La Palma Aktuell - International
Whistlers Whistle - Hintergründiger Alltag in British Columbia



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Nachrichtenarchiv aus Whistler, Juli 2010


31.07.2010, Samstagmorgen - es wird wieder ein sonniger Tag - der Ort ist rappelvoll

Die Heringe sind zurück

Im Howe Sound gab es bis in die Mitte der 60er Jahre ein überaus reiches Heringsvorkommen. Es wurde gesagt, dass man sich in Squamish mit einer Tasse in der Hand ans Wasser stellen konnte, um sie aus dem Wasser zu holen. Das ist sicherlich übertrieben, aber dennoch eine nette Vorstellung.

Durch die Ansiedlung eines Chemiewerkes und einer Sägemühle wurde das Wasser des Howe Sounds allerdings vergiftet. Binnen weniger Tage waren die Heringe tot. Die Rede ist von 500.000 Tieren, die einst den Howe Sound durchzogen und ein wichtiger Bestandteil in der Nahrungskette waren. Kaum waren die Heringe weg, blieben auch Lachse, Wale und anderes Wassergetier mit Lungen statt Kiemen aus.

Im Jahr 2005 hat man begonnen, das Wasser nach Schließung der Betriebe durch Zufuhr von reichlich Frischwasser "zu reinigen". Dies hat auch funktioniert. Die Heringe kamen zurück und haben auch brav ihre Fischeier verteilt. Leider haben sie nicht überlebt. Die Eier, die an mit Kreosot behandelten Pfeilern abgelegt wurden, sind schlicht und ergreifend abgestorben. Das "Meeres-Ministerium" - ich nenne es jetzt einfach mal so - hat daraufhin Gelder zur Verfügung gestellt, um einen Weg zu finden das Massensterben der Eier zu verhindern.

Die ersten Versuche die Pfeiler mit verschiedenen Materialien zu umwickeln scheiterten. Nicht das Umwickeln. Nein, nein. Das klappte schon - die Fischeier haben es aber nicht geschafft kleine Fische hervorzubringen.

Dann ist man hingegangen und hat diese Pfeiler im Meer (warum sind da überhaupt welche?) mit einer "Ich lasse kein Unkraut durch"-Folie umwickelt. Und siehe da: die Eier sind nicht abgestorben. Alleine in diesem Jahr wurden vier neue Heringsfamilien geboren. Na, ist das nichts?

Immerhin wissen wir jetzt, was der Wal und die Delphine am Howe Sound so toll fanden, als sie Anfang Mai DIE Sensationsnachricht waren. Was essen Grauwale und Delphine? Genau: kleine Fische!

Hoffentlich haben sie mir welche übrig gelassen - ich muss jetzt nur noch jemanden finden, der Matjes herstellt, und alles ist gut. Nein, noch nicht ganz. Ich würde soooooo gerne mal wieder (frische) Sardellen essen. Gerne auch als Boquerones, aber die gibt`s hier nicht…

Langes Wochenende
Zusätzlich zu den Touristen aus aller Damen und Herren Länder und den nationalen Touri's aus Ontario & Co. machen sich an diesem Wochenende auch die Menschen aus BC auf den Weg in die Urlaubsgebiete. Am Montag haben wir wieder einen nicht-religiösen Feiertag und wer ohne Reservierung zu einem Campground aufbricht oder meint Fähre xy auf "die Insel", zur Sunshine Coast, den Golf Islands, etc. zu bekommen, der zieht vielleicht ein langes Gesicht...

Die Tankstelle in Whistler hatte gestern Nachmittag kein "Regular"-Benzin mehr - am Abend war auch die "90er"-Sorte ausverkauft. Der Stau an den Zapfsäulen ging dennoch bis auf den Highway. Per Radio wurden die Leute aufgefordert in Squamish oder Pemberton zu tanken. Nicht nur die Griechen standen also dumm da - hier streiken aber keine LKW-Fahrer, hier war einfach zu viel Nachfrage. Immer diese Touristen... ;-)


30.07.2010, TGIF! Es wird wieder heiss heute...

Ich war schneller!
Gabi, der rasende Reporter. Immer aktuell und schneller als die Zeitungen... ;-)

Riechen jetzt auch alle den Gestank des Eigenlobs? Denn um Gestank und andere Luftverpestung ging es ja bei der "Story". In diesem Fall der "Story" über die Demonstration der Asphaltwerkgegner am vergangenen Wochenende. Gestern - 3 Tage nach mir - berichtete unsere lokale Zeitung über das "Großereignis". Tja, vielleicht sollte ich denen mal etwas von Aktualität erzählen... ;-)

Wer mag, kann den Bericht hier lesen. Immerhin hat auch dieser "rasende" Reporter ca. 30 Teilnehmer gezählt und im Gegensatz zu mir ein Foto "von vorne" hinzugefügt. Jetzt wissen immerhin alle, wie die Protestler "rundherum" aussehen... ;-)

Änderung der Strategie
Der Tourismusverband hat beschlossen seine Marketingstrategie zu ändern. Anstelle von recht regional geprägten Werbemaßnahmen - beispielsweise durch Anzeigen in den Zeitungen des Lower Mainlands - gedenkt man jetzt wieder zu internationaleren Kampagnen über zu gehen. In Zeiten "der Krise", wo das Geld halt nicht so locker in den Taschen saß oder teilweise immer noch sitzt, wurde eher in der "Nachbarschaft" geworben. Mal eben für ein Wochenende zum Skifahren vorbeikommen ist halt nicht so kostenintensiv wie Flug, Leihwagen und alles andere zu buchen. Man setzt sich in sein Auto und fährt einfach los. Whistler - wir kommen!

Aber weil jede "Krise" irgendwann ein Ende hat, geht man jetzt hin und bewirbt die weiter entfernten nationalen und internationalen Märkte beispielsweise in Form von TV-Werbespots (diese laufen schon auf diversen Kanälen), den sozialen Netzwerken, um die anscheinend niemand mehr herum zu kommen scheint, sowie der Einführung einer neuen Website, die ab Herbst die Massen anlocken soll. Die Kampagne soll auf einer "celebratory platform" basieren, welche Whistler als einen fröhlichen Platz voller Wunder und Magie darstellen soll. Aha. Wunder und Magie. Nun gut. Wunder und Magie - irgendein schlauer Kopf wird sich schon etwas dabei gedacht haben.

Mein Gott, jetzt hat sie's! Im Volksmund wird Whistler gerne "Disneyland" genannt, weil es teils doch recht künstlich ist, alles etwas kitschig wirkt (vor allem zur Weihnachtszeit, wenn alles glitzert und leuchtet) und die Welt eine einzige große rosa Seifenblase zu sein scheint. "Disneyland" und "Magic" sind zwei bekannte Schlagworte und schon haben wir den Zusammenhang von Whistler und der Magie gefunden. Ob das jemand außer den Einheimischen verstehen wird? Eher nicht...

Als Zielgruppe der internationalen Besucher stehen übrigens die USA (wen verwundert's?) und UK an der Spitze. Mexico und Japan folgen in der Rangliste. Deutschland, Indien, Brasilien und China werden als "Möglichkeiten" eingestuft, wobei man allerdings sagen muss, dass es bereits jetzt viele Gäste aus ebendiesen Ländern gibt. Dann schaun mer mal, ob sich das Klientel in den kommenden Monaten bzw. Jahren verändern wird oder nicht. Ich glaube eher nicht...

Wochenendvergnügen
Es ist mal wieder soweit. Die "richtigen Kerle" schwingen Äxte und Kettensägen, um den besten Logger zu küren. Heute geht es darum Stühle aus Baumstämmen zu schnitzen und Äxte zu werfen. Damit es aber nicht eine "ernste" Veranstaltung wird, gibt es auch noch ein "Bettenrennen" in Downtown Squamish.

Morgen geht es dann mit einem Riesenprogramm incl. Logger Sports, Barbecues, Farmer's Market, Bingo und und und weiter.

Sonntag ist eine Logger Sport Show, ein Logger Frühstück, ein 10-km-Lauf (nicht nur für Logger), eine Parade (die darf hier bekanntlich bei keiner Feierlichkeit fehlen), und und und...

Ich habe keine Lust alles aufzuzählen. Dafür geschieht einfach viel zu viel. Wer mag, kann hier alles rund um das "Squamish Days Logger Festival" nachlesen. Der Ort wird aus allen Nähten platzen - das macht er in jedem Jahr. Drum werden wir auch morgen keinen traditionellen Grosseinkauf am Pazifik machen. Nee nee...

Wir werden uns lieber begrillen lassen. Ab heute finden die "Canadian National BBQ Championships" in Whistler-Creekside statt. Ein Freund lässt sich um 16 Uhr Ortszeit zum Preisrichter "ausbilden" und erfährt dann in dem 30-minütigen Lehrgang auf was denn bitteschön alles zu achten sei. Seine Entlohnung als Judge ist in Naturalien - er kann dort ein Wochenende lang so viel essen und trinken wie er mag - wie praktisch... ;-) Hier kann man erfahren, wann das halbe Schwein auf Toast serviert oder der zukünftige "King of the Grill" am selbigen stehen wird...

Und wer mit "TGIF" nicht wirklich etwas anfangen konnte - schließlich spreche ich oftmals in Rätseln - findet hier die Auflösung. Have a good one! ;-)


29.07.2010, Donnerstagmorgen, die Sonne scheint, es wird wieder ein Tag des hohen Wasserverbrauchs

"The National Do Not Call List"

Eigentlich eine gute Sache - eigentlich, wenn es denn funktionieren würde...

Im vergangenen Jahr wurde diese "lasst mich in Ruhe-Liste" ins Leben gerufen, um den Callcentern das Leben ein wenig zu erschweren und den hier lebenden Menschen diese überaus lästigen Anrufe zu ersparen. Ersparen ggf. auch im wahrsten Sinn des Wortes - wer hierzulande auf einem Handy angerufen wird, bezahlt auch das ankommende Gespräch. Aber dies sei nur am Rande bemerkt.

Natürlich haben wir unsere Telefon- und Handynummern in dieser Liste registriert und auf wundersame Weise herrschte Stille. Kein lästiges Bimmeln mehr aus Ontario, Ohio oder Oklahoma. Wunderbar - die Liste funktioniert tatsächlich. Wie man die Betreiber der "Telefondienstleistungen" davon abhalten konnte nicht mehr beim Abendessen zu stören? Ganz einfach. Mit Geld. Genauer gesagt Bußgeld. Wer sich in die Liste eingetragen hat und dennoch belästigt wurde, konnte "Anzeige" erstatten und dem Anrufer wurde ein Bußgeldbescheid zugestellt. So weit, so gut.

Vor ungefähr zwei Wochen kam ein Bericht über die "do-not-call-list" und den Strafen bzw. deren Verfolgung im Fernsehen. Es gab ca. 300.000 Anzeigen, es wurden Bußgelder in Höhe von 73.000 Dollar verhangen und bisher wurden davon tatsächlich sage und schreibe 250 Dollar (in Worten: zweihundertfünfzig Dollar) eingenommen. 250 Dollar?! Bei 300.000 Beschwerden? Eine "tolle" Quote!

Und? Was geschieht seitdem dieser Bericht im Fernsehen lief? Genau! Es bimmelt - und zwar auf allen Leitungen. Die 877 289 5xxx ist dabei besonders penetrant. Ob wir schon Beschwerde eingelegt haben? Nein, es nützt ja eh nichts. Wir gehen einfach nicht mehr ans Telefon...

Und noch'n Bußgeld
Dieses wurde sogar bezahlt. Ein paar Leute kennen die Story schon, ich erzähle sie aber dennoch. Letztens hatte ich doch einmal geschrieben, dass ich den Frevel begangen habe eine Wäscheleine zu spannen, um Hemden, Hosen & Co. von Mutter Natur in einen trockenen Zustand versetzen zu lassen. Dies war ein Verstoß gegen Orts- und "Siedlungsgesetz", was mir aber völlig schnuppe war. Warum soll der Trockner laufen, wenn es draußen über 30 Grad warm ist und noch dazu ein Wind weht? Nach keiner Stunde war die Wäsche trocken und der Trockner hatte einen freien Tag.

Wir hatten nun letztens (wie alle anderen Nachbarn auch) einen Zettel an der Haustür kleben, der auf die gültigen Bestimmungen hinwies. Keine Hunde ohne Aufsicht, keine Veränderungen an der Fassade ohne Zustimmung der Siedlungs-Gurus, dass man nicht auf der Strasse parken darf ohne abgeschleppt zu werden, dass man keinerlei Wäscheleinen oder Wäscheständer "vor aller Augen" benutzen darf, und und und. Nun, meine Wäscheleine hing hinterm Haus und konnte eigentlich nur von Freddy, Nero und den anderen Waldbewohnern bewundert werden. Ansonsten konnte niemand einen Blick aufs karierte Arbeitshemd oder die schwarzen Socken erhaschen. Aber nicht nur ich war ein solcher Revoluzzer. Meine australische Nachbarin macht es nicht anders und die Französin von gegenüber greift auch gerne mal zur Wäscheklammer anstelle den Schalter zu betätigen. Tja, und genau das werden wir jetzt alle schön bleiben lassen. Unsere Wäsche hängt nun im Haus. "Haus Australia" hängt sie demonstrativ an sämtliche zur Strasse gerichteten Fenster, "Haus France" hat im überdachten Hauseingang, der zum Wohnraum zählt und somit nicht "öffentlich" ist, einen "Ruckzuck" hängen und "Haus Germanien" schickt in der Garage gespannte Wäscheleinen ins Rennen. Natürlich bei offenem Garagentor - aber das versteht sich ja wohl von selbst, oder? Sonst sieht ja niemand unsere Bettwäsche, die Hundecken oder unsere Kleidung. Auf diese Art und Weise müssen wir keine 150 Dollar Bußgeld fürs Wäschetrocknen im Freien bezahlen, die eine Bekannte nun hinblättern durfte, weil sie von einer "netten" Nachbarin bei der Stadtverwaltung angeschwärzt wurde. Ist so etwas unglaublich? Ich muss einfach im Lotto gewinnen und meine eigene Stadt errichten. Dort dürfen dann auch alle Leute Wäscheleinen spannen so viele sie wollen...



28.07.2010, Mittwochmorgen, die Hitze geht weiter

Wie deucht mir alles wohlbekannt

Da sind's die Bauern - hier waren es die Indianer. Oh, pardon! Die Landwirte bzw. First Nations natürlich. "Meine" Rothäute (oh, wieder so etwas Fieses, politisch Unkorrektes) könnte ich aber auch Hias, Ludwig oder Sepp nennen, das wäre ihnen völlig schnuppe - solange man vernünftig mit ihnen umgeht.

Zurück zum Thema, das ich eigentlich noch gar nicht genannt habe. Mein Geschreibsel dreht sich natürlich um die Olympia-Bewerbung Münchens für die Winterspiele des Jahres 2018. Wie könnte es auch anders ein - hat es hier doch eigentlich mit einem "Olympia-Blog" angefangen...

Vorgestern haben wir einen Bericht in den deutschen Nachrichten mitbekommen, der eine anti-olympische Grundstimmung bei den "Garmisch-People" oder den "Partenkirchen-Farmers" zeigt. Nein, nein. Es gehe ihnen nicht ums Geld - Gott bewahre! Ein Bauer würde niemals hinterm Geld her sein - welch Unterstellung! ;-) Es ginge einzig und allein um den Erhalt der Landschaft, der Natur und ihrer Grundstücke und dass sie deshalb dagegen seien. "Der Ort sei zu klein", "wir wollen keinen Straßenausbau", etc. pp.

Hm, im Vorfeld der hiesigen Spiele wurden seitens der First Nations ähnliche Proteste laut. "Keine Spiele auf gestohlenem Land", "Keine Zerstörung der Landschaft", usw. usf.

Na? Klingelt's im Hirnkastl? Kann man die Parallelen zwischen "Franz Winnetou" und "Sitting Alm-Öhi" erkennen?

Dort zwei Tunnels und eine neue Verkehrstrasse, die den Ortskern entlasten wird. Hier ein neuer, wunderschöner Highway, der alleine eine Reise wert ist. Dort "Enteignung" der Bauern, damit Sportanlage yx (temporär) betrieben werden kann. Hier die Errichtung von Sportstätten auf Land, das die First Nations für sich beanspruchen.

Ich kann den Verantwortlichen von "München 2018" ja mal einen Tipp geben, wie sie die Ureinwohner, die untereinander in einer Sprache kommunizieren, welche außer ihnen kein Mensch verstehen kann, hierzulande rumbekommen haben. - Eine weitere Parallele - wer versteht schon das Mansbuid mit Gamsbart am Hut wirklich? - Man bekam sie herum mit (Trommelwirbel): Geld!!! Viel Geld. Ganz viel Geld. Jeder der vier involvierten "First Nation Tribes" staubte 100 Millionen Dollar ab (so die offiziellen Zahlen), sie bekamen ein gewisses Mitspracherecht und durften sich der Welt präsentieren. Darüber hinaus wurde ihnen als einzigen "Nicht-Sponsoren" gestattet 10 Werbetafeln entlang des Highways zu installieren, um ihre Kultur (und vor allem ihre Produkte) an exponierter Stelle feil zu bieten. Natürlich waren sie ein großer Bestandteil der "Celebrations" und die "Chiefs" saßen selbstverständlich mit in der Ehrenloge.

Eines weiß ich schon jetzt: Wenn das Geld erst einmal fließt, die Strasse erst einmal fertiggestellt und der Ort in aller Munde ist, dann zieht sich die Zenzi ihr Dirndl und der Hias seine Lederhose an und beide legen bei der Eröffnungsfeier einen kessen Schuhplattler mit ihrer Volkstanzgruppe aufs Parkett. Dann ist ihnen auch die (zwischenzeitliche) Nutzung ihrer Flächen egal - stattdessen freuen sie sich über volle Hotels und Pensionen und über noch vollere Bankkonten...

Die olympischen Spiele mit all ihren Unannehmlichkeiten im Vorfeld und währenddessen waren und sind das Beste, was dieser/unserer Gegend passieren konnte. So wird es auch für dieses kleine Kaff sein - wenn es richtig aufgezogen wird. Also: Ihr Leits da drübn' in Whitesaussagecountry: Take it easy! Immer schön den Klischees entsprechen und die amerikanischen Touristen werden Euch noch toller finden als eh schon. Dann klappt's auch mit Olympia und Ihr habt in den kommenden Jahren einen wirtschaftlichen Aufschwung, von dem Ihr bisher nicht zu träumen gewagt habt... ;-)

Und bevor ich mich bei den bajuwarischen Agrarunternehmern noch unbeliebter mache, höre ich lieber auf und "die Welt" bekommt noch einen Link zum spanischen Feuerwerk in Vancouver. Spanisch deshalb, weil die "Celebrations of Lights" immer ein Land repräsentieren. Am 24. Juli war es Spanien, heute ist es Mexico und am 31.Juli kommt noch China an die Reihe...

Ob mir die Leute aus GAP jemals verzeihen werden? ;-)


27.07.2010, Dienstagmorgen, gestern hatten wir 36 Grad - heute wird's wohl genauso heiß

Wie "uneigennützig"!

Oder doch vielleicht doch einfach nur gutherzig und ich bin ein Mensch, der überall nur Schlechtes oder Böses sieht? Ich muss erst einmal etwas ausholen, bevor es an die eigentliche Geschichte geht.

Im vergangenen Jahr hat es in Pemberton eine Volksabstimmung über die Vergrößerung / Verlagerung der Ortsgrenzen gegeben. Der Ort soll wachsen, was auch sicherlich gut ist - das dachten sich offenbar viele Pembertonians und die Volksabstimmung brachte die nötige Anzahl an kanadischen Wählerstimmen. Schwuppdiwupp wurde ein Antrag bei der Distriktverwaltung gestellt, Lisbeth möge doch bitte etwas von ihrem "Crown Land" an die braven Untertanen in Pemby abtreten. So weit so gut.

Innerhalb dieser neuen, erweiterten Ortsgrenzen, fallen dann auch diverse Grundstücke, die sich in anderweitiger privater Hand befinden. Im Speziellen in der Hand eines Grossunternehmers, der auf seinem Land eine neue Siedlung zu "developen" gedenkt, aber bisher noch nicht alle Genehmigungen zusammen sammeln konnte. Eine Heimstatt für die Reichen und Schönen soll mit Blick auf Mount Currie aus dem gegenüberliegenden Hügel/Berg gestampft werden. Aber nicht nur das. Es soll dort ebenfalls ein Internat der Luxusklasse für Kinder ebensolcher Leute entstehen.

Whistler, bzw. der dortige Bürgermeister, ist entschieden gegen diese "Konkurrenz" in der unmittelbaren Nachbarschaft - befürchten sie doch, dass ein gewisses solventes - wenn nicht stinkreiches, sprechen wir es doch ruhig aus - Klientel dorthin abwandert, wo "man noch unter sich sein kann". Tja, und nicht nur die Whistlerites haben etwas gegen Schickimickis im Nachbarort anstelle von den Rockefellers dieser Welt in eigenen Gefilden. Auch einige der Pembertonians sind entschiedene Gegner. Sie sind Landeier und wollen Landeier bleiben. Gerne auch gut betuchte Landeier, aber halt doch welche, die in Gummistiefeln in den Supermarkt gehen und sich nicht die Gucci-Sonnenbrille ins Haar schieben, um das Fiji-Wasser aus dem Kühlregal zu nehmen.

Der Grossunternehmer (praktischerweise aus dem Bau- und Transportgewerbe) hat nun einen ziemlich raffinierten Schachzug unternommen, um a) die Pembertonians auf seine Seite zu bringen und b) gleichzeitig seine geplante Siedlung aufzuwerten. Wie er das gemacht hat? Nun, dazu muss ich nochmals ausholen:

In Pemberton wird seit langem darüber geredet, dass es wenig bis keine Unterhaltungsmöglichkeiten fürs "Jungvolk" gibt. Ein Skatepark wird gerade gebaut, das Fitnessstudio im neuen Community Centre ist auch gut besucht - es war aber immer ein Wunschtraum im Sommer ein Schwimmbad und im Winter eine Eisfläche zu haben. Bisher scheiterte dies an einer geeigneten Fläche.

Na? Aufgepasst und mitgedacht? Nachtigall ick hör Dir trapsen. Dieser Unternehmer hat nun der Village of Pemberton einen Vorschlag gemacht, der sämtliche "Probleme" mit einem Schlag lösen würde. Der gute Mensch möchte dem Ort eine ebene, ca. 7,5 Hektar große Fläche schenken. Dort soll neben dem Schwimmbad / der Eisfläche auch noch ein großer Spielplatz und kleiner Park errichtet werden. Der Stadtrat ist entzückt und der Bürgermeister jubelt. Muss ich eigentlich erwähnen, dass dieses Grundstück unten am Hügel direkt an die geplante Siedlung grenzt? Nein, ganz bestimmt nicht - hier lesen schließlich intelligente Menschen mit.

Der Ort ist nun glücklich, der Unternehmer ist glücklich und die zukünftigen internationalen Schüler des Internates müssen sich um ihre Freizeitgestaltung auch keine Sorgen mehr machen. Es kann doch alles sooooo einfach sein - gib ich Dir, dann gibst Du mir. Oder aber "eine Hand wäscht die andere". Es ist doch überall gleich...


26.07.2010, Montagmorgen - auf, auf, in eine neue heiße Woche!

Eine Demonstration ist etwas anderes

Ich hab's mir ja schon so vorgestellt. Da stellen sich ein paar Menschen mit Pappschildern in der Hand an den Straßenrand und demonstrieren auf diese Art und Weise ihren Unmut über ein seit langer Zeit existentes Asphaltwerk, das ihnen, die demnächst auf der ehemaligen Müllkippe neben der Kläranlage leben werden, ein Dorn im Auge ist. Im Vorfeld war von 40 - 50 Menschen die Rede, welche an der "Demonstration" teilzunehmen gedachten. Nun, wir sind auf dem Rückweg von Squamish aus kommend an ihnen vorbei gefahren. Was soll ich sagen? Von den 1.200 zukünftigen Anwohnern waren noch nicht einmal 30 zugegen. Also Pi mal Daumen 2,5 % der "Betroffenen". Anführungszeichen deshalb, weil niemand dazu gezwungen wurde in ein Industriegebiet zu ziehen. Es gibt zahlreiche andere "Sozialsiedlungen" im Ort, in die man sich durchaus hätte einkaufen können. Diese Meinung vertreten mittlerweile auch viele andere - durchaus auch Menschen, die im vollen Bewusstsein bzw. der Kenntnis, wo sie denn demnächst leben werden, gerade dort Eigentum erworben haben. Mich persönlich würde die für 55.000 Menschen ausgelegte Kläranlage viel mehr stören. Das große grüne Ding wurde bis zum Herbst letzten Jahres für mehr als 40 Millionen Dollar auf- und umgerüstet, damit es nicht so stinkt. Das macht es aber nach wie vor. Gerade jetzt, wo es heiß ist, stinkt die Jauche bis zum Himmel (und wahrscheinlich auch noch darüber hinaus). Mmmmmh, da schmeckt die Grillwurst auf der Terrasse erst mal so richtig gut! Wenn man ein braunes verschrumpeltes Ding vor sich auf dem Teller liegen sieht, schießen einem sofort diätfördernde Assoziationen ganz ohne Weight Watchers oder Jenny Craig in den Sinn. "Vorher - nachher". Da vergeht einem doch der Appetit... ;-)

Ich schweife ab, aber das kann ich ja bekanntlich recht gut. Am Freitag war ich jedenfalls mal gucken, wie es in der Siedlung aussieht - ich war ja noch nicht dort. Mit Mondlandschaft hat es der Schatz richtig beschrieben. Überall ist grauer Schotter, von grünen (Vor-)Gärten keine Spur. Darüber hinaus liegt die Siedlung noch in einer Art "Krater", so dass die Luft dort mehr oder weniger stand. Das Asphaltwerk habe ich aus der Ferne gesichtet, als ich auf eine kleine Anhöhe am Rande der Siedlung gefahren bin. Wer es sich einmal per Google Earth aus der Luft ansehen möchte, suche bitte folgende Koordinaten:

Asphaltwerk: 50° 04' 30.03" N - 123° 02' 50.24" W
Kläranlage: 50° 05" 06.23" N - 123° 02' 21.37" W

Die Siedlung liegt mehr oder weniger mittendrin. Eine ganz "tolle" Gegend, in die uns keine 10 Pferde bekommen würden. Ergänzend sei erwähnt, dass sich ein Asphalt produzierender Betrieb lt. hiesiger Gesetzeslage in einem Mindestabstand von 400 m zur nächsten Wohnsiedlung zu befinden hat. Es darf also viel näher an einem Haus dran sein, als auf dem Inselchen. Außerdem war das Werk bereits da - die Häuser nicht. Auch das muss man im Hinterstübchen behalten...

Das Foto zeigt die "Demo" leider nur von hinten - wir hatten keine Möglichkeit "von vorne" auf dem Highway anzuhalten...

Am Wochenende brannte übrigens ein Asphaltwerk in Calgary. Wen diese Story interessiert, findet sie incl. Video genau hier.

Wetter
Darüber habe ich auch schon länger nicht mehr geschrieben. In der vergangenen Woche hatten wir zwei Tage, an denen es morgens leicht bewölkt war - die Sonne sich aber ab mittags immer wieder durchkämpfen konnte. Die Temperaturen lagen dann so um die 27 Grad, was mir zu meinem persönlichen Glück völlig ausreicht. Seit Samstag ist es aber wieder knackig heiß bei uns im Tal. Wir können mit stolzen 33 - 36 Grad und einem hohen Wasserverbrauch für innen und außen aufwarten. Es soll die ganze Woche über so weitergehen. Kein Wölkchen in Sicht...

Das ist gut für uns, aber nicht so gut für die Waldbrände. Der nächste Brandherd ist in Lillooet, ca. 100 km nord-westlich von Pemberton gelegen. Im vergangenen Jahr brannten auch dort weite Teile, der Highway war gesperrt und die Bevölkerung durfte das Trinkwasser nicht mehr einfach so aus dem Hahn nehmen - es war durch die vielen Löschmittel ungenießbar geworden. Die Brände rund um Kelowna nehmen auch wieder zu - diese Gegend war im vergangenen Jahr auch arg gebeutelt. In beiden Gegenden bestehen "Evacuation Alerts", so dass die dort lebenden Menschen im Falle einer schnellen Evakuierung ihre Köfferchen schon mal gepackt in der Ecke stehen haben. Besser ist das gegebenenfalls...





25.07.2010, Sunday, the sun is shining and I had a clown along with my first coffee - therefore I hope you'll understand my first passage... ;-)

Ei häf tu klärrifei ssammssing

Nott ojnli in Inglänt piepel ar spieking Inglisch. Sei du spiek Inglisch in Känäda, tu. Äs wie du wenn tolking wiss ather piepel. Ser ar lotts of längwitsch skuhls ool-oower Känäda änt sei tietsch "Kwien's Inglisch" tu se piepel fram asser kantris. Ser iss no äkskjuhs vor nott sänding tu spennisch görls tu auer zitti. Ser ar lotts of jang piepel fram männi kantries hier ätt se moment änt sei lörn a lott. Änniwäi, sies görls will häf lotts off fann onn se Eiländ wissaut ass, se littel suh änt ohl sie asser fann-lawwing piepel hu seraund ass. Nou, wie spiek normäl Inglisch juschuälli - siss iss dschust to tiehs Mathias and Ingrid ä bitt.

It was too tempting not to answer in a silly way. ;-)

Thanks for handing on that plate by writing about the girls' travel to good old England, where they will / should / have to learn some "British English", associated with an email you guys received a couple of days (or weeks) ago - I appreciate it! Now, there won't be young(er) ones at our place this summer - I'm pretty sure, that we would have reached a satisfying settlement… ;-)

Na ja, und weil es sooooo viele Menschen auf der Welt gibt, die ebenfalls nicht in unsere Gefilde kommen, gibt es online eine Möglichkeit live dabei zu sein. Wobei? Beim Feuerwerk! Habe ich eigentlich schon einmal erwähnt, dass ich Feuerwerke liebe?

Während des Sommer finden "dort unten in der City" zahlreiche Feuerwerke statt. Eines ist bunter, schöner und/oder größer als das andere und zieht alljährlich die Massen an die Waterfront. Gestern Abend um Punkt 10 konnten wir das Spektakel rund um die "Celebration of Light" am heimischen Bildschirm mitverfolgen. 10 Uhr abends bei uns ist 6 Uhr morgens auf den Kanaren (oder in England) oder aber 7 Uhr morgens MEZ des darauffolgenden Tages. Für heute ist der Zug also abgefahren - so früh sind die Damen und der Herr des südlichen Torreon ja auch noch gar nicht auf. Dann ist es ja noch dunkel auf der Insel. Wer aber dennoch mal ein Feuerwerk zum ersten Kaffee anschauen möchte, kann es am 29. Juli und 1. August um 7 Uhr MEZ auf CTV anschauen. Ich stoße auch mit meinem Schlummertrunk aus der Ferne an... ;-)

Tja, und weil man ja auf nüchternen Magen besser nichts trinken sollte - jedenfalls nichts mit Umdrehungen - gibt es erst einmal etwas für die Grundlage. Virtuell in Form des Sonntagsrezeptes - heute mal ein Vorspeise für viele Menschen, das Gericht ist etwas aufwendiger als einfach nur köstlich, so dass sich der Aufwand allemal lohnt.

"Kräutertürmchen an Lachs, Gurkensalat mit Zitrusvinaigrette und (Forellen-)Kaviar"

Mann/Frau/Kind nehme für 12 Personen:

Bitte beachten: Muss über Nacht gelieren
300 g Kräuter-Crème Fraîche
300 g Saure Sahne
300 g Joghurt (natur)
12 Blatt weiße Gelatine
Je 1 Bund Schnittlauch, Dill & Petersilie
2 Essl. Pernod
Salz, Pfeffer, Zitronensaft
24 Scheiben Lachs
2-3 Salatgurken
1 Teel. Salz
2-3 Zitronen
Ca. 50 ml neutrales Pflanzenöl
Ca. 3 Essl. Zucker
Pfeffer
(Forellen-)Kaviar zur Dekoration

Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Kräuter waschen, trocken schütteln und fein hacken. Crème Fraîche, saure Sahne und Joghurt glatt rühren. Gelatine ausdrücken und bei kleiner Hitze auflösen. Etwas von der Joghurtmischung unterrühren. Diese Mischung unter die restliche Sahne-Joghurt-Mischung ziehen. Kräuter darunter rühren und mit Salz, Pfeffer, Zitronensaft und Pernod kräftig abschmecken.

Kräutermasse in 12 kalt ausgespülte Portionsförmchen füllen. Zugedeckt über Nacht (!!!) im Kühlschrank gelieren lassen.

Gurke waschen, längs halbieren, entkernen und in dünne Scheiben hobeln. Mit 1 Teel. Salz vermengen und ca. 30 Minuten ziehen lassen. Die Gurkenscheiben danach gut ausdrücken. Zitronen auspressen und mit Zucker, Öl & Pfeffer zu einer glatten Sauce verrühren. (kein Salz, die Gurken sind ja bereits gesalzen) Gurkenscheiben und Sauce mischen und ca. 10 Minuten ziehen lassen.

Die Kräutertürmchen auf einen Teller stürzen. (Dazu die Form kurz in heißes Wasser tauchen, damit sich die Masse besser löst.)

Mit jeweils zwei Scheiben Lachs und etwas Gurkensalat anrichten. Mit Forellenkaviar dekorieren.

Schnell fertig, wenn die Gäste da sind - es ist allerdings kein Gericht, das "mal eben" auf dem Tisch steht...

Gutes Gelingen und "Enjoy!"






24.07.2010, Samstagmorgen gegen halb 8 - es wird heiß heute

"Das steht mir doch zu!"

Ich führe derzeit lange Telefonate mit Ex-Kollegen. Das, was mir da berichtet wird, lässt meine Nackenhaare im rechten Winkel abstehen. Da geht es in schlechten wirtschaftlichen Zeiten um Rechtsansprüche auf Bildungsurlaub, Weiterbildungen, Betriebsrats-Hickhack, Unzufriedenheit bei vollem Lohnausgleich, Mobbing, und und und. Furchtbar! Alleine weil ich nicht mehr aufhören kann den Kopf zu schütteln, kann eine berühmte Firma aus Leverkusen Extra-Schichten einlegen. Nee Quatsch, das war jetzt ein Scherz.

Hierzulande gibt es keinerlei Anspruch auf "Bildungsurlaub" oder bezahlte Weiterbildungen. "Du willst Dich weiterbilden? Kein Problem! Nimm unbezahlten Urlaub, blätter das Geld für den Lehrgang hin (dies schließt den theoretischen Unterricht in der Berufsausbildung übrigens mit ein) und bring dann Dein neues Wissen mit an Deinen Arbeitsplatz." So läuft das hier...

Betriebsräte? Wozu? So etwas würde hier als völliger Unsinn angesehen. Jeder verhandelt seinen Lohn / sein Gehalt selbst. Wenn es irgendwo zwickt, dann bespricht man dies. Kommt man zu einer Lösung: OK. Kommt man zu keiner geht man zum nächsten Job über. Dieses klassische "ich-arbeite-Jahrzehnte-bei-einem-Arbeitgeber-Denken" gibt es hier nicht. Auf diesen Gedanken käme auch kein Mensch. Hier haben viele Menschen oftmals drei verschiedene Jobs im Jahr und keiner wird deshalb komisch angeguckt. Vom Skilehrer zum Gärtner oder Outdoor-Guide, Kellner, Koch oder Bauarbeiter. Die Menschen sind hier einfach flexibler und es ist ihnen egal, mit was sie ihr Geld verdienen - es kommt darauf an überhaupt welches zu verdienen. Diese soziale Hängematte wie in Deutschland gibt es hier nicht. Es gibt zwar ein paar Wochen lang Arbeitslosengeld und auch eine Mini-Sozialhilfe - das war's aber auch schon. Beide sind dermaßen gering, dass man in unserer Gegend noch nicht einmal ein Zimmer davon anmieten könnte. Die Maximalrente, die man hier bekommt, liegt bei 850 Dollar pro Monat. Rund 680 Euro. Viele bekommen aber weniger - da muss man entweder bis ins hohe Alter arbeiten gehen oder zu Erwerbszeiten genug auf die hohe Kante gelegt haben. Darüber meckert aber auch niemand. Weder mit 75 an der Kasse zu stehen oder aber jeden Monat Geld in seine eigene Altersvorsorge zu investieren.

Leute, hört auf zu meckern, Euch gegenseitig zu mobben, zu beklagen oder sonst was. Alle Mann/Frau/Kind zurück auf "Los" und neu anfangen. Aber bitte nicht mit Wehklagen sondern mit Aktivitäten und alter Groll gegen Person xy hat dann auch nichts mehr im "Heute" verloren...

Hungriger Bär
oder einfach nur leichtsinnige Menschen? Die Rosi hat mir heute einen Artikel geschickt, der auch auf diese Gegend passen würde. Menschen, die Essen im unverschlossenen Auto aufbewahren, und sich dann darüber wundern, dass sich Meister Petz am kalten Buffet gütlich tut. Hier ist die Story - sie ist zu schön, um sie alleine gelesen zu haben...


23.07.2010, Freitagmorgen - kurz vor 7 - es ist leicht bewölkt bei 17 Grad

Kamera läuft! Ton läuft! Uuuund Action!

Das ist einfach allerhand! Da bereite ich gestern den heutigen "Blog" vor, lese die Abendnachrichten vom Inselchen, um ggf. einen Zusammenhang zu finden, und über was wird dort berichtet? Über ein Filmfestival und Menschen mit Kameras in der Pampa oder sonst wo. Nee, ich lösche meinen ersten Absatz nicht, auch wenn das jetzt doof aussieht. Dort die (Jung-)Filmer und bei uns... Ach, lest es selbst, sonst nehme ich etwas vorweg:

"Überall stehen derzeit riesige Wohnwagen-ähnliche "Trailer" herum. Security-Menschen sorgen dafür, dass ihnen niemand zu nahe kommt und an den Straßenrändern sieht man immer wieder Schilder à la "Filming in progress" oder aber "Road closed for filming from xxx to xxx".

Wir dachten einfach, dass die Whistler-Fernsehserie weitergedreht wird. Nee, weit gefehlt. Derzeit ist die Hollywood-Prominenz im Ort und dreht "The Big Year" mit Steve_Martin, Owen_Wilson und Jack_Black in den Hauptrollen. Es handelt sich um die Verfilmung des gleichnamigen Buches von Mark Obmascik, bei der auch andere hochkarätige Schauspieler in Nebenrollen zu sehen sein werden. Laut Internet soll das Buch, in dem es um "Vogelzähler" geht, eine nette Lektüre sein. Tja, da werde ich doch mal "Armchair Books" einen Besuch abstatten und gucken, was denn so vor unserer Haustür gedreht wird..."

So, weiter schreibe ich nicht - das würde dann nach Angeberei klingen. Ach menno!... ;-)

"Angry Cheakamus residents to take to the streets"
So lautete die Überschrift im gestrigen Käseblättchen. Es geht um eine für morgen geplante "Demonstration" gegen das bestehende Asphaltwerk. Von den 1.200 zukünftigen Anwohnern der "Cheakamus Crossing"-Siedlung auf der einstigen Müllkippe neben der Kläranlage werden nun 40 bis 50 Menschen auf dem Parkplatz am Highway erwartet, die ein paar Schilder in die Höhe zu halten gedenken. Na ja, unter einer Demonstration stelle ich mir einen Marsch über Strasse xy vor, mit Abschlusskundgebung auf Platz Hastenichtgesehen, Plakaten, Bannern, lustigen Verkleidungen, Tröten, Trommeln und weiß der Kuckuck was sonst noch. Aber 40 oder 50 Mann/Frau/Kind , die sich auf einen überhaupt nicht genutzten Platz stellen und dabei auch noch "Refreshments" serviert bekommen, damit sie überhaupt kommen, ist in meinen Augen einfach keine Demo. Der Initiator derselben hat lt. dem Zeitungsbericht ein 150 Dollar "teures" Banner mit dem Schriftzug "Asphalt Village" in Auftrag gegeben, welches zukünftig die Einfahrt der Siedlung zieren soll. Nun, ich "muss" gleich zum Friseur in Function Junction. Und weil der keine 1500 m von dort entfernt ist, werde ich mir die Siedlung einmal genauer ansehen - bisher war die Öffentlichkeit dazu nicht befugt. Der Schatz war jedenfalls schon mit einem Kollegen dort und beide haben vergeblich nach dem Asphaltwerk in der Mondlandschaft Ausschau gehalten. Gabi Adlerauge wird's schon irgendwo im Gebüsch finden, wenn die Rauchzeichen aufsteigen. Fotos folgen (irgendwann)...

Unsere Badezimmer-Renovierung
Was lange währt, wird endlich gut. OK, wir haben uns Zeit gelassen - es hätte auch schneller gehen können. Jetzt fehlt nur noch ein Regal, das der Schatz am Wochenende in Angriff nehmen wird und schon ist auch diese kleine - ca. 5 m2 "große" - Nasszelle wieder wie neu. Uns gefällt sie - vor allem, weil es bis auf "den Thron" keinen einzigen Cent gekost hat - es war alles Baumaterial, dass auf dem Müll landen sollte. Originalverpackte Fliesen, nagelneue Säcke Fliesenkleber, Zeug zum Verfugen & Co. Hey, so was nehmen wir doch immer dankend an, wenn es uns gefällt - die Haushaltskasse freut sich, denn mein Friseurbesuch wird gleich wieder 180 Dollar verschlingen. Meine grauen Haare wollen auch frische Farbe sehen - nicht nur das Badezimmer... ;-)








22.07.2010, "Donderdag" - 7 Uhr - 20 Grad - es hat über Nacht 10 Tropfen geregnet

"Blogging for Dollars"

Ich bin ja schon manchmal etwas naiv, was ich aber nicht unbedingt als Nachteil oder schlechte Eigenschaft ansehe. Nein, so bewahre ich mir eine gewisse Unbekümmertheit oder Unbedarftheit, mit der ich an neue Sachen herangehe. So wie an dieses Geschreibsel hier jeden Tag. Ich halte es nach wie vor für Geschreibsel und wundere mich immer wieder, dass es tatsächlich Menschen gibt, die es auch lesen. Mein alter Deutschlehrer würde wahrscheinlich auch so denken. Ihm hat nie gefallen, was ich denn so von mir gebe.

Auf "neu-englisch" heißt mein Geschreibsel bzw. die Tätigkeit "Blogging" und es scheint Leute zu geben, die davon leben können oder sich etwas dazu verdienen. In der Craigslist - dem schwarzen Brett der online-Welt - suchte vor ein paar Wochen ein Makler schreibfreudige Menschen, um seinen geplanten täglichen Blog mit Leben zu füllen, und bot ihnen hierfür 10 Dollar pro Artikel. Dieser Mensch wurde auf eben dieser Craigslist in der Luft zerrissen, wie er es wagen könnte nur 10 Dollar dafür zu zahlen. Nun, ich fand ja schon die 10 Dollar recht viel, denn so lange braucht man ja auch wieder nicht, um etwas zur Festplatte zu bringen.

Ich weiß nicht wie er mich gefunden hat, aber dieser Makler hat mir doch glatt angeboten für ihn zu schreiben. Zweisprachig - auf deutsch und englisch (auch wenn er selbst überhaupt kein deutsch kann) und bot direkt Betrag x. Ich war perplex. Nein, ich war mehr als perplex. Mein Geschreibsel? Oftmals wirr bis zum geht nicht mehr, voller Ironie & Zynismus und nicht mit Kritik sparend? Da muss ich erst einmal ganz tief in mich gehen - da kann ich dann nicht schreiben was ich will und muss immer nett und brav sein. Das bin ich aber nicht. Naiv vielleicht - ich bin aber alles andere als "a good girl"... ;-)

In den Nachrichten
Es tauchen hier Stories in den Abendnachrichten auf, die ebenfalls in Europa gebracht werden. Wie zum Beispiel der arme, arme, arme Esel, der von grausamen Menschen an einem Fallschirm befestigt wurde und übers Wasser fliegen musste. Die Kommentare waren teils alles andere als jugendfrei. "Man sollte die "balls" dieser Menschen in ein Geschirr zwängen und an ebendiesen in die Luft schicken", um nur ein Beispiel zu nennen. Nun, ich bin der Meinung, dass diese grausamen Kreaturen - denn als Menschen kann man solche Lebewesen nicht bezeichnen - hoffentlich eine gehörige Strafe aufgebrummt bekommen. Das gilt aber nicht nur für diese Fieslinge, sondern für alle, die Tiere schlecht behandeln. Man muss sie ja nicht unbedingt so verhätscheln wie wir - sie haben aber Respekt und eine entsprechende Behandlung verdient... Poor donkey!

"Ausgefeuert"
Die Waldbrandgefahr ist wieder als "Extreme" eingestuft worden, was bedeutet, dass jegliche Feuer untersagt sind und auch die ach so beliebten Gas-Grills nur unter Auflagen benutzt werden dürfen. Diese müssen in einem gewissen Abstand von "structures" aufgestellt werden, es darf auch keinerlei trockenes Gras oder Unterholz in der Nähe sein und die Flamme bei den portablen Campingkochern hat eine Groesse von 15 cm nicht zu übersteigen. Sämtliche "Wood fires" sind verboten und wer sich dennoch dabei erwischen lässt kann mit einem Bußgeld in Höhe von 345 $ rechnen. Arbeiten im Wald bzw. am Waldrand sind einzustellen und ganz gleich wer einen Waldbrand entfacht, kann schon mal einen Kredit aufnehmen. 10.000 Dollar sind dann mindestens zu löhnen - wenn man nicht gar für bis zu 3 Jahre hinter Gitter kommt. Uns ist das egal - wir sind nicht die großen "Griller" - und am Lagerfeuer sitzen wir auch nicht. Dazu ist es viel zu warm - das machen wir nur, wenn wir Eisangeln gehen...


21.07.2010, Mittwochmorgen, das Wetter ist nach wie vor super und ich kann mir vorstellen, wo jetzt gerade die Elli läuft... ;-)

Sommerferien

Während die einen ihren Urlaub bereits hinter sich haben, sind andere gerade dabei oder wieder andere sind noch voller Vorfreude.

Hier ist derzeit absolute Hochsaison, denn auch wenn Whistler das größte Skigebiet Nordamerikas offerieren kann, wird den Gästen aus aller Herren und Damen Länder auch in den warmen Monaten so einiges geboten. Denn seien wir doch mal ehrlich: im Urlaub möchte man doch etwas erleben, oder? Spannung, Spiel, Action, Sport, Kultur, atemberaubende Landschaften, gutes Essen, leckeren Wein, wilde Tiere und und und. All dies bekommt man hier. OK, hierzulande gibt es keine Fiestas, es werden keine Figuren durch die Strassen getragen und es wird schon einmal gar nicht im alkoholisierten Zustand - notfalls auch als Zwerg - auf denselben getanzt. Dennoch ziehen die hiesigen "Attraktionen" die Massen an, so dass der befürchtete Rückgang der Tourismuszahlen ausblieb. Im Gegenteil - es sind im diesem Jahr sogar mehr Urlauber im Ort als vorher und seine T-Time auf dem Golfplatz muss man Tage, wenn nicht Wochen im voraus reservieren, wenn man zu den beliebtesten Zeiten seine Clubs schwingen möchte.

Aber nicht nur die Fairways sind mehr als gut ausgelastet, auch die Anbieter in Sachen Rafting, Zip-Trekking, Paintball, Bungee Jumping, Jeep & Hummer Touren, "Bear Viewing", Jetboat-Fahren, der gigantische Mountainbike-Park, Sommerskilauf auf dem Gletscher, Reiten durch die Pampa, der Skateboard-Park, Kanu- & Kajakfahren, Wasserski, Sightseeingflüge per Helicopter oder Wasserflugzeug und und und - alle sind bisher äußerst zufrieden mit der laufenden Saison. Der Einzelhandel macht seinen Umsatz, die Restaurants sind voll - die Kneipen sowieso - die Hotelmanager melden eine zufriedenstellende Auslastung und die Anzahl der Wohnmobile oder anderen Camper ist auch noch einmal gestiegen.

Habe ich jetzt allen Angst gemacht, dass es hier nur Sachen gegen Entgelt gibt? Nein, natürlich gibt es auch jede Menge Gratis-Vergnügen. Da sind beispielsweise die unzähligen Badeseen mit ihren Stränden und Grillplätzen, auf denen man sein Abendessen brutzeln kann. Das ganz klassische Wandern auf einem der vielen "Trails" ist auch dabei und wer mag, kann in einer der überall verteilten Schutzhütten "für umsonst" seinen müdes Haupt auf den Schlafsack legen. Einfach in der Fußgängerzone sitzen, um Leute zu schauen, darf in dieser Aufzählung natürlich auch nicht fehlen. Es gibt des weiteren immer wieder Tage an denen man seine Angel ohne Lizenz ins Wasser halten kann, das "Indianer-Kulturzentrum" ist während der Woche gratis zu besichtigen, das "Whistler Museum" und das Freilichtmuseum in Pemberton verlangen auch keinen Eintritt, Beachvolleyball-Courts und Tennisplätze stehen zur kostenlosen Nutzung bereit, es gibt Straßenmusiker, denen man lauschen kann und und und.

Am meisten Spaß habe ich aber immer wieder an den Autokennzeichen. Da ist von den kanadischen Provinzen über Alaska, Oregon, Nevada, Washington, Florida, Kalifornien, Ohio, Michigan & Co. bis hin zu Mexico alles vertreten. Der Sprachenmix reicht von holländisch zu japanisch, von spanisch zu deutsch, französisch, portugiesisch, "skandinavisch", indisch und weiß der Kuckuck was sonst noch. Einfach nur klasse! Da sind wir so'n Fliegenschiss auf der Landkarte - es leben ja schließlich gerade einmal 10.000 Menschen permanent in Whistler und 3.000 in Pemberton - und sind dennoch in aller Munde. Viele Menschen haben offensichtlich das Bedürfnis hierher zu kommen. Was habe ich als alte Sales- und Marketing-Tante einmal gelernt? AIDA. Dieses "Attention-Interest-Desire-Action" ist für diese Gegend absolut aufgegangen. Die Menschen haben den Namen gehört, sich dafür interessiert, das Verlangen wurde geweckt und sie haben all dies in eine Handlung übergehen lassen. Sie kommen hierher, weil sie es auch sehen und erleben wollen - und zwar in allen Altersgruppen. "Die Jungen" und "die Alten". Ob mit Kind(ern) oder ohne. Und wenn ich mir all diese strahlenden Menschen ansehe, dann freue ich mich mit ihnen - freue mich aber auch ein kleines Stückchen "local" zu sein und sagen zu können: "I live here"...



Dienstagmorgen - der Sommer geht weiter - bei uns gibt es keine "Drachen"

Don't make such a fuss!

Ich darf auf englisch beginnen - das habe ich mir soeben selbst gestattet. Es passt aber so schön zu den "Fuse boxes" (zu gut deutsch - Sicherungskästen) über die sich die neuen Anwohner der Cheakamus Crossing Siedlung neben der Kläranlage, auf der einstigen Müllkippe und in Nachbarschaft zum kleinen Asphaltwerk gelegen, jetzt auch noch aufregen. Nein, nicht alle - bisher ist es eine Familie. Wenn diese aber damit durchkommt, werden sicherlich noch andere nachziehen. A pro pos "ziehen":

Zum 1. August können die ersten Häuser und Wohnungen nach den umfangreichen Renovierungen und Umbauten der für die olympischen und paralympischen Spiele errichteten Immobilien bezogen werden. Zum 1. August ist dann auch dir Restzahlung des Kaufpreises fällig, nachdem bereits zwei Anzahlungen zu leisten waren. So weit so gut.

Einige der "Units" waren extra für die Paralympics behindertengerecht ausgestattet worden und wurden während der Olympics im Februar gar nicht benutzt. Eine solche Wohnung hat beispielsweise ein Kollege vom Schatz erworben und wusste ganz genau, dass es sich um eine der Wohnungen für Menschen mit speziellen Bedürfnissen handelt. Drew (so heißt der herzensgute Mensch) hat kein Problem damit in einer "Behindertenwohnung" zu leben - andere Menschen offensichtlich schon.

Ein Ehepaar mit zwei Kindern im Alter von 2 und 4 Jahren beschwerte sich nun in unserem Käseblättchen darüber, dass die Lichtschalter, Thermostate für die Heizung und der Sicherungskasten tiefer als "normal" angebracht seien, damit auch Rollstuhlfahrer bequem an alles heran kommen. Dies sei in ihren Augen aber alles andere als gut, wenn man kleine Kinder habe. Die lieben Kleinen könnten ja die Sicherung für den Kühlschrank manipulieren, das Licht an und aus schalten und auch die Heizung nach Herzenslust steuern. Es habe keinerlei optische Gründe für das Gemotze, es ginge einzig und allein um die Sicherheit des Nachwuchses.

Der entsprechende Bau-Verantwortliche argumentiert dagegen, dass alles nach den gültigen "Building Codes" gebaut wurde, alles von den Behörden abgenommen wurde und somit kein Grund zur Klage bestünde. Doch, sie beschweren sich aber. Man habe ihnen nicht mitgeteilt, dass es sich bei ihrer Immobilie um eine der paralympischen Art handele und sie im Kaufvertrag nicht explizit darauf hingewiesen worden seien. Komisch, Drew wusste dies alles - der zukünftige Herr des Hauses nebst Frau Gemahlin aber nicht? Jetzt versuchen diese Menschen aufgrund der Tatsache, dass ein paar Schalter ein paar Zentimeter tiefer an der Wand befestigt sind aus dem Kaufvertrag zu kommen und ihre Anzahlungen auch wieder auf dem eigenen Konto zu sehen, was im Fall eines Rücktritts vom Vertrag aufgrund des bestehenden Asphaltwerks aber nicht möglich ist. Dieses steht im Kleingedruckten. Muss ich erwähnen, dass es sich bei diesen Leuten um Gegner dieses Werks handelt? Wahrscheinlich nicht, oder? In meinen Augen suchen diese Leute nur einen Grund, um aus dem Vertrag zu kommen, den sie vor zwei Jahren abgeschlossen haben und die Kinder müssen nun dafür herhalten. Meine Meinung dazu ist nur eine: bringt euren Kindern einfach bei die Schalter nicht zu betätigen und gut ist's. Ich glaube das nennt man Erziehung...



19.07.2010, Montagmorgen kurz nach 7 - Sonne pur und ich bin noch müde

Die erste transatlantische Lotto-Tippgemeinschaft

Ich finde das ja so klasse! Da hat jemand auf dem Inselchen Mitleid mit mir bzw. meinem Lottoschein und schickte mir doch tatsächlich Lottozahlen zum fröhlichen Tippen am Pazifik. Diese ursprünglich aus der Schweiz stammenden Zahlen werden selbstverständlich an den kommenden Ziehungen teilnehmen und wer weiß? Vielleicht fühlen sich die alpinen-palmerischen Nummern in den Coastal Mountains so wohl, dass sie hier heimisch werden. Über die Aufteilung des Gewinns werden wir uns dann schon einig - dessen bin ich mir ziemlich sicher. "Der Hut" wird dann jedenfalls etwas vom Jackpot abbekommen - versprochen!... ;-)

"No Autos on the Autobahn"
Um die Autobahn ohne Tempolimit werden die Deutschen ja immer wieder beneidet. Auch von den Menschen hier - darf man doch allerhöchstens mal mit 100 km/h über bestimmte Highways "rasen" - im Normalfall sind es 80 km/h. Gerne werden auch Geschichten erzählt à la "Once I drove 180 kilometres per hour - that was when I spent a vacation in blablabla. What was your highest speed?" Tja, mittlerweile ist es uns egal, die Leute kennen uns inzwischen und drum sagen wir ihnen dann auch, dass für uns 180 km/h die normale Reisegeschwindigkeit war und wir durchaus auch weit über 200 gefahren sind. Es gab und gibt dann erstaunte und bewundernde Blicke und die Kommentare sind meist in Richtung "you are lucky people over there" gehend.

Drum war es für die Menschen hier umso erstaunlicher, dass eine komplette Autobahn gesperrt wird, damit ein "Mega-Event" darauf stattfinden kann. Undenkbar! Die Autobahn ist doch zum schnellen Fahren da. Tja, und so hat es doch tatsächlich die einst A430 genannte asphaltierte Strecke bis in unsere Abendnachrichten geschafft. Da sitzen wir hier in Canada, denken an nichts Böses und es werden Bilder vom Stau bei Essen-Kray oder feiernden Menschen an ebendieser Stelle gezeigt. Wer es mir nicht glaubt, kann es hier nachsehen. Unglaublich...

Das passiert immer wieder- leider
Wieder einmal ist ein junger Mensch in einem See der Umgebung ums Leben gekommen. Meist können sie nicht bzw. nicht gut schwimmen oder unterschätzen schlichtweg das kalte Wasser. Vor allem im Frühsommer, wenn die Luft zwar heiß ist, das Wasser durch die andauernde Schneeschmelze aber a...kalt ist. Nein, sie gehen trotzdem rein, schwimmen zu hölzernen Inseln, was im Sommer alles andere als ein Problem ist, in den "kalten Monaten" aber schnell zur Unterkühlung führt. Solche Todesfälle gab es in den letzten Jahren zuhauf.

Am Wochenende hat es mal wieder einen 17-jährigen Chinesen erwischt, der einen Ausflug zum Alice Lake bei Squamish nicht überlebt hat. Leute, geht doch nicht ins Wasser, wenn Ihr nicht schwimmen könnt! Denn an Unterkühlung kann dieser Unglücksrabe nicht gestorben sein, dazu ist das Wasser mittlerweile zu warm... Hier findet man den Bericht.


18.07.2010, Sonnen-Tag - es ist kurz vor 8 - wir konnten ausschlafen

Ich bin überfordert

Fernsehen ist hierzulande ein kostspieliges Vergnügen. Für die "Basic Channels" ist man mit gut und gerne 40 Dollar pro Monat dabei und bekommt dann eine Auswahl von ca. 30 Sendern. Das langte in unseren Augen, denn so viel sehen wir nicht fern. Es gibt aber bekanntlich auch andere Menschen und die geben dann auch gerne mal 100 oder 200 Dollar pro Monat für die Flimmer aus. Nein, nicht für das Gerät - einzig und allein dafür, dass der Fernseher etwas zu zeigen hat. Unser kleiner Fernseher hat sage und schreibe 69 Dollar gekostet und musste sich bisher mit diesen ca. 30 Sendern begnügen. Tja, und dann habe ich letztens einmal "durchgeschaltet". Bisher kam dann oftmals ein blauer Schriftzug "Please sign up for this channel". Vorgestern aber war es anders. Gestern auch und heute Morgen auch. Wir können jetzt - warum auch immer - so um die 100 Programme empfangen, die monatliche Abbuchung auf dem Konto ist aber unverändert. Wie lange wir diesen "erweiterten Service" bereits haben, kann ich nicht sagen, ich schalte normalerweise nicht durch. Ich weiß nur, dass ich nicht bereit bin für dieses "Paket" um die 90 Dollar zu bezahlen, was der Normalpreis wäre. Dann lieber wieder "nur" 30 Sender - die reichen auch. Kann sich eigentlich noch irgendjemand daran erinnern, dass es lediglich drei Programme gab und nicht rund um die Uhr ausgestrahlt wurde? Wir schon...

Der nächste Winter kommt bestimmt
Und manchmal früher als einem lieb ist.... Außerdem ist es doch ein schöner kühlender Gedanke, während wieder einmal viele über die andauernde Hitze meckern... ;-)

Während auf den Berggipfeln der Schnee immer weniger wird, die Flüsse voller Wasser sind und die Stauseen am Rande ihrer Kapazität in der Gegend rumstehen, bereitet man sich "auf dem Berg" bereits auf die kommende Saison vor. "Hütten" werden erweitert, Küchen modernisiert, die Gondeln lackiert und die Pfosten derselben bekommen Löcher. Löcher in den Pfosten? Und das soll gut sein? Werden die Teile nicht instabil? Nun, es werden Löcher gebohrt, keine Krater hinein gemacht. Und diese Löcher haben durchaus einen Sinn. Im Dezember 2009 kollabierte mitten im Tagesgeschäft ein Pfosten der "Excalibur Gondola" aufgrund von "Ice Jacking". Es hatte sich im Laufe der Zeit Wasser im Pfosten angesammelt, dieses gefror und ließ den Pfeiler umkippen. Dabei wurden 11 Menschen "auf dem Weg nach oben" verletzt und mussten mit Leitern oder aber per Hubschrauber aus den Gondeln geborgen werden. Um die "Vereisung von innen" gar nicht erst möglich zu machen, wurden nun an allen Stützen Drainage-Löcher geborgt, damit das Wasser, das wie auch immer in den Pfosten gelangen konnte, sich gar nicht erst ansammeln kann. Auf WhistlerBackcomb ist dies nun überall gemacht worden und diesem Beispiel sind nun auch die anderen Skigebiete der Provinz gefolgt. Ob es wirklich funktioniert, wird man sehen - einen Versuch ist es allemal wert. Man kann von Glück reden, dass dabei niemand ums Leben kam und die Gondeln an den Sicherheitsdrahtseilen hängen blieben...

Und was macht man im Winter ganz besonders gerne? Essen - richtig geraten! Es heißt ja nicht umsonst Winterspeck. Und welcher Tag ist heute? Richtig - Sonntag! Und was gibt es an einem Sonntag? Nochmals richtig:

Das Sonntagsrezept: "Bunter Reis mit Joghurtsauce"!

Dieses Gericht ist ruckizucki fertig, noch dazu kinderleicht und schmeckt (fast) jedem.

Mann/Frau/Kind nehme für 4 Personen:

500 g Hackfleisch (Rind oder Lamm)
1 große Zwiebel, gewürfelt
2 Bund Spinat, gründlich gewaschen und abgetropft
4 Tomaten, gewürfelt
250 g "8-Minuten-Reis" (z.B. von dem Onkel aus Amerika)

500 g Naturjoghurt (nicht allzu mager, sonst zerfließt die Sauce sofort auf dem heißen Essen)
1-2 Knoblauchzehen, "zerquetscht"
Saft einer Zitrone

Salz, Pfeffer, Paprikapulver
Etwas Öl zum Anbraten
Wasser (oder Brühe, aber die hat man ja nicht immer da) zum Angießen

Das Öl in einer großen Pfanne erhitzen. Hackfleisch darin "krümelig" anbraten. Zwiebeln hinzufügen und glasig werden lassen. Spinat und Tomatenwürfel hinzugeben. Wenn der Spinat zusammengefallen ist, den Reis hinzufügen, salzen, pfeffern und "paprikaern". Mit Wasser begießen. Die Mischung in der Pfanne sollte so gerade eben bedeckt sein. Ohne Deckel vor sich hin köcheln lassen bis der Reis gar, aber noch bissfest ist. (Ggf. noch etwas Wasser hinzufügen, falls zuviel verdampft sein sollte.)

In der Zwischenzeit Joghurt mit Knoblauch und Zitronensaft verrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und kalt zum heißen Reisgericht reichen. Die Sauce ist für das "Gesamte" wichtig - sie gibt dem Essen eine gewisse Frische. Und wer es noch frischer mag, stellt auch noch eine große Schüssel Salat mit auf den Tisch. Und wem nicht genug Gemüse in der Reispfanne ist, der kann auch noch klein gewürfelte Paprikaschoten mit anschwitzen und köcheln lassen. Schmeckt auch gut, ich vertrage aber keinen "Bell Pepper" (weder gelb noch rot, grün oder orange, egal ob mit oder ohne Schale), also lasse ich sie einfach weg...

Gutes Gelingen und "Enjoy!"


Mein Schatz meinte gestern übrigens, dass dieses Essen alles andere als fotogen sei. "Die Leute denken doch: die Frau fotografiert eine Pfanne mit irgendeiner Pampe darin, die wissen ja nicht wie es riecht und schmeckt. Weil aussehen tut es nicht gut." Genau, deshalb gibt es ja auch heute das Rezept "für die Welt" und dann können es alle selbst nachkochen, riechen und schmecken... ;-)





17.07.2010, Samtagsmorgen um halb 7 - der Tag wird sonnig und heiss

Was ist am Wochenende alles los?

Beginnen wir bei den lieben Kleinen. Um die dreht es sich nämlich ein ganzes Wochenende lang beim "Whistler Children's Art Festival" das in diesem Jahr zum 27ten Mal stattfindet. An beiden Tagen wird der künstlerisch mehr oder weniger talentierte Nachwuchs sowohl im Village als auch in Creekside mit Kunsthandwerk, Musik, Zauberei, wer-baut-das-schönste-Lego-Haus, Malen, T-Shirts gestalten, etc. bespaßt. Weitere Info's rund um diese für Kinder sicherlich tolle Sache ist hier zu finden. Ob wir auch einmal auf einen Sprung vorbeigehen werden? Oh Goodness - of course NOT! Das überlassen wir lieber anderen... ;-)

Und auch hierher werden wir nicht gehen, auch wenn wir etwas gespendet haben. Eine Nachbarin macht beim Balding for Dollars mit. Diese Spendensammelaktion findet seit 8 Jahren ebenfalls alle 12 Monate statt und unterstützt krebskranke Kinder und Kinder mit Blutkrankheiten am BC Children's Hospital, denn hierzulande wird längst nicht alles von der Krankenversicherung bezahlt - da liegt es dann oftmals am lieben Geld, ob jemandem die notwendige Behandlung zukommt oder nicht. Anyway, dieses Thema ist sehr komplex und wird in den nächsten Tagen einmal etwas genauer beschrieben. Wir sind ja beim "Balding". Bald = kahl / glatzköpfig. Na, hat schon jemand eine Idee, wie damit Geld in die Kasse kommt. Richtig! Es gibt Menschen, die lassen sie gegen Spende(n) den Schädel rasieren. Karine (meine Nachbarin von gegenüber) trennt sich hierfür von ihren langen braunen Haaren und wird in den nächsten Wochen eher wie einer von den außerirdischen Kohlköpfen unterwegs sein. Der Morning Man von Mountain FM hat sich bereits gestern bei laufender Sendung für 1.000 Dollar von seinem Haupthaar getrennt (praktisch, wenn man Radiomoderator ist) und der Nachmittags-Mann ließ sich aus Solidarität einen Wachsstreifen aufs gut bewachsene Bein kleben (natürlich auch gegen Spende - der Mann ist nämlich, wie mein Schatz auch - immer "bald"). Die "Wachsung" wurde natürlich auch live übertragen und eines muss ich sagen, er hat sich bei diesem einen einzigen Streifen ganz schön angestellt. Männer! ;-)

Ebenfalls in Creekside findet heute "The biggest Garage Sale" statt. Die beiden unteren Parkdecks werden in einen für hiesige Verhältnisse großen Flohmark verwandelt. 2 Parkbuchten incl. Klapptisch waren für 20 Dollar zu buchen. Hier findet man normalerweise von der Skiausrüstung über Autoteile bis hin zum Kinderwagen alles, was das Herz begehrt. Wir werden einmal schauen gehen, ob uns etwas anlacht...

Am späten Nachmittag ist dann auch das Outstanding in the Field angesagt. An diesem kulinarischen Erlebnis auf dem Acker haben wir im vergangenen Jahr teilgenommen und haben es in diesem Jahr leider zu spät erfahren. Alle Plätze waren wieder einmal schnell verkauft - die 180 Dollar pro Person waren gut angelegt. Man wurde vom Chefkoch des Araxi in Whistler bekocht, es gab leckeren Wein und man saß an einem wunderschön gedeckten Tisch vor der spektakulären Kulisse des Mount Currie und ließ es sich einfach gut gehen. Im nächsten Jahr sind wir wieder dabei...

Der Jackpot in Höhe von 50 Millionen Dollar wurde übrigens wieder einmal nicht abgeholt. Von den Einzel-Millionen sind auch nur 5 Stück zwischen Atlantik und Pazifik an den Mann oder die Frau gebracht worden. Wir haben immerhin wieder einmal unseren Spieleinsatz raus und könn(t)en außerdem noch einmal gratis Volltanken. Das ist doch auch schon mal etwas - wir sind ja schließlich bescheiden... ;-)


16.07.2010, Freitagmorgen, 1 Minute nach 7, die Sonne scheint - es wird wieder heiss heute

In der Kürze liegt die Würze

Asphaltwerk:
Wenn das stimmt, das hat jemand nicht aufgepasst. Zur Sache Gabi, das versteht ja sonst kein Mensch. Im Mai d.J. hatte doch die Resort Municipality of Whistler (RMOW) einen Deal mit dem Betreiber des Asphaltwerkes nahe der neuen Wohnsiedlung "Cheakamus Crossing" erzielt. Dieser besagt, dass das Werk um 150 m hinter einen kleinen Hügel und somit aus der Sicht der Siedlung verlagert wird und der Betreiber die Anlage durch den Einbau neuer Filteranlagen modernisiert. Im Gegenzug behält er seine "Business License" und ihm wurden des weiteren 400.000 Dollar "Kostenbeteiligung" für seine Rechts(beratungs)kosten zugestanden. Und das ist der Knackpunkt. Ein zukünftiger Nachbar der Anlage und entschiedener Gegner derselben hat sich die Mühe gemacht und sowohl den "Local Government Act" als auch die "Community Charter" zu studieren. Darin steht, dass eine "Municipality" nicht dazu befugt ist, einem Privatunternehmen "einfach so" Geld zukommen zu lassen. Tja, und mit diesem Wissen ist der gute Mann jetzt zur Royal Canadian Mounted Police (RCMP) gegangen und hat Anzeige gegen RMOW erstattet. Die Hüter von Ordnung und Moral haben die Ermittlungen wohl auch aufgenommen, jedoch keinen Termin genannt, wann sie ihre Ergebnisse bekannt geben werden. Schaun mer mal - Fortsetzung folgt...

Pay Parking:
Da hat die RMOW die Rechnung bisher ohne den Autofahrer gemacht. Seit dem 28. Juni d.J. muss man ja auf den Day Lots 1 - 3 entlang des Blackcomb Ways fürs Abstellen seines Zwei-, Vier- oder Mehrrads bis zu 12 Dollar pro Tag bezahlen. Die Lots 4 und 5, die einen kleinen Fußmarsch entfernt liegen, sind nach wie vor gratis zu nutzen. An den ersten beiden Tagen hat so gut wie niemand auf den gebührenpflichtigen Plätzen gestanden - die anderen Lots waren aber bereits am Vormittag am Rande ihrer Kapazität. Nun - nach Ferienbeginn am 1. Juli und den damit verbundenen Heerscharen an (Tages)Touristen im Ort - wurden neue Zahlen veröffentlicht. In der ersten Woche wurden 30.000 Dollar am Parkautomaten gelassen, in der zweiten Woche waren es 24.300 $. RMOW hat allerdings mit einer Einnahme in Höhe von 38.500 Dollar pro Woche gerechnet. Der entsprechende Parkobermuckel teilte auch mit, dass die kostenlosen Parkmöglichkeiten nach wie vor komplett ausgelastet seien und argumentierte dies so: "The locals are leaving the most convenient parking for guests." Sind wir "locals" nicht nette Leute?... ;-)

Soll man jetzt nichts mehr essen?
Die Bären sind los. Jedenfalls in 3 Ortsteilen von Whistler. In Brio, Alta Vista und Blueberry Hill haben sich zwei Mitglieder von Familie Petz gedacht, dass es doch viel einfacher ist, sich in der Küche der komischen Zweibeiner zu bedienen, als mühsam nach dem leckersten Löwenzahn oder den ersten reifen Beeren zu suchen. Die beiden Racker haben es geschafft eine Tür mit Drehknopfgriff zu öffnen, schnurstracks in die Küche zu gehen (die müssen die Baupläne gelesen haben) und haben es sich dort gut schmecken lassen. Da die Beschreibungen der Tiere fast identisch sind, ist davon auszugehen, dass es sich um ein und denselben Ursus handelt. In der Nachbarschaft wurde nun eine Lebend-Bärenfalle aufgestellt und die Anwohner wurden aufgefordert keine Lebensmittel und/oder Müll im Haus oder auf dem Grundstück zu haben. Hallo? Keine Lebensmittel im Haus? Sollen die Leute jetzt nichts mehr essen? Ich habe eine bessere Idee: die Leute aufzufordern ihren Müll einbruchsicher unterzubringen, Haus- und Terrassentüren abzuschließen und es dem Bären nicht verraten, wo der Schlüssel versteckt ist. So muss höchstens der Bär hungern und geht dann doch lieber in den Wald...


15.07.2010 Donnerstagmorgen kurz vor 7, die Sonne lacht bei (noch) 12 Grad im Schatten

Freddy ist obdachlos
Zu unserer Familie gehört bekanntlich Freddy, das handzahme Eichhörnchen - benannt übrigens nach "Königin" Freddy, aber das hat jetzt nichts mit der Sache zu tun. Freddy's Zuhause im Baum neben der Terrasse fiel gestern der großen Kettensäge zum Opfer. Die ca. 30 m hohe Yellow Cedar bewohnte leider nicht nur Freddy in seiner Höhle in luftiger Höhe, sondern auch noch andere - alles andere als erfreuliche - Viecher. Die Pine beetles - oder welche Schädlinge auch immer, ich kenne mich da nicht so gut aus - fanden den alten Baum auch höchst interessant und hatten ihm arg zugesetzt. Die beiden benachbarten Bäume hatten auch schon Anzeichen, so dass sie ebenfalls kurzerhand geköpft wurden - was sich als absolut richtig heraus stellte. Alle 3 Bäume sahen von innen aus wie ausgehöhlte Kürbisse. Ich hasse es Bäume zu fällen bzw. fällen zu lassen - wirklich. Ich pflanze lieber welche, aber manchmal muss man halt zur Stihl mit extralangem Schwert, welche hier in keinem "guten" Haushalt fehlt, greifen. Der Vorteil an der ganzen Baumfällerei ist, dass es jetzt hinterm Haus sonniger ist und wir "spectacular views of Mount Currie" haben (das schreiben die Makler hierzulande so gerne). Freddy's "Haus" haben wir übrigens als Notunterkunft an einem anderen Baum befestigt. Er soll ja doch nicht ganz ohne Dach überm Kopf dastehen und wird den Umzug schon überstehen. Darüber mache ich mir keine Gedanken und seine Vorräte sind in einem anderen Versteck auch schnell wieder aufgefüllt - wozu sonst kann man Nüsse, Sonnenblumenkerne & Co. im Supermarkt kaufen? Auf die Terrasse kam Freddy jedenfalls schon wieder und die am Boden liegenden Bäume wurden auch gründlichst inspiziert. Um aufs "Deck" zu kommen ist Freddy- wie es sich gehört - jetzt brav die Treppe hinauf gelaufen - "seinen" Weg über den Baumstamm, auf's Dach "seines" Häuschens und von dort aus in einem Riesensatz aufs Geländer existiert jetzt nun einmal nicht mehr. "Aufgeforstet" wird dann auch bald - wir werden ganz viele Obstbüsche anpflanzen. An denen darf es sich dann Nero schmecken lassen, damit auch er gut über den Winter kommt. Bei uns verhungert schließlich niemand... ;-)

Andere Tiere tun mir gerade so richtig leid. Wirklich leid. Freddy wird darüber hinweg kommen, dessen bin ich mir recht sicher. Anders ist es in "Cowtown". Beim Massenspektakel "Stampede" in Calgary sind bereits in den ersten beiden Tagen vier Pferde ums Leben gekommen. Zwei Pferde starben an einem Herzinfarkt (ich möchte gar nicht wissen, wie diese armen Tiere wohl gedopt bzw. welchem Stress sie ausgesetzt wurden), eines wurde nach einem Schulterbruch eingeschläfert und ein anderes brach sich beim wilden Rodeo selbst den Rücken, als es versuchte den Reiter los zu werden. Diese Tiere tun mir alle leid. Ich gehörte aber auch noch nie zur Reiterfraktion. Auch nicht in jungen Jahren, als alle auf einmal Pferde ganz toll fanden. Ich habe schon immer gesagt, dass es das Pferd ganz bestimmt nicht möchte, mich durch die Gegend zu tragen. Ich habe stattdessen gerne mal unserem damaligen Kater Moritz ein Fernglas vors Gesicht gehalten, damit auch er die Welt einmal ganz nah sehen konnte, oder ihn auch schon mal am Schwanz festgehalten, damit er nicht weglaufen konnte. Meine Strafe dafür habe ich auch immer direkt bekommen - ich hatte oftmals diverse Kratzspuren an der Hand. Unsere jetzigen Miezen haben es da jetzt - gut und gerne 30+ Jahre später - um einiges besser. Die beiden müssen höchstens mal zum Kuscheln still halten. Frau lernt ja dazu... ;-)














14.07.2010, Mittwochmorgen, die Sonne scheint - noch sind es kühle 12 Grad und mein Hund ist mal wieder verliebt

Eigentlich
Eigentlich wollte ich mal etwas zum Thema Golf und dem kleinen Inselchen schreiben. Das mache ich aber nicht - ich habe mich eines Besseren belehren lassen und lasse meine Gedanken zu den 18 Löchern im Boden erst einmal dort, wo sie sind - in meinem Hirn und auf der Festplatte - und hole sie erst wieder hervor, wenn mir der große Geistesblitz durch die grauen Zellen schnellte. Bei uns gibt es halt keine Mottenlarven, die sich am Rasen gütlich tun, sondern höchstens Bären, die sich darauf vergnügen. Hier sind es auch "Locals", die die Anlagen betreiben und außer einem Clubhaus mit Restaurant (ebenfalls in Händen der "Locals") und der "Hausmeisterei", wo Whistlerites und Pembertonians die Harke schwingen, stehen hier auch keine Gebäude auf / neben dem Grün. Hier wird auch kein Gift versprüht, um einen Rasen zu erhalten. Hierzulande lässt man an sein Grün nichts anderes als Wasser und CD. Ach Quatsch, ich meine natürlich Wasser und den Rasenmäher. Also gehe ich noch einmal tief in mich und warte auf den Geistesblitz... ;-)

Über was soll ich also nun schreiben? Das Wetter? Nee, das machen ja schon so viele. Über Waldbrände? Habe ich gestern erst. Darüber, was wir gestern Abend gegessen haben? Nee, ist noch kein Sonntag - erst dann gibt`s wieder etwas zum Thema Essen und Trinken. Die Politik vielleicht? Ja, das geht immer. Aber über was genau soll ich schreiben? Das neue Staatsoberhaupt? Über den guten Mann habe ich noch nicht genug gelesen oder gehört. Er soll angeblich ganz toll sein - warten wir es ab und bilden uns in ein paar Monaten eine eigene Meinung. Was ist mit der "Hated Sales Tax" alias "HST" und den Umfragewerten der aktuellen Regierung nach deren Einführung? Warum eigentlich nicht? Darüber könnte frau doch etwas schreiben. Also los ihr flinken Finger - haut in die Tasten! ;-)

Keine zwei Wochen nach Einführung der "Harmonized Sales Tax" - dem Zusammenschluss von GST (Goods and Services Tax) und der PST (Provincial Sales Tax) und der damit verbundenen Preissteigerung in Höhe von 7% für viele Produkte (außer Lebensmitteln) sind die Umfragewerte der liberalen Provinzregierung auf dem Tiefststand. Im Mai 2009 kamen die "Liberals" mit 46% der Wählerstimmen an die Macht. Im März d.J. hätten noch 35% Gordon & Co. für gestimmt. Im April sank die Popularität noch weiter auf sage und schreibe 29%, die im Juni von 26% gefolgt wurden. Die aktuelle Umfrage setzt den Abwärtstrend fort. Lediglich 23% würden die aktuelle Regierung noch erhalten wollen. Die Opposition freut's - sie kommt in dieser Umfrage auf 46%... Wer den entsprechenden Bericht lesen möchte, findet ihn hier. Dort geht es dann auch darum, woran die Menschen hier jetzt sparen, dass sie beispielsweise weniger Zeitschriften kaufen, etc. pp. Schade, dass die nächste Provinzwahl erst in ein paar Jahren statt findet...


13.07.2010, Dienstagmorgen um 7, heute ist mein Hausfrauentag - es ist leicht bewoelkt bei aktuellen 10 Grad

Freunde
Heute bin ich mal "philosophisch" drauf. Wer oder was sind Freunde? Zu der Überlegung bin ich letztens gekommen, als ein Fernsehbericht über die Flimmer lief, in dem eine junge Kanadierin erzählte, sie habe während der olympischen Spiele viele Freunde aus aller Welt gefunden. "I made friends from all over the world" - das war der Wortlaut. "Friends" sind hierzulande aber irgendwie alle - sie sind dann aber nicht unbedingt Freunde im klassischen (deutschen) Sinn, wir würden es eher mit "Bekannte" übersetzen.

Was ist also ein Freund? Für mich ist ein Freund jemand, den ich (mitunter schon lange) kenne, gut kenne. Jemand, mit dem ich meine Gedanken teile. Jemand, der sich bei mir ausheult und umgekehrt. Jemand, der es einem auch nicht krumm nimmt, wenn man sich ggf. jahrelang nicht meldet. Und wenn man dann warum auch immer wieder miteinander in Kontakt ist, dann ist es so, als habe man erst gestern zusammen gesessen und einen schönen Tag/Abend miteinander verbracht.

Es gibt aber auch Freunde, die hat man noch nie im Leben gesehen. Man schreibt sich - heutzutage via email, im Chatroom oder in den zahlreichen Internetforen - und schon ist der gute alte Brieffreund, den auch damals kaum jemand wirklich getroffen hat, obwohl man es sich immer ganz fest vorgenommen hat, wieder völlig up to date.

Aufgrund der großen Entfernungen ist es aber heutzutage auch nicht bzw. nur schwer möglich, Freundschaften im klassischen Sinn zu hegen und zu pflegen. Dazu ist beispielsweise unser Freundeskreis viel zu weit verstreut. Es ist kaum realisierbar Menschen aus Europa, Süd- und Nordamerika und Ozeanien an einen Tisch zu bringen. Dort leben unsere Freunde nun aber. "Früher" hat man sich einfach so getroffen - heute bleibt oftmals nur das Internet, um sich auszutauschen. Denn seien wir doch mal ehrlich: wer mag um 2 oder 3 Uhr nachts mit einem Menschen am anderen Ende der Welt telefonieren? Ich ehrlich gesagt nicht, da halte ich meinen "das-bringt-sowieso-nichts-mehr-Schönheitsschlaf". Freundschaften, richtige Freundschaften, sind aber kostbar und wollen erhalten bleiben und da greift man doch schon mal zu unchristlichen Zeiten zum Hörer. Und eines Tages sieht man sich dann vielleicht auch einmal wirklich (wieder) und man hat das Gefühl nie von diesem Menschen, der einem gegenüber steht oder sitzt, räumlich und zeitlich getrennt gewesen zu sein und ihn oder sie bis in den kleinen Zeh hinein zu kennen. Wirklich zu kennen - mit allen Macken, die der- oder diejenige hat und mit dessen Humor man umgehen kann. Das sind für mich Freunde. Wir dürfen uns glücklich schätzen solche Freunde zu haben - auch wenn sie alle weit weg sind...

Und wer jetzt denkt, dass ich depressiv drauf bin : Nein! Ich bin ganz "normal" drauf. Es passte aber gerade so schön zur aktuellen, persönlichen Situation - Kö, Du weißt, was gemeint ist... ;-)

Jetzt wollen alle wissen, wer "Kö" ist - stimmt`s oder habe ich recht? "Kö" ist ein ehemaliger Kollege und Freund, zu dem ich einige Jahre keinen Kontakt mehr hatte und es durch eine Fernsehsendung wieder dazu kam. Es war per Fax und email vom ersten Moment an "wie früher"...

Genug der "Philosophie", wir sind ja nicht bei den alten Griechen. Machen wir doch beim aktuellen Tagesgeschehen weiter. Zum Beispiel bei den Waldbränden. Aufgrund der langen Trockenperiode in weiten Teilen der Provinz in Kombination mit menschlichem Fehlverhalten oder aber den Launen der Natur, stehen in British Columbia derzeit ca. 190 Quadratkilometer Wald in Brand. Das sind 0,000201% der Gesamtfläche BC's. Nicht viel also - bis jetzt. Wenn man diese Fläche Feuer und Qualm aber einmal aufs Inselchen überträgt, dann stünde ungefähr ein Viertel der Insel in Flammen. Das ist dann schon viel.

Weder hier noch da "braucht" man Waldbrände. Ein Waldbrand ist genau ein Waldbrand zuviel. Aufgrund der starken Winde, die derzeit wehen, haben die bestehenden Feuer auch genug Antrieb, um sich recht schnell auszubreiten. In unserer Gegend hat es gestern zum Glück nicht nur in der Nacht, sondern auch noch im Tagesverlauf kräftig geregnet, so dass das Unterholz erst einmal wieder angefeuchtet ist. Dennoch sind die Hubschrauber der "Fire Watch" wie an jedem Tag ausgeflogen, um in der Pampa nach eventuellen Brandherden Ausschau zu halten. Denn dünn besiedelte oder unbewohnte und schwer zugängliche Gegenden gibt es hier wie Sand am Meer...

So, und weil man Freunden, Bekannten und auch Fremden gerne das eine oder andere Bier ausgibt, lasse ich mich heute mal nicht lumpen und schicke zu guter Letzt welches für durstige Kehlen in die virtuelle Welt hinaus. Man soll bei der Hitze ja immer schön viel trinken.

Prost und Cheers!





12.7.2010, Montagmorgen, über Nacht hat es etwas geregnet, der Himmel ist aber schon wieder blau

Eine never-ending Story
Wir reden ja auf beiden Seiten des Atlantiks immer wieder von Asphaltwerken, öffentlichen Geldern, den kleinen Marotten der (Ur)einwohner hier und da, den lieben Politikern, Bürokratien, Bauernmärkten & Co. Eines, was hier seit Wochen - wenn nicht Monaten - in der Top 10 der Gesprächsthemen ist, scheint auf dem Inselchen allerdings nicht ausgebrochen zu sein. Na? Hat schon jemand eine Idee, was das sein könnte? Ein kleiner Tipp, wobei "Tipp" auch schon ein Hinweis ist. Es geht dabei um Zahlen und Kugeln. Jawohl, der Kandidat hat 100 Gummipunkte!!! Es geht natürlich ums Lottofieber. Das ist "meine" never-ending Story. Am Freitag standen wieder einmal 43 Millionen Dollar als Jackpot zur Verfügung, der - wie sollte es auch fast anders sein - wieder nicht geknackt wurde. Wir können uns trotz des Nicht-Gewinns dennoch nicht beschweren. Der Spieleinsatz ist wieder "drin" und die traditionelle Flasche Sonntagssekt, die wir aufgrund der Hitze aber nicht getrunken haben, wurde auch noch durch die nationale Lotteriegesellschaft bezahlt. Am kommenden Freitag geht es dann wieder um den Maximal-Jackpot in Höhe von 50 Millionen Dollar sowie geschätzten 10 "Sonder-Einzel-Milliönchen". Wir schicken weiterhin unsere 25 Reihen ins Rennen und hoffen nach wie vor auf den großen Geldsegen für uns und andere. Ich habe mir doch schon eine Bananenplantage und ein anderes Grundstück ausgesucht - auf dem baue ich dann übrigens einen (Mini-)Golfplatz, damit die Insel endlich einen bekommt, auch wenn es Menschen gibt, die keinen wollen... ;-)

Aber noch etwas anderes ist derzeit in den Schlagzeilen und wird zum Teil auch live im Fernsehen übertragen. In "Cowtown" alias Calgary findet das alljährliche Stampede statt. Eine Riesenveranstaltung für Cowboys und alle, die sich für solche halten. Da werden Planwagenrennen abgehalten, Menschen mit "coolen" Hüten auf dem Kopf (gerne auch "Cowboys genannt) versuchen beim Rodeo auf dem Rücken der Pferde zu bleiben, es gibt Shows auf der großen Bühne, Paraden, Tierschauen, und und und. Ganz Calgary scheint Kopf zu stehen und wer jetzt noch versucht ein Hotelzimmer zu finden, hat Pech gehabt. Die Metropole ist seit Monaten komplett ausgebucht...

Ansonsten habe ich alter Revoluzzer gestern so richtig schön gegen das gültige Ortrecht verstoßen. Ganz bewusst und ohne schlechtes Gewissen. Ich gehöre ja zum weiblichen Teil der Weltbevölkerung und bin somit dazu prädestiniert eine Waschmaschine zu bedienen. Das habe ich gestern auch getan. Die Elli musste tatsächlich am heiligen Sonntag "ran". Der Wäschetrockner bekam aber einen freien Tag - das schreibt die kanadische Trocknergewerkschaft so vor. Draußen war es warm, sonnig und leicht windig, so dass ich kurzerhand den Frevel begangen habe eine Wäscheleine zwischen den Bäumen hinterm Haus zu spannen und T-Shirts, Arbeitshemden, kurze Hosen, Geschirrtücher & Co. einfach von Mutter Natur in einen trockenen Zustand versetzen zu lassen. Um kein noch größeres öffentliches Ärgernis herbei zu beschwören, habe ich allerdings die unterste Kleidungsschicht im Haus getrocknet. Was sollten denn die Nachbarn - geschweige denn die Waldbewohner - denken. Flatternde Unterwäsche in der Öffentlichkeit - Quel Scandal!!!... ;-)

And last but not least: Congratulations Spain! Well done and well-deserved…


11.7.2010, "Sonntagmorgen um halb 7, wir erwarten "nur" 29 Grad, die Nacht war angenehm kühl und die über Mücken jammernden Bayern sollten mal nach hier kommen - dann wissen sie was viele Mücken sind..."

Griechischer Döner
Richtig gelesen. Griechischer Döner. Nicht Döner Kebab oder aber Gyros Pita. Griechischer Döner. Dieser wird nun in den Strassen Vancouvers angeboten. Die Stadt hat beschlossen das kulinarische Spektrum zu erweitern und vorgestern gab es eine Lotterie für die begehrten Stellplätze. Eine detaillierte Liste ist hier für jeden potentiellen Vancouver-Urlauber oder "einfach-nur-so-Interessierten" zu finden. Bon Appétit, Enjoy, Mahlzeit und ¡Que aproveche! (das habe ich im Wörterbuch nachgeschlagen)…

Und schon sind wir beim Sonntagsrezept, denn sonderlich Aufregendes ist an diesem heißen Wochenende bisher nicht passiert:

"Die griechisch-türkische Vereinigung im internationalen Backofen"
Häh? Die Frau spricht in Rätseln? Ja, macht sie - manchmal sogar höchst gerne. ;-) Eigentlich sind es schnöde mit Feta gefüllte Hackbällchen, die in einer würzigen Tomatensauce zusammen mit Kartoffeln in einer Auflaufform im Backofen gegart werden. Ein Gericht, das sich gut vorbereiten lässt, unschwer anbrennen kann, ggf. viele Leute satt macht und kein Vermögen kostet. Fangen wir an - heute aber nicht für eine ganze Gesellschaft - lediglich für vier Personen:

Mann/Frau/Kind nehme:

500 g Hackfleisch (Lamm, Rind oder "Halb und Halb")
200 g Feta (egal ob Kuh, Schaf oder Ziege)
1 Zwiebel (gerieben, nicht gehackt oder gewürfelt)
1 Ei
1 Tube Tomatenmark (gerne auch welches mit Kräutern oder Knoblauch)
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
6 Kartoffeln (geschält und geviertelt)
4 Tomaten (in Scheiben geschnitten)
1 Teelöffel getrockneter Oregano
½ Teelöffel Chiliflocken (oder eine halbe zerstoßene getrocknete Chilischote)
Salz, Pfeffer

Hackfleisch mit der geriebenen Zwiebel und dem Ei vermengen. Mit Oregano, Salz und Pfeffer würzen. Den Feta in Würfel schneiden und als "Kern" in die Fleischklopse geben. (Also etwas Hackfleisch in die Hand nehmen, etwas plätten, Fetawürfel in die Mitte geben und gut verschließen - ähnlich wie bei einem Marillenknödel...) Fleischbällchen in eine Auflaufform legen, die Kartoffelecken dazwischen drapieren. Tomatenmark mit 1 1/2 (1,5) Teelöffel Salz, Knoblauch, Chili und einem 3/4 Liter Wasser verrühren. Über die Klopse/Kartoffeln gießen. Mit den Tomatenscheiben belegen und im Backofen bei 180º C (Umluft) je nach Größe der Bällchen bzw. der Kartoffeln ca. 35 - 45 Minuten garen. Fertig.

Der Arbeitsaufwand ist verschwindend gering, auch wenn es vielleicht kompliziert klang. Es schmeckt heiß, lauwarm oder notfalls auch kalt - mein Schatz ist sie jedenfalls gerne so - und ein frischer Salat rundet das Ganze noch ab.

Gutes Gelingen und "Enjoy!"

Halt, Stopp - Ich muss doch noch allen viel Spaß beim Fußballfinale wünschen. Also: "Have fun!!!" und bei der Hitze immer schön viel "Wasser" trinken… ;-)


10.7.2010, Samstagmorgen, es ist Viertel nach 7, die Sonne scheint und der Mann ist auf der Hunde-Morgenrunde

The good news is: "We don't have snow on the roads today!"
Der Satz stammt leider nicht von mir - unserer "Morning Man" auf Mountain FM meinte die geschätzte Zuhörerschaft damit aufbauen zu können. Es stimmt ja auch. Bei 30 oder mehr Grad im Schatten wird sicherlich kein Schnee auf den Strassen liegen - man muss alles positiv sehen... ;-)

Die ganz große Hitzewelle scheint aber erst einmal vorbei zu sein. Die Temperaturen sollen in unserer Gegend "nur" noch von unten an der 30 kratzen - in weiten Teilen des Landes (also "Ganz Canada") sind aber nach wie vor eher tropische als nordamerikanische Temperaturen angesagt. Aber seien wir doch mal ehrlich: die hiesigen 28 oder 29 Grad reichen doch auch völlig, oder? Sonne, blauer Himmel, eine leichte Brise, was will man mehr?

Dann müssen die Athleten des morgigen "Squamish Triathlons" auch nicht allzu sehr schwitzen. Los geht es um 9.30 Uhr mit einer 1.500 m langen Planscherei im Alice Lake, dann ab auf's Rad, um auf dem Highway in Richtung Downtown zu rasen und vier Runden durch die Stadt zu drehen. Nach 37 km auf dem Drahtesel werden dann Fahrrad- gegen Laufschuhe ausgewechselt und es folgen nochmals 10 km per pedes. OK, es ist mit dem Ironman auf Hawaii sicherlich nicht zu vergleichen - dennoch habe ich alter Sportmuffel einen Heidenrespekt vor Menschen, die sich dermaßen abschinden und auch noch Freude dabei empfinden...

Und noch etwas "Sportliches"; Pünktlich zum letzten Fußballwochenende - ich möchte nicht wissen, wie viele der Besten aller Ehefrauen froh und glücklich darüber sind - ist hier ein Artikel eines lokalen Journalisten zu finden, der das ganze Bohei um den Sport und die schauspielerischen Leistungen der am Boden liegenden Spieler nicht nachvollziehen kann und noch auf die Erleuchtung bzw. die Überzeugung wartet, dass Fußball ein toller Sport ist. Die Canucks lieben halt Eishockey und "richtige" Kerle - viel Vergnügen bei der Lektüre (und notfalls auch Betrachten der letzten beiden Spiele - wir gehen gleich lieber einkaufen, ist ja Samstag)... ;-)

(M)eine kanadische Tankstelle
Gestern war es mal wieder soweit. Der Dodge wollte eine Tankfüllung bekommen und mein Lottoschein musste auch noch abgegeben werden. Die Schlange an den Zapfsäulen war recht lang. Eine Motorrad-"Gang" auf Freitagsausflug - allesamt Harleys, wie es sich für Nordamerika gehört - jede Menge Wohnmobile und natürliche diverse Trucks und Pkws. Die insgesamt 12 Zapfsäulen waren gut belegt, so dass ich erst einmal in die Tankstelle gegangen bin, um a) meine Gewinne der letzten Woche zu bekommen und b) direkt wieder ins (Spieler)Glück zu investieren. Und während ich so in der Schlange an der Kasse stand, habe ich mich ein wenig umgesehen - normalerweise zahle ich ja per Karte an der Zapfsäule und gehe so gut wie nie hinein. Das Angebot gleicht dem einer klassischen deutschen Benzinverkaufsanstalt. Alles, was man für den Wagen braucht, Zeitschriften, Landkarten, ein paar Lebensmittel, eine kleine Theke an der man etwas zu essen und Kaffee bekommt, ein Regal mit kalten Getränken, eine Kühltruhe mit Eis, Brennholz fürs (zur Zeit verbotene) Lagerfeuer, etc. pp. Eines fehlte allerdings. Alkohol. Aber der ist ja hierzulande nicht "frei verkäuflich" und ist nur in den Liquor Stores erhältlich. Allerdings stach mir ein Regal ins Auge, dessen Inhalt ich an keiner deutschen oder europäischen Tanke erwartet, geschweige denn jemals gesehen habe. Medikamente. Richtig gelesen. Feuerwasser ist nicht vorhanden, sollte man allerdings nicht einschlafen können, fährt man mal eben an der Tankstelle vorbei und holt sich ein paar Traumbeschleuniger. Antibiotika habe ich auch entdeckt und natürlich die nirgendwo fehlenden Schmerzmittel, Anti-Allergie-Tabletten, Cortisonsalben und was das Herz eines Arzneimittel-Junkies sonst noch begehrt. Alles frei verkäuflich. Auch die Schlaftabletten. Praktischerweise lagen "Hallo-Wach-Kapseln" daneben, sollte man sich einmal etwas zu viel davon eingeworfen haben und während der Autofahrt einzuschlafen droht. Kein Allohohl aber Schlaftabletten...


9.7.2010, Freitagmorgen um Viertel vor 7 - noch sind es angenehme 15 Grad

Eiswürfelzeit
Nein, nicht für die Getränke. Gerstenkaltschale on the rocks wird sicherlich als Sakrileg angesehen. In meine Weißweinschorle kommen aber ab und zu welche hinein, wenn die Zutaten eher warm als kühl sind. Ich spreche aber jetzt von Eiswürfeln für den Hund. Unserem kleinen Afrikaner ist es nämlich eindeutig zu warm - dabei sollte er doch mit der Urururururururururgrossmuttermilch eine gewisse Temperaturresistenz mit auf den Weg durch die Savanne bekommen haben. In Afrika haben sie Löwen gejagt und hier suchen sie nach dem kühlsten Flecken, der zu finden ist. Eiswürfel sind nämlich ein probates Mittel, um dem Hund Linderung in Sachen Hitzestau zu verschaffen. Er hat mittlerweile auch eines seiner vielen Körbchen - ok, bei ihm sind es eher ausgewachsenen Körbe - im Eingangsbereich stehen. Dort ist es mit 18 Grad im Schatten angenehm kühl und wenn es so weiter geht, dann stellen wir einfach einen Tisch und 2 Stühle dazu. Der Hund soll ja nicht alleine "frieren" - im vergangenen Jahr haben wir dies übrigens wirklich gemacht. Nach mehr als 2 Monate Hitze ohne einen Tropfen Regen waren wir für jedes Grad weniger mehr als dankbar...

Weiße Raben
Bleiben wir doch mal ein wenig bei den Tieren. Von weißen Raben hatte ich bisher nichts gehört, geschweige denn einen gesehen. Umso erstaunter war ich gestern, als ein Bericht über ebendiese Vögel lief. Weiße Raben, keine Albinos, wohl aber mit höchst eigenen Erbanlagen. Ich finde die Tiere hübsch und würde gerne mal einen sehen. Also ab auf die Insel... Hier ist der Bericht und ein paar Fotos zu finden - Sachen gibt`s...

Teurer als geplant
Die "Resort Municipality of Whistler" verkündete ja im vergangenen Monat, dass die olympischen Spiele mit 6 Millionen Dollar "Whistler-Anteil" günstiger als budgetiert über die Bühne, bzw. die Piste gingen. 3,5 Millionen Dollar weniger als geplant. Ganz im Gegensatz zur Provinzregierung. Diese rückte gestern - zur Freude aller Steuerzahler in BC - die "großen" Zahlen heraus. Es hieß vorher immer, dass 2 Monate Spektakel 600 Millionen Dollar verschlingen würden. Als Kostenbeteiligung der Provinz. Das Federal Government in Ottawa hat(te) auch einen großen Anteil beizutragen. Für den Ausbau des Sea-to-Sky-Highways (den ich übrigens wunderschön finde), den Bau der Sportstätten, Anteil an den Sicherheitskosten, etc. pp. hat(te) die Provinz 765 Millionen Dollar zu löhnen. Die "Federal-Zahlen" sind noch nicht ans Licht der Öffentlichkeit gekommen - da aber einige Kosten bekannt sind, können wir die Gesamtkosten leicht ausrechnen: 900 Millionen Dollar für die Sicherheit, 600 Millionen für den "gepimpten" Highway, die 765 "Provinz-Millionen" und 6 Millionen aus Whistler - macht summa summarum 2.271 Millionen oder aber 2,271 Milliarden Dollar. Für 2 Monate Spannung, Spiel und keine Schokolade, 4 Monate Hochsicherheitstrakt "Sea-to-Sky-Vancouver" und jeder Menge Marketing. Wenn man mal bedenkt, dass der G8/G20-Gipfel letztens in Toronto für 3 Tage 1,1 Milliarden verschlungen hat, dann wurde uns für dieses Geld wirklich etwas geboten und wir werden auch in Zukunft noch etwas davon haben...


8.7.2010, Donnerstagmorgen - alle reden/schreiben übers Wetter... ;-)

Ich gestehe
Ja, ich gebe zu, dass gestern ab 11.30 Uhr Ortszeit die Flimmer lief und ich mich während der Buchhaltung von CBC berieseln lief. Was über die Mattscheibe flimmerte? 11.30 plus 9 = 20.30 = Fußball = Deutschland gegen Spanien. Ein Spiel, welches 1:0 für die Iberer ausging -nur für den Fall, dass es jemand nicht mitbekommen haben sollte...;-)

Ich hatte sogar das Vergnügen alle halbe Stunde den aktuellen Spielstand per SMS an Schatzemanns Baustelle durchzugeben. Da hatte sich in die Anstreicherkolonne doch tatsächlich ein Spanier eingeschlichen, der dem deutschen Zimmermann dankbar für jede Info war. Es soll sogar eine spanische Fahne auf der Baustelle zu sehen gewesen sein. Sie wurde (nach Spielende) an der Antenne des Anstreicherautos gehisst. Nee nee, die Farben der Befreiungskriege und des Hambacher Festes flatterten nicht, aber das weiß hier ja mittlerweile jeder...

Aber kommen wir nun von Euphorie, Freudentaumel, Massenhysterie und erhitzten Gemütern zur kanadischen Hitzewelle und der damit verbundenen Waldbrandgefahr.

Aufgrund der hohen Temperaturen (gestern Nachmittag waren es 34 Grad), der äußerst geringen Luftfeuchtigkeit (gerade mal 20%) und dem trockenen Unterholz ist die Waldbrandgefahr wieder als "High" eingestuft worden. Das ist nur noch durch "Extreme" zu toppen. Ab "High" ist - so wie jetzt auch wieder - ein absolutes "open fire"-Verbot in kraft und darüber hinaus darf kein elektrisch oder mit Benzin betriebenes Werkzeug/Gerät in Waldrandnähe eingesetzt werden. Dieses Verbot war im vergangenen Sommer ein großes Problem auf Schatzemann's Baustelle. Ab 13 Uhr durften diese Gerätschaften nämlich nicht mehr zum Einsatz kommen - wenn man also irgendwie fertig werden will/wollte, dann muss(te) man früh anfangen. Nachmittags patrouillieren auch jetzt wieder die "Bylaw Officer" und wer erwischt wird, hat saftige Strafen zu bezahlen. Drum war in der Hitzeperiode des vergangenen Jahrs auch schon um 4 Uhr morgens Dienstbeginn - mal sehen, ob es in den kommenden Tagen auch dazu kommen wird…

Unser Hund mag die aktuelle Wetterlage überhaupt nicht. Die Runde am frühen Morgen ist bei 15 oder 16 Grad ja toll, die am Nachmittag findet er blöd (auch wenn sie sonst so wichtig ist, sind doch alle seine Freundinnen dort, der alte Schwerenöter...) und abends geht er auch nur noch mal schnell in den Wald hinterm Haus. Bloß nicht zu viel bewegen - das muss er von mir haben... ;-)

Steven hat ‚nen Neuen
Von Frauen hat er wohl die Nase voll. Die Rede ist natürlich von unserem Federal Obermuckel Steven Harper, dessen Personalwahl des neuen Generalgouverneurs und somit zum stellvertretenden Staatsoberhaupt im Namen Lisbeths bekannt wurde. Demnächst werden wir nicht mehr das ansteckende Lachen von Michaelle Jean zu sehen bekommen, statt dessen dem Rechtsprofessor David Johnston lauschen können. Lisbeth hat Stevie's Vorschlag bereits, akzeptiert, so dass es weder einen ersten, noch einen zweiten und schon mal gar keinen dritten Wahlgang zur Wahl des Staatsoberhauptes geben wird. Das ist hierzulande ja eh unüblich. Der Premier schlägt jemanden vor, Lisbeth (und später einmal Charles) sagt "OK" und schwuppdiwupp ist die Sache über die Bühne. Nix da mit Fraktionsstreitigkeiten, endlosen Wahlgängen und Pipapo. Die/den will ich, ok, ab zum Eid und gut ist's. Die Vereidigung ist im September und bis dahin werden wir wohl auch alle erfahren, was an diesem Mann so toll ist...


7.7.2010, Mittwochmorgen um 6, die Nacht war kühl - der Tag wird heiss

Paul
Nein, nicht "Paul von der Insel". Der andere Paul. Der aus Oberhausen. Der, den man eigentlich auch essen könnte. Dieser "Paul der Prophet" hat es mit seiner Vorhersage zum Spiel Deutschland - España sogar bis in unsere Nachrichten geschafft. Dann warten wir doch mal ab, ob sich dieses Vieh geirrt hat oder nicht. Hier findet man nicht nur den Bericht sondern auch ein paar Kommentare. Sogar auf deutsch oder spanisch... ;-)

Im Bezug auf das heutige Spiel frage ich mich aber, in wie vielen Haushalten wohl der große Kampf um die Fernbedienung entbrannt ist. Fußball-Halbfinale mit deutscher Beteiligung gegen das deutsche Traumschiff mit Reiseziel Vancouver. Nun, gäbe es einzig diese Optionen, dann würden wahrscheinlich selbst wir Fußball anschauen. Seit "Victor" nicht mehr das Tablett mit den Cocktails übers Deck trägt, ist die Sendung doch nur noch halb so "schön"... ;-)

Das schöne Wetter...
... lässt alle Menschen noch früher aufstehen als eh schon. Es ist ja auch besser früher mit der Arbeit zu beginnen und entsprechend auch früh wieder heim gehen zu können, um dann noch etwas vom (Sommer)Tag zu haben. Der Tag beginnt drum auch (ohne dass ein Wecker klingelt) um kurz vor 5, Baubeginn ist um 6, der Hund kommt zur gleichen Zeit auf seine Runde und wann ich arbeite, kann ich mir ja sowieso frei einteilen. Echt praktisch, wenn man sein Büro zuhause hat... Aber nicht nur wir agieren so. Normalerweise ist der Highway bis um halb 7 relativ verwaist, nun aber herrscht ein reges Treiben. Alle wollen schnell ihr Tagespensum bewältigen, um dann nachmittags/abends im Garten oder am See die Seele baumeln zu lassen, das Fahrrad durchs Tal zu bewegen (das sind dann aber die ganz Irren, die sich bei über 30 Grad im Schatten abstrampeln) oder auf dem Rücken der Pferde durch die Pampa zu streifen und sich dabei von den Mücken stechen lassen. Bevor der Mann so gegen halb 4 nach Hause kommt, drehen der Hund ich nochmals eine Runde, wobei wir uns natürlich Wege aussuchen, die überwiegend im Schatten liegen. Morgens im Sonnenschein am See, nachmittags im schattigen Wald. Unser kleiner Afrikaner mag die Wärme/Hitze nämlich überhaupt nicht und es kann gut passieren, dass er sich einfach mitten auf dem Weg (oder manchmal auch auf dem Highway) hinwirft, sich im Staub kugelt und nur mit viel gutem Zureden wieder aufsteht, um den Weg nach Hause fortzusetzen. Der Blick sagt dann manchmal so etwas wie: "Kannst Du nicht einfach den Wagen holen und mich hier einsammeln? Ich bleibe auch ganz brav liegen..." Nix da, der Hund muss wieder zu Fuß nach Hause kommen. Ja, ich weiß. Ich bin ein Tierquäler. Mein Hund muss tatsächlich selbst laufen. Zu Hause angekommen, wird sofort etwas für den Wasserhaushalt getan und danach legt er sich auf den kühlsten Boden, den es bei uns gibt. Entweder die Fliesen im Eingangsbereich, wenn der Weg bis ins Wohnzimmer zu weit ist, oder die Bruchsteine vorm Kamin.

Solch einen "Luxus" können die Bären natürlich nicht genießen. Sie haben nach wie vor keine Einladung erhalten es sich in unserem Haus gemütlich zu machen. Stattdessen wandern sie nun einfach in höhere Lagen, dort wo es kühler ist und der noch ganz junge Löwenzahn wächst. Einen Bären, der sich am Badestrand am See in die "Fluten" stürzt, um sich den Staub aus dem wuscheligen Fell zu waschen, haben wir bisher jedenfalls nicht gesehen...

Nun denn, ich mache mal Schluss für heute. Allen Fußballguckern viel Vergnügen beim Spiel - auf dass die bessere Mannschaft gewinnt!


6.7.2010, Dienstagmorgen um kurz vor 7 - die Sonne scheint

Das derzeit "günstigste" Haus auf dem Markt

Hat zufällig jemand 23 Millionen Dollar in der Schublade liegen und möchte sich eine Immobilie in Whistler anschaffen? Ja? Dann hätte ich da etwas. Am Green Lake hat man angefangen eine kleine Hütte zu errichten, die neben 5 Schlafzimmern und 6 Bädern auf dem ca. 2.600 m2 großen Grundstück mit 120 Metern Uferlänge auch Parkmöglichkeiten für 13 Autos anzubieten hat. Na, ist schon jemand auf den Geschmack gekommen? Unglaublich. 23 Millionen für ein Haus. Nicht für eine ganze Siedlung. Für ein Haus. Es scheint ja doch noch genügend Menschen auf der großen weiten Welt zu geben, für die eine solche Summe das Normalste auf Erden zu sein scheint. Wer sich die Schlosskopie ansehen möchte, kann es hier tun. Mir gefällt das Haus nicht. Es hat so etwas von "Protz-Haus-Chic" der 70er oder 80er Jahre. Das einzige, was ich an der Bude gut finde, ist die Dacheindeckung. Dachpfannen wie in Europa sind hierzulande nämlich so gut wie unbekannt. Hier sind es normalerweise "Asphalt shingles", Holzschindeln oder Metall. An einer Sache haben sie aber offenbar auch bei diesem "Prachtbau" gespart. Ich kann auf der Zeichnung keine Dachrinne erkennen, denn auch so etwas ist hierzulande höchst selten zu finden. Die Lage allerdings ist 1A, da kann man wirklich nicht meckern. Aber bevor nun irgendwelche Fragen aufkommen: Nein, ich bekomme keine Provision - leider. Von der könnte man glatt ein anderes Objekt in einem günstigeren Ort kaufen ... ;-)

Die Erdbeeren sind reif
Jedenfalls die ersten der (nicht nur) Marmeladenfrüchte - Marmelade haben wir nämlich schon gekocht. Bei den Himbeeren sieht es ähnlich aus. Auch hier sind die ersten roten Beeren pflückreif und es ist davon auszugehen, dass der große Busch bis zum Ende der Woche eher rot als grün leuchten wird. Am Straßenrand sieht man nun auch wieder viele Schilder: "Strawberries - U pick" oder "Raspberries are ripe", wo man sich dann mit Körben bewaffnet auf den Weg durch die Reihen macht und nicht jede gepflückte Beere die Waage am Ausgang sieht. Die "Vögel" sind in diesem Jahr aber besonders hungrig... ;-) Und weil ich jetzt niemandem etwas von meiner Marmelade abgeben kann, gibt's stattdessen ein Liedchen...

Und zum Schluss - das Wetter
Jippie! Hurra! Yay! usw. Der Sommer ist da!!!

Das Hochdruckgebiet auf dem Pazifik hat sich endlich dort angesiedelt, wohin es gehört, der Jetstream bringt uns schöne warme Luft aus dem Süden, der Himmel ist blau und der Garten wird 2x am Tag mit Wasser aus dem Schlauch versorgt. Denn Regen ist bis auf weiteres nicht in Sicht. Kein Problem, wir hatten in diesem Jahr schon mehr als genug davon. Ein Dank an Petrus, dass er den Hahn endlich zugedreht hat...




Eine schöne Wettervorhersage




5.7.2010, Montagmorgen um 8 - die Sonne zeigt sich schon

Arme Politiker

Da sitzen sie nun auf dem Parliaments Hill in Ottawa und das Einkommen reicht hinten und vorne nicht. Die Damen und Herren der Legislative müssen einfach dazu verdienen. Mit einem Jahreseinkommen von 157.731 $ kommt man als normaler Abgeordneter ja auch nur schlecht über die Runden. Und auch zumindest ein Fraktionsvorsitzender scheint mit seinem Salär in Höhe von 233.247 $ nicht auszukommen. Die Ethik-Kommission hat nun jedenfalls Zahlen veröffentlicht, aus denen hervorgeht, dass von den 308 "Member of Parliaments" 151 Personen Nebeneinkünfte über 10.000 Dollar p.a. beziehen. Mehr müssen die Abgeordneten auch nicht sagen. Auch nicht, wie viele Stunden sie für ihr "Moonlighting" aufwenden. Wer sich für arme Parlamentarier interessiert, findet hier den entsprechenden CTV-Bericht. Man sollte Spenden sammeln...

No drinking in public
Wir waren ja gestern beim Drachenbootrennen. Es war wirklich schön und im Gegensatz zu den Menschen in den Booten sind wir auch trocken geblieben. Entlang des Sees, patrouillierten auch ein paar Hüter von Ordnung und Moral. Wir waren im Garten. Dies ist Privatgrund und man kann dort soviel Alkoholisches konsumieren oder sich daneben benehmen, wie man lustig ist. Vom Garten aus führt ein Steg auf den See. Auch auf dem Steg wurde das eine oder andere Bier getrunken. Und dann geschah das schier Unglaubliche: es kam ein Polizeibötchen angetuckert, hat sie wegen "Drinking in public" verwarnt und ihnen das Getränk abgenommen. Was sollen denn die Fische denken, denn andere Mitglieder der "Public" waren nirgends zu sehen. Was danach gemacht wurde? Ganz einfach: Man ist einfach an Land gegangen, um den einen oder anderen Schluck zu nehmen und "leer" wieder zurück auf den Steg. So'n Quatsch, oder? Man kann auch alles übertreiben...

Zum Lunch gab es übrigens geräucherten Lachs mit Tante Moni's Kartoffelsalat und einem grünen Salat mit Zitrusvinaigrette (nein, nicht diese öligen Lachsscheiben aus der Vakuumverpackung sondern so "richtig" geräucherten Lachs ähnlich einer Makrele oder Forelle) und später am Tage noch ein klassisches BBQ. Da waren wir aber schon wieder daheim - das Badezimmer wollte ja weiter renoviert werden.

Die klassische Grillwurst (oder gar Currywurst) zum BBQ, dem Fußballspiel oder Kirchen-Sportverein-Schul-Festen ist hierzulande übrigens nicht üblich. Es gibt zwar Grillwürste, aber mehr als 2 Sorten zur Auswahl gibt es nicht. Currywurst kennt kein Mensch, es sei denn er oder sie ist Immigrant aus Germanien. Drum kann man auch die Sauce bzw. den Curry-Ketchup nicht kaufen. Den Ketchup stellen wir einfach selbst her. Aus frischen Tomaten, Tomatenmark, Essig, Zucker und jeder Menge Gewürze, denn so ein oder zweimal im Jahr überkommt es uns auch und dann steht "Currywurst mit Pommes Spezial" auf der Tageskarte. Wenn sich die Fußballfans hierzulande in den Pubs versammeln, um die Spiele anzusehen - ja, es gibt mittlerweile ein paar Gastronomen, die sich den Umsatz nicht entgehen lassen und einfach mal früher als sonst aufmachen - dann gibt es hier Chicken Wings, Burger, Hot Dogs oder Pizza anstelle von Soleiern, Frikadellen und Würstchen zum Spiel auf der Großleinwand. Da müssen sich die deutschen Fans, die mittlerweile in Scharen auf kanadischen Strassen unterwegs sind und ihre Fähnchen schwenken, halt umstellen und auf die deutschen "Klassiker" verzichten (oder in Europa bleiben) - ich habe mir sagen lassen, dass diese "kulinarischen Höhenflüge" aus gegebenem Anlass auch auf dem kleinen Inselchen angeboten werden...




Deutsche Wurstkultur in aller Welt




04.07.2010, Sonntagmorgen - halb 9 - der Kleinzoo hatte heute Erbarmen mit uns

Noch'n Thron

Zugegebenen, unser zusammengebastelter Thron ist eher profan als klerikal, er kommt auch nicht nur alle paar Jahre zum Einsatz und ob sich Tausende Menschen aufmachen werden, um ihn feierlichst ins Bad zu tragen, möchte ich auch bezweifeln. Die Rede ist natürlich von unserem neuen "Pott", den wir gestern in Squamish erstanden haben. Und dabei haben wir ein wirkliches Schnäppchen gemacht. Eine stinknormale weiße Toilette incl. Wassertank kostet hier normalerweise ab ca. 150 Dollar. Das ist dann das günstigste Angebot weit und breit. Die Standardmodelle liegen eigentlich so bei 300 oder 400 Dollar. Tja, und da standen wir gestern vor einem großen Regal mit Vorzeigetoiletten und Kartons darunter und es stachen uns zwei Schilder ins Auge. "Toilet 20$ - special price" und "Watertank 19 $ - special price". Möglichkeiten die Teile in Augenschein zu nehmen, gab es leider nicht, durch den Karton konnte man nur sehen, dass sie weiß waren. Da haben wir mal gar nicht lange gezögert und je einen Karton in den Einkaufswagen verfrachtet. Von der Optik her, sind Toiletten hierzulande eh fast alle gleich. Sie stehen immer auf dem Boden und haben vielleicht irgendeine unnütze Verzierung à la "Muscheldesign" oder so. Wir dachten uns jedenfalls, dass diese 20 $ für die Schüssel so billig sind, dass das Design völlig egal ist. Sollte es grottenhässlich sein, haben wir halt 20 $ versemmelt. Schnell noch den Wachsring für den Abfluss, der hierzulande grundsätzlich im Boden und nicht in der Wand ist, und einen Toilettensitz in den Wagen und ab mit uns in Richtung Kasse. Die komplette neue Toilette hat uns nun 85,98 $ incl. "Harmonized Sales Tax" gekostet und war somit billiger als ein einzelner Wassertank. Da freut sich die Haushaltskasse...

Denn der Lotto-Jackpot ist immer noch nicht unser. Es hat ihn auch wieder kein anderer geknackt, so dass es in dieser Woche erneut um 43 Millionen gehen wird. Immerhin haben wir 3 x 3 Richtige und einmal 3 Richtige plus Bonuszahl, so dass unser Spieleinsatz locker wieder raus ist. Der Sombrero muss leider noch weiter auf den Fisch warten - dass versteht jetzt kein Mensch, die Doris aber schon... ;-)

Ach ja, wer sich eben gefragt hat, was ein Wachsring bei einer Toilette soll, der kann sich hier von einem typischen "Handyman" zeigen lassen, was gemeint ist. Die Kaffeetasse darf natürlich niemals fehlen... ;-)

Die "Handymen" schrauben aber nicht nur Toiletten auf den Boden. Nein, nein. Sie schrauben selbstverständlich auch gerne an irgendwelchen Autos oder Mopeds herum. Ein kanadischer Winter ist ja lang und da muss man(n) etwas zu tun haben. Ein klassisches Beispiel eines umgestylten Autos ist auf den Fotos zu sehen. Was der kanadische TÜV dazu sagt? Gar nichts - den gibt es nämlich nicht. Hier darf alles auf den Strassen unterwegs sein, bis die Kisten auseinanderfallen. Rostlöcher? Schweißen? Warum? Der Wagen fährt doch auch so. Ein Holzaufbau auf dem Truck? Kein Problem, sieht doch gut aus. Eine Anhängerkupplung absegnen und in die Papiere eintragen lassen? Schnickschnack - braucht kein Mensch. Unnötiger Kram, der nur Geld kostet. Unsere Anhängerkupplung am Chevy kann beispielsweise bis zu 3 Tonnen ziehen, wird einfach auf eine existierende Vorrichtung gesteckt und hat keine 20 Dollar gekostet. Ja, davon träumt man in Deutschland...

Und wie soll ich nun zum traditionellen Sonntagsrezept kommen? Ich finde keine Überleitung. Vom Auto in die Küche ist zu schwer. Also ab in dieselbige mit uns und fangen wir einfach an:

Schinken & Melone "extended"
Melone (egal welche Sorte) in mundgerechte Stücke schneiden. Mit luftgetrocknetem Schinken belegen. Parmesan hobeln (es sollen sehr dünne Scheiben entstehen) und darauf geben. Pinienkerne anrösten und darüber streuen. Ein paar Kapernäpfel (nicht nur für die Optik) darauf verteilen und das Ganze großzügig pfeffern. Fertig.

Ein superschnelles und superleckeres Essen für heiße Tage, denn die stehen uns nun auch bevor. (Mineral-)Wasser ist jedenfalls schon reichlich gebunkert...




Der neue "Thron", noch steht er im Keller




Was bitte ist der TÜV




Und Türen, die braucht doch kein Mensch




03.07.2010, Samstagmorgen - hier ist es 7 Uhr am Morgen - andere gucken jetzt um 16 Uhr Fussball

Ein paar Fortsetzungen

Volkszählung:
Die (Zwischen-)Ergebnisse wurden bekannt gegeben. Eigentlich sollten es die Endergebnisse sein, aber offenbar dachten noch andere Menschen so wie wir und haben diese Aktion schlichtweg boykottiert. Bei uns "hinterm Berg" gibt es 950 Häuser. So viele waren es jedenfalls im vergangenen Jahr. Es kamen noch diverse Neubauten hinzu, so dass man nun von ca. 1.000 Haushalten spricht.

Von diesen 1000 Haushalten haben ganze 536 die Volkszählungsbögen ausgefüllt und retourniert. Diese 536 Haushalte haben 777 "Vehicles" vor/in der Garage stehen, von denen 36,5 % Trucks oder SUV's sind. 70% der (arbeitenden) Bevölkerung pendelt jeden Tag zwischen Dörfli und Whistler-Village (oder den anderen Ortsteilen). Es gibt in diesen 536 Familienunternehmen aber auch 1.825 Fahrräder, 255 Hunde und 125 Kinder unter 5 Jahren. Was will uns das jetzt sagen? Ich weiß es nicht, wahrscheinlich nichts - ich wollte es einfach mal erwähnt haben... ;-)

"Pay Parking":
Seit vergangenem Montag muss man ja auf den Daylots 1-3 bis zu 12 Dollar pro Tag bezahlen, wenn man sein Fahrzeug am Blackcomb Way und somit möglichst nah am Village abstellen möchte. Diese insgesamt 853 Parkplätze waren bisher immer gut gefüllt und wurden sowohl von Einheimischen, Berufspendlern und Touristen genutzt. Seit Montag sind diese Lots nun aber mehr oder weniger verwaist. Ganze 150 Fahrzeuge (am Montag) bzw. 100 (am Dienstag) wurden dort in dieser Woche parkiert. Dafür werden die immer noch gratis zu nutzenden und zu Fuß ca. 10 Minuten entfernten Lots 4 und 5 mit einer Kapazität von ca. 1.200 Parkbuchten gut frequentiert. Lot Nr. 4 war am Montag bereits um 10 Uhr morgens voll, Lot Nr. 5 zu zwei Dritteln belegt. Da hat die Stadtverwaltung die Rechnung wohl ohne die Autofahrer gemacht. Die laufen notfalls dann doch lieber ein paar Meter...

Asphaltwerk:
Hier geht es nur hin und her und her und hin. Manche sagen immer noch "Ich habe vom dem Werk nie etwas gewusst", sonst hätte ich dort in der neuen "Neighbourhood" keine Immobilie erworben". Andere sagen" Ich habe von dem Werk nichts gewusst, sonst hätte ich diesen Standort niemals für eine Wohngegend vorgeschlagen." Und wieder andere sagen, dass man das Asphaltwerk durch die Nase habe wahrnehmen können - und das seit Jahren. Ja was nun? Hat es schon seit Jahren vor sich hin gequalmt? Hat es dann wirklich niemand mitbekommen? Wenn es die Luft wirklich verpestet haben soll, hätte es ein jeder mitbekommen. Oder? Es wird ja wohl ein jeder den Geruch eines Asphaltwerkes vom Frittenfettgestank des schottischen Restaurants mit dem großen M vor der Tür unterscheiden können. Die "Fronten" sind jedenfalls verhärtet, jeder bleibt bei seinem Standpunkt und wir werden wahrscheinlich noch in zig Monaten oder gar Jahren darüber lesen oder davon hören, ohne dass etwas Welt- bzw. Asphaltwerk-bewegendes geschehen wird...

Und zum Schluss bin ich noch so richtig schön gemein
Die Strafe dafür habe ich auch bereits gestern bekommen - da meinte nämlich die Toilette in einem unserer Badezimmer undicht werden zu müssen, was zur Folge hat, dass wir jetzt ein komplettes Bad renovieren werden. Eigentlich wollten wir die Letzte der drei Nasszellen im Haus erst nach dem Sommer machen - die Keramikausstellung war aber anderer Meinung. Also werden wir heute zum Heiligen Rona und/oder Home Depot fahren und uns die lagernden Thrönchen ansehen.

Das Gemeine fehlte bisher? Kommt noch, keine Bange. Während in Deutschland alles nach Abkühlung lechzt, haben wir den gestrigen Morgen/Vormittag wunderschön am Alta Lake verbracht. Das Wasser ist angenehm kühl, glasklar und es sind dort keine Menschenmassen wie an so manchem Baggersee in Germanien. Ein kanadischer Traum für alle, die jetzt in der stickigen, heißen Großstadt leben, der Ventilator im Wohnzimmer keine Linderung verschafft, Mineralwasser ausverkauft ist und es der Kühlschrank nicht mehr schafft das Bier unter die 18-Grad-Marke zu bringen. Da bin ich doch viel lieber hier als da. Ach ja, ich kann ja sooooo gemein sein... ;-)







Stille Genießer am stillen See. - Keine Fanmeile weit und breit...




02.07.2010, Frei-Tag-Morgen, die Sonne traut sich hervor

Sag niemals nie?

Doch mache ich. "Nie!". Noch einmal: "Nie!" und nochmals "Nie!"

Nie wieder werde ich am "Canada Day" zur falschen Uhrzeit auf den Strassen unterwegs sein. Und dabei dachten wir, dass wir noch vor bzw. erst nach der Feiertags-Rush-Hour durch den Ort kommen würden. Weit gefehlt. Aber beginnen wir doch einfach am Anfang, mein wirres Geschreibsel versteht ja sonst kein Mensch.

Nachdem der Kleinzoo auf der Morgenrunde war und abgefüttert den mehr oder weniger wohlverdienten Morgenschlaf antrat, machten der Mann und ich mich in Richtung Pemberton Meadows auf, um zu gucken, was es Neues von der Kartoffelfront zu berichten gibt. Nix. Gar nix. Die alte Landeierseele in mir prophezeit, dass es noch mindestens 5 - 6 Wochen dauern wird, bis die ersten jungen Kartoffeln aus der Erde gerissen werden. Dann üben wir uns halt noch ein wenig in Geduld.

In Geduld üben mussten wir uns auch direkt zu Beginn unseres Ausflugs, als wir versuchten von unserer Strasse auf den Highway abzubiegen. Entweder musste es irgendwo etwas umsonst gegeben haben oder es gab irgendwo einen Evakuierungsbefehl. Wir mussten ich weiß nicht wie lange warten, um links abbiegen zu können. Die Blechlawine rollte und rollte und rollte. Zum Glück fuhren sie alle weiter geradeaus und bogen nicht wie wir in Richtung Pemberton Meadows ab. Im ‚Dörfli" war alles wie ausgestorben. Einzig und allein versammelten sich die ersten Teilnehmer des "Spud Valley Runs" am Community Centre, um ihre Startnummern zu bekommen. Ansonsten herrschte eine angenehme Stille. Auf der 40 km-Fahrt durchs Tal in Richtung Kartoffelbauern hatten wir die Landstrasse mehr oder weniger für uns allein. Es waren keine 10 Autos/Trucks unterwegs. So mag ich das!

Als wir in der Nähe der "Hollandia Farm" ein wenig in der Pampa spazieren waren, meinten plötzlich zig Autos über die Forest Service Road, auf der wir uns befanden, weiter Richtung "Carpenter Lake" fahren zu müssen, so dass wir uns wieder zu unserem fahrbaren Untersatz aufgemachten, um den Heimweg anzutreten. Auf der Rückfahrt kamen uns reichlich Autos entgegen und ich habe immer auf die Uhr geschaut. Hoffentlich kommen wir vor Beginn der Parade durch den Ort. Nehmen wir einen Schleichweg über den "Snob Hill", vielleicht haben wir ja Glück. Nee, hatten wir nicht. Da stand ein Feuerwehrfahrzeug auf der Strasse und versperrte den Weg. Na gut, umdrehen, wieder über den Snob Hill und ab Richtung Highschool, vielleicht sind wir vor der Parade am Kreisverkehr und kommen noch ungeschoren am Community Centre vorbei, bzw. die Parade ist schon längst durch. He he, die Parade war schlauer als wir. Denn auch vorm Kreisverkehr stand ein rotes Teil der Feuerwehr und ließ uns und ganz viele andere, die sich auch für diese Umleitung entschieden hatten, dumm aus der Wäsche bzw. der Windschutzscheibe gucken. Man sah ca. 100 m entfernt die Karawane weiter ziehen und ich weiß nicht wie viele Menschen mit Luftballons und Flaggen in der Hand den "Paradisten" zujubelten. Der Schatz kam dann noch auf die glorreiche Idee, ich könnte doch vorlaufen und der Parade zuschauen, er käme ja eh an mir vorbei. Er sollte mich eigentlich kennen. Natürlich bin ich nicht ausgestiegen, wo kommen wir denn da hin? Außerdem war ich ja gar nicht passend angezogen. "Rot-weiß" ist der Dresscode am Canada Day, ich lief aber mal wieder in schwarz-grau durch die Gegend. Was sollen denn die Leute denken? Wahrscheinlich, dass ich mich nicht immigriere...

Aber irgendwann ist auch die längste Parade der Welt zu Ende, die Feuerwehrautos machten Platz und wir konnten uns wieder von der Stelle bewegen. "Fahren" wäre eine Übertreibung, schneller als im Schritt-Tempo kamen wir nämlich nicht voran. Überall rechts und links der Fahrbahn über-heitere verkleidete Menschen (was müssen die wohl schon geraucht oder getrunken haben) und beglückwünschten sich gegenseitig zum nationalen Geburtstag. Es erschien so, als ob alle 3000 Seelen des Ortes auf eben dieser Strasse unterwegs waren und in Richtung Community Centre marschierten - nein, eher schlenderten, um weiterhin am großen Volksfest teilzunehmen. Uns reichte der Anblick der "Partypeople" aus dem Autofenster hinaus, zum Community Centre sind wir gar nicht mehr gegangen. Stattdessen haben wir den restlichen Tag ganz gemütlich auf unserer Terrasse verbracht. Und weil es davon nichts zu erzählen gibt, gibt's jetzt nur noch Bilder des gestrigen Tages. Auf dass der Sieboldsche Server so richtig schön viele Dateien zu verarbeiten hat... ;-)




Menschenmassen, überall Menschenmassen




Keine Fanmeile




Warum soll ich dann überhaupt angeln gehen?




Keine Staus - von wegen. - Das kommt davon, wenn man hinter der Parade fährt. - Dumm gelaufen, I mean gefahren...




Ein Lamafoto war ich noch schuldig


'

Die Waldbrandschäden vom letzten Jahr





Am "Canada-Day" - ohne Worte




40 Tonnen Gesamtgewicht sind hier lächerlich




Der Dschungel vor unserer Haustür


01.07.2010,Donnerstagmorgen um kurz vor 7 - wir haben schon Wochenende, was der Kleinzoo aber ignoriert

"Happy Canada Day!"
Dann fangen wir den heutigen Nationalfeiertag mal absolut standesgemäß an... ;-)

Wer etwas mehr über den 143. Geburtstag Canadas erfahren möchte, kann es hier nachlesen. Ich erzähle lieber etwas über die heutigen Feierlichkeiten in dieser Gegend:

Bei uns "hinterm Berg" beginnt der Tag frühmorgens mit dem alljährlichen "Spud Valley Run", bei dem viele Laufverrückte (gerne auch Runner oder Jogger genannt) einen 7 km langen Kurs hinter sich bringen, um danach bei einem Pancake Breakfast im Community Centre wieder zu Kräften zu kommen.

Ab 10 Uhr stoßen dann auch die Kinder zum "Teddy Bear Picnic" hinzu, wo u.a. der Teddy-Doktor bei den Kuscheltieren nach dem Rechten schaut, ein Teddy-Zauberer für magische Momente sorgt, usw.usf.

Die Parade durch den Ort beginnt dann um 11 Uhr am Community Centre und endet dort auch wieder, wo bis in den Abend hinein ein kleines Volksfest mit Kinderbespassung, Bauern- und Künstlermarkt, Vorführungen, BBQ & Co. stattfinden wird.

Von 1 - 4 PM findet auch der traditionelle "Strawberry Tea" im Freilichtmuseum statt, wo zu Geschichten aus der Vergangenheit Tee, Erdbeeren und Shortcakes serviert werden.

Um 18 Uhr beginnt dann das Abendprogramm am Community Centre mit BBQ, Live-Musik, "Fire" & normalem Tanz und und und.

In Whistler ist das Programm ähnlich aber dennoch anders. Whistler wird hierzulande halt gerne Disneyland genannt, während wir Landeier das "real life" um uns herum haben. Zurück zum Thema:

8.30 - 11 Uhr: Yoga in der Fußgängerzone (Mountain Square)
9.00 - 11 Uhr: "Pancake Breakfast" im Upper Village mit Tanzvorführungen, ermäßigtem Mini-Golf, Trampolinspringen & Co. (bei uns ist alles umsonst - alte Abzocker in W.)
12 Uhr: Parade durch den Ort incl. 60-Mann-"Marching Band", zahlreichen Teilnehmern der olympischen und paralympischen Spiele usw. und wird mal wieder schwer an Karneval erinnern
Ab 14 Uhr ist dann die "Après Parade Party" auf dem Village Square mit Hymne-Singen, Kuchen essen, Livemusik & Co.
Ab 19.30 Uhr "An Evening at Rebagliati Park" mit Livemusik, Filmvorführungen und Feuerwerk

Wir selbst sind nicht diese "Fiesta-Typen", werden vielleicht aber doch kurz am Community Centre vorbeischauen. Ins Village bekommen uns heute jedenfalls keine 10 Pferde. Auch keine 50 oder 100. Whistler überlassen wir den Patrioten und Touristen. Es wird gerammelt voll sein, Parkplätze Mangelware, Polizeikontrollen überall, Gedrängel und Geschiebe in der Fußgängerzone, etc. pp. Nee, lasst mal. Das ist nix für uns, aus dem Alter sind wir raus, wo man bloß nichts verpassen will…

Morgen beginnt dann das große Drachenboot-Festival auf dem Alta Lake. Dorthin werden wir gehen. Der Schatz hat letztens einen ca. 50 m2 großen Steg am See gebaut und der Eigentümer hat uns zum Regatta-Schauen eingeladen. Nur ein paar Leute - weit ab von den Massen - im Garten am See bzw. auf dem Steg überm Wasser mit einem schönen gekühlten Weißwein zum (leckeren) Essen und dabei zusehen, wie sich andere Menschen im Boot abschinden, so mag ich das... ;-)

Und weil ich mich am heutigen Freudentag nicht lumpen lasse, gibt's zum guten Schluss ein Feiertagsrezept:

"Pomodori et uova tonnato"
Nein, nicht hauen! Ich weiß, dass "tonnato" grammatikalisch falsch ist - es würde aber doch sonst niemand erkennen… ;-)

Mann/Frau nehme (als Vorspeise) für 4 Personen:

4 Tomaten
4 hartgekochte Eier
1 Dose Thunfisch in Wasser
2 Essl. Mayonnaise
4 Sardellen
1 Essl. Kapern
Saft einer Zitrone
Salz, Pfeffer
ein paar Kapern zur Deko

Tomaten und Eier in Scheiben schneiden und auf einen Teller/Platte legen. Thunfisch (incl. der Flüssigkeit), Sardellen, Kapern und Mayonnaise mit einem Pürierstab mixen. Mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer würzen. Auf die Tomaten/Eier geben und mit ein paar Kapern "verzieren". Fertig.

Die Zutaten hat man eigentlich immer im Haus und wenn gerade mal keine Sardellen im Kühlschrank zu finden sind, dann ist es auch kein Beinbruch. Dann halt einfach etwas mehr Salz nehmen. Die Sauce schmeckt natürlich auch gut zum klassischen Kalbfleisch, kalter Hähnchen-/Putenbrust oder aber als Dip zur Rohkostplatte - es muss ja nicht immer Fleisch dazu sein...









Ihre Familie Ingrid & Mathias Siebold
Calle el Torreón 5/7
E-38750 El Paso
La Palma, Islas Canarias, Spanien
Tel. von Deutschland: + 34 922 497216
email: m.siebold@la-palma-urlaub.de
Kanarische Ferienhäuser auf La Palma


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