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Montag 31.08.2015 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 54 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 24,6 Grad - niedrigste Temperatur 20,4 Grad

Möge der Sommer doch niemals enden
Hilfe, in vier Monaten ist das Jahr vorbei und in ein paar Tagen die Kinder weg

Ich habe das immer für Blödsinn gehalten, dass die Zeit schneller vergeht, wenn man älter wird. - Ich halte es immer noch für Blödsinn, das Problem dabei ist aber, dass es sich genau so anfühlt… Vielleicht reagiere ich auch schon übertrieben panisch auf den September, der Monat gehört doch bei uns noch klar in den Sommer rein, und den Oktober nehmen wir doch auch noch mit. - Stimmt schon, bei uns fängt der Sommer meist spät an, hört aber auch spät auf, und ich vermute eine ganz andere Geschichte hinter meinem Spätsommerblues. - Wer mich kennt, der weiß es schon, habe ich mich sonst nach der großen Agonie der fast dreimonatigen Sommermonate immer auf den Alltag im September gefreut, fürchte ich mich inzwischen davor, weil dann die Familie sich wieder halbiert und die Kinder erneut auf "ihre" Insel gehen, und die ist inzwischen Gran Canaria. - Noch sind sie hier, das heißt eine von ihnen, die andere fliegt ja noch durch Europa, und wird nur noch ganz kurz hier nach La Palma kommen, eigentlich nur um zu packen, um dann wieder, wahrscheinlich bis Weihnachten, zu verschwinden. - Dabei müssen wir ja dankbar sein, dass die Mädels fast ihre gesamte Ferienzeit hier bei uns auf der Insel verbracht haben und bei der größeren Tochter wird das wohl im kommenden Sommer schon nicht mehr sein, denn die geht ja bereits in ihr letztes Studienjahr. - Aber so rosig sind ja die Zeiten auch noch nicht wieder, dass wir damit rechnen könnten, dass sie direkt nach dem Studium eine Anstellung findet, aber irgendwann kommt eben auch der Schritt und dann sind es nur noch ein paar kurze Wochen im Jahr Urlaub, keine Ferien mehr und ob die uns dann noch ihre kostbar werdende Urlaubszeit dem Familienspiel überlassen, das muss ich dann doch bezweifeln. - Hoffen lässt, dass die nach ein paar Monaten schon immer wieder ein bisschen neugierig sind, ob und was sich denn getan hat auf der Insel und gleichzeitig sind ja Sommer- und Weihnachtszeit auch so die hauptsächlichen Treffpunktzeiten auf der Insel für die vielen Exilanten.

Und Exilanten, oder sollte man aus aktuellem Anlass schreiben Wirtschaftsflüchtlinge, die gibt es viele aus La Palma und es sind nicht nur die Studies, welche nach den Jahren der Zeit auf den Universitäten nur noch spärlich auf die Insel zurückkommen. - Aus dem Bekanntenkreis meiner Töchter sind nur die allerwenigsten noch hier, außer eben in den Sommermonaten, und neben den großen Kanareninseln und dem Festland ist weiter England das beliebtere Ziel. - Warum nicht Deutschland ist klar, wegen der viel größeren Sprachbarrieren, es ist schon ein gewaltiger Vorteil für unsere Brut, Deutsch als Muttersprache im Ausland "geschenkt" bekommen zu haben. - Man meint ja immer, gerade eben nach einem, dann doch wirtschaftlich bewegterem Sommer, auch bei uns tut sich endlich was. - Zumindest im Tourismus, und daraus ergeben sich dann auch wieder weitere Möglichkeiten, aber so richtig ist diese Spirale nach oben dann doch noch nicht angesprungen, dass man es wagen würde, jungen Leuten schon wieder erfreuliche Zukunftsaussichten auf der Insel zu versprechen. - Da sind wir immer hinten dran, und von den jetzigen guten Zahlen ist ja auch vieles gar kein eigenes Vermögen, sondern Effekte durch den billigen Euro und das günstige Öl, was real und an tatsächlich neu geschaffenen Arbeitsplätzen übrig bleibt, das werden wir uns genau angucken müssen. - Ob die aber jemals auf die Insel als Lebensmittelpunkt zurückkommen, das liegt sowieso in den Sternen und scheint im Moment wenig wahrscheinlich. - Was für ein, fast unverschämtes Glück wir doch haben, wir nennen uns nur selbst Wirtschaftsflüchtlinge, wenn wir bessere Karrierechancen in einem anderen europäischen Land suchen. - Wir leben wieder mal in beachtenswerten Zeiten, um nicht komisch zu sagen, aber mit ein bisschen kognitivem Spüli in der Draufschau waren die Zeiten immer komisch und wenn man das mit den Erzählungen unserer Eltern vergleicht, dann geht es und doch hervorragend. - Kein Wunder, dass die alle zu uns wollen, das würde uns doch nicht anders gehen!

Morgen, Dienstag den 01.09. 2015 steht auf dem Programm der Bajada de la Virgen del Pino in El Paso:

10:00 Uhr, Lesecamp, Sachen rund um Bücher für Kinder zwischen 6 und 8 Jahren
Bibliothek in Casa de la Cultura

18:00 Uhr, Basketballturnier Frauen und Männer
Mehrzweckhalle hinter dem Fußballplatz

20:00 Uhr, Konzert "Belkis, la reina de Saba"
XIX Musikertreffen "Cuidad de El Paso" mit dem Gemeindeorchester
Recinto Ferial, neben der Guardia Civil gegenüber des Mercadillo

21:30 Uhr, Freiluftkino, "Ocho Apellidos Bascos
Plaza Francisca de Gazmira, oder bei "inclemencia meteorológica" also sollte es wieder nieseln, dann zieht man in die Casa de la Cultura um

Das gesamte Programm auf Spanisch als PDF



Freiluftkino El Paso / La Palma





Montag 31.08.2015 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 59 % - Luftdruck 1018 hPa

Gastbeitrag von Petra Herrmann
Vernissage 4.9.2015


Liebe Freunde des Kunstraumes La Palma,
ich freue mich besonders, dass ich Ihnen heute die Ausstellung einer jungen palmerischen Künstlerin ankündigen kann.
Eva Lilith Pereda Sie kommt aus einer palmerischen Künstlerfamilie und ich bin sehr gespannt, wie Ihnen Ihre Arbeiten gefallen werden.
Wie immer erwarten wir Sie im Kunstraum La Palma Tazacorte, am Freitag, den 4. September 2015, 19 Uhr, bei Wein und kleinen Tapas und guten Gesprächen. Lilith, Helmut und ich freuen uns auf Sie
Ihre
Petra Herrmann

P.S. Sie finden uns jetzt auch in Facebook unter Kunstraum La Palma






Sonntag 30.08.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 51 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 26,8 Grad - niedrigste Temperatur 19,0 Grad

Früher…
Strich Acht und Opel Kadett

El Paso ist für viele Angelegenheiten bekannt, ja, nennen wir es ruhig Angelegenheiten. - Wir sind im Sommer die heißeste Gemeinde der Insel, im Winter die kälteste, sagt man zumindest, und sowieso die größte Gemeinde der Insel, aber die einzige, welche keinen Zugang zum Meer hat. - Aber im Flächennutzungsplan einen Jachthafen. - Deswegen Angelegenheiten… Nirgendwo sonst möchte ich wohnen und leben auf der Insel, ehrliche Leute, bauernschlau und mit einem kleinen Hang zur Melancholie, wegen des Wetters kommt man nicht nach El Paso, sondern wegen der Menschen und der Möglichkeiten. - Und feiern kann man hier in El Paso, bis in die Grauen des Morgens, und da sind wir manchmal sogar maßlos. - Da nach zwei Uhr morgens aber eh nichts Gutes mehr passiert, bin ich dann eigentlich immer schon zu Hause, oder kann es daran liegen, dass ich einfach nicht mehr so lange aushalte? Gestern aber fanden die meisten Feierlichkeiten eh noch bei Tageslicht und abends statt, und danach sorgte penetranter Nieselregen dafür, dass eh alle keine Lust mehr auf weitere Unternehmungen hatten. - Tagsüber der Viehmarkt und am Abend dann das große Schaulaufen der Oldtimer, und hier meine ich Autos, und dafür ist El Paso ja auch bekannt, als Standort für die größte Ansammlung von antiken Autos auf der Insel. - Es gibt alte Autos, mein Auto zum Beispiel ist alt, und es gibt antike Autos, die allerdings nicht mal so alt sein müssen wie mein Auto ist. - Das mag so ähnlich kompliziert sein wie der Unterschied zwischen Kunst und Kunsthandwerk, ganz platt erklärt mag das so lauten: So lange man das Ding benutzt wie einen Alltagsgegenstand, dann ist es nicht antik oder Kunst, sondern alt oder Kunsthandwerk.

Nun könnte man die Frage weiterspinnen, ob ich denn noch von Nutzen bin oder nicht, aber bei Menschen kann man ja eh nicht von antik sprechen und manchmal frage ich mich, warum denn eigentlich nicht. - Diese wirren Fragen mögen damit zu tun haben, weil ich eben gestern Abend schlimme Erlebnisse hatte. - Begeistert betrachtete ich die, sicher aus hundert Fahrzeugen bestehenden Kolonne der antiken Autos, welche man in geschickten Abläufen mehrfach durch den abgesperrten Ort führte. - Die Eigentümer der Autos und deren Mitfahrer hatten sich dazu auch noch herausgeputzt, das Motto lautete ja "Principios del Siglo XX" also die Anfänge des 20. Jahrhunderts und da waren auch Autos dabei, die stammten wohl aus der Epoche. - Der Schock allerdings war, dass dort als Oldtimer auch Autos fuhren, welche ich selbst noch gesteuert habe, eben Strich Acht, Kadett, Ford Taunus und Käfer und das ist dann so, wenn einen die Kinder dabei erwischen, wie man Radio hört und die sagen: Na, hörst du wieder den Oldiekanal? - Ein wiederhergerichteter Linienbus, ein Austin war auch dabei, ein solcher fuhr vor gut 30 Jahren sogar noch die Nordroute der Insel lang, damals schon stinke alt, jetzt eben antik, und herausgeputzt wie Bolle. - Mich machte das alles aber eben auch ein bisschen nachdenklich, der Unterschied zwischen alt und antik macht mir dann doch ein bisschen Sorgen… Prächtig, was die da auf die Beine gestellt haben und Ramón als Polizist aus der Zeit verkleidet versuchte dann auch noch die vielen Leute und Autos wie ein Dirigent zu begleiten und es roch nach halb verbrannten Benzin und angekokeltem Gummi, Gerüche eben, welche das Herz jedes Oldtimer-Fans höher riechen lassen. - Das Wetter war nicht so, wie wir das gerne hätten und so wenig Licht machte es nicht wirklich einfach, die Autos auf Fotos zu bannen, selbst Oldtimer sind bei Sonnenuntergang zu schnell für das Teleobjektiv.

Morgen, Montag den31.08. 2015 steht auf dem Programm der Bajada de la Virgen del Pino in El Paso:

10:00 Uhr, Lesecamp, Sachen rund um Bücher für Kinder zwischen 6 und 8 Jahren
Bibliothek in Casa de la Cultura

20:00 Uhr, Buchpräsentation von Talio Noda
"Noticias del Valle de Aridane en la prensa de La Palma 1863-1975"
Casa de la Cultura

Das gesamte Programm auf Spanisch als PDF



Oldtimer Vorführung in El Paso auf La Palma


Oldtimer Vorführung in El Paso auf La Palma


Oldtimer Vorführung in El Paso auf La Palma


Oldtimer Vorführung in El Paso auf La Palma





Sonntag 30.08.2015 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 58 % - Luftdruck 1016 hPa

Fulanito de tal dice hoy: A la mujer, ni todo el dinero, ni todo el querer

Der Frau, nicht alles Geld und nicht alles Wollen. - Oh, der Fulanito birgt so einiges an Konfliktpotential. - Da sind Sprüche dabei, die gehen gar nicht und man kann die eigentlich nur unter dem Mantel des historischen Interesses bringen. - Auf jeden Fall muss da jemand furchtbar enttäuscht worden sein und rät uns allen zu einem Ehevertrag und sparsam mit unseren Ressourcen zu sein. - Und heute der letzte "Wurdel" beim Fulanito und danach kommen bemerkenswerte Unterwasseraufnahmen von Herbert Schaar.






Bild von Richard Wurdel





Samstag 29.08.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 61 % - Luftdruck 1015 hPa
Höchsttemperatur heute 23,3 Grad - niedrigste Temperatur 18,8 Grad

Die Ebene der Badewannen
Pragmatismus in reinster Form

Meine Lieblingsecke zum Spazierengehen ist der "Llano de las Cuevas", die "Ebene der Höhlen" und das ist das flach Stück Land, welches neben der Hauptstraße zum Tunnel unterhalb der Cumbre Nueva liegt. - Für El Paso ein historisch ganz bedeutendes Stückchen Land, denn hier war auch der Übergang zur Ostseite, der Reventón-Pass begrenzt den "Llano de las Cuevas" zum Nordosten hin und die Wallfahrtskirche der Virgen del Pino liegt ein kleines Stückchen erhaben über dieser ebenen Fläche. - Ich bin halt keine Bergziege mehr, sondern laufe lieber gerade aus, und dort gibt es mehrere Wege durch die Felder, welche einem auch bei häufiger Nutzung immer mal wieder Abwechslung bieten können. - Darüber hinaus hat die Gemeinde, zusammen mit der "Reserva de la Biósfera", die Region zum Naherholungsgebiet ernannt und kleine Rundwanderwege angelegt, welche auch gepflegt werden und an denen Hinweistafeln interessante Dinge zur Umgebung schildern. Am besten man fährt mit dem Auto zum Informationszentrum des Nationalparks, oberhalb El Pasos, kurz vor dem Tunnel, lässt sein Auto dann dort stehen und folgt den Hinweisschildern "Itinerario Turístico". - Dann läuft man, je nach Gusto, eine dreiviertel bis anderthalb Stunden, das schafft auch jeder und kommt dann wieder zum Ausganspunkt zurück, je nachdem, wie weit man die Runde anlegen will. - Dort auf den Feldern wuchs früher mal das Getreide für das Aridanetal, heute "wachsen" dort fast nur noch Steine und man kann an den großen Haufen wohl erkennen, dass auch früher dort die Steine dem Wunsch nach Getreideanbau ziemlich Ärger machten. - Heute zieht dort niemand mehr Getreide, oder betreibt intensive Landwirtschaft, dort weiden fast das ganze Jahr Kühe, Schafe und Pferde, nur jetzt im Spätsommer steht dort auch kein Vieh mehr, dann nach einem solch trockenen Winter und Sommer gibt es dort kaum noch Pflanzen zum Abweiden. - Die Regenfälle vom August sind übrigens ergebnislos geblieben, man dachte ja, ein bisschen bringt das, aber zusammen mit der Wärme verpufften die Regenfälle komplett. - Nicht mal das Unkraut hat sich davon beeindrucken lassen, Regen im August ist also nicht nur extrem selten, sondern einfach nur für die Geschichtsbücher. - Dort oben am "Llano de las Cuevas" allerdings erreichen die weit östlich gelegenen Felder aber oft die, über die Cumbre Nueva treibenden Passatwolken, und läuft man dort vom Informationszentrum Richtung Cumbre Nueva, dann merkt man das auch, alle hundert Meter wird es ein bisschen grüner in der Umgebung und direkt unter den Hängen des Grates versteht man auch am besten, warum diese Passatwolken so wichtige Feuchtigkeitsspender für die Insel sind.

Bestimmende Pflanze dort ist inzwischen die "Tagasaste", als immergrüner Futterstrauch und dieser Kanarenendemit hat übrigens keinen deutschen Namen, zumindest kenne ich den nicht. - Ich nenne das also Baumluzerne, nachdem die Australier und Neuseeländer Tagasaste gerne als "tree lucerne" bezeichnen, denn diese Futterpflanze hat inzwischen größere Karriere dort "Downunder" gemacht, als bei uns auf den Inseln. - Cytisus proliferus ist der wissenschaftliche Name und dieses Kraut braucht kaum Pflege und ist mit schlechtesten Böden zufrieden und kommt auch mit wenig Wasser aus. - Ein wahrer Exportschlager, hätten wir mal nur gewusst, daraus auch bare Münze zu machen, aber da sind wir eh nicht so geschickt, wir sind wirklich nicht die geborenen Verkäufer. - Aber improvisieren können wir, Feste feiern und wir sind anpassungsfähig bis hin zu gnadenlosen Pragmatikern. - Manchmal ist das bereits grenzwertig hin zum Messietum, man kann alles irgendwie noch brauchen, wegwerfen tut weh, wird schon noch für irgendetwas gut sein. - Für was wir allerbeste Verwundung haben, das ist für ausgediente Badewannen, denn diese Körperbefeuchtungsbecken dienen überall auf der Insel, gedrängt aber dort auf dem "Llano de las Cuevas" als Viehtränke, einfach nur das Spundloch abdichten, und schon hat man die ideale Umverpackung für Trinkwasser in großen Mengen geschaffen. - Abends fahren dann die Landwirte mit dem gesattelten Pickup da hoch, und füllen die Badewannen mit Wasser für die Tiere und ich nenne schon seit langem dort oben die Ecke den "Llano de las Bañeras" und treffe damit deutlicher, als mit der "Ebene der Höhlen", weil es wirklich mehr Badewannen dort gibt als Höhlen. - Sicher gibt es schönere Viehtränken auf der Welt, es gibt aber auch viel Schlimmeres, für mich ist das nur der Ausdruck von höchstem Pragmatismus, das zweite Leben einer Badewanne und die hat sich das sicher auch verdient, nachdem die in ihrem ersten Leben so manch grausigen Laib erbaden musste. - Allerdings könnte man sich anhand des folgenden Fotos auch denken, man sei inzwischen dazu übergegangen den aufstrebenden Sektor der Wellness-Branche zu pragmatisieren, denn hoch im Norden haben Michael + Britta von Sorpresa diese Spa-Anlage entdeckt, welche zum Verkauf steht. - Fangopackungen, Algenlotionen, Wechselbäder, Thalassotherapie und Hydromassagen, alles wir da angeboten, da wird sich das zukünftig mal florierende Heilbad der Fuente Santa aber strecken müssen, um das rurale Luxus-Spa in Garafía noch zu toppen…

Morgen, Sonntag den30.08. 2015 steht auf dem Programm der Bajada de la Virgen del Pino in El Paso:

20:00 Uhr, Gala zum Jahrestag des Kulturvereins "Brisas de El Paso"
Casa de la Cultura

Das gesamte Programm auf Spanisch als PDF





Das Badewannenspa steht zum Verkauf...




Der Llano de las Cuevas mit dem Bejenado im Hintergrund




Samstag 29.08.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 49 % - Luftdruck 1015 hPa

Gastbeitrag von Hans J. Wienbeck
Mexikanisches Menü im El Casino


Nachdem ich nun das Festival des Sushi kulinarisch für einen großen Erfolg halte - denn ich habe außerhalb Japans selten ein so gutes Sushi gegessen - gibt es für morgen abend wiederum das Versprechen des Restaurante "El Casino" in Santa Cruz d LP einer kulinarischen Journada nach Mexiko. Das Menü ist auf dem Foto abgebildet und kostet pro Person 12 € zuzüglich (vorzüglicher) Getränke.

Der mexikanischen Küche ohn-mächtig erfuhr ich auf Befragen, dass es sich unter anderem um ein "Chili-con-carne" Gericht handelt sowie typisch mexikanische Spezialitäten, teilweise mit Fleich, teilweise auch vegetarisch. Auf jeden Fall gibt es aber auch Standardgerichte von der Karte, zum Beispiel verschiedene Arepas. Unsere vegetarisch "vegetierenden" Begleitungen bekamen schon beim Sushi Festival Arepas mit (rein)vegetarischer Füllung. Pacos Arepas sind die besten, die ich je gegessen habe (und die größten!); er servierte Arepas mit verschiedenen Fleischfüllungen, es gab eine (semi) vegetarische Arepa (Gemüse und Thunfisch) für Pseudovegetarier, die zwar kein Fleisch, wohl aber Fisch, essen und auch eine rein vegetrische Arepa für "echte" Vegetarier. Also bei Bestellung bitte gleich darauf hinweisen, welche Art vegetarischer Arepa man möchte. (`con´ oder ´sin atun´).

Ich habe mal versucht, mir die verschiedenen Philosophien erläutern zu lassen. Es gibt also die "Kadaverfresser", die hemmungslos alles Tierische essen, tot oder lebendig; dann die Pseudovegetarier der ersten Linie, die nur sich vegetarisch ernährende Tiere essen, aber auch Fische essen (Fische sind allerdings weniger oft selbst Vegetarier). Die größten im Meer lebenden Vegetarier wiederum sind keine Fische, sondern Meeressäuger, wobei Plankton möglicherweise wohl eher vegetarisch einzuordnen ist als Krill. Dann gibt es eben die reinen Vegetarier, die kein animalisches Fleisch essen, ob vom Land stammend oder aus dem Wasser, wohl aber den Tieren entwendetes Zubehör nutzen bzw. essen wie Eier, Milch, Käse usw. und beispielsweise Wolle und Leder tragen, dabei jedoch unterscheiden, ob die Tiere es mehr oder weniger freiwillig geben oder sich nehmen lassen, und dann noch Veganer, bei denen es auch unorthodoxe Richtungen gibt (Real-veganer, die zum Beispiel Wolle (manche sogar Leder) nutzen, sonst aber keine animalischen Nahrungsmittel verwenden). Und die orthodoxen bzw. Vollveganer, die überhaupt nichts Animalisches verwenden, nicht einmal Wolle, und bei denen angeblich auch kein animalischer Dünger aufs Feld kommen darf. Da ich jetzt möglicherweise ideologisch vermintes Gebiet betreten könnte, höre ich hier auf.

Nun, ich bin bei den Unterscheidungen irgendwie überfordert und manchen diesbezüglichen Glaubenskämpfen argumentativ nicht ganz gewachsen, kann auch den ideologischen, philosophischen und ethischen Grundsätzen nicht immer ganz folgen (vor allem wenn ich hungrig bin), halte mich daher auch besser aus Diskussionen darüber heraus. Ich folge da mehr meinem evolutionsbedingt biologisch-genetisch entwickeltem Stoffwechsel- und Verdauungssystem und esse unter Berücksichtigung gewisser ethischen Grundsätze alles, was mein Gewissen und meine Geschmacksnerven zulassen.

Wen ich jetzt nicht gelangweilt oder verprellt habe, dem sei empfohlen, am 29.08. ab 19:00 Uhr mit leerem Magen seine Schritte in die Calle Pérez de Brito No 15 (Calle Real, Nordseite v d Avda. El Puente) zu lenken. Voranmeldung auch noch am selben Tag bis mittags empfohlen, aber nicht Bedingung. Tel: +34 92243 00 43 oder +34 646 438 380.

Vielleicht begegnen wir uns

Uns wurde auch zugesichert, dass wir ab 19.00 Uhr bedient werden würden, obgleich der reguläre Restaurantbetrieb um 20:00 Uhr beginnt. Flexibilität gefällt mir gut!

Paco und Silvia planen übrigens, alle 14 Tage ein "Themen-Essen" zu veranstalten.






Freitag 28.08.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 44 % - Luftdruck 1016 hPa
Höchsttemperatur heute 24,9 Grad - niedrigste Temperatur 19,2 Grad

Raza Palmera
Das hohe Lied der autochthonen Endemie

Am morgigen Samstag geht es wieder rund in El Paso und man sollte sich Zeit dafür reservieren, es locken der Viehmarkt oberhalb El Pasos und dann am Abend in der Stadt die nostalgische Traumfabrik "Principios de Siglo XX". - Damit einher geht auch die Oldtimer-Autoschau und das sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Einen Viehmarkt, also eine "Feria de Ganado" gibt es jedes Jahr oberhalb El Pasos am "Cruz de Canales", allerdings findet dieses Jahr auch gleichzeitig die inselweite Leistungsschau der Rasserinderzüchter statt, welche unsere sonst stattfindende "Feria" nun ersetzt. - Das heißt, es kommen Züchter der endemischen Rasse "Raza palmera" aus allen Gemeinden der Insel nach El Paso, es kann also eng werden unter den großen Zelten dort oben bei den Eukalyptusbäumen. - Es kommen fast 60 Landwirte mit ihren Tieren, so dass man am Schluss bis zu 300 Rindviecher dort zählen und bestaunen kann. - Schlauerweise hatte man im Vorfeld bereits beschlossen, die sonst auch an der "Feria" in El Paso teilnehmenden Ziegen, Schafe und Hunde nicht einzuladen, es wäre einfach kein Platz mehr gewesen für weitere Tiere. - Das mag manchem Leid getan haben, aber man kann eben nicht immer alles haben und organisatorisch hätte man das wohl auch nicht auf die Reihe gebracht. - Fast 300 Rinder ankarren, alleine das ist schon eine gewaltige Leistung, auf vielen kleinen LKW, aber auch auf langen Sattelschleppern werden die Tiere angefahren, und schließlich von den Landwirten und Helfern auf ihre Stellplätze verteilt. - Was bringt nun die Landwirte dazu, solche Kosten und Mühen auf sich zu nehmen, bloß damit ihre Tiere einen Tag lang in El Paso von allen betrachtet zu werden? - Einmal gibt es einen Transportkostenzuschuss, der je nach Entfernung der Höfe bezahlt wird, und dann gibt es auch noch eine "Kopfprämie", also für jedes ausgestellte Tier bezahlt die Gemeinde den Landwirten eine Zuwendung. - Das ist es aber nicht alleine, denn diese Landwirte, welche sich darum bemühen, die heimische Rasse dieser Rinder weiterhin zu züchten, die sind auch extrem traditionsbewusst und zeigen gerne die Erfolge ihrer Zuchtarbeiten. - Dabei gelten die Kühe der "Raza palmera" als nicht gerade Hochleistungskühe bei der Milchleistung, und auch legen sie langsamer Gewicht zu, als andere moderne Rassen, so dass sich ein streng kalkulierender Landwirt schon fragen muss, warum züchtet man weiter solche Rassen, wenn es andere mit höheren Erträgen gibt. - Einmal ist es eben die Tradition, die man hier gerne und auch stolz verteidigt, auf der anderen Seite sind die Kühe und Bullen der "Raza palmera" deutlich genügsamer beim Futter und gelten auch als viel robuster und weniger krankheitsanfällig, als moderne Hochleistungsrinder aus der Retortenzucht. - Das muss jeder für sich abwägen, und vor 20 Jahren hat man auf der Insel schon geunkt, die "Raza palmera" würde aussterben, aber viele Landwirte sind dieser Rasse treu geblieben, oder halten sich ein paar Exemplare davon aus Lust und Laune an Traditionen. - Was auch noch beachtenswert ist, die Rinder der "Raza palmera" sind äußerst ruhig und friedfertig, für den Stierkampf würden diese Tiere auf keinen Fall taugen, aber eben für die Feldarbeit. - Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da zogen hier auf La Palma Maultiere oder eben diese Rinder den Pflug, und wurden vor den Karren gespannt wenn es schwere Lasten zu bewegen gab.

Woher die "Raza palmera" kommt, das weiß man heute inzwischen auch genau, galizische Bauern aus der Küstenregion der "Rias Gallegas" brachten Exemplare ihrer Arbeitsrinder mit nach La Palma, noch ziemlich am Anfang der spanischen Besetzung der Insel, und über ein paar Einkreuzungen entstand schließlich diese inzwischen auch offiziell anerkannte Rasse der "Raza palmera". - Hellbraun, manchmal sogar fast cremefarben kommen diese Rinder daher und die Kühe neigen immer ein bisschen dazu knochig auszusehen, auch wenn sie gut im Futter stehen. - Die Bullen sind runder und viel wuchtiger und fabelhafte Zugtiere, was man immer wieder gern bei den Wettbewerben im "Arrastre de Ganado" beweist, wo man den armen Viechern tonnenschwere Gewichte auf einen Schlitten lädt, und die dann im Bullengalopp eine bestimmte Wegstrecke damit bewältigen müssen. - Auch die Kühe müssen bei solchen Wettbewerben ran, aber da sind es nur ein paar hundert Kilo welche aufgelegt werden, die Königsklasse im "arrastre" sind ohne Frage die "fliegenden Bullen". - "Arrastre" gibt es morgen auch wieder, da kann man auch Preise gewinnen, und selbstverständlich Ruhm und Anerkennung von den anderen Landwirten, aber auch die Zuschauer erfreuen sich an die Spektakel, welches wohl bloß von den Tieren selbst nicht wirklich geliebt wird. - Ein paar Bauernburschen haben ihre Bullen inzwischen richtig trainiert für diese Vorstellungen, wenn die dann loslegen, dann muss der Landwirt selbst schlank, rank und gut trainiert sein, sonst überrennen ihn die eigenen Tiere trotz einer Tonne Gewicht an den Hacken.

Morgen, Samstag den 29.08. 2015 steht auf dem Programm der Bajada de la Virgen del Pino in El Paso:

09:30 Uhr, Fahrradtour mit "La Palma Outdoor"
Vom "Chorro de las Canales" über Llano de las Cuevas, Riachuela und Valencia und zurück

19:00 Uhr, Frauenfußballturnier
Fußballplatz

10:00 Uhr, Feria de Ganado Leistungsschau der Rinderzüchter der Insel
Recinto Ferial Ganadero, beim Infocenter des Nationalparks aus El Paso kommend links rein, dann nächste Straße wieder links am besten dort bereits an der Kreuzung parken.

18:00 Uhr, Tennisturnier und Finale Padel-Turnier
Tennisplatz Todoque

19:00 Uhr, Gran Fiesta de Principios de Siglo XX
Stadtzentrum El Paso

Das gesamte Programm auf Spanisch als PDF



Der alte Mann und die Kuh, Rindermarkt in El Paso auf La Palma


Arrastre Bullenschlitten bei einem Wettbewerb in El Paso auf La Palma





Freitag 28.08.2015 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1017 hPa

Fulanito de tal dice hoy: A la mujer barbuda, de lejos se la saluda

Die bärtige Frau grüßt man nur von Weitem. - Alles, was nicht der Norm oder dem Alltag entsprechend scheint, das möchte man nicht zu nah an sich heran lassen. -






Bild von Richard Wurdel





Donnerstag 27.08.2015 16:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 49 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 24,0 Grad - niedrigste Temperatur 19,5 Grad

Tapatour mit Fragezeichen
Ruta del Gallo soll Leute auf die Insel locken

Eine Tapa und ein Bier zwei Euro und fünfzig Cent, das ist ein Angebot, welches man eigentlich nicht ablehnen kann und sollte. - Sowieso, wenn sich die Wirte so viel Mühe geben damit und extra Häppchen zaubern, die es dann leider nach der Ruta del Gallo nicht mehr gibt.- Manchmal fragt man sich dann auch, ihr könnt doch super kochen und fantasievoll obendrein, warum gibt es dann später wieder nur noch Cordon Bleu und Pasta Carbonara? - Seit zehn Jahren nun findet sommerlich diese gastronomische Tour durch das Aridanetal statt und nicht das erste Mal hinterfragen einige auch, ob man denn noch auf dem richtigen Weg ist mit dieser Aktion. - Die Wirte lieben das auch nicht unbedingt besonders, denn es kann durchaus zu Überschneidungen kommen, zwischen "Gallo-Publikum" und den "wertvolleren Gästen" die nicht das Sonderangebot aufgreifen, sondern sich an die Karte halten und dann deutlich mehr als 2,50 Euro pro Person konsumieren. - Daher gibt es in vielen teilnehmenden Restaurants oder Kneipen auch nur zu bestimmten Uhrzeiten dieses Angebot, und in vielen Etablissements auch nur in bestimmten Bereichen. - Das sind natürlich meist die "Katzentische" und dann fühlt man sich halt nicht überall besonders willkommen. - Klar, man kann das überall nachlesen, welche Kneipen zu welcher Uhrzeit denn die Tapas überhaupt anbietet, aber es ist kontragemütlich, wenn man von einer Kneipe zur nächsten ziehen will, sicher immer an die vorgegebenen Uhrzeiten halten zu müssen. - Ganz besonders positiv allerdings ist auch in diesem Jahr wieder das Köchetreffen in Puerto Naos ausgefallen, welches auch im Rahmen zur Ruta del Gallo stattfindet, aber nur eben so viel damit zu tun hat, dass an diesem Tag Köche aller Kanareninseln auf der Promenade in Puerto Naos ihr besonderes Können zeigen und ihre Lieblingstapas produzieren und auch dem interessierten Publikum zum Kosten darbieten. - Eine ganz runde Veranstaltung war das erneut, auch reichlich Presse und sogar das Fernsehen waren auch dabei, das lockt und zieht eben die Leute gewaltig an, Kochen ist, auch nach der Hundertsiebenundsiebzigsten Fernsehshow mit Küchenhintergrund immer noch Trend. - Aber man muss den Veranstaltern, und hier halt allem voran der Handelskammer Tenerife zu dem Ereignis gratulieren, deutlich gelungen.

Licht bringt immer auch Schatten und so unverständlich es klingen mag, aber die haben doch tatsächlich Abordnungen auf die anderen Kanareninseln geschickt, immer mit einem als Hahn verkleideten Maskottchen, Gott sei Dank dermaßen verkleidet, bis zu Unkenntlichkeit der darin steckenden Person, um Menschen auf den anderen Inseln davon zu überzeugen, sie sollen doch auch nach La Palma kommen. - Da gäbe es in bestimmten Kneipen in einer bestimmten Region zu bestimmten Uhrzeiten und an bestimmten Tischen eine Tapa und ein Bier für zwofuffzich. - Selbst bis nach El Hierro sind die gefahren, wobei der durchschnittliche Personentransfer von El Hierro nach La Palma vielleicht 10 Personen in der Woche beträgt, aber irgendjemand hatte sich das in den Kopf gesetzt und glaubt vielleicht sogar noch selbst daran, dass manche Leute ihren Urlaubsplan ändern, nicht nach Gran Canaria oder Fuerteventura fahren, sondern nach La Palma, weil dort im Aridanetal der Hahn kräht mit ein bisschen Happy Hour. - Aber das liegt uns im Blut, ich darf nur daran erinnern, wir hatten mal eine Tourismusrätin der Kanaren, welche einhundert junge Leute als Botschafter nach Island schickte, eine ganze Woche lang, um dort für die Kanaren zu werben. - Es war schon ein bisschen unglücklich, weil seinerzeit Island gerade Pleite war, aber darüber hinaus gab es auch gar keine Flugverbindung von dort auf die Kanaren, vielleicht wäre ein Entsenden von einhundert Urlaubsbotschaftern nach Nordkorea dann doch zukunftsträchtiger gewesen. - Werbung ist eine schwierige Kiste und ganz selten nur kann man direkt den Erfolg oder auch Misserfolg solcher Touren ergründen, also sollte man für alle Ideen zunächst offen sein. - Aber die Idee, auf den anderen Insel für die Ruta del Gallo zu werben, wo man doch schon hier auf der Insel kaum einen Ossi (Bewohner der Ostseite der Insel) wegen einer, einigermaßen billigen Tapa in den Westen bekommt, das ist schon die hohe Schule der abstrakten Werbekunst. - Ich kann nur hoffen, dass die Leute Spaß daran gehabt haben, so wie die hundert Jugendlichen, die man nach Island geschickt hat sicher auch.

Morgen, Freitag den 28.08. 2015 steht auf dem Programm der Bajada de la Virgen del Pino in El Paso:

18:00 Uhr, Vortrag, spezielles Training für "Ultra-Trails"
Mit Fabián Rivera, Sportwissenschaftler
Polideportivo Municipal, (Basketballhalle hinter dem Fußballplatz)

19:00 Uhr, Frauenfußballturnier
Fußballplatz

20:00 Uhr, Musikgala mit Preisverleihung an die "Asociación Cultural Tagoror"
Casa de la Cultura

20:30 Uhr, Jugendfußballturnier, Finale
Fußballplatz

Das gesamte Programm auf Spanisch als PDF





Ich liebe es immer wieder, wenn Google glaubt, Deutsch zu können...





Donnerstag 27.08.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 54 % - Luftdruck 1018 hPa

Gastbeitrag von Rose Marie Dähncke
Zu mir kommt er donnerstags


Ja, zu mir kommt er immer donnerstags, die weiteren fünf Wochentage verbringt er bei anderen Freundinnen. Er heißt Erich, und wenn ich gewusst hätte, dass er mit Nachnamen Raffelhöschen heißt, dann hätte ich mich wohl gar nicht erst mit ihm eingelassen. Raffelhöschen. Was für ein Name! Auch irgendwie feminin, denn es wäre wohl vorstellbar, wie man ein Damenhöschen runterraffelt, aber kaum, wie eine Herrenhose hochgeraffelt wird. Na, wie dem auch sei, ich sage ja Erich zu ihm und kann den Rest vergessen. Und seine Füße muss ich auch nicht ansehen, da sie zum Glück unter dem Tisch versteckt sind. Sie sind ein bisschen eklig, nackt in den unansehnlichen Riemchensandalen, dazu staubig und schmuddelig vom Anmarsch. Hingegen sein enormes Mitteilungsbedürfnis sehe ich nicht als Nachteil an, denn durch ihn habe ich nun nicht nur einen netten Bekanntenkreis, sondern ich weiß ständig, wie es den anderen geht, und was sie so machen. Dass er sein übersteigertes Redebedürfnis auf so viele verteilen muss hat seine Logik, einer alleine würde das gar nicht ertragen. Und so ergibt sich eine wohl abgerundete Situation, er kann reden, und wir hören einmal die Woche zu und erfahren was Neues. Persönlich habe ich noch keine der anderen Damen kennengelernt, und das wird vermutlich auch so bleiben, denn sie sind schon ziemlich häuslich, möchte ich mal sagen, alle sind wir nämlich recht alt, recht recht alt.

Also donnerstags so am späten Vormittag trudelt er regelmäßig ein. Dann setzen wir uns in die Küche, und ich beginne mit der Vorbereitung für das Mittagessen. Bei mir möchte er immer Kartoffelpuffer haben, die machen ihm seine anderen Damen nicht, weil sie mit der Hand reiben müssten. Ich hingegen habe eine tolle Küchenmaschine und keine Probleme mit der Herstellung. Er isst sie am liebsten mit Zucker oder auch mal mit Apfelmus. Weil mal ein paar Pilze vom Vortag weg mussten, mischte ich diese in den Teig, und er hat es gar nicht gemerkt. Von da an gab ich auch mal restliche weiße Bohnen oder Kichererbsen dazu, ohne dass das beanstandet wurde. Es entwickelte sich eine richtig nette Resteverwertung. Nur als ich mal einen etwas überständigen Matjeshering einmogelte, sagte er 'heute schmecken sie etwas different, es würden wohl statt Zucker besser Tomatenketchup oder süßer Senf passen'. Na gut, ich legte auch noch die Tube mit scharfem Meerrettich dazu, wenn schon, denn schon.

Und zwischendurch wurde ich mit allen Neuigkeiten versorgt. "Weißt Du, die Maria kann man ja kaum noch ertragen mit ihrer furchtbar gewöhnlichen Lache. So was von ordinär. Na ja, sie war mal Kneipenwirtin, wie kann es da anders sein. Da musste sie wohl mehr lachen als gewöhnliche Leute, um die Kunden an der Theke bei Laune zu halten. Und lauter, um alle übertönen zu können. Ich sage schon kaum noch was, das ein Lachen bewirken könnte, aber sie lacht auch einfach ohne Grund. Furchtbar.

Aber da sie recht gut kochen kann, muss ich das eben in Kauf nehmen. Gestern gab es etwas Tiefgefrorenes, sie sagte, es sei etwas ganz Besonderes, japanischer Kugelfisch, aber da hatte sie sich geirrt, in Wirklichkeit waren es Hühnerkeulchen. Ich merkte es gleich. Sie schmeckten nicht schlecht, aber die vielen Gräten! Immer die Angst, dass man sich daran verschluckt. Ich finde, wenn man es geschafft hat, bei den Schweinen die Speckschicht weg zu klonen, damit sie mehr mageres Fleisch haben, dann könnte man ja bei den Hühnerkeulchen auch mal die Gräten wegklonen. Was sollen die da drin. Aber sonst ist der Tag ganz gut gelaufen".

"Na prima. Und Helga?"

"Helga? Die ist immer so lieb und empfängt mich mit Küsschen, aber weißt Du, ich glaube, die hat schon manchmal nicht mehr alle Tassen im Schrank. Habe ich mich erschrocken, als sie die Tür aufmacht und dasteht mit leuchtend orange gefärbten Haaren, die stumpf und zipfelig um ihren Kopf standen. Sie drehte und wendete das Gebilde und lächelte kokett: 'ist das nicht süß? Da habe ich beim Aufräumen doch die Ostereierfarben gefunden von früher, als die Kinder noch klein waren, und das ist eine tolle Farbe. Die ist dauerhaft und nicht wieder rauszukriegen, ich habe es versucht. Viel besser als die teuren Haarfärbemittel, die bald nachlassen und ausbleichen. Ich habe auch noch grün und blau, die kommen als nächste dran, weil, das sind ganz aktuelle Farben. Habe ich in der Illustrierten gesehen'. Ich meine, die sollten in den Zeitungen doch wenigstens dazuschreiben, dass auch die Mode ihre Altersgrenzen hat".

Das war auch meine Meinung. "Aber wirklich, da hast Du recht. Aber sie konnte ja noch nie etwas wegwerfen, wie Du mir mal erzählt hast. Na lass sie, wenn sie damit glücklich ist. Und Gerda?"

"Geh mir ab mit Gerda. War das peinlich. Die Schuld hatte der scheußliche Hund, dieser Riesenschnauzer. Wegen dem bleibt sogar ihr Ehemann in Deutschland und kommt nicht wieder. Schmuddelig und ungepflegt liegt der blöde Köter da auf dem alten Sessel rum wie ein richtiges Familienmitglied, und den ganzen Tag erzählt sie nur, was der Hund alles getan hat, und wie lieb er ihr ist. Dabei guckt er nur immer stur, und man fühlt sich ständig beobachtet. Als wir bei der Suppe waren, roch es mit einmal schlecht, und ich sagte: 'der Hund hat gepupst, es riecht schlecht', und da begann ein richtiges Streitgespräch, denn sie konterte: 'der hat nicht gepupst'. 'Aber ich habe doch so was gehört'. 'Dann hat er eben gepupst, aber das riecht nicht'. 'Aber es riecht doch ziemlich schlecht'. 'Aber nicht von dem Hund'. Da war ich dann erst mal still. Tatsächlich roch es anhaltend nach Gefürzeltem bei mir herum, und ich überlegte schon, ob ich was Falsches in mein Frühstücksmüsli getan hatte. Einmal hatte ich schon die kleinen Spielzeugfiguren drin, die es für die Kinder dazugibt. Es kam dann keine gute Stimmung mehr auf. Mal sehen, ob ich das noch lange aushalte, obwohl, sie plättet mir ja immer mein Sonntagshemd. Vielleicht sollte ich aber diesen Dienstag doch freimachen für eine gewisse Gudrun, die ich kürzlich im Supermarkt kennengelernt habe. Die stand vor mir in der Schlange bei der Kasse. Sie guckte auf meinen spärlichen Einkauf und fragte: 'leben Sie allein?', und ich sagte 'ja'. Dann hatte ich sofort Gewissensbisse. Konnte man sagen, dass man allein lebt, wenn man sechs feste Freundinnen hatte? Vielleicht hätte ich sagen müssen 'ich bin alleinstehend', denn nach dem Gesetz ist man ja wohl alleinstehend, wenn man nicht verheiratet ist. Und das bin ich ja nicht. Na, egal, als sie abgefertigt war, guckte sie sich nochmal um und sagte: 'wir sehen uns hier sicher mal wieder, ich heiße Gudrun'. Gudrun. Hübscher Name Gudrun. Sie war auch noch etwas jünger. Und wenn sie einen Hund hatte, dann war der bestimmt klein, süß und sauber, und pupste auch nicht. Ich muss sie mal fragen, ob sie gut bügeln kann, wegen dem Sonntagshemd."

Auch ich war begeistert von der Aussicht auf eine neue Freundin. "Da bin ich ja gespannt, wie sich das entwickelt. Wäre doch schön, wenn man mal wieder eine Neue kennenlernt. Man sollte bis ins hohe Alter immer das Interesse an den Mitmenschen wachhalten und sich an was Neues wagen, das hält den Geist munter. Frage sie dann gleich nach dem Verlauf ihres Lebens usw., man möchte doch wissen, mit wem man es zu tun hat. Und Gisela?"

"So nett, wie sie auch ist, war es doch nicht die reine Freude. Sie wird schon etwas vergesslich. Das Essen kriegt sie noch ganz gut hin, es gibt immer etwas feines Zusammengekochtes mit einem Schuss Rotwein dran. Den französischen Namen dafür hat sie wohl einem Reiseprospekt entnommen, denn mit Essen hat der nichts zu tun. Aber sie wollte schon immer etwas Besseres sein, und da musste das Essen auch einen französischen Namen haben. Als ich dann mal zur Toilette musste, war ich doch sehr überrascht. Der Klodeckel war total nass. Das fand ich recht unangenehm und auch unpassend und tröpfelte dann absichtlich etwas daneben. Als ich ihr sagte, dass der Klodeckel nass war, sagte sie: 'ach, das ist weiter nichts, ich habe nur vergessen, den Deckel aufzumachen und mich draufgesetzt, als ich mal pinkeln musste. Meine Hosen waren auch nass'. Was sagst Du dazu?"

Was sollte ich dazu sagen? Die Wahrheit. "Wir sind eben alle nicht mehr die Jüngsten, und man muss schon viel Geduld mit uns haben".

"Ja, und dann sagte sie noch: 'Du könntest doch auch noch sonnabends kommen, zweimal die Woche wäre doch auch ganz nett'. Aber da habe ich gleich abgesagt. Nein, nein, sonnabends bin ich bei Renate, und das möchte ich mir nicht entgehen lassen. Die ist die Einzige, die noch ein Auto hat und mich damit ein bisschen herumfährt. Das möchte ich wirklich nicht missen. Sie ist auch die Einzige, die noch Sport treibt. Sie hat die alte Angel von ihrem verstorbenen Mann gefunden, ist damit ans Meer gefahren und hat die Schnur ins Wasser gehalten. Ich war natürlich neugierig, ob etwas angebissen hatte, vielleicht gab es dann mal Fisch. Aber sie sagte: 'nein, hat keiner angebissen'. 'Hattest Du denn einen guten Köder dran?' 'Nein, ich hatte keinen Köder dran, ist da nicht nötig'. 'Ach, wie denn das?' 'Na, ich habe doch die Angler neben mir beobachtet, die hatten alle Köder dran, und kein Fisch hat angebissen. Da brauchte ich doch erst gar keinen dranzumachen'. Ja, die ist eben richtig intelligent. Sie fand das Angeln sehr schön und wird es bald wieder einmal machen".

"Aber Du hättest doch für die Gisela noch den Sonntag frei, wenn sie durchaus will".

"Um Gottes Willen! Lass mir meinen Sonntag! Den brauche ich so dringend zur Erholung von der anstrengenden Woche. Das kommt doch einer ausgesprochenen Schwerarbeit gleich, ständig auf Achse, bei jeder Freundin verständnisvoll teilnehmend am Verlauf ihrer Tage, und jeder von all den anderen berichtend, damit der Kontakt immer frisch und aktuell bleibt. Das kostet vielleicht Konzentration. Dazu muss ich allerdings erwähnen, dass ich möglicherweise mal die Erlebnisse und Personen verwechsle, denn mein Gedächtnis ist wohl doch schon etwas überfordert mit all den Begebenheiten. Betonen möchte ich, dass ich Euch alle sehr lieb habe, auch mit kleineren oder größeren Schrullen, und bei Dir bin ich immer besonders gerne, denn Du bist eine gute Zuhörerin, und das brauche ich einfach persönlich bei meinem großen Mitteilungsbedürfnis, da bist Du einfach die Beste, Inge".

Inge? Wieso Inge? Ich heiße doch ganz anders. Doch nicht Inge. Da musste ich ihm wohl glauben, dass er die Personen mal verwechselte. Aber Inge? War doch gar keiner aus unserer Gruppe. Vielleicht holte ihn die Vergangenheit manchmal ein. Schade, ich wäre nun auch gespannt, was er den anderen über mich so erzählt. Möglicherweise etwas ganz Falsches. Na, macht ja nichts, die Hauptsache ist doch, wir haben alle unsere Unterhaltung, und sei es mit dem Schicksal der anderen, selbst wenn es nicht ganz stimmt. Wir ließen uns durch ihn auch immer alle grüßen und unsere gute Freundschaft beteuern. Wir sind eben ein netter Kreis.

"Ja, nun muss ich los, der Bus wartet nicht. Danke für alles und bis zum nächsten Freitag!"

Ich denke, mich trifft der Schlag. Was soll das denn nun? Wieso Freitag? Ist er nun etwas mehr verrückt, als ich dachte, oder bin ich total durcheinander? Das darf doch nicht wahr sein! Freitag! Hieß ich vielleicht doch Inge? Und heute war gar nicht Donnerstag?!






Mittwoch 26.08.2015 16:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 25 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 43 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 25,4 Grad - niedrigste Temperatur 19,4 Grad

Und die Drachen fliegen doch
Aber wo sind die Ravioli?

Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da fingen die Planungen des Familiensommerurlaubes bereits im Mai an. - Als etwa ab Mitte des Wonnemonats musste ich mir anhören, was man alles machen will im Urlaub und wo man überall hingehen muss und Sommerurlaub und Drachenflugtag bedeuten ja für mich, alle fliegen weg, und ich bleibe hier. - Heute ist auch wieder Drachenflugtag, aber light und spontan, ich musste mir ab Mai dieses Jahres auch nicht anhören, was man alles machen wolle und wo man überall hingehen könnte, sondern nur den Konjunktiv davon. - Light bedeutet, dass eine Tochter bei mir bleibt, ob aus Mitleid, Überzeugung oder einfach aus freiem Willen, das Thema will ich lieber gar nicht berühren, an manchen Tagen ist mir selbst der Spiegel im Bad bereit zu wahrhaftig, also lassen wir das. - Ein paar Tage Barcelona und Hamburg, ich habe es in meinem Leben nur ein einziges Mal geschafft, meine Frau in eine ländliche Region zu schleppen, das allerdings nachhaltig mit El Paso. - Ansonsten lieben die Städtetouren, und den Norden, und Barcelona ist von uns aus gesehen bereits hoher Norden, also bitte keinen Geographieunterricht hier mit mir. - Barcelona ist ja auch schick geworden, spätestens seit den Olympischen Spielen, ich kenne es nur aus der Zeit davor, und kann wohl keine aktuellen Tipps dazu mehr verfassen. - Auch gibt es den riesigen Vorteil, dass man direkt aus La Palma dort hinfliegen kann, die Fluggesellschaft mit dem lustigen Namen "Vueling" bedient diese Strecke, und das wohl mit beachtenswertem Erfolg. - Und in der Schlange standen auch reichlich Familien, welche wohl zurück aufs Festland wollten aber auch Leute von hier, die nicht unbedingt nach Barcelona wollten, aber von dort besser in ihr echtes Ziel als über Tenerife oder Madrid. - So hat sich Barcelona für uns und unsere Besucher schon so ein bisschen zu einer alternativen Drehscheibe entwickelt und sicher auch dazu beigetragen, dass wir diesen Sommer sehr gute Zahlen im Tourismus vermelden können. - Warum man erst jetzt fliegt, ganz knapp am Ferienende und so spontan, das hat viele Gründe, und hat wohl auch mit der sommerliche Gesamtunplanung zu tun, die wir uns hier auferlegt haben. - Andauernd Besuch, Schlimmeres und Familie obendrein, nur mit Mühe und Geschick hat man sich eben diese anderthalb Wochen noch zusammengeklebt, um daraus noch den traditionellen Drachenflugtag zu basteln. -

Die andere Tochter, also diejenige, welche mit mir hier bleibt, die hat auch versprochen sich wunderbar mit einzubringen, also ab und zu wird sie auch Mahlzeiten mit mir zusammen einnehmen, könnte auch heißen, dass sie mit mir frühstückt, wenn ich bereits zu Abend esse. Allerdings hat sie mich gebeten, doch die kommenden Tage nicht so laut mit den Katzen zu sprechen und dabei ist mir aufgefallen, dass ich das wirklich mache. - Nein, keine Selbstgespräche, so weit ist es noch nicht, aber ich würde wohl unseren Katzen Lebenstipps und Anweisungen geben, und das derart laut, und das eben vor ihrer Schlafzimmertür, dass sie mittags bereits davon geweckt würde. - Ich lasse das mal sacken und werde das mit Paul besprechen, der kann so gut zuhören, und widerspricht mir selten. - Angst macht mir allerdings wieder die Beobachtung, dass beide Frauen riesige Koffer mitgenommen haben, die aber fast komplett leer waren… - Der Flieger war pünktlich und ich muss mich die kommenden Tage konzentrieren, um ja alles richtig zu machen, die lauern ja nur darauf mir zu beweisen, wie wenig selbstständig ich geworden bin. - Na ja, was erwartet man denn auch von mir, drei Frauen und sieben Katzen bestimmen mein Umfeld und dann soll ich auch noch eigene Initiative entwickeln? - Das wird schon klappen, hat es immer, und zur Not kaufe ich mir halt neue Hemden und Hosen, falls die Waschmaschine sich doch zu kompliziert beweist und der Einkaufszettel liegt vom letzten Jahr auch noch im Auto und ist polianual anwendbar. - Bier, Katzenfutter, Ravioli, nur stilecht, kalt aus der Dose zu essen, nur die Zigaretten sind seit vier Jahren bereits durchgestrichen, es hat sich also doch was getan.

Morgen, Donnerstag den 27.08. 2015 steht auf dem Programm der Bajada de la Virgen del Pino in El Paso:

18:00 Uhr, Numismatische Ausstellung, Münzen und Scheine, 1936 - 2001
Casa de la Cultura

19:30 Uhr, Tanzkurs Kizomba
Recinto Ferial, neben der Guardia Civil, gegenüber des Mercadillo

20:30 Uhr, Musikgala der Caritas
Casa de la Cultura

22:00 Uhr, Konzert von "Vrandán"
Gegenüber dem Rathaus

Das gesamte Programm auf Spanisch als PDF







Mittwoch 26.08.2015 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 45 % - Luftdruck 1018 hPa

Fulanito de tal dice hoy: A la muerte, ni temerla, ni buscarla, hay que esperarla

Den Tod soll man nicht fürchten und auch nicht suchen, man muss darauf warten. - Vielleicht sitzen deshalb so viele alte Männer auf den Bänken. - Und hat sich niemals jemand gefragt, warum dort keine Frauen sitzen?






Bild von Richard Wurdel





Dienstag 25.08.2015 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 25 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 48 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 25,1 Grad - niedrigste Temperatur 20,0 Grad

Immer nur die Hütten, niemals die Paläste
Küstenbehörde fordert Abriss der Kioske in El Remo

Gerüchte züngelten schon eine Weile durchs Volk, nun bringt der immer hervorragend informierte Maikel Chacón in seiner Online-Zeitung "eltime.es" einen Artikel mit dem Titel, Costas ordnet den Abriss der Kioske in El Remo an. "Costas" nennt man hier kurz und harmlos die "Demarcación de Costas" provinzielle Außenstelle des "Ministerio de Agricultura, Alimentación y Medio Ambiente" also des Landwirtschaftsministeriums. - "Costas" hat keinen guten Ruf bei uns auf der Insel, tritt man doch seit vielen Jahren als Abrissagentur auf, die ganzen wilden, aber gewachsenen Siedlungen an den Küsten der Kanaren sollten weg, da sie gegen den Grundsatz verstoßen, die Küsten sollen vor Bebauung gerettet werden und der Zugang immer und überall möglich sein. - Vor so viel hehrer Gesinnung möchte man eigentlich den Hut ziehen, nur fragt man sich bei näherer Betrachtung unserer Küsten, für wen gilt das eigentlich? - Die ganz großen Abrissaktionen laufen im Moment auch nicht mehr, zu viel Gegenwind hat es gegeben und viel zu viel schlechte Presse, und wer besonders pfiffige Anwälte einschalten konnte, der durfte oft sein Haus an der Küste auch behalten, hat meist allerdings nur noch einen Nutzungsanspruch über eine bestimmte Anzahl von Jahren hin, die aber locker eine Generation überschreiten können. - El Remo war da auch immer im Gespräch, allerdings hat man das meiste des Ortes in einem Handstreich gerettet, in dem man die Zone einfach als "urban" auswies und man gerade im Moment dazu auch einen Sondernutzungsplan erstellt hat, den "Plan Especial del Paisaje Protegido de El Remo". - Allerdings rettet das nicht alle Gebäude, wer zu nah an der Küste wohnt muss dennoch weg, aber die Anzahl der Häuser welche verschwinden sollen ist gering. - Wenn eben der Raum städtisch ist, dann gelten andere Mindestabstände zur Küste als in ländlichen Zonen, ansonsten müsste man komplette Städte in unserem Land abreißen, und das kann doch nicht wirklich jemand wollen. - Allerdings stehen in El Remo immer noch ein paar Häuser, oder sagen wir der Überschrift entsprechend Hütten ganz nah am Wasser und innerhalb der letzten Jahrzehnte, seit dem man über die drohenden Abrisse an der Küste spricht, haben wir uns immer gewundert, wie denn dort in El Remo sogar Gewerbetriebe so nah an der Küste geführt werden können, dass bei Hochwasser die Brandung bis zu den Tischen hin spritzt. - Wir meinen natürlich die drei Kioske dort am Meer, von denen mindestens zwei bereits seit über 30 Jahren dort Gäste bewirtschaften, bei dem dritten weiß ich nicht wirklich, wie lange der schon betrieben werden. - Ich für meine Wenigkeit muss gestehen, dass ich niemals wirklich begeistert war und bin von der, inzwischen nicht mehr ganz so wilden Siedlung El Remo, und ich auch Einladungen dorthin in die Kioske nicht gerne angenommen habe, ich bin halt eher Almödi und ziehe die Umgebung der Berge denen des Meeres vor.

Aber so denken nur wenige und für ganz viele sind diese Kioske dort am Meer der absolute Lieblingsplatz und einige unserer Gäste freuen sich gleich am Ankunftstag darauf, abends dort in El Remo am Meer zu sitzen und sich ein kleines bisschen Unangepasstheit zu gönnen. Manchmal muss es eben ein bisschen Remo sein… El Remo passt eben wirklich zu La Palma, ungeschliffen, kaum rechte Winkel, gespickt mit ein Stückchen Anarchie, begleitet von gebratenem Fisch mit Mojo und einem derben Krug kalten Bieres. - So sitzt es sich vortrefflich und ich übertreibe sicherlich nicht, wenn ich El Remo, und damit eben auch diese Kioske, für die Insel La Palma als touristische Attraktivität ersten Ranges einordne. Gerade auch weil es keine Tischdecken und keine sich vornehm räuspernde Gästeschaft gibt, sondern man fröhlich und durchaus robust zu genießen weiß. - Die Diskussion um legal oder nicht, die will ich gar nicht betreiben, steht mir auch nicht zu. - Allerdings gebe ich zu bedenken, dass die meisten Gesetze um Grund und Boden und gewerblichen Wettbewerb immer nur dazu dienten und dienen, gewissen Gruppen Schutz und Halt vor anderen zu bieten, und man sich auf diese Art und Weise lästige Konkurrenz vom Hals halten möchte. - Das ist oft purer Lobbyismus, und wenn wir auf andere Inseln blicken, dann erleben wir das sogar noch viel häufiger, dass sogar riesige Hotelkomplexe dort stehen, wo eigentlich nichts stehen darf, Privatleute aber, welche ihr Apartment teilweise an Feriengäste vermieten, vom Gesetzgeber her als Illegale gebrandmarkt werden. - Manchmal fuchteln Interessengruppen mit Gesetzen herum die wie Berufsverbote wirken können, und dabei macht sich dann gewisse politische Dienerschaft zum Büttel der Lobbyisten. - Kommt Ihnen bekannt vor? - Aber auch hier auf der Insel gibt es jede Menge von Gebäuden, welche ganz klar, zum Teil sogar unter Urteil des obersten spanischen Gerichtshofes eigentlich der Abrissbirne als Ziel dienen müssten, sich aber niemand finden will, welcher das Urteil vollstreckt und sogar noch unter den Augen aller dort Geschäfte betrieben werden. - Man kommt nicht umhin, das Küstengesetz als Handwerkszeug einer gewissen Lobby zu betrachten, da geht es weniger um den Schutz der Küste, als um den Schutz gewisser Cliquen, und das weiß jeder. - Mit dem Abriss dieser Kioske aber würde man ganz viel Schaden anrichten, und zwar im touristischen Sektor, und La Palma würde erneut ein Alleinstellungsmerkmal verlieren, ganz abgesehen davon, dass von diesen Restaurants mehrere Familien seit Generationen leben. Zur Frage muss man stellen, ob denn auch der Besuch von Kontrolleuren der Lebensmittelüberwachung vor ein paar Wochen bereits damit zu tun hatte, oder ob das lediglich ein Zufall war. - Auch stellt sich die Frage, warum denn gerade jetzt, und nicht, als die Hütten dort entstanden sind? - Die sind nicht gestern "illegal" geworden und ganz weit weg von juristischer Kompetenz, kann ich mir durchaus vorstellen, dass man solche Betriebe nicht einfach schließen kann, nur weil irgendjemand plötzlich entdeckt, dass die dort seit Jahrzehnten bereits gearbeitet haben. - Besser wäre natürlich, man fände einen anderen Weg, den ich immer gerne als palmerischen Königsweg bezeichnen möchte und ich unendlich viele Fälle kenne, in denen so verfahren wurde, denn es genügt doch nicht einfach, dem Gesetz zu dienen, wenn das Gesetz mehr Schaden anrichtet, als es dient. - Gegenfrage kann lauten, wenn das aber alle so machen würden? - Aber hier ist die Antwort ganz einfach, es machen doch gar nicht alle so und die allererste Aufgabe jeglicher Behörde, also der Dienststellen der Volksvertretung muss doch sein, dem Volk in die Legalität zu verhelfen, und nicht einfach zu verbieten.

Morgen, Mittwoch den 26.08. 2015 steht auf dem Programm der Bajada de la Virgen del Pino in El Paso:

10:30 Uhr, Hüpfburgen und Wasserspiele für Kinder
Plaza Francisca de Gazmira

20:00 Uhr, Konzert, XIX Musiktreffen "Ciudad de El Paso"
Oscar Martín, Trompete - Ricardo Rodríguez, Horn - Fernando Felipe, Piano
Casa de la Cultura

20:00 Uhr, Fußballturnier für Jugendliche, 2. Halbfinale Mensajero / Los Llanos
Fußballstadion

22:00 Uhr, Musikspektakel, Bolero und anders
mit Los del Valle, Chano, Inés Suárez, Carlos Calero, Pino Rodríguez und Lucy Pérez
Gegenüber dem Rathaus

Das gesamte Programm auf Spanisch als PDF








Das soll dann nicht mehr sein? - Wem nützt das?
Bilder von Richard Wurdel





Dienstag 25.08.2015 07:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 56 % - Luftdruck 1019 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Al amigo y al pariente, un real más de lo corriente

Dem Freund und dem Verwandten, eine Mark mehr als normal. - Dem Reim ist es wohl zu schulden, dass der Freund zuerst kommt. - Natürlich wird man immer Familie und Freunde bevorzugen, wer sich darüber wundert, der hat weder das eine, noch das andere.






Bild von Richard Wurdel





Montag 24.08.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 47 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 26,1 Grad - niedrigste Temperatur 20,1 Grad

Bei uns kommt der Asphalt aus der Steckdose
Augen zu und durchgeteert

Mal so ganz unter uns, nie zuvor haben wir so viele Straßenkilometer asphaltiert, seit dem wir keine komplett legale Anlage für die Asphaltherstellung mehr haben. - Oder fragen wir noch fordernder: Hatten wir jemals eine legale? - Das mag sich zunächst ein bisschen flapsig anhören, aber es gab auch einen großen Stau an Investitionen in Sachen Straßenrenovierungen, so dass dem alten, jetzt halberneuerten Cabildo Insular gar nichts anderes übrig geblieben ist, viele ungepflegte Straßenabschnitte mit einer neuen Teerdecke wieder besser befahrbar zu machen. - Man hatte eh das Gefühl, die machen mit weniger Geld mehr, als die früheren Inselregierungen, und der ganz neue Rat für Infrastrukturen in der Inselregierung ist auch der alte, nämlich Jorge Gonzáles (PSC/PSOE). - Dabei ist die Diskussion über die Asphaltwerke der Insel noch gar nicht fertig, nur in Fuencaliente arbeitet noch das der Firma Lopesan, Asfalto y Construcciones, S.A., und glaubt man Neidern und Gegnern dieser Anlage, dann ist die auch alles andere als legal. - Im letzten Jahr hatte man die auch bereits kurzzeitig geschlossen, allerdings minimiert die Firmenleitung die Probleme auf die bürokratische Ebene, und dass man inzwischen alle notwendigen Papiere eingereicht hätte. - Uns fehlt da die Übersicht, auch fehlt der robuste Kläger, so scheint es dann doch machbar zu sein, diese Anlage auf dem kleinen Dienstweg zu legalisieren, auf jeden Fall hat man keine weiteren Unternehmungen in Sachen "auch die muss weg" unternommen. - Wäre auch fatal für die Insel, denn dann stünde man komplett ohne Asphaltwerk da, aber ob das alles so einfach ist mit der Anlage in Fuencaliente, falls da mal ein kompetenter Kläger auftritt und ähnlich stringent gegen das Werk vorgeht, wie das die Bürgerplattform im Industriegebiet von Los Llanos gemacht hat, dann sollte sich da niemand sicher sein. - Allerdings ist natürlich die nachträgliche Aktualisierung der bürokratischen Auflagen ein anderes Kaliber, als eine komplette Neugenehmigung, und vielleicht liegen da auch die Möglichkeiten für die Anlage.

Im Gemeinderat allerdings hat nun eine Gruppierung mit daran gearbeitet, dass Gregorio Alonso von der CC nicht mehr weiter regieren kann und genau diese Leute, von "Sí se puede" hatten noch im Herbst letzten Jahres gefordert, dass man dieses Asphaltwerk schließt und das auch gegenüber der "APMUN" (Agencia de Protección del Medio Urbano y Natural) gefordert. - Daraus entstand dann auch die aberwitzige Situation, die kanarische "APMUN" zeigt beim Umweltministerium an, die Papiere aber gehen ans Industrieministerium und schwupps wird das Asphaltwerk geschlossen, besser gesagt, der Strom wird abgestellt, (nur ein kleiner Hinweis an Los Llanos, wie das gehen kann) aber schon ein paar Tage später kann Lopesan wieder produzieren, denn die Papiere wurden nun doch gefunden. - Damals haben wir uns alle immer gefragt, ob da jemand zu schnell den Aus-Knopf gedrückt hat oder zu schnell den An-Knopf, aber vielleicht müsste man da ganz bestimmte Personen in Deutschland befragen, welche vom Ausstieg vom Ausstieg mehr Ahnung haben als wir. - Fakt bleibt, wir brauchen ein Asphaltwerk und man wird dieses über eine inselweite Reglung lösen müssen, aber die ducken sich im Cabildo alle weg, so lange es gelingt, das eine Werk in Fuencaliente, welches eben schon über 30 Jahre lang pumpt, doch am Köcheln zu halten weil sich keine Gruppierung einen Harten Hund als Anwalt leisten kann oder will. - Das geht es wohl auch um den Weg der geringsten Widerstände, und hier im Aridanetal kann man auf jeden Fall so lange wieder beruhigt sein, so lange da unten in Fuencaliente der Asphalt gekocht wird. - Natürlich hat das was von der Geschichte des Heiligen Sankt Florian zu tun und der klugen Feststellung, man muss nicht schneller laufen können als der Tiger, sondern lediglich schneller als sein Begleiter. - Ich bin gespannt bis ungläubig, dass man in der nächsten Überarbeitung des Inselplanes einen rechtskräftigen Standort für ein Asphaltwerk auf der Insel bestimmen wird, aber eben genau für solche Dinge wäre dieser Plan notwendig. - So lange das alles nicht steht, verbessert Jorge Gonzáles bereitwillig unser Straßennetz und auffallend gerne lese ich die Aufzählung aller Teilstücke und Straßen, denn die Autobahn ist da nicht dabei. - So ist das halt, so lange der Asphalt aus der Steckdose kommt, so lange fahren auch wir SUV-Ökos gerne über frisch geteerte Fahrbahnen, und ich kann immer wieder nur anmerken, das beste Argument gegen eine Autobahn, ist ein bereits vorhandenes und hervorragendes Straßennetz.

Morgen, Dienstag den 25.08. 2015 steht auf dem Programm der Bajada de la Virgen del Pino in El Paso:

10:30 Uhr, Hüpfburgen und Wasserspiele für Kinder
Plaza Francisca de Gazmira

17:30 Uhr, Schaumfest für Kinder
Plaza Francisca de Gazmira

18:00 Uhr, Einweihung des dritten Zyklus der Kunstausstellungen zur Bajada
Casa de la Cultura

20:00 Uhr, Fußballturnier für Jugendliche, 1. Halbfinale El Paso / Tenisca
Fußballstadion

20:00 Uhr, Vorträge über das ländliche Erbe vom "Llano de las Cuevas"
mit Arnoldo Santos, Jorge Pais und Carlos Cecilio Rodríguez
Casa de la Cultura, bis 21:30 Uhr

Das gesamte Programm auf Spanisch als PDF





Gut aufgepasst, das ist gar nicht La Palma, das ist die Nordautobahn auf Tenerife und so erwachsen wollen wir doch gar nicht werden...





Montag 24.08.2015 06:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1018 hPa

Gastbeitrag vom Kulturbeauftragten
Kunst oder nicht Kunst, das ist gar nicht die Frage


Ich kenne Herrn Ibarrola nicht, den kauzigen Basken, der in Garafia Steine bemalen möchte, weiß aber wohl, dass er in den Zirkeln der darstellenden Künste kein gänzlich Unbekannter ist. Manche sprechen sogar von Weltruhm. Das kann und will ich nicht beurteilen und überlasse das gerne so genannten Kennern der Materie. Schon etwas absurd erscheint mir aber die Diskussion darüber, ob sein Projekt, La Palmas Nordwesten aufzuhübschen, die im Raum stehenden € 160.000 auch wirklich "wert" ist. Zugegeben, allein bei dem Gedanken, dass sich jemand über den "Wert" von Kunst echauffiert, schwillt mir die Halsschlagader. Wer, bitte schön, erdreistet sich, an Kunst eine Messlatte, eine Skala anzulegen? Seit wann ist Kunst überhaupt messbar? Habe ich da was verpasst? Muss das einer großen Mehrheit gefallen, um gut zu sein? Dann gute Nacht. Auf das Glatteis, uns zu fragen, ob die Masse das eigentlich will oder gut findet, sollten wir uns nicht begeben. Auf den Sport übertragen würde das nämlich bedeuten, dass wir es in Zukunft auf Fußball, Tennis und Formel 1 beschränken sollten, alles andere ist doch Minderheitengedöns. Mehrheitsbeschlüsse, so basisdemokratisch das auch klingen mag, würde ich in Kunstdingen doch lieber nicht als Grundlage für die Verwirklichung von Projekten hernehmen. Helene Fischer droht aus dem Hinter- bzw. Untergrund!

Einhundertsechzigtausend Euro, in Zahlen: € 160.000! Trotz des Ausrufezeichens, welches als Zeichen leichter Empörung gedeutet werden mag, kann ich es mir nicht verkneifen, andere Ziffernfolgen dagegenzustellen: Unsere Inselhauptstadt leistet sich einen Stadtstrand für € 27.000.000. Bei unserer vielgeliebten und ausgesprochen populären Transvulcania wurden für € 40.000 Eiswürfel verteilt, kleine, durchsichtige (Quasi-)Steinchen, die eine deutlich kürzere Halbwertszeit als Garafias Felsen aufweisen. Ja, so rufen wir aber nun empört in die Runde: Unsere Transvulcania lockt aber auch jedes Jahr Hunderte von Besuchern im vom Tourismus nicht gerade verwöhnten Monat Mai auf unsere Insel! Stimmt, und das ist auch gut so. Und gerade deshalb würde ich die Kosten von Herrn Ibarrolas Steinmalerei gerne in Bezug zu dem damit verbundenen Popularitätsschub für unser Eiland setzen, ohne damit etwas bewerten oder gar messen zu wollen. Unsere Medien sind wild auf Storys, wenn wir nur ein kleines bisschen clever sind, dann bedeutet Ibarrolas Projekt Präsenz auf allen Kanälen, ob gedruckt, gesendet oder, ganz aktuell, in den Social Media. Und genau deshalb verbietet sich eigentlich die Frage, ob wir uns dies "leisten" können. Es stellt sich vielmehr folgende: Wollen wir so viel Steuergeld in die Hand nehmen, um nicht nur ein einmaliges Monument erschaffen zu lassen, sondern auch um damit vorzügliche Außenwerbung zu bekommen? Und: Nein, messen lassen wird sich das sicher nicht!

Ich möchte mich mit ein paar äußerst bemerkenswerten Worten des ehemaligen deutschen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker verabschieden:

"Kultur kostet Geld. Sie kostet Geld vor allem auch deshalb, weil der Zugang zu ihr nicht in erster Linie durch einen privat gefüllten Geldbeutel bestimmt sein darf. Vor ein paar Jahren (...) habe ich bei einer Ansprache vor dem Deutschen Bühnenverein ausgeführt, dass Kultur nicht etwas sein darf, was die öffentlichen Hände nach Belieben betreiben oder auch lassen dürfen. Substanziell hat die Förderung von Kulturellem nicht weniger eine Pflichtaufgabe der öffentlichen Haushalte zu sein als zum Beispiel der Straßenbau, die öffentliche Sicherheit oder die Finanzierung der Gehälter im öffentlichen Dienst. Es ist grotesk, dass wir Ausgaben im kulturellen Bereich zumeist "Subventionen" nennen, während kein Mensch auf die Idee käme, die Ausgaben für ein Bahnhofsgebäude oder einen Spielplatz als Subventionen zu bezeichnen. Der Ausdruck lenkt uns in die falsche Richtung. Denn Kultur ist kein Luxus, den wir uns leisten oder auch streichen können, sondern der geistige Boden, der unsere eigentliche innere Überlebensfähigkeit sichert."

Denken sie bitte mal einfach in Ruhe drüber nach.

Ihr

Ödi Jonitz, MdS
(Kulturbeauftragter)




Bild von Richard Wurdel





Sonntag 23.08.2015 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 25 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 38 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 26,0 Grad - niedrigste Temperatur 19,5 Grad

Kein Sommerloch, keine Agonie
Sind es die Fiestas, oder die Urlauber, welche uns in Schwung halten?

Natürlich war auch das Wetter komisch, mehr Niederschläge im August, als im Dezember, Januar, März und April zusammen, solch einen Monat merkt man sich. - Auch merkt man sich den Sommer wegen der vielen Fiestas, besonders eben der beiden großen Bajadas, welche irgendwie die Insel gar nicht mehr aus feierlichem Rhythmus lassen. - Aber auch sonst ist viel los, die Restaurants haben mehr zu tun, die Autovermietungen wundern sich über die vielen Reservierungen im Sommer und es mischt sich auffallend viel helle Haut unter die Kunden in den lokalen Geschäften und Stränden. - Auch auf dem sonntäglichen Markt in Los Llanos drängelt man ähnlich wie im Winter, und die Selbsthilfegruppe für nicht wahrgenommene Dienstleister des touristischen Sektors musste temporär schließen, mangels Masse. - Nein, es überfordert uns nicht, es überrascht uns nur ein wenig, denn bislang hatten wir doch der sommerliche Agonie und Beschäftigungslosigkeit nur ganz schwerlich morbiden Charme abgewinnen können. - Ich erinnere mich halt noch an die vergangenen Sommer, da erschreckte man Kellner und Verkäufer durchaus damit, dass Kundschaft rüttelte, und so manch einer musste erst die Spinnweben von der Registerkasse ziehen, damit das piepende Ding überhaupt aufging. - Der neue Aufschwung kommt halt auch ein bisschen brüsk daher, der beste touristische Sommer seit 15 Jahren, nach dem schlechtesten überhaupt, und das einzige, was wir, (oder sollten wir sagen man) geändert haben ist, dass mehr Flieger auch den Weg im Sommer zu uns finden. - Manchmal frage ich mich dabei, warum wir uns seit ganz vielen Jahren die Köpfe und die Kostenvoranschläge zermartern, um mehr touristische Attraktionen auf die Insel zu bringen, damit wir das brutale Absinken der Gästezahlen endlich stoppen können. - Dabei scheint das ganz einfach, wir hängen am Tropf der Reiseveranstalter und Fluggesellschaften, wenn die uns gewogen sind, dann wiegen wir wieder was und wenn nicht, dann gähnen wir uns den Sommer über wieder zu.

Dabei können wir nur hoffen, dass der neue Mut der Reiseveranstalter auch den Sommer über auf La Palma zu setzen durch nette Auslastungszahlen belohnt wird, denn auch im kommenden Sommer wollen wir nicht zurück ins Jammertal, auch wenn das oft lustig war und vielleicht sogar schon ein bisschen Hautgout hatte, wenn sich Autovermieter und Ferienhausvermittler den Sommer über gegenseitig beim Nichtstun neckten. Natürlich kommen auch die Fiestas hinzu, und ein gespürter Hauch nationaler Rückbesinnung auf Konsum, Spanien ist zwar längst noch nicht aus der Krise, aber diejenigen, die immer hatten und trotzdem meckerten, die haben nun keine Angst mehr es könnte noch schlimmer werden und geben nun plötzlich wieder Geld aus, und fahren sogar in den Urlaub. - Ist es also wirklich so leicht, La Palma wieder in die Spur zu rücken? - Im Prinzip ja, aber da waren wir schon mal, wir hatten vor 15 Jahren genau so viele Gäste wie wir heute, und uns danach durch Unterlassung und Unfähigkeiten fast selbst komplett ins Aus geschossen. - Und das macht mich vorsichtig, da ist viel zu viel Abhängigkeit dabei und viel zu viel Konjunktiv, und auch wenn neun Charter schon einen Sommer machen, zumindest hier für La Palma, heißt das noch lange nicht, ob da nicht auch Eintagsfliegen dabei waren. - Ähnlich steckt ja in der spanischen wirtschaftlichen Erholung auch viel fremde Kraft, der billige Euro, das billige Öl und Länder und Strukturen, die selbstzerstörerisch daran arbeiten, uns die Gäste zuzuschustern, auch das ist fragil und unzuverlässig, weil eben nicht aus eigener Kraft geschaffen. - Für La Palma muss das heißen, trotz des wunderbaren Erfolges, den wir diesen Sommer haben einfahren dürfen, weiter an der Verbesserung der touristischen Attraktivität zu arbeiten, auch wenn sich noch gar nicht alle einig sind, was das denn überhaupt bedeutet. - Kein Sommerloch, keine Agonie, und trotz der vielen Fiestas nicht einmal einen Kater, da brummt es endlich mal einen Sommer lang auf der Insel und es ist nicht der eigene Schädel, und wir können es kaum glauben und haben schon wieder Angst das könnte morgen schon wieder alles vorbei sein…



Morgen, Montag den 24.08. 2015 steht auf dem Programm der Bajada de la Virgen del Pino in El Paso:

10:30 Uhr, Hüpfburgen und Wasserspiele für Kinder
Plaza Francisca de Gazmira

20:30 Uhr, II Festival des Kurzfilms, "Festival de CortoEspaña"
Acht Kurzfilme im Rahmen ein Wettbewerbes, welcher im ganzen Land ausgetragen wird
Casa de la Cultura

Das gesamte Programm auf Spanisch als PDF





Bild von Richard Wurdel





Sonntag 23.08.2015 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1018 hPa

Fulanito de tal dice hoy: A la fea, el caudal de su padre la hermosea

Das Vermögen des Vaters verschönert die Hässliche. - Bei vielen dieser Sprüche lebt man eh mit einem Bein in der Chauvikasse. - Manche habe ich auch schon weggelassen. - Der Spruch aber ist, manchmal auch in Abwandlungen, durchaus zeitgemäß geblieben, wobei es seltener um die hässliche Tochter geht inzwischen, als um Einfluss und Macht und eben Geld wichtiger scheint als andere Attribute. - "El caudal" heißt sowohl Vermögen, wie auch die Menge an Wasser, die einem zur Verfügung steht, in ländlichen Regionen in trockenen Ländern durchaus verständlich.






Bild von Richard Wurdel





Samstag 22.08.2015 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 37 % - Luftdruck 1018 hPa
Höchsttemperatur heute 26,6 Grad - niedrigste Temperatur 20,4 Grad

Das Tal der Spiegel
Fehlt das Wasser, kommen die Ideen

Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da nannte man das Aridanetal auch mal das Tal der Spiegel, oder wie man eben hier sagt, "el valle de los espejos". - Nicht, weil hier viele arrogante Leute den ganzen Tag vor dem Spiegel stehen würden, sondern weil die vielen Wasserbecken für die Bananenplantagen so spiegelten. - Das ist aber Geschichte und warum das so ist, das hat was damit zu tun, dass wir unablässig die Wasserwirtschaft modernisiert haben und heute die meisten Bananenplantagen direkt aus den großen Speicherbecken oder aus dem Tunnel gegossen werden und die Pflanzer das Gießwasser nicht mehr zwischenspeichern müssen. - Man spart damit viel Wasser, denn früher ging sehr viel Wasser dabei verloren, auf dem Weg durch Kilometer lange offene Leitungen, wenn man die vielen Tanks voll machte. - Nun stehen die allermeisten großen Wassertanks leer herum, nur ganz wenige hat man zurückgebaut, und kaum noch eines wird genutzt. - Immer wenn es nun einen trockenen Winter gab, da kommen dann die Leute wieder auf die Idee, doch diese privaten Becken wieder in Betrieb zu nehmen um überschüssiges Regenwasser aus dem Winter aufzunehmen.

Vor Jahren schon hat man mal ausgerechnet, wie viel Wasser man in diesen privaten Tanks speichern könnte und ist auf die gewaltige Summe von 11,4 Kubikhektometer gekommen. Wenn ich richtig umgerechnet habe, dann sind das sage und schreibe 11.400.000.000 Liter, die jetzt als Wasserreserve fehlen, da diese Tanks nicht mehr befüllt werden. Das macht fast 20% des gesamten Wasserbedarfes der Insel im Jahr aus und anstatt nun nach dem Bau der großen Wasserspeicher viel mehr des benötigten Lebensspenders in Reserve zu haben, ergibt sich sogar ein Minus an Wasserreserven für die Insel. Riesiger Plan, viele Leute haben viele Jahre daran getüftelt und nun dabei diesen beachtenswerten Punkt einfach übersehen. Das soll keine Häme sein, man wusste beim Aushecken dieses Planes noch nicht, wie viel Kapazität in den privaten Speichern schlummert und dass kein Landwirt diese nunmehr befüllt. Nun muss man noch mal neu anfangen zu denken, wie man diese Speicherkapazität nutzen kann und überschüssiges Wasser aus den Regenzeiten, von den großen Speichern in die kleineren privaten verschiebt. So einfach geht das aber gar nicht, nur Leitungen legen klärt nicht die Eigentumsfrage des Wassers und schließlich wird ja Geld daran verdient. Es gibt Probleme, die gibt es nur auf La Palma, endemische Probleme sozusagen.

Darüber hinaus gibt es aber noch weitere Schwierigkeiten und die fangen damit an, dass es zum Beispiel in diesem Winter überhaupt keine Periode gab, in der man Wasser hätte speichern können und wenn es im Winter viel regnet und man speichern könnte, dann braucht man das Wasser im Sommer nicht wirklich. - Auch sind viele dieser alten Speicherbecken inzwischen in einem Zustand, der es wohl gar nicht mehr erlauben würde, befüllt zu werden. - Wie gefährlich das sein kann, das haben wir doch vor ein paar Monaten gerade wieder erlebt, als unterhalb von Argual ein Speicherbecken einen Kooperative barst und die Straße in den Barranco de las Angustias überschwemmt hatte. - Es war Glück, dass da nicht gerade jemand unterhalb des Beckens sich aufgehalten hat, aber so viel Glück werden wir wohl auch nicht immer haben. - Die Wasserfrage über die alten privaten Speicherbecken lösen zu wollen erscheint mir nicht praktikabel, zu viele Fragen tauchen dabei auf und es ist schlichtweg auch gefährlich. - Viel eher könnte man durch Verbesserungen des "Túnel de trasvase" noch sehr viel mehr Wasser bekommen, so schlägt das Carlos Soler vor, denn der Tunnel, welcher knapp oberhalb Los Llanos´ aus dem Berg kommt, der sei sehr schlecht abgedichtet auf den Kilometern durch den Berg, und ganz viel Wasser ginge dabei verloren. - In einem Monat etwa könnten bereits die ersten winterlichen Regen fallen, Ende September kann das schon mal sein, und sollte der kommende Winter wieder normal regenreich sein, dann sprechen wir über dieses Thema erst wieder, wenn es dann erneut zu spät ist…

Morgen, Sonntag den 23.08. 2015 steht auf dem Programm der Bajada de la Virgen del Pino in El Paso:

19:00 Uhr, Seniorenfiesta, "Fiesta de la 3a Edad"
Folklorekonzerte, Tanzkurs und Wettbewerb, Likörchen und Süßigkeiten.
Calle Tanausu und Seniorenzentrum

Das gesamte Programm auf Spanisch als PDF







Samstag 22.08.2015 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1019 hPa

Gastbeitrag vom La Palma Weinclub
Vega Norte - ein genussvoller Abend in den Weinbergen







Freitag 21.08.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 27 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 29 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 27,4 Grad - niedrigste Temperatur 20,8 Grad

Feliz Cumple Mercadillo
13 Jahre Avantgarde

Global denken, lokal handeln. - Angesichts der Nachrichtenlage auf der Welt schmerzt das mir dem global denken öfter mal, aber es folgt ja gleich das lokale Handeln und das gelingt immer besser. - Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da stellte man sich oft die Frage, wo eigentlich kann man lokale Produkte kaufen? - Sagen wir mal, so vor 20 Jahren, da tauschten ein paar Feierabendlandwirte ihre Karotten gegen Zwiebeln und neben Bananen und Avocados waren lediglich noch Kartoffeln ein Produkt, welches aus palmerischer Landwirtschaft exportiert wurden. - Aber selbst das mit den Kartoffeln hat man dann noch eingestampft, sogar die Tuberkel aus Israel waren nur halb so teuer wie heimische Knollen, warum also noch die schwere Guataca in den Boden rammen, wenn alles von woanders her billiger ist. - Ist es übrigens heute noch, und der Global-Player mit dem "dl" hinten am Namen macht es uns auch schwer, doch eher auf heimische Produkte zu setzen, viel zu lockend sind deren konfektionierte Produkte und mit Preisen, da fällt uns doch glatt die ganze Endemie aus dem Brustkorb. - Gut, die meisten Obst und Gemüse-Produkte dort sind nur Blender, werden nie mehr reif, oder lassen uns kurz erschauern, wenn wir angesichts der Verkaufspreise daran denken, was denn der Erzeuger dafür bekommen haben mag, aber dennoch greifen die Leute zu, ob nun mit schlechtem Gewissen oder nicht, das konnte ich noch nicht ergründen. - Bislang haben die gesammelten Frechheiten an Obstabteilungen in den Supermärkten ja den lokalen Handel immer wohlfeil unterstützt, auch wenn aus Unterlassung, und ich möchte gar nicht darüber nachdenken wie es wäre, wenn alle Supermärkte in Sachen Obst und Gemüse derart geschleckt auftreten würden, wie der globale Kollege mit dem "Li" am Anfang des Namen. - Aber der lokale Handel und das Angebot aus naher Scholle haben sich ja längst wieder etabliert und daran großen Anteil hat auch der Mercadillo in Puntagorda, welcher morgen seinen13. Geburtstag feiern kann. - Es war ja auch immer die Frage, wie kommt das Angebot an die nachfragenden Leute und waren es vor 13 Jahren vielleicht noch ein paar Urlauber und Batik-tragende Tschernobyl-Flüchtlinge, welche heimische Produkte forderten, so ist es heute ein breiter Teil der Bevölkerung, welcher eben inzwischen begriffen haben, dass lokaler Handel ein extrem wichtiger Bestandteil für eine funktionierende Gesellschaft ist.

Dabei gilt aber kein Bio-Dogma, und nur wenigen neben Wolfi gelingt es eben, gegen grüne Läuse, rote Spinnen und mehligen Tau nicht den Peace-Maker von BASF aus dem Halfter zu ziehen. - Da ich aus der konservativen Landwirtschaft stamme, habe ich eh keine Angst vor Pülverchen und Mineraldünger, und korrekt und maßvoll angewandt ist das kein Teufelszeug, sondern notweniger Selbstschutz, wenn man nicht mehrmals täglich die Raupen vom Blumenkohl zupfen will. - Aber das kann ja jeder für sich selbst entscheiden, denn inzwischen gibt es ja diese Produkte hier auf der Insel alle wieder zu kaufen, nachdem gewaltige Nachfrage nach lokalen Lebensmitteln es dann doch irgendwann wieder geschafft hat, eine halbwegs funktionierende Wertschöpfungskette im lokalen Obst- und Gemüseanbau wieder zu ermöglichen. - Natürlich war der Markt in Mazo vor dem in Puntagorda, da will auch keiner dran rütteln, und damals war vielleicht auch noch ein Bauernmarkt ohne Zwischenhändler genug auf der Insel, um die damals minimale Nachfrage zu stillen. - Auch ich habe mich vor 13 Jahren gefragt, ob es denn genügend Käufer gibt auf der Insel für Mazo und Puntagorda und auch ich habe uns und den Käufern wohl zu wenig kognitive Fähigkeiten zugetraut, die Wichtigkeit des lokalen Handels zu erkennen. - Inzwischen gibt es ja nicht nur Mazo und Puntagorda, sondern fast jede Gemeinde hat inzwischen einen Mercadillo, also einen bäuerlichen Erzeugermarkt, und wenn wir in El Paso nur ein kleines bisschen vernünftiger wären, und unseren Markt nicht in einer dunklen Höhle an der Rückseite im Keller der Tourismusinformation verstecken, sondern den unter Palmen für alle sichtbar machen würden, dann könnten wir wohl sogar noch dem sonntäglichen Treiben in Los Llanos Konkurrenz machen. - Der Bauernmarkt dort ist inzwischen der meistbesuchte überhaupt, und auch hier dachte man wieder, warum sollen denn dann die Leute überhaupt noch nach Puntagorda fahren, wenn es den ganzen Kram auch hier in Los Llanos gibt. - Strand, Palmen und Berge gibt es auch überall auf der Welt, dennoch kommen die Leute nach La Palma und so hat auch der Mercadillo in Puntagorda nicht nur seine Berechtigung, sondern auch seinen ganz eigenen Charakter immer gehabt und auch behalten. - Natürlich profitiert man auch von der Lage, gleich neben dem Grill- und Naherholungspark La Fajana und sowieso in der prächtigen Landschaft des Nordwestens der Insel. - Der Mercadillo in Puntagorda hat einen wichtigen Anteil an einer positiven Entwicklung des lokalen Handels gehabt und kam gerade zum richtigen Zeitpunkt und auch ein bisschen gegen die Richtung des Stroms, aber man muss eben azyklisch handeln, wenn man nach vorne gehen will, und das hat sich prächtig gelohnt. - Wie immer zu den Geburtstagen des Mercadillo hat man sich zusätzliche Veranstaltungen ausgedacht und so wird es am morgigen Samstag eine "Masterclass" in Sachen Küche geben und Juan Carlos Rodríguez Curpa sowie Diego Rodríguez Gómez zeigen den interessierten Besuchern, wie man globale Köstlichkeiten mit lokalen Produkten zaubert. - Am Sonntag dann werden für die kleinen Besucher Spiele angeboten und auch ein mechanischer Stier fordert zum Rodeo auf und für die Älteren gibt es Sangría. - Der Mercadillo in Puntagorda, fester Bestandteil eines langsam wieder wachsenden Selbstbewusstseins einer ländlichen Insel und immer lohnendes Lockmittel für einen wochenendlichen Ausflug in den breiten Westen der Insel. - Alles Gute zum Geburtstag Mecadillo!

Morgen, Samstag den 22.08. 2015 steht auf dem Programm der Bajada de la Virgen del Pino in El Paso:

10:00 Uhr, Schachturnier
Platz vor der Tourismusinformation

10:00 Uhr, "Expoempresa" 1. Messe der Gewerbetreibenden des Ortes
Plaza Francisca de Gazmira

19:00 Uhr, Kinderkino Llalena López Samá
Casa de la Cultura

20:00 Uhr, Pferderennen
Auf der Hauptstraße Richtung Tajuya

20:30 Uhr, Sex und Lügen der palmerischen Frau, 1. Festival "Ri&E.T"
satirischer Monolog von Petit Lorena
Gegenüber dem Rathaus

Das gesamte Programm auf Spanisch als PDF



Petit Lorena tritt in El Paso auf, lohnt sich auf alle Fälle





Freitag 21.08.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 29 % - Luftdruck 1020 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Ahora si se juntó el hambre con la necesidad

Jetzt haben sich der Hunger und die Not getroffen. - Man kann Läuse und Flöhe gleichzeitig haben. - Wenn schon alles verkehrt läuft, dann wird auch alles nur noch schlimmer. - Man sagt das aber auch von Personen, wenn ein möglicher Delinquent auf den anderen trifft, oder auf Spanisch, ein Banker und ein Politiker sich treffen…






Bild von Richard Wurdel





Donnerstag 20.08.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 26 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 41 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 26,6 Grad - niedrigste Temperatur 19,4 Grad

Wollen wir uns Kunst schon wieder leisten?
Es geht wohl weniger um Kunst, als um Geld

Die Geschichte mit der Bürgerbeteiligung ist nicht immer so einfach, wie sich das anhört. - Die Statuten, wie das geregelt ist, versteht so gut wie niemand, dafür gibt es in den Gemeinden extra Personal, welches das verstehen sollte, aber es kommt sowieso fast niemand, wenn es um entsprechende Veranstaltungen geht, also was soll der ganze Quatsch… Ähnlich musste sich der Bürgermeister von Garafía fühlen, nachdem er zu einer Informationsrunde eingeladen hatte, rund um das hart diskutierte Kunstobjekt des Basken Augustín Ibarrola. - 17 Menschen haben sich informieren lassen, davon wohl die Hälfte gedungene Politfreunde, und wieder mal funktioniert die Bürgerbeteiligung nicht, mangels Bürger, die sich beteiligen wollen. - Jetzt ruft Martín Taño, so heißt der aktuelle Bürgermeister Garafías zu einer neuen Informationsveranstaltung auf, die wird am 29. dieses Monats stattfinden, und vielleicht kommen ja dann über 20 Leute. - Dabei hat das Projekt des alten Mannes aus dem Baskenland, Augustín Ibarrola, im Frühjahr noch Tausende von Menschen auf der Insel bewegt und in den sozialen Netzwerken kam es zu wüsten Beschimpfungen und sogar Unterschriftensammlungen bei Change.org, die sich fast ausnahmslos gegen das Kunstprojekt in einem Barranco der nordwestlichsten Gemeinde der Insel richteten. - Es wurde sogar Wahlkampf betrieben mit dem Projekt, wobei die eigentlichen Verantwortlichen, die Rätin für Kunst und die anderen Räte des Cabildo Insulars komplett in Deckung gingen, und sich bis heute nicht mehr über dieses Projekt zu Worte gemeldet hatten.- Der damals noch in der Opposition steckende Bürgermeister Garafías war seinerzeit auch gegen das Projekt, so wie eigentlich alle Oppositionellen, und hatte besonders gefordert, dass man ohne die Gemeinde zu befragen, doch solche Kunstprojekte nicht einfach auf Garafía loslassen dürfe. Es hieß, Augustín Ibarrola wolle einen Barranco mit Farbe bemalen und groß war eben die Aufregung darüber, wie man denn darauf kommen könne, die wunderschöne Natur mit künstlichen Farben zu verschandeln. - Was Augustín Ibarrola dort wirklich machen wollte, das wussten die allerwenigsten, obwohl es bereits im Vorfeld eine Ausstellung in der Hauptstadt gegeben hatte, die aber wohl auch wieder nur diejenige besucht haben, die das sowieso müssen. - Das Schlimmste aber daran war die Summe Geld, welche genannt wurde, dabei geisterten gleich zwei unverschämte Summen durch den Pressewald, die einen schrieben, 160.000 Euro, die anderen 180.000 Euro, auf jeden Fall viel zu viel für Volkes Gedanke und Zorn, wo wir doch sowieso in Krisenzeiten leben und jeder dritte Kommentar in den sozialen Netzwerken mit dem Satz beginnt: "Für das Geld hätte man auch was besseres machen können".

In Wirklichkeit wollte Augustín Ibarrola fünf Steinhaufen aufeinander schichten lassen, und davon die Innenseiten der Steine mit Farbe bemalen. - Also keinen Barranco, keine Bäume, kein Naturschutzgebiet, nur ein paar Steinhaufen, also ist der Protest in Sachen Naturschutz und gegen die Verschandlung von öffentlichem Raum gar nicht gegeben, aber nur wegen des Geldes zu protestieren, das ist nicht nachhaltig genug. - Dabei geht es genau darum und um die Frage, wie weit sind wir denn schon wieder aus Krise genesen und wie viel Kunst wir uns denn schon wieder gönnen wollen. - Der Bürgermeister aus Garafía ist nun auch ein bisschen unglücklich mit seinem Versprechen, er wolle die Sache objektiv hinterfragen, denn es scheint sich ja sonst schon niemand mehr für die Angelegenheit zu interessieren. - Aber er stellt die richtige Frage, wohl die einzige, welche überhaupt zu stellen wäre, wie ergibt sich denn der Preis von 160.000 Euro und dazu müssten die Herren und Damen aus dem Cabildo Insular Antwort geben. - So erhofft er sich auch, dass auf der nächsten Versammlung am 29. August auch jemand aus dem Cabildo Insular kommt und die Summe erklärt. - Mal sehen, ob seine Hoffnungen erfüllt werden, auf jeden Fall wird der "Fall Ibarrola" in einem öffentlichen Plenum im Rathaus entschieden, ob denn der alte Baske die Steine dort mit Farbe bemalen darf, oder nicht. - Wenn er denn überhaupt noch will, denn der ist ziemlich bedient von der öffentlichen Diskussion hier auf der Insel über sein Werk und manchmal habe ich ein bisschen Angst vor zu viel Demokratie, denn wenn zukünftig Volkes Stimme darüber zu entscheiden hat, das ist Kunst und das keine. - Und überhaupt, Kunst liegt nicht nur im Auge des Betrachters, sondern auch im Geldbeutel des Steuerzahlers…

Morgen, Freitag den 21.08. 2015 steht auf dem Programm der Bajada de la Virgen del Pino in El Paso:

21:30 Uhr, Jazzkonzert mit Manolo Brito Ruiman und Martín Dimas Machado
Platz vor der Tourismusinformantion

22:45 Uhr , Konzert mit "Los Coquillos" und Dj de Música Joven
Gegenüber dem Rathaus "Teraza 37 Grados"

Das gesamte Programm auf Spanisch als PDF





Ibarrolas Häufchen Kunst





Donnerstag 20.08.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 44 % - Luftdruck 1018 hPa

Gastbeitrag von Sorpresa
in El Paso


Sommer, Sonne, Fiesta und gute Laune! In El Paso wird ja kräftig gefeiert und wir möchten die gute Stimmung noch ein wenig heben, denn unsere neue Kollektion ist eingetroffen! La Sorpresa ist das älteste Kunsthandwerks- und Souvenirgeschäft im Herzen von El Paso. Erst im vergangenen Jahr feierten wir unser 20jähriges Bestehen und bedanken uns an dieser Stelle nochmals herzlich für die enorme Resonanz. Motivierter denn je haben wir uns inzwischen wieder auf die Suche begeben und unser Sortiment mit neuen Überraschungen aufgestockt. Schauen Sie doch gern mal vorbei! Zum Beispiel Seidentücher in schillernden Farben, biologisch gefärbt mit Pflanzenfarben, ein reines Naturprodukt und in noch größerer Auswahl als im nahegelegenen Seidenmuseum, das auf jeden Fall einen Besuch wert ist. Zu den taufrischen Neuheiten gehören außerdem zauberhafte Geldbörsen aus Rinderleder. Farbenfroh, dezent, schick, peppig, modern, groß, klein, für Kinder, Damen, Herren, frisch, fröhlich, frei - und von bester Qualität. Eben typisch La Sorpresa. Natürlich finden Sie bei uns auch Ihr ganz persönliches Andenken für die Ewigkeit an die Bajada de la Virgen 2015. Wir freuen uns auf Ihren Besuch und helfen gern fachkundig bei der Auswahl!









Mittwoch 19.08.2015 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 49 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 24,3 Grad - niedrigste Temperatur 19,8 Grad

Kurzgeschichten
Was die Wortpresse so hergibt

In Puerto Naos arbeitet man ständig daran, doch "der" Badeort der Insel überhaupt zu werden. - Was dagegen gearbeitet hat ist die nun wiederholte Schließung des großen Hotels in den Monaten April, Mai und Juni. - Vielleicht kann man das aber für das kommende Jahr vermeiden, denn die Gästezahlen haben sich ja so weit erhöht, dass man selbst in diesem Monaten auf La Palma mit Tourismus Geld verdienen kann. - Den Strand will man nun aufwerten, in dem die Gemeinde nun ein System installiert hat, mit welchem das Baden für körperlich behinderte Menschen leichter wird. - So kündigt man das an, dahinter steckt die einfache Aufstellung einer Seilwinde, mit deren Hilfe man die amphibischen Rollstühle ohne körperliche Anstrengung für die Helfer aus dem Wasser ziehen kann. - Gute Sache, keine Frage, und man zögert auch nicht darauf hinzuweisen, dass man der einzige Strand auf der Insel sei, welcher solch eine Seilwinde für diesen Zweck zur Verfügung stellt.

Die online-Zeitung "ElTime" hat herausbekommen, dass die Firma Jaguar hier einen Werbespot für ihre Autos dreht. - Auf dem Roque de Los Muchachos ist das geschehen, und der Zusammenhang entsteht irgendwie mit dem modernen Teleskop und dem Aufenthalt des Physikers Stefan Hawking auf der Insel, aber es wird nicht mehr verraten, wie das denn später mal aussehen kann. - Wie es scheint hat diesen Werbedreh wohl die "La Palma Film Commission" eingefädelt, inseleigene Firma, welche eigens für den Zweck gegründet wurde, internationalen Produzenten des cineastischen Marktes unsere Landschaft und Insel näher zu bringen. - Scheint ja geklappt zu haben und vielleicht lohnt es sich ja irgendwann auch mal wieder, Autowerbung im Fernsehen zu gucken. - Ansonsten, Jaguar auf der Insel, ein paar gibt es, aber irgendwie erscheinen diese "Tiere" hier dann doch deplatziert.

45 Studenten aus Gran Canaria sind auf der Insel, um ein bisschen zu arbeiten und viel zu gucken. - Es sind viel mehr Studenten aus Gran Canaria hier, aber eben diese 45 sind mit dem Programm "Ruta7" zu uns gekommen, wie auch schon in den Jahren zuvor. - Ausgesuchte Teilnehmer besuchen während der Sommerferien alle anderen Kanareninsel und lernen dort arbeitend und staunend die Inseln kennen. - Gestern sind die Studenten nach La Palma gekommen, am 23. August geht es dann weiter auf eine andere Insel und die Tage hier wird man meist im Nordosten der Insel verbringen. - Wandern, Vorträge, Besuche in der Landwirtschaft, aber eben auch Strände sauber machen und Aktionen am Meerwasserschwimmbad Charco Azul stehen auf dem Programm. - Gesponsert wird die "Ruta7" hauptsächlich von der Bank BBVA und der Reederei Armas, welche die Studis auch von Insel zu Insel bringt. - Die Teilnahme an dieser sommerlichen Aktion ist unter den Studenten der ULPGC sehr beliebt und man muss das Jahr über mehrere Aufgaben und Castings überstehen, um aus 1.500 Bewerbern ausgesucht zu werden.

Wer mal wieder kräftig im Schlamm wühlen, und dabei komplett an seine Grenzen gelangen will, der kann das am Wochenende sogar mit Spaßfaktor in Garafía machen. - Ja, auch in Garafía ist noch was los, man möchte es kaum meinen… Zum dritten Mal bereits findet dort der Hindernisparcours "Lo natural extremo" statt - das extrem Natürliche, heißt das wörtlich übersetzt, aber vielleicht sollte man einfach sagen, extreme Natur. - Die begnügen sich nicht mit einfachem Laufen, also einen Fuß vor den anderen, sondern die bauen Hindernisse auf den Weg, und Hindernisse der fiesen Art. - Ein Hindernisparcours muss überwunden werden, und dabei muss man robben, kriechen, auf Seilen balancieren und dabei ordentlich dreckig werden, denn die Veranstalter die Sorgen für allerlei Matsch und Pampe und die Zuschauer werden dabei sicherlich ihre allergrößte Freude haben. - Nur für die Allerstärksten, die Extremsten, die Fittesten und die Taffsten sei dieser Lauf zu schaffen, heißt es und das Ganze findet am 23. August um 18:00 Uhr in Santo Domingo statt. - Harteier können sich auf der Webseite www.garafia.es/lonaturalextremo anmelden, und sagen Sie nicht, es hätte Sie keiner gewarnt. Bis morgen kann man sich auch noch anmelden. - Kinder, das wird ein Spaß, für alle die zuschauen, und das Rennen an sich beginnt um 11:00 Uhr.

Morgen, Donnerstag den 20.08. 2015 steht auf dem Programm der Bajada de la Virgen del Pino in El Paso:

10:30 Uhr, Schminken für Kinder
Plaza Francisca de Gazmira

19:30 Uhr, Tanzkursus Kizomba
Recinto Ferial, neben der Guardia Civil, gegenüber dem Mercadillo

22:00 Uhr. Konzert-Spektakel "Entre Orillas" - Zwischen den Ufern
Chor Ntra.Señora del Pino und eingeladene Künstler
Casa de la Cultura

Das gesamte Programm auf Spanisch als PDF



Lo natural extremo Hindernisparcours in Garafia auf La Palma






Mittwoch 19.08.2015 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1016 hPa

Fulanito de tal dice hoy: A gusto de los cocineros comen los frailes

Die Mönche essen nach dem Gefallen der Köche. - Es wird eh gegessen, was auf den Tisch kommt, weil sonst nichts anderes auf dem Tisch ist. - Erst kommt das Fressen, dann die Moral, und alle anderen Dingelchen.






Bild von Richard Wurdel





Dienstag 18.08.2015 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 25 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 49 % - Luftdruck 1017 hPa
Höchsttemperatur heute 25,4 Grad - niedrigste Temperatur 19,9 Grad

Autos trinken keinen Kaffee und kaufen keine Klamotten
Los Llanos arbeitet kräftig an sich

Auch als aufrichtiger Bürger und Fan El Pasos muss ich zugeben, dass die Innenstadt Los Llanos´ in den letzten Jahren deutlich gewonnen hat. - Die Geschichte mit den Fußgängerzonen zahlt sich auch bereits mittelfristig aus, immer vorausgesetzt, man verfügt über eine ganz bestimmte Ressource, und das sind Fußgänger. - El Paso plant auch eine Fußgängerzone, die kleinen Sträßchen rund um das Gebäude der Post und des Seidenmuseums, aber man muss dort auch eingestehen, es fehlen noch die lockenden Läden, um dann dort die Fußgänger auch in deren Zone zu bewegen. - Wir sind ja in El Paso auch nicht gerade die Mutigsten, und die Progressivste ist ja auch gerade gegangen (worden) und die neuen Kräfte sprechen eher von der Autobahn und einem Schwimmbad, als von wirklichem Fortschritt, also werden wir wohl noch eine Weile auf eine Fußgängerzone warten müssen. - In Los Llanos ist man da bereits viel weiter und anfänglich war es ja nur die Plaza selbst, dann kamen die kleinen Straßen links oberhalb hinzu und spätestens seit dem die Calle Díaz Pimienta, die Straße in der das Haus mit den blauen Säulen steht, auch Fußgängerzone ist, hat man nur noch schwach daran gezweifelt, dass man diese Struktur noch breiter machen will. - Beim Umbau der Calle Real, die auch mal Calle General Franco hieß, da zweifelte man dann doch wieder mal, zumindest die anliegenden Geschäftsleute, denn die Arbeiten gingen dermaßen langsam und unverständlichen lückenhaft voran, dass manch ein Geschäftsinhaber sogar aufgeben musste. - Heute stellt sich die Frage nicht mehr, ob es denn richtig war mit der Ausweitung der Fußgängerzone, sondern eigentlich eher nur, warum hat man das nicht bereits vor 20 Jahren gemacht.

Nächstes Teilstück ist nun die Avenida Venezuela zwischen der Plaza und der Calle La Salud, und dieser Abschnitt war eh schon ein toter Zipfel Straße für den normalen Verkehr, denn der Ausgang Richtung Nord führt direkt auf das obere Ende der Plaza und ist auch bereits Fußgängerzone. - Gut, da sind immer wieder ein paar irrgeleitete Inselbesucher lang gefahren, auf der Suche nach einem Parkplatz oder dem Weg hinauf zum Calderarand, aber ansonsten wird man nun die Fußgängerzone stringent auch noch um dieses Teilstück erweitern. - Das hatte aber auch bereits zu großen Diskussionen geführt, wobei eher nicht das Ob, sondern das Wann das Thema war, denn immer passte es den Geschäftsleuten nicht, mal war Weihnachten, mal war plötzlich mitten im Sommer, so genau weiß man auch nicht mehr, warum man das erst jetzt macht. - Nun laufen aber die Arbeiten auf vollen Touren und bislang gewinnt man wohl den Eindruck, als hätten die jetzigen Stadtherren schon begriffen, dass man den Anwohnern und den Geschäftsleuten natürlich Änderungen aufdrücken kann, diese aber bitte schnell und ohne Verzögerung durchzuziehen hat. - Für die Anwohner ist ein hydraulischer Hammer oder ein Winkelschleifer über Monate hin kein Vergnügen und viele Geschäftsleute schaffen es nicht, über Monate hin auf einen großen Teil der Einnahmen zu verzichten, weil die Laufkundschaft komplett ausbleibt, da alle einen großen Bogen um die Baustelle machen. - Bis Oktober aber soll das bereits fertig sein, wir alle, und besonders die Anwohner und Geschäftsleute freuen sich darüber ganz besonders. - Nun erfahren wir aber auch, dass man als nächstes Vorhaben die gesamte Avenida Venezula zur Fußgängerzone machen will, also nach dem jetzigen Teilstück danach auch noch den Rest bis vor zur Hauptverkehrsstraße, der Avenida Carlos Francisco Lorenzo Navarro. - Aber halt, war da nicht das Projekt eines großen City-Kaufhauses, welches auch bereits steht, ganz tief in die Erde gebuddelt mit einer großen Parkgarage? - Schon, aber das wurde irgendwie in die Krise hinein gebaut und immer mal wieder nannte man illustre Namen der Konfektionsbranche, wer denn da alles Geld reinstecken wollte, und nun plant man, die Straße, welche dorthin führt zur Fußgängerzone zu machen? - Gut, Schilda ist überall, aber eher ist anzunehmen, dass da große Vorhaben in sich zusammengefallen sind und wir jetzt im Moment auch wieder aufpassen müssen in unserer der Krise angepassten Planung, es kann auch wieder anders kommen.

Morgen, Mittwoch den 19.08. 2015 steht auf dem Programm der Bajada de la Virgen del Pino in El Paso:

10:30 Uhr, Spiele, Workshops und Handarbeiten für Kinder
Plaza Francisca de Gazmira

19:30 Uhr , Die Marienstatue besucht die Stadtteile
Heute "El Pino"

Das gesamte Programm auf Spanisch als PDF



Avenida Venezuela in Los Llanos, La Palma

Avenida Venezuela in Los Llanos. - Geradeaus die Baustelle. Rechts vor dem Sportladen, das wäre die Einfahrt zum Einkaufszentrum





Dienstag 18.08.2015 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 65 % - Luftdruck 1016 hPa

Gastbeitrag von MariAnne Jaeger
La Palma - eine historische Kostbarkeit


Inselurlaub ist stets etwas besonderes. Auf La Palma, und das können sicher alle bestätigen die schon einmal dort waren, weht der Wind des Zeitgeistes an vielen Orten.
Einer davon ist in den Höhlen von Belmaco, bei Mazo, zu finden. Unser erster Besuch war geprägt von Zweifeln, wie die Ureinwohner so leben konnten. Eine Betrachtung aus heutiger Sicht war deshalb nicht relevant.
Sicher hatten wir darüber gelesen, wie das harte Leben der Menschen damals war. Aber nach kurzer Zeit schwindet die Erinnerung daran.
Auf dem gesamten Gelände befinden sich Info-Tafeln, um die einzelnen Abläufe zu erfahren. Welchen Naturgewalten die Einwohner ausgesetzt waren und wie mühsam die Suche nach Nahrung war.

In den Höhlen von Belmaco öffnet sich das Zeitfenster auf geheimnisvolle Weise

Wenn man das zerklüftete Gelände betritt und in die felsigen Behausungen hineinschaut, ist es wie in einer Stein-Oase mit Meerblick. In der Schlafhöhle konnten wir kaum stehen. Die Menschen waren damals sehr klein und hatten das Problem nicht.
Die Aussicht von den höher gelegenen Felsspalten auf den Atlantik, haben die Urmenschen sicher nur in Verbindung mit Nahrung aus dem Meer verbunden. Es war ihre Sommer-Nahrung. Wovon sie sich noch ernährten und wie sich alles entwickelt hat im Laufe der Jahrhunderte, möchte ich im zeitlichen Verlauf erzählen.

Mazo- ein Garten Eden am Meer

Mazo, auf der Ostseite der Insel gelegen, wurde als Pflanzenparadies ausgewählt. Die große Vielfalt an Früchten, Samen und essbaren Wurzeln, waren entscheidend für die Suche nach einem Wohnort. In Mazo gibt es bis heute Wolfsmilchgewächse, Heidelandschaften, Pinienwälder und viele Arten von Lorbeerbäumen. Die Benahoaritas, so nannten die Urmenschen sich auf La Palma, verwerteten die gesamte Flora, welche sich für ihre Ernährung und Verarbeitung eignete. Als Sommer-Nahrung diente ihnen alles was aus dem Meer kam. Nur ein paar Meter von ihren Höhlen entfernt. Die Natur schenkte ihnen alles was sie zum Leben benötigten.

Wie alles begann

Im vierten Jahrhundert gab es erste Ansammlungen von Urmenschen im Osten und Norden von La Palma. Daraus entstanden Siedlungen.

Das zwölfte Jahrhundert war von Viehzucht geprägt. Allerdings existierte noch keine Landwirtschaft.
Kunsthandwerklich entwickelte sich im dreizehnten Jahrhundert die Keramik- Herstellung mit neuen Mustern und Techniken. Die Urzeitmenschen waren sehr begabt.

Die Eroberung La Palmas durch die kastilische Krone im vierzehnten Jahrhundert, konnte nur schwer verkraftet werden. Es dauerte über hundert Jahre bis die Anpassung und Integration an die Europäer und Ihrer Lebensweise auf der Insel Beachtung fand.

Doch diese Eingliederung brachte ihnen den nötigen Aufschwung für den landwirtschaftlichen Anbau und den Handel mit Zuckerrohr.

Der Ausbruch des Vulkans von Los Llanos im fünfzehnten Jahrhundert, setzte dem geschäftlichen Treiben zunächst ein Ende. Nun kämpften die Menschen mit Naturgewalten.
Mitte des sechzehnten Jahrhunderts bescherte ein weiterer Ausbruch des Vulkans Tigalate erneut einen wirtschaftlichen Stillstand.

Die Vulkanausbrüche hatten aber auch Vorteile für den Weinanbau. Im siebzehnten Jahrhundert ersetzen Sie den Anbau von Zuckerrohr. Der Handel mit Wein war nun die größte Einnahmequelle der Insel.

Die Krise von Mitte siebzehntes bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts, bereitete dem Weinhandel jedoch ein jähes Ende. Piraterie und Zerstörung, welche englische Piraten auch über Tazacorte brachten, schwächten den ökonomischen Status.

Neue Orientierung war nötig. Sie kam mit der Farbstoffgewinnung aus der Koschenille. Der Schildlaus. Ende des achtzehnten Jahrhunderts. Der neue Aufschwung gab den Menschen wieder Hoffnung.

Gleichzeitig konzentrierte man sich auf den Bananen-Anbau, welcher schon seit dem neunten Jahrhundert bestand. Als Haupteinnahmequelle sorgt er bis heute für das Wohlergehen der Palmeros. Allerdings müssen sie auch schwer dafür arbeiten. In einer Bananen-Plantage ist Knochenarbeit Alltag.

Die Eröffnung der Vergangenheit

Mit der Eröffnung des Belmaco Parks 1999 wurden die historischen Ereignisse La Palmas, einem breiten Publikum zugänglich gemacht.
Dies ist den Betreibern sehr gut gelungen. Mit den nötigen Informationen auf dem gesamten Gelände, kann sich jeder Besucher ein authentisches Bild machen, wie die Urmenschen hier gelebt haben.

Die Benahoaritas standen zwar ganz am Anfang der Zeit, aber sie zeigen uns nach vielen Jahrhunderten immer noch in welcher Einfachheit der Alltag gemeistert werden kann.
Und sie haben uns Schönes hinterlassen: Kunsthandwerk, wie Korbflechterei, Keramik-Herstellung oder einfacher Schmuck aus natürlichen Materialien. Der Belmaco Park bestätigt, was für alle gilt:

Es sind die kleinen Taten, die unsere Welt verändern.









Montag 17.08.2015 18:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 55 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 25,9 Grad - niedrigste Temperatur 20,1 Grad

Das Wort Patient kommt von Geduld
Neue Zahlen aus den Krankenhäusern

Leider kann ich bei dem Thema mitreden, ich muss allerdings zugeben, ich würde lieber sagen, ich habe keine Ahnung vom kanarischen Gesundheitsdienst, weil ich ihn noch nicht gebraucht habe. - Habe ich wohl, und kann gerne sagen, die machen gute Arbeit, auch wenn es an manchen Stellen noch zu feilen gibt. - Lassen Sie mich aber ein paar Dinge vorab erklären, welche anders sind als in Deutschland, damit man das versteht. - Jeder der in Spanien Geld verdient, der muss in die staatliche Seguridad Social eintreten, da kommt man nicht umhin und hat auch keine Kassenwahl. - Was man aber machen kann, und was einige auch machen ist, sich zusätzlich zu versichern, damit am dann eben zusätzliche Leistungen erhält. - Grundsätzlich aber schafft es niemand aus der Seguridad Social heraus, welche dann auch noch gleichzeitig die Renten- und die Arbeitslosenversicherung darstellt. - Die Gesundheitsdienste wiederum sind je nach Autonomer Region aufgestellt, werden zwar aus der gleichen Kasse aus Madrid bedient, sind sich aber untereinander schon mal krumm, was zu Störungen kommen kann, wenn man als Student oder Pendler die Region wechselt. - Hier auf den Kanaren ist der SCS zuständig, der Servicio Canario de Salud, und die unterhalten eben das öffentliche Gesundheitswesen, aufgestellt in Centros de Salud und den Krankenhäusern. - Die Gesundheitszentren in den Städten oder Stadteilen sind immer erste Anlaufstation, es sei denn, man trägt den Kopf bereits unter den Armen, dann kann man direkt in die Urgencia im Krankenhaus gehen und dort die Unfallstation aufsuchen. - Aber so krank sind wir noch nicht, alles beginnt mit dem "Médico de Cabezera" im zuständigen Centro de Salud, dem zugewiesenen Hausarzt, der alle Dinge außer Notfallmedizin und eben fachärztlichen Kompetenzen ausübt. - Aber eben auch Nachkontrollen, Papierkram und sonstiges, alles der "Kopfarzt", wie der Hausarzt eben hier genannt wird. - Das klappt, je nach Gesundheitszentrum hervorragend bis gähnend, bei uns in El Paso zum Beispiel wunderbar, nur wenn man ohne Termin kommt, dann muss man warten, aber auch meist nur eine halbe Stunde, oder auch schon mal eine Stunde. - Mit Termin ist die Wartezeit meist gleich Null oder einen Kaffee lang, wenn eben "Don Médico" gerade auf der drübscheren Seite seinen Kaffee trinkt. - Ein gutes Verhältnis zum Hausarzt kann ich übrigens nur empfehlen, wer sich da komisch aufführt, oder mehr zu wissen glaubt, als ein ausgewachsener Arzt, der muss sich nicht wundern, wenn alle weiteren Schritte viel aufwendiger sind, oder gewisse Dinge überhaupt nicht funktionieren. - Überhaupt, man muss ein bisschen wissen, wie das abläuft in Sachen Gesundheitsdienst hier, und das erleichtert die Sache dann ungemein und vielfach mag es unverständlich sein, aber einmal "Drin" sind dann plötzlich Sachen und Abläufe möglich, die würde man als Außenstehender gar nicht für möglich halten.

Der Notfalldienst, also wenn man bereits den Kopf unter dem Arm hat, auch der kann Tücken aufweisen, denn vor die Behandlung hat der Gesundheitsdienst die "Triage" gestellt. - Das Wort kennt der Duden wohl, hier heißt es "triaje" und das bedeutet, jeder, der in die Notfallstation kommt, wird schnell oberflächlich eingeteilt, wie dringlich denn eine weitere Behandlung notwendig ist. - Wer da dann mit einem kleinen Ratscher ankommt, oder mit Schnupfen, der wird dann wohl mit deutlicher Wartezeit bestraft, denn das sollte eigentlich Sache der Gesundheitszentren sein. - Wer wirklich Notfallhilfe braucht, der bekommt die auch und durchaus intensiv und professionell, dort in der Urgencia in der Klinik arbeitet höchst qualifiziertes Personal. - Natürlich sind auch dort Grenzen gesetzt, dann kommt es schon vor, dass Patienten weiter nach Tenerife geschleust werden, das geschieht dann entweder mit dem Helikopter, oder mit einem kleinen Flächenflugzeug. - Die allermeisten Notfälle aber können bei uns im Krankenhaus behandelt werden. - Aber im Krankenhaus haben auch noch die Fachärzte ihre Praxen, und hier liegt oft das eigentliche Problem unseres Gesundheitsdienstes, für manche, oder sagen wir ruhig für die meisten medizinischen Spezialgebiete gibt es Wartezeiten, die auch mal über mehrere Monate dauern können, in manchen Fällen sogar über Jahre hingezogen werden. - Das ist natürlich zunächst Unterversorgung mit der Zahl der Fachärzte, zum Teil aber auch herrscht ein ziemliches Chaos in der Verwaltung, und immer öfter auch werden bereits bestätigte Termine telefonisch kurzfristig abgesagt oder verlegt. - Auch schickt man häufiger inzwischen Patienten in Privatkliniken für bestimmte Untersuchungen, natürlich bezahlt vom Gesundheitsdienst, und so ganz schlau daraus werden wir nicht, ob das denn eine Maßnahmen ist, mit der man eben die Wartezeiten abkürzen will, oder sich der regionale Gesundheitsdienst langfristig von manchen Spezialgebieten trennen will. - Das ist auch eine Diskussion, die nicht enden will, die mögliche und schleichende Privatisierung und das, durchaus berechtigte Misstrauen dagegen seitens der Patienten.

Und nun sind die neuen Zahlen da aus dem kanarischen Gesundheitsdienst, zumindest kann man sich schon länger nicht mehr vorwerfen lassen, man würde keine Transparenz zeigen. - Im Gegenteil, die Statistik über die Wartezeiten in den einzelnen Kliniken sind breit und ohne jegliche Zugangsbegrenzung, wobei es halt immer ein Grundmisstrauen gegen solche offiziellen Statistiken gibt, und wenn einer gerade seinen Termin abgesagt bekommen hat, dann wird der auch erst mal losmeckern, das kann doch so nicht sein. - Die Zahlen besagen leider klar, dass man das mit den Wartezeiten nicht wirklich in den Griff bekommen hat, im Gegenteil, seit dem Jahr 2005 sind die Zahlen immer weiter gestiegen, zumindest generell, und das was die Chirurgie dabei betrifft. - Das mag natürlich auch daran liegen, dass die kanarische Bevölkerung auch immer älter wird, aber mehr noch sind das die Auswirkungen der Sparmaßnahmen. - Das verstuscht auch keiner wirklich und vielleicht sollte man sich an der kleinen positiven Nachricht festhalten, dass zwar die Zahl der Patienten der Wartelisten angestiegen ist, welche eine Operation benötigen, in den meisten Fachgebieten aber die Anzahl der Patienten, welche auf einen normale fachärztliche Untersuchung warten, bei uns auf La Palma zurückgegangen sind. - Wer sich die Statistiken seit dem Jahr 2003 ansehen will, der kommt HIER weiter.

Morgen, Dienstag den 18.08. 2015 steht auf dem Programm der Bajada de la Virgen del Pino in El Paso:

10:30 Uhr, Spiele, Workshops und Handarbeiten für Kinder
Plaza Francisca de Gazmira

20:00 Uhr , Finale Fußballturier "Nuestra Señora del Pino"
Fußballstation

21:00 Uhr, Vorstellung des Buches "El Fausto. Historia y misterio de una tragedia"
Von Luis Javier Velasco Quintana, Casa de la Cultura

Das gesamte Programm auf Spanisch als PDF





Anzahl der Patienten, welche auf einen Termin mit einem Facharzt warten im Jahr 2011





Die gleiche Tabelle für den Juni 2015





Montag 17.08.2015 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 54 % - Luftdruck 1018 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Agüita caliente, ayuda al vientre

Warmes Wässerchen hilft dem Bauch. - Nur um mal wieder zu zeigen, dass das Ü keine reine türkische oder deutsche Angelegenheit ist. - Hausmittel gegen allerlei Zipperlein, warmes Wasser.






Bild von Richard Wurdel





Sonntag 16.08.2015 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 25 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 44 % - Luftdruck 1019 hPa
Höchsttemperatur heute 25,7 Grad - niedrigste Temperatur 20,6 Grad

Gibt es ein Leben nach der Romería?
Im Prinzip ja

Leid tun konnten einem heute die Gemeindeangestellten, welche bereits am Vormittag noch daran gingen, den ganzen liegen gebliebenen Kram vom Vortag wegzuräumen. - Und es bleibt immer viel liegen, besonders bei solchen Festen, auf denen die Letzten erst nach Hause gehen, wenn eben die Ersten schon wieder aufräumen kommen. - Eine runde und erfolgreiche Wallfahrt war das, ob man wirklich neue Rekorde mit der Teilnehmerzahl erreicht hat, das kann ich nicht beurteilen, denn es ist unmöglich, die Wallfahrt als Ganzes zu übersehen. - Viele gehen nämlich schon nach Hause, nachdem die Virgen im Ort ist, andere kommen dann erst herausgeputzt an, und ich erinnere mich an eine Ausgabe, an der die Organisation derart stramm geführt wurde, dass die Jungfrau pünktlich um die Ecke von der Hauptstraße abbog und ganz viele Leute so zu spät kamen, die Patronin zu begrüßen. - Das hat mächtig Ärger gegeben, seit wann läuft so etwas pünktlich ab, und gestern war das auch wieder kein Problem, das mit der Pünktlichkeit. - Ganz unterschiedlich reagieren auch die Geschäftsleute auf die Romería, einige Restaurants und Bars hatten zu, andere extra Tresen und Tische vor die Kneipe gestellt, um sich ein Stückchen vom Wallfahrtskuchen abzuschneiden. - Nicht immer geht die Rechnung auf, meist herrscht so ein großes Durcheinander, dass man überhaupt nicht effektiv arbeiten kann, und wenn die beiden Kühltruhen der Kneipe einmal gelehrt wurden und dann erst neu beschickt, dann ist die ganze Plörre warm und das können auch Pilger, bereits mit einen Wolf im Schritt, nicht ab. - Eine weitere Branche ist rund um die vielen Volksfeste gewachsen, denn fast scheint es inzwischen Pflicht zu sein, in Tracht zu erscheinen, und man muss ein paar Wochen vorher bei den einschlägigen Unternehmen vorbeischauen, um sich solch eine Tracht auszuleihen. - 30 Euro für den Mann, 50 Euro für die Frau, aber nur, wenn keine Änderungen geschehen müssen, und damit hat man das Ding nicht gekauft, sondern nur geliehen, für ein Fest. - Oder aber man lässt sich eines machen, das kostet aber ein paar hundert Euro, je nachdem, wie aufwendig man das haben will und wenn auch noch Seide mit ins Spiel kommt, dann kommt man schnell gar an die Tausender-Marke. - Und dann darf man nie wieder ab- oder zunehmen… - Aber man lässt sich dabei nicht lumpen, und getrunken und gegessen wird auch, als wäre das Wort Krise längst ausgewiesen worden. - Heute hat sicher die Pizzería von Thomas so richtig viel zu tun, denn das ist die allerbeste Katernahrung und selber kochen in dem Zustand ist eigentlich nicht möglich. - Gott segne alle Jungfrauen dieser Welt und die Bürgermeisterin, welche es angeordnet hat, dass man die Romería an einem Samstag abhält, und so den Sonntag zum entgiften hat.






































Ihre Familie Ingrid & Mathias Siebold
Calle el Torreón 5/7
E-38750 El Paso
La Palma, Islas Canarias, Spanien
Tel. von Deutschland: + 34 922 497216
email: m.siebold@la-palma-urlaub.de
Kanarische Ferienhäuser auf La Palma