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Freitag 05.02.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 38 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 21,2 Grad - niedrigste Temperatur 12,9 Grad

Neues Frachtterminal für den Hafen von Santa Cruz de La Palma?
Seid ausgegeben Millionen

Es geht wieder aufwärts und was macht man, wenn man wieder an sich glaubt? - Da haben wir uns gerade für 52 Millionen Euro einen Hafen gegönnt den eigentlich keiner braucht, auf der Westseite der Insel, welcher in Zukunft nur noch "Humboldt-Hafen" heißen wird, weil das einzige Schiff, welches dort anlegt, die Alexander von Humboldt 2 ist, da will die Hafenbehörde den Hauptstadthafen komplett umbauen. - Ob die Finanzierung bereits steht, das erklärt uns die Pressemeldung nicht, aber die alten Wölfe, fast hätte ich gesagt Seilschaften sind wieder am werkeln, denn der Chef der Hafenbehörde Tenerife ist Ricardo Melchior, rechtsdrehender Ex-Inselpräsident Tenerifes und Mitglied des inneren Zirkels der Coalición Canaria. - Und die sind immer gut beim Geld ausgeben, denn nur wenn man richtig Geld in die Hand nimmt, dann können andere auch daran verdienen. - So, keine weiteren Vermutungen mehr in dieser Richtung, man könnte ja sonst noch auf die Idee kommen, ich würde da irgendwelche Schmutzitäten vermuten, wo doch eigentlich jeder weiß, meine Gedanken sind rein. - Also, man will die jetzt bestehende Hafenmole noch mal 125 Meter weiter ins Meer hinaus ziehen, damit dann dort drei Kreuzfahrtschiffe liegen können, oder zwei und die Tenerifefähre und gegenüber, am jetzigen Frachthafen soll dann auch noch mal mindestens ein Kreuzfahrtschiff anlegen können. - Der Frachthafen wird Richtung Süden verlegt, gegenüber dem Kraftwerk "Los Guinches" und dort will man eine Mole für vier Frachtschiffe bauen, welche dann bereits im Gemeindegebiet von Breña Alte liegen würden. - Wer jetzt die Frage nach der Notwendigkeit stellt, der ist nicht reiner Gesinnung, würden wir immer noch das Notwendige machen, dann bekäme das Goldene Kalb des unendlichen Wachstums nicht mehr genügend Schmierstoff ab. - Vordergründig steht die Bereitstellung von mehr Anlegeplätze für Kreuzfahrtschiffe durchaus verständlich, der Boom ist immer noch ungebrochen und es hat sich ja bereits in der Hauptstadt, aber auch auf dem Rest der Insel, ein Geschäft rund um die vielen flüchtigen Besucher entwickelt. - Es sieht vielleicht nicht jeder gerne, wenn mehrere tausend Besucher durch die Hauptstadt latschen und Kleinigkeiten kaufen, aber es ist ein, nicht zu unterschätzendes Geschäft und darüber hinaus allerbeste Werbung für die Insel. - Lockt dann auch noch der Stadtstrand mit seiner, allerdings noch zu schaffenden Infrastruktur, dann wird der Zielwechsel der Hauptstadt zum vornehmlich touristischen Ort sicherlich vollzogen.

Wo wir gerade den Strand erwähnen, es gibt ja noch einen Strand, der von Bajamar, welcher heute als Hauptstadtstrand gilt und gerne besucht wird, allerdings schon in der Gemeinde Breña Alta liegt. - Der läge dann zukünftig zwischen und gegenüber den Hafenmolen, in wie weit das den Badebetrieb stören könnte, darüber steht in der Presseerklärung auch nichts geschrieben. - Aber es wird die ungefähre Größe der Hafenanlage beschrieben, man spricht von zwei möglichen Varianten, eine mit 145.000 und eine weitere mit 175.000 Quadratmeter Stellfläche für Container und Fracht und da kommt einem dann schon wieder die Frage über die Schulter, brauchen wir denn überhaupt solch einen großen Frachthafen? - Das sind fast 25 Fußballplätze, wenn man von 7.100 Quadratmeter für eine Spielfläche ausgeht, und die Frage darf dann doch erlaubt sein, was will man denn dort hinstellen, wo doch der Frachthafen eh nur drei Tage in der Woche Arbeit hat, weil die anderen Tage kein Schiff kommt. - Ein bisschen erinnert das an unser neues Flughafenterminal mit den vielen Parkplätzen, für die sich einfach keine Autos finden wollen, auf der anderen Seite kommt von Nichts auch nur Nichts, nur habe ich so oft das Gefühl, dass in der ganzen Geschichte manchmal die Dimensionen ein bisschen verrutschen. - Eine wirklich neue Idee allerdings ist, dass man auch daran denkt, eine Schiffswerft für Reparaturen dort zu installieren, das würde dann auch einen Teil des riesigen Areals erklären und könnte auch Arbeitsplätze entstehen lassen, aber wir wissen ja auch, dass in den anderen Kanarenhäfen die Werften ums Überleben kämpfen. - Kaum schaffen wir es den Kopf wieder einigermaßen über der Wasseroberfläche der Krise zu halten, schon jucken uns wieder die Wachstumsgeister aus Asphalt und Zement, und hoffentlich übernehmen wir uns nicht an solchen Aufgaben, wenn man gleich hinter Santa Cruz falsch abbiegt, dann kommt man schnurstracks nach Schilda.




Links von unserem qualmenden Stromspender soll der neue Frachthafen entstehen





Freitag 05.02.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 13 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 28 % - Luftdruck 1021 hPa

Gastbeitrag von Michael Kröger
Ausflug in die Kulturstadt Tazacorte:


In diesem Jahr wird das Kanarische Musikfestival hauptsächlich auf den kleineren Inseln veranstaltet und in diesem Programm gibt es am kommenden Freitag ein Konzert in Tazacorte.

Somit gibt es 3 gute Gründe für einen Besuch dieser hübschen kleinen Stadt mit dem großen Kulturangebot:

Um 18.30 Uhr geht es los mit einem Besuch in der Avenida 17, um die Bilder von Sylvia Catharina Hess zu bewundern.

Anschließend direkt nebenan in die Pizzeria Venezia, um ein bisschen italienische Esskultur zu genießen und zur Abwechslung einen italienischen Wein und nach dem Essen einen echt italienischen Cappuccino zu trinken.

Von dort geht es dann um 20 Uhr zu Fuß in die Casa de la Cultura hinter dem Rathaus, um dann um 20.30 Uhr dem Konzert des Signum Quartetts aus Köln zu lauschen, das uns Werke von Mozart, Shostakovich, Webern, Beethoven und Stravinsky darbietet.

Ein runder Ausflug mit Bildender Kunst, Esskultur und klassischer Musik… und der Gelegenheit, einen Bummel durch Tazacorte zu machen.






Donnerstag 04.02.2016 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 20 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 39 % - Luftdruck 1021 hPa
Höchsttemperatur heute 21,2 Grad - niedrigste Temperatur 13,1 Grad

Straßenkarneval in Los Llanos, jetzt in Farbe
Aus Tradition wird internationales Farbenspiel

Die Geschichte mit dem Babypuder und dem Karneval auf La Palma. - Säckeweise kann man das, oft parfümierte Talkumpulver jetzt in den Supermärkten kaufen, und würde man mal eine Statistik aufmachen, dann läge der Verbrauch von Babypopopulver auf La Palma sicherlich x-Mal höher als im Rest des Königreiches der stolzen Iberer. - Allerdings kann man so eben nicht darauf schließen, dass die Babyhintern auf La Palma besonders viel gepudert werden, sondern wir nutzen dieses Pulver meist zweckentfremdet. - Gut, manchem robusten Karnevalisten wird das wahrscheinlich gar nicht klar sein, dass man das "Polvo", wie man es hier nennt, überhaupt auch anders verwenden kann, als zu dem Zweck, sein Gegenüber in einer weißen Wolke verschwinden zu lassen. - Seit 13 Jahren nun schreibe ich diese Kolumne und mindestens so oft habe ich auch über den Brauch des Talkumpulverwerfens geschrieben, und trotzdem schreiben mir die Leute, ich solle doch mal was darüber schreiben. - Ich versuche nun, das immer Gleiche in neue Worte zu kleiden, ohne eine Uniform nutzen zu müssen. - Also, warum machen wir das? - Genau weiß man es nämlich gar nicht wo das herkommt, es gibt diverse Theorien darüber, je nachdem, welchen Historiker oder Traditionswächter man danach befragt. - Es ist möglich, dass es mal Mehl war, welches man warf, vielleicht aus dem Grund, dass man so den beworfenen demonstrieren wolle, man lebe selbst im Überfluss und könne sich so etwas leisten. - Dabei muss man ja auch wissen, wen man denn da eigentlich mit Pulver bewirft. - Es sind ja die "Indianer" und dieses Wort benutzen wir hier auf der Insel um damit die Rückkehrenden Auswanderer aus der damals noch Neuen Welt zu begrüßen. - Besonders innig sind ja die Migrationsbewegungen zwischen Kuba und La Palma gewesen und wenn die Auswanderer dann, zu Reichtum oder wenigsten Wohlstand gekommen, zurück an palmerischen Gestaden landen, dann wollte man sich über den zur Schau gestellten Reichtum irgendwie lustig machen. - Es kann aber auch sein, dass dieses Talkumpulver als Ersatz für Insektenvernichtungsmittel steht, denn es gab eine Zeit, da sprühte man über die in kleinen Booten anlandenden Reisenden Läusepulver um kein Ungeziefer auf die Inseln zu lassen. - Heute denken die allermeisten überhaupt nicht darüber nach, heute steht das Bepulvern oder Bepudern einfach nur um kollektive Fröhlichkeit auszudrücken und auch wenn es wohl ursprünglich einen mindestens schelmischen bis leicht beleidigenden Hintergrund hatte, ist heute derjenige beleidigt, der in den Karneval zieht, aber kein Pulver abbekommt. - Es gibt auch noch die sexuelle Bedeutung, "echar un polvo" (bepudern) bedeutet auch schnackseln, Süddeutsche und Österreicher kennen ja auch das "Pudern" und dort bedeutet es das Gleiche. - Wenn man aber erst darüber nachdenken oder schreiben muss, dann ist die halbe Freude schon vorbei und wenn dann noch jemand kommt und nach der Feinstaubbelastung an Karneval auf La Palma diskutieren will, dann kann man gleich Aschermittwoch rufen.

Und da wir ja der Mittelpunkt der Welt sind, je nach Stanpunkt kann das sogar stimmen, glauben wir dann auch noch, wir hätten das Pulverwerfen erfunden und nur wir dürfen das machen. - Stimmt natürlich nicht, in vielen Regionen der Welt werden aus diversen Gründen andere bepulvert und damit bespaßt, nur eben in Verbindung mit der Satire um die Rückwanderer aus Kuba in Begleitung einer Figur welche "Negra Tomasa" bezeichnet wird, ist das wohl einzigartig. - Also "Los Indianos", dieses Fest kann man wohl als palmerisches Kulturgut gelten lassen und wenn dieses Gesamtkunstwerk unter dem Namen anderswo auch be- oder getrieben wird, dann wird man über diesen Missbrauch hier sauer. - Passiert immer wieder in Las Palmas de Gran Canaria, auch dort wird auf einer bestimmten Veranstaltung Talkum-Pulver geworfen, allerdings heißt das dort "Carneval tradicional" und nicht "Indianos", also kann man auch nichts dagegen unternehmen. - Mir leuchtet dieser Traditionswahn sowieso nicht ganz ein, denn eigentlich ist ja eine Wiederholung unserer Bräuche eine Anerkennung unserer Tradition. - Niemand kopiert doch unser Tun, weil wir Scheiße bauen, sondern doch genau das Gegenteil ist der Fall. - Aber da ist man hier argwöhnisch, man fürchtet immer, dass die großen Inseln uns die Traditionen wegnehmen, diese für sich reklamieren und so hat man es gar nicht gerne, wenn unsere Bräuche anderswo nachgemacht werden. - Das ist für den Karneval so, aber noch viel schlimmer in Sachen Zwergentanz, welcher nur alle 5 Jahre im Rahmenprogramm der Niederkunft der Virgen de Las Nieves gezeigt wird. - Aber wir kopieren dennoch völlig schamlos alles, was wir irgendwo finden, ob es Halloween ist, Santa Claus oder sonst was. - So auch dieses Jahr wieder und darüber freue ich mich sogar, denn in Los Llanos wird es bunt werden. - Dort sind ja nicht die Indianer der Thema sondern die Inder, und bei denen wird ganz viel Pulver geworfen, auf diesen Festen welche unter dem Namen "Holi" laufen und wohl das hinduistische Frühlingsfest bunt machen soll. - Das dient uns nun dieses Jahr als Vorbild, (nicht als Kopie, das würden wir nie tun…) und so wird es in Los Llanos in diesem Jahr wohl bunt zugehen. - Das Farbfernsehen wird also erfunden dieses Jahr, zumindest hier für die Insel, übermorgen geht es los, ab 14:00 in Los Llanos, immer der Musik und der Staubwolke nach, welche dieses Jahr wohl bunt sein dürfte.






Donnerstag 04.02.2016 11:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 17 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 45 % - Luftdruck 1024 hPa


Wieder Großsegler Besuch in Tazacorte

ALEXANDER VON HUMBOLDT II
Heute um 8h ist die Alexander von Humboldt II in der Marina Tazacorte eingelaufen. Zwei Tage wird sie in Tazacorte liegen.

Freundliche Grüße
Federico













Alle Bilder von Federico





Donnerstag 04.02.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 19 % - Luftdruck 1023 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Al triste, un puñado de trigo se le vuelve alpiste

Dem Traurigen wird eine Hand voll Weizen zum Vogelfutter. - Wer die Welt mit dunklen oder traurigen Augen und Gedanken betrachtet, der erkennt oft den Wert der Dinge und des Lebens nicht mehr. - Kurz: Don´t worry, be happy!






Wie die Welt des Kleinen Prinzen, Antoine de Saint-Exupéry (Punta resbaladera, Okt. 2015)
Bild von Dr. med. Herbert Schaar





Mittwoch 03.02.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 31 % - Luftdruck 1022 hPa
Höchsttemperatur heute 22,8 Grad - niedrigste Temperatur 14,6 Grad

Markttag, Fischtag, Blumenkohlzeit…
Sonntäglicher Bauernmarkt macht der Markthalle Konkurrenz

In Los Llanos haben wir eine wunderschöne Markthalle, mit weit einladenden Ständen. - Voller Farben und voller Gerüche, ganz genau so, wie man sich einen Markt in südlichen Ländern vorstellt. - Man hat diese Markthalle vor ein paar Jahren auch mal saniert, und dabei alles richtig gemacht. - In Santa Cruz hat man die Markthalle auch saniert, viel aufwendiger als in Los Llanos, das dauerte zum Ärger der Kaufleute Jahre, und es ist dort ein bisschen zu modern geworden, zumindest für meinen Geschmack. - Aber bleiben wir in der größten Stadt der Insel, in Los Llanos, denn dort sind inzwischen nur noch neun der dreizehn vorhandenen Stände geöffnet. - Man macht dafür die wachsende Konkurrenz der Supermärkte, aber vor allem eben den sonntäglichen Bauernmarkt verantwortlich, welcher unter den (falschen) Lorbeerbäumen in der Avenida Dr. Fleming abgehalten wird. - Der ist dermaßen erfolgreich, dass sich viele Leute am Sonntag gleich für die ganze Woche mit Obst und Gemüse eindecken und die, immer besser werdenden Supermärkte, machen die Fleisch- und Wurststände im Markt nutzlos und so haben ein paar Händler bereits aufgegeben. - So beklagt man, dass Montags so gut wie überhaupt niemand mehr in die Markthalle kommt, weil sich eben alle am Sonntag auf dem Bauernmarkt eingedeckt haben. - Die anderen Händler halten durch, wobei die meisten Stände sowieso in den Händen weniger Familien sind und es fehlen so ein bisschen die Ideen, und auch der Schwung, wie man denn aus der dahindümpelnden Markthalle wieder ein wuseliges Gesamtkunstwerk aus Gemüse, Fleisch und Fisch machen könnte.

Jetzt mischt sich die Gemeinde Los Llanos ein und will sich neue Unternehmungen einfallen lassen, zu dem auch Neuausschreibungen der Stände gehören könnten, denn nach Aussage der Stadt seien die meisten Konzessionen der Händler eh abgelaufen. - Wie das aussehen könnte, das lässt man uns in der Presseerklärung nicht wissen, aber es fällt jedem auf, der durch den Markt läuft, dass der frühere Schwung deutlich nachgelassen hat. - Wie könnte man denn eine solche Markthalle wieder zu mehr Besuchern bringen? - Neue Stände mit Produkten, die es sonst nirgendwo gibt, oder müssen die jetzt dort verkaufenden Händler mit den Preisen runter gehen und mit dem Service nach oben? - Oder sind, eben weil inzwischen jede Gemeinde der Insel ihren Bauernmarkt hat, solche Markthallen einfach ein Auslaufmodell und wird trotz aller Bemühungen diesen kein neues Leben einhauchen können. - Das fände ich persönlich sehr schade, denn immer wenn ich woanders bin, zugegebenermaßen selten, dann suche ich in den Städten die Markthallen und laufe mit großen Augen, Ohren und mit Ringelnatzschem Nasenflügelbeben an den Ständen entlang. - Allerdings muss ich dabei gestehen, die Märkte, welche ich in Las Palmas und Santa Cruz de Tenerife besucht habe, die hatten auch nicht alle Stände besetzt und waren auch nicht mehr so voll, wie ich das von früher noch in der Erinnerung habe. - Gehen wir aber noch mal zurück zu den, bei uns "Laureles de India" genannten Bäumen, welche ja gar kein Lorbeer sind, wie der Name glaubhaft machen will, sondern in Wirklichkeit handelt es sich dabei um Ficus microcarpa, die anderswo auch gerne mal als Bonsai genommen werden. Chinseische Feige sagt man auch, die sich aber bei uns zu mehreren hundert Jahren alten Monsterbäumen ausgewachsen haben, welche alle paar Jahre komplett gestutzt werden müssen, da sie sonst alles zuwachsen würden. Vor ein paar Jahren übrigens feierte man den einhundertfünfzigsten Jahrestag der ersten Ficus, welche man aus Kuba nach La Palma gebracht hatte. - Das waren die Exemplare gegenüber des Rathauses in Los Llanos. - Die an der Avenida Dr. Fleming, die wurden erst 1956 gepflanzt und die in Argual 1932, auf jeden Fall gehören diese Bäume längst zum Stadtbild Los Llanos´ und sind überhaupt nicht mehr wegzudenken.




Die Markthalle in Los Llanos, Bild von Wolfgang Hempel





Mittwoch 03.02.2016 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 49 % - Luftdruck 1023 hPa

Gastbeitrag von Felix Demant-Eue
Kanarenvögel, Teil 22 von, sagen wir mal, deutlich mehr als 30
Aberwitzige Episoden über weitgehend schrullige aber durchaus sympathische Auswanderer von der Insel


Helfer-Henning
Balin? Wat soll ick in Balin?

Es war für die Gäste jedes mal interessant zu erleben, in welchem Outfit Helfer-Henning, flink mit Berliner Schnauze und gut gelaunt, ihnen an diesem Sonntag servieren würde.
Aber, wie schon erwähnt, ist Konrad jetzt allein, weil Henning als Selbständiger seine gärtnerische Tätigkeit ausgeweitet hat. Da bleibt ihm keine Zeit fürs Servieren an seinem einzigen freien Tag, dem Sonntag. Auch in seiner Kleiderwahl ist Henning zurückhaltender geworden. Eigentlich schade. Und Henning ist inzwischen auf der Insel, und das kann man in dem Zusammenhang durchaus so sagen, eine Berühmtheit. Zeitungsartikel sind über ihn erschienen, auch das Fernsehen machte über ihn eine Sendung. Er ist also auf La Palma wirklich angekommen. So ist verständlich, wenn er sagt: "Zurück nach Deutschland, nach Berlin, will ik nich, ne, wat soll ik in Berlin?"

Immer wieder und gern dagegen hält sich Hühner-Horst in Berlin auf. Da fliegt er mindestens alle halbe Jahre hin. Dabei ist er hier auf der Insel im intimen Bereich eigentlich ausreichend beschäftigt. Er fliegt aber nicht nach Berlin weil er dort einen Koffer steh´n hätte, sondern einen Liebhaber, dem er steht.
"Ach, ich muss mich beeilen. Ich muss schnell nach Berlin."
"Schon wieder? Warum so eilig?"
"Weil doch Ramadan in der nächsten Woche beginnt."
"Was hast du mit Ramadan am Hut?"
"Im Ramadan geht doch nichts. Da darf Omar doch nicht."
"Ach ja, so, der Omar. Dein Kerl aus Marokko, stimmt."
Noch vor zwei Jahren hätte Hühner-Horst auf jeden Ausländer mit großer Skepsis, ja mit Verachtung geblickt. Und auf einen Nordafrikaner allemal, gar auf einen Andersgläubigen, auf einen Moslem. Niemals wäre er seinerzeit auch nur auf die Idee gekommen, dass das ebenfalls Menschen sind mit ähnlichen, wenn nicht gar gleichen Gefühlen und Bedürfnissen.

Ja, nun hat sich Hühner-Horst gar extra eine Wohnung in Berlin gekauft. Weil er dort häufig hin muss. Und dann geht er in Berlin nicht nur zu seinem Omar, sondern auch in allerlei obskure Lokalitäten. Und hinterher entrüstet er sich dann über die Unmoral der Leute.
Hühner-Horst ist, wie man sieht, beschränkt lernfähig. Allerdings, so wie es den Anschein hat nur dann, und höchstwahrscheinlich auch nur dann, wenn es sich um Sex handelt.

Es wäre doch eine wunderbare Sache, wenn alle rassistischen, religiösen, nationalen und ethnischen Vorbehalte auf diese Weise aus der Welt geschafft werden könnten.
Es muss ja nicht jeder so machen wie Hühner-Horst. Ich meine, auch die Frauen wollen ihren Spaß.
Also, auf Freunde! Machen wir´s den Bonobos nach, nutzen wir deren Methode zur freudvollen Lösung zwischenmenschlicher Probleme und zur gewaltlosen Völkerverständigung.

Bei den nachwachsenden Einheimischen allerdings möchte ich diese Bonobo-Methode dann doch lieber nicht angewandt wissen. Sie pflegen wie alle Zweifüßler ab einem gewissen Alter zwar auch gern und häufig das Intim-Spiel, aber mir scheint, dass die gerade auf dieser Insel flügge gewordene Generation noch nichts von Kondomen, Spiralen oder der Pille gehört hat. So produzieren diese Gören, kaum den Kinderschuhen entwachsen, Kinder. Und sie machen sich und andere damit unglücklich.

Was nun aber nicht heißen soll, dass alle anderen Zweierbeziehungen auf Dauer und vor allem a priori von reiner Harmonie geprägt wären. Bestimmt nicht.



Dienstag 02.02.2016 18:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 19 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 38 % - Luftdruck 1024 hPa
Höchsttemperatur heute 21,0 Grad - niedrigste Temperatur 16,1 Grad

Der Haushalt des Fortschritts
Den Aufschwung herbeijubilieren

In wie weit man mit düsteren Aussichten auch Einfluss auf die wirtschaftlichen Geschicke nehmen kann, da könnte man durchaus Wahrheiten finden. - Ob es anders herum auch geht, also den Aufschwung herbeireden, das haben wir noch nicht verifiziert. - Aber das hat man sich im ganzen Lande und auch bei uns auf der Insel zum Credo gemacht, alles wird positiv verpackt, der Tourismus brilliert, die Landwirtschaft klotzt, das Bauwesen brummt und jetzt präsentiert uns die Inselregierung den neuen Haushaltsplan als den des Aufschwungs. - Was richtig ist dabei, man hat ja nach den vielen Jahren des Jammerns, seit 2007 schleicht das Wort Krise fast omnipräsent in den Gedanken und Gesprächen der Leute, und jetzt, nach vorsichtigen Indizien einer möglichen Erholung, hat man fast den Anschein, als wollen sich viele die Zukunft rosig reden. - Allen voran die neue Inselregierung, die haben sich den Jubel irgendwie in das Koalitionspapier geschrieben und lassen keine Möglichkeit aus, die Dinge bei blumingen Namen zu rufen. - Es erinnert ein bisschen an die Nachrichten aus der Aktuellen Kamera, Pläne werden übererfüllt und bei 110% Zustimmung fängt man sich halt einfach ein bisschen Skepsis ein. - Kritik will man gar nicht mehr hören, bezeichnet diese sogar als kontraproduktiv, vorwärts immer, rückwärts nimmer und wer nicht mitmacht bei der Polonäse des Aufschwungs, der macht sich der Kontrarevolution verdächtig. - Das ist so den Jungen Wilden von Podemos widerfahren, als die vor ein paar Tagen die schlecht bis gar nicht funktionierende Müllverwertungsanlage in Mazo kritisierten. - Denen hat man in einer Pressemeldung darauf hin vorgeworfen, sie würden mit ihrer negativen Berichterstattung dazu beitragen, dass die Bürger noch weniger Lust hätten auf Mülltrennung. - Darüber hinaus sei diese Anlage äußerst effizient, man habe Fortschritte gemacht, obwohl selbst die alte Rätin für Umwelt in der Inselregierung noch vor einem Jahr beklagt hatte, dass man über 90% des dort anfallenden Mülls nicht mehr trennen könne und ihn einfach so deponieren müsse. Glasnost durch die rosarote Brille, nicht das System ist falsch, sondern die Systemkritik.

Wirtschaftliches Wachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen sind herausragende Vorhaben des neuen Inselhaushaltes und das wird wohl den Hintergrund haben, dass man inzwischen weniger Kredite abbezahlen muss und daher das Kapitel Investitionen endlich wieder spürbar belegen kann. - An den fehlenden Investitionen, nicht nur seitens der Inselregierung, sondern auch der Gemeinden, hatten wir die letzten Jahre robust zu knabbern, denn die verordneten Sparhaushalte schneiderte man sich eben so zusammen. - Personal, laufende Kosten, Schuldentilgung und soziale Dienste, daran konnte man nichts abfeilen, also strich man die Investitionen so weit zusammen, dass der Haushalt dennoch aufgegangen ist. - Das wiederum hatte zur Folge, dass lokale Firmen oft Leute entlassen mussten, oder gar Pleite gingen, weil nun kein Geld mehr da war für den Ausbau, oder sogar die Wartung von städtischen und inseleigenen Infrastrukturen. - Erst letztes Jahr konnte man in den Haushalten wieder auf Investitionen setzen, die Gemeinden und auch die Inselregierung haben deutlich Schulden abgebaut und dieses eingesparte Geld kommt nun unter die Leute. - Auch wachsen die Haushalte generell wieder, nachdem man über Jahre immer kleinere Brötchen gebacken hatte. - So wächst der Inselhaushalt 2016 zwar um 4% auf 91,9 Millionen Euro, dabei dürfen wir aber nicht vergessen, dass der Haushalt in den Vorkrisenjahren schon mal über die 100 Millionen Marke gestiegen war. - 35,5 Millionen Euro gehen für Löhne und Gehälter drauf, das Cabildo Insluar de La Palma ist der größte Arbeitgeber der Insel und daran wird sich wohl so schnell nichts daran ändern. - 17 Millionen sind für laufen Kosten blockiert und die Investitionen rechnen sich aus 8,6 Millionen und weitere 8,4 Millionen aus Kapitalübertragungen immerhin zu einer Summe von 17 Millionen zusammen. - Damit kann man schon ein paar Aufträge auf die Firmen loslassen und hofft dabei natürlich auch wieder auf positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt. - Und immer lächeln beim Geld ausgeben, der Aufschwung ist ein zartes Pflänzchen und verschwindet sofort wieder bei der ersten kritischen Bemerkung…




Und wenn erst die Golfplätze auf La Palma die Massen anlocken, dann können wir uns vor Aufschwüngen gar nicht mehr retten...





Dienstag 02.02.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 22 % - Luftdruck 1025 hPa

Gastbeitrag von Gabi Lange

Djémbe-Kurs in El Paso


Die Djembé ist eine der uns bekanntesten Trommeln West-Afrikas. Sie stammt aus dem Mali-Reich des 13. Jahrhunderts. Das Reich erstreckte sich vom heutigen Guinea und Mali bis Burkina Faso, Senegal und Gambia. Sie wird auch heute noch zu allen Festen dort gespielt und unterstützt die Tänzer. Die Djembé ist international zur bekanntesten und meist gespielten westafrikanischen Trommel geworden. Sie wird mehr und mehr als Mehrzweck-Trommel in vielen musikalischen Genres benutzt. Dieser Stil der Djembé-Musik ist von der ursprünglichen Form des Begleitens der Dorffeste weit entfernt. Viele europäische Djembé-Gruppen konzentrieren sich auf die Musik an sich, mit ihren polyrhythmischen Strukturen und Melodien und lassen den Tanz ganz außen vor.

So auch der niederländische Djembé Lehrer Eef Bresser, 57 Jahre alt, der bereits seit 19 Jahren in der Nähe von Rotterdam Djembé-Kurse erteilt. Zusätzlich gibt er auch Workshops in Schulen, Gefängnissen oder auch Behindertenheimen. Auch unterstützt er Firmen beim sog. Team-Coaching für eine bessere Zusammenarbeit.

Bereits seit 10 Jahren besucht er regelmäßig die Insel , um auch hier einen Djembé-Kurs zu geben. Dies bereitet nicht nur ihm große Freude, denn auch die Teilnehmer, egal ob Urlauber oder Residente haben sehr viel Spaß.

Mehr als 25 Trommeln hat er hier auf La Palma "stationiert", so dass jeder Teilnehmer mit einer Trommel versorgt ist.

Seien Sie herzlich willkommen beim diesjährigen Trommelkurs "Afrokick" und entdecken Sie die Möglichkeiten auf der Djembé, afrikanische Rhythmen spielen zu können.

Herzliche Grüße
Gabi Lange






Montag 01.02.2016 16:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 16 % - Luftdruck 1025 hPa
Höchsttemperatur heute 23,8 Grad - niedrigste Temperatur 15,4 Grad

Die Transvulcania ruft Helden
Aber nicht nur Läufer, sondern auch freiwillige Helfer

Scheint ja bei jedem sportlichen Großereignis so zu sein, ohne das pausenlos wuselnde unendliche Heer der freiwilligen Helfer könnte man das gar nicht wuppen. - Auch für die, inzwischen mehrtägige Transvulcania, braucht man zwischen 500 und 1.000 Helfer und jedes Jahr hat man es ohne Probleme geschafft, immer genügend Freiwillige bei der Hand zu haben. - Es ist für ganz viele nicht nur ein Erlebnis, dort mitten drin zu sein und nicht nur Zuschauer, andere fühlen sich geradezu verpflichtet, da mitzuhelfen. - Man kommt natürlich als Helfer auch viel näher ran an die ganze Organisation und viele Helfer sind bereits seit der ersten Ausgabe dieses Ultramarathons im Juli 2009 mit dabei. - Über die Rathäuser der Gemeinden in deren Gebiet die diversen Läufe stattfinden ist eine Möglichkeit "Voluntario" zu werden, denn die Gemeinden leisten die größte Arbeit an den Verpflegungsstellen. - Dann gibt es noch die üblichen Hilfsorganisationen wie Ayuda en Emergencias Anaga (AEA), Alfa Tango, Unidad Canina de Rescate y Emergencias La Palma (UCREP) - Rettungstrupp mit Hundestaffel und verschiedene Gruppen der "Protección Civil" (Zivilschutz). - Da muss man eben bereits Mitglied in diesen Organisationen sein, die mehr bei der Absperrung und eventueller Hilfeleistungen arbeiten, also nicht unbedingt am aktiven Renngeschehen teilhaben. - Man muss irgendwie auch dafür gebaut sein, mit einer Warnweste und einem Blinklicht bereits ab 4:30 Uhr morgens eine Straßensperre zu besetzen und Autofahrer mit der Kelle vorbei zu winken. - Nicht wirklich mein Ding, aber auch diese Leute braucht man um solch ein Großereignis über die Bühne zu bringen. - Dritte Möglichkeit sich als freiwilliger Helfer bei der Transvulcania zu bewerben geht über deren Webseite, www.transvulcania.info/volunteers dort kann man sich auch bewerben und man sucht natürlich auch Leute, welche Sprachen sprechen, wobei Spanischkenntnisse in Spanien immer von Vorteil sind…

Die "Heiße Phase" der Transvulcania liegt in den Tagen vom 4. bis 7. Mai, aber auch vorher gibt es bereits viele Dinge zu erledigen, und in der Webseite kann man auch die Zeiträume sich aussuchen, an welchen Tagen man denn vormittags, oder auch nachmittags, Zeit hätte. - Es ist also für jeden etwas dabei, wobei auch bereits im Anmeldeformular klar gemacht wird, dass nicht jeder Antrag auch dazu führt, dass man als Helfer in den bunten Tagen der Transvulcania hier auf der Insel auch Hand anlegen kann. - Für La Palma ist dieses sportliche Spektakel das größte internationale Ereignis im Kalender und für den Erflog steht aber nicht nur die große Beteiligung der Stars der internationalen Extremläuferszene, sondern diese sportliche Herausforderung wird auch von der Bevölkerung angenommen. - Jeder hat in der Familie, oder im Freundeskreis einen Teilnehmer, oder jemanden, der sich über die Jahre hin darauf vorbereitet, einmal im Leben diesen Ultramarathon über die Vulkane der Insel anzugehen. - Dazu gibt es auch das Jahr über eine Menge an regionalen Crossläufen, welche zur Standortbestimmung bestens dienen und man sich eben so aufbaut, für das große Ziel, einmal die, knapp 77 Kilometer vom Fuencaliente über die höchsten Berge der Insel hinab nach Tazacorte zu laufen, um dann wieder hoch nach Los Llanos, dem Ziel zu gelangen. - Die Begeisterung der Bevölkerung ist auch enorm, es ist ein wahres Volksfest die Tage lang und man hat ja inzwischen auch einen "Vertikalen Kilometer" eingeführt, welcher das Ereignis Transvulcania dann auch noch zu einem mehrtägigen Event macht. - Dazu kommt noch die "Feria del Corredor" eine Art Messe für Sportartikelanbieter, welche Tage vorher schon in Los Llanos die Leute in den Ort ruft. - Darum gab es in den letzten Jahren öfter mal ein kräftiges politische Hickhack, denn Los Llanos fühlt sich als Zielort als dauerhaften Standort für diese Messe auserkoren, die anderen Orte wollen aber auch mal diesen Trubel für ein paar Tage haben. - Transvulcania, ein echter Brocken an internationaler Veranstaltung und wenn es uns jetzt auch noch gelänge, einen besseren Sponsor zu finden als den regionalen Verband der Bananenzüchter, dann kommt vielleicht auch mal ein Sender wie Eurosport auf die Idee, man könnte anstatt, für die Zuschauer langweiligem Straßenmarathon, mal ein optisch wirkliches Abenteuer bringen, wie 1.650 Helden sich über die Vulkane schleppen. - Das ist alleine die Anzahl der Läufer welche sich für den Ultramarathon angemeldet haben, dann gibt es auch noch einen Marathon, einen Halbmarathon, einen Vertikalen Kilometer, die Transvulcania-Kids und eine Wanderung. - Tage an denen sich irre was bewegt auf der Insel und als freiwilliger Helfer ist man mitten drin, und nicht nur dabei.




Mein persönlicher Favorit an Zieleinlauf. - Die Kinder des erfolgreichen Läufers haben sich extra T-shirts machen lassen, auf denen steht: Super Papa, 1. Ziel, ankommen bei der Transvulcania, 2. Ziel, heute noch das Rauchen aufgeben. - Großartig, den zweiten Teil habe ich ja auch schon geschafft, der erste Teil, unmöglich für mich...




Mein Zweitlieblingsmotiv: Die Siegerin 2014, Ana Frost, ruft die Bananenrepublik aus





Montag 01.02.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 22 % - Luftdruck 1026 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Al son que me toca bailo

Ich tanze zu dem Klang der mich angeht. - Ich weiß auf jede Frage eine Antwort, ich habe für jedes Problem die passende Lösung, ich kann mich anpassen, komme was immer da kommen mag, ich kann damit umgehen.






El mundo es un queso suizo - Die Welt ist ein Schweizer Käse (Punta resbaladera, Okt. 2015)
(im Vordergrund der Kuturbeauftragte himself)
Bild von Dr. med. Herbert Schaar





Sonntag 31.01.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 19 % - Luftdruck 1026 hPa
Höchsttemperatur heute 23,3 Grad - niedrigste Temperatur 14,9 Grad

Her mit den kleinen Skandinavierinnen
Schweden und Dänemark im Focus touristischer Träume

Im Tourismus auf La Palma läuft es seit dem vergangenen Jahr besser, hauptsächlich weil es wieder deutlich mehr Flugverbindungen aus Deutschland auf die Grüne Insel gibt. Darauf will man sich aber nicht ausruhen, immer hat man bereits versucht, neue Destinationen für La Palma zu suchen und geht das nun erneut an, zielgerichtet auf Schweden und Dänemark. - Das Gobierno de Canarias hat über den eigenen Werbepartner Promotur nun vier wöchentliche neue Strecken freigegeben, und zwar aus Göteborg, Stockholm, Kopenhagen und Billund. - Bis zum 15. Februar haben interessierte Fluglinien noch Zeit sich zu bewerben und wir könne nur hoffen, dass es Bewerber dafür gibt. - Aus Stockholm hatten wir ja bereits eine Verbindung, ich glaube es war der Winter vor zwei Jahren, aber die wurde mangels Auslastung wieder eingestellt. - Aber die Dinge haben sich ja verändert, die Kanaren und auch La Palma sind als politisch und wirtschaftlich sichere Reiseziele deutlich im Aufwind, und so hofft man, den erneuten Versuch auch aus Skandinavien Menschen auf die Insel zu holen, dieses Mal erfolgreicher angehen kann. - Vielleicht sind vier wöchentliche Verbindungen gleich ein bisschen viel, aber man wird es versuchen und möchte dann in der kommenden Winterperiode auch Bleichgesichter aus dem Norden Europas bei uns haben. Die Flugverbindungen sind die eine Geschichte, dann muss man eben auch noch wissen, welche Reiseveranstalter diese Linien bedienen wollen und ob man auf Billig und All-inklusive gehen will, oder vielleicht eher Aktiv-Urlaub auch für jüngeres Publikum anbieten will.

Von allem ein bisschen, so gierig sind wir nach wie vor, verständlich bei der immer noch schlechteren Auslastung unseres Hotelsektors gegenüber den anderen Inseln, allerdings ist diese Methode langfristig schwer zu halten und dient nicht dazu, La Palma eine Corporate Identity mit Alleinstellungsmerkmalen gegenüber den anderen Kanareninseln zu verschaffen. - Vielleicht erhoffe ich da auch zu viel, die Erwartungshaltung an touristische Planung und Machbarkeiten sind äußerst kurzfristig gesetzt, niemand aus dem Sektor lässt sich mit Hoffnungen und Plänen für die kommenden zehn Jahre berauschen, die Betten müssen jetzt und schnell belegt werden, alles andere ist reine Träumerei. - Leider, aber der Elfenbeinturm ernährt seine Kinder nicht, und so trägt man weiterhin das Motto: "La Palma lo tiene todo", La Palma hat alles, vor sich her, eine falsche wie ebenso gleichmacherische Phrase, welche eigentlich genau das Gegenteil unserer Identität beschreibt. - Aber das ist keine Kritik an den momentan Verantwortlichen, die stehen unter gehörigem Druck des touristischen Sektors, welcher angesichts der wenig erfreulichen Aussichten in Sachen Bananen, immer mehr Gewicht in der Inselvolkswirtschaft gewinnt. Daher auch der Versuch, oder sollten wir noch sagen Wunsch, der Inselregierung nach weiteren Standbeinen der Wirtschaft, so wie das Lieblingsthema unserer Inselpräsidenten, die Hochtechnologie mit Forschung und Lehrbereichen, irgendwie zukünftig dafür sorgen soll, dass diese Insel nicht wieder von einem Einkommenssektor alleine abhängig ist. - Dabei ist es ja gar keine Frage von heute oder morgen, die europäischen Bananen werden nicht so schnell verschwinden, wie wir das vor 15 Jahren noch gefürchtet haben, aber jeder weiß auch, dass langfristig diese hochsubventionierte Landwirtschaft keine Zukunft haben kann. - Und hier beißen sich eben die rein kurzfristigen Versuche im touristischen Sektor, auf jeden bimmelnden Zug aufzuspringen, mit den langfristigen Aussichten, und wir sollten eigentlich vorgewarnt sein, und uns nicht die Uniform des auch massentauglichen Tourismus überstreifen. - Allerdings befürchte ich, das bestimmen weder zögernde noch forsche Tourismusräte, sondern einfach die Weltwirtschaft und eben auch politische Geschehnisse, denn es muss uns immer klar sein, der heutige Tourismusboom auf den Kanaren ist nicht das Verdienst kluger Köpfe hier bei uns, sondern das Ergebnis der Betonköpfe im Maghreb und Nahen Osten. - Der Arabische Frühling ist der Kanarische Sommer, und wer sich dabei hier auf den Inseln Verdienstmedaillen anheftet, wegen der guten Werbearbeit, der gewinnt eine Städtereise nach Aleppo, vorsichtshalber erst mal nur Hinflug.




Hatten Sie das auch schon mal, eine Schreibblockade?





Sonntag 31.01.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 19 % - Luftdruck 1026 hPa

Gastbeitrag von Ulrika Tammenheimo

"In einer Ruine kann man nicht wohnen"
Roman von Ulrika Tammenheimo


Es ist eine Geschichte von Verwandlungen, vom Umdenken und Umpolen, vom Überwinden menschlicher Konflikte und vom Überleben inmitten einer Naturkatastrophe.
Kati ist die Hauptperson, die mit fünfzehn unwillig nach La Palma kommt, um wegen ihrer sozialen Probleme in ihrer Heimatstadt nun von einer Betreuerfamilie bzw. - Mutter aufgenommen zu werden. Sie wird zunächst in einer Ruine eines abgebrannten Hauses in Las Tricias wohnen und mithelfen, aus den Trümmern ein Zuhause zu schaffen.
Kati lernt schnell, dass leben und sich entwickeln vor allem auch sich verändern bedeutet und dass man neue Wege nur gehen kann, wenn man die alten verlässt. Sie wird schließlich selbst zum Vorbild für andere. Mit Schwung, Kühnheit und Konsequenz bringt sie selbst kriminelle Jugendliche dazu, für sie und für die Finca zu arbeiten.
Im 2. Teil des Romans geschieht auf La Palma eine fatale Katastrophe von sogar weltweitem Ausmaß. Kati ist fast volljährig. Was wird nun aus ihr?

Mehr verrate ich lieber nicht, sonst wird es nicht mehr spannend für Sie!

Das Buch gibt es z.Zt. an folgenden Orten:

Las Tricias: Información turistica, Café Aloe Vera (Buracas)
Puntagorda: Información turistica, Tienda turqués, Papelería, Edición Alternativa
El Paso: La Sorpresa, Las Piedras






Samstag 30.01.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 1,5 mm - Luftfeuchte 29 % - Luftdruck 1026 hPa
Höchsttemperatur heute 22,9 Grad - niedrigste Temperatur 15,0 Grad

Der Kochtopf läuft über
Ich mag ihn wirklich, den Passat

Es pfeift weiter kräftig bis weit hinab ins Aridanetal, nach vielen Wochen mit eher südlichen Strömungen hat uns der "Vater aller Winde" wieder fest im Griff. - Kleinvieh macht auch Mist, vielleicht hat es anderswo sogar richtig geregnet auf der Westseite, aber wir haben die ganze Nacht über gerade mal 1,5 Millimeter im Regenmesser auffangen können, mehr war einfach nicht. - Inzwischen treibt der Passat die Wolken nur noch die Cumbre Nueva hinab und lässt sich als Wind spüren, aber der gestern beschriebene Chirizo, also der Sprühregen, der hat sich auf die Abhänge der Cumbre zurück gezogen. - Immer, wenn der Passat wieder zurück kommt, dann weht er kräftig bis derart robust wie jetzt, und manchmal bleibt dieser scharfe Wind sogar wochenlang, was aber nicht die Regel darstellt. - Morgen und übermorgen noch, dann müsste der Wind nachlassen und ab Dienstag kann sogar schon wieder ein bisschen südliche Strömung kommen, dann lässt der Wind deutlich nach. - In Los Llanos hat man nun die Gala zur Wahl der Karnevalskönigin abgesagt und auf Montag verschoben, man hatte dort Angst, der böige Wind könnte die teuren Kleider und Arbeiten der Teilnehmerinnen von der Bühne fegen. - Nicht immer kommen diese Fallwinde als Kollateralsturm auch bis hinab nach Los Llanos, meist bleibt die "Brisa", wie man hier diese Winde verniedlicht, oberhalb El Pasos stecken. - Je mehr Kraft allerdings der Passat gewinnt, um so weiter hinab ins Tal gelangt, lässt der sich spüren und je nach Lage aus welchem Winkel der Passat die Fallwinde über die Cumbre Nueva steuert, kann der sogar in Puerto Naos für Chaos sorgen. - Sensationell dabei ist aber immer das Wolkenspiel des über die Cumbre Nueva fließenden Wolkenwasserfall, den man hier auch treffend "Cascada" nennt. - Der Kochtopf läuft über, hat ein uns befreundeter Familienvater das immer genannt und das Wort ist bei uns heute noch häufig in Betrieb, wenn wir den Weg von El Paso hinauf zum Tunnel nehmen und dabei auf diese Wolkenbänke zufahren.

Es ist aber nicht so sehr dieses beeindruckende Schauspiel, was mich den Passat mit Freuden erleben lässt, sondern eher das Wissen, dass ohne diesen Wind unsere Insel kein grünes Schmuckstück im Atlantik wäre, sondern ein vertrockneter Felsen auf dem Weg nach Afrika. - Vom Passat stammt mehr Wasser, als durch die Regenfälle aus Tiefdruckgebieten, welche sehr oft sogar mehr Schaden durch Erosion verursachen, als Nutzen durch die Niederschläge bringt. Einmal kühlen uns diese feuchten und oft frischen Wind auf eine Temperatur hinab, welche uns eigentlich als räumlichen Bruder zu der Sahara gar nicht zustehen würde. - Darüber hinaus trägt der Passat eben diese vielen kleinen Tropfen Regen mit sich, welche sich in den dichten Wäldern auf der Ostseite abregnen. - Dabei hat die Kanarische Kiefer auch den Trick entwickelt, mit besonders langen Nadelbüscheln den Passat zu melken. - Die feuchte Luft kondensiert an den Nadelbüscheln und der Baum lässt viel mehr Wasser so zu Boden fallen, als er selbst braucht. - Geht man bei Passatlage in den Wald, so regnet es unter den Kiefern, rechts und links davon aber nicht. - Anderswo stellt man sich zum Schutz vor Regen unter den Baum, bei Passat und der Kanarischen Kiefer ist das nicht ratsam. - Darüber hinaus gibt es ja auch noch die Geschichte vom Passat, der daran Schuld ist, dass man die Neue Welt entdeckt hat und überhaupt mit Segelschiffen über den Atlantik kam und auch wieder zurück! - Das große Nordatlantische Hoch, welches oft Azorenhoch genannt wird, treibt ja den Wind, den man auf Deutsch Passat nennt, am südlichen Rand von Ost nach West, also in die Neue Welt, und will man dann zurück segeln, dann muss man den nördlichen Rand des Hochs anpeilen, denn der Wind trägt dann zurück in die Alte Welt, nach Osten. - Darum heißt der Passat bei den ökonomisch orientierten Engländern auch "Trade Winds" und die christlich-melancholische Version in Spanien lautet "Vientos Alisios" also elysische Winde. - Ich bin mir aber ganz sicher, dass die Mitarbeiter der Shell-Tankstelle oberhalb El Pasos, oder die Wanderer, welche sich heute die Vulkantour angetan haben, einen komisch bis ärgerlich anblicken würden, wenn man ihnen diese Geschichte von den elysischen Winden erzählt. - Dennoch, man sollte immer daran denken, ohne diesen Wind wäre La Palma verloren und es mag trockene Jahre geben und feuchtere, der Passat hat bislang aber immer noch für ausreichend Wasser gesorgt.



Der Kochtopf läuft über...





Freitag 29.01.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 21 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 32 % - Luftdruck 1023 hPa
Höchsttemperatur heute 21,8 Grad - niedrigste Temperatur 15,6 Grad

Chirizo und Chorizo
Bunte Kleinigkeiten

Es regnet, es regnet! - Nein, es regnet nicht, está chirizando, auf Deutsch müsste man sagen, es "chirisiert". - Gibt es natürlich nicht den Ausdruck in der Deutschen Sprache, man könnte es mit einem feinen Sprühregen wohl noch tragbar umschreiben. - Kräftiger Passat aus Ost, Nordost gehört dazu, welcher die feuchten Passatwolken wie durch eine Düse über die Cumbre Nueva drückt, welche nördlich von der Punta de Los Roques begrenzt wird und südlich vom Birigoyo und damit dem Anfang der Cumbre Vieja. - Je nach Wind schaffen es dann diese Passat-Wolken bis in die flache Zone des "Llano de las Cuevas" oder mit noch mehr Wind auch bis ins Tal hinein. - Das passierte heute Nachmittag, eine Wolke löste sich und nahm Fahrt auf in Richtung Las Manchas und den Süden der Insel. - Wir waren genau an der Grenze, kein messbarer Niederschlag, nur die Brille wurde besprenkelt, es reichte nicht mal aus um die Scheiben meines Autos sauber zu machen. - Im Süden ist vielleicht sogar messbarer Niederschlag gefallen, jedenfalls sah es dort viel dunkler aus. - Chririzo, so nennt man diesen feinen Regen hier und dieses Wort stammt aus dem Portugiesischen, so wie viele Worte rund ums Wetter, oder besonders aus der Landwirtschaft aus diesen Land auf der Iberischen Halbinsel stammen und damit auch wieder viel von der Besiedlungsgeschichte dieser Insel zeugen.

Das war der Chirizo, jetzt kommen wir zum Chorizo, aber in diesem Fall nicht zu der in tausendundeiner Variante der knackigen Paprikawürste, sondern wir meinen hier die ländliche Bezeichnung von Dieben und Strolchen. - Ich hatte ja vor ein paar Tagen allgemein über den Fall geschrieben, Gäste von uns wurden beklaut, aber mit dem glücklichen Ende, dass diese Leute heute bereits ihr Geld zurück bekommen haben. - Der Dieb wurde ja gefasst, noch bevor die Leute überhaupt wussten, dass man den Tresor mit einem Hammer erfolgreich bearbeitet hatte, alleine das ist schon bemerkenswert. - Anzeige bei der Polizei, die erfährt, dass die Leute montags bereits wieder abreisen, also versucht man denen ihr Geld noch schnell wieder auszuhändigen. - Das kann aber nur ein Richter machen und die haben das tatsächlich geschafft, das Pärchen hat nur drei Tage nach dem Einbruch bereits das gestohlene Geld wieder bekommen, und man darf sich wirklich fragen, ob das mit sichergestelltem Eigentum anderswo derart schnell möglich gewesen wäre. - War ein bisschen holperig, denn die Justiz ist solche Geschwindigkeiten ansonsten überhaupt nicht gewohnt, aber alle waren bemüht und zwischen Richter, Sekretär und Schreiberin bekam man das irgendwie hin. - Ich gebe zu, ein seltener Fall, allerdings ist der Chorizo auch schon wieder auf freiem Fuß, der hat einen festen Wohnsitz und darf nun auf seinen Prozess, oder sagen wir besser auf seine Prozesse warten, meist jahrelang, und was macht er währenddessen weiter?

Das Mandelblütenfest droht! - Jährlich in Puntagorda und weil man solche Feste ja schon eine ganze Weile vorher planen muss, kann das schon mal sein, dass die das Fest an einem Zeitpunkt feiern, wenn die Mandeln schon gar nicht mehr blühen. - Das haut dieses Jahr gut hin und man lässt sich nicht lumpen in Puntagorda, schließlich hat dieses Fest auch schon einen guten Ruf auch unter den internationalen Gästen und wird gerne angenommen. - Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da waren die Mandeln aus La Palma in ganz Europa beliebt, selbst das Nougat de Montelimar enthielt einen Anteil unserer kleinen runden Kerne, und viel Turrón auf dem Festland wurde damit hergestellt. - Aber unsere Mandeln sind eben klein und maschinell schwer zu verarbeiten und unaufhörlich wurden unsere Früchte durch billigere Importe sogar aus den USA ersetzt, welche diese beliebten flachen und hellen Mandeln anbieten, die sich eben auch hervorragend blanchieren lassen. - Aber unsere bringen mehr Öl mit und auch Geschmack, allerdings schaffen es unsere Mandeln nicht mehr auf internationale Märkte, was sicherlich auch mit dem Erzeugerpreis zu tun hat. - Lediglich in der Region Puntagorda selbst hat man wieder angefangen, die Mandeln zu ernten und zu verarbeiten, allerdings nicht annähernd in den Mengen, wie das noch vor hundert Jahren war. - In der zweiten Region auf La Palma mit den meisten Mandeln, das ist El Paso / Cumbre Nueva / Tacande, da sieht das immer noch spärlich aus mit blühenden Mandelbäumen, da es einfach zu trocken war in diesem Winter. - In Puntagorda hatte man mehr Wasser und das zeigt sich nun eindeutig. Das Programm für das Mandelblütenfest können Sie HIER nachlesen, ein Besuch dort im Nordwesten lohnt sich sicher und daneben auch einen Abstecher auf den Wochenendmarkt "Mercadillo" welcher wunderbare Köstlichkeiten aus der Region und Kunsthandwerk bietet.




Ein, für uns ungewöhnliches Wolkenbild, rechts die "abgespaltene" Wolke, welche hier "Chirizo" hinterließ, sowie in Las Manchas und im Süden vielleicht sogar mehr





Freitag 29.01.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 45 % - Luftdruck 1025 hPa

Gastbeitrag von Sylvia Catharina Hess

Mandelblütenfest aus Künstlersicht


Die Fiesta del Almendro in Puntagorda hat begonnen und strebt ihrem Höhepunkt am Sonntag entgegen. 2014 und 2015 habe ich beim Mandelblütenfest über 200 Fotos gemacht und Zeichnungen angefertigt. Mit meinem großen Acrylgemälde "Wenn die Mandeln blühen" habe ich dieser wunderbaren Fiesta und ihren lebensfrohen Besuchern ein Denkmal gesetzt. Das Bild kann im Rahmen meiner Ausstellung in der "Avenida 17" in Tazacorte (Ortsmitte neben der Pizzeria) noch bis zum 7. Februar besichtigt werden (täglich von 11-14 Uhr und von 18 bis 20 Uhr). Ich freue mich, Sie dort zu begrüßen!

Sylvia Catharina Hess, La Punta

www.art-hess.com
mail@art-hess.com






Donnerstag 28.01.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 22 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 29 % - Luftdruck 1024 hPa
Höchsttemperatur heute 22,8 Grad - niedrigste Temperatur 15,8 Grad

Gefahr erkannt, halb gebannt
Helo estrancher

Zunächst aber noch ein paar Takte zum Wetter. - Der Calima, hier auf La Palma noch sehr milde im vergleich zu den anderen Inseln aufgetreten ist vorbei. - Jetzt kommt wieder ein paar Tage lang Passat mit feuchterer und frischerer Luft zu uns und im Norden und Nordosten der Insel kann auch ein bisschen Niederschlag fallen. - Es pfeift wieder kräftig die Cumbre Nueva herunter ins Tal, ich liebe den Passat. - Das dauert aber auch nur ein paar Tage, dann wird es erneut wärmer und auch die erste Februarwoche lässt keine Hoffnung auf kräftige Niederschläge in diesem Jahr. - Das Schema ist immer das gleiche, die Tiefs kommen wohl von West nach Ost über den Atlantik gerauscht, aber kurz bevor diese auch die Kanaren mit Wasser segnen könnten, verschwinden diese, meist mit Hilfe von kräftigen Hochs über unserer Breiten so weit in den Norden, dass die Kanaren wieder kein Wasser abbekommen. 2 Millimeter Niederschlag im Tal, im eigentlich zweitregenreichsten Monat des Jahres. - El Niño? Klimawandel? Atlantisches Drüsenfieber? Oder einfach nur schlecht gelaufen. - Wir werden sehen, ob der Februar da noch helfen kann, ansonsten müssen sich die Bananenbauern auf heftige Wasserpreise diesen Sommer einstellen.

Nun zum heutigen Thema, und das ist eigentlich eine gute Nachricht wert. - Eigentlich deshalb, weil ich eben dieser schreckliche Typ bin, der auch noch in der Nudelsuppe das einzige Reiskorn findet, denn man bietet wieder nur eine Teillösung für ein, eigentlich sehr wichtiges Problem an. - Es geht um die sprachliche Ausbildung unserer Schüler, und da habe ich zum wiederholten Male beanstandet, dass diese nicht nur auf den Kanaren, sondern auch auf dem Festland deutlich zu wünschen übrig lässt. - Dabei geht es nicht darum, dass man an den Schulen keine Fremdsprachen lehren würde, sondern vielmehr darum, dass man so gut wie keine Muttersprachler als Lehrer hat und als Beherrscher eine Weltsprache sich irgendwie der Irrtum eingeschleppt hat, dass man die spanische Betonung und Aussprache der Worte ungebügelt übersetzen kann. - Geht natürlich nicht, oder nur so weit, bis man versucht aus seinen Sprachkenntnissen auch Gewinn zu schlagen, sprich diese in der internationalen Berufswelt anbieten will. - Manchmal erinnert mich das ein bisschen an die Versuche, wenn Google etwas übersetzen will, aber das war jetzt schon fast ein bisschen böse. - Grammatikalisch und auch vom Wortschatz alles da, aber was nutzt das einem, wenn mich mein Gegenüber nicht versteht, da die Aussprache derart miserabel ist, dass keine flüssige Kommunikation möglich ist.

Nun aber schlägt die Bildungsbehörde der Kanaren, die Consejería de Educación del Gobierno de Canarias genau in diese Lücke, und will mit Hilfe muttersprachlicher Lehrer diese Situation verbessern. - Allerdings werden diese Lehrkräfte nicht auf die Schüler losgelassen, sondern diese sollen in vielen Zyklen die Sprachlehrer unserer Schulen verbessern. - Dagegen kann man nichts einwenden, die Weitbildung von Lehrkräften ist wichtig und notwendig, allerdings kann ich nur hoffen, dass damit diese grundsätzlich Annahme, Fremdsprachen würde man genau so aussprechen, wie man das mit Spanisch macht, endlich vorbei ist. - Langfristig wäre mit Sicherheit empfehlenswert, man würde generell bei Sprachunterricht auf Muttersprachler zurückgreifen, es geht schließlich nicht darum, so viele Englischlehrer wie möglich aus Spanien unterzubringen, sondern den Schülern die Möglichkeit zu reichen, nach den vielen Jahren Sprachunterricht in der Schule auch von einem Engländer verstanden zu werden. - Man hatte ja bislang immer das Gefühl, man lehrt Fremdsprachen hier nach dem Motto, dass dann später sich zwei Spanier auch in einer anderen Sprache unterhalten können, aber das kann doch eigentlich nicht der Sinn der Sache sein. - Wer Sprachen kann, der kommt weiter, und vielleicht ist diese Maßnahme ja eine erste reelle Einschätzung der bisherigen Verweigerung, seinen Kindern und damit seiner Zukunft, Handwerkszeug in die Hand, oder besser in den Mund zu drücken, welches auch auf die mannigfaltigen internationalen Anforderungen Antwort geben kann.



Falls noch mal jemand fragen sollte, warum das Azorenhoch heißt
Die Grafik stammt von der Agencia Estatal de Meteorología = AEMet





Donnerstag 28.01.2016 08:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 16 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 39 % - Luftdruck 1025 hPa

Gastbeitrag vom Musikbeauftragten

DÚO CASSADÓ


Kaum begonnen neigt sich der Kammermusikzyklus von ACAPO schon wieder langsam seinem Ende zu.

Das vorletzte Konzert dieser Reihe findet am morgigen Freitag, dem 29. Januar, erneut in der Casa de la Cultura "Braulio Martín Hernández" in El Paso statt, einem der wenigen tauglichen Auditorien für klassische Musik auf La Palma. Gut, über die Innenarchitektur kann man geteilter Meinung sein, aber man kann sich dort wohl fühlen, und die Akustik ist ziemlich passabel.

Zwei spanische Musiker der jüngeren Generation werden zu Gast sein, da tut sich was in España, der nationale Nachwuchs kann sich wirklich hören lassen! Das Dúo Cassadó, bestehend aus Damian Martínez Marco, Cello, und Marta Moll de Alba, Piano, spielt Werke von Schubert, Cassadó, Halffter und Miaskovsky, also wie gewohnt eine Mischung aus wohlbekannten und zu entdeckenden Komponisten. Meine liebevoll gepflegten Vorurteile gegen E-Musik der letzten hundert Jahre fliegen mehr und mehr in den Papierkorb. Zu oft bin ich in den vergangenen Spielzeiten des Kammermusikzyklus durch Werke vollkommen unbekannter Meister aufs angenehmste überrascht worden.

Beginn ist wie immer um 20.30 Uhr, Karten gibt es zum Vorzugspreis von € 12 an der Abendkasse. Und El Pasos gastronomische Betriebe sind jederzeit einen Besuch wert, sei es nur auf einen "vinito" oder gleich auf ein fürstliches Mahl, vorher oder hinterher, nützen Sie den Abend!

Ich freue mich auf Sie!

Mit musikalischen Grüßen
Ihr

Ödi Jonitz, MdS
(Kulturbeauftragter)

P.S. Die Homepage von ACAPO geht dieser Tage online: www.acapo.eu












Mittwoch 27.01.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 18 % - Luftdruck 1025 hPa
Höchsttemperatur heute 24,5 Grad - niedrigste Temperatur 14,7 Grad

Ringelpiez mit Anschubsen
Streit um Außenbestuhlung der Gastronomie

Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da saß man eigentlich immer in der Kneipe und niemals in den drei bröckeligen Stühlen vor dem Haus. - Nur die Fremden, die wollten immer draußen sitzen, denn bei sich zuhause kann man sich den Luxus nur ein paar Monate im Jahr gönnen. - Heute wollen die meisten draußen sitzen, im Sommer generell, in einem solchen Winter besonders und die Plätze an der Sonne werden inzwischen sehr knapp. - Beim Essen ist das was anders, die Copa und das Bier im Freien, aber draußen essen, außer es sei direkt am Meer, kostet vielen von hier immer noch Überwindung. - Aber die Tendenz ist ganz klar, die Leute wollen das Flair auf der Straße, oder an der Promenade und dagegen hat der kahl gescheuerte Tresen keine wirkliche Anziehungskraft zu bieten. - Man will ja auch sehen, manche auch gesehen werden und andere Leute zu beobachten, das kann ja richtig Spaß machen und man hängt dann seinen Gedanken nach oder diskutiert das mit seinen Gegenübern. - Vor des Menschen Glück hat der Mensch die Ordnung gesetzt, und auch wenn wir wohl nicht das Schicksal des "Hauptmann von Köpenick" hier erdulden müssen, sind wir oftmals wunderbare Erfinder von unmöglichen, über schildbürgerhafte bis hin zu kafkaesken Gemeindeerlässen. - "Ordenanzas municipales" nennt man die hier und die sollen eben alles regeln, was das Gesetzbuch nicht so konkret aufführt. - Es ist verboten auf den Boden zu spucken, der Müll darf erst ab lalala auf die Straße gestellt werden und die Müllcontainer sind nach dem Öffnen wieder zu verschließen und Ballspielen am Strand ist nur hier oder dort zulässig. - Sind doch gar nicht doof diese Regeln könnten Sie mir jetzt entgegenwerfen, sind sie aber doch, weil niemand sie kontrolliert oder einschreitet. - So regeln auch verschiedene Erlässe, wie das denn geht mit der Bestuhlung der gastronomischen Etablissements, und dahinter steckt der hehre Wunsch nach freiem Durchgang auf dem Bürgersteig für freie Bürger, noch ein bisschen weiter dahinter steckt aber auch die Gier nach Einkünften, denn inzwischen kostet die Bestuhlung auf der Straße oder Plätzen wohl in allen Gemeinden eine Gebühr.

Auch sind die Vorgaben unterschiedlich, mal muss ein Meter Restplatz auf dem Bürgersteig vorhanden sein, mal anderthalb und theoretisch müsste die Lokalpolizei das auch überwachen und einschreiten, wenn sich jemand über die Anzahl, oder die korrekte Anordnung der Bestuhlung hinwegsetzt. - Im Alltag sieht das aber meist ein bisschen anders aus, aber zwischen dem Wunsch, oder sagen wir schon Notwendigkeit des Wirtes, und der Lust der Gemeinde auf Einnahmen, wird dann auch schon mal dort genehmigt, wo es eigentlich nach der Verordnung gar nicht gehen dürfte und da entsteht dann auch schnell mal ein politisch/gastronomischer Ringelpiez nach dem Motto, der darf dort seine Stühle haben und ich nicht? - Man muss ja auch wissen, wir sind nicht New York, hier kennt jeder jeden, zumindest jeder Wirt alle Wirte, der nächsten 15 Kilometer, und wenn der eine das darf, dann will der andere das doppelt. - Allerdings kommen wir da in vielen Momenten schlichtweg an natürliche Grenzen, wo keine Fußgängerzonen in der Altstadt sind und man sich den wenigen Platz auch noch mit Autos teilen muss, und der Bürgersteig dort nicht mal einen Meter breit ist, wo sollen denn dann die Tische und Stühle hin? - Darüber hinaus gibt es auch noch eine große Anzahle an Bestuhlung die überhaupt nicht erlaubt ist, oder man sich nicht an die genehmigte Anzahl der Tische hält. - Gerade in Santa Cruz ist das nun zum Tagesthema geworden, nicht nur durch die vielen Kreuzfahrer, sondern überhaupt sind wieder mehr Gäste auf der Insel und fordern ihren Platz an der Sonne, oder in der ersten Reihe, und die Wirte wollen da natürlich nachziehen und das Angebot schaffen. - Wir wissen ja noch gar nicht genau, wie das denn in der Hauptstadt dann ab Sommer mit dem Stadtstrand sein wird. - Gibt es dann jenseits, also auf der Strandseite auch Gastronomie, oder will man das auf der Avenida Marítima halten. - Da kommt ja immer meine Kritik an, das ist kein richtiger Stadtstrand, so lange die Stadt durch eine mehrspurige Straße vom Strand getrennt bleibt. - Man muss da mutiger werden und wo wir doch schon alle auf Tourismus setzen und wohl setzen wollen, müssen wir auch mehr Raum für die Ansprüche der Gastronomie schaffen, denn anders als mit Plätzen in der Ersten Reihe lockt man das verwöhnte Publikum nicht mehr so einfach wie früher. - Gelungen ist das hingegen in Tazacorte, im Ort oben, die "Villa" genannt, die Bar Marmota hatte angefangen, die Kellner über die Straße zu jagen um auf einem wunderbar gelegenen Platz die Gäste zu verwöhnen und inzwischen macht das auch eine Pizzería, und man sitzt dort herrlich, mit Blick auf den Atlantik und den kunstvollen bis unbrauchbaren Hafen von Tazacorte, nur die Kellner, die müssen fit und schnell sein, oder aber gut versichert…





Mittwoch 27.01.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 14 % - Luftdruck 1026 hPa

Gastbeitrag von Kai Stockrahm

Shooting Startrails


Keine Sorge, es geht auf Deutsch weiter, aber den Titel "Wie man Sternstrichspuren fotografiert" fand ich dann doch zu sperrig. Worum geht es überhaupt? Was sind Startrails?

Wenn man Fotos nachts lange belichtet, erscheinen die Sterne nicht mehr als Punkte, sondern als kleine Striche - je nach Belichtungsdauer mal mehr, mal weniger lang. Das hängt damit zusammen, dass sich die Erde unter dem Sternenhimmel dreht. Nur ein Stern scheint am Himmel festzustehen, nämlich der Polarstern, da er genau in der Verlängerung der Erdrotationsachse steht. Die übrigen Sterne bilden daher bei längerer Belichtung Bogensegmente oder vollständige Kreise, da sie sich scheinbar um den Polarstern drehen. Startrail-Aufnahmen können faszinierende Bilder ergeben und das schönste: Sie sind relativ einfach herzustellen.





Es gibt zwei Wege, um zu Startrail-Fotos zu gelangen:

Zum einen durch eine lange Belichtungszeit, typischerweise mehr als eine Minute. Zu diesem Zweck haben viele Kameras die Einstellung ‚B', ein der der Verschluss solange geöffnet bleibt, wie der Auslöser gedrückt wird. Am besten verwendet man hier einen Selbstauslöser, den man verriegeln kann (gibt's in jedem Fachgeschäft für z. T. unter 10€). Diese Methode hat einige gravierende Nachteile: Man kann nicht beliebig lange belichten, da der Sensor der Kamera sich erwärmt und dann sogenannte Hotpixel produziert, die mühsam aus den Aufnahmen wieder entfernt werden müssen. Schwierig ist auch die Berechnung der richtigen Blende, um keine über- oder unterbelichteten Aufnahmen zu erhalten. Die Lösung ist eine andere Variante:

Gestapelte (‚gestacked') Aufnahmen. Hier wird nicht mit einer Aufnahme gearbeitet, sondern mit 20, 30 oder noch mehr Bildern, die mit einer Bildverarbeitung übereinandergelegt (eben gestacked) werden. Der Vorteil dieser Methode besteht darin, dass man mit Belichtungszeiten bis 30 Sekunden arbeitet, was das Risiko von Hotpixeln vermindert. Gleichzeitig wird man bei der Wahl der richtigen Blende noch vom Belichtungsmesser der Kamera unterstützt, erhält also korrekt belichtete Bilder. Und das schönste: Die Bildverarbeitung, die das Stapeln der Aufnahmen vornimmt, gibt es kostenlos - auch wenn sich der Autor der Software über eine Spende freut. Und glauben Sie mir, nach den ersten Versuchen werden Sie mit Freuden einen kleinen Obolus überweisen…

Was brauchen Sie an Hardware?

Zunächst einmal ein stabiles Stativ. Sie haben nur ein ganz einfaches, das in voll ausgefahrenem Zustand wackelt? Kein Problem, auch das günstigste Stativ steht bombenfest, wenn man die Beinsegmente eingefahren lässt. Wichtig ist, dass Sie einen stabilen Kugelkopf (oder ähnliches) montieren, um die Kamera auf den Polarstern ausrichten zu können. Und die Kamera darf sich während der gesamten Reihenaufnahmen nicht bewegen, da es sonst Brüche in den Startrails gibt. Die Kamera sollte eine möglichst offene Blende haben (f/4, besser weniger) und auch hohe ISO-Zahlen (Lichtempfindlichkeit) noch halbwegs rauschfrei darstellen können. Für erste Experimente reichen aber auch niedrige ISO-Zahlen (400 bis 1000, einfach experimentieren). Sie werden dann nur hellere Sterne abbilden, aber der Effekt ist trotzdem erkennbar. Als nächstes muss die Kamera eine Serienbildfunktion haben, also solange Bilder machen, wie der Auslöser gedrückt wird. Wenn die Kamera dann noch Belichtungszeiten bis zu 30 Sekunden unterstützt, hat sie praktisch alle Bedingungen erfüllt - und das machen mittlerweile fast alle modernen Kameras.

Das Setup
Suchen Sie sich einen dunklen Ort, der nach Möglichkeit keine schwankenden Lichtverhältnisse hat. Im Klartext: Ein Platz mitten auf einer einsamen Wiese ist besser als an einer viel befahrenen Landstraße (obwohl auch das zu interessanten Ergebnissen führen kann). Auf La Palma finden Sie solche Orte praktisch an jeder Ecke. Bauen Sie Ihr Stativ auf, montieren Sie die Kamera auf den Kugelkopf (oder Dreiwege-Neiger) und richten Sie sie auf den Polarstern aus. Geeignete Apps, um selbigen zu finden, gibt es für iOS oder Android, oder Sie behelfen sich mit einem simplen Kompass. Auf La Palma finden Sie auch einige astronomische Beobachtungspunkte, an denen ‚Wegweiser' auf den Polarstern zeigen.
Stecken Sie jetzt den Kabelfernauslöser ein, wählen die Belichtungseinstellungen (z. B. 15 Sekunden, f/2.2 und ISO 3200) und machen Sie ein erstes Bild zur Kontrolle. Wenn Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind, schalten Sie die Kamera in den Serienbild-Modus, drücken wieder den Kabelfernauslöser und verriegeln ihn. Die Kamera wird nun solange Bilder machen, wie der Auslöser arretiert ist. Wie viele Bilder Sie machen, bleibt Ihnen überlassen. Beeindruckende Ergebnisse erhält man schon ab 20 oder 30 Bildern.

Wenn Sie jetzt mitgerechnet haben, werden Sie bemerken, dass man noch etwas braucht: Zeit. 40 Bilder mit je 15 Sekunden Belichtungszeit ergeben schon 10 Minuten reine Aufnahmezeit. Im Winter kann das lang werden, deswegen ist es gut, entweder seinen Wagen in der Nähe zu haben oder eine Isomatte und eine Thermoskanne mit heißem Tee…

Das eigentliche Bild
Ganz wichtig: Sie brauchen jetzt das Windows-Programm Startrails von Achim Schaller (http://www.startrails.de/html/softwared.html). Das Programm ist Freeware und benötigt keine Installation. Die Bedienungsoberfläche sieht so aus:


Die Symbole bedeuten von links nach rechts: "Datei öffnen", "Darkframes öffnen", "Datei speichern", "Vordergrund mitteln", "Startrails berechnen" und "Zeitraffer".




Im Idealfall haben Sie z. B. 40 durchnummerierte JPG-Dateien. Gehen Sie jetzt auf "Datei öffnen" und laden Sie alle Dateien in das Programm (Tipp: STRG+A markiert alle Dateien der Liste). Im nächsten Schritt klicken Sie auf "Startrails berechnen" (zweites Symbol von rechts), übernehmen die Voreinstellungen und trinken einen Kaffee, während das Programm seine Arbeit macht. Mit dem Disketten-Symbol (die Älteren unter uns werden sich erinnern) speichern Sie Ihre Arbeit. Wählen Sie am besten das TIFF-Format, um nicht noch mehr Kompressionsverluste wie bei den JPG-Dateien zu erleiden. Die Datei können Sie anschließend in einer beliebigen Bildverarbeitung weiter bearbeiten.






Pro-Tipp: Nach ersten Gehversuchen mit dem Programm und Ihrer Kamera sollten Sie unbedingt von JPG-Dateien auf die kameraeigenen RAW-Dateien umsteigen. Das RAW-Datenformat speichert die Daten des Bildsensors Ihrer Kamera unbearbeitet. Eben roh, denn das bedeutet "raw" auf Deutsch. Jedes JPG, das Ihre Kamera produziert, ist bereits von der Bordsoftware interpretiert und, schlimmer noch, komprimiert worden. Mit den RAW-Dateien (erkennbar an den Endungen .CR2 bei Canon) können Sie mit einem geeigneten Programm wie z. B. Lightroom selbst scheinbar unbrauchbare Bilder noch retten.

Viel Spaß!

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Und noch ein Hinweis. - Der bereits bekannte Kalender La Palma bei Nacht 2016 von Kai Stockrahm ist noch in einer kleinen Restauflage vorhanden. - Es gibt ihn jetzt zum Sonderpreis, da 2016 bereits ein bisschen angeknabbert ist, bei Sorpresa in El Paso zum Sonderpreis von 9,95,- Euro.






Dienstag 26.01.2016 17:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 17 % - Luftdruck 1026 hPa
Höchsttemperatur heute 25,0 Grad - niedrigste Temperatur 14,7 Grad

Aus gegebenem Anlass
Auch Tresore bieten nur bedingten Schutz

Vergleichen wir die Kriminalstatistiken La Palmas mit Mitteleuropa, dann könnte man meinen, wir seien ein Hort der Glückseligkeit. - Sind wir auch, aber trotzdem wird auch hier geklaut und eingebrochen und was beruhigt mich die Statistik, wenn gerade ich Teil dieser werde. - Vor ein paar Monaten habe ich schon mal darauf hingewiesen, wie man sich am besten schützen kann und das ist grundsätzlich ganz einfach. - In aller Regel haben es die Diebe fast ausschließlich auf Bargeld abgesehen, auch weil in den allermeisten Fällen wir von Beschaffungskriminalität sprechen. - Diebesgut hier auf dem lokalen Markt abzusetzen ist schwer, und das Risiko geschnappt zu werden viel höher, als nur mit Bargeld in der Hand angetroffen zu werden. - Dabei bedienen sich die meisten Diebe unsere Unachtsamkeit und nutzen oft nicht ganz verschlossene Fenster, oder hebeln geschickt und mit wenigen Griffen so eine Luke auf. - Die meisten Häuser sind kein Hochsicherheitstrakt und irgendwann greift das Spiel von Hoch- und Nachrüstung nicht mehr, auch weil eben die Delinquenten meist schneller lernen, als wir nachrüsten. - Dabei ist es einfach, nicht Diebstahlsopfer zu werden, man hat sein Geld einfach bei sich. - Nicht nur, wenn man auf eine Wanderung geht ist es einem ohne Probleme zuzumuten, die, vielleicht auch über 1.000 Euro bei sich zu tragen, das wiegt nicht viel und kein Versteck in der Ferienwohnung ist so gut, dass ein "Chorizo" (so nennt man hier die Gauner) das nicht schon kennen würde. - Dabei habe ich immer einen besonderen Trick, gerade wenn ich mal verreise, dann habe ich den Großteil meines Geldes als "Röllchen" in der Hosentasche, so wie man das auch aus amerikanischen Filmen kennt. - Da hat auch ein Taschendieb keine Chance, in die vorderen Hosentaschen kann keiner greifen, ohne dass man es merken würde und in der Gesäßtasche (Guter Deutscher, hinten, Rechtsträger) -- (Ich meine die Geldbörse!!!) sind die Ausweise und ein bisschen Taschengeld.

Aber auch wenn Sie am Haus sind, also glauben, alles unter Kontrolle zu haben, dann sollten Sie Ihr Geld dennoch bei sich tragen. - Es gibt hier ein paar Diebe, die sind Spezialisten im Beobachten und kennen halt die Umgebung ganz genau. - Die stehen hinter irgendwelchen Bäumen und warten geduldig den Moment ab, wenn die Gäste nach vollbrachter Wanderung wieder zuhause sind und sich mit der Flasche Teneguía auf die Terrasse setzen, oder den Grill anfachen. - Dann hat man ja das Haus meist nicht verschlossen, sondern wägt sich in Sicherheit, aber genau diese Momente werden dann ausgenutzt und der, oder die Diebe schleichen sich ins Haus und haben oft ganz schnellen Zugriff in die Handtasche, oder den noch geschnürten Rucksack. - Also, Geld bei sich tragen, es kommt keiner und haut Ihnen was über die Rübe, das geht ohne Gewalt ab, die Heimlichkeit ist der beste Freund des Diebes. - Solch simple Dinge wie Geldgürtel oder Brustbeutel mögen wie Relikte aus der Interrail-Zeit erscheinen, taugen aber auch heute noch, das Motto, Geld am Mann, nicht in der Butterdose zu vereinfachen. - Es gibt ja auch immer noch die Möglichkeit Tresore zu nutzen, allerdings empfehle ich das aus Erfahrung auch nicht mehr, da die Diebe inzwischen auch in der Lage sind, diese Blechdosen ohne großen Aufwand zu knacken. - Es mag da Ausnahmen geben, ein paar kenne ich, die würden sogar in Fort Knox Eindruck schinden, aber im Regelfall sind die Tresore eine leichte Aufgabe für schwere Jungs. - Auch ich nutze im Urlaub nicht die Hoteltresore, ich verlasse mich auf das System "Röllchen" und so wurde mir noch nie etwas geklaut. - Nur, wenn ich zuhause die Geldbörse gleich neben der Küchentüre nach Feierabend hinknalle, dann war die auch schon zweimal verschwunden, denn auch wir glauben, bei uns zuhause sicher zu sein. - Glücklicherweise werfen die Diebe die ausgenommenen Geldbörsen meist noch ganz nah am Haus wieder weg, so dass einem oft der enorme Aufwand erspart bleibt, alle Papiere neu beantragen zu müssen. - Also die Regel ist, selbst wenn man am Haus ist, Türen und Fenster zu, oder noch besser, das Geld immer bei sich am Körper zu tragen. Und wenn man weggeht, auf keinen Fall Geld im Haus lassen, nach meiner Auffassung auch nicht im Tresor, der bietet oft nur trügerische Sicherheit, so wie wir das gestern wieder erleben mussten. - Das war sogar ein eher untypischer Fall, da der Dieb schon in Polizeigewahrsam war, noch bevor die Gäste überhaupt merkten, dass ihnen Geld gestohlen wurde. - Aufmerksame Nachbarn hatten den Dieb, der auch wieder untypisch für La Palma per Fahrrad unterwegs war beobachtet und die Lokalpolizei, mit Hilfe von ein paar Nachbarn, konnte den Dieb dann stellen. - Mitsamt dem Geld und verräterischem Einbruchswerkzeug.

Das klappt aber leider selten und bei Geldscheinen ist es ja auch nicht einfach zu behaupten, dieser oder jene Schein gehört mir, das steht ja nicht darauf geschrieben. - Dazu habe ich noch eine Anekdote aus früheren Zeiten, als mein einbeiniger Nachbar Antonio noch lebte. - Dass Menschen auch nach dem Gut anderer streben ist ja keine heutige Erfindung und nah in unserer Nachbarschaft hatten wir einen talbekannten Freund des fremden Eigentums. - Und so fehlte Antonio eines Tages 4.000 Peseten, die er als Notgroschen über dem Lampenschirm in der Küche versteckt hatte. - Die waren weg, und auf der Polizei war sich Antonio sicher, dass der Nachbar das Geld hatte und forderte die Polizei auf, den Mann zu untersuchen, ob der vier 1.000 Pesetas Scheine irgendwo bei sich hätte. - Geht natürlich nicht, ohne dringenden Tatverdacht und kann man eine Wohnung oder einen Menschen nicht so einfach so dursuchen und die Polizei versuchte den, verständlich zornigen Antonio, zu beruhigen und ihm zu erklären, dass man es nicht so einfach beweisen könne, dass diese Geldscheine ihm gehören würden und nicht vielleicht ehrlich erworbenes Eigentum des Beschuldigten ist. - Schließlich steht ja nicht dein Name auf den Geldscheinen kam noch der Hinweis eines bemühten Polizisten und das hätte er sich besser sparen sollen. - Sie ahnen, was jetzt kommt. - Wochenlang noch musste die Polizei, aber auch die Nachbarn und besonders Sizo, der Besitzer des kleinen Ladens an der Ecke, Antonio anflehen, doch nicht immer auf jeden Schein seinen Namen zu schreiben, den er mal in der Hand hielt. - Und er schrieb seinen Namen natürlich nicht mit Bleistift auf die Scheine, dazu war er zu schlau, den Bleistift hätte der Dieb ja radieren können, also mit Kugelschreiber, dick und fett auf jedem Schein: Antonio.






Hinter Schwedischen Gardinen. - Wobei die Beiden nur angeklagt sind, mir mein Herz gestohlen zu haben...





Dienstag 26.01.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 15 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 17 % - Luftdruck 1028 hPa

Gastbeitrag von Felix Demant-Eue
Kanarenvögel, Teil 21 von, sagen wir mal, deutlich mehr als 30
Aberwitzige Episoden über weitgehend schrullige aber durchaus sympathische Auswanderer von der Insel


Hunde-Hanne
Immer diese Köter!

Und ihre Partnerin, Roberta, fühlt sich vernachlässigt. Verständlicherweise. Dennoch hält sie zu Hanne. Jetzt schon etliche Jahre.
Hanne war vor ihrer Zeit als Hundemama hier auf der Insel in Hamburg Polizeibeamtin. Bei einem Einsatz wurde sie schwer verletzt und vorzeitig in den Ruhestand versetzt. Da lernte sie Roberta kennen. Die beiden Frauen kamen nach La Palma. Sie wollten hier ein Haus für Frauen errichten. So recht wurde nun aus dem Plan nichts, weil immer die Hunde Vorrang hatten und nach wie vor auch noch haben.
So hat so mancher Hund durch die Aktivitäten von Hanne und von anderen Tierliebhabern ein neues Zuhause gefunden. Und das ist ganz prima. Ebenfalls ein neues Heim fand ein anderer junger Hund, der "Benni". Er wurde per Internet angeboten. Auch dieses Jungtier vegetierte auf einer spanischen Insel, auf Mallorca. Und Henning hat den Hund erworben. Henning wohnte damals noch in Berlin und arbeitete als Gärtner in einer Wohnanlage für Behinderte. Dort werkelte er aber nicht nur im Garten, sondern half auch den Hilfsbedürftigen dieser Einrichtung. Daher sein Name Helfer-Henning.
Einmal sagte eine der Heiminsassen zu ihm, die ihn bei den Blumenbeeten beobachtet hatte: "Du sprichst ja mit den Pflanzen. Das tut der Jürgen auch. Den musst du mal kennen lernen."
"Ja gerne, warum nicht", antwortete Henning,
"Wo ist den der Jürgen?"
"Der lebt auf einer Insel."
"Aha, und auf welcher?"
"Auf La Palma."
Und eines Tages rief Henning diesen Jürgen an. Der sagte, er freue sich wenn Henning ihn mal besuchen käme. "Was machst du in den kalten Monaten im Winter?", war seine logische Frage. Und so reiste Henning nach La Palma. Blieb erst nur für die besagten zwei Monate. Kam wieder. Blieb länger. Flog nach Berlin zurück, kündigte seine Arbeitsstelle. Löste seinen Haushalt auf, nahm seinen Hund "Benni" und zog endgültig auf diese Insel.
Als Jürgen und er einmal an einem Sonntag bei Küchen-Konrad einkehrten, Henning die schnuckeligen Apartments sah, fragte er, ob er dort nicht in eines dieser Häuschen einziehen könne. Konrad willigt ein, und meinte, dann müsse er sich aber im Garten nützlich machen. Der Deal war getan. Und so kam Henning als Helfer zu Küchen-Konrad. Dort half er dann, wie gesagt, an den turbulenten Sonntagen beim Servieren. Dabei zog er immer andere und gewagt bunte Klamotten an. Mal hatte er grüne Kniestrümpfe, eine weinrote ärmellose Wollweste über gelbem Hemd, eine bayerische Lederhose und klobige Pantinen an, und immer eine besondere Kopfbedeckung. In diesem Falle trug er dazu einen Tropenhelm.






Montag 25.01.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 17 % - Luftdruck 1026 hPa
Höchsttemperatur heute 23,8 Grad - niedrigste Temperatur 14,6 Grad

Schwerter zu Pflugscharen
Ratsherren in die Volkswirtschaft

Was sich zunächst so ein bisschen nach Kolchose Schwarze Pumpe anhört, kommt aus dem genau gegenteiligen Lager. - Dass Spanien viel zu viele Politiker hat, das wissen wir schon lange. - Dagegen unternommen wird nichts, und selbst in der tiefsten Krise, in den Jahren 2008 bis 2011 redete man nur publikumswirksam davon, eine Gemeindereform durchzuziehen, welche mit dem Irrsinn der Kleinstgemeinden hier aufräumt. - Es gab mal die Idee, alle Gemeinden unter 5.000 Einwohner aufzulösen und der nächst größeren anzugliedern, aber es blieb beim Gespräch darüber. - Was man gemacht hat ist, die Anzahl der vollzeitbeschäftigten Ratsmitglieder zu beschränken, aber den Ausweg gelassen, auch halbtagsangestellten Räten so viel bezahlen zu können, wie man denn will. - Die Selbstheilungskräfte der spanischen Lokalpolitik sind leider nicht allzu groß, aber wir wollen auch die positiven Ausnahmen gerne nennen. - Nicht mehr im Amt, weil es ihm doch keiner gedankt hat ist, Yeray Rodríguez, Ex-Bürgermeister aus Garafía begrenzte von sich auch sein Gehalt auf 1.200 Euro monatlich, der Rat für Podemos im Cabildo Insular verzichtet auf mehr als ein Drittel seiner Bezüge und in San Andrés y Sauces hat der dortige Bürgermeister Alberto de Paz die Reglung eingeführt, dass nur er als Bürgermeister ein bezahltes Amt hat, die Arbeit der Räte von Angestellten aus dem Rathaus ausgeübt werden und die Räte nur noch in Kommissionen und Plenen auftreten. - Letzteres wäre eh ein guter Vorschlag, die Räte ziehen sich in die Politik komplett zurück, erhalten lediglich kleine Bezüge für die aufgewandte Zeit in den Kommissionen und Plenen, und die eigentliche Arbeit machen echte Profis. - Dieses Modell könnte gewinnbringend sein, damit würde man auch die vielen Berufspolitiker vermeiden, welche sich einfach aus Ermangelung eines anderen, gut bezahlten Jobs lieber in den Gemeinden einnisten. - Davon haben wir mehr als genug und was eben oft noch schlimmer ist, die sind doch keine Fachleute auf ihrem Gebiet und können so überhaupt nicht professionell arbeiten.

Jetzt kommt die Partido Popular aus Los Llanos mit einem interessanten Vorschlag daher, man will einen scheidenden Politiker aus der Regierungsmannschaft durch zwei Angestellte ersetzen lassen. - Wir sprechen von Mariano Zapata, welcher für die PP in den Senat nach Madrid gewählt wurde. - Der wird nach der, immer noch schwierigen Regierungsbildung dann von Madrid bezahlt und sein Gehalt in Los Llanos wäre dann frei. - Von dem Geld sollen dann zwei Angestellte in die Gemeinde kommen, einer sollte fürs Bürgermeisteramt zur Verfügung stehen, ein weiterer Angestellter soll das Amt für Soziales unterstützen. - Zunächst hört sich das alles prima an, man ersetzt einen Politiker durch zwei Angestellte und man fragt sich, warum dieses Modell nicht überall praktiziert wird. - Primär, weil nicht andauernd irgendwelche Lokalpolitiker plötzlich freiwillig von der Lohnliste des Rathauses gestrichen werden können und der zweite Punkt ist, dass die anderen Parteien fürchten, die neu angestellten Kräfte im Rathaus würden von treuen Parteigängern eingenommen, welche dann auch noch auf Angestelltenbasis Parteiinteressen vertreten. - Genau so liest sich das nämlich, die beiden neuen Angestellten sollen nämlich als Vertrauenspersonen eingestellt werden und nicht über eine sonst notwendige Ausschreibung und das ist sicherlich dabei der Punkt des Misstrauens über die, zunächst vernünftig klingende Lösung. - Darüber hinaus kann man parteigebundene Vertrauensleute einfach loswerden, einen richtigen Angestellten allerdings nicht. - Ob eine Partei mehr Vertrauenspersonal haben darf, das muss über ein Plenum entschieden werden, also ist das noch gar nicht sicher, dass Mariano sich zukünftig durch 2 Angestellte ersetzen lassen kann. - Seine Stimme als Ratsherr will er auf keinen Fall aufgeben, er muss also für die Plenen immer wieder aus Madrid anreisen, da denkt der kommende Herr Senator bereits an die Zukunft. - Denn anders als bei Boxern, denen man nachsagt, sie kommen nie zurück, hat Madrid schon einigen Kongressabgeordnete und Senatoren nach Gebrauch wieder in der Region zurckgespuckt. - Nur aus Brüssel, von dort kommt wirklich niemand zurück, ich glaube, so blöd wäre auch niemand.



Los Llanos de Aridane, hier mal von hinten





Montag 25.01.2016 08:30 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 19 % - Luftdruck 1026 hPa

Gastbeitrag von La Palma WeinClub

Wein-Degustation am 27.2. in Tazacorte






Sonntag 24.01.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 24 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 17 % - Luftdruck 1025 hPa
Höchsttemperatur heute 24,6 Grad - niedrigste Temperatur 14,2 Grad

Inder gegen Indianer
Rivalität zwischen Ost und West, auch im Karneval

Dieses Jahr kommt ja der Karneval derart schnell, dass man nach dem dreiteiligen Weihnachtsgeplänkel kaum zu Atem gekommen ist. - Der Atem besteht auch schon mal aus bunten Papierschnipsel, mit meist wenigen Zahlen drauf, denn der Januar ist ja so kniffliger Monat, den man finanziell erst mal überstehen muss. - Das nennt sich die die "Cuesta de Enero", also der Aufstieg des Januar, Versicherungen und andere jährlich zu bezahlende Beträge fallen an, und da soll man dann Anfang Februar schon wieder karnevalistisch in die Taschen greifen können. - Aber wir haben das ja in den letzten paar Monaten immer wieder gehört, es ist wieder mehr Geld unterwegs, der Tourismus treibt die Stimmung voran, also sollte es nicht an den Finanzen liegen, wenn der Karneval nicht funktioniert. - Dabei ist das mit dem Rosenmontag, der bei uns "Día de los Indianos" heißt eine feste Burg für die Hauptstadt, an dem Tag findet keine Rivalität zwischen der Ost- und der Westseite statt, die "Indianos" mir ihrer "Negra Tomasa" sind regionalübergreifende Helden, auch wenn das an dem Tag nur in Santa Cruz gefeiert wird. - Dabei musste man sich auch über die Jahre eingestehen, dass das Werfen mit dem Pulver nicht einzigartig ist, das gibt es in mehreren Regionen auf der Welt, aber der Gesamtkomplex und eben auch der Name und Ursprung dieser Art, Karneval zu feiern, der ist wirklich einzigartig. - Die "Indianos" sind die, meist reich gewordenen Rückkehrer aus der großen Antilleninsel Kuba, denn über Jahrhunderte gab es einen regen Austausch von Migranten zwischen den Kanaren und der damals noch Neuen Welt. - La Palma hatte da ganz besondere Affinitäten zu Kuba, erst im letzten Jahrhundert, aber auch wegen politischer Veränderungen, stellte sich dann Venezuela als wichtigster Austauschplatz für Migration dar, in den letzten zwei Jahrzehnte allerdings nur noch von dort nach hier, und nicht zurück. - Aber bleiben wir beim Karneval und am Rosenmontag, dieses Jahr der 8. Februar, kommt kein karnevalistisches Ereignis auf der Insel gegen die vielen Tausend weiß bis cremefarben bekleideten Indianer an, die mit eine Geldkoffer in der einen, dem Cuba Libre in der anderen, und weiß nicht wie, dennoch Talkumpulver in Massen versprühen kann. - Immer auf die Leute, "enpolvar" = bepudern kann viele Bedeutungen haben und woher das letztendlich kommt, darüber wird heute noch ausgiebig in Foren und Zirkeln diskutiert.

Früher, als alles anders war, und nur manches besser, da war der "Día de Los Indianos" noch eine reine Tagesveranstaltung auf die man vormittags ging, und gegen Abend zog dann das feierwütige Publikum nach Los Llanos, um sich dort dann die Nacht um die Ohren zu saufen. - Das ist anders geworden, man bleibt in Santa Cruz, man rückt auch näher an, selbst gebackene Traditionen, so darf an dem Abend öffentlich nur noch kubanische Musik gespielt werden und theoretisch darf man dort so angezogen hinkommen wie man will, aber man wird als nicht weiß, oder cremefarben bekleidet dann doch schon komisch beäugt. - Kennt man ja auch von anderen Traditionsveranstaltungen auch, als ich aus Bayer wegging, als Flüchtling so zu sagen, (Sozi im Bayrischen Wald) da wollte unsere Generation das Dirndl endgültig in die Ecke stellen und wenn man heute Bilder von den Volksfesten sieht, da ist das ja längst wieder Uniform. - Meistens ist das allerdings nicht wirklich ein Zurück zu Traditionen, sondern ein dahin, wo man es sich heute gerne in breiten sozialen Umfeldern einrichtet. - Macht aber nichts, nur wenn die kreuzkonservativen Brauchtumswächter dann um die Ecke lugen, und auf Einhaltung von fragwürdigem Brauchtum bestehen, dann kann da schon mal muffige Restschuldstimmung aufkommen. - Die wollen doch nur spielen, vielleicht muss man das so sehen, und auch die ewig unseren Karneval begleitende Eifersucht, man könnte in den großen Städten auf den anderen Inseln was von unserem Karneval, und damit auch ein Stück Identität stehlen. - Dazu bin ich wohl viel zu wenig alaaf, um meine Identität mit irgendwelchem Karneval in Verbindung zu stellen, aber wer Brauchtum oder Traditionen nutzt, um sich eine eigene Identität zu verleihen, der braucht den Karneval sicherlich, um überhaupt noch was zu lachen zu haben.

In Los Llanos springt einem immer die große Gala ins Auge, die mit den Kleidern so untragbar und auch meist unaussprechlich, dass man große, fahrbare Gestellen braucht, um sich überhaupt noch damit über die Bühne schleppen zu können. - Aber wer es mag, der erlebt dort Glitter, Glamour und Glitzer gemischt mit aberwitzigen Sponsorenansagen, wie: Als nächstes sehen Sie: Fulanita de tal mit ihrer Phantasie "Schlagende Kolibriflügel über der Blauen Lagune, unterstützt von Boutique Kuhscheiße und der Metzgerei ihres Vertrauens, Baltasar Knochenbrecher. - Glauben Sie nicht? - Noch nie in der Boutique Caca de Vaca was gekauft? - Großes Theater, bis ein bisschen bizarr, und das Ganze gibt es dann nochmal mit kleinen Kindern und auch mit Seniorinnen, zwischen Hall of fame und der of shame liegt wohl oft nur ein Bürgersteig. - Was Los Llanos weiter ausmacht, dort wechselt die Band um vier Uhr morgens noch mal, und erst gegen acht Uhr kommt der Besenwagen, aber ganz modern mit dem Saugrohr, und verbläst die letzten Narren auf ihre Zimmer. - Polvo wird auch in Los Llanos geworfen, auch in großen Menge und nicht immer zur Freude aller, denn diese feine Babypuder macht vor keinen Ritzen oder Stoffen Halt, und findet sich meist noch Monate nach Karneval in irgendwelchen Ecken. - Weiter steht dann noch der große Umzug an, der "Coso" und auch das ist eine prächtige Angelegenheit, auch weil man immer wieder ein Motto verteilt. - Die Inder, also die Indios sind Thema dieses Jahr in Los Llanos und nicht nur alleine das Wortspiel bringt es auf den Punkt, Indios gegen Indianos, man könnte nun noch eine ganze Geschichte über den Aberwitz dieser Bezeichnungen schreiben, aber das würde mir den Rest des Sonntags rauben. - Ihnen auch, deswegen hier noch die Links zu den einzelnen Programmen und nicht vergessen, früher, als alles anders war, und nur manches besser, da war Karneval lustig, und nicht so anstrengend.


Programm Karneval Los Llanos


Programm Karneval Santa Cruz de La Palma


Programm Karneval El Paso






Sonntag 24.01.2016 09:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 14 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 17 % - Luftdruck 1024 hPa

Fulanito de tal dice hoy: Al son de mis dientes, acuden mis parientes

Nach dem Klang meiner Zähne, erscheinen meine Verwandten. - Das musste ich mir auch erst mal erklären lassen. - Wenn die Zähne nicht mehr klappern, weil mehr dazwischen ist als Luft, dann kommen die Verwandten an, weil sie nun wissen, hier gibt es etwas (vornehmlich Nahrung) zu holen.






Eine junge Vieja (bis 50 cm). Sie ist zwar ebenfalls überschnitt, benötigt aber keinen Rückspiegel (Okt. 2015, Las Cabras)
Bild von Dr. med. Herbert Schaar





Samstag 23.01.2016 17:00 Uhr - El Paso - Westseite - 540 m Höhe
Temperatur 23 Grad - Niederschlag 0 mm - Luftfeuchte 46 % - Luftdruck 1020 hPa
Höchsttemperatur heute 23,8 Grad - niedrigste Temperatur 15,3 Grad

Wirres und zusammenhangloses Zeug
Asphalt-Jorge planiert gegen die Autobahn

Das beste Argument gegen eine Autobahn auf La Palma sind gute Straßen. - Den Spruch hören Sie von mir ja nicht das erste Mal. - Ebenso sieht das unser Mann im Cabildo Insular, der für die Infrastrukturen zuständig ist, Jorge Gonzáles. - Es hat sich schon einiges getan am Streckennetz auf der Insel, an vielen Stellen ist der Straßenbelag nach vielen Jahren bereits gewechselt und nun kommt ab Montag noch eine neue Baustelle hinzu. - Auf der meist befahrenen Straße der Insel, oder Ost-West-Verbindung, der LP3 wird nun ein 2 Kilometer langes Teilstück erneuert, und zwar vom neuen Cumbre-Tunnel hinab Richtung El Paso bis zur Geraden an der Shell-Tankstelle. - Es wird auch Behinderungen geben für den Verkehr, allerdings wissen wir ja bereits aus Erfahrung, dass die Jungs, welche dort arbeiten, das im Griff haben und eine Fahrspur fast immer offen halten können, so dass der Verkehr generell weiterlaufen kann. - Auf der gleichen Straße, aber auf der Ostseite, in der Nähe von Botazo, da werden nun zwei Stücke mit Überholstreifen miteinander verbunden, so dass anstatt zwei kurzen Möglichkeiten langsame Fahrzeuge zu überholen, dann ein ziemlich langes Wegstück entsteht, auf dem man bequem überholen kann. - Auch das ist eine vernünftige Maßnahme und wenn man diesem Vorbild folgt, die aktuelle Trassen immer weiter verbessert, dann können wir und das ganze Gedöns über die irrsinnigen Pläne mit der Weltbiosphärenreservatsautobahn doch gleich sparen.

In San Nicolás wird ein Mini-Gesundheitszentrum entstehen, ein so genanntes Consultorio, mit einem Arzt und einer Krankenschwester, um den, über 1.500 Einwohner der Region Las Manchas die Anfahrt nach El Paso oder Los Llanos zu ersparen. - Das fordern viele Einwohner der Region schon lange, nun hat der Gesundheitsdienst die Zusage erteilt, man warte nur noch ab, wer denn ein Gebäude dort zur Verfügung stellen könnte. - Die Gemeinde El Paso bietet nun an, man könne das in dem Haus machen, in dem auch die Bürgervereinigung Las Manchas ihren Sitz hätte. - Das wäre gleich neben der Schule, also ganz zentral, allerdings liegt es eben im Teil Las Manchas der zur Gemeinde El Paso gehört und das wiederum sehen manche, die im Los Llanos Abschnitt leben, wieder mit Kritik, die wollten lieber in Las Manchas de Abajo dieses Consultorio haben. - Sicher ist es also noch nicht, und auch ist noch nicht klar, woher denn das medizinische Personal stammt und ob dann eben El Paso oder Los Llanos in ihren Gesundheitszentren auf einen Arzt oder eine Krankenschwester verzichten müssen. - Ebenso steht auch noch nicht fest, ob denn dann die Einwohner der Region Las Manchas ihren Hausarzt generell dort aufsuchen müssen, oder sie sich weiter an die gewohnten Ärzte in El Paso oder Los Llanos wenden können.

Für den guten Zweck laufen Politiker schon mal 150 Kilometer in anderthalb Tagen. - Zumindest macht man sich im Cabildo Insular stark für die Beteiligung an der Rundwanderung um La Palma, welche den Titel Desafío GR130 heißt, also die Herausforderung GR130 und das ist die Bezeichnung des Rundwanderweges, welcher zum Teil an der Küste, meist aber in den mittleren Höhenlagen die Insel komplett umrundet. - Der Start war bereits heute 06:00 in Los Llanos und da es sich nicht um ein Wettrennen handelt, sondern um eine Solidaraufgabe, kommt die Gruppe geschlossen um 12:00 mittags am Sonntag 24.1. in Los Llanos auf der Plaza wieder an. - So hofft man das zumindest, denn sicher werden nicht alle durchhalten, denn es gilt ja nicht nur die 150 Kilometer, sondern auch noch an die 7.000 Höhenmeter rauf und runter zu schaffen. - Die sportliche Organisation liegt in den Händen des Club de Triatlón Bayana, mit technischer wie personeller Hilfe des Cabildo Insulares, sowie allen Gemeinden der Insel. - Es gibt keine Preise zu gewinnen, aber im Umfeld des Laufes wird Geld gesammelt für den Verein "Asociación de Niños Especiales de La Palma" welcher sich um behinderte Kinder und Jugendliche besonders bemüht. - Morgen Mittag also auf der Plaza in Los Lanos, mit dem Wetter haben die Sportler ja Glück und mal sehen, wie viele Recken diese Herausforderung geschafft haben.







Ihre Familie Ingrid & Mathias Siebold
Calle el Torreón 5/7
E-38750 El Paso
La Palma, Islas Canarias, Spanien
Tel. von Deutschland: + 34 922 497216
email: m.siebold@la-palma-urlaub.de
Kanarische Ferienhäuser auf La Palma