - Bei uns waren es 23 Millimeter und ich muss die Wetterdienste so weit in Schutz nehmen, dass es unmöglich ist vorauszusagen, wo denn genau die schweren Regenfälle wirken werden. - Bei uns sind die Wanderwege gesperrt, vorsichtshalber, und man berichtet von einem Erdrutsch in der Nähe des El Time, welcher den Verkehr auf der LP1 behindert. - La Laguna und Santa Cruz auf Tenerife sind am meisten betroffen und auch dort wiederholt sich immer wieder ein bereits bekanntes Bild. - Bei heftigen Niederschlägen sammeln abschüssige Straßen das Wasser und diese Straßen werden dann zu Kanälen, und dieses schnell fließende Wasser kann Autos, Straßenmöbel und eben auch Passanten mitreißen. - Das war vor an die 10 Jahren auf Tenerife schon mal so, mit einigen Toten, das war im Mai 2010 auf Madeira so, wo gleich 42 Menschen starben, und wir sind froh, dass es uns heute nicht erwischt hat. - Auf El Hierro wurden mehrere Straßen gesperrt, weil diese voller Geröll liegen, so weit die wenigen Meldungen, welche man über unsere kleine Nachbarinsel erhalten kann. - Dabei dient einem immer der Twitter der Notrufzentrale der Kanarischen Inseln ganz gut, um sich zu informieren. - Gestern Abend kündigte sich das Unwetter bereits mit Wetterleuchten draußen auf dem Meer an, ein durchaus sehenswertes Schauspiel, wenn die Blitze dann aber näher kommen, dann ist Vorsicht angesagt. - Aber bei uns ist alles gut gegangen, man hat um die 7.000 Blitze in wenigen Stunden gezählt, aber die wirklich heftigen Geschichten sind an uns vorübergegangen. - Aber der Wind aus Südwest wurde im Lauf des Vormittags stärker, und schließlich wurden die Befürchtungen wahr, welche wir immer haben, wenn Wind aus irgendeiner westlichen Richtung weht. - Über 20 Knoten Wind auf der Westseite reichen aus, um auf dem, auf der Lee-Seite der Insel gelegenen Flughafen, für Scherwinde zu sorgen. - Da kommen dann Fallwinde an, in stark variierenden Geschwindigkeiten und auch Richtungen und das macht es den Flugzeugen und ihren Besatzungen bei der Landung äußerst kompliziert. - Ab Mittag landeten keine Maschinen mehr auf der Insel und auch die Iberia aus Madrid wurde nach vergeblichen Landeanflügen nach Tenerife Süd weitergeleitet und wartet dort nun darauf, dass der Wind sich hier wieder beruhigt. - Es gibt wohl immer wieder Fenster, in denen eine Landung möglich wäre, aber man kann das eben nicht voraussehen, während man auf Tenerife wartet, man müsste einfach das Glück haben, genau in dem einen Moment im Anflug zu sein. - Der Wind soll heute nicht mehr abflauen, auch morgen noch nicht, allerdings erwartet man, dass der Wind weiter auf Süd dreht und dann könnte es möglich sein, dass der Flughafen wieder leichter anzufliegen ist. - Die großen Niederschlagszellen sind nun bei uns bereits durch, es können aber weitere Schauer wohl noch wirken, aber es sollte kein Starkregen mehr fallen. - Das Tief bleibt dennoch in unserer Reichweite und bestimmt die kommenden Tage wohl noch unser Wetter, der Regen und die Gewitter allerdings werden weiter nordwestlich unseres Archipels stattfinden. - Bis wir wieder zu, für uns normaler Hochdrucklage kommen, dauert es noch eine ganze Weile. - Es befinden sich zwar zwei Hochdruckgebiete dort auf dem Nordatlantik, allerdings sind die nicht stark genug, unser Tief wie gewohnt schnell nach Osten zu befördern. - Das hat aber auch etwas Gutes, die Temperaturen werden ansteigen, diese Nacht noch nicht, aber die kommenden Tage werden deutlich wärmer. - Wer sich einige Videos ansehen will, aus Tenerife, von dem Regen, den man eigentlich für uns reserviert hatte, der kann das beim Diariodeavisos machen.




Heute Morgen, bei uns





Sonntag 19.10.2014 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 14 mm - Luftfeuchte 94 % - Luftdruck 1008 hPa

Gastbeitrag von Norbert Grass
La Palma kartographisch mittels Geoportal Grafcan - Teil 2 von 3

Kommen wir nun zu den Ebenen und Folien.

Wenn wir im rechten Fenster bei hochauflösende Orthophotos ein Häkchen setzten erscheint folgende Darstellung:






Es werden die Bereiche als rote Quadrate dargestellt, die mit hochauflösenden Orthophotos abgedeckt sind. Zur Erklärung: Orthophotos sind Luftbilder, die mit speziellen Programmen entzerrt, also quasi in die Ebene gepresst und dabei georeferenziert werden. Dies bedeutet, dass in diesen Bildern Koordinaten bestimmt sowie Längen und Flächen gemessen werden können. Da diese Verfahren nicht gerade kostengünstig sind, werden in der Regel die bebauten Gebiete vorrangig mit Orthophotos abgedeckt. So auch hier auf La Palma.

Da es sich um hochauflösende Bilder (Ziff. 1) handelt, kann man ziemlich weit hineinzoomen. Hier ein Beispiel aus Los Llanos de Aridane.






Im Bild ist die Kirche (links) von Los Llanos, der Plaza de España mit den Lorbeerbäumen und der Plaza Chica (oben) gut erkennbar. In dem Infofenster (Ziff.3) welches erscheint, wenn man mit der linken Maustaste ins Bild klickt, sind folgende Angaben enthalten.

1. eine interne Numerierung des Luftbildes
2. das Aufnahmedatum - hier der 23. April 2013 (also recht neu!)
3. die Größe des Einzelbildes (25 ha) also 500 x 500 Meter
4. die Auflösung. Ein Pixel entspricht 12 cm in Natur. Dies ist ein guter Wert!

Weiter unten wird noch der ungefähre Maßstab angegeben. In diesem Fall 1:500 (Ziff. 2)

Die nächste Folie (integrierte Topographische Karte), hier noch mal am Beispiel von Los Llanos de Aridane (Av. Dr. Fleming in der Bildmitte), ist mein Favorit.






Wie in der Nummerierung unter Ziff. 1 angeben, ist die gewünschte Option der Darstellung zu wählen. Im Kartenbild sind viele interessante Informationen: Straßennamen, Hausnummern (Ziff. 3), Höhenlinien, Einzelhöhen (Ziff. 2) einzelstehende Bäume, Gebäude mit besonderer Funktion wie z.B. Polizei oder Museum, Nutzungsflächen usw. Alles hinterlegt mit einem Schattenmodell gibt diese Darstellung einen ziemlich plastischen Eindruck der Landschaft wieder.

Die nächste Darstellung ist die Topographische Karte 1:20.000, die im vorliegenden Fall digital generiert wurde. Der Maßstab 1:20.000 ist für deutsche Verhältnisse etwas ungewöhnlich. Wir kennen da eher schon das sogenannte Messtischblatt im Maßstab 1:25.000. Wobei der Maßstab in der heutigen digitalen Welt eh keine Rolle mehr spielt. Da hat sich die Kartographie schon längst dem Nutzer angepasst.






Auch hierbei werden dem Betrachter eine Fülle von Informationen geboten. Neben den topographischen Ortsangaben enthält diese Kartendarstellung Höhenlinien und eine Schummerung (Schattenmodell), damit ein plastischer Eindruck entsteht. Zusätzlich sind Gemeindebezirke (gelbe Linie) und Naturschutzgebiete (lila Linie) markiert. Die unterschiedlichen Straßenklassifizierungen ergeben sich aus diversen farblichen Ausprägungen. In der rechten Menüleiste kann unter Legende eine Erklärung des Karteninhaltes (allerdings nur in spanisch) abgerufen werden.



Samstag 18.10.2014 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 27 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 45 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 27,3 Grad - niedrigste Temperatur 20,1 Grad

Viel Wasser und ein kleiner Adler
Steigt der Palmero auf den Giebel, dann wird es regnen, stark wie aus Kübeln

Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da gab es für jede Wettersituation eine Regel, und auf den Bänken im Ort auch jede Menge alter Herren, denen man besser zuhörte, wenn die vom Wetter gesprochen haben. - Das ist alles nicht mehr, die alten Männer trauen sich nichts mehr zu sagen über das Wetter, denn heute kann jeder im Netz alles ganz genau voraussehen und genauer vorhersagen, als eben diese Wetterpropheten. - Und Bauernregeln sind auch "out", man spricht von Hektopascalen, Luftmassengrenzen und Altocumulus lenticularis, als hätte man das alles selbst erfunden, manchmal nervt das Netz mit Wissen für Alle, weil zwar jeder lesen und kopieren kann, aber die Allerwenigsten wirklich etwas wissen. - Drum sagen auch die alten Männer nichts mehr, und das ist schade, denn die wussten vielleicht nicht, wie viele Millimeter Niederschlag morgen tatsächlich fallen werden, aber die wussten eben, wie der ganze Monat sich danach gestaltet und ob man kommende Woche Kartoffeln setzen sollte, oder doch bis Ende November warten. - Die beiden fundamentalen Regeln lauteten, wenn man El Hierro vom Tal, (Aridanetal) aus sehen kann, dann wird es regnen, und sieht man Linsen auf dem Birigoyo, oder über der Punta de los Roques, dann dauert es noch 24 Stunden, bis es regnet auf der Westseite, und je nachdem wie groß die Linse war, werden auch die Niederschläge ausfallen. - Die Linse war mächtig heute morgen über dem Birigoyo, das wird also was mit dem Wasser am morgigen Sonntag, allerdings kann ich El Hierro ziemlich häufig von uns aus sehen, und so oft regnet es dann doch nicht bei uns im Tal. - Lassen Sie das mit dem Wandern morgen, das wird keine gute Idee, auch sollte man vielleicht einfach zu Hause bleiben und das Auto auch stehen lassen. - Fällt lokal sehr viel Regen, dann kann es bei uns schnell zu Problemen auf den Straßen führen, denn der Boden ist nur in der Lage gewisse Mengen an Wasser aufzunehmen, der Rest fließt, und das eben schnell, die steilen Hänge herunter in Richtung Meer und kann dabei eben zu Schäden führen. - Taschenlampe, Kerzen, Streichhölzer, aufgeladenes Handy, auch kein schlechtes Besteck beim Besuch eines Tiefausläufers aus dem Westen, ich sag das nur mal so, aus Erfahrung. - Und eine Regel habe ich selbst aufgestellt, über die vielen Jahre hier, wenn die Leute aufs Dach steigen, viele Nachbarn halt, und die Ziegel geraderücken, oder noch schnell eine Hand Farbe aufbringen, dann wird es am nächsten Tag auch kräftig regnen. - Und heute waren viele Leute auf den Dächern, kann natürlich auch sein, die haben alle den Wetterbericht gehört…

Die nachfolgenden Bilder habe ich gestern machen können und zeigen einen "Aguililla" also ein "Adlerchen", welches sich zu weit ins Tal gewagt hat und von Falken angegriffen wird, die hier unten bei uns ihr Revier haben. - Es war sogar ein Pärchen der "Aguililla" aber die flogen nicht nahe genug zusammen, um beide aufs Bild zu bekommen, aber jeder der mächtigen Vögel hatte mindestens einen Falken an der Hacke. - Bei dem "Aguililla" handelt es sich allerdings "nur" um einen Mäusebussard, zwar einer kanarischen Variante, aber bei dem Größenunterschied könnte man wohl meinen, der Bussard wäre doch ein Adlerchen. - So ganz selten muss dieses Schauspiel aber bei uns zumindest früher nicht gewesen sein, denn das Toponym für den kleinen Hügel auf dem wir wohnen ist "Morro de Aguililla" also etwa Adlerchen-Hügelchen.













Kein Bussard, sondern die Linse heute Morgen auf dem Birigoyo





Samstag 18.10.2014 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 2 mm - Luftfeuchte 93 % - Luftdruck 1016 hPa

Gastbeitrag von Norbert Grass
La Palma kartographisch mittels Geoportal Grafcan - Teil 1 von 3




Die Fragestellung: "Wo finde ich was und wie komme ich dahin?" ist von zentraler Bedeutung, wenn man sich auf unbekanntem Terrain befindet. Gerade im Urlaub ist dies sehr oft der Fall.

Im Rahmen einer Urlaubsvorbereitung möchte ich gerne schon Zuhause wissen, was mich im Urlaubsgebiet erwartet. Hierzu zählt für mich auch die Frage, wie die topographischen Gegebenheit meines Zielgebietes sind. Ich brauche also Informationen - Geoinformationen. Dies nicht nur, weil ich von Beruf Vermesser bin - Geomatiker heißt es ja jetzt! Diese, wie ich hoffe, auch für andere La Palma-Besucher ebenfalls interessanten kartographischen Aspekte möchte ich in drei Teilen darstellen.

1. das amtliche Kartenwerk der Kanarischen Regierung
2. die Handhabung von Google-Maps
3. kartographische Apps für offline-Anwendungen

Los geht es also in diesem post mit dem amtlichen Kartenwerk.

Unter der Internetadresse: http://visor.grafcan.es/visorweb/ gelangt man in das, ich bezeichne es einmal als Geoportal, der kanarischen Regierung.






Der erste Bildschirm (siehe Bild) beim Anklicken o.a. Links ist ja schon mal vielversprechend. Acht Inseln sind zu erkennen. Moment mal: Acht? Ja, denn La Graciosa ist ja ebenfalls bewohnt.

Die kleineren Inselchen Alegranza, Montaña Clara und Roque del Este, die ebenfalls abgebildet sind, lasse ich mal außer Betracht.
Oberhalb des Kartenfensters sehen wir diverse Werkzeuge. Dazu später mehr. Anhand der Länderflaggen rechts oben läßt sich die Bedienersprache einstellen. Auf der rechten Seite befindet sich das Inhalts- und Legendenfenster. Hier lassen sich die diversen Ebenen, Folien und Legenden einstellen. Sehr schön und intuitiv gelöst! So richtig schön zum Spielen und Ausprobieren. Mann/Frau kann ja schließlich nichts kaputt machen beim Üben.

Konzentrieren wir uns jetzt mal auf "unsere Insel" - La Palma!

Wir wollen die Insel ja größer sehen. Dazu haben wir vier Möglichkeiten:

1. Doppelklick in den Bereich, der vergrößert werden soll.

2. Das (hoffentlich vorhandene) Mausrädchen nach vorne drehen. 3. Oben in der Menüleiste auf das erste Symbol ( Ziff. 1) und einen Bereich mit gedrückter Umschalt-Taste (Shift) aufziehen.
4. Oben in der Menüleiste auf das +-Zeichen (Ziff. 2) klicken.

OK, die Menüleiste oben. Vielleicht ist es sinnvoll zunächst mal die Funktionen zu erklären, die hiermit möglich sind. Manche der Bildchen sind ja selbsterklärend. Ich will aber alle von links nach rechts ansprechen und habe sie deshalb in der Abbildung durchnummeriert.






1. Umschalt-Taste (Shift) gedrückt halten und mit der Maus einen Bereich "aufziehen", den man vergrößert haben will.
2. Darstellung vergrößern
3. Darstellung verkleinern
4. Zurück zur Eingangsdarstellung (alle Kanareninseln)
5. Den letzten Schritt rückgängig machen
6. Sehr schöne Funktion! Beim Drücken dieses Buttons wird die momentane Kartendarstellung als Link und als HTML-Code ausgegeben. Man kann also den Link z.B. über Email versenden oder den Ausschnitt über den HTML-Code in seine eigene Website einbinden. Die Tatsache, dass die Regierungsbehörde dieses Tool bietet, bedeutet für mich, dass es für die Anwendung auch frei gegeben wurde. Vorbildlich!
7. Auch ne schöne Funktion. Hiermit kann man Punkte, Linien oder Polygone zeichnen um z.B. eine Wanderstrecke oder eine Anfahrtsroute darzustellen. In der folgenden Maske kann die Linienfarbe gewählt werden und anschließend unter "KLM hinzufügen" gespeichert werden. Vor dem Speichern ist ein Name für das Objekt zu vergeben, z.B. "Anfahrt zum Ferienhaus". Diese KML-Datei wird allerdings vom Anbieter nicht vorgehalten. Man muss sie über die Exportierfunktion auf dem eigenen Rechner speichern und kann diese dann beim nächsten Seitenaufruf wieder laden und ggf. ausdrucken.
8. Dies ist ein Button mit Messfunktion. In einem Fenster wird jeder Klick fortlaufend aufaddiert. Interessant z.B. um eine Wanderroute längenmäßig festzulegen. Auch diese Linie kann als KLM-Datei gespeichert und exportiert werden. KLM-Dateien lassen sich z.B. auf viele GPS-Geräte übertragen und können auch mit Google Earth geladen werden.
9. Die Funktion für Wandervolk und Biker. Eine geplante Route wird über das Setzen von mehreren Wegepunkten in der Karte abgeklickt und diese Funktion erstellt ein Höhenprofil der Strecke. Das Ganze dauert einen gewissen Moment, da im Hintergrund gewaltig gerechnet wird. Mit dem Button "Imprimir" kann das Ergebnis als pdf-Datei ausgegeben werden.
10. Der Button für die Druckfunktion. Macht man das Häkchen bei "Fit scale to the view" weg (man will den aktuellen Bildmaßstab also nicht vorhalten), kann ein Maßstab vorgegeben werden. Auch eine Kommentarfunktion ist enthalten. Das Ergebnis wird dann im pdf-Format ausgebeben. Schön gelöst!
11. Hier kann eine Route berechnet werden. Auf der rechten Seite geht eine Maske auf, in der der Startort und der Zielort eingegeben werden. Das System bietet dann, wenn der "Berechnen"-Button gedrückt wird, die offizielle Ortsbezeichnungen an. Anschließend wird die Strecke bildlich dargestellt und die Streckendaten im rechten Menü aufgelistet. Das ganze basiert auf Google Maps. Es kann nicht über Inseln hinweg gerechnet werden!
12. Wahnsinnsfunktion!. Im Kartenbild wird mit gedrückter linker Maustaste ein Fenster aufgezogen. Im darauffolgenden Fenster auf "Akzeptieren" drücken - nichts Schlimmes es wird lediglich gefragt, ob man mit dem LIDAR-Betrachter einverstanden ist. Nach verhältnismäßig kurzer Zeit wird ein Fenster geöffnet in dem der gewählte Kartenausschnitt aus Laserdaten heraus erzeugt wird. Man hat eine fantastische 3D-Darstellung des gewählten Geländes und dies farblich sehr anschaulich dargestellt. Die Höhen sind Rot und die Täler blau. Dazwischen noch Grün- und Gelbtöne. Mit gedrückter linker Maustaste kann das Geländemodell gekippt und von allen Seiten beguckt werden. Mit dem Mausrädchen kann man näher ran oder weiter weg. Toll!
Ein Tipp zum Ausprobieren: Wählt mal den Bereich der Caldera aus - beeindruckend! Das ganze beruht auf einem Laserscanning-Verfahren. Der Browser benötigt allerdings eine Flash Player-Funktionalität.
In der Menüleiste des LIDAR-Betrachters können diverse Einstellungen vorgenommen werden. Zum Beispiel:
"Intensidad" = Darstellung in Graustufen
"Altura" = Höhen in Farbe
"Mix" = Mischung aus beiden
Mit dem Schieberegler "Escalar Z" kann der Überhöhungsfaktor gesetzt werden und mit "Tamaño punto" die Punktgröße der Laserpunkte geändert werden.
Wählt man in der Menüleiste oben das Wellensymbol aus, kann man mit dem Schieberegler Hochwasser-Szenarien simulieren. Klasse!
13. Für uns momentan uninteressant. Hier kann ein Anbieter (z.B. eine Verwaltung) eigene Folien oder Dienste laden.
14. Hier blicke ich ehrlich gesagt noch nicht so ganz durch, was hier bewirkt werden soll. Funktioniert bei mir auch nicht. Hat aber was mit Google Earth zu tun. Vielleicht klärt mich da mal ein fachkundiger Leser auf. Wäre schön!
15. Auch eine schöne Funktion: Es können zwei unterschiedliche Folien gegenübergestellt werden. Zum Beispiel das aktuelle Luftbild mit einer historischen Karte von 2004, um die Veränderungen in der Landschaft zu dokumentieren.

Bevor ich jetzt mit einigen interessanten Folien bzw. Ebenen weitermache noch kurz ein Hinweis zu den im Bild links oben gemachten Angaben:





Hierbei handelt es sich um Koordinatenangaben. Wird die Maus bewegt, ändern sich auch gleich die Werte. In der oberen der beiden Zeilen stehen die geografischen Koordinaten, also geografischer Breiten- (lat.) und Längengrad (lon:)

In der zweiten Zeile sind die Koordinaten im geodätischen System mit x,y und z abgebildet, wobei z die Höhe über N.N. darstellt. Wenn man die Höhe wissen will muss man eine kleine Weile warten, da diese erst durch Interpolation gerechnet werden muss.




Freitag 17.10.2014 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 2 mm - Luftfeuchte 78 % - Luftdruck 1014 hPa
Höchsttemperatur heute 24,1 Grad - niedrigste Temperatur 20,2 Grad

Projekt Acht
Wer seine Füße unter meinen Tisch steckt…

…der wird kastriert. - Sicherlich bekommen wir jetzt keinen Besuch mehr, und selbst der Briefträger hatte irgendwie eine komische Schutzhaltung an sich, so wie Fußballer beim gegnerischen Freistoß, als er mir heute die Post übergab. - Dabei geht es doch nur um Katzen, und wir haben deren sieben, und alle sieben sind sterilisiert und geimpft, Ángel, unser lokaler Veterinär ist höchst zufrieden mit uns. - Und es geht der Witz um, die Siebolds schicken jetzt eine Tochter ins Tierarztstudium, weil es sich bei so vielen Katzen schon lohnt, immer einen Veterinär zur Hand zu haben. - Das stammt natürlich aus dem Reich der ruralen Legenden, die hat sich das völlig freiwillig ausgesucht und sowieso, innerhalb der eigenen Familie wird nicht kastriert, das lässt man machen. - Bei unseren sieben Katzen ist alles bestens, heute im Regen zeigt sich wieder mal, wer wasserscheu ist, und wer nicht. - Paul sieht aus wie ein begossener Pudel, und wir streiten uns, ob der das mag, oder ob der schon gaga ist und gar nicht mehr mitbekommt, dass er nass ist. - Die wirklich gute Nachricht ist, Mia, die Bitch aus Los Llanos, hat es endlich überwunden, dass wir neue Nesthäkchen adoptiert haben und sie damit das Recht auf Kindchenschema und Letztgeborene aufgeben musste. - Mia, die so komplizierte Flaschenaufzucht hatte sich unendlich eifersüchtig monatelang zurückgezogen, ließ sich nicht mehr anfassen, war aggressiv, besonders gegen uns, und kam nur noch zum Fressen. - Das hat spät, aber sehr langsam nachgelassen und nun ist Mia fast wieder eine ganz normale Katze und schlägt und beißt erst, wenn sie lange genug davor gewarnt hat. - Die Zeit heilt doch, oder sollten wir in Anwandlung schleichender Altersmilde sagen, irgendwann wächst Gras über alles. - Wenn Mia dann schmusen will, dann ist die fordernd bis aufdringlich und so einige T-Shirts haben den Milchtritt der Schwarzen Witwe nicht überstanden. - Manche Leute fragen sich sowieso, warum der Siebold immer nur im T-Shirt herumläuft, und dazu kann ich nur sagen, stimmt nicht, bei Beerdigungen und anderen Angelegenheiten in der Kirche trage ich eines meiner letzten Hemden. - Ansonsten habe ich mindestens sieben Katzen und kann es mir nicht leisten, alle paar Tage ein neues Hemd zu kaufen.

Bei dem mindestens Sieben sind wir beim heutigen Thema, denn seit geraumer Zeit bahnt sich Familienzuwachs an. - Der geschieht ja normalerweise per Befruchtung, Schwangerschaft und dann Geburt, aber bei uns findet gerade ein Stück Lampedusa, oder Melilla statt, ein Migrant klopft an unsere Pforten. - Ich habe nach drei Monaten Ablehnung den Kampf inzwischen verloren, einmal zu tief in die Augen geschaut wird Acht jetzt auch von mir gefüttert, allerdings an einem ganz besonderen Platz, denn noch lässt er sich nicht anfassen, er ist wild und weiß von Menschen nur, dass die Sicherheit und Nahrung geben können, wenn sie denn wollen, aber es besteht weiterhin grundsätzlicher Argwohn. - Kein Foto, kein Name, das war beim letzten Katzenzustandsbericht noch so, inzwischen gibt es Fotos und Namen, dem Asylantrag ist zugestimmt, und die anderen Katzen sind witziger weise damit einverstanden, ein Umstand, den ich nach den vielen Eifersuchtsgeschichten der letzten Jahre, immer wenn eine neue Jungkatze hinzukam, nicht wirklich verstehen kann. - Mag sein, weil Acht, das ist übrigens sein Name, nicht mehr nur sein Arbeitstitel, bereits ein ausgewachsener Kater ist, und so bei den anderen nicht diese Verlustängste auslöst, oder sollte es auch bei Katzen so etwas wie Mitleid geben? - Kann ich angesichts der Spielmethoden mit Mäusen, Eidechsen und Vögeln eigentlich nicht wirklich bestätigen, aber Acht wird lediglich von Leo manchmal angefaucht, alle anderen verhalten sich völlig neutral. - Warum gerade Leo, der zarte Liebling aller Klassen, der sonst mit niemandem Ärger hat, Acht auf dem Kieker hat, ein weiteres Geheimnis aus dem Evergreen, irgendwann weiß ich, was meine Katzen so unter der Schädeldecke bewegt. - Acht hat noch Klöten, die müssen weg, jeder der seine Füße unter meinen Tisch steckt, der wird kastriert, und zunächst aber muss ich den struppigen Kerl zu fassen bekommen und dazu muss ich mir erst sein Vertrauen erwerben. - Das ist dann die Erbsünde aller Katzenväter, erst anlocken, dann kastrieren, und wenn Sie glauben, ich mache das gerne, dann muss ich Ihnen heftig widersprechen. - Aber es muss sein, es sind viel zu viele Katzen hier und Acht hat es geschafft mit an Bord zu kommen, aber auf diesem Schiff gelten ganz bestimmte Vorschriften, Vermehrung nur noch durch Mitose oder Zauberei, und das müssen mir die felinen Monster erst mal vormachen. - Das schrullige deutsche Paar mit den sieben Katzen, so haben uns bislang viele gesehen, wir legen noch eine drauf, Acht.




Noch vorsichtig aus der Ferne





Freitag 17.10.2014 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 1 mm - Luftfeuchte 68 % - Luftdruck 1016 hPa
Puntagorda, 1.260 Meter gestern - Temp. max. 29,6 - Temp. min. 11,2 - Feuchte 20 - 88 % - Regen 0mm

Gastbeitrag von Nora Hamid-Roya
Gute Laune beim Betrachten meiner Bilder

Damen mit Hüten oder Kronen, Vögel oder Froschkönige, das sind besonders beliebte Motive für meine kleinen Ölbildchen.

Ein Highlight ist die Verbindung aus Ölbild und Holz, was ich auf La Palma im Winter nach ordentlich viel Regen am Stand von Tazacorte sammeln kann. Zumeist Kiefernwurzeln, angeschwemmt aus der Caldera, durch die Lavasteine gescheuert und anschließend vom Meer gesalzen und konserviert. Lustige Wackelaugen, Röschen, Knöpfe und Schnüre sind andere wichtige Komponenten meiner Bilder. Mein Malstil ist eher minimalistisch, doch ergibt sich in der Gesamtheit ein harmonisches Zusammenspiel zwischen Gemälde und zumeist natürlichen Materialien … Eben kleine Ölbilder zum Verlieben mit kräftigen aber harmonischen Farben und dem speziellen La Palma-Feeling.

Dieses Mal bin ich noch bis Mitte November auf La Palma und werde meine Bilder jeden Sonntag auf dem Rastro in Argual zeigen und hoffentlich auch verkaufen. Ein Bild der Größe 20 x 30 cm kostet 19 Euro und dafür gibt es ein echtes Unikat.

Außerdem arbeite ich gerne mit Filz (Handytaschen, Notizblöckchen, Schlüsselanhänger, Brillenetuis und Vieles mehr).
Mehr auf meiner Website www.diebilderwerkstatt.com oder eben auf dem Rastro ...

Mit freundlichen Grüßen

Nora Hamid-Roya

www.diebilderwerkstatt.com Mobil: 00491738448311







Donnerstag 16.10.2014 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 29 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 25,7 Grad - niedrigste Temperatur 16,0 Grad

Mazo, die erste demokratische Gemeinde La Palmas
- soweit es die Gesetze zulassen

Mazo hat ein Geldproblem, aber die Luxusavariante. - Mazo ist die einzige Gemeinde der Insel, die mehr Geld eingenommen hat als ausgegeben, die Gemeinde hat keine Schulden mehr und man weiß nun nicht so ganz, was man mit dem 2.356.000 Euro machen soll, die übrig sind. - El Paso hat auch keine Schulden mehr inzwischen, aber einen ausgeglichenen Haushalt, es ist also kein Geld übrig, nur mal so nebenbei. - Alle anderen Gemeinden der Insel haben Schulden, also ragt Mazo mit seinem Überschuss da weit außen vor. - Warum Mazo Geld übrig hat ist auch einfach erklärt, man bekommt sehr viel Gebühren für das Grundstück auf dem der Flughafen liegt und darüber hinaus auch, weil man die Müllverwertungsanlage bei Los Morenos beherbergt, welche den gesamten Inselmüll aufnehmen und verwerten soll. - Jetzt schleppt man das zweite Jahr in Folge bereits den Überschuss mit sich herum und ist nun dieses Jahr darauf gekommen, doch das Geld zu nutzen, um die Gemeinde einfach besser zu machen. - Man ging durch die Stadtteile, schrieb einen Wettbewerb aus und die Bürger konnten Vorschläge machen, was denn in den Stadtteilen, oder allgemein in der Gemeinde gemacht werden sollte, und wofür das Geld ausgegeben werden soll. - Ein robuster Akt der Demokratie könnte man meinen, aber es verstecken sich immer so viele Regeln und Vorschriften hinter der ganzen Geschichte, dass nicht wirklich viel Revolutionäres oder wirklich aufregend Neues dabei herauskommt. - 667 Vorschläge wurden eingereicht, von denen manche auch reine Scherze waren, wie Play-Station für alle, oder Freibier (nein, ich durfte keinen Vorschlag abgeben…) und die meisten anderen Vorschläge scheiterten an dem, was man in dicken Bänden an Verordnungen so erlernen muss, wenn man sich mit dem Betrieb einer Gemeinde beschäftigt. - So sind bislang zwei Bauvorhaben beschlossen worden, Verbesserungen der Infrastrukturen für zusammen gute 80.000 Euro, die meisten Vorschläge allerdings, welche sich um soziale Vorhaben versuchten, mussten abgeschmettert werden, denn die Vorschriften lassen das einfach nicht zu. - Es gibt einen Katalog an Maßnahmen, welcher vorschreibt, was denn als nachhaltige Investitionen gelte, und nur solche dürfen durch Überschüsse der Haushalte finanziert werden und dabei bewegt man sich so zwischen Verkehrsinsel und Bürgersteig, wirklich nachhaltige Investitionen, wie in Bildung, Gesundheit oder Personal können davon nicht bezahlt werden. - Es gibt hier einen Spruch der lautet, "Quien hace la ley, hace la trampa" - Wer das Gesetz macht, sorgt auch für das Schlupfloch, und das scheint man in Mazo noch nicht wirklich gefunden zu haben. - Die krebsen tatsächlich rum, dieses Geld los zu werden und müssen sich nicht nur auf die Schultern klopfen lassen, dass die Gemeinde finanziell gut dastehe, sondern den Vorwurf gefallen lassen, man hätte beim Erstellen des Haushaltes geschlafen. - Da liegen nämlich die Möglichkeiten, man darf erst gar keinen Überschuss anfallen lassen. - Mal sehen, wie viele Bürgervorschläge denn tatsächlich noch dort abgearbeitet werden können, also wie viel direkte Demokratie man denn wirklich umsetzen kann. - Die meisten Bürger sind doch reichlich enttäuscht, nach dem Motto, warum fragt ihr uns denn, wenn das, was wir vorschlagen, eh nicht gegen verschwurbelte Richtlinien beim Ausgeben von Überschüssen besteht. - Vielleicht sollte man das Geld einfach zurückgeben, an diejenigen, die zu viel bezahlt haben, oder doch besser, Freibier. - Genug davon genossen, entsteht auch eine gewisse Nachhaltigkeit, ob die dann allerdings lange anhält, ist eine andere Frage…

Und dann kommen wir zur ersten Schlechtwetterwarnung der Saison. - Ein dickes, ein wirklich dickes Tief bedeckt fast den gesamten Nordatlantik und das Azorenhoch ist bei weitem nicht ausreichend stark genug, dieses Tief so weit in den Norden zu schieben, dass uns die ganze Sache nichts angehen würde. - Am Sonntag ist es eigentlich sicher, dass deutliche Niederschläge uns aus Südwesten erreichen werden, aber es kann auch morgen bereits Regen geben. - Morgen noch nicht viel, aber am Sonntag kann das doch lokal sehr üppig sein. - Wir müssen nun also hingehen, und die Häuser winterdicht machen, die Regenrinnen vom Laub befreien und alles in die Schuppen räumen, was wir den Sommer über so unvorsichtig die ganze Zeit draußen gelassen haben. - Der Wind aus Südwest wird nicht sehr heftig wehen, so dass wir guter Hoffnung sind, dass der Flugverkehr nicht beeinträchtigt wird, denn wir erinnern uns, alles was aus Westen weht, und mehr aus 15 Knoten hat, das kann bereits zu Scherwinden am Flughafen führen. - Im weiteren Verlauf der kommenden Woche werden aber nur noch ganz geringe Niederschläge erwartet. - Also, für den Sonntag keinen Ausflug planen, das wird ein B-B-B-Tag, was auf Bayrisch Buch, Bett und Bier heißt, oder Banane oder Baklava, oder Bring mir noch einen Kaffee ans Bett... - Machen Sie was draus




Ein wirklich mächtiges Tief dort auf dem Nordatlantik. - Die Grafiken leiht uns wie immer die AEMET (Agencia Estatal de Meteorología)





Donnerstag 16.10.2014 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 44 % - Luftdruck 1017 hPa
Puntagorda, 1.260 Meter - Temp. max. 28,8 - Temp. min. 12,7 - Feuchte 39 - 58 % - Regen 0mm

Gastbeitrag von SOS La Palma
"SOS - Hilfe für La Palma" versteigert Kunstwerke

Wir lieben sie, diese Insel, sie ist wunderschön, unsere "Isla Bonita". Als Alexander von Humboldt, der Weltreisende und Naturforscher, im Jahr 1799 auf Tenerife Zwischenstation machte, bezeichnete er die Kanaren insgesamt als die "Glückseligen". Und Janosch, der Vater der "Tigerente", der seit langen Jahren auf den Kanaren wohnt, warf die Frage auf: "Und die Menschen auf diesen glückseligen Inseln? Sind die glücklich?" Das war vor der Krise, die seit Jahren Spanien und vor allem auch die Inseln schüttelt. Wir, die ausländischen Residenten und Touristen bekommen davon nicht viel mit. Uns scheint es, als wären die Palmeros die von früher, sie haben sich weitgehend ihren Stolz und auch ihre zurückhaltende Fröhlichkeit bewahrt. Doch dass die Arbeitslosigkeit hier erschreckend ist, dass Arbeitslose nach Ablauf der staatlichen Unterstützung auch nicht mehr sozialversichert sind, dass die Not real ist, das wurde uns, den Residenten, die meist ihre festen Renten beziehen, erst so allmählich klar. Wir fingen an, hinter die Kulissen zu schauen und beschlossen, auch nicht mehr wegzusehen. So wurde der Verein "SOS - Hilfe für La Palma" gegründet.
Im ersten Jahr unseres Bestehens haben wir etwa 15.000 € an Spenden aufbringen können. Dieses Geld verwendeten wir meist um Lebensmittel zu kaufen. Die Caritasverbände und das Rote Kreuz sorgten für die Verteilung.
Die Hilfsbereitschaft war und ist groß: Geburtstagskinder verzichteten auf Geschenke und baten stattdessen um Spenden für SOS, in der Hacienda Tacande wurde die Idee der Benefiz-Reihe "Impulso" geboren - eine Folge von Veranstaltungen, bei denen die ausführenden Künstler auf Honorar verzichteten, um Erlöse zu erzielen, die direkt als Spende in ein lokales, soziales oder künstlerisches Projekt der Insel fließen. Für SOS wurde ein Harfenkonzert aufgeführt und wir wiederum wollen eine Kunstversteigerung im neu eröffneten Gebäude "Las Piedras" in El Paso veranstalten. (Gegenüber dem Besucherzentrum des Nationalparks oberhalb El Pasos nahe der Cumbre-Tunnel) Viele auf der Insel wohnenden Künstler stellten uns ihre Werke zur Verfügung. Diese Versteigerung ist nun der Schlusspunkt der "Impulso"- Reihe. Der Erlös soll der Iglesia Evangélica Bautista La Palma in Los Llanos zukommen. Das soziale Engagement des Pfarrers Pedro hat uns vollauf überzeugt und wir wollen ihn gerne unterstützen.

Antje Gieser, secretaria SOS La Palma










Mittwoch 15.10.2014 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 45 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 22,6 Grad - niedrigste Temperatur 16,3 Grad

Kann denn Straße Sünde sein?
110 Millionen für 3 Kilometer?

Lassen wir die Weltbiosphärenreservatsautobahn mal am Rande der Langen Bank liegen, und werfen mit anderen Millionen Euro um uns herum, die wir sowieso nicht haben. - Aber das war noch nie unser Problem, und es gibt genügend Stimmen die sagen, Spanien muss endlich wieder richtig viel Geld in die Hand nehmen und über das Land streuen, dann wird das mit dem Wachstum schon wieder was. - Das sagen meist diejenigen, welche an Zinsen verdienen, also die Leute, die seinerzeit ein gewisser Jesus aus dem Tempel geworfen hat, denn bei den augenblicklichen Zinsen müssten die ja wirklich arbeiten, um Geld zu verdienen und können ihr Geld nicht für sich arbeiten lassen. - Aber gut, so hoch ist mein Elfenbeinturm nun auch wieder nicht, dass mich die Realität nicht erreichen würde, um Arbeitsplätze zu schaffen muss Geld in die Hand genommen werden und die Frage nach Nachhaltigkeit rückt bei über 30% Arbeitslose in den Hintergrund. - Vielleicht ist auch das mit ein Grund, warum man nun tatsächlich von der Inselregierung ein Projekt in Auftrag gibt, welches eine der meist geforderten Infrastrukturen spiegelt, die Verbindungsstraße von El Remo hier an der Westküste, nach Las Indias/Zamora im Südwesten. - Das sind nicht mal ganz drei Kilometer, aber um beide, nennen wir es mal zukünftige Tourismuszentren zu verbinden, muss man bislang gut eine Stunde mit dem Auto fahren. - Sicher, manch ein Zeitgenosse mit tiefergelegtem Fahrwerk und kognitiven Fähigkeiten schafft die Strecke schneller, aber für uns Normalos lassen wir die Stunde mal stehen. - Von El Remo zunächst hinauf nach Todoque, dort dann in Richtung Süden und von Los Canarios aus dann runter bis ans Meer, das dauert schon eine Stunde. - Vielleicht in Zukunft nicht mehr, wenn erst die Südumfahrung zwischen Tayuja bei El Paso und Mazo fertig ist, dann wird man 15 Minuten weniger brauchen, da man die LP1 an vielen Stellen begradigt, allerdings werden wir darauf noch viele Jahre warten müssen. - Also bleibt die Stunde stehen, und somit gibt es keine wirkliche Verbindung der beiden Regionen, auch wenn alles so nah scheint. - Dort im Süden liegt das größte Hotel der Insel, dort wird, auch irgendwann mal ein Heilbad stehen, welches aus der Fuente Santa gespeist wird, und weiter gibt es ja immer noch den Traum vom Golfplatz in Fuencaliente, und so einige Kreise hier auf der Insel möchten die beiden Regionen Puerto Naos und die Südspitze miteinander verbunden sehen.

Klar, wenn das nur drei Kilometer sind, dann ist der Wunsch logisch und die beiden Küstenregionen müssen wohl einfach als die beiden touristischen Zentren einer Zukunftshoffnung dienen. - Allerdings findet der Liebhaber der Infrastrukturen dort kein friedliches Land vor, denn der Hang der Cumbre Vieja, welcher steil ins Meer abfällt, rutscht andauernd, ist also nicht stabil und permanenter Steinschlag verbietet dort eigentlich eine Straße. - Aber man will dennoch eine haben, und wie es heißt, ist auch ein Tunnel nicht einfach dort zu machen, weil das Geröll dort keinen Halt bietet. - Ich bin nun wirklich alles andere als ein Tunnelbauingenieur, aber ich weiß, dass es Spezialisten gibt, die legen überall Tunnel an, man muss das nur richtig machen. - Aus der Inselregierung heißt es nun, das neue Projekt, wie viel alleine das Projekt kostet, sagt man uns nicht, sehe eine andere Lösung vor, man führt die Straße auf Stelzen über das Meer, und berührt dabei die fragile Küste überhaupt nicht. - Das wäre natürlich ein kühnes Projekt, hat ein bisschen was von Schöpfer spielen und über das Meer wandern, allerdings soll diese Straße 110 Millionen Euro kosten und das für sage, baue, staune und gänsehautbekommende 3 Kilometer. - Darüber hinaus würde diese Straße gänzlich in der Meeresschutzzone "Reserva Marina" liegen, und da kommt es sicherlich nicht gut, wenn nach Regenfällen die Öl- und Gummireste, welche immer den Straßen anhaften, in diese Schutzzone gespült werden. - Neulich hatte ich mal was von neuer Bescheidenheit geschrieben, aber was stört DIE mein Geschwätz von gestern, und so ganz bin ich mir nicht sicher, ob da gewisse Lobbyisten nicht ein böses Spiel mit unseren verantwortlichen Politikern treiben, denn auch einen zweiten Cumbre-Tunnel wollte man uns für über 80 Millionen Euro anbieten, wo doch das Original an die 33 Millionen gekostet hat. - Geht man davon aus, dass jede Straßenbaumaßnahme zwischen 50 und 100 Prozent teurer wird, als das Projekt es vorsieht, dann könnten wir davon ausgehen, dass an die 200 Millionen Euro für 3 Kilometer Straße in Frage kommen, damit zwei noch nicht effizient arbeitende Küstenregionen einfacher mit dem Auto zu erreichen sind. - Ich hoffe einfach mal, da findet sich eine andere Lösung, diese Verbindungsstraße wäre sicherlich eine gute Hilfe bei der Entwicklung des Tourismus da unten an der Küste, aber 200 Millionen für drei Kilometer Straße, oder lassen wir die 110 Millionen stehen, die das Projekt vorsieht, das bekommt man in Europa sonst keinem verkauft. - Jeden Tag läuft ein Depp über die Plaza von Los Llanos, und manchmal werde ich das Gefühl nicht los, wir alle sind damit gemeint. - Kann denn Straße Sünde sein? - Kommt immer drauf an für wen…




Die Küstenlinie vom Süden aus gesehen, 3 Kilometer von Bananen zu Bananen.




So zeigt das Grafcan an





Mittwoch 15.10.2014 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 40 % - Luftdruck 1018 hPa
Puntagorda, 1.260 Meter - Temp. max. 25,2 - Temp. min. 9,7 - Feuchte 45 - 75 % - Regen 0mm

Gastbeitrag von Franz Trommer
"A la tercera va la vencida" - Aller guten Dinge sind drei
Miefkes Katzen Teil 3 von 3

Am nächsten Tag erschien ich wild entschlossen, um dem Katzenvieh nun endlich die Fäden zu ziehen. Schnuckie fraß ihre mit Hackfleisch vermischte Schlafdosis brav auf. Nun hieß es warten. Warten war nicht Miefkes Ding. "Wie lange dauert das?" wollte sie wissen. "Kann ich nicht genau sagen, vamos a ver." Die Katze hatte sich im Wohnzimmer auf einem Stuhl gesetzt und ließ den Kopf hängen. "Schauen wir doch mal nach", sagte Miefke. Die Katze schaute leicht verwirrt auf. Ich sah sofort, bis das Mittel vollständig wirken würde, dauerte es noch einige Zeit. Miefke aber war ungeduldig. "Lass sie in Ruhe", rief ich ihr zu. Doch Miefke hörte nicht und wollte sie streicheln. Die Katze wollte das nicht und sprang vom Stuhl. Fast wäre sie dabei umgefallen, denn sie war schon sehr wacklig auf den Beinen. Taumelnd schwankte sie in eine Ecke des Zimmers.

Die anderen Katzen, die sich noch im Zimmer befanden, verfolgten dies mit großer Aufmerksamkeit. Das ungewöhnliche Verhalten von ihrer Katzengefährtin war ihnen unheimlich. Leise knurrend, steifbeinig und mit gesträubten Rückenhaaren näherte sich eine der Katzen der Schnuckie. Miefke dachte, hier könnte ein Unglück geschehen. Das wollte sie verhindern. Der dicke Teppich, Miefke liebte Teppiche, dämpfte ihre Schritte. Daher bemerkte die Katze ihre Annäherung nicht, denn sie war voll auf die Schnuckie konzentriert. Und bevor ich es verhindern konnte, bückte sich Miefke nach dieser Katze. Ohne diese anzusprechen, fasste sie die Katze an, um sie hoch zu nehmen. Diese war über die plötzliche unerwartete Berührung zutiefst erschrocken. Ein doppelter Schrei ertönte - einer von der Katze und einer von Miefke, aus deren linken Hand nun ein hellroter Blutstrahl in hohem Bogen auf den Teppich spritzte. Miefke wurde totenblass und klappte wie ein gefällter Baum um. Ich konnte sie gerade noch auffangen, schleppte sie zum Sofa und packte sie darauf, drückte mein Taschentuch auf ihre stark blutende Hand, etwas anderes hatte ich so schnell nicht parat. "Hast du Verbandsmaterial hier irgendwo im Haus?" Miefke, weiß wie die Wand, verdrehte nur die Augen und wackelte mit dem Kopf. "Dann muss ich schnell zu meinem Auto gehen, den Verbandskasten holen, halte durch und drücke so lange das Tuch auf die Hand, bis ich wiederkomme." Ich sauste los!

Zurückgekommen, verband ich ihr die Hand. Ruhigstellen ist bei einer Verletzung auch wichtig, die Hand sollte geschient werden. Eine Schiene hatte ich aber nicht, suchend schaute ich mich um. Ein großer hölzerner Kochlöffel aus der Küche erschien geeignet und wurde als Schiene mit in den Verband eingebunden. Und eine schöne Armbinde machte ich ihr auch noch. "Bist du gegen Tetanus geimpft? Weißt du nicht? Wenn es dir wieder besser geht, gehst du sofort zum Ambulatorium!" "Meine Katzen, meine Katzen", jammerte nun Miefke los. "Um die mache dir mal keine Sorgen. Die haben sich wieder beruhigt und wenn Schnuckie eingeschlafen ist, werde ich ihr die Fäden allein ziehen."

Einige Wochen später traf ich Miefke zufällig wieder. "Na, ist die Hand wieder heil?" fragte ich sie. "Ja, es ist alles prima verheilt bei Schnuckie. Auch meine Hand ist wieder in Ordnung. Bei der Ambulanz waren man über deinen Verband mit dem Kochlöffel sehr erstaunt gewesen. Wer das wohl gemacht hätte, wollte man wissen, "qué raro, pero bueno."

Diesen Beitrag habe ich leicht verändert meinem Buch "Die Sau des dicken Jägers und andere Tierarztgeschichten" entnommen. Erhältlich im deutschen Buchhandel, ISBN 978-3-86785-294-4 und im Internet bei Amazon. Oder ganz einfach beim BS-Verlag Rostock anrufen. Tel. 038203 733485







Dienstag 14.10.2014 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 28 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 24,7 Grad - niedrigste Temperatur 15,4 Grad

Der Septemberblues im Tourismus auf La Palma
Wird Zeit, dass Winter wird

Der Oktober ist bereits besser, eine zusätzliche Maschine aus Deutschland der Air Berlin bietet mehr Plätze für Reisen aus Deutschland nach La Palma an, aber die Zahlen aus dem September sind weiterhin ein Schlag ins Gesicht der gesamten Tourismusbranche auf der Insel. - Aber wir wussten ja, was auf uns zukommt, und wer irgendwie konnte, der duckte sich weg, aber eben besonders die großen Betriebe leiden ganz besonders darunter, da die viel höhere permanente Kosten haben als die kleinen Betriebe, die im Sommer auf Minimalanforderungen herunterschalten und einfach nichts verdienen, aber eben auch kaum Kosten einfahren. - Spaß machen die Zahlen sowieso nicht, aber wir haben ja auch nichts zu verstecken und müssen einfach den Sommer 2014 als die Saison der großen Tracht Prügel wegstecken. - Der Winter 2014/2015 hingegen wird von der Erreichbarkeit, vor allem aus Deutschland, wieder sehr erfreulich verlaufen, aber zunächst noch die traurige Statistik. - Dabei sind die Kanaren allgemein weiter im Aufwind was nationale und internationale Ankünfte angeht, der Kanare an sich, also Fulanito und seine Schwester fliegen wieder häufiger, alle kanarischen Flughäfen schreiben mehr als einen Wulff, also die Schwarze Null, (Fragen Sie Herrn Doktor Kohl) und hier reichen die Zuwächse von 1,6% (Tenerife Süd) bis 31,3% (La Gomera). - Allerdings ist das Beispiel La Gomera nicht wirklich repräsentativ, denn es ist der kanarische Flughafen mit der kleinsten Passagierzahl, so sind dort im September nur 1.400 Passagiere angekommen. - La Palma hat 12% mehr nationale Passagiere, 26.553 kamen im September 2014 gegenüber den 23.609 im vergangenen September 2013. - Falls Ihnen auffallen sollte, dass meine Zahlen gegenüber anderen Pressemeldungen etwa nur halb so hoch sind, das liegt daran, dass ich von der Statistik der AENA nicht die Anzahl der beförderten Passagiere der Flughäfen nehme (Ankunft und Ablfug), sondern nur die Zahl der gelandeten. - Nur als Erklärung, aber ich finde das irgendwie greifbarer, denn sonst könnte man meinen, auf La Palma seien im September 2014 fast 70.000 Passagiere gelandet. - Nun zu den Zahlen des internationalen Tourismus, und die gehen wir einfach an, nutzt ja doch nichts. - Bis auf Gran Canaria haben alle kanarischen Flughäfen Zuwächse erreicht, im Schnitt an die 8% und wenn die Arabische Welt, eingeschlossen Ägypten und Tunesien so weiter machen, dann wiederhole ich mein unmoralisches Angebot, der Arabische Frühling macht einen kanarischen Sommer, denn die Kanaren profitieren ganz klar davon, dass andere Destinationen sehr unter der augenblicklichen Entwicklung leiden. - La Palma konnte daran noch nie partizipieren, denn wir taugen nicht als Ersatz für Hurghada, wir sollten das erst gar nicht versuchen, und so sind diesen September auch nur 5.904 internationale Gäste auf dem riesigen Flughafen La Palma angekommen, und im gleichen Monat des vergangenen Jahres waren es noch 6.771. - Also knappe 13% weniger. - Aber wie gesagt, wir wussten das bereits, wir haben das antizipiert, wie das auf der Börse und beim Klugscheissersportberichten auf den Privatkanälen so gerne genannt wird, und endlich konnte ich dieses Wort auch mal benutzen. - Ist auch gleich wieder abgenutzt, und man kann stundenlang darüber streiten, ob ein antizipierter Hieb in die Fresse schlimmer ist, als ein unvorhergesehener, so viel Zeit habe ich aber nicht. - Der Sommer war wunderschön, wir hatten kaum was zu tun, und jetzt wird es allerhöchste touristische Eisenbahn, dass Winter wird.

Und der Sand kommt doch nicht aus Nogales - sondern von noch weiter her. Wir können aber doch beruhigt sein, und die Hauptstädter auch, die versenkten Zwerge werden nicht angesaugt, denn die "Volvox Atalanta" fährt emsig zwischen dem Nordosten und der Hauptstadt hin und her und karrt dabei den Sand an. - Marinetraffic.com zeigt uns an, dass das Schiff bis vor die Küste von San Andrés y Sauces fährt, also deutlich weiter als das immer genannte Nogales, welches ja vor Puntallana liegt. - Das Schiff arbeitet 24 Stunden am Tag, braucht etwa zweieinhalb Stunden um den Sand zu holen und spuckt diesen dann in einer Stunde an den Strand. Bislang ist das Meer sehr ruhig, das macht es dem Schiff einfach, so effektiv zu arbeiten und wenn das so bleibt, dann wird man sogar schneller fertig als die 8 vorhergesehenen Wochen. - Vielen Dank für die Zuschriften!






Dienstag 14.10.2014 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 38 % - Luftdruck 1018 hPa

Gastbeitrag von Franz Trommer
"Del dicho al hecho hay un gran trecho" - Einfacher gesagt, als getan.
Miefkes Katzen Teil 2 von 3

Miefke hatte mit ihrer Katzensuche tatsächlich Erfolg gehabt. "Stell dir vor", sprudelte es am Telefon aus ihr heraus, "ich fuhr dorthin, wo Schnuckielein weggelaufen sein sollte. Und wie ich so rufe und rufe da miaut es plötzlich kläglich und meine Süße kommt heran. Na, da habe ich mich vielleicht gefreut. Ich bin ja so glücklich. Aber nun soll das nicht noch einmal passieren. Die reißt doch womöglich wieder aus, wenn sie zum Tierarzt soll. Sie ist doch so klug und merkt das. Kannst du ihr nicht die Fäden bei mir zu Hause ziehen, du bist doch auch Tierarzt. Hier kann sie doch nicht weglaufen." Natürlich fühlte ich mich ungemein geehrt, ihrem geliebten Katzenvieh die Fäden ziehen zu dürfen und antwortete: "Na, das ist ja eine meiner leichtesten Übungen, Fäden zu ziehen, da will ich dir gern helfen, aber auf deine Verantwortung. Denn bei Katzen ist das nicht so einfach, die mögen das nicht. Wann passt es dir denn? Morgen Mittag? Kein Problem, hasta mañana."

Pünktlich war ich am nächsten Tage wieder vor Ort, um das große Werk zu vollbringen. Miefke schnappte sich ihren Liebling und schaute mich fragend an. Ich schob ihr einen Stuhl unter und setzte mich dazu, Schere und Pinzette griffbereit. Fäden ziehen tut nicht weh, aber es "ziept" unangenehm. Die Schnittwunde ist oft geschwollen, die Fäden sind darin versteckt. Meist sind die Enden der Fäden blutverkrustet, verklebt und müssen erst gelöst werden. Das mag keine Katze. Und sie muss dazu auf dem Rücken liegen, damit man an die Wunde heran kann, eine sehr ungünstige Stellung. Denn es ist die Verteidigungsstellung der Katze. Im Gegensatz zu den Hunden. Wenn die auf dem Rücken liegen, dann haben sie sich ergeben. Miefke drehte also ihre Mieze mit sanfter Gewalt auf den Rücken. Das wollte diese nicht und miaute. Miefke beruhigt sie und streichelte ihr über den Bauch, was diese mit einem ungnädigen Knurren quittierte. Nun konnte ich mir die Naht ansehen. Hatte ich mir das doch gedacht: Die Schnittwunde war leicht geschwollen, alle Fäden waren verklebt. Als ich den ersten Faden lösen wollte, klang das Miauen von Schnuckie schon eine Oktave höher, vermischt mit Fauchen. Die Hinterbeinchen strampelten, an den Vorderpfoten wurden die Krallen ausgefahren und sachte in Miefkes Hände gedrückt. Alarmstufe 3 war angesagt, ich verstehe die Katzensprache! Die Katzenmutti versuchte noch, ihre Katze zu beruhigen, sagte viele tröstende Worte und streichelt ihr Katzenvieh, so gut es ging. Doch die hatte offensichtlich schon die Schnauze voll und entblößte nun die Eckzähne. "Miefke, so geht das nicht", sagte ich energisch. "Ich kenne mich mit Katzen aus, das wird so nichts. Die Gute muss ruhig gestellt werden, bevor sie gänzlich ausflippt." Miefke war blass geworden. Wie meinst du denn das? Na, eine Narkose kann ich ihr hier nicht verpassen, dazu fehlen mir hier die Mittel. Aber wir können ihr eine Schlaftablette geben, das wird genügen. Wir werden deinen Liebling jetzt erst einmal wiegen, damit ich die Dosis errechnen kann und dann komme ich morgen noch einmal wieder. Hasta pronto!

Diesen Beitrag habe ich leicht verändert meinem Buch "Die Sau des dicken Jägers und andere Tierarztgeschichten" entnommen. Erhältlich im deutschen Buchhandel, ISBN 978-3-86785-294-4 und im Internet bei Amazon. Oder ganz einfach beim BS-Verlag Rostock anrufen. Tel. 038203 733485




Montag 13.10.2014 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 19 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 21,6 Grad - niedrigste Temperatur 17,0 Grad

Kurz und bisweilen gut
Tagesgespräche

Vor ein paar Wochen hat eine bedürftige Familie in Santa Cruz ein Haus besetzt, welches der Gemeinde gehört und eigentlich abgerissen werden sollte. - Der Fall ging die Presse rauf und runter, und mit solchen Meldungen kann man nicht wirklich zufrieden sein, außer man ist Presse. - Die Gemeinde bot nun dem Familienvater einen Arbeitsplatz an, befristet auf ein halbes Jahr, und aus Sammlungen, hauptsächlich aus den Händen des ehemaligen Chefs der Vereinigung des Gewerbetreibenden der Innenstadt, Juan Arturo San Gil, kamen 6.000 Euro zusammen, welche man der Familie zur Verfügung stellt, damit diese für eine Weile die Miete in einem normalen Wohnhaus bezahlen kann, und nicht weiter als Hausbesetzer in einem Abbruchhaus leben muss. - Allerdings hat man hier die Rechnung nicht nur ohne den Wirt, sondern noch mehr ohne den Gast gemacht, denn die Familie verzichtet auf das Geld und bleibt lieber Hausbesetzer, man fürchtet eben die Zeit, wenn die 6.000 Euro zu Ende sind, dass man dann wieder auf die Straße gesetzt würde. - Auch eine Logik, und so bleiben die lieber ganz ohne Miete zu bezahlen in einem ehemaligen Sozialbau im Stadtteil Mirca. - Das Ding ist also nicht vom Tisch, so einfach kann man soziale Missstände dann doch nicht kaschieren und eigentlich ist es verwunderlich, warum das Beispiel der Familie noch keine Nachahmer gefunden hat.

Bleiben wir in Santa Cruz. - Und wie der Sand fließt, es ist geradezu ein Freude zu beobachten, wie denn der Strand wächst. - Allerdings ist es uns ein bisschen verwunderlich, wo die denn den Sand herholen, hieß es doch, die saugen den Sand aus der Gegend um die Playa de Nogales in der Gemeinde Puntallana, aber wie es scheint, holen die den Sand direkt aus der Gegend vor dem Strand. - Darüber gibt es jetzt auch die ersten Witze, in den wunderbaren Karikaturen von "El Time" werden sogar die Betonzwerge angesaugt, welche als Taucherattraktion dort vor der Küste versenkt wurden, weil es heißt, man hätte kein Geld mehr, das Schiff weiter wegzuschicken. - Dadurch wird aber auch wieder die Diskussion angefacht, ob es denn Nebenwirkungen geben wird, wenn man an einer Stelle des Atlantiks 700.000 Tonnen Sand wegnimmt, denn der Atlantik hat das ja nicht einfach so ohne seine eigenen Regeln gemacht. - Die Hoffnung, dass dort wirklich gute Techniker am Werk waren, die schwingt weiter mit, es wäre doch extrem schade und sicher ärgerlich, wenn man sich da mit dem Strand seine eigene Grube gräbt. - Und dann gibt es in Sachen schwarzer Sand in Santa Cruz auch noch ein kakophonisches Fundstück, welches Heriberto uns geschickt hat. - In Kärnten auf der Nockalm wusste man bereits 1993 über unseren Stadtstrand Bescheid. - Anhören bei youtube auf eigene Gefahr!

Und genau da kommen wir hin, wenn wir in Richtung Fuencaliente blicken, genauer gesagt an die Südwestküste oberhalb Zamoras, denn dort liegt der sehr neue Wasserspeicher "La Caldereta" und ruft uns das unbeliebte Wort zu: Skandal. - Das Ding ist neu, 3,5 Millionen teuer, aber schon wieder so kaputt, dass die Folie ausgetauscht werden muss, weil diese an zu vielen Stellen gerissen ist. - Das ist passiert, weil oberhalb des Speichers sehr viel Steinschlag herrscht und wenn diese Steine und Brocken dann auf die Folie knallen, dann entstehen Löcher. - Man hat, bei allem gebührenden Respekt, das Ding am völlig falschen Ort hingestellt und nun geht eine unendliche Diskussion um Verantwortlichkeiten los, die wir aus anderen Ecken auch schon kennen. - In der Tat, die Leute die dort wohnen, die wussten genau über den Steinschlag Bescheid und eigentlich geht man ja davon aus, dass in der gesamten Kette, von Idee, Vorprojekt, Projekt, Finanzierung irgendwann mal ein Techniker oder Politiker hingeht und sagt, Leute, da fallen dauernd Steine vom Felsen, ist das der richtige Standort? - Hat eben keiner getan, und auch wird jetzt die Frage gestellt, ob denn da jemand größeres Interesse gehabt hat, unbedingt dieses Grundstück zu verkaufen? - Weiß ich nicht, nicht alle Fehler haben einen fast bereits korrupten Hintergrund, das mit dem Standort der Fäkalienpumpstation in der Hauptstadt beweist ja wunderbar, dass wir kollektiv blind sein können, auch ohne dass irgendein Amigo was dran verdient. - Der Wasserspeicher dort in Fuencaliente leer, die große La Laguna de Barlovento auch, und auch dort heißt es, es sei absolut die falsch Lage und vielleicht sollten wir mal grundsätzlich hinterfragen, wie wir so manche Projekte angehen. - Und immer wenn Ihnen das spanisch vorkommt, dann darf ich BER zurückwerfen…




So geht Playa, meint Herbert Westphal, der uns diese Bilder zur Verfügung stellt






Montag 13.10.2014 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 35 % - Luftdruck 1019 hPa

Gastbeitrag von Franz Trommer
"Querer es poder" Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg
Miefkes Katzen Teil 1 von 3

Eines schönen Tages traf ich Miefke. Miefke ist Tierfreundin, besser gesagt, Katzenfreundin. Miefke wohnt inmitten ihrer Katzenbande auf einer Finka. Dort werden ihre Lieblinge gut versorgt und verpflegt. Trotzdem gab es Probleme. Die waren aber mehr hormoneller Art und Weise. Und dann gab es Stress, bei den Katzen und auch bei Miefke. Miefke konnte aber keinen Stress gebrauchen und schwangere Katzen schon gar nicht. Daher hatte sie beschlossen, auch alle ihre weiblichen Katzen sterilisieren zu lassen; die Kater waren bereits ihre Klöten los.

"Ich bin ja so unglücklich", erzählte sie mir mit verzweifelter Stimme, "ein großes Unglück ist geschehen! Kannst du mir raten, du bist doch Tierarzt?" "Nun erzähle mir erst einmal, was los ist", ermunterte ich sie, "sonst kann ich doch nichts zu deinem Unglück sagen." "Ja", sagte Miefke, "ich wollte doch mal wieder einige von meinen Katzen sterilisieren lassen. Und ich bin mit drei Katzen, darunter mein liebes Schnuckielein, beim Veterinär gewesen. Der hatte die Katzenbäuche aufgeschnitten und alles wieder schön zugenäht. Hatte auch alles gut geklappt." "Na, das ist ja prima", sagte ich zu ihr. "Und wo ist nun das Problem?" "Gar nichts ist prima", fauchte mich Miefke an. "Hör doch erst einmal zu! Also, ich hatte meine Lieblinge wieder mit nach Hause genommen. Doch nach einer Woche mussten die Fäden gezogen werden. Ich hatte aber keine Zeit und ich habe deshalb Roberto mit den Katzen zum Fäden ziehen zum Tierarzt geschickt, das ist jetzt drei Tage her. Das war ein großer Fehler! Ich mache mir ja solche Vorwürfe." "Wieso denn das?", fragte ich. "Na, dann ist doch das Unglück passiert! Mein liebes Schnuckielein ist ihm dort vor dem Praxisgebäude weggelaufen. Weil die nicht mehr zum Tierarzt wollte. Und als Roberto sie festhalten wollte, da hatte sie ihn noch gebissen. Und dann war sie zu den Büschen gelaufen, die dort neben der Praxis stehen und hatte sich darin versteckt. Seitdem ist sie fort und ich bin sooo unglücklich. Was soll ich bloß machen? Der Tierarzt meinte, die Katze würde von allein zurück finden. Nun warte ich und warte, aber sie kommt nicht und es ist nun schon drei Tage her. Was meinst du dazu, wird sie noch kommen? Ich bin total fertig, hilf mir, bitte."

"Ja, was soll ich dazu sagen, erst einmal mein herzliches Mitgefühl. Und dann kann ich mir nicht denken, dass eine Katze diese Strecke allein zurück findet. Ein Hund, ja. Aber deine Katze, nein, die schafft das nicht. Das Praxisgebäude liegt zu weit von der Finca entfernt, Versteckmöglichkeiten für eine Katze gibt es dort überall. Weißt du was, gehe doch selbst einmal dorthin, wo die Katze weggelaufen ist. Jetzt, nach drei Tagen, ist sie total hungrig und bereit, ihren Streik abzubrechen und sich die Fäden ziehen zu lassen. Bestimmt sitzt sie dort noch unter den Kakteen im Gebüsch herum und freut sich, wenn sie dich hört. Also, geh hin und rufe sie. Das ist die einzige Chance, die ich für dich sehe." "Meinst du wirklich? Ach, es wäre ja so schön, wenn es klappen würde, ich werde sofort hinfahren und es versuchen. Gib mir noch deine Handy-Nummer, ich werde dich anrufen." "Na denn, viel Erfolg!"

Diesen Beitrag habe ich leicht verändert meinem Buch "Die Sau des dicken Jägers und andere Tierarztgeschichten" entnommen. Erhältlich im deutschen Buchhandel, ISBN 978-3-86785-294-4 und im Internet bei Amazon. Oder ganz einfach beim BS-Verlag Rostock anrufen. Tel. 038203 733485




Sonntag 12.10.2014 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 29 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 24,1 Grad - niedrigste Temperatur 17,4 Grad

Weltbiospährenreservatsunkraut
Die Windmühlen sehen überall anders aus

Problem erkannt - Problem auf der Langen Bank. - Immerhin, man spricht wieder darüber und die neueste Aussage ist, dass man hofft, im Jahr 2015 wieder einen Posten im Inselhaushalt zu finden, mit dem man einen Eindringling jagen und ausradieren will, der längst heimisch geworden ist. - Nicht, weil er schon so lange bei uns ist, erst Anfang der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts ist das aufgetaucht, sondern weil man es dem Neophyten ermöglicht hat, durch Unterlassung, sich überall auszubreiten. Es handelt sich um ein Unkraut, in diesem Fall sogar um ein invasives Unkraut, das Lampenputzergras, Pennisetum setaceum für diejenigen, die es genau wissen wollen, und hier nennt man das Kraut "Rabo de gato" also Katzenschwanz. - Diese Pflanze wurde irgendwann mal als Zierpflanze zu uns gebracht, wohl über Tenerife, stammt aber eigentlich aus den Ostafrika, dem Mittleren Osten und Südwestasien. - Es ist wohl nett anzusehen und wächst selbst in Gärten von Menschen mit schwarzen Daumen, das hat den Katzenschwengel ja so erfolgreich gemacht, so erfolgreich sogar, dass Pennisetum setaceum hier auf der Insel zum Inselfeind Nummer eins der Naturschützer, Biologen und Landschaftspfleger geworden ist. - Viele Aktionen hatte man schon gestartet, diesen Eindringling wieder von der Insel zu verbannen, aber wenn man mit offenen Augen über die Insel fährt oder geht, dann muss man leider anerkennen, dass all diese Aktionen nichts oder nur wenig gebracht haben. - Noch schlimmer, die letzten Aktionen gegen diesen Eindringling die stammen aus dem Jahr 2007 und seit dem ruft man einmal im Jahr um Gottes Willen, schlägt die Biodiversität über dem Kopf zusammen und murmelt, eigentlich müsste man was tun. - Dabei ist es eigentlich schon zu spät, der Aufwand das Lampenputzergras wieder von der Insel zu bekommen wäre derart groß, dass wir das wohl vergessen können, wenn es schon kein Geld mehr für Straßen gibt und Flughäfen, dann noch weniger für das "reset" der Biodiversität in die achtziger Jahre. - Meine jüngere Tochter, die ist schlau, die hat immer eine "Esc"-Taste, also Escape als Glücksbringer in der Tasche, die hat sie sich mal aus einer alten Tastatur gefriemelt, und wenn irgendwas daneben geht, dann drückt die auf die Taste, und man kann noch mal von vorne anfangen. - Das klappt natürlich nur bei Computerspielen, aber irgendwie kommt das einem schon so vor, dass man seitens des Cabildo Insular nun diese Taste sucht, denn mit dem bisschen, was man im kommenden Jahr für die Ausradierung des IS-Lampenputzerebolagras locker machen kann, da kommt einem jeder Halm des Pennisetums wie ein ausgestreckter Mittelfinger vor.

Wer sich nicht auskennt mit der Flora der Insel, dem fällt das vielleicht gar nicht auf, dass dieses durchaus dekorative Gras alles andere als hier her gehört und auch gar nicht willkommen ist. - Nur in der Höhe, so ab 900 Meter, da wird es eng für das Lampenputzergras, alle anderen Regionen der Insel sind betroffen, und so hat es auch überhaupt keinen Sinn, wenn irgendwelche pressegeilen Bürgermeister sich in die Zeitung stellen, und mit 15 Arbeitslosen und 3 Freiwilligen einen Parkplatz vor irgend einem Monument vom Gras des Bösen befreien. - Wenn man wirklich etwas gegen diesen Eindringling unternehmen wollte, dann könnte man für ein halbes Jahr die Arbeitslosigkeit auf der Insel auch gleich ausradieren, denn ein paar Trupps in die Landschaft zu schicken, die dann die kleinen Büsche ausreißen, dabei noch kräftig die Samen verteilen und dann in Kunststofftüten packen, damit bekommen wir nur einen Inselrat für ein Pressefoto aufgestellt, nicht aber die Insel vom Plagegeist Pennisetum Setaceum befreit. - Nachdem man nun viele Jahre dem "Rabo de Gato" Schonzeit gelassen hat, sich robust und ungehindert überall auszubreiten, will man im kommenden Jahr Gelder bereitstellen. - Um mit dem Geld dann eine Kommission oder ein Projekt zu bezahlen, was ausrechnet, wie viele Helfer denn notwendig wären die Insel vom Lampenputzergras zu befreien? - Nein, das ist nicht die Schuld der jetzigen Inselrätin für Umwelt, sondern es ist unser aller Schuld, denn wir haben jahrelang zugesehen, wie uns das Weltbiosphärenreservat vor den Augen mit Unkraut zuwächst. - Leverkusen, we have a problem, denn ohne massiven Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wird man nicht mal im Ansatz das Lampenputzergras putzen können, und dann stehen wir wieder da mit der Frage, ob denn die Nebenwirkungen vielleicht nicht gar noch schlimmer sind, als die Krankheit selbst. - Vielleicht sollten wir aber zu einem ganz perfiden Trick greifen, den wir übrigens bei anderer Gelegenheit auch schon angewandt haben, denken wir mal an die Bananen oder die Opuntien. - Wir erklären feierlich, mit Besuch des Oberkanaren, der kommt immer gerne, wenn wir was einweihen oder verkünden, das Lampenputzergras ist autochthon, mindestens aber endemisch, steht auf der Roten Liste, ist vom Aussterben bedroht, eine ganz seltene Nutzpflanze und ist ein Kraut, und kein Unkraut. - Mal sehen, wie lange es dauert, bis uns das letzte Exemplar eingegangen ist… Oder aber, wir machen den anderen Trick, wie bei den Tausendfüßern oder Seeigeln, wir erklären einen Inhaltsstoff davon als potenzfördernd, und laden ein paar Tausend Chinesen zu uns ein.







Die hellbraunen Flecken, das ist alles Lampenputzergras am Risco de la Concepción





Sonntag 12.10.2014 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 40 % - Luftdruck 1017 hPa

Gastbeitrag von Antje Gieser
Notizen aus La Sabina, Teil 7 - Tiere

haben es oft nicht so gut hier. Allerdings hat sich das im Laufe der Jahre erheblich gebessert. Heute sieht man immer mehr Hundebesitzer mit ihren Vierbeinern an der Leine spazierengehen. Allerdings gibt es immer noch Hunde, die ihr Leben auf einer Dachterrasse fristen oder lebenslang kurz angebunden sind.
Als ich anfing eine jämmerlich aussehende Katze auf der Mauer außerhalb des Grundstücks in La Sabina zu füttern, waren es im Nu sieben oder acht, die täglich ihr "Recht" forderten.
Und Knuddel, mein schon etwas betagter, aus Deutschland mitgebrachter Kater, lebte fast nur noch im Schrank. Nach und nach wurden sie weniger, nur der dicke blonde Semmelkater blieb. Eines Tages, als ich Knuddels Leid nicht mehr mit ansehen konnte, fütterte ich Semmelkater besonders reichlich, packte ihn in mein Auto und fuhr ihn nach Montes de Luna. Mir tat das Herz weh, ich fühlte mich wie ein Verräter. Am nächsten Tag - ich traute meinen Augen nicht - auf der Mauer saß Semmelkater! "So geht das einfach nicht, mein Lieber!" Wieder erhielt er eine Extraration Futter. Anstandslos und ohne zu klagen ließ er sich auf den Arm nehmen und nach Fuencaliente fahren. Dieses Mal dauerte es zwei Tage - und da saß er wieder, der Semmelkater. Ich kapitulierte, er bekam sein Futter auf der Mauer bis zu seinem Lebensende und Knuddel kam irgendwann auch wieder aus dem Schrank.

Mein Computer steht in der Entrada und meistens lasse ich sowohl die Gartentür als auch die Haustür weit offen stehen, wenn ich schreibe. Eines Tages arbeitete ich konzentriert an einem spanischen Text für unseren Unterricht mit dem besten, aber auch schönsten Spanischlehrer der Insel. Plötzlich hörte ich ein fremdes Geräusch und beim Aufblicken schaute ich in die Gesichter eines Esels und eines Schafes. La Sabina halt! Ich weiß nicht, wer verblüffter war! Später hörte ich, dass dieses seltsame Freundespaar zur nahen Finca einer jungen Palmera gehört und dass die Beiden immer wieder mal zusammen die Umgebung erforschen.

Ich hätte mir nie vorstellen können, dass so ein kleines, armseliges Bündel derart schreien kann. Ich wartete vor einer Autowerkstatt auf meine Nachbarin, deren Auto wir zusammen in eine Werkstatt gebracht hatten. Plötzlich kam sie ganz aufgeregt an mein Auto. "Du musst unbedingt mit reinkommen!" Da saß eine Handvoll Kätzchen inmitten von Autos, Werkzeug und Krach und brüllte sich die Seele aus dem Leib. Ich fragte die Mechaniker, was denn mit dem Kleinen sei. Schulterzucken. "Wem gehört es denn?" Schulterzucken. "Was ist denn los mit ihm?" "Hat halt Hunger!" "Kann ich es mitnehmen?" "Aber ja doch!" So wurde Paulchen die Nummer fünf meiner Katzenfamilie. Die drei Geschwister, Anton, Felix und Mausi, lehnten ihn rundweg ab. Nur der große Max - selbst ein Findelkind - ließ die manchmal recht stürmischen Liebesbezeugungen des Kleinen mit stoischer Ruhe über sich ergehen. Und so ist das heute noch. Paulchen kann im Tiefschlaf auf dem Sofa liegen, wenn Max nach Hause kommt, gibt es für ihn kein Halten mehr.







Samstag 11.10.2014 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 15 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 26,6 Grad - niedrigste Temperatur 18,9 Grad

Märtyrermigration
Die Märtyrer von Tazacorte werden nun Märtyrer von Fuencaliente

Es ist nicht neu, dass sich mehrere Regionen um bekannte Persönlichkeiten oder Ereignisse streiten, nur mit Braunau will irgendwie keiner tauschen. - Der Name Ignacio de Azevedo ist hier auf der Insel einigermaßen bekannt, so bekannt eben, wie Jesuiten werden können, welche auf dem Weg von La Palma nach Brasilien ermordet werden. - Nun aber zunächst mal die Geschichte der immerhin vierzig Glaubensbrüder, und wie gesagt, es war Ignacio de Azevedo und nicht Ali Baba. - Auf jeden Fall gehört die Geschichte von Ignacio de Azevedo und seinen 39 Begleitern nicht ins Reich der Fabeln, sondern diese Gruppe von Jesuiten gab es wirklich und die machten im Jahr 1570 hier auf La Palma Station, bevor sie mit dem Segelschiff "El Santiago" nach Brasilien aufbrechen wollten um dort "arme Seelen" zum Christentum zu bewegen. - Dazu kam es aber nicht, nach fünftägigem Aufenthalt setzte man schließlich Segel von Tazacorte aus, aber nach nur kurzer Zeit auf See eben etwa in Höhe Fuencalientes, erschien der Freibeuter Jacques de Sores mit seinem Schiff und ließ alle 40 Jesuiten ermorden. - Heute gibt es am Meeresgrund eine Gedenkstätte für die "Märtyrer von Tazacorte", allerdings liegt die vor der Küste Fuencalientes. Im Süden der Insel liegen 40 Kreuze auf dem Meeresboden bei "Malpique" versenkt, ein bei Tauchern sehr beliebtes Ziel. - So viel zur Geschichte und vielleicht sollte man noch hinzufügen, dass Papst Pius IX Ignacio und seine Begleiter selig gesprochen hat, aber weiter geschieht nicht viel in Sachen Gedenken oder Verehrung der 40 "Märtyrer" der Insel La Palma. Das war so ein bisschen in Vergessenheit geraten, vielleicht haben die Leute heute einfach andere Sorgen als diesen "Heiligen Bimbam" um die Jesuiten. - Nun überlegt man, wie man denn aus der Geschichte um die "Märtyrer von Tazacorte" eine dauerhafte Attraktion für La Palma basteln könnte, also nicht einfach nur des Gedenkens wegen, sondern ruhig auch als touristisches Lockmittel. - Man sprach davon, die Höhlen, welche auf dem Weg von Puerto de Tazacorte hinauf zum El Time liegen als "Kreuzweg" für die Märtyrer ausgestalten könnte, pro Jesuit eine Höhle und die Geschichte dazu bringen, aber das war eben auch die Zeit, da man die Hippies aus den Höhlen vertreiben wollte und unbedingt "Eigenbedarf" erfinden musste. - Dann erinnere ich mich auch noch an eine Zeit, in der man versuchte die 40 gestorbenen Jesuiten heilig sprechen zu lassen, denn 40 Heilige auf einen Streich, das wäre dann doch sicherlich mehr als ein Ausrufezeichen. - Das mit dem Heiligsprechen, das klappte aber nicht wirklich, dazu hätte man ein Wunder oder ähnliches benötigt und bei allen wunderlichen und wundersamen Dingen die in Tazacorte schon vor sich gehen, ein wirkliches Wunder konnte man nicht aufweisen.

Jetzt aber legt sich die Südgemeinde Fuencaliente ins Zeug und macht einfach aus den Märtyrern von Tazacorte die Märtyrer von Fuencaliente, und dazu hat man nun an den Leuchttürmen im Süden der Insel ein Denkmal gesetzt. - Mit großem Bahnhof und Bimbam hat man dort ein Betonkreuz aufgestellt, jede Mengen Fahnen drum herum aufgebaut und es wird auch eine neue Geschichte rumgereicht, wonach in einer Höhle die sterblichen Überreste mehrerer der Jesuiten gelagert sein sollen, deren Körper das Meer wieder hergegeben hatte, und eben an Land gespült. - Dumm nur, dass man dort im Süden unserer Insel so etwas unberechenbares wie Vulkane hat und der Teneguía im Jahr 1971 eben genau diese Höhle mit Lava verschüttet hat. - Aber da man die Fuente Santa ja auch wiederentdeckt hatte, die mit viel Vorschusslorbeeren versehene Heilige Quelle, gibt es ja vielleicht auch noch Hoffnung, diese Höhle wieder freizulegen um an die Knöchelchen der braven Jesuiten zu gelangen. - Wobei das mit dem brav so eine Sache ist, denn wir erinnern uns, die waren nach Brasilien unterwegs, um das Kreuz dort zu schwingen und wir erinnern uns auch, dass das nicht immer rosarot-ponyhofmäßig zuging. - Jetzt macht Fuencaliente auf Märtyrerhausen und da darf die Frage nach Empfindlichkeiten in der Gemeinde Tazacorte gestellt werden, die ja am Beginn der jetzigen Legislaturperiode noch große Dinge in Sachen Märtyrertourismus vorhatten. - Jetzt heißt es, sogar der Papst hätte sich erkundigt, wie denn die Sache um die Jesuiten stünde, die 1570 vor La Palma ermordet wurden, und da ich immer alles glaube, was mit Glauben zu tun hat, könnte sich Fuencaliente nun den Beinamen geben: Die Gemeinde, die nicht mal 2.000 Einwohner hat, aber der Papst soll nach uns gefragt haben. - So laufen die Dinge, früher, als die Piraten noch kamen, da mochte die niemand, aber mit einem Abstand von ein paar hundert Jahren, da macht sich das prächtig in der Vita eines Ortes, wenn möglichst viele Brüder gemeuchelt wurden. - Ein bisschen komisch sind wir schon…




Rechts der beiden Leuchttürme auf der Freifläche, das ist das Denkmal für die vierzig Jesuiten





Samstag 11.10.2014 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
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Gastbeitrag von Antje Gieser
Notizen aus La Sabina, Teil 6, Hupe wenn du Gott liebst

Es ist nun schon viele Jahre her, dass ich d e n Spanischlehrer gefunden habe. Dieser, der schönste, aber auch der beste aller Lehrer, konnte uns mühelos sogar mit dem Subjuntivo vertraut machen und das alles ohne ein Wort Deutsch. Und da wir im Unterricht auch gerne lachen, kam er eines Tages mit folgendem Witz an, dem Brief einer Großmutter an ihren Enkel, natürlich in Spanisch:

Lieber Enkel,

neulich machte ich eine unglaubliche Erfahrung religiöser Art, die ich mit dir teilen möchte. Ich ging in eine christliche Bücherei und dort fand ich einen Aufkleber fürs Auto darauf stand: "Wenn du Gott liebst, dann hupe!" Da ich einen recht schlechten Tag gehabt hatte, beschloss ich, ihn zu kaufen und an die Stoßstange zu kleben. Ich stieg ins Auto und kam an eine komplizierte Kreuzung zweier Straßen mit vielen Fahrzeugen. Die Außentemperatur betrug 37 Grad und es herrschte Feierabend-Verkehr. Die Ampel zeigte Rot, ich musste halten und dachte an den Herrn und all die guten Dinge, die er uns gegeben hatte. Ich merkte nicht, dass die Ampel inzwischen Grün zeigte, doch ich entdeckte, dass viele den Herren lieben, denn plötzlich begannen die Hupen zu tönen. Es war wunderbar!

Im Auto hinter mir saß ein offenbar besonders religiöser Mensch, der die Hupe ohne Unterlass drückte und schrie: "Das ist nicht auszuhalten, um Himmelswillen!" Angeführt von ihm, betätigten alle ihre Hupen. Ich lächelte und winkte allen. Ich war total begeistert. Und ich sah einen anderen Herren, der mich auf eine sehr eigene Art grüßte. Er hob nur den Mittelfinger einer Hand. Ich fragte Bebito, meinen anderen Enkel, der mit mir im Auto saß, was dieser Gruß bedeute. Er antwortete, dies sei ein Glücksgruß aus Hawaii. Deshalb streckte ich meine Hand aus dem Fenster und grüßte alle in derselben Art.

Bebito platzte fast vor Lachen. Ich nehme an wegen des wunderbaren religiösen Geschehens, das wir erleben durften. Zwei Männer stiegen aus einem Auto in meiner Nähe und kamen auf mich zu, ich glaube, um mit mir zu beten oder mich zu fragen in welche Kirche ich gehe. Doch gerade in diesem Moment sah ich, dass die Ampel Grün zeigte. Deshalb grüßte ich alle meine Brüder und Schwestern und fuhr über die Kreuzung. Auf der anderen Seite angekommen merkte ich, dass das einzige Auto, das die Straße überqueren konnte, das meine war, denn die Ampel war auf Rot übergesprungen. Ich war betrübt, dass ich alle hinter mir lassen musste, nachdem wir diese große Liebe miteinander geteilt hatten. Deshalb hielt ich an, stieg aus und grüßte alle noch ein letztes Mal mit diesem Glücksgruß aus Hawaii. Ich bete zu Gott für alle diese guten Männer und Frauen.

Ich küsse dich
deine Großmutter







Freitag 10.10.2014 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 23,8 Grad - niedrigste Temperatur 16,4 Grad

Eingeweiht ist nicht eröffnet
Naherholungsgebiet für Fernreisende

Der Unterschied zwischen Einweihungen und Eröffnungen ist uns bestens und frequent bekannt. - Bei uns gibt es Einrichtungen, meist öffentlicher Natur, die zum Teil sogar mehrfach eingeweiht wurden, aber niemals eröffnet. - Anders herum gibt es das auch, meist auf dem privaten Sektor, da eröffnen Schuppen, Häuser, Kneipen oder sonst was, die niemals eingeweiht wurden und vielleicht sollten die Einen bei den Anderen was lernen. - Groß angekündigt in der geduldigen Presse war das "das erste Naherholungsgebiet an der Küste La Palmas" (zona recreativa) und unter solchen Hinweisen verstehen wir vermehrten Holzkohlebedarf, denn so bezeichnet man bei uns Plätze, bislang meist im Wald, auf denen man sein eigenes Essen mitbringen kann und die notwendigen Koteletts auf bereitstehenden Grills bräunt. - Angereist zur Einweihung war selbst der Oberkanare Paulino Rivero, Präsident des Gobierno de Canarias, der gerne mal zu solchen Anlässen auf die anderen Inseln reist. - Es ist in der Tat der erste Grillplatz am Meer, sagen wir mal öffentlicher Natur, denn trotz des Verbot des Feuermachens an der Küste pflegen immer mal wieder Bürger, sich einfach am Meer einen Fisch, oder eben ein Kotelett auf dem mitgebrachten Grill zu braten. - Das kann man nun offiziell, allerdings muss man schon ein wenig fahren, denn diese "Zona recreativa" liegt in Punta Larga und das wiederum liegt auf dem halben Weg vom großen Hotel im Süden zum Leuchtturm an der Südspitze hin. - Nahe ist das also nur für die Einwohner der (wilden) Siedlung Punta Larga, welche auch vom Küstengesetz so weit heimgesucht wurde, dass dort so einige Häuser den Baggern zu Opfer fielen, aber das sieht man der Siedlung heute nicht mehr an. - Der Grillplatz liegt auch nicht direkt an der Küste, sondern oberhalb an der Straße, aber da ist nicht allzu viel Betrieb, lediglich die Arbeiter der ewigen Bananenplantagen dort fahren vorbei und ein paar Touristen, welche hilflos aus den Bananen wieder herauszufinden hoffen. - Man kommt raus, einfach weiterfahren, selbst bei uns auf der Bananeninsel ist irgendwann Schluss mit Plantage.

An die 15 Tische haben wir gezählt, sechs Grillplätze für normale Haushaltsmengen, sowie einen großen gemauerten "Tiefgrill", in dem man auch die berühmte "Halbe Sau" braten kann, eine äußerst beliebte Spezialität. - Allerdings macht man das ja meist für eine Tauf- oder Hochzeitsgesellschaft und dafür wiederum gibt es dort nicht genügend Sitzplätze, man müsste schon den Rest der Siedlung Punta Larga mit an der Sau beteiligen, und da könnte ich wetten, dass man mit dem Anliegen Erfolg hätte. - Man hat für Schatten gesorgt, die Tische liegen unter Pergolen und als allererstes fällt dem Kenner der palmerischen Szene öffentlicher Anlagen auf, dass ziemlich wenig Edelstahl verbaut wurde. - Das ist selten, irgendwie hat Edelstahl im letzten Jahrzehnt Silikon als häufigsten Baustoff abgelöst, wahre Orgien des blanken Metalls findet man in Form von Geländern und Toren, hier in Punta Larga dominieren Holz und Beton. - Man kann runter bis zu dem kleinen, aber pittoresken Strand laufen und hat sicher einen wunderschönen Sonnenuntergang. - Allerdings gibt es Öffnungszeiten, welche einen für den Sonnenuntergang in den Winter schicken, denn um 21:00 Uhr im Sommer und bereits 19:30 Uhr im Winter soll Schluss sein mit lustig dort in Punta Larga, und das kann dann doch den plötzlichen Party-Tod bedeuten. - Gut, man muss ja sowieso wieder weit fahren, wenn man noch nach Hause kommen will, aber am Wochenende im Winter um 19:30 das Glas und den Teller aus der Hand legen, das kommt mir dann doch recht früh vor. - Kann damit zusammenhängen, dass dort auch ein Kiosk mit Sonderleistungen betrieben wird, oder betrieben werden soll, denn ein paar Tage nach der Einweihung waren noch die Maler am Werk und der von uns erhoffte Kaffee rein virtuell. - Sonderleistungen sollen hier heißen, der Wirt des Kiosks ist gleichzeitig Betreuer der kleinen Anlage und das kann von Vorteil sein für den Besucher, denn man braucht nicht mehr an wirklich alles zu denken und keine Kaffeemaschine einpacken, sondern nur eben die Koteletts und das Essen, und wenn dann noch was fehlt, ist eben der Kiosk da. - Das wird man abwarten müssen, wie das denn laufen kann, der Kiosk mit seinem Wunsch wohl nicht nur Cortado zu verkaufen, und die Grillstation, zu welcher die Besucher ihr eigenes Essen mitbringen. - Aber so etwas kann sich sicher befruchten, es muss halt nur genügend Publikum kommen. - Für die Gäste des Hotels ist das zu weit, obwohl man locker so weit laufen könnte, aber nur durch Bananenplantagen auf der Straße entlang will keiner laufen, glauben Sie mir das. - 300.000 Euro hat diese Naherholungsanlage gekostet, sagt man seitens der Gemeinde, und das selbst ohne massiven Einsatz von Edelstahl, da muss die Einrichtung des Kiosks aber vom allerfeinsten sein, denn 300.000 Euro, das ist viel Geld. - Wenn es angenommen wird, dann soll und das aber nicht wirklich schrecken, vielleicht bringt ja die nahe Heilquelle "Fuente Santa" irgendwann mal mehr Besucher in diesen Teil unserer Insel, der vom Farbspiel her eine interessante Mischung von schwarzem Basalt und dem Grün der Bananen bringt. - Unwirklich die Gegend, aber eben auch real La Palma, denn wir bewegen uns ja zwischen Bananen und Vulkanen, zumindest da unten am Meer.















Freitag 10.10.2014 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 48 % - Luftdruck 1017 hPa
Puntagorda, 1.260 Meter - Temp. max. 24,3 - Temp. min. 10,5 - Feuchte 50 - 82 % - Regen 0mm

Gastbeitrag vom Vizesportbeauftragten
Von Zweien die auszogen, uns das Minigolfen zu bringen

Golf. Ein Reizwort. Für manche sicher auch Anreiz, durchaus. Nach meiner Erfahrung stellen sich bei den meisten aber erst mal die Nackenhaare auf vor Schreck. Verschandelt das nicht die Landschaft? Und verbraucht mächtig Wasser? Und - Schreck lass nach - ist das nicht nur für "andere" Leute? Upperclass? Millionäre? Ich bin froh, dass es weder meine Aufgabe noch meine Absicht ist, diese Fragen heute und an dieser Stelle zu beantworten. Ich möchte über Volksgolf schreiben, die kleine Ausführung die keine Clubmitgliedschaft voraussetzt. El Golf popular.

Die Idee, auf La Palma einen Minigolfplatz samt Kiosco zu eröffnen, ist nicht neu, geistert schon seit mehreren Jahren über die Insel. Bis zur Verwirklichung dieses Projekts mussten wir aber bis zum Sommer dieses Jahres warten. Stefan und Esther (*) stammen aus Süddeutschland, arbeiteten jahrelang in sozialen Berufen, die durchaus nicht überbezahlt waren. Trotzdem war immer mal wieder ein Urlaub auf ihrer Lieblingsinsel drin, zwar nicht jedes Jahr, aber immerhin alle zwei bis drei Jahre. Der Gedanke, dort eines Tages ohne Rückflugticket aufzuschlagen, ist vielen von euch nicht fremd. Nach langem, eisernen Sparen war es bei den Jungaussteigern im Sommer 2011 so weit. Der Container war gepackt, ein erstes Übergangsquartier gebucht, das Abenteuer konnte beginnen. Beinhaltet der Umzugscontainer eines Standardauswanderers in erster Linie Möbel, Kleidung, Deko und Memorabilien, so hatten Stefan und Esther etwas in die großen Kiste gepackt, das noch nie die Reise nach La Palma gemacht hatte. Eine komplette Minigolfanlage!

Tolle Idee, wird jetzt so mancher denken. Grundstück pachten, rasch ein paar Genehmigungen einholen, aufbauen und los geht der Spaß. Und das Geschäft natürlich auch. Wer hier schon mal mit Behörden, egal auf welcher Ebene, zu tun hatte, weiß, dass die Realität anders aussieht. Drei Jahre gingen bis zur Eröffnung ins Land, eine Zeit, in der unsere Jungunternehmer keineswegs Däumchen gedreht haben.

Kurz hinter Todoque, direkt an der Landstraße ist die Anlage entstanden, liebevoll begrünt, mit einer herrlichen Aussicht aufs Meer. In der kleinen Gastronomie werden Wurstspezialitäten aus einer kleinen Metzgerei angeboten, Salchicha Alemana Artesana. Deutsche Wurst hat eben einen Ruf wie Donnerhall, besonders bei der einheimischen Bevölkerung. Und damit das alles auch wirklich populär bleibt, sind die Preise absolut volkstümlich. Am Dienstag ist Ruhetag, ansonsten ist ab 12 Uhr, am Wochenende ab 10 Uhr geöffnet. Ich weiß nicht, was Bernhard Langer und Tiger Woods empfehlen. Ich empfehle den Kiosco Minigolf Todoque. Minigolf......Miniprecios.
Mit sportlichen Grüßen

Ödi Jonitz
(Vize-Sportbeauftragter)

(*) Da dieser Artikel keine Eigenwerbung darstellt und u.a. eine Überraschung für die Platzbetreiber sein soll, konnte das Einverständnis, Klarnamen verwenden zu dürfen, natürlich nicht vorher eingeholt werden. Stefan und Esther sind also Pseudonyme. Die beiden geben ihre richtigen Namen aber sicher gerne preis, wenn ihr sie bald besucht.







Donnerstag 09.10.2014 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 59 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 22,4 Grad - niedrigste Temperatur 17,0 Grad

Kommen die Russen?
Verwirrungen um die Teleskope

Die Russen sind längst hier, auf den Kanaren und auch auf La Palma, aber hier in deutlich geringerer Anzahl. - Das könnte sich ändern, denn es halten sich hartnäckige Gerüchte, dass die Universität Moskau ein 60 Meter Teleskop bauen möchte, und als Standort La Palma in Frage käme. - Wir erinnern uns, La Palma war im Finale um den Standort für das E-ELT der ESO, allerdings verlor man gegen Chile, und im Nachhinein muss man wohl sagen, dass La Palma nie so richtig eine Chance hatte, denn die ESO hat bereits viele Analgen dort in der Nähe des Cerro Armazones und man kann damit die bereits vorhandene Infrastruktur nutzen. - Es gab viel böses Blut, nachdem man die Ausschreibung verloren hatte, man warf der Regierung in Madrid vor, sich nicht genügend eingesetzt zu haben, obwohl die wahrscheinlich ganz genau wussten, dass die ESO sich weiter auf Chile konzentrieren würde, und keinen Standort auf der Nordhalbkugel zusätzlich betreiben will. - Man sprach damals von einer Gesamtinvestition von einer Milliarde Euro, und von dem Geld würde natürlich nicht alles hier auf die Insel fließen, aber dennoch reichlich Geld, und vor allem Arbeitsplätze, und noch mehr Prestige und Ansehen in der Welt der Astrophysik. - Da kommt das Gerücht, "die Russen", wer immer das auch sein mag, wollen nun ein Teleskop bauen, mit einem Primärspiegeldurchmesser von 60 Metern gerade Recht. Wir lieben Rekorde, Gerüchte und Verlockungen, Insulanern kann man immer viel erzählen, wenn der Horizont lang ist. - Aber das Gerücht hält sich, und man kann das ja ruhig auf dem Papier, oder Monitor weiterspinnen, das wären dann mehr als eine Milliarde Euro und es würden sich auch viele Techniker und Wissenschaftler aus Russland hier ansiedeln, welche dann im weiteren Verlauf und als Synergieeffekt auch andere Landsleute in den Urlaub locken. - Als Aprilscherz hatte ich das dieses Jahr noch deutlich überzeichnet, aber man schielt hier schon nach solchen Investoren und solchen Chancen, wobei ich da immer vorsichtig sein will, denn uns kann schnell was verkaufen, und wir sich auch begeisterungsfähig und der berühmte Depp, der jeden Tag über die Plaza von Los Llanos läuft, der sind im Zweifelsfall auch mal wir selbst. - Sollte wirklich Interesse aus Moskau bestehen, dieses Monsterteleskop hier auf La Palma errichten zu wollen, dann müsste man hier ganz robust auftreten um die Nebenwirkungen minimal zu halten, und ich bin mir gar nicht so sicher, ob wir so viel Rückgrat haben, bei solchen Investitionen als Partner auf Augenhöhe mitzuhalten. - Nicht falsch verstehen, ich fände eine solchen Investition super, die Möglichkeiten, die sich damit für La Palma ergeben wären enorm, allerdings auch die Gefahren. - Aber es heißt seitens des Gobierno de Canarias, man würde unter allen Umständen darauf hinarbeiten, dass diese Investition nach La Palma kommen kann und man fordert auch Madrid auf, dort einzuwirken, also nicht den Putin dauernd beschimpfen, wenn er wieder mal historische Irrtümer korrigiert.

Und damit sind wir mitten im Verwirrspiel, denn man spricht immer von "den russischen Teleskopen" denn es geht eben um eines mit 60 Meter Primärspiegeldurchmesser, und dann um eine Vielzahl, wohl um die 20, so genannte Cherenkov-Teleskope, welche einen Standort auf der Nordhalbkugel suchen. - Pawel Alexejewitsch Tscherenkow war wohl Russe und die von ihm und russischen Kollegen entdeckte Strahlung wird eben auch in der Astrophysik genutzt und gab einem Typ von Teleskop eben auch den Namen. - Die Teleskope allerdings wollen nicht Russen aufstellen, sondern ein internationales Konsortium mit deutlicher deutscher Beteiligung und dabei hatte man zunächst Tenerife als Standort im Visier, allerdings drängt man sich seitens unserer Inselregierung auch in den Vordergrund und inzwischen hat man es geschafft, dass La Palma offiziell gleichwertig als Standort neben Tenerife zur Verfügung steht. - Unser Vorteil wäre, bei uns stehen bereits die beiden weltgrößten Cherenkov-Teleskope, nämlich Magic I und Magic II, also haben wir uns bereits als Standort für diese höchst interessante wie komplizierte Technik bewährt. - Wir bewerben uns also gleich für 2 Observatorien, und beide haben etwas russisches an sich, das eine ist noch gerüchteumschwirrt, die anderen geben nur einen russischen Namen, aber auch viel Hoffnung, man würde Investitionen und damit notwendigen volkswirtschaftliche Schmiermittel auf die Insel schwemmen. - Hauptsache, die letzte Babuschka ist nicht leer, hat mein Vater immer gesagt, und heute wissen wir, dass man die Puppen Matrjoschka nennt, das System aber ist das gleiche geblieben.




MAGIC I und MAGIC II festgehalten von Wolfgang Hempel





Donnerstag 09.10.2014 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 49 % - Luftdruck 1016 hPa
Puntagorda, 1.260 Meter - Temp. max. 20,8 - Temp. min. 4,0 - Feuchte 50 - 82 % - Regen 0mm

Gastbeitrag von MariAnne Jaeger
Der Strand von Puerto Naos im Fenster der Zeit

Seit ich im Millennium Jahr das erste Mal auf La Palma war, habe ich Puerto Naos auf besondere Weise in Erinnerung.

Wenn wir von Tazacorte kommend, die Straße hinunter an den Atlantik fuhren, war der Blick auf Puerto Naos überwältigend. Diese einmalig schöne Lage direkt am Meer mit schwarzem Sandstrand, hatte es uns angetan. Kleine überdachte Cafés, Eisdielen und Restaurants, unmittelbar am Strand, waren die Idylle des Urlaubs. Wir fanden hier unseren Lieblingsplatz für den Sonnenuntergang.

Nur ein paar Meter weiter, über die viel befahrene Straße zur Promenade mit vielen Geschäften, konnten wir die mediterrane Atmosphäre La Palmas genießen. Meist war die Straße leider so zugeparkt, das man sich durch fahrende und Parkplatz suchende Autos schlängeln durfte.

Versöhnlich wirkten jedoch die wunderschönen exotischen Pflanzen und Bäume entlang der Parklinie. Es war eine Pflanzen-Vielfalt, die an Farben und Früchten keine Wünsche offen ließen. Romantisch wurde so jeder Gast begrüßt, welcher auf der Promenade essen oder einkaufen wollte. Am Ende der Straße thronte ein mächtiger Gummi-Baum, welcher mit blauen Mosaik-Bänken umrandet war. Er lud zum verweilen ein. Der Blick auf den Atlantik und die Promenade waren echte Highlights.

Durch die begrenzte Größe von Puerto Naos, entstand so im Laufe der Zeit ein etabliertes Strand-Milieu. Wir haben es stets genießen können, den Sonnenuntergang mit einem "Copa de Vino" in direkter Meer-Nähe zu erleben.

Der Moment, wo es zu dämmern beginnt und der Atlantik in der untergehenden Sonne seinen Silberglanz entfaltet, welcher bis in den Himmel strahlt, ist der schönste Augenblick des Urlaubs auf La Palma.

Heute, weit über zehn Jahre später, hat sich Puerto Naos weiterentwickelt. Eine notwendige Sache für jeden Urlaubsort. Jedoch haben einige Planer nicht wirklich erkannt, welchen Rohdiamanten sie hier zu viel abgeschliffen haben. Mit der neuen Promenade, die ohne Zweifel gut gelungen ist, wurde eine gewisse "Kälte-Struktur" geschaffen. Größenmäßig ließ sich ja nichts verändern.

Hohe Palmen säumen nun die Promenade und wirken sicher sehr mediterran. Aber mit einer Palme allein, lässt sich keine Atmosphäre erzeugen. Augenblicke, werden nicht mit Metall und Aluminium Bänken erschaffen. Wir hoffen sehr, das sich die Planer noch einigen Nachbesserungen stellen und richtige "Lebewesen" wie Oleander, Tamarindenbaum oder Ginster, mit einbeziehen.

Wer sitzt nicht lieber neben einem Ginsterbusch und genießt einen "Malvasia Dulce" in der Abenddämmerung. Eine kalte Aluminium Bank hat da bestimmt keine Chance, oder?

Als "Beweis" möchte ich zwei Fotos hinzufügen. Vorher und Nachher und wünsche viel Spaß bei der Betrachtung.

MariAnne Jaeger





Die Promenade vor dem Umbau




Die Promenade heute





Mittwoch 08.10.2014 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 41 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 23,8 Grad - niedrigste Temperatur 17,0 Grad

Der spuckende Holländer
Stadtstrand erhält ersten Sand

Nein, das Schiff heißt nicht MS Frank Rijkaard… - Das ging schneller als erhofft, die Holländer fackeln nicht lange, heute bereits wurde im extremen Nordstück des Stadtstrandes von Santa Cruz bereits der erste Sand angespült. - Gestern erst traf das Pumpschiff "Volvox Atalanta" in Santa Cruz ein, heute wird bereits gearbeitet, wir sind immer wieder überrascht, wenn solche Dinge auch von einem Tag auf den anderen funktionieren können. "El Time TV" hat einen mehrminütigen Spot darüber gebracht, und die Anwohner, die das Spektakel beobachten, zeigen sich befriedigt bis erfreut, denn das bedeutet ja auch, dass man nun einen großen Schritt weitergekommen ist, sind die Hauptstädter doch auch müde von den andauernden Arbeiten, den damit einhergehenden Geräuschbelästigungen und die andauernden Behinderungen im Straßenverkehr. - Ich bin ja weiterhin deutlicher Befürworter des Stadtstrandes, weil ich unserer Hauptstadt eine eher touristische Zukunft wünsche, und dieser Strand wohl viel dazu beitragen kann. - Allerdings bin ich auch nach wie vor der Meinung, dass man die Avenida Marítima zur Promenade machen müsste, da der Durchgangsverkehr den Strand von der Stadt trennt und es damit kein echter Stadtstrand wird. - Ich fürchte aber, dass man sich solch deutliche und robuste Maßnahmen nicht wirklich traut, denn gerade in der Hauptstadt gibt es eine sehr starke Lobby der Gewerbetreibenden, welche andauernd mit populistischen Aktionen und Pressekampagnen die Lokalpolitiker vor sich hertreiben, und die sinkenden Umsätze in der Innenstadt Planungsfehlern der Politiker zuschreiben. - Dabei sind dir Gründe für den Strukturwandel, welcher die Hauptstadt schüttelt, sicher nicht alleine bei den Politikern der Stadt zu suchen, vielmehr sind es die Verlagerungen von Wohnungen, Einwohnern und sowieso Dienstleistungsangeboten und Gewerbe in den "Speckgürtel". - Das geht schon seit vielen Jahren so, nicht erst jetzt, und Santa Cruz hat nicht nur Gewerbe verloren, sondern auch Einwohner und besonders die Gemeinde Breña Alta fährt da einen Kurs, welcher ansiedlungsfreudigen Unternehmen allerbeste Voraussetzungen bietet. - Santa Cruz wird die Schlacht als Einkaufstadt verlieren, zumindest was Läden angeht, welche viele Quadratmeter an Ausstellungsflächen brauchen.

Was wohl bleibt, vielleicht sogar wachsen kann, das sind die Geschäfte welcher sich "erbummeln" lassen, Textilien, Kleinkram, schicke Läden mit Details und man merkt das zumindest in der Fußgängerzone bereits, dass sich eine neue Art von Geschäften ansiedelt. - Schauen, schlendern, man gönnt sich was und konsumiert dann auch noch was in der Gastronomie, die dann durchaus auch gehobener Standard sein darf. - Da passt der Strand hervorragend rein und es ist sehr schade, dass man beim Bau der Umgehungsstraße nicht noch mehr Möglichkeiten geschaffen hat, die Stadt von der Westseite, also von der oben gelegenen Umgehungsstraße zu erreichen. - Dann gibt es immer noch einen großen Nachteil, die Busse aus dem Süden, und die meisten Besucher kommen aus dem Süden, die fahren nicht in die Stadt, sondern bleiben am Hafen bereits stehen und wenn man den neuen Standort für den Busbahnhof ansieht, der noch weiter in Richtung Tunnel und damit bereits fast in der Gemeinde Breña Alta liegt, dann könnte sich dieses Problem sogar noch verschärfen. - Auch beginnt nun eine Diskussion, ob denn der Sand, den man vor der Küste Santa Cruz´ und Puntallanas ansaugt und in die Hauptstadt spült, dann nicht dort fehlt wo man ihn entnommen hat und negative Ereignisse auslösen könnte. - Dazu hätte man sich die Umweltstudien ansehen müssen, denn ich glaube, oder hoffe ich das nur, dass sich dort Techniker und Spezialisten umgesehen haben und wissen, woher der Bartel seinen Most zu holen hat. - Es heißt, man würde für die kommenden acht Wochen das Pumpschiff benötigen, um genügend Sand anzuspülen, insgesamt spricht man von 700.000 Tonnen, welche dort vor der Hauptstadt platziert werden. - Also werden wir die Wette doch noch gewinnen, der Stadtstrand von Santa Cruz wird noch vor dem BER eröffnet und vielleicht klappt es ja auch noch rechtzeitig vor dem Beginn der Bajada de la Virgen de Las Nieves, welche kommendes Jahr im Juli und August die Hauptstadt voll in Beschlag nimmt. - Man könnte nun die nächste Wette angehen, Besucherzentrum auf dem Roque de Los Muchachos, oder der Willy-Flughafen, aber da bin ich noch ganz vorsichtig, im Mai nächsten Jahres sind Kommunalwahlen und da könnte es wohl passieren, dass wir politisch erneut in die Lobbyistenkiste zurückgedrängt werden und wieder nur noch Vorhaben in die engere Wahl geraten, welche bestimmten Kreisen dienlich sind. - Ich weiß jetzt gar nicht, wie ich das gemeint habe…






Mittwoch 08.10.2014 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 45 % - Luftdruck 1018 hPa
Puntagorda, 1.260 Meter - Temp. max. 23,4 - Temp. min. 10,6 - Feuchte 48 - 81 % - Regen 0mm

Gastbeitrag von Sven Weber

Seit Jahren bin ich regelmäßiger Besucher Ihrer Webseite. Und immer wieder lese ich die Frage, wie denn der Tourismus auf der wunderschönen Insel La Palmas denn vorangetrieben werden könnte.
Oftmals kann ich nur den Kopf schütteln über so dumme Ideen. Wie zum Beispiel eine Autobahn, ein Golfplatz oder noch mehr Hotels würden mehr Touristen bringen. Sie haben mit Ihrer Webseite ein so wunderbares Medium in der Hand, daß tausende von Menschen erreicht. Menschen, die schon alle einmal auf der Insel waren und nicht mehr von ihr loskommen.
Fragen wir doch einmal diese Menschen, wie Ihre Ideen sind.

Allen voran möchte ich einige meiner Vorschläge anbringen:

Berichte in verschiedenen Zeitschriften.
Wer sitzt nicht beim Arzt und nimmt diese Zeitschriften in die Hand und blättert diese mehr oder weniger interessiert durch. Mir geht es dabei aber immer so, wenn die Reiseberichte kommen steigt mein Interesse. Regelmäßige Berichte, so ein mal im Jahr, pro Zeitschrift.

Freilebende Papageien
Es tat mir im Herzen weh, als ich im Vogelpark auf La Palma einige Stunden verbrachte. Käfige ohne Liebe zum Tier hergerichtet. Und die Anlage heruntergekommen. Meine Idee hier: Einen Barranco, in dem einige Papageienarten frei leben und regelmäßig gefüttert werden. Nett hergerichtet, mit Bänken und einem schönen Blick.

Vermehrte Werbung für Rentner und Rentnerinnen, die einige Monate auf der Insel verbringen können.
Wir hatten das Glück im vergangenen Jahr für vier Monate auf der Insel leben zu können. Aber es war sehr, sehr schwer ein geeignetes Objekt zu finden. Erst die Interneseite des deutschen Immobilienbüros Hermann http://www.iklp.de (dort auf Langzeitmietobjekte klicken) hat uns geholfen ein preiswertes Haus zu finden. Ein Komplettangebot inklusive Mietwagen wäre ein Traum gewesen. So war alles ein wenig Abenteuerlich. Also mein Vorschlag: Langzeitangebote einfacher zugänglich machen.

Die Sternwarten........ auch ein Juwel. Kann man denn nicht für eine Woche pro Jahr mal die Amateurastronomen durch die Linsen schauen lassen? Oder gibt es Konferenzen der Astronomen, die hier stattfinden können?
Da muss sich doch was aufziehen lassen.

Jetzt werde ich einmal sehr mutig!
Stellen Sie sich vor, es gäbe ein Kondorpaar in der Caldera............ Ich weiß ich weiß, das ist nicht endemisch (aber das ist der Hund, Katze, Ziege und der Mensch auch nicht) . Zieht aber Touristen an.
Stellen Sie sich vor, Sie stehen am Aussichtspunkt oben am Roque und unter Ihnen zieht dieser Vogel seine Kreise.

Ich war nun schon so oft auf La Palma und was mir am allerbesten dort gefallen hat, ist aber auch die Tatsache, dass es dort keinen Massentourismus gibt! La Palma soll immer die Insel der Individualisten bleiben.
Ich finde es gehört zu La Palma, dass man seine 20 Spanischsätze zusammenraffen muss um durchzukommen. Und nicht alles auf Deutsch und Englisch erledigen kann.

Eigentlich wollte ich hier auch eine Negativliste ansprechen. Aufzählen, was mir/uns nicht gefallen hat.... Aber es ist uns nichts eingefallen. Klar gibt es Kleinigkeiten aber die meine ich nicht.
Obwohl, da fällt mir doch noch etwas ein: Der erste Eindruck La Palmas.... diese unsagbare Flughafen.... Ok, Ich als Berliner muss sagen: Der funktioniert wenigstens, aber hübsch ist anders. Da hat mir der Alte mit seinen Kanarischen Balkonen besser gefallen.

Vielleicht haben andere La Palma Liebhaber weitere Ideen, wie man diese Insel weiter bewerben kann.
Ich bin gespannt.

Mit freundlichen Grüßen aus dem herbstlichen Berlin
Sven Weber







Dienstag 07.10.2014 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 35 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 23,7 Grad - niedrigste Temperatur 18,5 Grad

Kurzgeschichten
Die Presse meinte heute

Wir rücken den Sternen wieder ein Stückchen näher. - Sicher wissen Sie schon, dass wir auf unserem höchsten Berg der Insel, dem 2.426 Meter hohen Roque de Los Muchachos viele Himmelsobservatorien haben, unter anderem auch, das größte optische Spiegelteleskop der Welt, das Grantecan. - Aber seitens der Insel wollte man auch noch mehr für die Besucher und die Hobbyastronomen machen, denn die Observatorien, die sind natürlich den Profis vorbehalten, auch wenn sommerliche Tage der Offenen Tür hervorragend über die Arbeit dort Aufschluss geben. - Was man aber immer schon haben wollte, ist ein Besucherzentrum dort oben, wo man dem Besuchern auch tagsüber und ohne Termindruck die Arbeit der Observatorien erklären kann. - Allerdings konnten sich über Jahrzehnte die Inselregierung und das IAC, das Instituto Astrofísico de Canarias, welche als Schirmgesellschaft die Teleskope betreut, niemals darüber einigen, wie denn solch ein Besucherzentrum aussehen könnte, wer das finanziert, und wer dort auch das Sagen hat. - Inzwischen ist man aber große Stücke weiter, das IAC hat einen neuen Präsidenten, die Inselregierung auch, und das wird in den kommenden Jahren wohl was werden mit dem Besucherzentrum. - Heute wurde das Umweltgutachten für diese Station in der Inselregierung verabschiedet, das war auch ein wichtiger bürokratischer Punkt auf dem Weg zum Besucherzentrum. - Im Vordergrund der Kritik standen hierbei die dann vermehrt entstehenden Abwässer, denn das Besucherzentrum hat auch Cafetería und Toiletten und lockt natürlich noch mehr Menschen auf den Berg, als vorher. - Das Abwasser wird per Rohrleitungen ins Tal geführt und von dort aus in Kläranlagen verbracht, das stellt man sich als allerbeste Lösung vor.

Sack und Pack der der Soldaten der Insel sind gestern abgeholt worden. - Ein Schiff der "Armada Española", also der spanischen Flotte hat gestern an die 20 Container Ladung im Hafen von Santa Cruz de La Palma aufgenommen, in dem sich Ausrüstungsgegenstände der zuletzt auf der Insel stationierten 140 Soldaten einer Ausbildungsbrigade befanden. - Die Soldaten sind bis auf einige, welche auf die große Kaserne aufpassen sollen, bereits weg von der Insel und nun wird es ruhig, um das Areal dort nahe der Hauptstadt. - Es war über die vergangenen Jahrzehnte eh immer ein Hin und Her, es ist nicht das erste Mal, dass die Kaserne geschlossen wird und auch dieses Mal ist es nicht sicher, was denn auf lange Zeit mit der Immobilie dort geschehen soll. - Zuletzt wurden amerikanische Militärs dort gesehen und darüber brach eine deutlich Diskussion aus, manche Kreise fürchteten, andere hofften, dass dort nun ein NATO-Stützpunkt errichtet würde. - Allerdings ergaben Anfragen von diversen politischen Parteien an das Verteidigungsministeriums keinen wirklich Aufschluss darüber, wie und ob es denn überhaupt weitergehen soll mit der Kaserne "El Fuerte" auf La Palma. - Man scheint sich seitens des Militärs alle Optionen offen lassen zu wollen. - Vor Jahren bereits hatte bereits die Inselregierung mal davon geträumt, diese Immobilie übernehmen zu können, aber so schnell gibt das Verteidigungsministerium seine Liegenschaften nicht auf, auch wenn man derzeit keinen Nutzen für das Gebäude hat und natürlich den Unterhalt auch bezahlen muss.

Was macht einen Strand letztendlich aus? - Der Sand! - Wir sprechen wieder über den neu zu schaffenden Stadtstrand von Santa Cruz de La Palma und ja, man ist schon reichlich hintendran. - Die Verzögerungen sind aber fast ausschließlich bürokratischer Natur, wobei wir auch nicht ausschließen möchten, dass es eine gelungene Melange aus baulichen Gründen und eben Bürokratie ist, welche die Eröffnung des Stadtstrandes an die zwei Jahre verzögert hat. - Die größte Kröte scheint ja nun geschluckt, der neue Standort für die Fäkalienpumpstation ist nicht nur gefunden, sondern auch genehmigt, und sogar finanziert, also wird in den kommenden Wochen dieser Bau wohl auch angegangen werden. - Als endlich klar wurde, wo denn diese notwendige Infrastruktur für Abwässer hin sollte, da riefen alle Mordio, denn man plante die direkt am Stadteingang, und das geht natürlich nicht, dass man alle Besucher und die Städter selbst als erstes Hallo der Stadt mit einer Abwasserpumpstation begrüßt. - Aber sicher war das nicht alleine der Grund für die Verzögerung, denn immer ist noch überhaupt kein Sand dort, wo sich eigentlich schon längst Badende tummeln sollten. - Aber nun kommt der dritte Aufschrei, endlich ist das Schiff da, welches den Sand bringt, und zweimal davon verhallte der Aufschrei in vorzeitigem Sanderguss, denn es waren bislang alles nur Hilfsschiffe, welche sich der Hauptstadt da näherten. - Nun aber ist das richtige Schiff im Hafen, die niederländische "Volvox Atalanta" soll die 700.000 Tonnen Sand anspülen, welche aus dem Meer nördlich der Hauptstadt aufgesaugt werden. - Dazu sind bereits 70 Zentimeter breite Schläuche an Schwimmern verlegt worden und das mächtige Schiff dient wohl als gewaltige Pumpe und saugt den Sand auf der einen Seite an, und spuckt ihn dann dort, wo er hin soll, auch wieder aus. - Wann die "Volvox Atalanta" Sand zu spucken anfängt, das wissen wir noch nicht, aber in den kommenden Tagen könnte es wohl so weit sein.




Die niederländische "Volvox Atalanta" im Hafen von Santa Cruz de La Palma





Dienstag 07.10.2014 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 45 % - Luftdruck 1017 hPa

La Palma…….2004 Gastbeitrag von Martin Sittig
Eine kurze Geschichte über die schönste Insel der Welt...oder, La Palma sehen..erleben.. und…

Wir besuchen La Palma seit 2004. Unser erster Besuch hat sich nur über eine Woche hingezogen, d.h. in einer Woche möglichst viele Orte auf der Insel zu besuchen. Es ist uns gelungen…. vom herrlichen Atlantik bis in hohe Gebirgsregionen, zwar im Nebel…. aber trotzdem sehenswert. Wir haben die Insel von quer nach längs durchfahren, waren im hohen Norden…gewohnt haben wir in Fuencaliente…. haben im Süden den San Antonio besucht, Bilder damals noch als Dias, die Bildqualität bitte ich zu entschuldigen. Leider war die Zeit viel zu kurz, aber dadurch haben wir die Entscheidung getroffen, (oft)nochmals her zu kommen.

Bei der Ankunft am Flughafen, man stieg damals noch über eine Treppe direkt aufs Rollfeld, der erste Kontakt mit palmerischer Luft rief den Ausspruch hervor: " Genau, das ist es. Hier bleiben wir." Die Übernahme des Leihfahrzeugs ging bequem von statten, die Menschen sind sehr freundlich.
Das Flughafengebäude selbst ist total gemütlich, irgendwie ein bisschen verschlafen, nicht ganz von dieser ´Zeit´, echt Mediterran. Vom Flughafen zu unserer Unterkunft war es nicht weit, gelegen in Weinbergen bei Los Quemados, herrlicher Blick über den Atlantik und Weinberge. Im Rücken den Vulkan San Antonio, den wir von unserem Ferienhaus zu Fuß erreichen konnten. Der Aufstieg durch Lavahänge, teilweise sehr anstrengend, ein Schritt vor, zwei zurück, aber trotzdem bis nach oben.

Rundfahrt über den höchsten Punkt der Insel, leider im dichten Nebel, bzw. durch dichte Wolken. Die vielen Teleskope waren nur schemenhaft zu erkennen, trotzdem ausgestiegen und ein paar Fotos gemacht.

Beim nächsten Ausflug ging es nach Los Tilos in den Lorbeerwald. Spaziergang zu einem Aussichtspunkt mit wunderschönem Blick in die Umgebung. Man ist froh, dass bei solch unberührter Natur dem Menschen untersagt ist, sich hier in das Wachstum und überhaupt in die Natur einzumischen, solche Schutzgebiete würden sonst dem Kommerz zum Opfer fallen. Anschließende Abkühlung im Meerschwimmbecken Charco Azul, bei anschließendem Kaffeegenuss echt erstrebenswert.
Santa Cruz musste auf uns auch nicht verzichten, Hafenbesichtigung und Besichtigung der berühmten Balkone, sowie ein Rundgang durch die Fußgängerzone, schön anzuschauen.

Ein Ausflug in den ´Hohen Norden ´der Insel war sehr schön. Santo Domingo, sehr schön gelegen, fast kein Autoverkehr, wenige Palmeros auf der Straße, etliches an Ziegen als Ausgleich, aus Zeitgründen haben wir nur kurz im Ort, direkt nach der Kirche, gehalten. Schöner Blick in den Barranco de La Luz, man kann dem Königsweg ziemlich lange bestaunen, vielleicht irgendwann mal ihn auch zu begehen. Leider keine Fotos gemacht, dafür aber in Fuencaliente, wo es die besten Fischkroketten der Welt gab. Leider wurde dieses Lokal von den Behörden, angeblich wegen bauen ohne Genehmigung, geschlossen. Zudem noch Bilder von der Saline in Fuencaliente, die nächste Nachbarschaft.

Fazit aus dieser einen Woche hineinschmecken ist Folgender: Wir werden wieder kommen, die Insel ist grotesk, auf der einen Seite lieblich und grün, auf der anderen Seite wild und kahl, so viele Eigenschaften auf einem kleine Eiland, man findet dies sonst wahrscheinlich nirgends… nur auf La Palma.







Montag 06.10.2014 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 35 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 24,0 Grad - niedrigste Temperatur 18,8 Grad

Das Jahrzehnt der Bescheidenheit?
Mal sehen, ob wir gelernt haben

Bescheidenheit gehörte mal zur palmerischen Leitkultur, und die daraus abgeleiteten Kollateralfröhlichkeiten, bei denen man den Dingen, und auch den Menschen Platz, und vor allem Zeit ließ, sich zu entwickeln. - Poco a poco, Schritt für Schritt und klein-klein war allgegenwärtig, und jeder kam mit, zumindest der, der mitkommen wollte. - Irgendwann erzählte uns dann jemand, wir wären zurückgeblieben, draußen in der Großen Weiten Welt würde man eine andere Geschwindigkeit und vor allem auch andere Ansprüche pflegen, und überhaupt, das Kalb ist golden, das Geld liegt zwar nicht auf der Straße, aber auf der Bank und man müsste das einfach nur holen und ausgeben. - Wer keine Schulden hat, hat nicht gelebt, und was man sich alles für kognitiven Dünnschiss anhören musste in der Zeit, als der Oberdepp der Verschwendung, José María Aznar, Spanien zur drittgrößten europäischen Wirtschaftsmacht aufpumpte, und von dem heute noch der Schuldenberg übrig ist und sein damaliger Spruch: "España va bien" (Spanien geht es gut) heute zwar noch existiert, aber nur noch als Hohn ausgesprochen wird. - Nicht von denen, die immer noch an den Fleischtöpfen sitzen und irgendwie an jeder Krise noch mehr verdienen, als an der vorhergegangenen, und von denen wir jede Woche neue Wahnsinnsgeschichten in der Presse lesen dürfen und uns schon irgendwie als Musterbeispiel einer Bananenrepublik fühlen. - Gedanklich hat sich das Volk längst von seiner Führungsclique verabschiedet, und so ganz habe ich noch nicht verstanden, warum unsere größte Reaktion auf den ganzen Beschiss nicht die Wut, sondern die "leck mich sonst wo Reaktion" ist. - Da ruft einer der bekanntesten zeitgenössischen Schriftsteller des Landes verzweifelt aus: "So lange man nicht 20 Banker und 20 Politiker fängt, und diese aufknüpft, so lange wird es für dieses Land keine Lösung geben" (Alberto Vázquez Figeroa = "Hasta que no se coja a 20 políticos y 20 banqueros y los ahorquen, este país no tendrá solución") und keiner reagiert. - Die Politiker und die Banker wagen es nicht darauf zu reagieren, das würde noch mehr schlechte Presse bringen und das Volk nickt zustimmend mit dem Kopf, geht aber nicht auf die Straße, sondern in die Kneipe, und guckt Fußball.

Dabei stand uns die Bescheidenheit immer sehr gut, von außen riefen die Leute, guckt mal, dieses Kleinod an Insel, die haben sich nicht verkauft, sondern sind sich treu geblieben. - Aber auch uns traf das zweifelhafte Geschenk des Füllhorns der Maßlosigkeit und letztendlich können wir ja an solchen Megalomanien wie unserem Flughafenterminal sehen, welchem Wahnsinn wir da sehend, und oft auch fröhlich aufgesessen sind. - Die Brötchen die man backt, die werden irgendwann genau so klein, wie die Knödel, welche das abgemagerte Goldene Kalb hinten herausdrückt, und nicht umsonst nennt man hier schlechte Zeiten die Dünne Kuh, die "Vaca Flaca" und auch Kälbchen sind Rinder. - Gerne würde ich ein paar Planern und Politkern bescheinigen, sie hätten die alte Bescheidenheit nie vergessen und die neue Bescheidenheit wäre nicht aus der Not heraus geboren, sondern ein bunter Sprössling alter Tugenden. - Sie wissen ja, es ist keine Kunst, bescheiden zu sein, wenn man nichts hat… - Aber seien wir großzügig in der Hoffnung, dafür müssen wir auch keine Mehrwertsteuer zahlen, also spüre ich wohl einen luftigen Zug, der mit viel Phantasie und einer rosa gefärbten Brille schon fast als frischer Wind bezeichnet werden kann. - Es gibt da ein paar Honoratioren dieser Insel, die tatsächlich nicht mehr das Denkbare fordern, sondern nur noch das Machbare, und das kommt dann doch irgendwie bekannt sympathisch rüber. - So fordert der Bürgermeister aus Puntagorda, der durchaus charismatische und beliebte Vicente Rodríguez zwar weiterhin bessere Verkehrsanbindung seiner Gemeinde an das Aridanetal, aber wo andere eine Brücke über die Schlucht der Todesängste fordern und eine vierspurige Straße bis nach Garafía, damit man schneller aus dem Nordwesten "fliehen" kann, fordert er nur den Ausbau der vorhandenen Straße und ein paar Überholspuren an manchen Stellen, damit der Verkehr bequemer rollen kann. - Ob es nun neue, oder aufgewärmte Bescheidenheit ist, darüber will ich mich nicht streiten, aber ich glaube, Bescheidenheit hat Zukunft, fast überall.




Das beste Argument gegen Autobahnen, ein paar Überholspuren auf unseren vorhandenen Strecken





Montag 06.10.2014 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 45 % - Luftdruck 1018 hPa

Gastbeitrag von Franz Trommer
Al mal paso darle prisa - Eine unangenehme Situation soll man schnell bereinigen

Die Bananenernte

In Spanien nenne ich mich Francisco. Das ist ortsüblich, und außer mir gibt es viele Franciscos auf La Palma. Das kommt wohl daher, dass vor noch nicht allzu langer Zeit, als der Katholizismus die Staatsreligion in Spanien war, die Kinder nur Vornamen von Heiligen bekommen durften. Und da war für Jungs Francisco eben ein schöner Name.

Wie dem auch sei- mein Namensvetter Francisco ist Spanier und unterscheidet er sich grundlegend von mir, zumal er eine eigene kleine Bananenplantage besitzt, die er als Hobby betreibt und natürlich sehr liebt. Deshalb kam er auch fast jeden Tag angefahren, um dort nach dem Rechten zu sehen. Eines Tages erschien er mit Kugelschreiber und Notizblock und verschwand stirnrunzelnd zwischen seinen Bananenpflanzen. "Was hast du denn heute dort gemacht, wolltest du alle Bananen zählen?" fragte ich von ihn. "Ich habe alle notiert, die geerntet werden müssen, denn gelb dürfen die Früchte nicht werden, die müssen grün abgeliefert werden." "Kannst du denn das allein machen?" wollte ich noch von ihm wissen, "die Stauden sind doch sicher schwer." "Nein", antwortete Francisco, "heute geht das nicht, aber morgen mache ich es, da kommt ein Amigo zu Hilfe."

Am nächsten Tage war Francisco schon früh zur Stelle, aber sein Amigo kam nicht. "Nun", meinte er auf meine Frage, "ich habe ihn schon angerufen, heute hat er leider keine Zeit, mañana." Aber auch am nächsten Tage ließ sich seine Hilfskraft nicht blicken. Francisco wurde nun etwas unruhig, denn einige Stauden bekamen schon eine leichte Verfärbung Richtung gelb. "Francisco", sagte ich zu ihm, "wenn dein Amigo nicht kommt ist das kein Problem, ich werde dir helfen." Francisco riss die Arme hoch. "Nein, das geht auf keinen Fall, das ist für dich viel zu gefährlich und zu schwer. Außerdem wäre das Schwarzarbeit, da ist man hier sehr streng, gerade bei den Bananen wird das kontrolliert und man weiß nie, wo sich so ein Kontrolleur herumtreibt." "Unsinn", entgegnete ich, ich bin doch auch ein Amigo und mache das ohne Bezahlung. Ich werde die Früchte aber nicht forttragen, das ist mir zu schwer, das musst du schon selbst machen. Und gefährlich ist es nur für dich, denn ich werde mit der Machete die Stiele durchhauen. Aber keine Angst, ich werde dir schon nicht die Ohren kürzen." Dennoch lehnte Francisco mein Hilfsangebot kategorisch ab, mañana werde es mit dem anderen Amigo schon klappen.

Doch auch mañana temprano war außer mir kein Amigo in Sicht. Unruhig lief Francisco in seiner Pflanzung hin und her und musterte finsteren Auges die Früchte. Es war recht warm, die Sonne knallte hernieder, ein gelblicher Schimmer machte sich an den Früchten bemerkbar, es musste gehandelt werden. Francisco warf seine Vorbehalte gegen mich über Bord. "Zieh dir aber feste Schuhe an", wies er mich an, "man weiß nie, was hier so alles an Draht und anderen spitzen Sachen herumliegt. Hier hast du noch ein altes Arbeitshemd. Zieh das über, der Bananensaft geht aus dem Gewebe nicht wieder heraus. Und pass ja mit der Machete auf, die ist scharf!" Nun, ich versicherte ihm nochmals meine Loyalität und dass ich auf seine Ohren aufpassen werde und dann zogen wir los: Auf in den Kampf, Amigos!

Die Bananenpflanzen waren groß, die Früchte hingen recht hoch. Mir war nicht klar, wie wir dort im Guten hinaufkommen sollten und ich fragte nach einer Leiter, was Francisco mit einem unwilligen Grunzen und einer abweisenden Handbewegung beantwortete. Ich hatte nicht daran gedacht, eine Bananenstaude trägt nur einmal Frucht, dann hat sie ihre Pflicht erfüllt und muss ohnehin dem Nachwuchs Platz machen, der neben der Mutterstaude schon bereit steht. Francisco nahm mir die Machete aus der Hand. "So wird's gemacht!" Ein kräftiger Schlag in den Stiel der Pflanze, ein Griff zum Fruchtkörper und schon senkte sich die Staude auf seine Schultern herab. Nun war ich dran und während Francisco ängstlich den Kopf einzog, trennte ich mit einem sauberen Hieb den Stiel durch, der die Staude an der Pflanze hielt. Geschafft! Francisco wankte mit seiner Last los in Richtung Ausgang, was nicht so einfach war. Schließlich wiegt so eine Staude bis zu 50 kg und überall stehen die Stangen im Wege herum, mit denen die Fruchtstauden abgesteift werden, damit sie bei Wind nicht umfallen. Außerdem hatte er zwischen den Bananen noch mancherlei Gemüse angepflanzt, das durfte auch nicht umgetrampelt werden und komplizierte den Abtransport zusätzlich. Und dann darf so eine Fruchtstaude auf keinen Fall beschädigt werden. Eine einzige zermatschte Banane genügt, dass die gesamte Staude von der Kooperative nicht mehr abgenommen wird. Die Zwischenzeit nutzte ich nun, um mit der Machete die nun wertlose Pflanze kurz und klein zu hacken. Die Reste blieben nun einfach an Ort und Stelle liegen, um im laufe der Zeit zu Humus zu zerfallen. Bei der Arbeit musste ich aufpassen, dass die kleine Tochterpflanze unversehrt blieb. Die hatte es nun gut, bekam viel Licht und konnte wachsen. Francisco grunzte bei seiner Rückkehr zufrieden und schon ging es der nächsten Pflanze an die Staude. Übung macht den Meister, ich arbeitet mich ein, die Arbeit ging immer flotter von der Hand. Gegen Mittag war es vollbracht. Alle vornotierten Stauden waren abgeerntet, sauber abgelegt und mit Bananenblättern gegen die Sonne abgedeckt. Ich selbst war für Dusche und Siesta reif. Francisco strahlte: Am nächsten Tage würde die Ernte vom LKW der Kooperative abgeholt werden. Na, hofften wir das Beste!

Meinen Lohn erhielt ich in Naturalien. Denn einige Stauden waren schon soweit gereift, dass sie nur noch zum eigenen Verbrauch genutzt werden konnten. Also- Bananen satt, wer sollte die alle aufessen!

Francisco hatte Recht, sagte meine Frau Christel zu mir, der Bananensaft ist tatsächlich echt, deine Hosen haben bös was abbekommen,!

Weitere Geschichten von La Palma, La Gomera, Lanzarote, El Hierro, Teneriffa, Madeira, den Azoren und Kapverden findet Ihr in meinem Buch "Die Sehnsucht nach dem Anderswo", erhältlich im deutschen Buchhandel, ISBN 978-3-86785-145-9 , im Internet bei Amazon oder ganz einfach direkt beim BS-Verlag Rostock anrufen, Telefon 038203 733485

Unter meiner Adresse f.trommer@t-online.de nehme ich natürlich auch gern wieder Eure Kritiken und Hinweise entgegen.







Sonntag 05.10.2014 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 39 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 26,5 Grad - niedrigste Temperatur 19,8 Grad

Wandern für Weicheier
Llano de las Cuevas mit anschließender Pizza

Reinhold Messner kennt La Palma recht gut, und natürlich kommen Extremwanderer und Bergsteiger hier voll auf ihre Kosten, auf einer der steilsten und geilsten Inseln der Welt ist das keine wirklich neue Erkenntnis. - Allerdings gibt es auch Menschen, die nicht jeden Tag bis an die Grenzen der Belastbarkeit gehen wollen, oder eben ihre eigenen Grenzen haben, und eben auch Familien mit Kindern, denen auch gewisse Grenzen gesetzt werden. - Ich erinnere mich auch noch daran in ganz jungen Jahren die Dolomiten rauf und runter gerast zu sein, weil mein Vater in den Bergen auch ein rastloser Mensch war, und von Gipfel zu Gipfel stürmte, aber nie so richtig verständlich machte, was er denn eigentlich auf dem Gipfel so verloren hatte oder zu finden hoffte. - Slow Island, Wandern für Weicheier, oder Familien mit Muße und Leute, die auch mal anhalten können oder wollen, und für die Höhenmeter keine Religion sind. - Das gibt es auch auf der Insel, und man hat das von den Korporationen inzwischen auch kapiert, dass es wunderbar ist einen Wanderweg zu haben der 5.000 Höhenmeter "macht", aber genau so wichtig ist es, auch kleine, lokale und besonders Rundwanderwege anzubieten, welche mal am Nachmittag so eben zwischendurch konsumiert werden können und auch von der Länge her so geschnitten sind, dass man Kinder dazu begeistern kann, doch mal die Beine mehr zu bewegen als die Daumen auf dem Smartphone. - Wir, also meine Frau und ich, haben für uns den Llano de las Cuevas wiederentdeckt, auch weil man dort inzwischen alte Wege wieder hergerichtet hat, welche einem viele Möglichkeiten geben, Wanderungen von 25 Minuten bis anderthalb Stunden zu machen, ohne die gleiche Strecke wieder zurückgehen zu müssen. - Der Llano de las Cuevas ist die Ebene, welche ab dem Besucherzentrum des Nationalparks oberhalb El Pasos bis hin zur Cumbre Nueva reicht, begrenzt nach Süden von der LP3 und nach Norden vom Riachuelo und den Hängen des Bejenado. - Diese Region was mal die Kornkammer des Aridanetals, dort säte man reichlich Getreide, allerdings war die Arbeit und die Ausbeute derart ineffizient, dass man, sobald man große Mengen Getreide per Schiff importieren konnte, das mit dem Getreide aufgab. - Heute wächst dort hauptsächlich die Futterpflanze "Tagasaste" (Baumluzerne) und viele Leute haben dort in der Gegend auch Pferde oder Kühe untergebracht, welche auch für Jugendlich einen zusätzlichen Anreiz bieten können, doch eine Wanderung mitzumachen. (Komm, wir gehen Kühe oder Pferde gucken, das war immer auch ein Lockstoff für unsere Brut).

Als Ausgangspunkt bietet sich natürlich das Besucherzentrum selbst an, der Parkplatz ist nie voll, man kann aber eigentlich das Auto dort überall an der Strecke abstellen, einen Rundgang machen und wieder zum Auto zurückkehren. - Man kann sich auch nicht verirren, das meiste ist eben, lediglich wenn man den Weg "Taganana" mitmachen will, oberhalb der Wallfahrtskirche nach Süden auf den Teerweg abbiegen, dann zieht es beim Aufstieg zur Kirche und dann noch ein bisschen weiter hoch in den Schenkeln. - Macht man die Tour anders herum, dann ist der Aufstieg eher zahm, das schafft jeder und was das Schöne ist, es jagt einen doch keiner die Berge hoch und niemand versucht hier ehrgeizig die Gehzeiten von Klaus und Anette Wolfsperger zu pulverisieren, welches die Verfasser des wohl kompetentesten Wanderführers für La Palma sind, (Rother Wanderführer La Palma) und die durchaus gut trainierter Beine haben. - Das sind keine Trainingsstrecken für die Transvulcania oder gegen den inneren Schweinehund, sondern angenehm zu gehende Wege, auf denen man immer die grandiose Natur und das Schauspiel des Wolkenwasserfalls über der Cumbre Nueva als Begleiter hat. (Manchmal auch den Sprühregen, den so genannten "Chririzo", was man bitte nicht mit Chorizo verwechseln sollte, denn bei uns regnet es keine Paprikawürste). - Man kann das auch mit einem Kaffee im wieder eröffneten "Las Piedras" beginnen und als Belohnung bietet sich, und eben auch besonders für Kinder dann die Pizzeria Dulce y Salado im nahen El Paso an, wenn man brav seine Bewegungseinheiten absolviert hat. - Das mit der Pizza klappt übrigens auch bei Ehefrauen, bei meiner zumindest, die muss man aber auch meist nicht locken zum Spazierengehen, sondern die macht mir zumindest bergauf immer wieder was vor. - Ich bin so wie mein Auto, ein alter, schwerer Dieselmotor, bergauf geht es gemächlich, bergab überhole ich alle… Aber das ist nicht das Problem dort am "Llano de las Cuevas", was übrigens "Ebene der Höhlen" heißt, denn was erwarten wir von einer Region die sich Ebene nennt? - Bei uns intern nennen wir das aber "Llano de las Bañeras", also Ebene der Badewannen, weil irgendwann vor langer Zeit mal jemand mitbekommen hat, dass ausgediente Badewannen hervorragend als Viehtränken dienen können und so einige dieser Badezimmermöbel dort die Landschaft komplettieren. - Wandern für Weicheier, oder Menschen, die Bewegung als rhythmische Muße betrachten und dabei sogar noch Luft haben, mit seinen Begleitern über Gott, die Welt oder die beste Pizza undogmatische Debatten zu führen.




Der untere Teil des "Llano de las Cuevas" vom Bejenado aus gesehen




Passatwolken über der Cumbre Nueva




Steinreiche Bauern, im Hintergrund der Bejenado, der "Hausberg" El Pasos




Ein Einstieg in die Wanderungen, im Hintergrund der "Guanche" oder die Punta de los Roques




Gut hergerichtete Wege laden ein




Deshalb bei uns auch die Ebene der Badewannen







Der Mond über dem Passat über der Cumbre Nueva.
- Ich wäre neidisch, würde ich nicht in El Paso wohnen...





Sonntag 05.10.2014 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 59 % - Luftdruck 1018 hPa
Puntagorda, 1.260 Meter - Temp. max. 32,4 - Temp. min. 18,5 - Feuchte 20 - 43 % - Regen 0mm

Gastbeitrag von Regina Nössler im Konkursbuchverlag
Im Fenchelwald

Es war der letzte Tag vor unserem Abflug. Noch eine Wanderung, dachten wir. Zum Abschluss unseres Urlaubs noch eine ganz kurze, leichte. Eher ein lockerer Spaziergang. Ganz bei uns in der Nähe. Schnell zu bewältigen und schnell wieder zurück im Hotel beim Abendessen auf der Terrasse im Sonnenuntergang. Meine Freundin hatte Knöchelprobleme, deswegen waren mehrstündige Wanderungen diesmal sowieso nicht möglich. Wir waren der festen Überzeugung, dass wir uns inzwischen gut auf La Palma auskennen würden und deswegen im Grunde gar keinen Wanderführer mehr nötig hätten. Sowohl meine Freundin als auch mich zeichnet die Eigenschaft aus, dass wir uns einbilden, die Welt zu verstehen. Zusammen potenziert sich das. Zusammen verstehen wir die Welt also doppelt so gut. Wir hatten uns für eine Wanderung aus einem unserer Bücher entschieden - allerdings rückwärts, was wir besonders gewitzt fanden. Ausgangspunkt war ein Ort in Las Manchas: San Nicolas. Ich sah auf die Karte. In der Tat nicht weit weg von unserem Hotel. Dort gibt es diesen großen, beeindruckenden Lavafluss und ein Denkmal, einen Marienaltar, errichtet zum Dank, weil beim Ausbruch des San Juan 1949 die herabfließende Lava das Zentrum des Dorfes verschont hat. Statt den empfohlenen Weg zu nehmen, schlugen wir oberhalb des Ortes absichtlich den falschen ein. Weinanbaugebiet, alles "privado". Mir wurde ein wenig unwohl, aber ich hatte trotzdem keinen Zweifel, dass wir auf der sicheren Seite waren. Natürlich wussten wir über die palmerischen Wanderzeichen am Wegrand Bescheid, zwei Balken, die ein Kreuz oder ein X bilden, bedeuten: Hier nicht entlang. Das stellte für uns jedoch kein Hindernis dar. Im Gegenteil, wir fanden uns besonders schlau, weil wir uns gegen die Konventionen bewegten. Wir stapften immer weiter nach oben, über den erstarrten Lavafluss, verließen ihn und landeten im Wald. Eigentlich eine Mischung aus vereinzelten Kiefern und unendlich viel Gestrüpp, mannshoch, vor allem wilder Fenchel. An vertrocknetem Fenchel kann man sich übrigens gar nicht festhalten, wenn man an einer steilen Stelle ins Rutschen gerät, er bricht sofort. Es war Anfang Oktober und der Fenchel vertrocknet. Es gab plötzlich nur noch Wald. Kiefern- und Fenchelwald. Keinen Weg mehr. Der Weg war verschwunden. Wir hatten nicht richtig darauf geachtet. Wir hatten an diesem Tag beide kein Handy dabei und außerdem nichts zu trinken - es sollte ja nur ein kurzer Spaziergang werden. Genauso wie die palmerischen Wanderzeichen am Wegrand kannten wir natürlich auch die Grundvoraussetzungen des Wanderns, eine davon hieß: Immer genug zu trinken im Rucksack. Irgendwann hatten wir komplett die Orientierung verloren. Schulterhohes Gras, Kiefernnadeln, darunter viele verborgene Steine, die dem Knöchel meiner Freundin nicht guttaten. Wir hätten eine Machete gebraucht. Einen Weg! Wir stapften immer weiter und waren sicher, dass wir bald einen Forstweg erreichen müssten, der uns wieder nach unten in die Zivilisation führen würde. Bald konnten wir kaum noch etwas sehen, weil dichter Nebel aufzog. Schließlich entdeckten wir von Weitem tatsächlich einen Forstweg; leider lag zwischen uns und diesem Weg, mitten im Wald, ein großes Privatgrundstück, auf dem drei wunderschöne Podencos, von uns aufgescheucht, nervös hin- und hergingen. Sie bellten. Sie wurden immer unruhiger. Starrten uns an. Knurrten. Sie hätten locker über die lächerlich niedrige Mauer springen können, und sie sahen so aus, als wollten sie auch genau das am liebsten tun und könnten sich nur mit Mühe beherrschen. Auf La Palma war gerade Jagdsaison, und einige Tage vorher hatten wir Warnungen gelesen, man solle auf gar keinen Fall die Wege verlassen. Ha ha, hatten wir gesagt, wie kann man nur so blöd sein, die Wege zu verlassen! Von weiter weg hörten wir einen Schuss, als wollte er uns an die Warnungen erinnern. Die Podencos knurrten. Bei dem Versuch, an der kleinen Mauer entlang einen Weg um das Privatgrundstück und vor allem um die Podencos herum zu finden, verirrten wir uns immer weiter im Dickicht. Ich bin ängstlicher als meine Freundin und bestand darauf zurückzugehen, auf keinen Fall das Privatgrundstück zu betreten und uns den angestachelten Hunden zu nähern. "Aber da hinten ist der Weg!", sagte meine Freundin. "Aber die Hunde!", sagte ich.
Ich gewann. Da wir aber längst auch den letzten Rest unserer Orientierung verloren hatten, war uns der Rückweg nicht klar. Wo ging es zurück? Wir waren erschöpft. Durstig. Ich fragte mich, wann es dunkel werden würde und was wir dann täten. Mir fiel alles Mögliche ein, wahrscheinlich auch Blair Witch Project, der gruseligste Film, den ich kenne. Wir fingen an, uns anzukeifen und gegenseitig zu beschuldigen. "Du wolltest doch da langgehen!" - "Nein, du!" Wir stolperten blindlings in die Richtung, von der wir annahmen und hofften, sie führte zurück zu unserem Ausgangspunkt. Wir stolperten und stampften wie rücksichtslose Trampeltiere, die alles unter sich niederwalzen. Ich fragte mich, ob ich gleich losheulen sollte, weil wir in einem Wald aus Fenchel feststeckten, aus dem wir nicht mehr herausfanden. Wir stürzten beide mehrfach der Länge nach hin, aber das war inzwischen auch egal. Dann, endlich, sahen wir den Lavafluss. Unsere Rettung.
Wir gingen in der Hitze dieselbe Strecke wieder zurück, die wir gekommen waren, stellten uns unterwegs ungesunde, herrliche, eiskalte Cola vor und wollten nie wieder den Weg nehmen, der mit einem X markiert ist.



Regina Nössler ist Autorin, sie schreibt Thriller, die weniger mit blutigem Gemetzel zu tun haben oder mit der Frage "wer war der Mörder?" als mit dem, was sich zwischen "ganz normalen" Menschen an "Horror" im Alltag fast unmerklich aufbauen (und eines Tages auch "explodieren" ) kann.
Privat reist sie gerne nach La Palma, macht Wanderurlaube. Das inspirierte sie zu ihrem neuesten Thriller: "Wanderurlaub", der auf La Palma spielt. Protagonisten: Urlauber, die einen Wanderurlaub gebucht haben, mit Wanderführer und Hotel. Sie schrieb mir, dass sie diese in ihrem Urlaub real erlebte Wanderung gerne noch in den Thriller eingearbeitet hätte - doch zu dem Zeitpunkt war er bereits im Druck. So gibt es also diesen Text exklusiv auf dem La-Palma-Blog.
Ihre Figuren sind dem Alltag entnommen, aber es sind natürlich keine realen Menschen, die sich z.B. hier auf La Palma wiedererkennen ließen. Der Roman entwickelt eine subtile unausweichliche Spannung: gleich im ersten Kapitel ist klar, dass in diesem Wanderurlaub jemand umkommen wird, doch offen bleibt, wer das sein wird. Die Leser folgen dem Roman also nicht mit der Frage "Wer ist der Täter?", sondern mit: "Wer ist das Opfer?". Das 1. Kapitel ist in Ich-Perspektive erzählt, alle weiteren aus wechselnden Perspektiven. Alle aus der Gruppe offenbaren auch ihre negativen Seiten (die den LeserInnen nicht unbekannt sein dürften!), manche sind von sozialem Abstieg bedroht, andere haben Eheprobleme. Das heißt: viele könnten sowohl Täter wie Opfer sein. Und natürlich spielt die Insel selbst samt ihren für La-Palma-Kenner wiedererkennbaren Wanderungen eine Hauptrolle: die zentrale Protagonistin wird sich auf diesem Urlaub in die Insel verlieben.
Alf Mayer, Rezensent und Juror des dt. Krimipreises, schrieb über die Autorin (sie natürlich sehr gefreut hat): "Wanderurlaub ist nun ihr 13. Buch. Verdient hätte sie, dass es ihr richtig Glück bringt. Meine Ver- und Bewunderung wuchs mit jeder Seite der Lektüre. Patricia Highsmith hat eine deutsche Erbin gefunden!"

Autorenbeschreibung von Claudia Gehrke




Temperatur 27 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 31 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 27,6 Grad - niedrigste Temperatur 17,8 Grad

Wirres und zusammenhangloses Zeug
Letztes Aufbäumen des Sommers

Einen angenehm warmen Tag erleben wir heute noch mal, und morgen dürfte das auch erneut funktionieren. - Danach rückt wieder frischerer Wind an und erinnert uns dann damit, dass wir von der Lage her wohl auf einer Höhe mit der Sahara leben, aber vom Wetter her so ganz und gar nicht. - Das alles macht die Angelegenheit sowieso höchst interessant bei uns hier, politisch sind wir natürlich Europa, von den Subventionen auch, kulturell und ethnisch eine Mischung aus Europa und Mittelamerika, von der Lage her Afrika, und vom Klima her Atlantik. - Gott sei Dank, oder wem auch immer, an den oder das, wer das Azorenhoch erfunden hat, und diesen Inseln damit ein Klima schenkt, welches nicht so ist, wie Bruder Afrika das eigentlich einfordert. - Meine Frau will heute überhaupt nicht über Fußball mit mir reden, hat auch ihr Trikot von Hannover schon wieder ausgezogen und wenn ich eines von Bayern hätte, dann wäre ich so nett heute, und würde das nicht überstreifen... - Ich muss jetzt ganz nett sein zu ihr, sonst bekomme ich die nicht mit auf den Abendspaziergang und da ich in letzter Zeit immer so lange laufe, ist mir ihre Anwesenheit noch wichtiger. - Vielleicht kann ich sie mit einer anschließenden Pizza locken, hier bei uns im jetzigen "Rumpfhaushalt" wird kaum noch opulent gekocht, also könnte ich damit noch einen Joker ziehen. - Selber Schuld, wenn man nicht Bayern-Fan ist und es war meine Frau, die mit dem Fußball-Quatsch bei uns in der Familie angefangen hat und ich kann eigentlich auch nichts dafür, dass ich aus Bayern bin. - Gestern Abend waren wir mal wieder, ich glaube vor 15 Jahren waren wir das letzte Mal dort, im Restaurant Secadero in Las Manchas de Abajo. - Irgendwie hat das nie gepasst, immer war ein anderer Termin wichtiger oder sonst was und so war das schon ein gewaltiges Stück Déjà vu für unsere Nostalgiedrüse. - Nichts hat sich geändert in dem Rundbau aus Natursteinen, nicht mal der Chef und das Personal, und auch die Speisekarte nicht. - Es ist nicht immer schlecht, wenn sich nichts ändert, und das Ding gibt es jetzt seit etwas mehr als 20 Jahren und uns war, als wären wir erst vorgestern dort das letzte Mal gewesen. - Dabei erinnerte ich mich genau, ich war dort mit meinem Schwiegervater vor 15 Jahren, die damals noch sehr kleine große Tochter war sehr rappelig, aber das Essen angenehm. - Heute würde man sagen, typisch palmerisch Küche, wichtig ist das große Stück Fleisch, dann gibt es notwendige Sättigungsbeilagen, und als Zugeständnis für Auge, Diät oder als Zeichen der Weltoffenheit, Mischgemüse. - Und das genau so wie vor 15 Jahren als Tiefkühlprodukt, da ist jemand seiner Schiene treu geblieben und wir fanden das außergewöhnlich. - Macht man vielleicht heute nicht mehr, auch nicht mehr auf La Palma, aber das Stück Fleisch und auch der Fisch und alles andere waren hervorragend und der Service schnell und freundlich, wie gesagt, es muss sich nicht immer alles ändern und ab und zu ist das lustig bis aufregend unaufregend, solch einen Zeittunnel mal wieder zu betreten. - Wir haben uns dann auch noch lange mit Freunden über den Kiosk in El Paso unterhalten, der jetzt in der öffentlichen Ausschreibung ist und was man denn damit machen könnte. - Mit 1.000 Euro Pacht im Monat ist das ja nicht so ganz billig, und die ganze Einrichtung muss man auch noch finanzieren, wobei man im Moment auf der Insel sicherlich einen ganzen Haufen von gastronomischer Einrichtung aus eben nicht Erster Hand zu einem guten Preis bekommen kann. - Aber was bietet man dann dort an, nur ein ganz normaler Kiosk mit Cortado, Bier und Sandwich? - So bekommt man die Pacht, die Energiekosten die eventuellen Bankzinsen und die Gehälter nur schwerlich rein, man müsste wohl schon mehr machen dort. - Nutzt man alle Flächen, dann könnte man mit Bar und den Platz draußen sogar an die 90 Plätz belegen, was aber für ein "nur Kiosk Geschäft" eigentlich viel zu groß ist. - Man könnte dort auf der Plaza natürlich direkt vor dem Kiosk Konzerte und Veranstaltungen organisieren, aber dann hätte man auch wieder ein Stoßgeschäft, an den Tagen mit Veranstaltungen ist die Bude voll, und am nächsten Tag hängen wieder nur vier Gestalten rum und trinken zwei Kaffee und zwei Bier. - Doch mit Gastronomie locken, Churros, Pizza vom Blech und Arepas, und damit auch die Jugendlichen ansprechen? - Da muss man dann aber auch mit den Preisen jugendlich bleiben und wenn aus der Küche viele Dinge kommen sollen, dann kann man das auch schlecht als Familienbetrieb machen, sondern es muss Personal her. - Gut, dass ich mein Leben lang begriffen habe, welches meine Seite des Tresens in der Gastronomie ist, und wir sind alle ganz gespannt, wer denn diesen Kiosk mal übernehmen wird und welche gastronomische Idee sich dabei zeigt. - Der Samstagnachmittag plätschert ohne Aufregung an uns vorbei, meine Frau spricht schon wieder mit mir, trotz des Fußballergebnisses, und das kann also noch ein schöner Abend werden. - Wünsche ich Ihnen auch!




Mia macht wieder mal auf Black Beauty und genießt den Samstagabend auf dem Sofa





Samstag 04.10.2014 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1018 hPa

Gastbeitrag von Heico Homburg
Hier wie versprochen mein Beitrag für deinen Blog:

Ich war schon des Öfteren im Urlaub auf den Kanarischen Inseln gewesen, auf Lanzarote, auf Fuerteventura, auf Tenerife, auf Gran Canaria. Mal als Kreuzfahrer, mal als "typischer" Pauschaltourist. Aber auf La Palma war ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Ich war auf der Suche nach einem Ferienhaus, zum Kauf, nicht nur für einen kürzeren Urlaub. Und unabhängig davon war ich auf der Suche nach einem Urlaubsziel. Für letzteres fiel mein Interesse, ich weiß gar nicht mehr weshalb genau, auf La Palma.

Nachdem ich mich im Internet einigermaßen schlau gemacht hatte, buchte ich bei Mathias die "Casa Vieja".

Die Insel machte auf mich mächtig Eindruck, und ich beschloss, zu überlegen, ob nicht auch ein Ferienhaus auf La Palma in Frage käme. Da der Urlaub selbst dafür zu kurz war, aber ich die Möglichkeit habe, meinen Job über das Internet von jedem Ort der Welt aus zu machen, mietete ich zunächst für 6 Monat eine Wohnung in Tazacorte.

Ich habe in dieser Zeit schnell Freunde gefunden, Ödi von der "Musicasa" (der Kulturbeauftragte), Mimi und Holger vom "Carpe Diem" in Tazacorte, Anja von der "KaChoTé" in El Paso und viele andere.

Und schließlich wurde es wahr, ich fand auch mein "Traumhaus", ein kleines Anwesen in Las Manchas. Der Entschluss war schnell gefasst, das Haus wurde gekauft. Von den Vorbesitzern, deutschen Künstlern, die ihr Domizil auf La Palma gefunden hatten, liebevoll "Casarte" genannt, nenne ich es auch heute noch so.

Und es wurde nicht nur zum Ferienhaus, inzwischen lebe ich dort, auch wenn ich zur Zeit krankheitsbedingt wieder längere Zeit in Deutschland bin. Aber über E-Mail und Telefon, und über Mathias' Blog, halte ich Kontakt, bis ich hoffentlich nächstes Jahr wieder dauerhaft die Schönheit der Insel genießen darf.







Freitag 03.10.2014 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 25 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 49 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 25,2 Grad - niedrigste Temperatur 18,2 Grad

Die Tunnel- und die Asphaltfrage bleiben ohne Antwort
Ich sage es doch, es lässt uns nicht los

Ja, wir sind es wieder, die Insel, die kein legal arbeitendes Asphaltwerk hat, aber dennoch so viele Straßen asphaltiert, wie schon lange nicht mehr. - Und dass wir uns richtig verstehen, das ist absolut notwendig, denn viele Straßenabschnitte wurden über 20 Jahre nicht mehr erneuert und sind längst überfällig, um eine neue Asphaltdecke zu erhalten. - Man darf viele Fragen stellen, auch die, warum man denn in den vergangenen Jahren nicht bereits die notwendigen Arbeiten zum Beispiel an der Hauptverkehrsstraße gemacht hat, denn es wäre sicherlich vor fünf Jahren bereits schick gewesen, dort eine neue Asphaltdecke aufzuziehen. - Noch erstaunlicher kommt eben der Umstand, warum man das jetzt macht, und nicht in der Zeit, als wir noch im Geld zu schwimmen schienen, und es gibt keine geltende Antwort darauf, sondern nur Vermutungen. - Klar ist, die jetzige Inselregierung kann nicht mehr anders als schnell handeln, und hat das auch bereits an manchen Strecken getan, so wie gerade fertiggestellt, die Straße zum Flughafen. - Nun will man als nächste Maßnahme, und auch die ist dringend, den alten Tunnel sanieren, wobei ich mich erinnern kann, dass man diese Sanierung des alten Tunnels mal der Firma unterschieben wollte, welche den Zuschlag bekommen hatte, den neuen Tunnel und die Umgehungsstraße von Santa Cruz zu betreuen, denn es galt, und gilt in vielen Kreisen immer noch als schick, öffentliche Zuständigkeiten so weit wie möglich in den privaten Sektor zu verschieben. - Ich weiß nicht, was aus diesem Versuch geworden ist, diese Verantwortung für den alten Tunnel abzugeben, aber ich muss annehmen, dass das gescheitert ist, denn unser tüchtiger Rat für Infrastruktur im Inselparlament kündigt nun an, die mindestens 600.000 Euro, welche die Sanierung des alten Cumbre-Tunnels kosten soll, im Haushalt des kommenden Jahres irgendwie noch unterbringen zu können. - Man hofft ja immer noch auf Gelder vom Gobierno de Canarias für den Straßenbau, da fehlen mehrere, eigentlich zugesagte Millionen, aber die im Regionalparlament reden sich damit raus, dass ihnen ebenso zugesagte Millionen aus Madrid fehlen würden. - Mit Hoffnung bezahlen geht meist nur in esoterischen Kreisen, also sollten wir mal nicht darauf vertrauen, ob wir denn im kommenden Jahr den alten Tunnel wieder so weit auf Vordermann bringen können, dass man sich wenigstens wie in Europa fühlen kann, wenn man den Tunnel nutzt. - Das fällt im Moment schwer, die Beleuchtung ist sehr schlecht, die Fahrbahndecke bröselig und eng, und eigentlich kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen, dass man früher dort mit Gegenverkehr die Inselseite wechselte.

Man hat das alles liegenlassen, vielleicht auch aus dem Grund, dass man diese Verkehrswege sowieso nicht mehr weiterführen wollte. - Es liegen ja immer noch, ob in Schubladen, oder als Ballast für gekränkten Planerstolz, die wirren Zeichnungen einer Weltbiosphärenreservatsautobahn von Santa Cruz nach Los Llanos herum, und die bauen weder auf den alten Cumbre-Tunnel, noch auf die jetzige Hauptverbindungsstraße, die LP3, sondern ziehen einen kühnen, wie Landschaft ignorierenden neuen Korridor von Ost nach West. - Da kommt dann auch eine neue Tunnelröhre vor, der alte Tunnel kann also vergammeln und warum Millionen in den Erhalt der jetzigen Trasse investieren, wenn die Autobahn das endgültige Verkehrsglück auf eine Insel bringt, die vieles braucht, aber keine Autobahn. - Dabei müssten ja die alten Straßen dennoch erhalten bleiben, die Anwohner kommen ja sonst gar nicht zu ihren Häusern, aber es sind ja auch alles nur Vermutungen, und ob sich dahinter überhaupt eine Strategie finden lässt, oder einfach nur gähnende Unfähigkeit, ich kann das nicht wirklich sagen. - Die neue Inselregierung nun muss sanieren, und will das auch machen und wieder stellt sich dann irgendwann jemand die Frage, woher soll denn der Asphalt kommen, wenn die Insel kein Asphaltwerk hat, welches komische Fragen nach der Legalität beantworten kann. - Temporäre Duldung, man köchelt in Fuencaliente weiter, mal sehen, wie lange das gut geht und gleichzeitig sucht man einen Standort, wo man legal ein solches Werk betreiben könnte. - Barlovento brachte sich selbst ins Gespräch, aber auch dort wird man mit dem ausgesuchten Terrain nicht glücklich werden, denn es stellt sich heraus, dass die vorgesehene Kiesgrube eben mal nur 700 Meter vom Ortsrand entfernt ist. - Dabei hieß es in der Presseerkärung der Gemeinde noch, dort seien nur ein paar landwirtschaftliche Betriebe. - Und was haben wir im Aridanetal gelernt? - Es werden 2.000 Meter Abstand zu Wohnsiedlungen gefordert, und man sollte dort in Barlovento nicht so träumerisch sein, dass da sich niemand dagegen wehren will, denn was im Aridanetal Recht ist, und mehrfach durch Urteile bestätigt, das sollte in Barlovento doch auch gelten. - Ich denke mal, die Inselregierung muss weitersuchen nach einem geeigneten Platz für die Anlage, und man fragt sich wohl, warum wir eigentlich einen Inselplan haben, auf dem das alles geregelt sein sollte, wo denn was betrieben werden darf, man aber irgendwie den Asphalt vergessen hat. - Ach ja, wenn ich mal ganz schlecht drauf bin, dann erzähle ich mal die Geschichte der Raumordnungs- und Sondernutzungspläne für diese Insel, und wie man ein Pferd nicht von hinten, sondern von unten, und aus einer anderen Dimension satteln will und losreitet, obwohl überhaupt kein Pferd da ist.




Diese wunderbaren Aufnahmen kann man bein "Grafcan" nachsehen, welche auch Goolge Earth bedienen. - "Las Crespas" nordwestlich vom Ort ist der besagte Standort für ein mögliches Aspahltwerk und die Distanz zum Ort lässt sich leicht anhand der unten zu lesenden Skala abschätzen.





Freitag 03.10.2014 09:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 18 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 49 % - Luftdruck 1019 hPa

Gastbeitrag von Jutta Eichner
Urlaub mit Hindernissen

Im November 2004 stand unsere 8 Urlaubsreise auf unsere Lieblingsinsel La Palma an. Einige Tage vor Reisebeginn klagte mein Ehemann über Rückenschmerzen. Meinem Hinweis, dass er doch bitte zum Arzt gehen möchte, damit wir die Reise problemlos antreten können, folgte er nicht. Es trat ein, was ich befürchtet hatte. Nach dem am Reisetag gegen 2:00 Uhr unser Wecker klingelte, kommentierte mein Mann das Aufstehen mit den Worten, "ich kann mich nicht bewegen". Meine Antwort darauf, "dass ist mir egal", nach Hannover müssen wir auf jeden Fall. Also blieb mir nichts anderes übrig, zu unserer einige Minuten entfernt gelegen Garage, zu gehen und das Auto zu holen. Nachdem ich mit Mühe die Koffer und meinen Mann im Auto verstaut hatte, verlief die Fahrt von Quedlinburg bis Hannover problemlos. Im Parkhaus musste ich jedoch einen jungen Mann bitten, mir beim Ausladen der Koffer zu helfen, da der Kofferraum unseres damaligen Autos noch eine Kante hatte, über die man die Gepäckstücke heben musste. Unser Flug von Hannover nach Santa Cruz stimmte uns dann aber trotzdem froh auf unseren Urlaub ein. Nach dem wir in Santa Cruz gelandet waren, habe ich mit Sorge daran gedacht, dass ich nun wieder die Koffer allein verstauen musste und dann die Fahrt bis Puerto Naos, einschließlich der Parkplatzsuche. Aber ich hatte Glück. Unser gebuchtes Mietauto stand nicht zur Verfügung. Somit wurden wir durch unseren Reiseanbieter mit einem Taxi bis vor das Atlantico Playa gefahren. Der Urlaub begann als doch gut. Man muss halt alles positiv sehen.
Da wir uns bei einem unseren vorherigen Aufenthalte für alle Fälle schon nach einem deutschen Arzt umgesehen hatten, fuhren wir am nächsten Morgen zur Arztpraxis Dr. Voss nach Tajuya. Hier wurde mein Mann gut versorgt. Bereits nach ein paar Stunden ließen die Schmerzen nach. Am nächsten Tag verkündete mein Mann, morgen können wir wandern gehen, wir sind begeisterte Wanderer. Am besagten Tag ging es von San Nicolàs zum Vulkan San Juan. Es war eine großartige Wanderung, die mein Mann ohne Rückenschmerzen bewältigte.
Ich hatte die Tour aus dem Rother Wanderführer ausgesucht. In diesem stand als Tipp zu dieser Wanderung, dass sich als Abschluss ein Ausflug zum Tubo de Todoque anbietet. Dies erzählte ich auf der Rückfahrt nach Puerto Naos, als wir an dem Lavafeld vorbei kamen. Die längste und eindrucksvollste Vulkanröhre La Palmas wurde begeistert beschrieben, ohne einen Hinweis auf die Gefahren innerhalb der Röhre. Mein Mann war sofort von der Idee begeistert, ich weniger. Also begannen wir den Einstieg in die Röhre zu suchen. Mir war die Angelegenheit nicht geheuer. Inzwischen war es 17:00 Uhr und es nicht mehr allzu lange hell. Ich ließ mir die Autoschlüssel geben und wartete in einiger Entfernung, nachdem mein Mann den Eingang gefunden hatte, habe ich ihn mit den Worten verabschiedet, wenn du in einer Stunde nicht zurück bist, rufe ich Hilfe. Mit einer großen Taschenlampe ausgestattet (haben wir immer auf unseren Wandertouren dabei) verschwand er in dem Eingang zur Röhre. Gut 45 Minuten später tauchte mein Mann wieder auf dem Lavafeld auf. Ich hatte meinen Fotoapparat bereit und wollte ein paar Fotos machen. Aber er kam ohne ein Wort schnell auf mich zu. Da sah ich die Bescherung. Mein erster Kommentar, typisch Frau, deine neue Wanderhose und die Wanderjacke sind ja zerrissen. Erst dann sah ich die Verletzungen an den Händen, die übrigen waren durch die Garderobe verdeckt. Wer schon mal auf Lava gefallen ist, weiß wie messerscharf diese ist, dementsprechend waren die Verletzungen. Er ist in der Röhre gestolpert und dabei gestürzt. Zum Glück hat die Taschenlampe weiter funktioniert. Also ging es sofort wieder nach Tajuya zur Praxis Dr. Voss. Als wir dort ankamen, wurden wir mit den Worten empfangen, ist der Rücken wieder schlimmer geworden. Aber ich konnte ihnen mitteilen, dass es diesmal nicht die Rückenschmerzen sind. Mein Mann musste bis zu unserem Urlaubsende fast täglich in der Praxis versorgt werden. Auf Grund der guten medizinischen Betreuung und des besonderen Klimas auf La Palma, ging die Heilung gut voran. Da wir ja hauptsächlich zum Wandern nach La Palma kommen, aber natürlich nicht nur, mussten wir uns nun überlegen welche Touren wir in diesem Jahr machen konnten. Die Caldera und die große Vulkanroutet fielen natürlich aus. Wir haben uns Routen ausgesucht, die wir bisher immer nicht spektakulär bzw. nicht für groß genug gehalten hatten. Aber wir haben bei den Wanderungen wieder beeindruckende neue Gebiete und Gegenden kennen gelernt bzw. wiederentdeckt. Dass ich nun die ganze Zeit auf der Insel Auto fahren musste fand ich nicht so gut. Wer die Auffahrt zur Praxis Dr. Voss kennt, kann einschätzen wie es für kleine Personen hinter dem Lenkrad ist. Bei der Einfahrt durch das Tor konnte ich nur durch das Lenkrad sehen, nicht darüber. Aber auch das haben wir bewältigt und am Urlaubsende festgestellt, dass es wie immer ein sehr schöner Urlaub war. Wir haben nur positive Aufenthalte auf La Palma erlebt! Wenn wir im Heimatflieger sitzen, freuen wir uns schon wieder auf die nächste Reise. Ein besonderer Höhepunkt war im Februar 2014 unsere Goldene Hochzeit. Die wurde im Kreis der Familie natürlich auf unserer Urlaubsinsel begangen.

Jutta Eichner







Donnerstag 02.10.2014 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 49 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 23,3 Grad - niedrigste Temperatur 18,6 Grad

Mixed Pickles
Ich krieg die Krise Leute, es sind weniger Arbeitslose, nicht mehr!

Vorher beschäftigen wir uns aber noch ein bisschen mit dem Wetter. - Es wird wärmer die kommenden Tage, und das ist gut so. - Gestern beim Abendspaziergang sind wir sogar nass geworden, wir haben uns dem Wolkenwasserfall unter der Cumbre Nueva zu stark genähert und das war überhaupt nicht angenehm. - Jetzt rutscht unser Azorenhoch weit in den Norden, und schneidet so die Zufuhr von frischer Atlantikluft zu uns ab, und uns erreichen Luftmassen, die bereits vom spanischen Festland und Afrika vorgewärmt wurden. - Allerdings nur zwei, drei Tage, dann finden wir wieder zurück zum Nordostpassat, mit weit ausholendem Schwung und frischer Meeresluft, die weit aus dem Norden herangeholt wird. - Der September war fast so warm wie der August, und sogar wärmer als der Juli. - Aber es kommt halt immer darauf an, wie man Statistiken lesen oder auch erklären will, denn der September war im langjährigen Schnitt "normal", was immer das heißen mag, aber der Juli und der August waren zu kalt. - Überhaupt, keine einzige Hitzeperiode in diesem Jahr, kein Calima, nichts, aber nicht nur deshalb kam es zu keinem ernst zu nehmenden Brand auf dieser Insel, auch die Feuerwehrleute haben hervorragend aufgepasst. - Theoretisch ist die Waldbrandgefahr noch nicht ganz vorbei, aber es würde mich deutlich wundern, wenn das Wetter noch mal einen heftigen Wechsel auf Hitze hinbekommen würde. - Ein kühler Sommer, markiert von deutlicher Stabilität beim Wetter. - Was mag das für den Winter bedeuten? - Ich habe nicht die geringste Ahnung…

Standortsicherung und langfristige Planung in El Paso. - Investitionen in die Gastronomie der Insel sind, und waren schon eine ganze Weile eine Angelegenheit, die nicht nur von Willen, Wollen und Energie getragen werden sollten, sondern auch von ganz viel Planung und betriebswirtschaftlichem Denken. - Die Leute von hier haben kein Geld, noch nicht, oder geben es nicht aus, und die Reihen der Urlauber und hier lebenden Ausländer sind nicht so breit, dass man alleine auf deren Schultern Unternehmen basteln könnte. - In diese Zeit hinein bietet El Paso den Kiosk auf der Plaza Francisca Gazmira zur Pacht an, und ich weiß nicht so recht, was ich davon halten soll. - Der Kiosk selbst ist theoretisch eine gute Idee, nur der Zeitpunkt ist nicht ideal gewählt und es wird wirklich abzuwarten sein, ob denn die Leute von hier diesen, doch recht großen Kiosk, so wirklich annehmen. - Auch hat das Ding "Geschichte", wenn auch keine Historie, aber das Ding war unter einer Gemeindeverwaltung geplant, unter einer anderen fertig gestellt, aber eben nicht so, wie das sein sollte, und mit extrem vielen Baumängeln beschwert, so dass man noch mal deutlich Geld aus dem Stadtsäckel da reinstecken musste, dass man das Ding überhaupt als fertig bezeichnen konnte. - Ganz vorsichtig und ohne irgendwelche Polemik anzufassen könnte man auch behaupten, der Bau, die Überwachung und alles rund um den Kiosk dort ist semioptimal verlaufen, aber nun steht das Ding fertig da und man hat auch endlich die Optik so weit noch verfeinert, dass man den Kiosk als solchen annehmen kann. - El Paso bietet einen Pachtvertrag für 25 Jahre, 12.000 Euro Pacht im Jahr und man müsste das Ding eben von der Einrichtung und der gastronomischen Ausrüstung noch komplett machen. - Wer Interesse hat, der meldet sich auf der Gemeinde und wir brauchen dringend Leute, die langfristige Visionen von unserer Inselvolkswirtschaft haben.

Da regt sich der Siebold jeden Monat wieder neu drüber auf, die Zeitungen machen auf mit der Überschrift, die Zahl der Arbeitslosen sei gestiegen, dabei ist deren Zahl in Wirklichkeit gesunken. - Es geht um immer die gleiche Geschichte, man lässt die saisonalen Bedingungen außen vor und vergleicht die Zahlen mit dem Vormonat des gleichen Jahres, und nicht, wie man es meiner Meinung nach machen sollte, mit den Zahlen des gleichen Monats des Vorjahres. - Und seit der Aufzeichnung der Zahl der Arbeitslosen steigt die Zahl von August zu September, weil eben viele Saisonkräfte des Sommers nicht mehr weiterbeschäftigt werden, weil das Geschäft mit dem nationalen Urlaub abrupt Ende August ausläuft. - Also, die meisten Zeitungen melden, im September gäbe es landesweit 19.720 Arbeitslose mehr, dabei sind es 276.705 weniger, wenn man den September 2013 mit dem gleichen Monat dieses Jahres vergleicht. - Auch wenn wir immer noch extrem hohe Arbeitslosenzahlen anzeigen müssen, mit diesem Monat haben wir es erreicht, dass nun die Zahl der Arbeitslosen in Spanien seit einem Jahr, Monat für Monat, ununterbrochen zurückgegangen ist, und zuletzt zwischen 5 - 7 Prozent monatlich. - Nein, noch ist nichts überwunden, und bis diese Erleichterungen auch "unten bei uns" ankommen, wird das noch eine ganze Weile dauern, aber wer erzählt, die Arbeitslosigkeit in Spanien sei erneut gestiegen, der liest sich diese Welt zurecht, wie es ihm gerade gefällt. - Nein, ich bin kein Freund der Sparpolitik der augenblicklichen Regierung, aber seit einem Jahr sinkt die Zahl der Arbeitslosen, das muss man einfach anerkennen. Wer das noch mal alles ganz genau nachblättern will, der kann das in einem sechzigseitigen Bericht von der "Sepe" HIER machen.










Und der Kiosk von El Paso auf der Plaza Francisca Gazmira





Donnerstag 02.10.2014 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 49 % - Luftdruck 1017 hPa

Gastbeitrag von Social Media Management
Auswanderer gesucht!
Goodbye Deutschland zeigt das Leben der Deutschen auf La Palma

Abenteuerliche Geschichten aus dem wahren Leben - die erzählt die Auswanderer-Dokusoap "Goodbye Deutschland" des deutschen TV-Senders VOX. Auch an La Palma kommt die Sendung nicht vorbei, denn die Insel ist nicht nur ein beliebtes Urlaubsziel.

Doch was genau zieht deutsche Auswanderer hierher? Und wie packen sie den Neuanfang auf der Vulkaninsel? Sind es die traumhaften Strände, das Inselleben oder das Urlaubsfeeling? Suchen sie den "Easy Way of Life" oder wollen sie einfach nur aus einem tristen Alltag ausbrechen?

Nicht jede Geschichte beginnt so traumhaft, wie man sie aus Filmen gewöhnt ist. Oft stehen am Anfang langwierige Behördengänge, viel Arbeit und große Unsicherheiten. Trotzdem ist jeder Neuanfang auch spannend! Entwickelt sich alles wie erwartet? Gelingt der berufliche Neustart? Welche Probleme gibt es zu bewältigen? Vielleicht ist der große Traum auch geplatzt und die Rückkehr nach Deutschland wird bereits geplant?

Ihre packenden Geschichten aus dem echten Leben wollen wir erzählen. Bewerben Sie sich jetzt: http://bit.ly/1nA4SFV







Mittwoch 01.10.2014 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 45 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 23,8 Grad - niedrigste Temperatur 18,7 Grad

Ein Unthema wird wieder zum Thema
Asphalt und kein Ende

Mit "Slow City" oder gar "Slow Island" meinen wir sicher nicht, dass wir unseren Toyota wieder gegen das Maultier eintauschen sollen. - Wir brauchen Asphalt und wollen Asphalt, und manchmal schlägt einem die Ignoranz mancher Mitbürger deutlich auf den Stressmagen, wenn immer die gleichen kognitiven Tieferleger von den Gegnern der Asphaltwerke fordern, doch keine Straßen mehr zu benutzen. - Wir erinnern uns alle an den großartigen Kampf der Bürgerbewegung gegen die Asphaltwerke im Aridanetal, welcher mit großem Zeit- aber auch Geldaufwand darin gipfelte, dass beide Asphaltwerke dort im Industriegebiet von Los Llanos nicht betrieben werden dürfen. - Die Sache war eigentlich von Anfang an klar, man muss einfach nur das Gesetz befolgen, aber eben auch die Stirn und den Geldbeutel haben, das durch die Instanzen durchzuprügeln. - In den Jahren haben wir auch gelernt, wie wenig die Politik es wagt, sich gegen bereits verfestigte Seilschaften zu stellen, und nur ganz wenige Politiker haben von Anfang an und niemals schwächelnd sich auf die Seite der Asphaltgegner gestellt. - Da sind zu nennen, Loly Padilla aus El Paso und Chema de Vargas sowie Indalecio Pérez aus Los Llanos. - Eines der Asphaltwerke ist bereits abgebaut, nach Gran Canaria verfrachtet wie es heißt, und das zweite, nagelneue und noch nie betriebene Werk, das steht noch da und der mögliche Betreiber klammert sich immer noch an den Zipfel, man könnte durch administratives Schweigen seitens der Gemeinde Los Llanos eine Installations- und Betriebsgenehmigung für eine als umweltschädlich klassifizierte Industrieanlange erreichen. - Man hatte von der Gemeinde die Genehmigungen beantragt, die Gemeinde aber niemals darauf geantwortet, denn man steckte gerade in dem ganzen Schlamassel mit dem Verbot gegenüber dem Betrieb des ersten Asphaltwerkes. - Das war sicher ein Fehler, nicht darauf geantwortet zu haben, allerdings ist es nicht glaubhaft, dass aus diesem behördlichen Schweigen eine Betriebsgenehmigung entsteht. - Es gibt zwar Fälle, in denen das Nichtantworten auf einen Antrag diesen als genehmigt ausweist, aber das geht dabei um eventuelle Auflagen, Einsprüche oder vielleicht die Neigung eines Winkels eines Garagendachs, aber nicht um den Betrieb eines Asphaltwerks. - Also, das ist sehr unwahrscheinlich, dass aus dem "Callejón de la Gata" noch mal der "Duft frischen Fortschritts" wehen wird, die anderen Frage bleibt aber offen, wie geht es denn mit dem Asphalt weiter, denn es besteht keine Frage, wir brauchen mindestens ein Asphaltwerk. -

Nicht nur, weil wir auch ein paar neue Straßen geplant haben, wir müssen ja die bestehenden auch sanieren und erneuern und nach mindestens 20 Jahren braucht so eine Straße einfach eine neue Asphaltdecke, sonst werden wir wirklich "Slow Island", aber mit Achs- und Hüftbruch. - Mit dem Schiff kann man das Zeug nicht bringen, das dauert zu lange zu uns, und man müsste dann bei größeren Fahrbahnstrecken auch mehrere Schiffe am Tag schicken und damit würde man die Reedereien deutlich überfordern. - Lassen wir diese Diskussion also, und wenden uns probateren Geschichten zu. - Aber noch haben wir ja Asphalt, wir haben ja gerade die LP3 neu asphaltiert und diese Tage auch die Straße zum Flughafen, also wo kommt der Asphalt her? - Aus dem Werk in der Gemeinde Fuencaliente, welches aber auch nur Papiere der Gemeinde hat und die auch nur mit vorläufigem Charakter, und natürlich auch seitens der möglichen Betreiber der Asphaltwerke hier im Aridanetal Klagen anstehen. - Man ist sich nicht ganz einig, ob man denn dieses Werk im kleinen Dienstweg "retten" kann, und irgendwie grenzt es schon wieder an diesen berühmten "palmerischen Königsweg", der Dinge möglich macht, weil es sie möglich machen muss, weil laut Gesetz und Vorschrift eigentlich nichts erreichbar ist. - Das Werk wird vorläufig noch betrieben, eben um genau diese punktuellen Arbeiten zu erledigen und auch muss ja die Nordumfahrung endlich mal fertiggestellt werden und dann steht ja auch noch die ganze Strecke von Mazo nach Tajuya in El Paso an. - Ob man es schafft, diese vorläufigen, und wahrscheinlich auch nicht legalen Betrieb dieses Werkes noch über Jahre hin aufrecht zu erhalten, ich wage das mal zu bezweifeln. - Die Inselregierung sucht seit geraumer Zeit bereits einen möglichen Standort auf der Insel, allerdings ist man damit bislang noch nicht wirklich weitergekommen, denn überall wo man angefragt hatte, Fuencaliente, Mazo, Tijarafe und Garafía, da hat die Gemeinde gleich abgewunken, man würde das nicht unterstützen, sondern sich zusammen mit eventuellen Anwohnern dagegen wehren. - Nun bringt sich auf einmal Barlovento ins Gespräch, es gäbe da eine Region, Las Crespas genannt, welche wohl die geforderten 2.000 Meter Abstand zu Ansiedlungen und Naturschutzgebieten einhalten würde, es gäbe dort lediglich wenige und kleine landwirtschaftliche Betriebe. - Auch wäre das Gelände bereits als Steinbruch klassifiziert, und man könne sich gut vorstellen, dort ein Asphaltwerk betreiben zu können. - Aber der Bürgermeister ist vorsichtig, in Los Llanos hat das Asphaltwerk bereits einen Bürgermeisterkopf gefordert, und so will er eine Umfrage im Ort starten, ob man denn mit der Aufstellung eines Asphaltwerkes dort einverstanden sei. - Ich weiß nicht, ob die Bürger das so gerne sehen, ein Asphaltwerk in der Gemeinde, aber der Bürgermeister rechnet eben Arbeitsplätze und Steuereinnahmen dagegen und will auf diese Art und Weise eher für die Aufstellung eines solchen Werkes argumentieren. - Vielleicht wäre es besser gewesen, einfach gar nicht mehr darüber zu sprechen und still und heimlich weiter den Teer in Fuencaliente zu kochen, aber das wäre ja dann auch schon wieder das Florians-Prinzip welches da lautet: Heiliger Sankt Florian, verschon´ mein Haus zünd´ andere an. - Asphalt und kein Ende und ich bin mir sicher, wir werden noch häufiger über dieses Thema schreiben können.




Nagelneu und nie angeworfen, aber noch hofft der Betreiber





Mittwoch 01.10.2014 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 51 % - Luftdruck 1019 hPa
Puntagorda, 1.260 Meter - Temp. max. 24,3 - Temp. min. 13,3 - Feuchte 55 - 81 % - Regen 0mm

Gastbeitrag von Ines Dietrich
Tagaragre Trail

Im spätsommerlichen Barlovento laufen die Vorbereitungen für den TAGARAGRE TRAIL auf Hochtouren. Am 4. Oktober findet wieder der Lauf durch die wunderschöne Berglandschaft von TAGARAGRE statt, so nannten die Ureinwohner diese Gemeinde. Genau genommen gibt es vier Möglichkeiten, daran teilzunehmen: Kids, Starter-Wanderer, Cross-Lauf mit Hund und Halb-Marathon. Eine Aktion für die ganze Familie. Falls jemand mehr darüber wissen möchte hier der link (allerdings auf Spanisch)

http://www.tagaragretrail.grupo4fit.com
www.facebook.com/pages/Tagaragre-TRAIL/501894749891527?fref=ts

Der Trail führt teils auch durch den schon vor vielen Jahren begonnenen Themenpark "Leben auf dem Land" mit seinen verschiedenen Gebäuden, die leider teilweise schon wieder zerfallen. Dort sollten die Besucher/innen eigentlich sehen können, wie die traditionelle Imkerei, Weinherstellung, Landwirtschaft usw. funktionierte sowie Flora und Fauna kennenlernen. Irgendwie wurde dieses tolle Projekt nie Wirklichkeit.

Jetzt habe ich gelesen, dass das Medio Ambiente die Einrichtungen vom Park "La Laguna" und "Las Mimbreras" (Grillplätze, WC usw.) verbessert hat. Das ist doch mal ein Anfang für die Zusammenarbeit zwischen den Institutionen Cabildo Insular und Ayuntamiento. Vielleicht wird meine Vision von den glücklichen schwarzen Schweinen, Kühen, Eseln und Ziegen doch noch wahr. Ich hätte da noch etliche Vorschläge wie z. B. Reitausflüge in der herrlichen Umgebung, Kochkurse unter der Verwendung des dort angebauten und frisch geernteten Gemüses, Anlage eines Kräutergartens ... Ach, vielleicht fragt mich ja mal ernsthaft jemand und es passiert mal was positives da oben im Dornröschen-Park!

Einen "Mercadillo Agrícola y Artesano" gibt es ja nun schon seit fast 2 Jahren in der Gemeinde. Er findet jeden 2. Sonntag im Monat von 10 bis 14 Uhr auf der Plaza del Rosario an der Kirche statt, bei Regen im Centro de Día. Der Markt ermöglicht den Landwirten, Bauern und Kunsthandwerkern der Gemeinde ihre Produkte direkt anzubieten. Jeder Monat steht unter einem Motto, im September war es die Pitaya oder Drachenfrucht. Gegen 12 Uhr gibt es eine kleine Leckerei zum Probieren und manchmal Livemusik. Besucher sind erwünscht und herzlich willkommen!

Einige Anregungen für Wanderungen oder Ausflüge in der Umgebung finden Sie u.a. in meinem Buch "Geheimnisse der Insel La Palma"

Mail an Ines Dietrich





Spaziergang im Gebiet "Los Valles", Barlovento








Ihre Familie Ingrid & Mathias Siebold
Calle el Torreón 5/7
E-38750 El Paso
La Palma, Islas Canarias, Spanien
Tel. von Deutschland: + 34 922 497216
email: m.siebold@la-palma-urlaub.de
Kanarische Ferienhäuser auf La Palma