Gastbeiträge von Rose Marie Dähncke

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Stadtamtmann im Dienst aus dem Jahr 1980


Nicht weit von unserem Haus entfernt, nur durch die Straße und ein Feld getrennt, war im Barranco, der Schlucht im Lavagestein, Müll abgeworfen und angezündet worden. Gegen Abend sahen wir hohe Flammen sich gegen den trockenen Baumbestand am Rande des Barranco ausbreiten, und wir konnten uns ausmalen, welche Aufregung ein so naher Waldbrand uns bringen würde. Mit zunehmender Dunkelheit schienen die nun haushohen Flammen noch gefährlicher, und um 22 Uhr fuhr Sabine nach San Pedro, um dem Stadtamtmann Mitteilung zu machen und eventuell Hilfe in Marsch zu setzen. Zufällig kannte sie seine Wohnung und suchte ihn zu dieser vorgerückten Stunde dort, aber seine Frau sagte: "Hier ist er nicht, er hat Dienst". Sabine wollte sich zum Rathaus auf den Weg machen, aber seine Frau hielt sie zurück: "Da sitzt er jetzt nicht, er ist ja im Dienst". Schließlich klärte sich auf, dass er, wenn er Nachtdienst habe, in einer der fünf Bars des Ortes anzutreffen sei. Es zeigte sich wieder einmal, dass man mit der letzten hätte beginnen sollen, denn dort fand sie ihn. Getrieben von Aufregung und Angst um unser schönes Haus hatte sie mutig in allen Bars nach ihm gefragt. Als Frau sollte man nicht diese Lokale betreten, wo nur Männer Domino spielen, trinken und schwatzen. Es schickt sich nicht für Frauen.

Sie trug ihm kurz und hastig unser Anliegen vor, konnte ihn aber nicht aus der Ruhe bringen. "Es ist ja nicht geklärt, ob das Feuer nicht zur Nachbargemeinde gehört" stellte er zunächst fest, denn die Straße sei die eigentliche Grenze. Sabine bangte jedoch zu sehr um unser Haus und bedrängte ihn weiter, was zu tun sei, wenn das Feuer auf uns zukäme, und vor allem, was er dagegen unternehmen wolle.

Gefasst hörte er sich alles an, wunderte sich vielleicht auch über diese komischen Ausländer, raffte sich dann aber doch verhältnismässig schnell - was völlig unpalmerisch ist, man muss doch erst einmal alles richtig überdenken - zu einer eindeutigen und klaren Antwort auf: "Was wollen Sie da machen, und was soll ich dabei tun! Denken Sie denn, wir hätten eine Feuerwehr?!"

Seitdem lässt uns jedes Feuer in der Umgebung kalt. Vielleicht gehört es uns ja gar nicht.




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