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Carlo         


DEM


              


XIX. Teil, San Borondón

Die nachfolgende Geschichte ist frei erfunden. Jede Ähnlichkeit mit anderen Berichten oder Erzählungen ist rein zufällig. Gleiches gilt für die verwendeten Namen, Bezeichnungen, Techniken und geografischen Orte. - Texte und Bilder unterliegen dem Copyright


Bis in die Morgenstunden hingen unsere Blicke gebannt an dem zunehmenden Leuchten des Meeres. Die Fläche im Südwesten mochte wohl einige Kilometer in die Weite gehen und schien sich in der Mitte nach oben zu wölben. Eine bläulich schimmernde Halbkugel hing über dem Meer. Das Fernglas wanderte zwischen uns hin und her. Allmählich wandte sich La Palma einem neuen Tag zu. Belloco hatte sich zwischen unseren Schlafsäcken eingerollt. Von Zeit zu Zeit ließ er uns mit einem anhaltenden tiefen Seufzen seine Zufriedenheit wissen. "Sind das deine Streuphotonen, dieses Leuchten" wagte ich die Stille zu brechen?
Ernesto war entrückt.
"Weißt du, was da unten jetzt passiert?" Ich flüsterte. Meine Psyche zog sich schlagartig auf ein menschlich erträgliches Wahrnehmen zurück, ich wurde zum abgeschirmten Geschöpf. Menschen mit ständiger extensiver Beanspruchung müssen die Fähigkeit wahren, zurückzufallen - meine Sicherung war durchgebrannt! Ich kannte den Prozess, doch irgendwie entglitt mir das Wissen, es lief fort. Ich starrte in die Weite und wollte weinen. Fast teilnahmslos bemerkte ich, wie Ernesto das Fernglas fallen lies. Ich hatte mich ihm zugewandt, ich wollte aus dieser Einsamkeit zu einem Menschen, und dann blickte ich im fahlen Licht des aufkommenden Morgens in seine Augen - auch er war ergriffen, und in seiner Stimme schwang Demut mit:
"Es ist ganz einfach, das Plasma ist jetzt sehr heiß und hoch verdichtet, es biegt um sich herum einen Lichtring, in Kürze wird es auf einen Punkt zusammenstürzen und das Licht absorbieren, dem folgt unmittelbar die Zeit. In diesem Augenblick wird auch die San Borondón nicht mehr sein, weil DEM den Ereignishorizont auf die Außenhülle der Kugel dimensioniert hat."
"Aber das gibt doch eine gigantische Implosion, wir werden hier mit der ganzen Insel versinken?!"
"Nein, es wird nichts passieren, weil für uns das Ereignis in der Zukunft liegt. Universen entstehen für uns immer in der Zukunft. Die ganze Kugel ist jetzt schon nicht mehr dort, es hat sie für uns nie gegeben!"
"Aber das Leuchten, ich bitte dich, das Leuchten ..?!"
Der neue Tag zog herauf. Im Westen wich das Grau der Nacht vom endlosen Ozean. Wir folgten dem Lichtwerden mit Schweigen bis das Morgenrot uns einhüllte. Ich hatte mich eng an diesen Menschen gelehnt, mit dem mich Unfassbares zusammenführte.
"Du wirst sehen, niemand wird sich erinnern, was geschehen ist, das alles ist in der Zeit, die vor uns liegt - und trotzdem waren wir dort, vielleicht haben nur wir das bemerkt." Ernesto lachte und drückte mich an sich: "Kannst du dir vorstellen, hier auf dieser schönen Insel zu bleiben, ich meine, bei mir zu bleiben?!"
Ich war ganz ruhig, ein sonderbares Erinnern durchzog mich, als wenn Ernesto diese Frage schon einmal vor langer, langer Zeit gestellt hatte. Ich löste mich von ihm, damit ich seine Augen sehen konnte. Von einem guten Gedanken ist es nicht weit zu einem Lächeln: "Sicher, wir sind doch schon immer zusammen!"
"Ja, so ist es, komm Sarah, lass uns gehen!"

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Photos von Bernhard van Riel



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