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Carlo, San Borondón

Kein Seglergarn:
Die Bruden av Mandal
4. Kapitel


              

Die nachfolgende Geschichte ist frei erfunden. Jede Ähnlichkeit mit anderen Berichten oder Erzählungen ist rein zufällig. Gleiches gilt für die verwendeten Namen, Bezeichnungen, Techniken und geografischen Orte

Gegen Mittag setzten sie Segel. Eigentlich hatte Chris den Kurs nördlich um El Hierro abgesteckt, um Spencer in Puerto de la Estaca mit seiner mysteriösen "Fracht" abzusetzen. Aber das Dingi bremste sehr und nahm immer wieder Wasser über. Spencer war nicht zu bewegen, auf sein Boot zu verzichten. Er musste mehrfach zum Lenzen des Dingis über Bord gehen, und jedes Mal bekam Chris die Wut bis Gru vorschlug, nach La Restinga im Süden der Insel zu laufen. Chris fiel ab, und die Bruden rollte mit halbem Wind gemächlicher dahin. Etwas später setzte Chris einen Kreuzballon, aber mehr als 6 Knoten konnte er dem Schiff nicht abringen. Gru hatte sich in die Koje gepackt und schlief bald tief. Spencer lag luvseitig im Schatten des Deckshauses auf einem Segelsack und achtete auf sein Dingi, weil Chris ihm unmissverständlich klar gemacht hatte, dass er die Leine kappen werde, wenn es unter Wasser schneiden würde. Eigentlich sollte er diesen Heiligen vor der Küste von El Hierro in sein Dingi verfrachten und gleich weitersegeln, dachte Chris, aber dieses Gerät an Deck - er hatte versucht, es anzuheben - es stand da wie angeschraubt. Wahrscheinlich hatte der Kerl diesen Plan ausgeklügelt, um sich der Bruden zu bemächtigen. Seine Gefühle glitten von Angst und Unsicherheit in Ärger und Neugier über. Er ließ Spencer nicht aus den Augen. "Wo kommst Du eigentlich her, Du wolltest mir etwas sagen", versuchte Chris ein Gespräch .Er griff währenddessen zu einer Klampe und lockerte die Schot. "Das Ganze hier ist doch ziemlich durchgedreht! Erst haben wir Halluzinationen, dann rammen wir ein U-Boot und du kommst uns als Anhalter in die Quere - aus dem Nirgendwo, erklär mir das bitte 'mal!" Seine Stimme hatte einen aufgeregten Unterton bekommen, der Spencer nicht verborgen blieb. "Ich kann Dir keine richtige Antwort geben, ich denke andauernd über meine Situation nach und wie ich sie mir und euch erklären kann, ich weiß noch nicht einmal, ob ich wirklich ich bin, ich denke anders als du. Warte bitte noch. Ich werde jetzt ruhen und pass bitte auf mein Boot auf, ich darf es nicht verlieren!" Gerade wollte Chris Luft holen, da bemerkte er, wie sich das Gesicht Spencers um die Augen zusammenzog, es war als wendete sich alles nach Innen. Er starrte diesen anderen Ausdruck an und lachte nervös: "Der Mann ist einfach weggetreten, nicht mehr hier - pass auf mein Boot auf - das wird ja immer gespenstischer hier!" - Er ging zum Vorschiff und zurück. In Luv zeichnete El Hierro jetzt ein deutliches Bild, die flachen Küstenstreifen des Westens würden bald über dem Horizont auftauchen, wenn der Wind hielt. Chris hatte sich die Karte vorgenommen. "Unter Land werden wir kaum Wind haben - das wird Nacht bevor wir Restinga erreichen - das Beste wird sein, den Faro de Orchilla zu passieren und dann die Nacht in der Bucht zu verbringen."

Am Abend lag die Punta Orchilla querab an Backbord voraus. Chris sah das Feuer des berühmten Leuchtturms aufblinken und hatte das Gefühl, wieder in der Wirklichkeit anzukommen. Er nutzte die Zeit vor der Wachübergabe an Gru zum Einklarieren und versuchte der Küstenwache klarzumachen, dass er wahrscheinlich einen treibenden Container gerammt habe, und dass wohlmöglich noch mehr von Dingern in der Region herumspukten. Er habe außerdem einen Mann in einem Dingi aufgesammelt, den er in La Restinga an Land bringen werde. "Bist du von allen guten Geistern verlassen, Chris?! Wie kannst du etwas über Spencer erzählen!" Gru stand hinter ihm und biss sich auf die Lippe. "Wir bekommen richtig Ärger und erstmal dieser Spencer, wie kannst du ihm das antun!" - Gru war sichtlich aufgeregt. Sie hatte tief geschlafen, und als sie aufwachte, eine tiefe Verbindung zu Spencer empfunden. Sie drängte sich an Chris vorbei und stieg an Deck. Die Sonne stand über dem Horizont. "Hey, Spencer! Hast Du hier geschlafen!" Sie sah in Augen, aus denen unbekannt starke Empfindungen auf sie zukamen, die sie an etwas erinnerten. "Chris!" Sie wandte sich von Spencer ab. "Versuch den Stützpunkt auf Hierro zu erreichen. Bei dem ruhigen Wetter können wir den Hafen anlaufen, oder was meinst du!? Ich übernehme jetzt, dann kannst du dich ein paar Stunden aufs Ohr legen!" Chris sah an dern aufragenden Hängen entlang, die im letzten Schein der Sonne nach Südwesten in die Bucht verliefen. Die Bruden trieb mit dem letzten bisschen Luft in Richtung Leuchtturm. "Ich mach' mir doch nicht die Maschine kaputt!" brummte er. "Wieso!?" - "Na. schlepp du mal so ein schweres Dingi über 20 Meilen, dann hast du auch einen Lagerschaden." - "Wir können ja langsam mit drei Knoten laufen, dann sind wir gegen zwei Uhr da. Morgen früh müssen wir so oder so motoren." Chris griff zum Telefon und bekam den Stützpunkt seines Yachtverbandes. Es sei kein Problem bei dem ruhigen Wetter in den Hafen zu kommen. Der Mann am anderen Ende riet aber wegen des Schwells an der rot-grünen Tonne festzumachen und eine Heckleine auszubringen. Diesel könne er morgen auch einnehmen. Chris schloss sich der Meinung von Gru an. "So, wir holen jetzt die Lappen runter, und dann gehe ich bis später in die Koje, pass gut auf unseren Gast auf!"

Gru ließ die Maschine an und zog langsam mit der Bruden an der dunklen Punta Orchilla entlang in die Nacht. An Backbord blinkte das Feuer.


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