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Carlo         


DEM


              


IX. Teil Murmansk

Die nachfolgende Geschichte ist frei erfunden. Jede Ähnlichkeit mit anderen Berichten oder Erzählungen ist rein zufällig. Gleiches gilt für die verwendeten Namen, Bezeichnungen, Techniken und geografischen Orte. - Texte und Bilder unterliegen dem Copyright


Mit 23 Dienstjahren zählte Pjotr Ivanowitsch Dimitrow längst zu den Zwangsurlaubern wie so viele andere auf Zeit ausgemusterte Angehörige der Marine. Die letzten 12 Jahre hatte er verschiedene Kommandos auf U-Booten, zuletzt auf einem RRS52 der Kola-Klasse. Das Ungetüm lag jetzt seit vier Monaten im Bunker. Die Instandhaltung entsprach kaum den Anforderungen an einen Alarmeinsatz, und Pjotr hatte es aufgegeben, Berichte und Eingaben auf den Weg zu bringen. Es war ohnehin Winter, und in Murmansk gefriert dann gelegentlich auch die Initiative. Die Routinebesuche auf der Flottenbasis füllten die Zeit kaum aus, man traf sich im "Ballsaal", man wartete auf die neuen Zeiten, Pjotr trank Tee! Er hasste die Sauferei. Im Frühjahr würde er mit seiner Frau nach St. Petersburg fliegen und einkaufen. "Pjotr Ivanowitsch, nehme ich an"!? Die Stimme über seinem Kopf sprengte die Runde. Das war dieser unmissverständliche Behördentonfall mit südländischem Akzent, der keine Frage geschweige denn einen Widerspruch duldete. Er schob den Stuhl zurück und richtete sich auf. Das Gesicht des Mannes war ihm unbekannt aber nicht unsympathisch, er kniff die Augen kurz zusammen und signalisierte eine Bestätigung. "Kommen sie bitte mit, Pjotr Ivanowitsch!"

Im Eingangsbereich des "Ballsaals" befanden sich einige verlassene Verwaltungsräume. Der Fremde steuerte eine der Türen an und öffnete sie leicht, um sich zu vergewissern: "Kommen sie, Pjotr Ivanowitsch," wies er an, riss die Tür auf und schob Pjotr in den völlig überhitzten Raum. Ein Mann versuchte, das Fenster aufzuschieben, gab aber auf und rieb sich die Hände. Er wandte sich dem Zimmer zu und musterte Pjotr.
"Das ist also der Kommandant, von dem sie berichtet haben?! Nehmen sie Platz!" Ohne auf eine Reaktion zu warten, warf er ein Aktenpaket von der rechten Tischseite in die Mitte und schlug seine breit gespreizte Hand auf den Stapel. "Sergej heiße ich, sie können mich so nennen, ich werde Pjotr zu ihnen sagen!" Der Mann war ein Riese, "er muss über zwei Meter groß sein", dachte Pjotr. Er folgte den Bewegungen seines Gegenübers, als dieser sich der Jacke entledigte und sie über einen Stuhl warf. Die Umrisse des Mannes zeichneten sich gewaltig vor einer strahlenden Lampe neben dem Fenster ab. Er bewegte sich einige Schritte nach rechts in den Schatten, drehte sich abrupt um, stützte sich mit beiden Fäusten auf die Tischkante und fixierte Pjotr: "Kann Ihr Boot als Unterwasserschlepper dienen? - Was meinen Sie?" Auf Pjotr wirkte die unfertige Frage weniger provozierend als die grobschlächtige Art des Fragestellers. Er ließ die Gedanken und Gefühle auf sich wirken, er nahm sich Zeit und blickte dem Mann in die Augen, so bewusst lange, dass dieser die Herausforderung annahm. Eine Beziehung zwischen den beiden Männern gewann an Ausprägung, beide spürten es: "Nein!" - "Gut, dann haben sie hier die Unterlagen, sie haben eine Woche Zeit, ihr ‚Nein' in ein ‚Ja' umzuwandeln!" Sergej schob den Packen über den Tisch. "Es erübrigt sich wohl, dass ich Ihnen weitere Erklärungen und Hinweise gebe. Wir treffen uns in einer Woche zur gleichen Zeit in diesem Raum wieder!" Er griff unter den Tisch: "Hier haben sie eine Tasche für die Akten." Ein wenig verlangsamt zog er seine Jacke über und stülpte die Kapuze über den Kopf. Einen Atemzug lang stand er vor Pjotr, dann legte er behutsam seine mächtige Hand auf die Schulter des Kommandanten: "Ich rechne mit Ihnen!" Pjotr vernahm den kompromisslosen Ton dieses Auftrags und sah dem Riesen nach. Der Adjutant schlug die Tür zu.

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Photos von Bernhard van Riel



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