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Whistlers Whistle - Hintergründiger Alltag in British Columbia



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Nachrichtenarchiv aus Whistler, Dezember 2010


31.12.2010, Silvester - die letzte "News" des Jahres 2010

Das letzte Essen des Jahres

Eigentlich wollte ich etwas übers vergangene Jahr schreiben, über die guten Vorsätze, die wir auch dieses Silvester nicht gemacht haben, oder über das, was die kommenden 12 Monate bringen werden. Nein, das interessiert niemanden. Oder vielleicht doch? ;-)

2010 war ein merkwürdiges Jahr, es war zum einen gut, zum anderen schlecht, wir haben uns gefreut und abgrundtief geärgert, wir haben Menschen kennen gelernt, die wir niemals im Leben kennen gelernt hätten... Wobei?... Wirklich "kennen" - in Bezug auf leibhaftig gegenüber gestanden haben - tun wir die wenigsten der "Neuen". - Ja, das holen wir nach und es ist der gute Vorsatz für die Zukunft - das Jahr lasse ich jetzt mal dahin gestellt... ;-)

Wir haben Menschen (wieder)entdeckt, wir haben die Lebensgeschichten von mittlerweile liebgewonnenen Menschen erfahren, wir haben (wildfremden) Menschen einen Einblick in unser Leben gegeben und wenn ich mittlerweile auch außerhalb der heimischen 4 Wände oder des privaten Umfelds einen Ruf genieße, dann den, ein Genießer zu sein. Kochen, Essen, Trinken und mit netten Leuten am Tisch zu sitzen und sich gut zu unterhalten sind für mich wirklich wichtige Dinge und drum muss ich aus einem inneren Zwang heraus noch ein paar Rezepte loswerden... ;-)

Wer also noch nicht weiß, was er oder sie bei der heutigen Silvesterparty auf dem Buffet stehen haben soll oder dazu verdonnert wurde etwas mitzubringen und noch keine Idee hatte, es sich aber ein paar Dinge im Kühlschrank oder der Kartoffelkiste finden, dann gehen wir jetzt mal ganz schnell in die Küche und fangen mit den Vorbereitungen an...

Hähnchen auf Gemüsebett

Ja Ihr Vagabunden in Eurem rollenden Wohn-Schlaf-Arbeitszimmer mit integrierter Miniküche, das muss jetzt sein - extra für Euch gibt es gleich auch noch kalte Küche... ;-)

Hähnchenteile (Schenkel, Brust - was halt da ist)
Kartoffeln, Möhren, Zwiebeln, Zucchini, Auberginen, Paprika, Sellerie - einfach grob gewürfelt - auch hier ist es völlig egal welche Sorten man nimmt. Das richtet sich einzig und allein am persönlichen Geschmack und dem, was im Vorrat ist...

Knoblauch, grob gehackt
Salz, Pfeffer, Rosmarin oder Oregano
Weißwein

Die Gemüsewürfel in eine Auflaufform legen. Salzen, pfeffern und "Kräutern". Die Hähnchenteile ebenfalls salzen und pfeffern und auf das Gemüse legen. Knoblauch drapieren und Weißwein angießen. Das Gemüse soll ca. zur Hälfte bedeckt sein. Bei 180º C (Umluft) je nach Größe der Fleischteile bzw. der Gemüsewürfel ca. 1 - 1,5 Stunden garen, dabei zwischendurch umrühren und die Hähnchenteile wenden. Fertig!

Kein Hähnchen da? Aber vielleicht Chorizo oder Fleischwurst oder Rippchen oder oder oder? OK, kein Problem, einfach in Stücke schneiden und zusammen mit dem Gemüse brutzeln lassen.

Vegetarier an Bord? Lasst Fleisch oder Wurst einfach weg und fügt etwas Olivenöl hinzu. Dann schmeckt es sogar Veganern... ;-)

Nee, das ist alles nicht auffindbar? Ist vielleicht noch der eine oder andere Camembert im Kühlschrank? Ja? Vielleicht auch noch ein Ei und etwas trockenes Brot oder Semmelbrösel? Dann machen wir auf die Schnelle einen gebacken Käse:

Den Camembert durch ein verquirltes Ei ziehen, in Semmelbröseln wenden und in heißem Fett ausbacken. Preiselbeeren und Brot dazu, fertig ist das Essen...

Oder aber mein Lieblingssalat zum (frisch gebackenen) Brot. Ja Doris, "unser" Wurstsalat - die Zutaten hat wahrscheinlich ein jeder greifbar:

Lyoner, Fleischwurst, Bockwurst, Leberkäse oder "magere Kinderwurst"
saure Gurken
Zwiebeln
(Schweizer) Käse Essig, Öl, Senf, Salz & Pfeffer

Alle Zutaten in Streifen schneiden, würzen, Essig und Öl dazu, umrühren und ca. 30 Minuten ziehen lassen. Fertig!

Oha, da hat jemand aufgepasst! Stimmt, ich habe das Rezept schon einmal geschrieben. Am Schweizer Nationalfeiertag, um genau zu sein. Kann sich außer dem einen sonst noch jemand daran erinnern? ;-)

So, das war's dann mal für dieses Jahr. Ich wünsche allen, dass sie sich morgen noch an heute erinnern werden und dass diese Katerplage nicht Oberhand nimmt. Allen einen guten Rutsch und ich sage dann mal:

CU in 2011 - den einen oder die andere wirklich. Ich kann es kaum erwarten... ;-)











30.12.2010, Donnerstagmorgen um 9, strahlender Sonnenschein bei -9 Grad

Es geht immer noch ums Geld

Das Budget der Resort Municipality of Whistler (RMOW) ist längst durchgewunken - dennoch reißen die Leserbriefe in unseren beiden Käseblättchen nicht ab. Weil es ja schon fast Tradition ist, kopiere ich aus dem Pique Newsmagazine mal wieder meinen Lieblingsbrief der Woche:

A modest proposal
Re: RMOW Budgets
Boy, the Finance Department and the Administrator at the Resort Municipality of Whistler seemed to be completely stumped on how to make up the "shortfall" between revenues and their proposed spending. These people have been out of the real business world for so long they just cannot seem to grasp the thought of spending equal to revenues. They have been fed at the trough of the developers for so long and they have entrenched such a large bureaucracy at the municipal hall that they no longer speak to us normal taxpayers and citizens as they are off in their own "entitled world." We have had tax hike after tax hike (21.5 per cent in four years) and the citizens are getting extremely angry and upset at the lack of fiscal responsibility shown by the mayor and council and particularly the managers at city hall who feel entitled to whatever they want.
The first idea is that since so little development is going on now, why do we still have the huge planning, development and building inspection departments? Secondly, since we are not growing, why do we keep building new trails and new things in all of the parks? I am completely happy with the facilities and services we have and do not expect or need more. JUST STOP SPENDING!
In last week's paper Jim Kennedy stated that the current payroll is $26 million and the municipal deficit has been "reduced" to just $1.4 million. Jimbo recommended that staff at muni hall agree to a five per cent pay rollback to save a further $1.3 million. While I have two minds to that, I am sure that the people who anticipate a four per cent increase every year (so that their salary doubles every 15 years by the way), would not even consider a wage freeze much less a rollback. Here is another thought, I am not sure how many citizens realize it but our municipal staff actually don't work full time even though they are paid full time plus incredible benefits. Our municipal workers are somehow "entitled" to only work 36 hours per week. Sort of like the French government tried based on some crazy theory that that policy would make more jobs.
So, my modest proposal is that our municipal workers start working a 40-hour week at minimum, for the full time pay and benefits they are already receiving. What a concept. Work 40 hours per week. This in theory should give us a 10 per cent productivity improvement and save us $2.6 million per year. It is about time our municipal employees share at least some realities of the world with the rest of the workers and taxpayers in Whistler.


Wow, ich wusste bisher nicht, dass die "Muni-worker" für eine 40-Stunden-Woche bezahlt werden, aber nur 36 Stunden arbeiten. Ich kenne es höchstens umgekehrt - man arbeitet länger fürs gleiche Geld und nicht weniger. Interessant, ich denke, dass viele Arbeitnehmer - ganz egal wo auf der Welt - auch an diesen Vorzügen Interesse hätten...

Immerhin beschäftigen sich zum ersten Mal in der Geschichte der Whistler-Jahres-Budget-Findung die Einwohner mit den aktuellen Zahlen. Nancy Wilhelm-Morden, einst im Council der RMOW, hauptberuflich Rechtsanwältin und Kolumnistin in einer der beiden Zeitungen schrieb in der vergangenen Woche, dass während ihrer Amtszeit keine Handvoll Einwohner zu den Open House Veranstaltungen kamen - es hat einfach niemanden interessiert. Das hat sich aber nun geändert. Zur letzten diesbezüglichen Veranstaltung erschienen gut und gerne 170 Whistlerites, die neben reichlich Kritik auch Lösungsmöglichkeiten bzw. Wege aus den roten Zahlen aufzeigten. - Schade nur, dass die 7 Würdenträger nicht zugehört haben und wie ich sie mittlerweile einschätze, es auch zukünftig nicht machen werden...

Und noch was aus dem Bereich der Finanzen: die Whistler Blackcomb Holding Inc. hat nun die Geschäftszahlen des vergangenen Geschäftsjahres, welches am 30.09.2010 endete, veröffentlicht. Zu dem Zeitpunkt waren die beiden Berge noch im Besitz von Intrawest/Fortress und es wurden niemals irgendwelche Beträge bekannt. Durch den Börsengang ist die Firma dazu aber verpflichtet und die neue Holding wird einen Teufel tun, dem nicht nachzukommen - schließlich wären sonst Bußgelder in Millionenhöhe fällig. Dann doch lieber Zahlen anstellen von Dollars rausrücken... ;-)

Anyway, es kam heraus, dass VANOC für die Nutzung des Skigebiets - also Whistler Mountain rund um Creekside - 32 Millionen Dollar bezahlt hat. Durch diese Zahlung war es Whistler Blackcomb möglich, den Vorjahresumsatz trotz sinkender Besucherzahlen - ich sage nur "die Krise" - um 9% in diesem speziellen Segment zu steigern. Dieser positive Geschäftstrend kam der neuen Aktiengesellschaft nur gelegen. - Und wer kann sich nun noch erinnern, was ich mal über der "Board" der neuen Aktiengesellschaft geschrieben habe bzw. wer in der Chefetage sitzt? Richtig, der einstige Obermuckel von VANOC - böse ist, wer Böses dabei denkt...



29.12.2010, Mittwochmorgen - wir haben mal wieder Eis auf den Straßen - aber auch Streusalz... ;-)

Die weiße Gefahr

Ach, ich wollte schon immer mal eine reißerische Überschrift machen… ;-)

Auf Blackcomb ist gestern eine Lawine hinab gegangen. Außerhalb des Skigebiets, aber dennoch von 3 Skifahrern ausgelöst. Verschüttet und/oder verletzt wurde niemand, die Ski Patrol hat dennoch mit ein paar Spürhunden nach eventuell zu rettenden Menschen gesucht. Es war aber zum Glück niemand da, der mit dem Heli hätte abtransportiert werden müssen. Ein Heli, der nach wie vor nicht am Krankenhaus landen dürfte...

Weniger Glück als Verstand hatte ein Snowmobil-Fahrer, der mitsamt seiner Familie einen Ausflug in die verschneite Bergwelt gemacht hat. Er wurde von einer Lawine den Berg hinunter befördert und es kam jede Hilfe zu spät...

Und wer nun glaubt, dass Lawinen der Hauptfaktor in Sachen Leben und Tod ist, der irrt sich leider. Ebenfalls gestern ist ein Snowmobilfahrer gegen eine Holzkonstruktion gefahren, die im Sommer von Mountainbikern genutzt wird. Sein Helm bot keinen Schutz - er starb an den schweren Kopfverletzungen...

Ein weiterer Snowmobilfahrer ist bei einem Zusammenprall mit einem anderen Motorschlittenfahrer ums Leben gekommen. Auch gestern. Auch mitten in der Pampa. Auch für ihn konnte nichts mehr getan werden...

Stimmt mir nun ein jeder zu, dass das weiße Zeug gefährlich ist? Wenn es nicht da wäre, käme ja niemand auf die Idee Schlitten zu fahren oder im Backcountry seine Schwünge im Schnee zu machen...

Feuerwerk schon gekauft?

Ja? Dann hätte ich gerne etwas davon ab. Ich liebe Feuerwerke und habe bisher keinen einzigen Laden gefunden, das welches verkauft. OK, es ist hier gar verboten private Feuerwerke abzufackeln. Dummerweise stellt aber auch die Gemeinde kein Spektakel am nächtlichen Himmel zur Verfügung, so dass wir auch in diesem Jahr auf das Schauspiel zu verzichten haben werden. Schade. Aber da man ja eh nicht mit einem Glas Sekt bewaffnet auf die Strasse gehen darf, um aufs neue Jahr anzustoßen - ich sage nur "no drinking in public" - werden wir Silvester wohl auch in diesem Jahr ausfallen lassen. Ein gutes, neues und vor allem erlebnisreiches Jahr 2011 können wir uns auch noch morgens wünschen... ;-)

So, das waren die Kurznews. Ich werde mich mal auf den Weg nach Squamish machen. Behördenkram wartet darauf gemacht zu werden. Wie gut, dass man die "Vorarbeiten" allesamt online machen kann. Jetzt muss ich nur noch ein paar Papiere abgeben. Praktisch...



28.12.2010, Dienstagmorgen - plus 2 Grad - kein Glatteis

Die Königin ist da!

Weder die Wein, noch die Bier noch die Brot und Kuchen Königin hat Einzug in Whistler gehalten. Die Molkereiprodukte-Königin gibt sich die Ehre. Das klingt doof? OK, das englische Wort "Dairy Queen" ist auch viel handlicher.

Ach, was haben die Whistlerites aufgeschrieen, als sich die ersten Filialen größerer Ketten im Ort ansiedeln wollten. London Drugs hat es seinerzeit trotz Unterschriftenaktion der Befürworter nicht geschafft an eine Betriebsgenehmigung zu kommen - im vergangenen Jahr wurde der Shoppers Drugmart an gleicher Stelle im Ort einfach durch gewunken. Böse ist, wer Böses dabei denkt...

Auch die Textilgeschäfte mit illustren Namen wie GAP, Eddie Bauer, Guess & Co. dürfen in der Fußgängerzone nicht fehlen - tja, und nun ist auch noch die Königin hinzugekommen. Die Eisdiele im Schnellrestaurantformat, die für viele Canucks einfach nicht fehlen darf, ist an strategisch günstiger Stelle untergebracht. Direkt am Spielplatz, wo die lieben Kleinen ihren Nannies, Eltern und sonstigen Betreuern sicherlich oft die Ohren voll jammern werden, um das klebrige Softeis zu bekommen. Die Bilder auf der Website sagen mir jedenfalls, dass ich dieses Zeug nicht essen möchte. Aber die Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden...

Rekordschnee auf der Insel

Nein, die Rede ist nicht vom Inselchen da drüben - ich meine Vancouver Island. Mount Washington hat dort ganz schön mit der weißen Pracht zu kämpfen. Innerhalb von 12 Stunden sind 150 cm bzw. 50 Fuß davon gefallen. Wow, das ist viel! Weil aber Bilder viel mehr aussagen als mein Geschreibsel, findet man hier einen entsprechenden Bericht der CTV...

Und weil wir schon beim Wetter angekommen sind: wir erwarten trockene und sonnige Tage. Yeah!!!! Ich weiß schon gar nicht mehr wie die Sonne aussieht...

Der Schnee hinterm Haus schmilzt jeden Fall fleißig vor sich hin und man kann sogar schon wieder Erde erkennen. Ich habe nicht dagegen.

Meinetwegen kann der Winter nun aufhören. Wir hatten einen guten Monat lang Schnee und das reicht jetzt. Aber dieser Wunsch wird eh nicht erhört - normalerweise fällt bis in den April hinein Schnee. Aber was interessiert mich hier und heute das Wetter vom April 2011? ;-)





27.12.2010, Montagmorgen um halb 10 - ich bin heute ganz schoen spät dran

Eine wirre Mischung

Der erste Tote der Saison

Im Skigebiet und abseits der Pisten kommen hier alljährlich viele Menschen ums Leben, wobei der Anteil derjenigen, die im freien Gelände sterben recht hoch ist.

Heiligabend wurde ein 20 Jahre alter Snowboarder aus Kalifornien vermisst, dessen Leiche dann am 1. Feiertag gefunden wurde. Er ist kopfüber in einen Bach gestürzt und die Autopsie wird Genaueres über die Ursache bringen. Eines steht jedenfalls fest: die Sicht war an dem Tag alles andere als gut, es schneite heftig und die Wolken hingen bis ins Tal hinab.

Wer mag, findet hier...

Im Einkaufsrausch

Da klingelten gestern nicht nur die süßen Glocken, es klingelte auch ordentlich in den Kassen. Boxing Day mit seinen Rabatten in Höhe von oftmals 50 oder mehr Prozent hat dem Einzelhandel einen guten Umsatz beschert.

Die fröhliche Käuferschar versammelte sich bereits Stunden vor Öffnung der Pforten vor den Konsumtempeln, um bloß zuerst beim Glotzophon alias Fernseher zu sein, um als Erster beim Produkt der Ei-Familie zu sein oder um sich anderes Zeug zu kaufen, was man eigentlich gar nicht braucht.

Natürlich darf auch hierüber kein Fernsehbericht fehlen - zu finden ist er hier...

Keine Angst vorm neuen Sprit

E10 habe ich heute Morgen beim Studium der Nachrichten kennen gelernt. Nun, hier wird dem 87er Benzin alias Regular auch bis zu 10% Ethanol beigemischt - etwas anderes tanken wir nicht. Probleme mit dem Sprit hatten wir nie - warum sollte es dann in Europa anders sein?

Glatte Strassen

Warum soll ich nicht auch übers Wetter schreiben? Nach den ausgiebigen Regenfällen der vergangenen Tage, lag die Temperatur in der letzten Nacht dummerweise unterm Gefrierpunkt. Yepp, die Strassen sind mal wieder wunderschön glatt. Offensichtlich haben nicht viele mitbekommen, dass dieses Zeug da auf dem Asphalt kein Wasser sondern Eis ist und somit liegen heute Morgen zahlreiche Autos im Graben. Der Highway ist südlich von Squamish nur einspurig zu befahren - es bilden sich teils längere Staus. In Whistler hat es ein paar Mal ordentlich gekracht und auch diverse Automobilisten in Pemberton sind nicht nur mit dem Schrecken davon gekommen. Auch hier liegen Autos und Trucks im Graben. Nein, ich gehe nicht raus... ;-)



26.12.2010, Sonntagmorgen - Happy Boxing Day! - es ist sogar einmal trocken - kein Regen

I declare Weihnachten as vorbei!

Nun, hier ist heute der alles andere als ruhige und stressfreie Boxing Day und in Europa ist nun schon Abend. Weihnachten ist somit vorbei...

Wir sind sehr gemütlich durch die Tage gekommen und hätte es nicht die traditionellen Speisen gegeben, dann wäre Weihnachten ein ganz normales Wochenende für uns gewesen. Die gestrige Ente war übrigens "interessant". Beim Auspacken und Waschen des Federviehs ist es mir noch gar nicht aufgefallen, aber als Herr oder Frau Quack Quack dann in der Form lag, dachte ich mir nur: die sieht aber komisch aus. Hey, da fehlt ja ein Bein!!! Wie gut, dass Enten fliegen können - auf einem Bein kann ente schlecht watscheln. Und nein, entgegen böser Zungen, die meinem Hund direkt unterstellt haben, dass er das eine Bein geklaut hat, muss ich sofort zu seiner Verteidigung anmerken, dass er ganz brav auf seine Ration des zubereiteten Vogels gewartet hat. Elisa, also bitte!.. ;-)

Nun, da ich eh lieber Brust als Keule esse, war es nicht sooo schlimm - aber Verar... ist es doch! Da kauft meine eine verpackte TK-Ente (frisch bekommt man sie halt nicht - manchmal muss man halt bescheiden sein) und dann fehlt dem Flattermann glatt ein Bein! Reklamieren? Das glaubt einem doch kein Mensch...

Wie dem auch sei, "die Welt" bekommt heute trotzdem das Entenrezept - schließlich ist heute Sonntag und wir wollen doch nicht mit guten alten Traditionen brechen. ;-) Ab in die Küche mit uns!

Mann/Frau/Kind nehme:

eine schöne Ente - mit möglichst vielen Beinen
4 Orangen
2 Zwiebeln, geschält und grob gewürfelt
1 l Geflügelbrühe
Salz, Pfeffer
evtl. etwas Speisestärke

Die Ente waschen und in eine ofenfeste Form legen. Orangen schälen, mit Salz und Pfeffer bestreuen und in den Bauch stopfen. Mit Zahnstochern verschließen, damit möglichst viel Saft im Vogel bleibt. Außen mit Salz und Pfeffer einreiben.

Die Zwiebelwürfel um die Ente drapieren, etwas Brühe angießen und in den auf 140º C (Ober- und Unterhitze) vorgeheizten Backofen verfrachten. Zwischendurch immer mal wieder umdrehen und Brühe angießen. Nach ca. 3,5 Stunden wird die Temperatur auf 200º C erhöht und Herr oder Frau Quack Quack wird mit Salzwasser bepinselt, damit die Haut knusprig wird. Dies dauert ca. eine ½ bis eine ¾ Stunde. Die Ente wird nun von ihren Orangen im Bauch befreit, diese werden mitsamt dem Bratenfond und den Zwiebelwürfeln püriert und passiert und schon haben wir eine leckere Sauce, die nur nochmals abgeschmeckt und ggf. angedickt bzw. mit etwas Brühe verdünnt werden muss. Fertig ist der Festtagsschmaus...

Gutes Gelingen, "Enjoy!" und "Bon Appétit!"




Der Mann sagte, dass die Ente wie ein Alien aussieht... Das tut der Ente auch weh!




25.12.2010, Christmas Day - der einzige bezahlte Feiertag rund um Weihnachten

Ganz nach kanadischer Tradition? ;-)

Na, dann will ich doch gar nicht mal so sein und schenke "der Welt" eines meiner Lieblings-Weihnachtslieder. Halt eines der anderen Art - bei uns läuft es in diesen Tagen - und das alle Jahre wieder... ;-)

Lieder der anderen und eher traditionellen Art werden heute bei den zahlreichen Weihnachtskonzerten im Ort geschmettert. Vom Kinder- bis zum Kirchenchor ist alles vertreten, was stimmgewaltig "Christmas Carols" schmettern kann und für den einen oder die andere gehört dies sicherlich auch zu einem "richtigen" Weihnachten dazu. Jedem das seine, ich habe ja früher auch Stille Nacht, In Dulci Jubilo oder Tochter Zion von mir gegeben. Lang, lang ist's her... ;-)

Zu den weiteren kanadischen Traditionen gehört heute sicherlich das Truthahn-Essen. In den vergangenen Tagen konnte man viele Menschen mit diesen Flattermännern im Einkaufswagen sichten. Cranberries und Kartoffelpüree dürfen dazu natürlich nicht fehlen. Nein, einen Truthahn bereiten wir heute nicht zu - der ist viel zu groß für uns 2 bzw. 5. Stattdessen fliegt eine Ente in den Backofen und brutzelt dort mit Orangen im Bauch für einige Stunden vor sich hin. Mmmmh!

In Gedanken sind heute sicherlich schon viele Menschen beim morgigen Tag. Das hat dann nichts mit dem Fest der heiligen Familie zu tun oder dem Namenstag des Hl. Stephanus. Nein, es hat rein gar nichts mit der Kirche zu tun - stattdessen wird ausgiebigst den Konsumgöttern dieser und anderer Welten gehuldigt. "Boxing Day" lässt die Menschen in Scharen in die Kaufhäuser strömen und die heutigen Geschenke in Form von "Gift Cards" oder Cash werden kurzerhand in "richtige" Präsente umgewandelt. Der Einzelhandel ist auch nicht dumm und wirbt eifrig mit "Boxing Week Sales". Richtig gelesen, eine Woche - nicht nur ein einziger Tag - und eines ist für mich so sicher wie das Amen in der Kirche: die Kreditkarten werden bis zum Anschlag belastet. Da kennen die meisten hier mal gar nix. Drum laufen derzeit auch Spots im Fernsehen, die die Konsumenten zu etwas Zurückhaltung aufrufen - keine schlechte Idee - der Durchschnittskanadier läuft mit ca. 60.000 Dollar Schulden durch die Weltgeschichte. Konsumkredite - Hypotheken sind davon ausgenommen. Wow, das ist aber viel? Ja, das denken wir auch - die Kanadier haben den US-Amerikanern mittlerweile sogar den Rang in Sachen Verschuldung abgelaufen. Wohin wird das noch führen? Das bleibt abzuwarten...

Die allgemeine Großwetterlage ist derzeit alles andere als weihnachtlich. Es regnet seit gestern Morgen ununterbrochen und es wird auch in den kommenden Tagen nicht aufhören. Sage und schreibe vier Tiefdruckgebiete haben sich auf dem Pazifik vereint und sorgen für einen ziemlich nassen Pineapple Express, der von Kalifornien bis " hier oben" für ekeliges Wetter sorgt. Immerhin sind wir nicht so arm dran, wie die Menschen südlich von L.A., die mit meterhohem Schlamm zu kämpfen haben. Nein, das sind keine frohen Weihnachtstage, wenn einem das Haus davon schwimmt oder es sonst wie unbewohnbar ist bzw. sein wird...



24.12.2010, Heiligabend in BC

Der Tag danach

Nein, das war keine gute Idee gestern nach Squamish zu fahren. Zum einen hatten wir einen wunderschönen Schneesturm, zum anderen kamen entgegen sonstiger Gewohnheiten bereits gestern viele Weihnachtsurlauber an. Heute ist hier ja ein ganz normaler Arbeitstag, also dachten wir wirklich schlau zu sein einen Tag vorher auf der "Route 99" unterwegs zu sein.

Losgefahren sind wir im Schneeregen. Rund um Whistler Schnee, ca. 20 km vor Squamish wieder Regen. Dazu ein heftiger Wind durch den Canyon. Alles schnell eingekauft - den Walmart mag man sich allerdings nicht vorstellen. Es war eine Mischung aus Muppet Show und Freak Show. Sowohl beim Personal als auch bei den Einkäufern. Wir sind davon natürlich ausgenommen... ;-) Der Liquor Store platzte aus allen Nähten und im Extra Foods waren nur 3 Kassen besetzt. Dort ging es aber - immerhin hatten sie den Kassierern Einpackmenschen ans Ende des Bands gestellt, damit sie neben Tippen nicht auch noch packen müssen...

Die Fahrt zurück war dann eine einzige Katastrophe. Von Squamish aus geht es nun einmal hoch ins Gebirge. Die Strasse war zwar geräumt, durch den starken Schneefall (von morgens bis mittags sind 30 cm gefallen) war die Strecke aber nirgendwo frei. Dazu halt die Touristen mit ihren (Leih)Wagen mit Kennzeichen aus California oder Arizona. Hat jemals jemand einen solchen Wagen mit Winterreifen gesehen? Nein? Ich auch nicht - drum schlitterten sie auch mehr als dass sie fuhren.

OK Gabi, Allrad rein und die Gefahrenstelle so schnell wie möglich hinter Dich bringen - sprich überholen. So steht es doch in den Theoriebögen der Fahrschulen, oder? ;-) Es war kein Problem - die Reifen halten wirklich das, was sie versprechen. Wir kamen gut durch - andere eher weniger. Diese sorgten dann immer wieder für einen Stillstand, weil sie halt so manche Steigung nicht bewältigen konnten, etc.

Im Radio wurde zwar durchgesagt, dass es einen Winter-Check am Alice Lake gibt und Fahrzeuge ohne Winterausrüstung nicht auf den Highway gelassen werden, gesehen haben wir dort aber weit und breit keinen. Dafür umso mehr Stretch-Limos mit ihrer reichen Fracht...

So, das war gestern. Heute werden wir einen ganz ruhigen Tag verbringen. Im Gegensatz zu Deutschland oder weiten Teilen Europas ist der heutige Tag "nicht wichtig". Hier kommt Santa erst morgen bzw. in der Nacht und somit fallen heute sämtliche Festivitäten flach. Wir selbst werden allerdings das traditionelle Heiligabendessen meiner Familie, die eigentlich gar nicht mehr existiert, verspeisen. Königinpasteten. Dazu ein paar geräucherte Fische und ein paar andere Kleinigkeiten. Die Pasteten backe ich gleich und das Huhn fürs Ragout zieht wunderschön in seiner Brühe vor sich hin. Das wird ein leckerer Abend! Ganz ohne Stress...

Allen mindestens ebenso schöne(n) Tag(e) und Abend(e) - ganz ohne Hektik und Streitereien, stattdessen mit umso mehr oh Du Fröhliche und stiller Nacht...

Alles Liebe
Gabi & Jörg mitsamt Kleinzoo



23.12.2010, Donnerstagmorgen - wir werden heute zum Großeinkauf am Pazifik fahren

Sie werden im Leben nicht wieder gewählt

Wer? Der Stadtrat incl. Bürgermeister eines kleinen, nicht wirklich beschaulichen Ortes in British Columbia, der auf den Namen Whistler hört.

Warum? Weil sie nicht zuhören und ihnen die Belange der Bürger offensichtlich am Allerwertesten vorbeigehen.

In den vergangenen Wochen wurde viel über das Thema Defizit im kommenden Haushaltsjahr geschrieben und es wurde viel darüber diskutiert. Ein jeder war der Ansicht, dass Steuererhöhungen und eine Anhebung der Busfahrpreise (davon wurde im Vorfeld noch gar nicht bekannt - aber das sei nur nebenbei bemerkt) nicht das Nonplusultra sind. Einsparungen an den richtigen Stellen aber schon. Nö, sparen - warum denn? Es ist doch viel einfacher höhere (Grund)Steuern zu verlangen - 4 % um genau zu sein - und die Buspreise wurden mal eben um 50% (!) angehoben.

Wow, das wird einen Sturm der Entrüstung entfachen! Drum wurde bereits jetzt von Seiten der städtischen Obermuckel verlautet, dass die Preise für den öffentlichen Nahverkehr "on par" mit denen in Victoria und Vancouver seien. Hallo??? Sie vergleichen den Fliegenschiss auf der Landkarte namens Whistler mit seinen gerade einmal 10.000 Residents mit Vancouver und der Provinzhauptstadt? Das nenne ich mal wieder Größenwahn! 2,50 $ kann man nun für die einfache Strecke löhnen - als wir vor 3 Jahren hierher kamen waren es 50 Cents... Die genauen Zahlen des Defizits habe ich mir am frühen Morgen noch nicht angetan - damit werde ich mich später einmal beschäftigen...

Hubschrauberlandeplatz am Krankenhaus

Vor genau einer Woche habe ich geschrieben, dass die erneute Erteilung der Betriebserlaubnis nicht mehr lange auf sich warten lassen wird. Von wegen.

Es gab ein Audit durch Transit Canada und dort wurde unter anderem ein Probelauf den Verkehr auf Blackcomb Way und Lorimer Road für Start und Landung anzuhalten durchgeführt - eine neue Auflage, die es bisher nicht gab. Der entsprechende Prüfer hatte das Gefühl, dass die beteiligten Personen nicht "completely comfortable with the task" waren und erst, wenn das Personal selbstsicher genug sei, auf die Strasse zu gehen, um die Autos an der Kreuzung zum Stehen zu bringen, könnte man die Betriebsgenehmigung erteilen. Natürlich erst, nachdem eine entsprechende Übung / Vorführung zur vollen Zufriedenheit über die Bühne ging.

Jetzt geht die RCMP hin und trainiert 4 Mitarbeiter des Krankenhauses sowie 6 von Whistler Blackcomb, wie man denn den Verkehrsfluss stoppen kann. In der Zwischenzeit werden Kranke oder Verletzte weiterhin zum Heliport am nördlichen Ende des Ortes geflogen und dann 10 Minuten per Krankenwagen zum Health Care Centre gebracht.

Nun, wie ich die Lage jetzt einschätze, dann dauert es noch eine ganze Weile, bis die Helis wieder im Village landen werden und hoffe, dass es bis dahin keine ernsthaft Verletzten oder Kranke geben wird...



22.12.2010, Mittwochmorgen - Neuschnee

Abends wird es kälter

Ist das nicht immer so? Ja, eigentlich schon - aber auch im Haus und nicht nur draußen? In den vergangenen Tagen haben wir jeden Abend so gegen 6 festgestellt, dass es kühl wird im Haus. Da sitzt man wohlgenährt nach dem Essen und Digestif an Tisch, schaut die Abendnachrichten und beginnt zu frösteln. - Und was macht man dann als Erstes? Genau, wir schauen, ob die Tür zur Garage geschlossen ist, ob alle Fenster nach dem Lüften wieder verschlossen wurden (ja, wir lüften ganz un-kanadisch und versprühen keine Duftmittel Marke Fichtennadelduft) und nach dem Rundgang durchs Haus war in den ersten Tagen Schulterzucken angesagt. Bis gestern...

Gestern hörten wir das "Klick" des Wandthermostats. Ah, die Heizungen - allesamt strombetrieben - gehen an. Gleich wird es warm. Von wegen. Die Heizungen waren eher lauwarm als heiß. OK, vielleicht haben die beiden "Baseboard heater" im Wohnzimmer ja eine Macke. Gehen wir doch mal in die anderen Zimmer und drehen voll auf. Gesagt, getan - und siehe da: auch diese eher lau als warm. Nun, dann werden wir wohl nicht genug Strom zur Verfügung haben, denn: um diese Zeit sind alle zuhause, kochen ihr Abendessen oder schmeißen es in die Mikrowelle, geheizt wird auch überall und die immer zahlreicher werdenden Lichter(ketten) werden sicherlich auch genug Saft ziehen.

Was tun? Kamin anmachen? Ja, im Notfall - dann müsste der Kleinzoo aber umgesiedelt werden, der immer vor dem (kalten) Kamin liegt. Also ziehen wir uns einfach eine Strickjacke an, nehmen wärmende Getränke zu uns und frieren bei 20 Grad Raumtemperatur munter vor uns hin...;-)

Unten in der City ist auch außerhalb des Hauses keinerlei Frieren angesagt. Vancouver erwartet ein warmes Weihnachtswochenende mit Temperaturen um die 10 Grad. Plus wohlgemerkt. Blöderweise allerdings auch mit reichlich Regen, der auch auf "der Insel" fallen wird. Uns hat ein Tiefdruckgebiet auf dem Pazifik so richtig schön im Griff. Angeblich ist es ziemlich stabil und wird sich auch nicht so schnell verlagern, so dass diese Wetterlage bis Neujahr anhalten wird. Zur Zeit schneit es hier - morgen soll der Schnee dann aber auch hier in Regen übergehen und die Temperaturen werden auch in der Nacht über dem Gefrierpunkt liegen. Kein Problem, damit kann ich gut umgehen. Dann haben wir auch kein Glatteis auf der Strasse und ich mache keinen Eistanz mit dem Wauzi...

Zum Schluss gibt's heute noch ein Lied für einen besonderen Menschen in Berlin. M. - wir denken an Dich...



21.10.2010, Dienstagmorgen - nix Aufregendes passiert im wilden Westen

Chaos?

Was habe ich heute morgen erfahren? Stau auf dem Inselchen? Prall gefüllte Supermärkte voller Palmeros, Residenten und Touristen, die sich für die kommenden Feiertage eindecken, ein Postamt mit defektem Scanner und langen Warteschlangen und das Ganze noch bei Regen und immerwährenden Putzaktionen, weil diverse Dächer, Fenster und Türen nicht das tun, wozu sie eigentlich da sind: Wasser aus den Innenräumen fern zu halten. Hey, da kommt Freude auf! Wahrscheinlich ist dies nur noch durch langanhaltende Strom- und/oder Telefonausfälle zu toppen. Bah, bin ich gemein heute - und das noch dazu am frühen Morgen... ;-)

Hier schneit es ganz gemütlich vor sich hin. Viele kleine Flöckchen, die langsam vom Himmel rieseln. Ein paar Zentimeter sollen heute hinzu kommen, dafür lohnt es sich kaum den Schneeschieber zu betätigen...

Von der Mondfinsternis haben wir nichts mitbekommen - da waren ein paar Wolken der Meinung den Blick versperren zu müssen. Egal, warten wir halt bis zum 21. Dezember 2094 und schon ist die nächste Mondfinsternis am Tag der Wintersonnenwende. Wenn das kein Grund ist, steinalt werden zu wollen... ;-) Immerhin haben wir ja bereits eine Sonnenfinsternis erleben können - wer kann das schon von sich behaupten? Damals, als ich in Oberursel im Büro saß und man am helllichten Tag bei Neonröhrenschein arbeitete. Nee, dieses Ereignis werde ich nicht vergessen...

Mehr oder weniger unvergesslich wird es für den einen oder die andere sein, als Nikolaus oder Mrs. Claus Ski gefahren zu sein. Fotos des Events, das am vergangenen Sonntag stattfand, findet man hier. Ich find's lustig - würde es aber nicht machen. Das Kostüm ist ja teurer als ein Tagesticket - es sei denn, man nutzt es alle Jahre wieder...

Nun, ich mache heute mal früh Schluss mit der Schreiberei - morgen ist auch noch ein Tag...

Immer schön trocken bleiben, die gute Laune nicht verlieren und sich möglichst stressfrei durch die Woche bringen lautet die Devise. Bis morgen!



20.12.2010, Montagmorgen - minus 7 Grad und vielleicht fällt heute Abend etwas Schnee

Endlich ist es geschafft - es geht wieder aufwärts

Ist es denn überhaupt abwärts gegangen? Oh ja - und zwar alle Jahre wieder...

Die Rede ist nicht von Gästemangel, Flugausfällen und genervten Passagieren, die auf ihre Maschine hoffen, Einnahmen des Einzelhandels oder ähnlichem. Die Rede ist von den immer kürzer werdenden Tagen und den immer länger werdenden Stunden in Dunkelheit. Aber damit ist jetzt Schluss - es geht wieder aufwärts. Die Tage werden wieder länger und die Nächte kürzer. So wollen wir das!

Unser Kerzenverbrauch ist in den vergangenen Tagen und Wochen in die Höhe geschnellt (bei uns ist jeden Abend der "Kronleuchter" überm Esstisch an - Candlelight Dinner an sieben Tagen in der Woche), die kleine Tischleuchte auf der alten Nähmaschine blieb den ganzen Tag über an und dennoch - wir waren jeden Abend dermaßen früh im Bett und kamen trotzdem morgens kaum aus den Federn. Diese Dunkelheit ist auf Dauer nichts für mich. Ich bewundere die Menschen hoch oben im Yukon, Alaska oder Skandinavien, die diese Monate aushalten...

Wie überbrücken wir also die restlichen Tage bis zum optimalen Tag-Nacht-Verhältnis? Genau, primär werden derzeit die (Plastik-)Tannen geschmückt, das Haus wird gewienert, damit die buckelige Verwandtschaft keinen Staubkrümel findet, wenn sie sich die Bäuche voll schlägt, es werden Last-Minute-Geschenke besorgt, es wird ohne Ende Geschenkpapier gekauft - nur um in einigen Tag im Müll zu landen - die Kühlschränke werden prall gefüllt, so dass die Tür kaum zugeht, und und und... - Stress und Hektik überall.

Nun, wir werden uns diesbezüglich dezent zurück halten. Wir sind mitsamt Kleinzoo alleine zuhause und genießen einfach nur die freien Stunden, (Weihnachts)Geschenke wurden bereits vor Jahren abgeschafft - man kauft sich die Sachen doch sowieso, wenn das Herz daran hängt - und der Menüplan für die kommenden Tage steht. Es finden keine Besuche und Gegenbesuche statt - stattdessen verbringen wir einfach nur ruhige und besinnliche Tage, so wie es eigentlich sein sollte...

Für alle, die derzeit jedoch im Stress versinken, ist hier mein Lieblingsweihnachtsfilmchen zur heiteren Entspannung. Bitte nicht nachahmen... ;-)

Ach ja, eigentlich wollte ich heute etwas in der Art wie Elisa und Tom schreiben - da es aber einige Leser gibt, die beide Seiten lesen, musste/wollte ich umschreiben. Das ist wirklich allerhand Ihr 2! ;-)



19.12.2010, Sonntagmorgen - der europäische Winter ist sogar bei uns im TV zu betrachten

Ausgefallene Flüge?

Nun, reden wir jetzt mal nicht vom Inselchen, wo neben den Touristen dann auch keine Zeitungen landen können, reden wir mal von den in Kanada gestrandeten Personen…

Auch an diversen Flughäfen auf dieser Seite des großen Teichs sitzen Menschen fest, weil in Europa nichts mehr geht. Schuld ist nicht der böse isländische Vulkan sondern die fiese Petra oder wie auch immer dieses Schneetief ganz-europäisch heißt. - Denn, wenn die Maschinen nicht aus Heathrow, Frankfurt oder Amsterdam weg kommen, dann können sie hier auch nicht landen und somit auch nicht wieder starten. It's that easy... "Easy taken" es die paar Hundert Menschen an den Flughäfen auch. Jedenfalls easier als in Frankfurt - ich kann mir die Situation nur zu gut vorstellen - und eines weiß ich: sollte ich schon stinkwütend sein, weil keine Informationen ausgegeben werden und ein verkleideter Engel wollte mich beruhigen, dann würde ich noch weiter die Plastiktanne - oh pardon, die Palme - hinaufklettern... ;-)

Was also tun? Der Flugverkehr liegt lahm, die Bahnen fahren nicht und viele brechen bereits in ihren Weihnachtsurlaub auf. Es gibt wahrscheinlich zu zugeschneite Autobahnen - auch die kann man hier im TV betrachten - und für alle, die sich schon auf ihre erste Mahlzeit auf der Skihütte gefreut haben, gibt es heute das Sonntagsrezept.

Kaiserinschmarrn à la Gabi

Nein, eigentlich ist es Kaiserschmarrn, so wie ihn mein Vater immer zubereitete. Ab in die Küche mit uns und fangen wir an...

Mann/Frau/Kind nehme für 2 Personen:

4 Eier
4 gut gehäufte Esslöffel Mehl
ca. 100 - 125 ml Milch
1 Esslöffel Zucker
1 Prise Salz
1 großer Apfel, geschält und in feine Würfel geschnitten
1 Handvoll Rosinen
Butter
Puderzucker


Die Eier trennen. Das Eiklar mit Zucker und Salz steif schlagen. Eigelb, Mehl und Milch zu einem zähflüssigen Teig vermengen. Das Eiklar unterheben. Butter in einer Pfanne erhitzen, den Teig hineingeben. Apfelwürfel und Rosinen darüber streuen. Deckel auf die Pfanne und bei mittlerer Hitze solange braten lassen, bis die Unterseite angebräunt ist und der Teig so weit gestockt hat, dass man den noch Fladen wenden kann. Nach der Wendeprozedur nochmals kurz auf der einstigen Oberseite anbraten und mit zwei Pfannenwendern in Stücke zerreißen. Mit Puderzucker bestäuben und servieren. Einfach nur lecker...

Gutes Gelingen, "Enjoy!" und "An guadn!"





18.12.2010, Samstagmorgen - das kanadische (Un)wort des Jahres lautet übrigens: "Whatever"...

Mitten in der Hochsaison

Woran erkennt man die winterliche Hochsaison? Nun, zum einen an den umher irrenden Menschen, die sich (noch) nicht auskennen, an den überfüllten Parkplätzen, an den Massen, die mitsamt Skiern oder Snowboards an den Fußgängerampeln stehen, und natürlich auch an den gestiegenen Preisen im Einzelhandel - vornehmlich in den Supermärkten.

Gestern brachen wir beide gen Village auf, um im Nesters einzukaufen. Bei uns gibt es keine kleinen "Pedro-Läden", wo einem die Fleischstücke liebevoll in Pergament gepackt werden - hier geht man in den Supermarkt, wo Joe, Bill, Bob oder Jim Steaks, Flattermänner oder (Sonntags)Braten hygienisch verpackt in die Kühltheke legen. Tja, und weil sie es in dem Laden unserer Meinung nach am besten machen, gehen wir einmal in der Woche dorthin, kaufen den Wochenbedarf und packen diesen einfach in die Gefriertruhe. Ich fahre nicht für jedes Schnitzel 60 km hin und zurück...

Nun, als wir gestern vor der Kühltheke standen, traf uns fast der Schlag. Da sollte der Rinderbraten auf einmal doppelt so teuer sein, wie sonst. Und schnöde Schweineschnitzel waren auf einmal zum Kurs eines Rindersteaks erhältlich. Nee, nicht mit uns - wir fahren jetzt schön weitere 60 km runter zum Pazifik und gehen dort einkaufen. Gesagt getan...

Unsere Lieblingskassiererin Sharon guckte ziemlich verdutzt, dass wir auf einmal an einem Freitag und nicht am Samstag bei Ihr auftauchten - ja, man kennt uns und unsere Einkaufsgewohnheiten auch 90 km von zuhause entfernt... ;-) Auch sie hat in der vergangenen Woche festgestellt, dass es immer voller wird und die Leute einkaufen, als würde es morgen nichts mehr geben. OK, das kennen wir ja aus Europa, wo sich vor Feiertagen gerne lange Schlangen bilden - hier ist dies eigentlich völlig unnötig. Sämtliche Geschäfte haben auch an den Weihnachtstagen ihre Pforten geöffnet und wenn die Cranberries zum Truthahn fehlen, dann holt man diese halt kurzerhand... Ich schweife ab, aber das kann ich ja gut... ;-)

Anyway, zurück zum vollen Ort und was in den kommenden Tagen alles geboten wird.

Morgen, Sonntag, ist "Santa Day" im Skigebiet. Wer sich um 8 Uhr in voller Santa oder Mrs. Claus Montur an der Garibaldi Lift Company einfindet, hat die Chance auf einen Tag Gratis-Skifahren. Die ersten 50 in der Warteschlange, die es nicht peinlich finden verkleidet rumzulaufen, bekommen ein Tagesticket in die Hand gedrückt, dann geht es mit allen zusammen auf eine bestimmte Piste und es werden ganz viele Fotos der Weihnachtsmänner und -frauen geschossen.

Heute beginnt "Christmas at Big Sky". Der Golfplatz wird zu einem großen Weihnachtsmarkt umfunktioniert und die lieben Kleinen (oder auch Grossen) können sich mit dem Pferdeschlitten von einem schneebedeckten Loch zum anderen fahren lassen, um sich danach bei Kakao & Cookies zu stärken.

Im Millennium Place kann man am Wochenende seinen Weihnachtsschmuck basteln und auch Laternen für das "Festival of Lights", welches an diesem Wochenende zum ersten Mal stattfindet, kreieren.

Ebenfalls im Millennium Place ist ein Workshop, um seine "Christmas Carol Skills" aufzufrischen. Zwei Tage lang können Interessierte (und möglichst musikalisch Begabte) Weihnachtslieder erlernen, die dann an der Plastiktanne geschmettert werden können.

Dann gibt es an diesem Wochenende noch Schlittschuhlaufen mit Santa im Meadow Park Sports Centre und wer keine Lust hat draußen zu sein, der geht einfach zum Conference Centre und kann sich dort bei "Air Hockey", Minigolf, Hüpfburg & Co. austoben. Natürlich fehlen auch keine Filmvorführungen oder Videospiele für Groß und Klein.

Der "Winter Farmers Market" darf natürlich auch nicht fehlen, der wie immer im Squamish Lil'Wat Cultural Centre zu finden ist, und morgen ist auch die erste "Fire & Ice - Show" der Saison an der Skiers Plaza zu bestaunen...

Kurzum: es wird derzeit viel geboten und Langeweile wird wohl kaum aufkommen, denn das war nur das Programm für dieses Wochenende, in Laufe der Woche gibt es noch viele andere Events, über die ich dann später schreiben werde...










Auf dem Blackcomb lässt Frau Holle arbeiten




17.12.2010, Freitagmorgen - was soll ich sagen? Es ist wieder Glatteis auf den Straßen

Ach ja, das liebe Budget

Es ist nach wie vor DAS Thema in Whistler. Andere Dinge fallen erst einmal unter den Diskussionstisch - jetzt ist "talking turkey" angesagt. Denn Tacheles reden immer mehr Menschen, die normalerweise nicht ihre wirkliche Meinung kundtun.

Auch in dieser Woche habe ich wieder einen Lieblingsleserbrief, den ich den Lesern hier nicht vorenthalten möchte. Auch diesen findet man im Pique Newsmagazine - genauer gesagt auf Seite 10:

Letters to the editor
No magic to cutting budgets

Kudos to Mr. Doucette ("Business 101") and Max ("Cinching Up Once Again") for their perspectives last week on the Whistler municipal tax scene.
Having been a city manager in three major Canadian cities (the smallest being over 100,000 pop.) as well as having been a business owner in Alberta, and now being about to retire to Whistler after having a home there for years, I recall always being told by the municipal administration of each city at first instance that there was no fat to cut and services had to shrink. Nonetheless, we were always able to find significant ongoing annual savings in each community where I worked (from over $1.5 million in savings in the smallest community to over $70 million in savings in the largest one).
There was no magic to it and it was not due to any brilliance on my part. It took a committed team of staff and council to get it done. It was a combination of deferring some infrastructure maintenance and acquisition (admittedly not all of which were a great idea, but we were charged in those days with "zero per cent tax increases"), not immediately filling vacancies, checking every supervisory position to see why exactly those below needed such supervision ("paying checkers to check others who check others"), comparing inside costs against similar outside costs (in-house vehicle maintenance versus a deal with an outside lube shop for example), doing an analysis of our fees charged and the cost of those services and then seeing to what extent we were subsidizing each area etc.
We started with the "big ticket" costs like transit, emergency services etc. We also looked at what was a minimum return on each transit route (e.g. if revenues did not at least cover a set portion of the cost of the run, it became an endangered route).
We also looked at things like men's hockey, and discovered we were heavily subsidizing their ice time, when that group could afford to pay the actual cost.
We also looked at our processes and discovered, for example, that we had three staff positions to process payables of under $10,000. So, instead we went to our regular suppliers of things like shovels, fanbelts, office equipment etc., set up credit lines for these smaller purchases, and then did not need the positions.
All of these efforts paid off. We even had an exercise where we took away 25 per cent of each department's budget and then asked them what they would keep doing at that level. Then they got to "buy back" another 15 per cent of their current budget and looked at what they would protect with that money. That left a remaining 10 per cent of their current budget and we looked at what they had protected last.
All of these approaches like this need to be considered and pursued in a quest for efficiency.


Nun, vielleicht sollte der eine oder andere Finanzverantwortliche - ganz egal wo auf der Welt - mal ein wenig in sich gehen und diese überaus konstruktive Kritik annehmen…

Etwas Nervenkitzel gefällig?

Nach soviel Zahlen und Akrobatik mit ihnen darf man sich doch auch mal ein wenig entspannen. Obwohl - unter Entspannung stelle ich mir etwas anderes vor. Nervenkitzel ist wohl eher das richtige Wort.

Die Rede ist von Skeleton- und Bobfahrten im Whistler-Eiskanal, die ab Februar angeboten werden sollen. Nicht für mehr oder weniger professionelle Sportler, sondern für Lieschen Mueller und Joe Normalguy. Beim Skeleton sollen die Menschen in den letzten 16 Kurven ihren Bauchfletscher machen können - im Bob macht ist das Vergnügen etwas kürzer - hier sind es lediglich die letzten 10 Kurven.

Und auch wenn das Ganze überhaupt noch nicht von Seiten der Sicherheitsbehörden genehmigt wurde, stehen die Preise schon heute fest. 2x mit dem Skeleton runterrutschen ist für 130 Dollar plus Steuern zu haben - die Fahrt im Bob bittet mit 140 Dollar plus Steuern zur Kasse, angeblich die günstigste Fahrt im Bob weltweit. Nun, weil ich ja gerne alles hinterfrage und mich nicht mit solchen pauschalen Aussagen abspeisen lasse, bin ich mal auf die Suche gegangen. Und siehe da: In Europa kann man es um einiges günstiger bekommen. Beispielsweise in Innsbruck - dort verlangt man für 10 Kurven lediglich 30 Euro - das sind umgerechnet 39 Dollar. Irgendeiner hat da wohl wieder nicht in der Schule aufgepasst und weiß nicht welche Zahl größer ist als die andere oder es ist schlampig recherchiert worden oder aber es ist einfach mal wieder der für Whistler typische Größenwahn oder oder oder...

Sie schlafen nicht - jedenfalls nicht alle

Da habe ich gestern aber dumm aus der Wäsche bzw. der dicken Jacke geguckt. Mein Hund - der heute übrigens mal wieder ein Date mit der Tante Doktor hat - und ich haben gestern tatsächlich einen Bären gesehen. Dieser hatte ein Heidenvergnügen daran sich im Schnee zu wälzen. War wohl zu dunkel und zu langweilig in seiner Höhle...

Aber nicht nur hier haben sie ihr Schläfchen unterbrochen. In Whistler liefen auch wieder in paar durch die Strassen und in Squamish gibt es welche, die ihr Winterquartier gar nicht erst beziehen. OK, da unten im Pazifik ist es meistens nicht so kalt und der Schnee ist dort auch viel schneller weg als hier. Warum also schlafen, wenn man genug zu essen findet und sich noch Menschen angucken kann? Ich habe auch prompt ein paar Äpfel in den Wald geworfen - der Bär soll ja nicht hungrig wieder zu Bett gehen, ansonsten wird sie schon irgendwer fressen...

Dem Schatz lief gestern mitten in Whistler Coyote Carl über den Weg. Leider war er etwas fotoscheu, so dass der Anblick von hinten reichen muss...




Wildlife in the City - leider wollte er sich einfach nicht umdrehen




16.12.2010, Donnerstagmorgen - eine dünne Schicht Glatteis ist auch glatt...

Die Koalition der besorgten Bürger

Zu gut englisch: 'Coalition of Concerned Citizens' - diese Koalition hat sich ganz ohne Maulwurf und auch ohne großartige Verhandlungen in Whistler gebildet. Worüber die Bürger besorgt sind? Über den defizitären Stadthaushalt des kommenden "fiscal years".

Es gab am vergangenen Dienstag - also vorgestern - eine Informationsveranstaltung der Stadtverwaltung, an der 160 Mitglieder dieser Koalition teilnahmen. Ihnen wurde u.a. berichtet, dass das Defizit von 2,8 auf 1,4 Millionen Dollar verringert wurde. Wie das?

Nun, sie gehen immer noch von einer 4% Erhöhung der Grundsteuern aus und gepaart mit ein paar Kürzungen im Etat (412.000 $) sowie Aufschieben anderer Dinge (983.000 $) kommt der oberste Finanzmuckel der Resort Municipality of Whistler (RMOW) nun auf diese besagte Summe. Ok, also wirklich eingespart werden nur 412.000$ - den anderen Betrag wird man also in den kommenden Finanzplänen wiederfinden.

Worüber sich die meisten Whistlerites - meines Erachtens zurecht - aufregen, ist die Lohnsteigerung in Höhe von 4% bei den städtischen Angestellten vom Straßenkehrer bis zum Bürgermeister. Daran wollen sie unbedingt festhalten, was aus Sicht des wählenden Volkes, die mit eher weniger Lohn als mehr nach Hause gehen, nicht in die aktuelle Situation passt. Doch, es müsse diese Lohnsteigerung geben, sie sei vertraglich festgelegt und würde ja "nur" 710.000 Dollar einsparen. ???!!! "Nur" 710.000 Dollar? Das sind 25% des Defizits Rev. I. Und da setzt man den Rotstift nicht an?

Im Januar wird es ein weiteres "Open House" geben und eines ist für mich so sicher wie das Amen in der Kirche: es werden viele Leute daran teilnehmen und ihren Unmut zum Ausdruck bringen...

Interessanterweise - und das sei nebenbei bemerkt - werden die Löhne der Gemeindemitarbeiter in Pemberton auch um 4% erhöht. Ein Zufall? Und auch Pemby wird im kommenden Jahr mit einem Defizit zu tun haben - im Vergleich zu Whistler ist es allerdings eher gering: 120.000 Dollar fehlen, diese holt man sich aber einfach aus dem Sparstrumpf - in den vergangenen Jahren wurde halt besser als bei den Nachbarn gewirtschaftet...

Fast fertig

Ob sie bald wieder landen dürfen? Wer? Die Hubschrauber am Krankenhaus. Angeblich sind die Baumfällarbeiten nahezu abgeschlossen - ja, das hat sich ganz schön in die Länge gezogen, es geht halt alles nicht so schnell hier - und nun wartet man auf die Freigabe von Transport Canada und die Erneuerung der Betriebserlaubnis für den Helipad.

In der Zwischenzeit laufen die Verhandlungen zwischen der Krankenhausverwaltung und der RMOW über die Wiederaufforstung entlang der Lorimer Road. ??? Wiederaufforstung an der Stelle, an der die Bäume in der Einflugschneise standen und so für den Entzug der Lizenz sorgten? Dann geht das Theater in ein paar Jahren doch wieder los - selbst der kleinste Baum wird irgendwann einmal groß. Pflanz die Bäume woanders hin...



15.12.2010, Mittwochmorgen - im Radio hörte ich gerade "The good news is - there is snow in the forecast"...

Ein "No Go" - im wahrsten Sinne des Wortes

Ja, ich weiß - wir sind hier in Kanada. Und ja, ich weiß - die Winter hier sind lang. Und schneereich. Und glatt. Glatt ist es heute ganz besonders schön.

Nachdem wir gestern schon mit einer dicken Schicht "Black Ice" aufwarten konnten, hatte der Schatz seine liebe Müh und Not gen Whistler zu kommen. Der Highway war eine einzige Rutschpartie und geschneit hat es auch noch obendrein. Sicht? So gut wie nicht vorhanden. Wohl demjenigen, der die Strecke wie seine Westentasche kennt...

In Whistler hat es tagsüber auch geschneit - nasser, pappiger Westküsten-Schnee. Powder? Nee, nicht gestern. Den findet man eh eher in den küstenfernen Skigebieten. Ich schweife ab...

Bei uns - 400 m tiefer als das Village gelegen - hat es im Laufe des Tages geregnet. Ganz viel geregnet. Der Regen hatte es tatsächlich geschafft das Eis zum Schmelzen zu bringen. Sehr angenehm - konnte ich so mit dem Wauzi zu seinem bevorzugten Badezimmer fahren. Der Forstweg zwischen den beiden Golfplätzen.

Dummerweise hatten wir eine fast sternenklare Nacht und diese brachte Temperaturen unterhalb des Gefrierpunktes mit sich. Jetzt ist alles vereister denn je. Es gab bereits 2 Crashs auf unserer ruhigen Strasse - die Autos wollten einfach nicht so fahren, wie es die Lenker gedachten. Blechschäden - also nichts wirklich Schlimmes. Ich habe mich mit meinem Hund auch auf die Strasse gewagt. Wir sind vielleicht 20 m weit gekommen als mein Allerwertester zum ersten mal Bodenkontakt aufnehmen wollte. Aufstehen und weiter. Ja, ich bin nochmals vielleicht 10 m auf der abschüssigen Strasse gekommen, dann waren meine Füße abermals außer Kontrolle. Komm Hund, ab nach Hause - wir versuchen es später noch einmal. Und ich rufe erst einmal unsere "Siedlungsverwaltung" an, wann sie denn mal gedenkt einen Streuwagen zu bestellen. Den haben wir hier seit mindestens 3 Wochen nicht mehr gesehen. Wozu bezahlen wir eigentlich einen Winterdienst???

Wir machen uns unser Wachstum

Nachdem die Whistler Blackcomb Holding Inc. ihre ersten Wochen hinter sich gebracht hat, wurde gestern die Veröffentlichung eines Masterplans für Anfang 2011 angekündigt.

Ein paar Dinge sind allerdings schon durchgesickert und sind in unseren Käseblättchen zu finden. Zum einen soll das Skigebiet vergrößert werden. 8.000 Acres sind bisher vorhanden - es sollen 2.000 weitere hinzukommen. Die Westflanke von Whistler Mountain liegt bisher noch jungfräulich da. Nein, nicht ganz jungfräulich - es gibt genügend Skifahrer oder Snowboarder, die dort abseits der Pisten ihre Schwünge im nicht immer Pulverschnee hinterlassen. Auch ein paar der bestehenden Anlagen sollen modernisiert und ausgebaut werden, um die Warteschlangen an den beliebtesten Lifts zu verkürzen.

Des Weiteren soll die Kapazität der Restaurants auf den Bergen vergrößert werden - sie seien zur Mittagszeit oftmals überlaufen. - Nun, das ist doch in jedem Skigebiet so, oder? Dann wedelt oder carvt man halt etwas früher oder etwas später in Richtung Germknödel, Kaiserschmarrn oder Leberknödelsuppe. Halt Stopp, ich habe mich vertan. Ich meine natürlich in Richtung Burger, Fritten und Hot Dogs. Wie konnte ich das nur verwechseln? ;-)

Und weil neue Anlagen und größere Nahrungsmittelverteilstellen auch mehr Energie benötigen, wird auch noch ein Windrad - vermutlich auf dem Khyber Ridge - installiert. - Finanziert werden soll das Ganze übrigens durch die Re-Investition der Dividenden - und durch Kredite...

Nun, lassen wir uns überraschen, was sich die neue Chefetage so alles hat einfallen lassen und eines weiß ich schon jetzt: es wird viele Proteste dagegen geben. Vor allem wegen des Windrads - die Peak-to-Peak-Gondola, die Blackcomb und Whistler Mountain verbindet war und ist vielen Whistlerites ein Dorn im Auge. Wie wird dann erst ein Windrad pieksen...




Oberhalb des Whistler Mountain-Schriftzugs soll das neue Terrain entstehen




14.12.2010, Dienstagmorgen - es ist dickes "Black Ice" auf den Strassen

De häwwe laang Ssöcken an!

So sagt man in unserem einstigen Wohn- und immer noch Geburtsort, wenn sich etwas in die Länge zieht bzw. nur langsam voran geht. - Zu gut Hochdeutsch und für all diejenigen, die kein Platt verstehen: "die haben lange Socken an"...

Habe ich es nicht gestern bereits geahnt? Oder habe ich einfach nur schon genügend Erfahrungen in Sachen kanadisches "Mañana mañana" sammeln dürfen? Dass Termine genannt oder Versprechungen gemacht werden, die einfach nicht eingehalten werden?

Gestern schrieb ich über das "Sinkhole", welches in Vancouver für ein kleines bis mittleres Verkehrschaos sorgt. Es wurde angekündigt, dass der Schaden innerhalb von 1 -2 Tagen behoben sei. Ha ha! Ein guter Witz. Denn als Witz können die betroffenen Berufspendler und Anwohner das Ganze nur ansehen - jetzt heißt es nämlich, dass die Strasse für einen ungewissen Zeitraum gesperrt bleibt und der öffentliche Personennahverkehr nun andere Routen zu nehmen hat. - Außerdem fragten sich die Verantwortlichen der Bauabteilung, was wohl der Grund für den Krater mitten in der Strasse sei. Und worauf sind sie gekommen? Es war eine undichte Wasserleitung oder aber der Kanal, der das Areal unterspülte und so fürs Ärgernis sorgte. Ach, ehrlich? Habe ich das nicht auch schon vermutet? Aber mich fragt ja keiner. Ich weiß ja nur, wie hierzulande Rohre unter die Erde kommen. Abenteuerlich. So viel steht fest. Dazu habe ich schon zu viele Arbeitsberichte über solche Reparaturen geschrieben - und ich kann mir nicht vorstellen, dass es in Vancouver unter dem Asphalt anders aussieht als hier in der Gegend...

Praktischerweise ist eine sich dort befindliche Gasleitung ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen worden und die Leute stehen jetzt erst einmal ohne da. Hoffentlich haben sie noch ein paar Heizlüfter und elektrische Kochplatten...

Nebenjob für Paul & Co.

Ich hätte da mal wieder eine tolle Geschäftsidee fürs Inselchen. Katzen laufen genügend herum, jetzt müssen wir nur die Bananen gegen Kaffeepflanzen austauschen und schon wird die Insel reich! 50 Gramm dieses Super-Kaffees werden für 60 Dollar auf den Markt kommen - eine Tasse des Produkts, kann für 25 Dollar geschlürft werden. Na, klingt das nach dem großen Geschäft? Ja? Immer schön zwischen den Zeilen lesen - warum der Kaffee so exklusiv ist... ;-)

Wie das gehen soll? "Exklusiver Kaffee" zum horrenden Preis? Ganz einfach: Die Katzen des Inselchen - also Paul und Mops und Mux und Kecki und Tic und Tac und Pumy und wie sie alle heißen - müssen die Kaffeebohnen fressen, diese ausscheiden, die ex-Bananenplantagenarbeiter sammeln die Bohnen auf -ja, ok, das ist ekelig - die Kaffeebohnen werden dann geröstet und zum Endprodukt - Kaffee - umgewandelt. Wer mir nicht glaubt, dass es so etwas gibt, findet hier den Beweis. Was es in Calgary alles gibt...

Das Liedchen von gestern kann ich nicht einfach so stehen lassen - aber es denken ja eh einige, dass ich völlig bekloppt bin. Nee, heute gibt es mal etwas Weihnachtliches. Nein, nicht schon wieder Heintje. Keine Bange - hier wird anders gesungen. Auch besser? Nun, das überlasse ich dem einzelnen Zuhörer... ;-)



13.12.2010, Montagmorgen - wie gut, dass meine -100-Grad-Stiefel wasserdicht sind

Das gibt Chaos

Auf einer der Hauptverkehrsadern in Vancouver meinte die Strasse verschwinden zu müssen. Ein großer Krater tat sich auf und nun ist die Strecke erst einmal gesperrt. 10 m ist das Loch breit und wenn ich mir das Foto anschaue, dann denke ich, dass der Kanal undicht war und die Stelle unterspülte. Es könnte ein bis zwei Tage dauern, bis der Schaden behoben und die Strasse wieder befahrbar ist, wurde verlautet.

Im Leben nicht! Hier soll mal irgendetwas auf die Schnelle geschehen? Das funktioniert nicht. Siehe beispielsweise Bäume zu fällen, damit der Helikopterlandeplatz am Krankenhaus in Betrieb bleiben kann. Nee, da sind erst Sitzungen fällig und dann wird abgestimmt und dann greift vielleicht mal jemand zur Kettensäge. Ich schweife ab...

Die Staus sind vorprogrammiert - und wenn ich mir die Webcams anschaue, dann stehen derzeit ganz schön viele im Stau. Und heute Nachmittag/Abend wieder. Und morgen. Und übermorgen. Und überübermorgen. Und... ;-)

Auf Vancouver Island tat sich zwar kein Krater auf, dafür gab es in der Nähe von Victoria allerdings einen Erdrutsch, der ein Haus beschädigte. Ausgelöst wurde dieser durch die starken Regenfälle der letzten Tage. Dort der Regen, hier gestern der Schnee, der dann nachmittags aber auch in Regen überging. Jetzt darf sich die mehr oder weniger geneigte Leserschaft vorstellen, wie es bei uns aussieht. 45 cm Neuschnee und danach stundenlange Regengüsse. Genau, es ist alles matschig. Dort, wo halbwegs geräumt wurde, hat die Matsche nun eine schmierseifenähnliche Konsistenz und ist ziemlich rutschig, ansonsten stapft man durch schweren, nassen Schnee. Einzig der Highway ist einfach nur nass, weil a) gut geräumt und b) gestreut.

Mein Hund mag es derzeit überhaupt nicht vor die Tür zu gehen. Er weiß ganz genau, dass er wieder bis zum Bauch im Schnee stehen wird, obendrein wird er auch noch nass von oben (dabei hat er immer seinen strahlendblauen Mantel an) - es wird also nur der Kopf nass. Aber das reicht schon zum Unglücklichsein. Na ja, auch dieser Winter wird irgendwann vorüber sein, aber bis dahin wir noch viel geschehen. Wie zum Beispiel das hier:

Erst letztens wurde doch die Buchpremiere von John Furlong - seines Zeichens ex-Obermuckel von VANOC - für den 1. Jahrestag der Eröffnung der olympischen Spiele angekündigt und jetzt lese ich auch noch von einem "Spirit Festival", das vom 12. - 28. Februar in Whistler stattfinden wird.

Whistler erhält 50.000 Dollar aus einem Topf der Provinzregierung, in dem insgesamt 3 Millionen Dollar für eben solche "Spirit Festivals 2011" zur Verfügung gestellt werden.

Warum??? Warum gibt die Provinzregierung, die nicht gerade mit schwarzen Zahlen hantiert, Geld für Volksfeste aus? Muss das sein? Ok, es ist ja nett, den Gratis-Konzerten zu lauschen und auch die Schneeskulpturen, die im Rahmen eines Wettbewerbs gestaltet werden, oder sonstige mehr oder weniger künstlerisch wertvolle Arbeiten sind sicherlich sehenswert. Aber so'n bisschen kommt mir das vor wie im alten Rom: Brot und Spiele für das (dumme) Volk. Wir bereiten Euch tolle Feste und Ihr habt uns (wieder) lieb...

Na ja, weil wir schon in der Unterhaltungsecke angekommen sind, gibt es heute mal wieder ein Liedchen - extra für eine der geschätzten Stammleser(innen). Nein, ich kann an dem Typen nichts finden - aber die Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden... ;-)



12.12.2010, Sonntagmorgen - es schneit

Der Morgen danach

Man möge mir heute dehn ainen odr annderren Veeler verzaihen - ess wurrde schpäht gästern... ;-)

Als wir gestern (oder besser gesagt heute) im Bett verschwanden, hat es noch geregnet - jetzt liegt eine dicke Schicht Neuschnee in der Gegend herum. Der "Pineapple Express" ist da!!! Ach, was freuen wir uns alle über die erwarteten Massen. Frau Holle, die gerade Ferien auf Hawaii macht, schickt uns ihr Produkt vom Liegestuhl aus. Bisher sind ca. 25 cm gefallen - wir erwarten weitere 20 - 30 im Laufe des Tages.

Nachbar kam mit seinem Jetta kaum zur Strasse raus - es sah ziemlich lustig aus - und ob die Räumfahrzeuge heute kommen, wird man sehen. Highway zuerst. Dann die "normalen" öffentlichen Strassen und dann die Privaten. OK, wir müssen heute nicht weg. Wir bleiben einfach zuhause und pflegen unsere beiden neuen Haustiere. Zwei Kater... ;-)

Natürlich haben wir gestern nicht nur getrunken - es gab auch etwas als Grundlage.

Wir starteten mit einer Zwiebelsuppe. Das Rezept kann man im Oktober-Archiv finden. Am 10.10. um genauer zu sein...

Danach gab es ein Tomaten-Rotwein-Hähnchen/Hühnchen à la Coq au Vin mit Spätzle (selbst gemacht, aber das Rezept kennt wohl ein jeder) und hintendran eine Mousse au Chocolat für die Süßmäuler (das Rezept findet man am 8.8.) und eine Käseplatte mit Obst für die Bevorzuger herzhafter Speisen.

Ich muss heute nicht neu kochen - es sind noch genug Reste da. Für alle anderen gehen wir nun trotzdem in die Küche und bereiten das Huhn zu. Ja, Elisa und Tom, es gibt schon wieder Huhn - wir essen es halt gerne... ;-)

Schmorhuhn nach Gabis Art

Mann/Frau/Kind nehme für 4 Personen:

Ein schönes, großes, einst glückliches Huhn
4 Scheiben Bacon
2 große Zwiebeln, grob gewürfelt
2 Knoblauchzehen, gehackt
500 g Champignons
1 gr. Dose Tomaten
¼ l Rotwein
Salz, Pfeffer, Zucker, Thymian
Öl zum Anbraten

Das Huhn zerteilen. Flügel ab, Schenkel ab, in der Mitte halbieren, die Brust von Haut und Knochen befreien und ebenfalls halbieren. Die Bruststücke mit Bacon umwickeln. Alles salzen und pfeffern.

Öl in einem Bräter erhitzen und die Fleischteile goldgelb anbraten. Herausnehmen und nun Zwiebel- und Knoblauchwürfel sowie die Champignons darin anbraten. Mit Rotwein ablöschen. Die Tomaten und Fleischteile hinzufügen und mit Salz, Pfeffer, Zucker und Thymian würzen. Ca. eine ¾ Stunde leise vor sich hin köcheln lassen. Fertig!

Gutes Gelingen, "Enjoy" und "Bon Appétit!"

PS: Natürlich werfen wir die Karkasse und die Haut der Brust nicht weg - es wandert zusammen mit ein paar Möhren, Lauch, Lorbeerblättern, Nelken, Piment, Salz und Pfeffer in einen Topf, wird mit Wasser übergossen und es wird eine schöne leckere Hühnerbrühe daraus. Die nächste Erkältung kommt bestimmt... ;-)





11.12.2010, Samstagmorgen - jemand wird heute 46...

Nicht mehr Pfeifen für 600.000 Dollar

Es hat sich "ausgewhistlet"! - Jedenfalls, wenn es nach dem Stadtrat geht...

Durch den Sea-to-Sky-Corridor fahren Güterzüge der CN Rail. Im Sommer sind es bis zu 4 am Tag - im Winter fährt vielleicht mal einer. Aber eigentlich eher keiner. - Von Mai bis Oktober ist kommt noch der Rocky Mountaineer hinzu, der Touristen kreuz und quer durch Kanada befördert und Whistler darf auf der Route natürlich auch nicht fehlen.

Dass Züge aber nicht einfach geradeaus fahren, sondern auch mal die eine oder andere Strasse kreuzen, ist hier nicht anders. Anders ist aber, dass die Züge an jedem dieser Übergänge zu "whistlen" haben. Eines muss man den Zugpfeifen lassen: sie sind gaaaanz schön laut.

Dummerweise liegen diese Bahnübergänge in Wohngebieten und es war den Anwohnern schon lange ein Dorn im Auge in einem 2, 3 oder 4 Millionen Dollar Haus zu wohnen und auch gerne mal mitten in der Nacht durchs Pfeifen geweckt zu werden. Aber das soll nun anders werden. Der Stadtrat hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, dass die Pfeiferei entlang der Strecke an drei Übergängen zu beenden sei und wird nun für 200.000 Dollar pro Querung "Anlagen" installieren, die ein Pfeifen verhindern bzw. unnötig machen sollen.

Klingt doch gut, oder? Kein Krach mehr in der Siedlung. Ja, wenn es nach dem Stadtrat ginge. Denn der kann das zwar entscheiden, umgesetzt werden muss es aber durch CN Rail und Transport Canada. Diese müssen erst einmal die Sicherheit überprüfen und dann ihre eigenen Richtlinien für diese Strecke entsprechend ändern und die Lokführer entsprechend anweisen. Es kann also noch sehr lange dauern...

So, das waren heute ganz kurze Kurznews - hier wird heute Geburtstag gefeiert und ich habe noch gut zu tun... Bis morgen!



10.12.2010, Freitagmorgen - leichter Schneefall und es ist ganz schön glatt

Eigentlich ist kein Geld da…

Wofür? Nun, zum Wochenendeinkauf liegt noch genug in der Küchenschublade und zum Tanken langt's auch noch... ;-)

Spaß beiseite, die Resort Municipality of Whistler (RMOW) ist an Größenwahn mal wieder nicht zu übertreffen. Erst letztens habe ich doch vom Loch in der Haushaltskasse geschrieben. 2,8 Millionen fehlen fürs kommende Jahr und derzeit ist es DAS Thema überhaupt im Ort. Da wird den Bürgern vorgeschlagen: OK, entweder erhöhen wir die Steuern oder aber wir kürzen die Serviceleistungen à la Öffnungszeiten der Bücherei, der Stadtverwaltung, etc. pp.

Die diesbezüglichen Leserbriefe in den beiden Käseblättchen sind zahlreich und auch die Kolumnisten haben ihre wahre Freude daran - das Thema liefert nun einmal jede Menge Material zum fröhlichen Austoben an der Tastatur.

Meinen "Lieblingsleserbrief" kopiere ich einfach mal hier rein - er ist lesenswert, trifft er doch nicht nur auf die RMOW zu:

Business 101
After reading some of the letters last week in Pique, and some of the comments by Bill Barratt in his letter last week I feel I too must add my name to the frustration of the municipal survey and our mutual tax problem.
I did not take the survey by phone, but I did complete it from the link on the whistler.ca website. There were the usual questions on satisfaction of this and that, but the real problem came to the questions regarding expenses/services and taxes. Like others who have been involved in the survey I was astounded to find that the ONLY two options were to increase taxes to maintain services or maintain taxes and decrease services.
Being in business for many years at the Director or VP level I was amazed that these were the only options. Anyone with a business 101 understanding knows that a very viable option is to decrease costs WHILE maintaining services. I know that sounds hard, but it is what real companies and real businesses do all the time when your revenue stream is drying up. When your revenue drops management in any well run company will mandate a cut in costs. Furthermore, many (most) companies cannot afford a drop in service levels in this very competitive marketplace. Therefore the job of staff, at least those that are not let go, is to figure out how to match services to the reduced revenue stream.
Trust me from being there, if you state that you cannot cut costs while maintaining services you might as well polish up your resume because you will not be working long for your company. Every manager worth his salt knows where he can cut, what fat there is and how to do things more efficiently. Is it easy? No. Is it painless? No. Can it be done? Yes. From Bill Barratt's letter last week, "Like other municipalities, however, the RMOW is faced with budget challenges and the reality of a finite number of revenue streams - hence the reliance on municipal property tax increases to cover operating expenses, contributions to reserves and managing budget shortfalls."
To Bill, and the council, I must reply... I, and many of the other tax-paying members of Whistler, are telling you that this revenue stream is dried up. Please go to one of our funded programs, the library, and check out a book on Business 101. Then figure out how to cut costs. Just don't tell me that it has to be at the expense of services. That doesn't fly in the real business world.

Quelle: Pique Newsmagazine

So, auf der einen Hand haben wir nun das Defizit - auf der anderen Seite möchte die RMOW nun einen "Amenity Hub" für 7 Millionen Dollar errichten, damit die lieben Urlauber alles an einem Ort erledigen können. An- und Abreise per Bus aus Vancouver bzw. dem Flughafen, Weiterfahrt in Shuttlebussen zum Hotel oder aber die Übernahme eines Leihwagens, Einchecken für Flug xy, Informationen des Tourismusverbands bekommen, etc. pp.

Nun, sicherlich keine schlechte Idee - aber ist der Bedarf überhaupt vorhanden? Eigentlich gibt es das alles schon - wenn auch in etwas anderer Form. Wenn man z.B. mit dem Greyhound aus Vancouver anreist, dann endet dieser entweder am Lift in Creekside oder aber in der "Bus Loop" im Village. Direkt neben der Tourismusinformation und keine 50 m von der Fußgängerzone entfernt. Und weil der Greyhound-Bus in der Bus Loop anhält, stehen dort natürlich auch ganz viele andere Busse bereit. Nein, die stehen da nicht nur - die fahren sogar kreuz und quer durch den Ort und man kann jeden erdenklichen Winkel im Ort damit erreichen.

Wenn man mit dem Shuttlebus vom Airport aus in Richtung Whistler aufbricht, dann hält dieser Bus natürlich auch an den normalen Haltestellen in Creekside bzw. der Bus Loop - darüber hinaus klappert dieser Bus aber auch die Hotels ab. Der Urlauber muss also gar nicht erst den Bus verlassen und seinen Koffer zum nächsten Bus schleppen oder rollen - er bleibt einfach sitzen und wird vor der richtigen Tür raus gelassen...

Die bisher einzige Autovermietung im Ort (fängt mit "A" an und hört mit "vis" auf) befindet sich vielleicht 200 m von der Bus Loop entfernt - diese Strecke kann jeder ganz gemütlich zurücklegen.

In den großen Hotels kann man auch jetzt schon einchecken und seine Bordkarte bekommen. Das Gepäck gibt man an der Rezeption ab und es wird durch Kurierdienste zum Airport gebracht. Hier gibt es also auch keinen Handlungsbedarf - es ist schon möglich und wird genutzt.

Das ist in den Augen der Stadtverantwortlichen aber nicht gut genug für die "Whistler Experience". Es muss alles einfacher und bequemer werden. Und dafür ist man gewillt 7 Millionen Dollar auszugeben. Diese Summe steht jedenfalls fest und ist im Budget zu finden.

Blöd nur, dass es weder Pläne für diesen "Amenity Hub" gibt, der Standort steht nicht fest und weil man dieses Unwissen in Wissen umwandeln möchte, gibt man einfach nochmals 200.000 Dollar für eine Vorstudie in puncto Durchführbarkeit sowie eines "Background Business Plans" aus. Also, man hat keine Ahnung, man weiß absolut nichts, man weiß aber schon ohne jegliche Planung, dass man 7 Millionen Dollar für das Projekt ausgeben wird.

Erst gestern habe ich mich mit einem guten Bekannten über die allgemeinen Geschäftsführungsmethoden in Whistler unterhalten. Wir einigten uns auf Adjektive wie: "immature" oder "childlike" - Ja, und da geht die RMOW mit gutem Beispiel voran...




Einfach mal so,davon haben wir jede Menge im Garten




09.12.2010, Mittwochmorgen - die Strassen sind "Slushy & slippery" - immerhin sind es +2 Grad

Vor dem 14. Februar geht rein gar nix

Ich bin ein Mensch, der seine Steuererklärung immer so früh wie möglich macht. Die Erstattung sehe ich halt lieber auf meinem Konto als auf dem des Finanzministeriums.

Hierzulande gibt es so etwas wie eine Lohnsteuerkarte nicht - hier drückt einem der Arbeitgeber einen "T4" genannten Zettel in die Hand, auf dem die steuerrelevanten Angaben zu finden sind, und mit diesem stürzt man sich dann auf die Formulare. So weit so gut.

Der Arbeitgeber ist verpflichtet dem Angestellten diesen "T4-Slip" bis Ende Februar des Folgejahres ausgestellt zu haben. Wie praktisch, da hat der Gesetzgeber doch direkt dafür gesorgt, dass sich die Erstattung verzögern kann. Kann - nicht muss. Denn es gibt ein paar Arbeitgeber, die flott mit dem Papierkram fertig sind - bei anderen zieht es sich eher wie Kaugummi. So wie beim Schatz - wenn man diesem Arbeitgeber nicht permanent auf die Füße tritt, dann passiert da gar nichts.

Die Software für die Steuererklärung 2010 wird Anfang des kommenden Jahres auf den Markt kommen - ich scharre schon mit den Hufen. Die Belege liegen sortiert in einer Schublade, die ersten Additionen sind vorbereitet und wenn es nach mir ginge, dann könnte ich sofort los legen. Kann ich aber nicht. Denn auch, wenn ich Anfang Januar alles fertig habe, dann wird meine Steuererklärung seitens der Behörde nicht bearbeitet. Das geschieht "alle Jahre wieder" erst ab Mitte Februar, wenn die Damen und Herren der "Canada Revenue Agency" aus dem Winterschlaf erwachen und sie den dicken Briefumschlägen zu Leibe rücken oder die Online-Übertragung frei schalten.

Bin ich ein geduldiger Mensch? Nein, das bin ich nicht, war es nie und werde auch niemals einer sein. Aber ist es nicht immer so? Bekommt man Geld, dann darf man warten. Bekommt der Staat oder sonst wer Geld und man ist nicht flott dabei, dann hat man Strafen zu bezahlen. Ist das gerecht? Nein, das ist es nicht. Aber was will man denn als kleiner Gastarbeiter machen? Gar nix, außer "mañana mañana" zu denken... ;-)

China will sauberen Müll

Als ich das heute Morgen gelesen habe, wusste ich nicht, ob ich nicht laut lachen sollte...

Da steht doch glatt in unserem Käseblättchen, dass die asiatischen Märkte zukünftig nur noch sauberes Plastik-Recycling-Material aufkaufen. Plastikbeutel werden grundsätzlich nicht mehr angenommen. ??? Tja, das hiesige mit der Müllentsorgung beauftragte Privatunternehmen muss irgendwohin mit dem Kram. Also wurde der Stadtverwaltung von Whistler mitgeteilt, dass die Plastikbeutel zukünftig wieder im "Landfill" landen werden.

Außerdem sei die Bevölkerung darüber zu informieren, dass jegliche Styropor-Behälter von Fleisch, Kaffee, etc. pp. zu reinigen seien, bevor sie in den Recyclingtonnen landen. Es gibt nämlich ein neues Gesetz in China, welches besagt, dass einer Firma, die "dreckiges" Recycling-Material annimmt und 3x dabei erwischt wird, die Betriebslizenz entzogen wird. Ha ha, ein guter Witz! Aber nicht nur die Styropor-Sachen sind zu säubern. Auch die Plastikfolien, die um die Verpackungen herum sind. Die kauft China auch nur noch, wenn sie vorher gewaschen wurden. Ja, geht's noch?

So, jetzt muss natürlich schnellstmöglich eine Lösung gefunden werden. Vor allem in Sachen Einwegtüten. Darüber hatte der Stadtrat in den vergangenen Wochen schon einmal diskutiert und ist zu keinem Ergebnis gekommen. Nun schwebt der Vorschlag im Raum, dass die Einzelhändler nur noch "re-usable bags" herausgeben. Ja, das machen sie auch so schon - für 2 Dollar kann man eine mit Blei belastete Tragetasche käuflich erwerben. Hergestellt in China - wo sonst...

Jetzt macht man sich Gedanken darüber eine "Whistler-Tasche" zu entwickeln, die dann die Leute als mehr oder weniger zusätzliches Souvenir mit nach Hause nehmen. Dann würden die Gäste auch direkt wieder Werbung für Whistler machen, wenn sie mit der Tasche durch ihren Heimatort laufen. Ja, der Gedanke ist sicherlich nicht schlecht, neu ist er auch nicht - aber wie ich die Sache einschätze, dann ist die erste Tragetasche im Jahr 2020 in den Geschäften zu finden. "Mañana mañana"...

Ach ja, wer einen entsprechenden Bericht über Blei in Mehrwegtaschen sehen möchte, findet ihn hier. Wir haben keine mehr...



08.12.2010, Mittwochmorgen - es ist ganz schön nass da draußen

Tanktourismus

Wohl demjenigen, der in Grenznähe zu den USA oder Alberta wohnt. Dort kann man den Tiger oder den Diesel nämlich deutlich günstiger in den Tank packen.

Nicht nur in Europa sollen die Preise weiterhin steigen - sie machen es auch hier. Gestern Abend war ein entsprechender Bericht in unseren Abendnachrichten zu sehen. Der Autofahrer hat in Vancouver derzeit im Schnitt 1,20 Dollar pro Liter Normalbenzin zu bezahlen. (Und da beschwere ich mich über unsere Dorftankstelle - die verlangte doch "nur" 1,14...). Anyway, im kanadischen Vergleich liegt BC damit an der Spitze - nirgendwo anders im Land ist das Benzin so teuer wie hier. Aber da BC "Bring Cash" bedeutet, muss es wohl so sein. In Alberta oder den USA ist man mit ca. 90 Cents von der Partie - das muss wohl daran liegen, dass sie einfach näher an der Quelle bzw. den Ölsandfeldern liegen. Da liegt es auf der Hand bzw. dem Lenkrad, dass man die günstigen Preise in der Nachbarschaft bevorzugt. Wir sind früher ja auch oft nach Holland gefahren, weil dort Kaffee, Zigaretten & Co. um einiges billiger waren als in Deutschland.

Nun, die Benzinpreise sollen in den kommenden Wochen und Monaten auf bis zu 1,40 $ ansteigen. So teuer war es noch nie! Aber was will man/frau machen? Soll ich mir nun eine Pferdekutsche anschaffen? Was alleine die Möhren kosten!... ;-)

Aber noch etwas anderes als Abendnachrichten läuft derzeit im Fernsehen. Nicht auf CTV, sondern auf NBC. Eine Dokumentation über Whistler, die natürlich die Touristen anlocken soll. Wer sich anschauen möchte, wie es hier aussieht und was man hier so alles machen kann, den langen Flug aber scheut, der findet den Bericht in kleinen Videos auch hier auf Youtube. Have fun!

Weniger "Fun" bereitet uns derzeit das Wetter. It's raining cats and dogs! Ok, ich weiß. Ich bin eine alte Meckertante, die an allem etwas auszusetzen hat, ewig rumjammert und alles ist doof hier. Nee, stimmt ja gar nicht! Es ist halt nur nicht gerade mein Wunschwetter. Aber wessen Wünsche werden schon erfüllt? Außerdem: Wünsche können sich auch ganz schnell wieder ändern. Was heute an Platz 1 in den Wunschcharts steht, das kann morgen oder übermorgen so unwichtig sein, wie sonst was. Ich schweife ab, aber das kann ich ja bekanntlich gut... ;-)

Zurück zum Wetter: Uns hat eine feucht-warme pazifische Strömung im Griff, die die Temperaturen derzeit irgendwo um den Gefrierpunkt ansiedelt und uns jede Menge Niederschläge bringt. In Form von Regen. Regen, der den vorhandenen Schnee in Sulz verwandelt, das Eis zu einer glitschigen Masse umwandelt und die Pegel der Flüsse in den kommenden Tagen sicherlich wieder ein wenig anheben wird.

Nein, um unsere Wäsche müssen wir uns keine Gedanken machen - unser Ken alias Queen Elli II hatte schon immer einen Wäschegefährten. Raus aus der einen Trommel, rein in die andere Trommel und schwuppdiwupp hat frau trockene, flauschige Wäsche - ganz ohne Weichspüler, den verwenden wir grundsätzlich nicht - und ab damit in den Schrank. Das bisschen Haushalt... ;-)




Schei....Wetter




07.12.2010, Dienstagmorgen - Schneeregen bei minus 3 Grad - es ist a...glatt da draussen

Strom wird teurer

Nicht nur in Europa oder sonst wo auf der Welt steigen die Energiepreise. Auch hier in BC. Der Monopol-Stromerzeuger und -anbieter "BC Hydro" hat eine Erhöhung der Preise um jeweils 10% in den kommenden Jahren angekündigt. Begründet wird dies durch die zahlreichen Investitionen in Infrastruktur und den Bau neuer Wasserkraftwerke - darüber hatte ich auch irgendwann einmal geschrieben. Ich bin aber zu faul nachzusehen, wann das war... ;-)

Anyway, in einem entsprechenden Bericht der CTV wurde den Verbrauchern dann vorgerechnet, dass sie bei einem durchschnittlichen Verbrauch bzw. monatlichen Kosten in Höhe von 71 Dollar lediglich 7$ pro Jahr mehr zu bezahlen hätten. Also, da hat wohl jemand nicht in der Schule aufgepasst. Ja, 10 % von 71 $ sind so ungefähr 7 Dollar. Diese multiplizieren wir aber bitteschön mit 12. Dann kommen wir auf 84 Dollar und das ist dann ja wohl doch ein anderer Betrag. Mehr als eine Monatsrate, um es mal ein wenig bildlicher auszudrücken.

Nun, wir sind sicherlich nicht unbedingt ein Durchschnittshaushalt - wir haben keine 2 - 4 Kinder, wir haben ein Haus, das im Gegensatz zu anderen auch gut isoliert ist und auch die Fenster sind halbwegs dicht (irgendwo ziehen diese Schiebefenster immer), es wird gekocht, gewaschen (nicht gebügelt), frieren wollen wir nicht, die meisten Haushaltsgeräte ziert der kleine "Energy Star"-Aufkleber (wir haben auch keinen Monsterkühlschrank mit seitlichem Gefrierteil, in dem man die Einkäufe von 4 Wochen nicht wieder finden kann) und ich würde sagen, dass wir mit den 71$ nicht weit kämen. Für unser 130 m² Häuschen bezahlen wir als 2 Personen und 12 Pfoten Haushalt 127 Dollar pro Monat bzw. 1.524 $ pro Jahr. Das sind dann mal eben 152,40 $ mehr, die BC Hydro aufs Konto bekommt. Ich mag gar nicht daran denken, wie viel andere, die in nicht isolierten, zugigen Buden mit uralt Wäschetrocknern oder Kühlgeräten leben, in Bälde berappen dürfen...

Benzin ist jedenfalls schon teurer geworden. Ich habe am vergangenen Wochenende ziemlich blöd an der Zapfsäule geguckt, als es auf einmal hieß, dass der Liter Normalbenzin nicht mehr für 110,4 $ sondern für 114,9 $ durch den Hahn fließt. Da war der Preis ungefähr ein halbes Jahr lang wie eingefroren und dann das. Ohne Vorwarnung. Einfach so. Das geht doch nicht! ;-)

Ohne politische Führung

Ich gehe jetzt nicht weiter darauf ein, die aktuelle politische Situation in BC ist aber eine Kurzmeldung wert. Gordon Campbell ist ja letztens als Premierminister zurückgetreten und auch den Parteivorsitz legte er nieder.

Die Oppositionsführerin Carol James wurde daraufhin schlecht gemacht bis zum geht nicht mehr. Klar, 7 Jahre lang hat sie ihre Partei in der Opposition angeführt - jetzt wittern viele gute Chancen bei der nächsten Wahl und was ist passiert? In den vergangenen Wochen war ein gewisser Zickenkrieg entbrannt und als letzte Konsequenz ist Carol James gestern ebenfalls zurück getreten.

Zwei Parteien im Parlament - beide ohne Obermuckel...

Besserwissermodus an

Long Johns alias Aussprechliche alias lange Unterhosen. - Also, "Long Johns" heißen auch hier "Long Johns" und wenn der kleine Johnny mal rausgucken möchte, dann geht man(n) - sollte er z.B. auf Baustellen seine Dollars verdienen - zum "Big John". Was das ist, erfährt man(n) hier.

Besserwissermodus aus... ;-)



06.12.2010, Montagmorgen - es ist minus 4 Grad warm und wir erwarten ab heute Abend Regen...

Ein bunter Nachrichtenteller - schließlich ist heute Nikolaus

Und weil ich heute mal wieder einen Clown im Kaffee hatte, beginnen wir doch glatt mit ein paar Liedchen. Lustig, lustig, trallalalala... ;-)

Zurück zum Ernst oder Willi der Lage:

"Spass-Ticket" fuer Montgomery

Ach, da haben sich die Cops auch was ganz "Witziges" einfallen lassen. Jon Montgomery wurde nach seinem Weltcup-Sieg am vergangenen Wochenende ein "Joke-Ticket" seitens der RCMP wegen "Drinking in public" ausgehändigt. Auch in "victorious moments" sei es illegal in der Öffentlichkeit zum Pitcher zu greifen. Er gelobte Besserung und dass es nie wieder vorkommen würde. - Ha ha, selten so gelacht...

Das Problem mit der Müllentsorgung

Oh nein, ich rede jetzt nicht von dem Umgang mit dem Müll, sobald der die Deponien erreicht hat. Nee nee, ich rede bzw. schreibe über den Weg vom Haushalt bis zur Sammelstelle.

In Whistler bzw. der Umgebung gibt es so etwas wie eine städtische Müllabfuhr nicht. Hier kümmert sich jeder selbst um den Transport zur Sammelstelle bzw. zur Müllkippe oder engagiert ein Privatunternehmen, dass einmal in der Woche den Kehricht einsammelt.

Es gibt in dieser Gegend viele Menschen, die kein Auto besitzen, um das stinkende Zeug los zu werden, die Sammelstellen sind oftmals kilometerweit vom Wohnsitz entfernt und es ist nicht gestattet seinen Müll in den öffentlichen Bussen zu transportieren. Genau, wenn man erwischt wird, bekommt man auch hierfür ein Ticket. Aber keines zum Spaß, sondern eines, bei dem man wirklich ins Portemonnaie greifen darf - auch, wenn man Besserung gelobt.

Was machen also fast alle Einwohner in Whistler? Genau, sie lagern ihren Müll und warten darauf, dass sich jemand aus dem Bekanntenkreis erbarmt einen "dump run" mit ihnen zu machen. Ja, und wer findet den Müll hinterm Haus ganz toll? Nee, nicht die Nachbarn, bei denen sieht es ja nicht anders aus. Die Bären lieben Müll, die Coyoten gehen auch gerne mal gucken und Waschbären greifen auch gerne mal in die aufgerissenen Tüten.

Jetzt gab es eine "open house Veranstaltung" bei der die Stadtverantwortlichen mit der Bevölkerung diskutierten, wie dieses Problem zu lösen sie. Na? Wie? Richtig! Man erwägt nun den Mülltransport im Bus zuzulassen. Aber nur, wenn der Müll diskret mitgeführt wird. Yepp, so ein stinkender 120-l-Muellbeutel ist auch unheimlich "discreet" unter der Sitzbank zu verstauen...

Wie wäre es, wenn man einfach in jeder Strasse eine große Tonne hinstellt und jeder nur ein paar Meter laufen muss? Das wäre ganz bestimmt einfacher für den Müllproduzenten und geruchsneutraler in den Bussen...



05.12.2010, Sonntagmorgen - minus 11 Grad - hohe Luftfeuchtigkeit - alles dick gefroren

Das Sonntagsrezept

Hand aufs Herz - wie viele der mehr oder weniger geneigten Leserschaft haut denn ab und zu ein Kotelett in die Pfanne? Oder kocht Wirsing, wie es die Oma machte? OK, ganz wie Oma koche ich ihn auch nicht - dann wäre das wahrscheinlich eher eine verkochte Angelegenheit - die dritten Zähne wollten wohl nicht mehr so richtig zubeißen... ;-)

Hierzulande gibt es kaum Menschen, die sich dieses Gemüse zubereiten. Wir schon. Der Schatz isst es zwar mit langen Zähnen, meckert aber auch nicht herum. Dafür esse ich ja auch ab und zu einmal Sauerbraten mit, den ich eigentlich gar nicht mag. Ich schweife ab. Zurück zum Sonntagsrezept.

...Weil aber Wirsing und Kotelett ziemlich einsam auf dem Teller liegen würden, gibt's noch eine Kartoffelgratin dazu. Fangen wir an.

Mann/Frau/Kind nehme:

4 Koteletts, geklopft und entlang des Knochens ein klein wenig eingeschnitten, damit es gleichmäßiger gart
2 Eier, verquirlt
Senf, Salz, Pfeffer
Paniermehl
viel Öl zum Anbraten
Zitrone zum Beträufeln am Tisch

1 Wirsing, gewaschen und mehr oder weniger fein geschnitten
1 große Zwiebel, gehackt
100 g Bacon, in Würfelchen oder Streifen geschnitten
ein Schuss Sahne
Salz, Pfeffer, Muskat

4 Kartoffeln, geschält und in Scheiben geschnitten
1 Becher Sahne
Salz, Muskat

Fangen wir mit dem Gratin an - das dauert am längsten. Kartoffeln in eine Auflaufform schichten, salzen, "muskatieren" und mit der Sahne begießen. Ab damit in den auf 180ºC vorgeheizten Backofen und dort solange verweilen lassen, bis a) die Kartoffeln gar sind und b) eine schöne braune Schicht entstanden ist. Das dauert je nach Dicke der Scheiben bzw. Größe der Auflaufform auch schon einmal eine Dreiviertelstunde. Mit Alufolie abdecken, sollte das Gratin zu braun werden.

Die Koteletts mit Senf bestreichen, salzen und pfeffern. Durch die verquirlten Eier ziehen und im Paniermehl schwenken. Öl in einer Pfanne erhitzen und bei mittlerer Hitze goldbraun ausbacken. Zwischendurch immer mal wieder wenden.

Den Speck auslassen, die Zwiebelwürfel hinzufügen und goldbraun anschwitzen. Den tropfnassen Wirsing hinzufügen. Würzen und den Schuss Sahne zum Gemüse geben. Je nach Geschmack und Größe der Stücke noch knackig, eher al dente oder weich kochen. Ich bevorzuge eher knackig als zu weich - der Wirsing blieb gestern keine 5 Minuten im Topf...

Alles mehr oder weniger dekorativ anrichten und schon ist das Essen fertig.

Gutes Gelingen und "Enjoy!"




Foodstylist werde ich nicht mehr, aber dafür schmeckt es...




04.12.2010, Samstagmorgen - minus 6 Grad - alles dick gefroren

Worüber soll ich heute einmal schreiben?

Über die Auslastung der Hotels am vergangenen Wochenende, als der Ort aus allen Nähten platzte weil der Weltcup-Zirkus gastierte, die Amis ihr langes Thanksgiving-Wochenende hatten und noch dazu das komplette Skigebiet öffnete? Soll ich wirklich schreiben, dass die Hotels zwischen 85 und 95% voll waren? Nee, das wäre gemein.

Dass einer der reichsten/größten/einflussreichsten Geschäftsmänner gestorben ist? Das interessiert außer seinen Angehörigen und Freunden sicherlich niemanden. Ich kannte diesen Menschen nicht - also schreibe ich auch nicht darüber.

Ich schreibe stattdessen über etwas, was mich direkt betrifft. Ich schreibe mal wieder über meinen Hund.

Leo's erste Untersuchungen auf Addison, Cushing oder eine Funktionsstörung der Bauchspeicheldrüse incl. Tumor in derselben waren ja allesamt negativ. Eine Störung im Gehirn konnte auch ausgeschlossen werden. Also weitersuchen.

Gestern Morgen um 10 sollten wir zur Blutuntersuchung vorbeikommen. Sie wollten schauen, wie sich die Blutwerte nach Futterumstellung verändert haben. Sein Blut war ja zu dick, hatte zuwenig Natrium, zuviel Kalium und zuwenig Glukose. Glukose haben wir mittlerweile halbwegs im Griff - ansonsten komme ich ja mit dem Honiglöffel angerannt... Die anderen Werte kann ich natürlich nicht zuhause überprüfen - also ab zur Tante Doktor.

Gestern Abend fing Leo an, sich seine linke Vorderpfote zu lecken. So viel zu lecken, dass das Fell ausging und an zwei kleinen Stellen schon Blut zu sehen war. Schon? Oder vielleicht doch eine kleine Verletzung, die er sich beim Toben im Schnee mit ein paar anderen Hunden zugezogen hat und er leckt(e) deshalb?

Tante Doktor nahm meinen widerspenstigen Hund mit in das Behandlungszimmer alias Folterkammer und hat es sogar vollbracht ihm hinter der Klinik eine Urinprobe abzuluchsen. Wie sie das vollbracht hat, ist mir ein Rätsel. Ich habe aber ein Theorie. Die nehmen einfach alle Reste der Proben vorheriger Patienten und kippen diese an eine bestimmte Stelle hinterm Haus. Also denken sich die nachkommenden Vierbeiner: Hey, ich muss mich auch verewigen und schon geht der Hahn auf... ;-)

Die Pfote wurde auch untersucht und Tante Doktor kam kurze Zeit später wieder in den Empfangs-/Wartebereich und meinte, dass es keine Verletzung sei. Für sie sieht es eher so aus, wie das Anfangsstadium der anderen beiden kahlen Stellen an den Hinterbeinen. Sie möchte gerne eine Biopsie machen und dazu muss der Hund sediert werden. Dann könnten sie auch direkt noch eine andere Untersuchung machen, für die der Hund in Narkose muss, weil er still zu halten hat. Ich hab vergessen, was es war. Irgendetwas wurde geröntgt - mein medizinisches Englisch stößt halt doch manchmal an ein gewisses Limit und das Wort konnte ich mir nicht merken...

OK, bring meinen Hund in Tiefschlaf und mach, was Du machen musst. Nach 2,5 Stunden klingelte mein Handy: Hund ist wach, kannst ihn abholen. Ab ins Auto und dann stand mein Hund mit zittrigen Beinen in der Praxis, die Hinterbeine knickten immer wieder ein und ich habe ihn mit Müh und Not in den Wagen bekommen. Er muss ja in den Dodge hinein springen - ist doch ziemlich hoch der Truck... Hund war glücklich im Auto und ich wieder rein zur Tante Doktor. Urin ok, Blutzucker zwar niedrig, da er heute aber nur eine Portion Spaghetti intus hatte (das Trockenfutter wurde wunderschön aussortiert), war der Wert völlig vertretbar. Im Nachhinein war es natürlich gut, dass er sein Frühstück verschmäht hatte. Er ahnte bestimmt schon die Narkose... ;-)

Der Hämatokritwert war aber immer noch recht hoch. 55. Wieviel er trinkt. Nun zwischen 2 und 2,5 Liter am Tag. Ja, das sollte für einen Hund seiner Groesse und Aktivität reichen. Die Elektrolytwerte (Natrium und Kalium) bekommen wir in ein paar Tagen...

Am linken Vorderbein haben sie halt die Gewebeprobe entnommen (Bein ist verbunden) und das Ergebnis steht in ungefähr einer Woche ins Haus. Unser Hund sei sehr speziell. Er frisst, er trinkt, er spielt, er schläft, hat Werte, die nicht in Ordnung sind, das Fell fällt ihm aus - Milben hat er keine, das wurde ja schon getestet - ab und zu hat er epileptische Anfälle, sein Verhalten hat sich in den vergangenen Wochen verändert, etc. pp. Jetzt kann es (fast) nur noch eine Hormonstörung sein, der wir dann mit einer weiteren Untersuchung auf die Schliche kommen wollen, falls die gestrigen Tests nicht von Erfolg gekrönt sind. OK, irgendwann bekommen wir schon raus, was er hat...



Mit Ach und Krach habe ich die Bestie auch die Treppe zwischen Haustuer und Wohnzimmer rauf bekommen - zwischendurch versagten mal die Beine - danach lag er mitsamt Muschi auf dem Kissen neben sich und Milli keinen Meter entfernt (unterm Esstisch) vorm Wohnzimmerfenster und schlief und schlief und schlief. Ich habe ihn auch schon schlafen gelassen- die Narkose wollte schließlich verarbeitet werden...

Als der Schatz dann am späten Nachmittag nach Hause kam, stand der Hund zwar mit zittrigen Beinen auf, um den Chef des Hauses zu begrüßen, legte sich aber sofort wieder hin. Wollte auch kein Begrüssungsleckerchen haben und schlief weiter, Und schlief und schlief und schlief.

Irgendwann am späten Abend war er aber wieder "normal". Ab in den Garten, Wasser nachtanken, Abendbrot essen und dann wieder ab ins Hundebett - wo er sofort wieder einschlief.

Die Nacht war ruhig und die Bestie hat mich auch bis um halb 5 schlafen lassen. Ab in den Garten, um den Druck auf die Blase zu verringern und ich werde mir jetzt um Viertel nach 6 mal etwas Warmes anziehen und auf die Morgenrunde gehen... Bis morgen!



03.12.2010, Freitagmorgen - es hat ein paar Millimeter geschneit

Gleiches Recht für alle Teil 2

Dieses Mal geht es um Sportler. "Local" Sportler. Sportler, die bei den olympischen und paralympischen Spielen Medaillen gewonnen haben. Goldmedaillen. Ob auf Skiern, Snowboards oder alpinen Rennschlitten. Ach, was wurden sie alle gefeiert. Egal, ob auf 2 Beinen, auf einem Bein, im Rollstuhl oder sehbehindert. Man dachte: Hey, das ist klasse - hier wird kein Unterschied zwischen Menschen mit speziellen Bedürfnissen und den anderen gemacht. Kanada ist diesbezüglich wirklich anders.

Nun, da haben sich wohl viele Menschen getäuscht.

Pünktlich zur Saisoneröffnung bekamen die Medaillengewinner der olympischen Spiele "lifetime ski passes" - bis ans Lebensende nicht mehr am Ticketschalter anstehen. Karte durch den Automaten ziehen und bis ins hohe Alter hinein "für umsonst" den Berg hinunter sausen.

Wer jetzt aufmerksam gelesen hat, hat mitbekommen, worauf ich hinaus will. Es bekamen nur die Olympioniken diese Sonderbehandlung. Die "Paralympioniken" kommen nicht in diesen Genuss. Also scheinen deren Medaillen nach Ansicht von Whistler Blackcomb wohl doch nicht so viel Wert zu sein, wie die der anderen.

Es gab nun diverse Beschwerden seitens der Bevölkerung, die Whistler Blackcomb aufforderten auch diesen Menschen, die schneller als alle anderen in ihren Kategorien den Berg runter rasten, eine Skipass auf Lebenszeit zu schenken. Wie hat die neue Aktiengesellschaft geantwortet?

Den olympischen und paralympischen, lokalen Athleten sei eine "Gedächtniswand" im Round House auf Whistler Mountain zugedacht worden. Dort würde an ihre Erfolge erinnert. Na toll, davon kann man sich auch etwas kaufen! Außerdem würden die Sportler, die die Skipässe erhalten haben, weltweit Werbung für Whistler machen, weil sie an Weltcups, X-Games und zukünftigen olympischen Spielen teilnähmen. Aha. Es zählt jetzt also nicht mehr, dass auch "die anderen" an Wettbewerben teilnehmen. Sie sind ja nicht so werbewirksam und deshalb muss man ihnen auch keine nicht-monetäre Gratifikation zukommen lassen. Das kostet die doch nichts! Ob nun einer oder zwei mehr auf dem Berg sind, ist den Seilbahnen doch völlig schnuppe! Aber da sieht man mal wieder, das manche doch gleicher sind als andere...

Und noch etwas aus dem sportlichen Bereich. Es ist an Arroganz und entrückter Selbsteinschätzung kaum zu überbieten. In einem Leserbrief bedankte sich der Direktor des Whistler Sliding Centres bei den Sponsoren, Mitarbeitern, den Fans und freiwilligen Helfern für das vergangene Wochenende. Ich kopiere den Text einfach mal:

Sliding bar set high Thank you Sliding Sports supporters! Thanks to all the FIBT World Cup local sponsors: Province of B.C., Tourism Whistler, Whistler Blackcomb, Squamish Lil'wat Cultural Centre, Cutting Edge Signs, Pique Newsmagazine, Cat Rentals, Four Seasons, RMOW, and most of all to the Bearfoot Bistro! Andre and his team took a risk and were a key part of enabling the Whistler Sliding Centre to set a new standard for what sliding sports World Cups can be!

I would also like to thank the WSC crew and our volunteers for their exceptional work, and all the fans who attended the three days of competition... the bar was just set higher for every other sliding facility in the world!

Paul Shore

Director, Whistler Sliding Centre


Also, der Chefkoch (und sein Team) eines hiesigen Restaurants war durch seine Risikobereitschaft eine Schlüsselfigur für das Sliding Centre, welches durch seine Mithilfe einen neuen Standard gesetzt hat, wie ein Weltcup sein kann. Aha. Was hat er denn so Tolles gemacht? Nun, wir werde es wahrscheinlich nie erfahren...

Die Fans, die 3 Tage lang vor Ort waren: nun, es waren nicht wirklich viele Leute dort. Ganze 3.000 Tickets wurden verkauft - während der Spiele waren es 10.000 pro Veranstaltung...

Ja, und all diese Menschen haben die Messlatte für alle anderen "Rutsch-Anlagen" weltweit höher gelegt. Ja ja, natürlich - glaubt nur daran, dann wird's schon stimmen...



02.12.2010, Donnerstagmorgen - plus ein Grad und es ist spiegelglatt

Warum beschwere ich mich eigentlich?

Worüber ich mich beschwert habe - übers Wetter natürlich. Dass es so viel geschneit hat und wir so viel schippen mussten.

Nun, derzeit beginnt es ein kleines wenig zu tauen. Frau Holle hat ihre Truppen kurzfristig von hier abgezogen und offensichtlich nach Europa beordert. Hey, freut Euch da drüben - endlich mal wieder ein richtiger Winter! Knackig kalt und weiß! Ab aus der Versenkung mit den langen Unterhosen, dicke Stiefel an und ab nach draußen! Wer weiß wie lange die Pracht noch bleibt...

Wir können hier sicher sein, dass Frau Holle wirklich nur eine kurze Pause eingelegt hat - die Wolkenformationen auf dem Pazifik lassen auf weitere Flocken vom Himmel schließen. Nun, gut. Wie sagte gestern eine Bekannte" "We'll take it all" - Ihr da drüben hoffentlich auch - die Wahl hat man eh nicht... ;-)

Eines ist derzeit aber alles andere als angenehm. Das Glatteis. Der Boden ist nach wie vor knüppelhart gefroren, es taut und über Nacht hat es auch noch ein wenig geregnet. Eine wunderbare Mischung für das schönste, glitzerndste Eis, welches momentan auf der Strasse zu finden ist. Grund genug für mich die Morgenrunde mit meiner kleinen Bestie auf später zu verschieben - wir warten, bis der Streuwagen hier war. Nee, das tue ich mir/uns nicht an. Mein Hund hat Allbeinantrieb - ich nicht...

So, da bin ich wieder. Ich habe es gewagt zum Wanderweg zu laufen. Der Streuwagen wird nicht vor Mittag hier eintreffen und so lange kann mein Hund nicht warten. 2 kleine Ausrutscher und diverse Schlitterer meinerseits brachten meinen Wauzi "to his preferred bathroom" - der Weg zurück blieb ohne Personenschäden und nun hoffe ich, dass dieses glatte Zeug auf dem Asphalt bis zur Nachmittagsrunde verschwunden ist...

Ein Buch als Weihnachtsgeschenk

Welch neue Idee! ;-)

Nun, das Neue an der Idee ist sicherlich, dass der Beschenkte das Buch überhaupt nicht bekommt. Und das soll ein Geschenk sein, fragt sich nun der eine oder die andere? Ja, irgendwie schon, denn das Buch wird dann in den Regalen der "Whistler Public Library" zu finden sein, es trägt des Namen des "Donors" bzw. des eigentlich Beschenkten, der einzig und allein eine "Spenden-Bescheinigungs-Dankeschön-Karte" unter dem Tannenbaum finden wird. Ob sich der Beschenkte darüber freuen wird, sei dahin gestellt. Aber seien wir doch einmal ehrlich: wer hat denn schon einmal ein Buch geschenkt bekommen, dass einem wirklich gefallen hat? Das gibt es doch nur in Einzelfällen...

Auf diese Art und Weise hat man zwar kein "richtiges" Geschenk, muss sich aber auch nicht großartig für etwas bedanken, worüber man nur denkt "Oh Gott, was soll ich damit?" Außerdem, der nächste Umzug kommt bestimmt und ich sage immer wieder: Bücherkisten sind schwer... ;-)

Wohnungsleerstand

Das hat es hier in der Gegend bisher nicht gegeben. Ganz im Gegenteil. In den vergangenen Wintern teilten sich oftmals 10 oder mehr Personen ein Apartment, weil es einfach nicht genug (bezahlbaren) Wohnraum gab. OK, es gab natürlich genügend Wohnungen, diese wurden und werden dann aber doch eher an Touristen vermietet. Bringt halt mehr Geld ein als eine Dauervermietung...

Durch die vielen Neubauprojekte à la olympisches Dorf, das nun Wohnstatt für gut und gerne 1.200 Ortsansässige ist, wurden viele der langzeitvermieteten Objekte frei - und stehen seitdem oftmals leer. Wie wirkt sich das auf den Mietpreis aus? Eben, er sinkt. Zwar nicht ins Bodenlose, aber dennoch ist ein deutlicher Abwärtstrend zu verzeichnen.

150 freie Wohnungen sind derzeit auf dem Markt - im Vorjahr waren es ganze 55, die noch nicht belegt waren. Die Saison beginnt ja gerade einmal. Drum musste man im vergangenen Winter durchschnittlich 1.370 Dollar für ein Studio löhnen (also Wohn-Schlaf-Küche mit kleinem Bad) - das 2-Bedroom-Apartment brachte dem Vermieter im Durchschnitt 2.375 Dollar aufs Konto. Monatlich wohlgemerkt.

In diesem Jahr müssen die "Landlords" die Gürtel allerdings enger schnallen. Fürs Studio bekommt man derzeit 1.072 $ "on average" - die 2-Schlafzimmer-Wohnung ist im Schnitt für 1.930 Dollar zu bekommen. Das ist sicherlich immer noch viel - aber dennoch ein recht großer Unterschied.

Auch die alt-eingessenen Hostels, die sonst immer erste "Auffangstation" für frisch angereiste Saisonarbeiter waren, beklagen sich nun über fehlende Buchungen. Klar, zum einen hat dieses super-moderne, chice neue Hostel im ex-olympischen Dorf eröffnet, welches 150 Betten mehr aufweist, als das alte Hostelchen am Alta Lake - zum anderen finden die Saisonarbeiter auch freie Wohnungen ohne im Ort zu sein. Da braucht man kein Auffang-Matratzen-Lager am AdW...

Warten wir ab, wie es weitergeht. Ab Weihnachten geht es nochmals so richtig los in Sachen Anreise und dann wird sicherlich auch noch die eine oder andere Wohnung vom Markt verschwinden...



01.12.2010, Mittwochmorgen - die erste Kiefer ist unter den Schneemassen zusammengebrochen

Geben ist seliger denn nehmen

So in etwa kann man die mannigfaltigen Aktionen beschreiben, die derzeit nicht wegzudenken sind.

Da werden Gala-Dinners für das Whistler Health Care Centre veranstaltet (Warum eigentlich? Vancouver Coastal Health ist für die Kosten zuständig), es werden Päckchen gepackt, die dann als "Christmas Hamper for families in need" irgendwann unter der Plastiktanne zu finden sein werden - noch lieber ist den Einsammlern dieser Pakete allerdings Bargeld - das ist ja auch einfacher unter der Tür durch zu schieben. Es werden Kekse an Haustüren verkauft, die Salvation Army möchte auch Ihr Scherflein abbekommen, es wird an der Tür geklopft, um nach Leergut zu fragen, damit dann irgendwelche Kinder eine "Outdoor School" bekommen, es gibt "Santa Claus Paraden" zu denen man bitteschön auch Lebensmittel mitbringen soll, und und und.

Heute aber ist es anders. Heute werden all diejenigen, die mit einem neuen Spielzeug in der Hand oder Bargeld in der Brieftasche zum Westin Resort & Spa kommen, mit einem ziemlich opulenten Frühstück belohnt. Ein Frühstück bekommt man auch beim schottischen Restaurant mit dem gelben M davor in Squamish, wenn man mit ebensolchen Dingen für den guten Zweck an der Theke steht. Nun, ich glaube ich muss jetzt nicht sagen wohin ich ginge, würde ich denn auch Spielzeug kaufen gehen, um mir damit ein Frühstück zu "verdienen".

Die wenigen Kirchengemeinden haben natürlich auch ihre Weihnachtsbasare, wo man mehr oder weniger hübsche Basteleien erstehen kann und ich habe den Eindruck, dass immer mehr auf den Zug der Weihnachtsgaben aufspringen. Spendet hier, spendet da, ach komm, hier noch ein Dollar und da noch zwei...

Für zwei Dollar kann man beispielsweise eine Glühbirne erwerben. Diese nimmt man aber nicht mit nach Hause. Ein Restaurant in Squamish hat leere Lichterketten installiert, man geht dorthin, löhnt die 2 bucks und bekommt halt eine Glühbirne und einen Zettel, auf den man seine Weihnachtswünsche schreiben kann, dieser wird neben der Glühbirne an die Kette gehangen und der Gastronom erhofft sich, dass sein Restaurant bis Weihnachten leuchtet und funkelt. Natürlich nur für den guten Zweck....

Für 15 Dollar kann man sein Haustier mit "Santa" fotografieren lassen - der Erlös ist dann fürs Tierheim - und natürlich soll man bitte sehr auch dorthin ein "non-perishable food item" mitbringen - die Menschen, die auf die Unterstützung der gleichnamigen Bank angewiesen sind, möchten auch etwas haben.

Bitte nicht falsch verstehen, wir geben oft und wir geben viel - aber im Dezember geht mir dieses permanente Spendensammeln einfach auf den Keks oder den Lebkuchen...

Oder habe ich einfach schon den Schneekoller aus der Geschichte letztens? Wir schippen, was die Schieber hergeben und es hört und hört nicht auf...

Das Unterhaltungsprogramm unseres Radiosenders, der diese beiden Frühstücke mit sponsert, ist heute Morgen auch "speziell". Weihnachtslieder so weit das Ohr reicht. Das haben wir ja schon gestern über uns ergehen lassen, weil ich unbedingt einmal gucken wollte, wie der Tannenbaum am Rockefeller Center in New York ans Funkeln gebracht wird. Nun, eine Stunde lang traten wirkliche Weltstars auf - und alle sangen Weihnachtslieder. Nee, Christmas Carols sind nicht meine Welt...

Aber vielleicht möchte es ja der eine oder die andere doch hören - drum gibt's hier und hier ein Liedchen





Ihre Familie Ingrid & Mathias Siebold
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